Beiträge von Keller-Kicker

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    Ich denke auch, dass du den Spaßfaktor vergessen hast. Trotz LL bleiben es Kinder mit eigenen Bedürfnissen. Du kannst deine Ansprüche sicher eine Zeit lang per Selektion der Besten auf die meisten 1 zu 1 übertragen, aber bei vielen dürfte das langfristig Bumerangeffekte bis hin zum Burn-out generieren, wenn du jenen nicht auch gerecht wirst. Generell ist es natürlich super, welch Einsatz DU bringst, nur ob wirklich alle Spieler in ihrem Kopf auch schon so weit sind? Menschlich betrachtet ist das wenig wahrscheinlich, daher berücksichtigen alle Profi-Anbieter den Spaßfaktor stark - auch, aber nicht nur, weil ihre Klientel aus der Breite kommt. Die reine Trainings-Struktur finde ich aber nachahmenswert. Nenn sie z.B. einfach mal die Real-Madrid-Struktur für Profi-Camps, schon könnte sich die kindliche Fantasie daran entzünden. Entwickle weitere kleine spannende Gedankenreisen für Kinderkopf u. -herz etc. Spaß findet ja im Kopf statt, bedeutet nicht nur psychisch Rumgammeln o. materiell Eisessen ;)


    PS: Ach so, und auch freiwillige Angebote machen, z.B. den Frühsport. Wer sich überfordert fühlt o. dessen Lust nicht so groß wie deine ist, darf weg bleiben. Nebeneffekt: du sieht, wer wie von sich aus drauf ist (falls du nicht psychisch Druck zum Mitmachen ausübst durch Bemerkungen wie "Sonst bin ich aber enttäucht, grad von dir" u.ä.)

    Da sind völlig andere Ansätze, als ich sie in meinen "Spiel mit Köpfchen"-Seminaren, viel mit autogenem Mental-Training, einsetzte, die immer das Ziel der inneren Ruhe haben, aus der dann die Kraft zu schöpfen ist...Wie fallen denn kritisch gesehen (dass die LK-Anbieter ihre Methoden prima finden, ist ja klar) die konkreten Erfahrungswerte aus?

    Das ist, was ich meine: die FPL bleibt nur ein Rahmen für die Akteure, deren Handlungsreife aber bleibt im Kopf. Wie o. ob man an/in den rein kommt? Vielleicht eine naive Hoffnung, aber der DFB hätte zumindest die Chance zum "Machtwort" dazu! Denn Sich-verändern muss jeder erstmal wollen... Doch in Wahrheit will ja der DFB selbst vorrangig Sieger im Ministar-Kult fördern - und keine Verlierer. Und da gilt dann: 19:0 - toll, klasse, Herr vorbildlicher Trainer, wie wär's mit nem Job im Stützpunkt, das wäre doch ein Ziel für dich? Wie soll der gewöhnliche Trainer da anders denken als vorgegeben u. auf den Kollegen des Verliererteams bzw. dieses nicht-herabschauen?

    Ich glaube, ich träume! Das ist echt eine andere Welt bei euch, wie im Märchen vom himmlichen Paradies: Stationentraining mit neben dir 2 bis 3 Trainern, und kein LZ? Tja, bei uns gibt's nur Bolzen (meist viel zu nah: 6 - 7 m), da wie im Spiel muss einer in den Kasten, mein Sohn ja 1 Jahr zwangsweise, bis er sich vorm Spiel weigerte, das TW-Trikot anzuziehen, dafür dann monatelang auf der Bank (zur Strafe) schmoren musste. TW als Muss: dann musste der nächste ins Tor, nur der, der immer wollte, dürfte nicht, da sein Vater als Trainer wollte, dass der richtig spielt: Höhere Gewalt per TR-Wille... Also: Ich würde jeden mal reinlassen, wenn er will, aber nie wen zwingen. Der Beste darf dann im engen Spiel rein, im Training o. sonst jeder, falls es viele wollen. Im Parcours kann auch jeder der Fliegenfänger sein, ideal, damit man mal die Angst der TW vorm Elfmeter usw. erfährt (und im Ideal überwindet, was auch im Leben weiter bringt). Als TW braucht man mehr Zupruch, da man sich weniger bewegen kann, solange man nicht gelernt hat, im Kopf mitzuspielen (was bis 10, 12 Jahren schwer fällt)...

    Alles hängt immer vom individuellen Kind selbst ab: Wer sich erstmal wohl fühlt auf einer festen Position, da er unter Unsicherheiten o. Mängeln (zu langsam/technische Schwächen etc.) leidet, den sollte man zu seinem Glück nicht zwingen. Generell ist es natürlich für jeden Verteidiger gut zu wissen, wie man als Stürmer denkt, sich fühlt o. spielt, abgesehen davon, dass Überraschngsmomente im Spiel oft Erfolg bringen, wenn sie typbedingt möglich sind: Gib mal 1 Minute deinem Torwart die Freiheit, einen Torabschluss nach Durchmarsch zu suchen. Bei mir hat es mal einer gewagt und prompt erstarrten alle Gegner erstmal. Als sich alle auf ihn stürzten, spielte er cool zum Stürmer ab, der schoss den Ausgleich u. im Elferschießen standen die Gegner dann neben sich. Beim Trainerkollegen lief es andersrum: Er forderte laut vom Torwart, dass er jetzt allein gehen sollte: die Gegner hörten es, stürzten sich gleich auf den armen und der Schuss ging nach hinten los. Klar, wer da wieder Schuld war: der blöde Torwart ;)

    Vollkommen richtig - das habe ich hier ja noch nie zu mir gehört, danke! Ich bin eben ein Hardliner in Sachen freies sich-selbst-entwickeln der Kinder über ihr eigenes Spiel. Dies ständige Helfen durchs Ihnen-ihr-Erlernen/Entscheiden/Korrigieren-Abnehmen entmündigt sie von Anfang an: sie sollen unter der Hand exakt so werden, wie andere - Eltern, Lehrer, Trainer, Arbeitgeber - sie haben wollen. Das bringt sie dann sicher weit voran, da jene Personen eben so supertoll, so erfolgreich u. im Leben (quantitativ, aber auch qualitativ?) viel weiter sind, eben alles besser wissen! Für mich ist das pures Status-Denken dieser Besserwisser, die Kinder sich nicht frei selbst entwickeln lassen wollen. Dasd hört "man(n)" natürlich alles andere als gern, aber du bist scheinbar noch jung genug, das Gemeinte vollkommen zu verstehen ;)

    Ja, ich frage mich auch, wieso es diese Fälle fast nur bei uns zu geben scheint bzw. geben soll... Mir ist das alles auch echt zuviel, dass man offenbar als Einzelne - dann ebenso lautstark - sein Maul aufmachen muss u. sonst Narrenfreiheit herrscht. Was ist das für ein DFB-System, wo so etwas möglich ist, sich keiner für kritische Anfragen o. Hinweise interessiert, man nie mal auch nur eine Antwort kriegt u. wenn wie vom Landesverband immer die gleiche: Man könne nichts tun, baue auf die Vernunft der Vereine vor Ort. Hahaha, toller Witz! Ist das nicht unendlich faul u. feige bzw. anti-aufklärerisch/modern gemäß dem von mir mal eingestellten Kant-Zitat aus der "Kritik der reinen Vernunft"?
    Wenn sich mal Medien an was aufhängen, dann an der FIFA, da die so schön weit weg ist? OK, ich fahre mich wieder runter, ist halt so u. ich habe keinerlei Macht, daran was zu verändern, außer meinen Kopf hinzuhalten u. dafür Prügel zu kassieren. Meine Frau sagt ja immer nur, ich sei verboten naiv, denn so seien die Menschen nunmal, hinterhältig u. gemein. Vielleicht, doch ich würde zumindest behaupten: sie sind es nicht einfach, sie werden auch so gemacht. Daher interessiert mich der KiFu so: Kann man Menschen nicht im Kleinen doch ein wenig besser machen, ihnen mehr Chancen geben, sich fürs Gute zu entscheiden o. sind die Systemoberen daran eben nur total uninteressiert, für alles gleichgültig, was ihnen nicht möglichst hier u. jetzt nützt, ist der Rest nur Fassade für die naiven Neigungen in uns "Gutmenschen"? Auch wenn die FPL kein Non-plus-ultra sein kann, bewegt sie was, das muss man schon im Systemzwang (die bisher nur eigeninteressiert Erwachsenen vorbehaltene Bunte Liga liegt ja außerhalb des Systems, ist daher freier u. menschenfreundlicher!) unterstützen statt erstmal hinterfragen...


    Nachsatz/frage: kann mir denn wer was Schlaues sagen, was man machen könnte, wenn Kinder ständig bei Rückständen beschimpft werden (wie "Ihr seid zum Kotzen/blind/scheisse!") u. der Verein alles nur bagatellisiert ("Der ist eben so, den kann man nicht ändern...) o. Eltern mit den Achseln zucken??? Klar, einfach wechseln, das ist aber zu Lasten der Kinder u. ändert auch nichts wirklich!

    Rotation ist schon ein Anfang, aber der Kindern noch unmittelbar, also "per se" (s. in sich versunkenes Spiel) zugängliche "Flow" was anderes: als Trainer darf man nie vergessen, nicht aufm Platz, also Außenstehender zu sein, der somit im Unwahren liegt. 1. Gebot: maximale Zurückhaltung eigener Agitation, so sehr es den Fan im Trainer auch juckt! Er kann Kinder von ihrem (in sich freien) Spiel u. seiner Wahrheit eigentlich nur abhalten, mit jedem Zuruf ablenken und verunsichern, aus ihrem dynamischen Flow rausbringen - so bitter diese Erkenntnis bei manchem, der gern wichtig sein, alle in seinem Sinne aufstellen will, auch ankommt. Nichts zu tun im Spiel = es u. seine eigentlichen Akteure freilassen!

    Freut mich, deine Erkenntnis. Die müsste man nur dem DFB mal näher bringen: dass er sich selbst, dem ihm selbst nützenden Fortschritt im Weg steht, indem er freieren KiFu blockiert, Trainer, die immer nur auf Sieg und dafür auf Härte statt kreative Technik o. Einsatzfreude setzen, schützt statt klar verbindliche Vorgaben, Aussagen zu machen: die Freiheit der Entwicklung jedes einzelnen Kindes ist das entscheidende Maß für alle, die vorgeben, sie zu be-treuen (versus kompromissloser Aufzucht von Ministars, die ja eher absichtvolle Realität ist)! Wer dagegen verstößt, der "ist" kein Trainer, bestenfalls der "Schein" davon. Auch wer meint, bei 7- o. auch noch 10-jährigen von seiner eigenen "Sicht" aus selektieren zu können (beim Rest: Abbruch der Karriereförderung, "Abortus"), wer mal später zum Star tauge, hat wenig vom betreuenden Fördern verstanden. Eine starke Behauptung, sicher, aber, weil die Gegner so stark u. mächtig sind: sämtliche Stützpunkt-Angestellten werden nämlich aufs Gegenteil eingeschworen und so unerreichbar für kritische Stimmen. Ich habe selbst mehrfach mit einigen - z.B. aus meiner eigenen Mannschaft - geredet, - sorry: sie waren "unerreichbar", machen an einem bestimmten Punkt "kollektiv" dicht: da musste offenbar ihr Mitdenken aufhören, wo die Freiheit der kindlichen Talente (in der Entwicklung ihrer Potentiale) den Zielen des Systems zu gefährlich wurden - und es waren sicher keine "Verständigungsprobleme", sondern "ideologische"...

    Dass man bei der Umsetzung einer FPL Probleme bei den Trainern sieht, das versteht sich. Nur: wieso richtest du daher gleich kritische Fragen an die FPL und nicht an diese Trainerschaft? Mal ganz ehrlich, ist nur eine Frage: Weil es einfacher ist, zu helfen, so einem einzelnen mutigem Mann das Kreuz zu brechen statt sich mit einer Meute fortschrittsfeindlicher Dinos anzulegen? Wenn du diese Frage mit Ja beantwortest, hoffe ich, du springst ihm zur Seite und richtest deine kritischen Fragen an jene Trainer, die die Umsetzung blockieren wollen! Nicht böse gemeint, stehst ja im Prinzip auf der richtigen Seite ;)


    PS: keine heiligen Kühe, kein non-plus-ultra! Jeder will doch immer an etwas, eben seiner Idee, festhalten u. so verhärten sich dann Fronten. Ich wollte nur bei etwas ansetzen, was es in vielen deutschen Städten seit vielen Jahren gibt, bei Erwachsenen (auch: Vereinsspielern!) sehr beliebt, u. dem, was der DFB selbst so gern über den grünen Klee lobt: dem "früheren Straßenfußball" sehr nahe kommt. Also: ansetzen bei dem, was der mutmaßliche Gegner selbst (angeblich) gut findet, haben will. Ihn abholen, wo er ideell zu stehen vorgibt... Dann müsste er mal Farbe bekennen: dass er diesen Straßenfußball vielleicht gar nicht wirklich will? Wie schon gesagt: 5 Jahre kostet es, Leute da oben für eine Idee eines Besseren ein wenig zu erwärmen - wer dafür Nerven u. Kraft hat, genießt meinen Respekt! Ich würde da nach 2 Jahren in der Klapse landen. Doch es ist nur ein Tipp: Kann man die Dinge vielleicht beschleunigen, per Wandel von Ideen in der Zeit? Vielleicht, nur: vielleicht, ist es gar nicht so gut, 1 zu 1 an allem festzuhalten statt sich flexibel auf das einzustellen, was andere dagegen einwenden? Wobei ich den Ansatz bei rückständigen Trainern als Maß der Umsetzung, des Fortschritts schon etwas bezeichnend finde: wo es doch um Kinder gehen soll... Auf DIESE Trainer sollte man daher nie Rücksicht nehmen, keinen "faulen" Kompromissen das Wort reden, im Gegenteil! Da muss Farbe bekannt, Rückgrat gezeigt werden - so man es vermag! Zur FPL also ein klares Ja!

    Als beim letzten Spiel unsere Kids 0:2 zurücklagen, schreit ihr Trainer über den ganzen Platz: Ihr seid so zum Kotzen! Kreative Variante: sonst waren sie immer nur scheisse u. blind. Der vereinseigene Schiri und Fachwart, der ihn stets deckt, hört natürlich nichts. Als ich ihn in der Halbzeit u.a. auf solch Unstimmigkeiten anspreche, schnellt vor einer anderen Mutter die Faust gen mein Gesicht. Nach dem Spiel raunt er mir leise zu: Du wirst noch bald Besuch von Leuten kriegen, die du gar nicht kennst... Aber du hast sicher Recht: ich könnte wie alle anderen nur den Mund halten und schups wäre alles super ;)


    PS: Warum ich allein mal was sage, die anderen Eltern der Freunde meines Sohnes (wegen denen er auch leider gern bleiben will) dies seit Jahren schweigend hinnehmen, das ist sicher einer sozialen Kompetenz geschuldet, die ich nicht besitze - ich sage: zum Glück! Und ich mache gar den mund auf, da wildfremde Kinder im Team unseres anderen Sohnes komplette Spiele auf der Bank schmoren müssen, da für sie Leihspieler in ihrem Team zwecks Sieg aushelfen. Klar, wie kann man nur immer so doof sein, sich überall einzumischen - sagt meine Frau übrigens auch: Zivilcourage, Kinderschutz - son Schwachsinn, sollen sich doch andere drum sorgen, wieso wir? Danke für diese mentale Unterstützung!

    Sicher? Ich würde auch nichts eigenmächtig "vorgeben", nur unverbindlich zur demokratischen Abstimmung vorschlagen, inkl. Minderheitenschutz! Wer dagegen ist, dessen Stimme darf nicht einfach übergangen werden, wiegt am schwersten, sofern sie sich argumentativ begründen kann, nicht nur egozentrisch Ziele durchsetzen will. Bei mir als Trainer ist noch nie einer wegen Unlust weggeblieben, nur 1mal ein Spieler weg gewechselt : da seine Mutti hinter meinem Rücken "gemobbt" wurde, sich mir erst anvertraute, als der Wechsel perfekt war -schade, aber selbst schuld. Und warum? Weil ich MIT jedem Kind als Partner redete, Kritik, Unmut bzw. auch Unlust erlaubt ist, ernstgenommen wird. So kommt man den Ursachen auf den Grund und kann ihnen begegnen. Aber wie gesagt: wer so die Interessen der Kinder im Verein vertritt, der ist vielen ein Dorn im blinden Auge: der musste eilends weg, spätestens, als etliche Kinder der Ersten lieber in der Zweiten spielen wollten. Da war das Maß des Zumutbaren wohl voll - abgesägt! Von wegen Kinderschutz... Wird ja gern als Welpenschutz verspottet!

    Das sehe ich auch so. Aus meiner Sicht werden eher die Väter der stärkeren Spieler zum Trainer als die Söhne der Trainer zu stärkeren Spielern. ;)


    Deine Beobachtung ist oft richtig, greift aber zu kurz: der ehrgeizige Ex-Fußballer und Bald-KiFu-Trainer übt ja mit seinem Filus schon, kaum dass der laufen kann zuhause. Folglich ist der von Anfang an besser dabei als die vielen anderen, die zuhause nicht solch Papa hatten. Das wird dann im Team meist weiter verfolgt, bis das Team irgendwann für den Ministar zu schlecht ist: da tritt Papa erstmal zurück, schaut sich parallel nach dem gemäßen besseren Team um - der Rest ist bald Geschichte, sollen sich nun doch andere drum kümmern. Was Günter da praktizierte, ist ja schon fast unmenschlich ;) Also ich gebe zu: ich hätte meinen Sohn schon auch gern etwas protegiert, als ich dann Trainer war, wäre also dem schlechten Vorbild dann auch gefolgt (was die können, kann ich nun schon lange, muss ja schließlich auch was aufholen) nur wäre MIR neidisches Gerede im Hintergrund auf die Nerven gegangen - DAHER war ich betont fair zu allen im Audstellen. Es ist aber eher ein Naturgesetz, für den eigenen Nachwuchs nur das Beste zu wollen - gerade weil dies so banal ist, kann es nicht sein, wie dann mit Kritik an protektionistischer Praxis: nur solch Trainer den Rücken deckend umgegangen wird.... Aber dafür deckt der dann auch alles mit ab, was ein Vorstand an Mist verzapft. So hängen alle Egos schön verbandelt zusammen, nur Verein, Kinderteams, ihr Geist, der Rest der Mitglieder o. die Trainingsqualität verlieren leider bei dieser Art internen Heimspiel an Boden!

    Wie soll ich nun erahnen, was nicht verstanden wurde? Dein Satz ist übrigens auch ellenlang, aber so ist das, mal hat man mehr Zeit, mal weniger. Lass uns daran nichts aufhängen, ist ja keine böse Absicht! - Ich habe einfach nur subjektiv miterleben müssen, wie beschissen meine Kinder zum Großteil in einigen Vereinen behandelt wurden, wie taub man auf dem Ohr der Selbstkritik war: Sollen doch die Kinder wechseln, löst man einfach 3 ihrer Teams in einem Jahr auf, ist doch super: kosten eh nur Geld (will sagen: Uns interessiert nur die Klasse der 1.Herren) - denen war alles egal. Dann habe ich mir Gedanken im allgemeinen gemacht, beobachtet und ringsum gesehen: Kinder sind uns in vielen Bereichen reichlich wenig wert, wichtig eigentlich nur als künftige Rentenerbringer, Steuerzahler, aber als sie selbst? - P. schrieb eben noch selbst, dass bei ihm nur 40 von über 1000 zur HV kamen, im nächsten Posting ist dann alles nur super: um was zu zeigen? Also ich würde mir Gedanken über die demokratische Struktur machen, wenn keine 4% einen Sinn darin ausmachen, zur Wahl o. HV zu gehen.... ;)

    Nicht nur ich, jeder sieht die Dinge "auschließlich aus seinem persönlichen Erfahrungsschatz heraus", außer jemand wäre Gott. Natürlich kann man in seiner Beschränktheit versuchen, sich über Sekundärerfahrungen weiter zu bilden, was du mir hoffentlich nicht einfach absprichst, aber auch dies sieht man notgedrungen stets durch die eigene Brille, alles andere wäre nur Einbildung (das wiss. "Objektivitätsparadox"). - Fühlt sich jeder immer gleich persönlich angesprochen u. insinuiert Allgemeinurteile (selbst wo man dies ausschloss: ein relativierendes "wohl auch eher" wird dann komplett überlesen u. nur die Verallgemeinerung unterschoben), wo kommen wir dann hin? So, ich lasse es erstmal, aber der Verein als Platz für Überzeugungstäter? Eben hat man eigentlich selbst eher (!!!!) für faule Kompromisse plädiert, oder (!!!!) lese ich das falsch...?


    Mehr Gelassenheit ist nicht verkehrt. Sich selbst als Paradigma (einzig verfügbares reales Beispiel!), aber nie zu wichtig nehmen - so kommt man Wahrheit am nächsten. Aber das kann nur und muss so jeder selbst für sich beurteilen, nie wer von außen o. oben!

    Sorry, da wirfst du was durcheinander: jeder Kodex würde auf den Verein hin geschrieben, der ihn erstellt und seiner bedarf, keinem aufgedrückt. Wieso sollte jeder das Rad neu erfinden wollen? Natürlich aber muss die Größe zum Gefährt passen! Mann muss sich Vorlagen ansehen, viele in Feedbackschleifen mitreden lassen u. hernach für seinen Verein die "Rosinen", das Passende heraussuchen, um das Ergebnis situationsgemäß wie auf allgemeinem, aktuellen Stand zu optimieren, s. das nicht für Breitensport passende Beispiel von Steini, da hier der Schwächere sehr wohl Milde erwarten dürfen sollte. Gerade so funktioniert Fortschritt: da ist nichts in Stein gemeißelt nur abzuschreiben, es wird immer neu durchdacht im Wandel von Zeit, Ort und Menschen.

    Mir ging's ums demokratische, sportlich faire Grundklima: Geht alle Macht vom (niederen) Volke aus? Oder erstarren schon mal alle, wenn der Trainer o. Große Vorsitzende wie in China spricht? Herrscht Angst vor, sich mündig zu zeigen, oder darf selbstverständlich jeder mitreden, seine Meinung sagen: weltoffene Dialog-Kultur mit Konflikt- u. Kritikfähigkeit o. Schweigespiralen zugunsten weniger, die für sich das Sagen beanspruchen, auf dass alle nur nach ihrer Pfeife tanzen - was ist das übliche Muster? Wer muss zuerst Leistung zeigen: solch Trainer o. das Team? In der Bundesliga ist das eindeutig geregelt: spielt das Team schlecht, fühlen sich viele Spieler mies, bleibt Erfolg aus, hat der Trainer als verantwortliche Führungsperson auch zu wechseln (vs Bauernopfer).


    Erlebt habe ich im Verein zumeist nur das Gegenteil! Und klar, im LZ-Kodex ist der genannte Passus mir auch negativ aufgefallen, aber im Spitzensport gilt wohl: Wer nachlässt, da der Gegner zurückliegt, der verliert schnell am Ende noch - vielleicht ist es so gemeint, ein Sprachproblem? Wie auch immer, es kommt drauf an, was jeder daraus macht, ein Rahmen muss immer mit Handeln erfüllt, zu Leben erweckt werden. Darum aber jeden Rahmen abzulehnen, wäre wohl nicht richtig...

    Meine Erfahrung ist die, dass man bei Kritik nichts Verbindliches an Regeln o. Moral hatte, auf das man sich berufen konnte. Das hatte den Grund, dass man sich an nichts objektiv messen lassen wollte. Ausdrucke von den Seiten des DFB wurden wie psychopathische Pamphlete in die Ecke zum Müll geworfen: geh weiter du mit deiner Theorie! Das Vereinsimage beschädigt schließlich dann nur der, der was kritisiert... Ein Kodex könnte manchem die Situation, der man sein Kind de facto ausliefert, und die verbleibende Pflicht des Hinsehens o. Mundaufmachens erstmal bewusster machen, Definitionen dessen, was von Übel sei, bietend. Kind abgeben und weg zum Shopping, da macht Mutti es sich zu einfach! Klar, wo genug negative "Energie" ist, da helfen mitunter keine guten Sitten, kein Kodex, kein "Schein", auch kein Führungszeugnis, das ja immer erst nach einer Tat befleckt ist, sich also gegen Wiederholungen richtet, u. selbst Achtsamkeit nur im glücklichen Fall...


    Ergänzung: Ich spiele, um zu gewinnen u.ä. - das gilt natürlich zuerst nur fürs LZ, nicht das G-Team. Zwar möchte jeder ganz gern am Ende gewinnen, dies sollte aber für mich nie als oberster Zweck gelten, sondern die Bewegungsenergie, das Spielerisch-Kreative als Selbstzweck. Sonst "kann" man nämlich nicht verlieren und muss sich bei jeder Niederlage als gescheiterte Existenz fühlen, die ihr Ziel verfehlt hat - Unsinn, selbst für Profis, denn nach dem Spiel ist vor dem Spiel! Mir sagt die Differenziertheit zu, dass eben nicht erst sexuelle Gewalt als Vergehen gilt, sondern viel mehr: Jeder respektlose Umgang ist unfair gegen Kleinere, Schwächere, Kinder, fällt so unters 1. Gebot. Würde sich dies überall im Bewusstsein so durchsetzen, dass man dem offen widerspricht, als würde man selbst beschimpft, beschädigt oder degradiert, würde dies dann sofort von einer breiten Mehrheit mit getragen, dann wäre der KiFu ganz schnell ein ganz anderer, ein Fairplay gegen Kinder und alle hätten keine Chance mehr, die dagegen verstoßen....

    Genau den letzten Satz hatte ich ja gesagt. Ich sehe die Dinge nie so einseitig, wie du es "für mich" oben darstellst: wodurch es aber komplex wird! Denn wieso kommen nur deine 40 von 1000 (wobei mich interessierte, wer die 30 Nichtmitglieder waren!)? Zu Elterntreffen des Teams kommen ja mehr: da geht es reell u. konkret um ihre Dinge, sie dürfen mitreden, fühlen sich so auch im Miteinander. Die HVs aber sind sehr dröge, schon die Tischordnung o. Agenda macht jedem klar: hier geht es um die oben am Tisch, die von Anfang an dominierend das Sagen haben, alles bestimmen, die Posten schon vorher unter sich aufgeteilt haben etc.


    Sicher sind viele auch schlicht zu träge o. faul, um hinzugehen, aber die Abschreckungsmanöver unterstützen dies nach Kräften. Von formalen Einladungen sollte man sich da nicht täuschen lassen! Ich wollte zweimal als Gegenkandidat antreten, wurde aber schon im Vorfeld so eingeschüchert und freundlich gewarnt, dass ich es ließ - und dann gar nicht mehr zur Vereinsmeier-HV ging. Da hatte man sein Ziel erreicht, wobei ich ohne viel intrigantes Mobilisieren Dritter, eben "Wahlkampf", der mir nicht liegt, eh nie auf Basis von einem Konzept oder Argumenten gewählt worden wäre: denn darum geht es nicht, soll es nicht gehen, daher gibt's dafür schon gar kein Redezeit. Spaß macht's so ja nicht, daher gehen wohl auch eher nur Spaßbremsen hin, Geld gibt's auch nicht, also haben Profis bestenfalls Eigeninteressen als Motiv u. sonst zieht's oft nur Profilneurotiker in diese Kreise (sorry, ist keine abwertende Verallgemeinerung, nur persönlicher Erfahrungswert aus dieser Politik: Überzeugungstäter werden eher schon vorher kaltgemacht bzw. zum Theoretiker)... Na ja, muss idir ja sicher nicht wirklich erklären, wie's läuft. Selbst schuld - dies einfache Urteil lehne ich so ab! Für sensibler Inspirierte ist Verein eher nichts, will man nicht in der Klapse landen...

    Womit sich dieser "Trainer" dann als einer des Teams selbst widerlegt: eigentlich macht er Einzeltraining seines Sohnes mit Hilfsensemble von Objekten. Das Erstaunliche dabei: mittlerweile ist sein Sohn, zumal noch der jüngste, wirklich der im Team stärkste Spieler - da andere per Aufstellung in ihrem Potential geschickt geschwächt, blockiert wurden: um Statisten zu bleiben! Dafür bezahlt ihm dann der Verein aller Mitglieder 10 Euro die Stunde...