Beiträge von Keller-Kicker

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    Das sensible Kreativ-Spielerische vs das harte Mann-gegen-Mann-Kämpferische - so wie man noch nicht Muskeln o. Kondition bei Kleinkindern fordern o. "aufbauen" sollte, so ist der Kampf "bis aufs Messer" klar schädlich für die freie Entwicklung der noch nicht fertig gewordenen Persönlichkeit: Er erzeugt Ängste, Hemmungen, Unlust... Die Blutgrätsche kann man gut noch und erst mit 15 lernen, leider sieht die Praxis aber so aus, dass vom Spielfeldrand her der Kampf wie in der Bundesliga vehement abgefordert wird: der Sieg mus her, sonst ist man am Rand nicht befriedigt worden, hat sich das Zuschauen o. zweckrationale "Unterstützen" nicht gelohnt. Daher wohl das Plädoyer, Kindern das, ihr Spiel zurückzugeben!


    Follkao: Im Wilde-Wesen- und Straßenfußball, da spielten Kinder noch unter- als miteinander, statt vor allem (auch teamintern: wer gehört zum Stamm?) gegeneinander, rein aus Spaß... Doch wehe dem, der Kindern diesen wilden, freien Fußball reell "zurückgeben" will - er ist "Vereinsschädling" und wird so abgeurteilt und entfernt - na ja, nicht ganz, ganz kleine Erfolge und Bewegungen gibt es schon hier und da, bei (zu) Wenigen....

    Typisches Beispiel. Ich habe auch mal - etwas familienzentrischer - den Sportlehrer, der bei Schulturnieren das Team "betreut", kritisiert - und nie Antwort erhalten (weder von ihm noch der Schulleitung): Im Team spielten plötzlich nur 3 Viertklässler, 7 Drittklässler, alle aus der Klasse, in der er Klassenlehrer war. Mein Sohn war 4.Klasse, spielte 2 Jahrgänge über seinem und war im Team seines jahrgangs unerwünscht, Begründung: er sei zu stark... Das Mitspielen bei der Schulmeisterschaft (inkl. Befreiung vom Unterricht, was für ihn evtl. das Wichtigste war) aber blieb für eihn ein bloßer Traum, wogegen die Schüler aus der Klasse des Sportlehrers (in dessen AGs nur gespielt, höchstens mal ein "Guter" währenddessen korrigiert wurde - ich war 2mal Beobachter: dachte, ich könnte vom hochbezahlten Experten was lernen) es doppelt genießen dürften. Auch eine Art der Selektion zwecks Selbstbeweihräucherung vor den "eigenen" Eltern. (Begründung kam dann doch bei der direkten Dialogsuche einsilbig: es dürften nur AG-Spieler mitmachen - nur dass mein Sohn in der 3.Klasse auch in der AG war und die in der 4. als sein Erstwunsch ihm vom Lehrerzimmer versagt worden war...)


    Wie wichtig solch Schul-Turnier (endlich mal was, wo Schule 100% Spaß macht, man sich mit ihr gern identifiziert), die Teilnahme für Kinder als Ereignis in ihrem Leben ist, davon hatte der Lehrer offenbar keinerlei Schimmer - vom das zuhause miterlebenden Vater belehren lassen wollte er sich aber natürlich auch nicht. Nun denn, an die Lehramtsstudenten in der Uni erinnere ich mich noch gut: die schlampigsten Klamotten, nur Sprüche machend, ständig zu spät o. gar nicht im Seminar, in Klausuren meist pfuschend - und nun bilden die alle unsere Kinder ;)


    PS: Da musste uns R. natürlich unterjubeln, dass mit ihm auch das unterlegene Team gewann - an wem das dann wohl lag. Kenne ich selbst, es liegt eben das Meiste am Trainer, mit guten gewinnt das Team eher als mit schlechten - trotzdem bemerke mal in der Selbstbeobachtung, dass dir dies (als DEIN Sieg) hervorzuheben offenbar wichtig war... Nicht böse gemeint, nur als Tipp! ;)

    Guenter: Persönliches sollte nicht immer einfach öffentlich gemacht werden, erst Recht nicht rein spekulativ, bashend, intimisierend o.ä., daher auch mal lieber Mails: keinem ungefragt zu nahe treten! - Zur Studie: kenn ich noch nicht. Wer wurde befragt, "inter-viewt"? Im Fokus steht offenbar primär wieder die gleiche Spezies vs Kinder (die dürfen stets nur schweigend hinnehmen statt als Hauptperson mitreden) bzw. Eltern, die werden nur pauschal bevormundend als "die" Eltern einem Check unterworfen bzw. in eine Ecke/Zone gestellt: allen was unterschiebend, was nur wenige betrifft - aber da ist das natürlich ganz ok? Es geht nicht um Anspruchsdenken, sondern eine anspruchsvolle Aufgabe: ein Kindertrainer kann einem ganzen Dutzend heranwachsender, junger Menschen viel kaputtmachen, sollte sich dessen zumindest voll bewusst sein statt einfach eigenem Ehrgeiz o. Profilneurosen folgen, Machtbedürfnisse o. Aggressionen abreagieren - Kontrolle, ob man überhaupt mit Kindern umzugehen weiß? Meist Fehlanzeige - und eben dies hat dabei System: Kinder spielen nicht wirklich eine Rolle, sind in der Praxis eher Rohmateriall, das mal veredelt und gut, mal schlecht behandelt und verdorben wird... Eigens erlebte Reaktion dann der "Verantwortlichen": nichts als Gleichgültigkeit! Die Überschrift ist doch einfach bezeichnend: eigentlich stören Kinder und Eltern viel nur bei ihrer Selbstbefriedigung (der Protagonisten!) ;)



    Steini: Ich hätte mir selbst als anfangender Trainer mehr Kontrolle, d.h. auch: Hilfe zur Selbstkorruktzr, gewünscht und sehe nicht alle Trainer negativ, jedoch etliche und auch das allgemein vermittelte Rollenbild vom Boss oder großen Lenker (statt Denker?)... Wenn ich Trainer negativ sehe, dann auch mich, aber ich hatte wenigstens die Einstellung, es besser lernen zu wollen - bei vielen "Verantwortungsträgern" ringsum habe ich die komplett vermisst. So entstand dann ein erst empirisch motiviertes Bild dieser Rolle... Alle Bücher, die ich kenne, hofieren diese Spezies eher als sie kritisch zu sehen - das ist ja nun kein Zufall, nur ein Symptom einer einseitig verzerrten (Selbst-)Wahrnehmung... Den "achtsamen" (statt seine Trainer stets zu 100% rückendeckenden) Verein hätte ich mir oft mal gewünscht, angefangen bei mir selbst zu Beginn, wo ich nur ahnungslos war und in viele Fallen des Jobs tappte!



    provinzler: Durch jenes Personalproblem kam ich ja selbst wie Mutter Maria zum Kind, das ist unabänderlich, denn die guten Trainer gehen leider meist dahin, wo es Geld gibt: zu den Herren, vielleicht noch höherklassige B- o. A-Jugend, aber nie zur G oder F, da wirkt dann eben ein Bodensatz und versaut oft ganz viel an Potentialen der Kleinsten (die ich heute lieber erst später in einen Verein geschickt hätte - außer eben beim seltenen, richtigen Trainer). Ich will nicht Kontolleure, sie wären ein Muss, wären uns unsere Kleinsten auch was wert... Da es zwar viel Freiheit (für Trainer statt Kinder), aber selten mal Verantwortung fürs "Erlebnis- statt Ergebnis-Denken" etc. gibt, ist diees ein Votum gegen den Wert des Nachwuchses: zu den Spielen der 1.Herren kommen schließlich in der KL mitunter 100 Zuschauer, das steht gar in der Zeitung, also muss da alles hineingesteckt werden, ob nun ein Verein dem 1.Trainer da 1.500 Euro zahlt o. 3 Trainer für 400 Euro p.m. beschäftigt, klar, für eine G-Jugend reicht es da nicht mal für TW-Handschuhe!!! :(




    Andre: Konkrete Verbesserungen wären ein Trainer-Kodex, den auch Eltern einsehen können, so selbst mündig Trainer daran messend - nicht böse, nur kontrollierend helfend bei der Selbstwahrnehmung (bei über 7 Jahre ausgebildeten Lehrern ist Supervision selbstverständlich: als notwendig, bei komplett unausgebildeten Ad-hoc-Kindertrainern nicht???). Da bräuchte es nicht mal extra Personal, nur eine winzige Stärkung der Position der Eltern zwecks Fairplay! Profi-Vereine haben das, obwohl es dort dank Ausbildung weniger nötig ist, bei uns schlug ich einen daran angelehnten Ehren/Rollen-Kodex 2mal vor - keine Reaktion des Vorstands! Klar, zu Beginn sollte jeder Trainer zuerst bei anderen "hospitieren", diese sollten ihn 1- o. 2-mal beobachten, Tipps geben - das wäre reelles Teamplay im Verein, das ich zu 100% vermisste. Etc.



    koeppchen: hatte dich vergessen. Gute Trainer sind meist auch ehrgeizige - da beisst die Maus keinen faden ab. War bzw. wäre ich auch. Nur durch die viele Negativ-Erfahrung wurde ich auch zur Selbstreflexion in dieser Phalenax gezwungen - gut so! Gleichwohl meine ich, jeder Verein sollte unbedingt darauf hin arbeiten, 2 Teams je Jahrgang zu erhalten - ein ehrgeizigeres Leistungs- und ein lockeres Freizeit-Team. Jedes Kind kann dann quasi selbst entscheiden, denn beide wäre für alle offen zu halten (Selbst-Auswahl des Kindes), nur, dass eben im L-Team die stärksten aufgestellt würden. Im training dürfte aber jedes Kind kommen, sich messen und so eher verbessern - wenn es selbst dies will (nicht nur die Eltern!)... So stünde die intrinsische Eigen-Motivation obenan! Notfalls sollte man diese Doppelstruktur per SGs sicherstellen.

    Zitat von »Uwe« saschatoni, mach es doch wie Beckenbauer, klare Anweisung: "Gehts raus und haut se weg!"


    @Uwe: meines Wissens, saget er nicht haut sie weg, sondern "Spielst Fussball" !!


    Und: ja ich habe einmal nichts anderes gemacht als in den Raum zu gehen, an die Tafel die Anfangself aufzuschreiben und dann die Jungs rausgeschickt habe zum warmmachen !!


    Das ist doch eine interessante unterbewusste Sinnverschiebung ;)


    Ansonsten: Man muss nur den in Phrasen abgeschliffenen Sinn wiederbeleben, um ihren Wert zu erkennen. "Glaubenskrieg" heisst es im Artikel - ja, ja...

    Alles gut! Für mich ist das system Fußball auch nur ein Beispiel, wie unsere Gesellschaft ökonomisch scheinbar on the top ist, floriert, in Wahrheit, qua Zukunft aber abstürzt. Die Erde wird zum globalen Moloch, Einheitsbrei, in dem Fußball neben populistischer Musik, betörenden Filme (als Gesamtkunstwerken) o. all den "Quatschmachern" zu einem führenden Unterhaltungsprogramm: irre profitabel, aber seine Werte werden blutleerer, dünnen sich zu Floskeln und Attitüden, der großartigen Geste als "Hand Gottes", aus... Talente werden schon in einem Alter "eingeführt", in dem sie eben gar nicht mündig sind. Das Geld macht`s... Alles sehr "zynische Vernunft", schwere Kost, wo alles nach Leichtigkeit giert, schon klar. Mich würde ja nur mal interessieren, wie andere Kinder richtig zu trainieren MEINEN - von leitenden Maßgaben wie "selbstbestimmte Freiheit" vs "fremdbestimmte Disziplin u.v.m. in Bezug auf die vorherrschende Realität (nach Watzl.: "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?") her.


    PS: Kinder benötigen natürlich "Vorbilder", solche, die einfach geile Tricks können, damit faszinieren und mitreissen. Meine Kinder hatten etliche trainer, die im Grunde gar kein Fußball konnten, dies aber NICHT zugeben konnten, dann ewig auf sie einredeten, um ihnen irgendwas vielleicht Angelesenes o. auch nur frei Ausgedachtes aufzudrücken. Klar, diese Teams gingen dann alle irgendwann kaputt und ich als leidenschaftlicher Kicker stand daneben, wollte helfen, dürfte nicht - eine ganz üble Erfahrung, so seine Kinder leiden sehen zu müssen. Und als ich dann mal ran dürfte, es diesem Team meines Sohnes plötzlich gut ging (ja, nun mal sichtbar nur an den Ergebnissen, sprich Siegen) da wurde wieder alles verraten, etwas ausgeklügelt, um es zum Scheitern zu bringen. "Das System" reagierte nicht mal auf Hilfsersuchen bzw. erklärte mich zum Störenfried. Über die heute allesamt kaputten Teams aber verlor man bis heute nie ein Wort - all die betroffenen Kinder waren offenbar völlig gleichgültig!!! Da bin ich nachts fast verrückt drüber geworden, so dass ich heute sogar nachvollziehen kann, wie ES in Amokläufern abgehen mag - die totale Ohnmacht, das totale Unrecht, die Intrigen und Fouls von hinten, die allg. Unsichtbarkeit der Kinder und ihrer Leiden unter allem... Das macht mich noch heute ganz fassungslos, aber: das ist "der Fußball"!


    Wie kann man für die Zukunft für Abhilfe sorgen, dafür, dass es mehr echte Kontrolle statt "Scheine" gibt, Kinder selbst in ihrem Fußball in den Fokus rücken - das treibt mich "zwanghaft" um, sonst würde ich abdrehen. Aber wie muss es Regimekritkern in totalen Diktaturen gehen, die auf Jahrzehnte in den Knast wandern, deren Kinder ihnen wie in der DDR z.T. ganz entzogen werden? Ja, gibt es ein paar nette Filmchen drüber... Dennoch ist unser ganzes System im Prinzip nicht wesentlich besser, es wird aber dauern, bis mehr Leuten die Augen geöffnet werden, durch die Not, die die Dinge im Kopf allein zu wenden vermag...


    PS: Einer meiner Söhne war mal ähnlich wie deiner - fußballbegeistert. Und heute: kaum mehr Lust, müde Augen beim Spiel, wenn sein Trainer wieder rumschreit, Fragen, ob er zum Training muss, da er sich lieber verabreden würde etc., all seine innere Begeisterung wurde ihm aus-,"abgetrieben" - es ist ein Elend.

    Kokettiere nicht immer so mit deinem Alter, bist doch noch keine 1000 ;)


    Beweise diesen Sinnes gibt es ja nicht, nur Beispiele, die man in Datenerhebungen sammeln, unter veschiedenen Aspekten auswerten und bereden kann. Das nämlich ist die einzige "Methode" der Sozial- und Geisteswissenschaften. Wer nich toleriert, dass das gegenüber mehr Recht haben könnte, der hörte auf, sich zu hinterfragen, ignoriert alles ringsum, was ihm nicht entspricht - und gut ist. Das ist pragmatisch, führt aber oft in die Irre, s. etwa die FDP zur Zeit: die werden es erst kapieren, wenn sie überall bzw. aus dem Bundestag raus sind. Der DFB ist da besser dran, er ist - finanziell wie scheinbar auch sportlich (die vielen Legionären der BuLi sei Dank!) - obenauf. Also hat der, der lästige Fragen stellt, einen schweren Stand: läuft doch, wird "man" sagen, da man die im Schatten nie sieht, wie schon Brecht formulierte. Die Scheinwerfer sind auf unsere blickleitenden, dafür inszenierten Stars gerichtet, nicht auf kleine Kinder, die ihren Spaß an ihrem Fußball verlieren, in der Schule mit Kopfschmerzen hocken oder sich über Jahrzehnte in allg. Stillschweigen missbrauchen lassen müssen, die von Rasern überfahren werden - all diese Einzelfälle, völlig irrelevant in unserem verordneten Wahrnehmungssystem!


    Die kindliche Eigenmotivation ist vor allem mal eine soziale: sie sucht ihre Freunde. Was die machen, da zieht es andere nach hin. Bewegungsdrang ist auch naturgemäß da. Ein Fußball, der dies nicht ganz obenan stellt, ignoriert schon die Bedürfnisse von Kindern fundamental und unstrittig. Daher plädiert der DFB auch z.B. gegen taktische Positionsidiotie. Doch was tut es konkret dagegen, jenseits der billig schönen Worte? Ok, G-Jugend-Tabellen sind weitgehend abgeschafft, Eltern werden gern im Hang zum Fernsteuern vorgeführt, Trainer aber kaum, obwohl die am meisten ins Spiel reinschreien, was eben per se ein Fehler ist, unabhängig vom Inhalt, da es die Aufmerksamkeit vom Spiel und Selbst weg auf den Trainer draußen lenkt. Dito das Sichten und Selektieren. Wieso kontrollieren da Verbände wie Vereine in dieser Richtung in der Praxis kaum jemals? Das ist doch bezeichnend. Projektion o. Suggestion, du hast da die richtigen Begriffe, aber ordnest du sie stets richtig zu? Ich widerspreche dir da leider: der Trainer ist für meine Kinder viel wichtiger als Papa o. Mama! Denn er bestimmt ihre Rolle im Team, bei den Freunden, ihre Bewegungsfreiheit im Spiel, nie Papa und Mama. So dumm, dies nicht zu spüren und sich danach auszurichten, sind Kinder nun wirklich nicht, denn schnelles, sensibles wie flexibles Lernen ist das neurobiologische Kernprogramm ihrer Jugend! Daher hören sie im Spiel weit mehr auf den Trainer als Eltern, die gar nicht so wichtig sind, wie der DFB sie etwa über Elternzonen - gern (um von seiner Kernklientel abzulenken?) - macht! Also, in Einigem sind wir d'accord, im Kern aber leider (noch) nicht...


    Für mich gehörten die besten Trainer (wie Schieris) zu den Jüngsten, da sie dort am prägendsten sind, es ist aber komplett umgekehrt: sie kriegen irgendeinen Heiopei, Hauptsache irgendwie beaufsichtigt, abgefüttert. Was sagt uns das über dies System wie unsere Gesellschaftswerte? Alles strebt nach oben, zu Macht, Ruhm und Geld, Kinder fallen da zunehmend unter den Tisch, so man sie sich überhaupt noch "anschafft"... Und der Immigrant, der noch 8 Kinder hat, gilt in unserer grundverkehrten Welt absurd als asozial (denn die Dinks bezahlen ja mehr Abgaben) wie Überfremdungs-Gefahr - gefährlich für uns sind aber or allem wir selbst! Argumentativ gehört eben alles mit allem... Mass integration - ja, wenn wir alle Migrantenkinder aus "unserer" Nationalelf streichen würden, alle Legionäre auc den BuLi-Clubs (die ja keine Vereine mehr "sind") - wo stünde unser deutsche Fußball dann? Die Profitrechner machen flugs aus der Not die Tugend, mir ist das etwas zu billig, denn die Rechnung wird "uns" eines Tages noch präsentiert: wenn Geld mal nicht mehr als Meister aus Deutschland kommt, dank Druckerpresse!

    Es ist natürlich klar, dass es selten beliebt macht, wenn man Bestehendes in Frage zieht, in dem es sich die meisten nunmal recht bequem gemacht habe: was ja nur menschlich ist, da niemand immer nur alles hinterfragen und begrübeln kann! Ich bin ja selbst nur als "betroffener" Vater dahin gekommen, das bedenkt man leider nicht bei dem, was mir hier zuletzt so alles unterschoben wurde. Natürlich geht es mir 100% nur um die Sache, wieso sollte man sich sonst dem Sturm der Anwürfe aussetzen, statt sich einfach im System sein Plätzchen zu suchen? Warum gehen Menschen auf Straßen unter dem Risiko, von den offiziellen Kräften nur erschossen zu werden? Das meine ich mit fehlendem Respekt: wer sich gegen massive Mehrheiten stellt, der riskiert immer, von ihnen zerrissen, mundtot gemacht o.ä. zu werden. Haben die Wenigen dann für positive Impulse ans System gesorgt, erklären sowieso meist andere, dass sie dies vollbracht hätten: Hinterfragen ist also ein lausiger Job, der nie Ruhm und Ehre einträgt. Wer mal den Mund aufgemacht und den Vielen widersprochen hat, der weiß, was das bedeutet, schnell am Pranger zu stehen und allseits persönlich mit dem Schmutz der Unwahrheit beworfen zu werden. Aber es gibt Wichtigeres: Kinder z.B.!!!


    Dass ich mitunter etwas unverständlich schreibe, ist dem geschuldet, dass ich wohl zuviel schwere Kost studiert habe, das färbt dann automatisch ab. Aber auch hier könnte man toleranter sein, ich gehe ja auch nicht hin und beschimpfe den, der nur Wortfetzen herumstottert, die ich nicht verstehe, dafür. Der eine denkt einfacher, der andere komplexer, darum ist keiner schon ein schlechterer Mensch - von der enormen Mühsal, zu komplexen Denken zu kommen, mal ganz ab, das ist eben Privatvergnügen, aber auch Leidenschaft für die Sache, unsere hochkomplexe Welt jeden Tag etwas besser zu verstehen - bis sie sich wieder verändert hat und man von vorn beginnen muss, um up-to-date zu bleiben: Der DFB o. Fußball vor 50 Jahren war eben ein ganz anderer wie heute, nicht nur besser, aber vielleicht in Teilen: mehr Leidenschaft statt Finanzinteresse z.B.!

    Ganz richtig, Uwe. Aber hatte ich Ranwie irgendwie persönlich angegriffen? Ich finde es schon aufschlussreich, wie auf die für die, die dazugehören, sicher schon radikalere Kritik reagiert wird - nämlich nur persönlich statt sachlich. Auf die Sache wird gar nicht eingegangen, nur postuliert, dass alles grundsätzlich falsch sei, ich mich als der große Weise fühlte - ja, weiß man denn was Weisheit bedeutet: sich fragen, in Frage stellen lassen, sachgemäß offen diskutieren. Ich hätte mich ja gern eines Besseren belehren lassen, daher ja dies Thema, aber was ist dazu gekommen, "wie" man Kinder richtig trainiert? Vielleicht bin ich im Moment nicht fähig es zu sehen, aber hat irgendwer reell ein Gegenmodell zum Eingangspunkt geliefert?


    PS: Ich hatte mehrere Unis angeschrieben, wieso es praktisch keine empirischen Studien zur Talentförderung (ihre Effizienz, Effektivität, ihrem Scheitern oder ihren Erfolgen, zumindest mal in faktischen Zahlen) gibt, obwohl dies brenndend interessant wäre, auch ökonomisch, da die Stützpunkte, LZ o. Eliteschulen des Fußballs sowie der Systemrest letztlich Unsummen verschlingen: fast ohne jede valide Kontrolle (die ich mangels Mitteln natürlich nicht leisten, nur nachfragend fordern kann)! Irgendwie hat man keine Interesse gehabt, obwohl es x zuständige Lehrstühle gibt. Alles sehr merkwürdig... Aber so ist es natürlich leicht, Kritikern wie mir hier fehlendes Datenmaterial o.ä. vorzuwerfen - vielleicht soll es diese Datenerhebungen einfach gar nicht geben?

    Mann, kennst du denn die Bedeutung eines Fragezeichens? Ist mir echt zu blöd, auf diesem Niveau mich verteidigen zu müssen: es sollte mal mehr um die Sache als diese abwegigen Spitzfindigkeiten (die nur Andersdenkende in eine negative Ecke stellen sollen) gehen!!!!!


    So, dann bleibt man eben unter sich, ich habe echt die Schnauze voll von dieser Art der "Argumentation", echt, das gibst doch gar nicht, wie man ständig jede Grammatik ins Gegenteil umkehrt und das dann mir böswillig unterschiebt, sie diene nur der Rückversicherung. Ich finde das echt mies! Mache es dir weiter so bequem! Ich bin nicht weise, darum frage ich ja, was du verdrehst, aber ich bin (mit vielleicht Andre) der Einzige mit grundlegend kritischer Position und das passt denen nicht, die schön unter sich bleiben wollen, immer schön kritikfrei sich in Selbstbeweihräucherung badend???? Mann, werde mal fairer, auf gut Sport! Ich weiss ja, dass es euer System ist, ihr ihm letztlich gern dient, ein Nestbeschmutzer euch auf den Plan rufen muss, aber so: nur über persönliche Anwürfe und In-die-Ecke-stellen? Mir geht es nicht um die Sache, das ist schon dreist, so etwas zu schreiben, wo du doch nur über mich statt die Sache schreibst! Na, sinnlos, alles sinnlos, "Erkenntnis und Interesse": wo das Interesse fehlt...


    (Oha, nun die Mail, dass du mich auf "ignore" stellst - das aber musstest du mir noch mitteilen: warum wohl! Andere runtermachen, dann Ignoranz - ist doch prima, wie social networking jeden hofiert! Da ignoriert mal alles, was nicht ins Weltbild passt schön weiter, fühlt sich so top und hat fortan widerspruchslos immer Recht - prima diese Funktion des Ausblendens...)

    Es ist ein Zeichen von mangelndem Respekt, wenn man nicht richtig liest: Ich schrieb "eventuell" und nur offen fragend wie schätzend im Konjunktiv. Warum du mir anderes unterschiebst, dürfte damit zu tun haben, dass ich Trainer und das Establishment kritisch sehe - dies Böses-Hineinlesen bin ich ja leider gewohnt.* Schade, argumentiert doch bitte mal belegbarer, sauberer, fairer - so bringt es gar nichts! :(


    *Wieso du dich auf diese Art einmischt, bevor der Angesprochene selbst antworten könnte...? So, ich gebe es bei soviel Animosität erstmal auf und verabschiede mich - hast das Ziel erreicht!

    Es wäre ja ganz nett, wenn du nicht nur pauschal feststellen würdest, was - deiner Ansicht nach - alles grundsätzlich falsch sei, sondern dies auch zumindest ein ganz klein wenig argumentativ begründen würdest. Oder gilt einfach dein Wort, weil es von dir kommt? Jetzt nicht sauer sein, du greifst ja mich an, ohne was zu liefern, das dies rechtfertigt: gemeinhin hat der keine Ahnung, der nur pauschal starke Thesen aufstellt, aber keinerlei Argumente für sie liefert (die man dann wenigstens diskutieren und aufgreifen könnte) ;)


    TW-Trainer: Konditioniert Vererbung oder Erziehung, wie frei ist der Einzelne, etwas aus sich zu machen - ein uraltes Thema mit unzähligen Veröffentlichungen und empirischen Untersuchungen (Kennst du die?), bei dem du dich einfach auf eine Seite schlägst. Bernd Schneider z.B. hätte bei dir schon als 12-jähriger evtl. keinerlei Chance mehr erhalten (fehlende Grundschnelligkeit), wäre abgeschrieben worden, schätze ich, oder? Da gäbe es ganz viele Fälle, die dann alle für den Fußball verloren wären... Aber egal, ich will, kann keinen bekehren, der vielleicht nicht mag.


    Das goldene Lernalter haben sich Experten ja nicht grundlos "ausgedacht": Heute beginnt die Pubertät früher, wer vorher psychisch nicht vermittelt erhielt, in etwas besonderen Wert haben zu "können", kann daran z.B. leicht das Interesse, die intrinsische Eigenmotivation verlieren, das ist ein Hintergrund, wieso in diesem Alter ein umsichtig sensibler Trainer so wichtig ist, oder leuchtet das nicht ein? Natürlich sollte man auch danach keinen abschreiben, aber wer im GL die rechten Impulse hat, tut sich relativ leichter. Um mehr kann es doch gar nicht gehen: Hat ein Kind andere Interessen, kann und soll man ihm dies ja nicht austreiben, dann ist Fußball eben nicht sein Ding. Wenn es aber im Verein keine Lust mehr hat, privat aber weiter viel spielt, in Stadien zu bloßem Zusehen geht - dann stimmt was nicht...


    Dank Zentral-Abi schadet es in der Schule keinem, wenn reichen Kindern "nachgeholfen" wird, da muss man nicht neidisch sein. Die fahren auch häufiger in den Urlaub, haben das schickere Rad, na und: damit muss man leben, dass jeder seine Eltern hat und nicht andere. Wieso den Kindern was rauben, soll das Geld besser in Hamburger und Süßes fließen, da sie reicher sind? Die Sichtung ist eben eine äußere, müsste m.E. aber eine innere sein, wenn sie an der individuellen Freiheit, wer zu werden, orientiert werden sollte. So macht sie abhängig vom fremden Blick, seinen Vorstellungen und Wollen ("Die Welt als Wille und Vorstellung") - das ist der Kardinalfehler an der DFB-Talentförderung: sie verleugnet das in sich freie Individuum!

    Nebenbei: Gäbe es echten Wettbewerb im Fußball auch unter Verantwortlichen, wenigstens diskursiv, dann wären Kinder die Kunden - und für jeden verlorenen Kunden müssten die Verantwortlichen rechenschaft ablegen. Ob dann wirklich welche den Fußball verlassen, da SIE keine Lust IN SICH mehr haben, würde dann zu klären sein. So aber herrscht bequeme Spekulation, dass alles irgendwie andere Gründe habe, nur nicht den, dass in Vereinen und dem System vielleicht was schieflaufe - sehr bequem für "Verantwortliche". Bei mir hat noch nie ein Kind die Lust verloren, es wollten nur welche zu mir wechseln, daher sehe ich die Welt so gern unter dem Aspekt der Verantwortung (als Pendant zu Freiheit, andere Menschen zu "trainieren" o. zu führen): Kinder, die 1mal mit Fußball anfangen, verlieren ihre Lust daran nie grundlos ;)

    crow: Wer so blindlings und wirr gegen andere wütet, mit dem habe ich nur Mitleid! Hoffentlich werden dir nie Kinder anvertraut, so wie du zu Beschimpfungsorgien neigst o. sie brauchst. Wer gibt dir das Recht, von anderen inkl. Kindern zu fordern, dass sie reihenweise zweistellig verlieren lernen sollen, da irgendwelche Erwachsenen sie in eine viel zu starke Staffel packen? Und ich war nur der Co, bitte lesen lernen. Verantwortlich sind im Übrigen natürlich je die Eltern der Kinder, die meinem Beispiel in der von Dritten für uns produzierten Notlage hätten folgen können - falls du noch die Bereitschaft findest, vorm Schreiben logisch zu denken, was ich bezweifle. (Mir war klar, dass Kinder wie Eltern wegbleiben, wenn wir immer nur völlig chancenlos als Kanonenfutter Haue kriegen. Mein Vorschlag war damals, in der unfair eingeteilten, demoralisierenden Punktrunde nicht anzutreten, dafür Freundschaftsspiele usw. zu organisieren - das wollte der Trainer aus Angst um SEINEN Job nicht, den er dann eh verlor...)


    TW-Trainer: Glaubst du an die Kraft jedes Individuums, durch Glauben an sich Berge zu versetzen? Offenbar nicht. Wer hätte hier wieder das Recht, anderen im Voraus bestimmend zu sagen, wo ihre Grenzen liegen, dass sie Ziele nie erreichen werden? Dein Beispiel der Schnelligkeit ist physiologisch auch mitunter falsch, es gab schon einen Sprint-Olympiasieger, die unter Kinderlähmung litt. Bei dir wäre er einfach abgeschrieben worden, aber zum Glück hatte er Menschen, die an ihn glaubten, ihn mental unterstützten. Alles entscheidend ist jedoch beim Training eben, ob es von innen her aus eigenem Antrieb erfolgt oder eben als Drill (Dressur mit menschlichem Förder-Antlitz) durch Externe wie in Diktaturen (DDR, China, UdSSR). Natürlich gibt es derart behinderte Menschen, dass aller Wille und alle mentale Kraft gegen die Physis nicht ankommen. Dies aber vorher über sie zu verfügen, das steht keinem zu, wohl aber, z.B. in einem priat finanzierten LZ nur die aufzunehmen, die man da haben will: da dies eben keine soziale Veranstaltung ist, eher Business auf GmbH-Status.


    Dass der DFB eine Elite fördern will, ist auch klar, indem es seine Kernaufgabe ist, eine starke Nationalelf zu ermöglichen. Dennoch gibt es hier viele Fragezeichen: Was geben die zurück, denen es nützt z.B.? Im Tennis z.B. führte das Beispiel von Tommy Haas vor Augen, wie es fair zu laufen hätte: gerade der Hochbegabte sorgt in dem Sinne für sich selbst, dass er andere an seinem per Ausbildungsförderung (wie bei einem Kredit, den Haas dafür real erhielt) ermöglichten Erfolg teilhaben lässt. So würden allen profitieren, auch die Spieler, die als Selbstzahler in spe mehr Rechte beanspruchen könnten, statt auf Sichterurteile oder Traineraufstellungen wie Gnadenakte angewiesen zu sein. Natürlich hätten durch mehr Realismus reiche Kinder u.U. Vorteile, doch Förderpaten oder -stipendien für ärmere Begabte würden dies zur positiven Bilanz hin ausgleichen können. Aber mir erscheint es so, dass man aufs Andenken solch komplexerer Konstrukte schlicht keine Lust hat, da einfach zuviel Geld im System vorhanden ist. Das macht träge, da man sich die hohe Ineffizienz der Mittelverwendung (viel Fluktuation der Talente bei hoher Ausfallquote) eben gönnt: man hat es ja! Deine "Macht und Kontrolle" sind sicher auch im Spiel, denn die würde man so z.T. einbüßen. Also bleibt alles beim obrigkeitlich Alten: man adelt und feiert in seinen Schriften einen früheren Straßenfußball, den es 1. so nie gab und den man 2. eigentlich gar nicht wollen täte.


    Im freien Fußball setzt sich das Kind durch, das von sich selbst Leistung fordert, im Vereinsfußball eher das, was dem Trainer gehorcht, der Leistung o. Siege fordert - was klingt da menschlich besser? Wege statt bzw. als Ziele, das ist die richtige Fährte: Kindern zu vermitteln, sich selbst zu fordern, so - ehe es zu spät ist - auf den Weg zu gelangen, den es selbst begehen möchte. Dass nicht jedes Kind Fußballprofi sein will und kann, es oft nur (!) Papa, Mama o. ein Trainer will, versteht sich. Es gibt Trainer, die infizieren mehr Kinder mit Leidenschaft, reissen mehr mit ins Teamplay und welche, die stoßen sogar die von sich her Gutwilligen und Feurigen ab, beide Arten praktizieren oft, das ist das Drama: manche Kinder haben Glück, andere Pech. Und solch Zufallsbedingtheit dürfte nicht sein, oder? - Gute Nacht!

    Was ich damit sagen will: ein Trainer vermittelt immer auch eine Weltsicht und eine Moral. Ist Fußball Spielen oder Arbeiten z.B., wer hätte zuerst zu dienen: Kinder dem Trainer o. umgekehrt? Vielleicht ist es gemein, da mal psychoanalytisch genau hinzuschauen, aber Extreme habe ich nicht beobachtet, nur den vielfachen Alltag und meine, dass meist unter der Hand die Kinder eher den Trainern oder eben "ihre" Teams "dem" Verein dienen... Dagegen opponiere ich, da Kinder selbst ihre Stimme kaum mal erheben können bzw. höchstens durch "Totalverweigerung", indem sie aus Unlust mit Fußball aufhören. Da habe ich bei uns im Verein mitgezählt: eines meiner Teams war z.B. 3 Monate nach meinem Rücktritt (als Protest gegen eine Staffelzuteilung, die dann nur zweistellige Niederlagen gegen viel Ältere wie Stärkere brachte) tot, musste abgemeldet und heute spielen von den einst 12 begeisterten Jungkickers noch ganze 2 Fußball! Die Zustände o. Vorfälle schilderte ich 2mal dem DFB zwecks Stellungnahme (was mir natürlich viel Hass einbrachte), eine Antwort erhielt ich nie!!! Null Interesse der "Herren", sozusagen Totalreaktanz. Mir tun einfach nur die Kinder leid, wobei ich auch nie aufmerksam geworden wäre, wären nicht meine eigenen betroffen...


    Genauso wie die "vorbildhaften" Vereine heute Profitmaschinen sind, alles darauf trimmen, ist es auch der Verband als Ober-Verantwortlicher - so meine sich empirisch ergeben habende Meinung, sorry. Persönlich will ich damit gegen niemand was sagen, außer vielleicht, dass eben 99% der Leute immer im Strom mitschwimmen, außer es geht ihnen selbst miserabel - dann kommt die Revolte/-ution. Interessant ist dabei doch, dass dieser Fußball letztlich beispielhaft für unsere ganz Gesellschaft stehen kann: wenn man mal nach unten schaut, nicht nur zu den armen Leiharbeitskräften, auch in die Schulen. Jeder wird per existenziellen Druck schon vom Kindergarten an eingespannt... Unser soziales Gewissen veramt zusehens, "wir" werden immer korrupter, was gestern noch Skandal gewesen wäre, ist heute völlig normal, eben z.B. selektive "Elite-Schulen" des Fußballs. Fußball war mal freies, entspanntes Spielen, heute vor allem Stress. Wenn ich in die armen Gesichter der Kinder schauen: fast nie mal ein Lachen in Training uns erst recht im Spiel. Man muss nur hinschauen, um es zu sehen... Spaß war da mal!

    Sieh mal z.B. Menschen in Favelas: die bauen sich winzige Hütten neben den Palästen der Reichen, doch dann kommen stets deren Bagger und reißen ihre Hütten ein. Klar, sie können sie bauen, aber sie können nicht dafür sorgen, dass sie stehen bleiben.... So ging es mit meinen winzigen Ansätzen zum freieren KiFu.


    Das Titelthema präsentiert eine These, die erweitert, korrigiert oder per Antithese zu neuer Synthese geführt werden mag. Jeder hat seinen Blickwinkel, ist im Meinen Winkeladvokat seiner geistig beschränkten Sichtweise, daher kommt es methodisch auf dialektische Offenheit für fremde Meinung, Neues, Kritik an. Mancher hat ständig das Gewissen, gut, eben Sieger zu sein, hypostasiert sich so zwanghaft; wer aber nur ein Gewissen haben will als offene Frage, ob er denn gut sei, z.B. als Trainer fürs Team, dies Streben vorlebt, kann den Team-Geist, der nicht durch seine Person vertreten oder besetzt werden darf, authentisch auf andere übertragen: als Mitte des Teams selbst. Man darf ja glauben, gut auf andere wirken zu können, aber nicht selbstherrlich, absolutistisch, wie es heute z.B. Profi-Trainern in der Öffentlichkeit, in ihrem Sturm quasi abverlangt wird: da steht der Trainer fürs Team, muss den Kopf hinhalten für dessen Erfolg. Natürlich hat der, der obenan gestellt wird, entscheidende Wirkung, aber wie geht er mit seiner Rolle um: Macht er sich seine kleine Welt wie der Mensch die Erde untertan oder sagt er zuerst: ich diene? Wer dem Team, der Sache, dem Fußball dienen will, der sieht vielleicht eher mit dem Herzen, das bei den anderen, "seinen" Spielern ist: so wie sie sind statt so, wie sie (für ihn, fürs System, für den Verein, Siege, Titel) sein sollen....

    Na immerhin bist du nun nicht gleich stocksauer... Ja, ich bin längst draußen, aber es ist ja ein generelles Klima. das Kinderspiel, wo es ganz entspannt und freundschaftlich zugeht, man nachher noch nett einen Kaffee trinkt und die Kinder gemeinsam Eis essen, habe ich im Vereins-KiFu noch nie irgendwo gesehen: das Gift des Siegenwollens war von G-Jugend an überall prägend. Meine Kinder aber haben keine andere Chance, so hänge ich drin im "System"...

    Bitte Uwe, soll das jetzt ein Maulkorb sein, die Parallelen in der Selektion der Besten nicht mal andeuten zu dürfen? Welche anderen Bereiche? Wo ist im Zitat eine Bemerkung "über" andere User? Wenn wer für Selektion votiert, muss man darauf rekurrieren dürfen, daran erinnernd, was hinter diesem Konzept steht, da man dies offenbar vergessen hat oder will. In den Schulen fördert man Schwächere, nicht die Stärksten, diese gar von den Nicht-Förder-Werten abtrennend... Was ist denn die Stützpunkt-Philosophie? Natürlich kenne ich nur die Statements derer, die ich sprach, aber die waren... Ich sage jetzt nichts mehr dazu, wenn man das nicht mal ideologiekritisch aufgreifen und diskutieren darf, dann wird hier der geistig Horizont eben nicht erweitert.

    Es ist ja schön für dich, wenn man bei euch so offen ist, nur: wieso gibt es dann überhaupt diese doch recht schwachsinnige Modi der Klassenzuteilung über andere bzw. Vorgänger-Teams? Das ist doch völlig unangebracht und wider den gesunden Menschenberstand, 11- o. 12-jährige so einzuteilen und dadurch Zwängen zu unterwerfen, die dann den Teamgeist brechen lassen per Leihspieler. Natürlich wirst du immer sagen, dass doch alle mit machen, aber das ist nur äußerer Zwang zum Opportunismus. Jeder, der mal selbst spielte, weiß wie man sich fühlt, wenn man auf die Bank muss, gar für Leute, die gar nicht zum Team gehören, für fremde Ziele. Mit Kindern kann man es leicht machen, bei Herren würdest du damit in der Regel große Probleme kriegen.


    Vielleicht sollte jeder KiFu-Trainer erstmal Herrentrainer sein, sich da beweisen - ich weiß, nicht umsetzbar, nur von der Idee her, um zu lernen, wie man "Menschen" behandeln sollte. Da, wo sie sich gegen Zumutungen wehren, es reell Feedback gibt, lernt es sich eben besser... Also; wenn du nun meinst, als Vertreter eines völlig kranken System angesprochen zu sein, ist das ein Schuh, den du dir selbst undifferenziert anziehst. Tue also bitte nicht so, als täte ich das - oder zitiere das sauber! So ist es einfach unlauter, anderen dies so in die Schuhe zu schieben. Ich habe genau erklärt was wieso nicht-sozial sei, aber dich damit zu befassen, scheint dir ja die Mühe nicht wert, du inszenierst dich lieber "einfach" als Opfer - toll!


    Schau doch mal auf deine Sprache: "stolz", "dominieren", Insel-Affen dazu die Fixierung aufs Ranking, Plädoyer auf "Selektion" - kommentiere ich jetzt nicht, aber der letzte Begriff hat einen klaren Platz in der deutschen Geschichte. Traurig, wie Fußball-Fanatismus dies vergessen kann, wo die letzten Opfer noch leben. Merkt nur niemand die ideologischen Parallelen, da sie ja nur im Fußball wiederkehren... Fußball ist Krieg, zum Glück nicht, jedenfalls meistens, aber wenn es schon bei Kinderspielen zu Prügeldrohungen bzw. sogar -szenen kommt, ist es aller Marketing-Inszenierung zum Trotz soweit nicht mehr... Sorry, aber all diese Selbstgewissheit der System-Insassen regt mir auf: bei uns verloren mehr als die Hälfte der Kinder im Verein die Lust an ihrem Sport, allein über 100 Austritte letztes Jahr und man soll nicht mal drüber reden dürfen zwecks Verharmlosungsstrategie? Wegschauen ist zu einfach, der Horror betrifft Kinder. Meine Kritik hast du Null verstanden: es geht nicht um die guten, sondern die schlechten Trainer, die das System per Wegschauen und Ignorieren zulässt, auf Kinder loslässt - und nicht mal Hinweise und Fragen betroffener Eltern beantwortet! Nur schöne Sprüche für die Gutwilligen, das ist viel zu billig, wo Brülltrainer vielerorts unbehelligt die Regel sind! "Die Realität in einem kleinen Verein ist völlig anders" sagst du: Kennst du alle?

    Schreib doch nicht solch ahnungslosen Blödsinn hier: wenn sich ein Klüngel gegen Sachkritik mobilisiert, hat man Null Chancen was im Verein zu machen. Solltest du wissen, falls du dich mal etwas mit Vereinsrecht befasst hättest. Fein raus bist du, dass du son Blödsinn einfach hier mal eben schreiben kannst, ohne dich um Fakten zu scheren, mit denen andere sich rumschlagen müssen! X(


    PS: Was meinst du, was ich schon alles für freieren KiFu auf die Beine gestellt habe, immer mit begeisterten Kindern, aber es wird alles zerstört von Leuten, die außer Missgunst im Leben nichts zu haben scheinen, und Mitläufern, die die Welle reiten und nur blöde Sprüche machen!