Beiträge von Keller-Kicker

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    Ich habe ja nur das Geschriebene "seziert" gemäß meinem kleinen Gesichtskreis. Da kenne ich viele Väter, inbesondere Trainer, die fast schon manisch in ihren Jungs die Besten im Team sehen. Daher meine Ironisierung, ohne dass ich natürlich dich o. deinen Sohn kenne. Vielleicht hätte er das Zeug, 2 Jahrgänge zu überspringen. Mein Sohn musste es mal (spielte 1 Jg höher, sollte dann dort raus, da es zuviele Spieler im Jg gab u. sein Jg-Trainer wollte ihn nicht, da er fürs Team zu stark sein sollte): ging schief, bekam plötzlich (erst lief's super!) nach nem knappen Jahr Angst vor den die Großen/Älteren. Daher wechselten wir dann den Verein u. dort kam er nie recht ins Team: seines Jahrgangs! Nun ist er da grad mal guter Durchchnitt u. der einst stolze Papa sucht auch Schuldige... ;)


    Vielleicht war's auch mein Ehrgeiz, denn ich wollte beim ersten Jg-Trainer nicht "betteln". Deine Story sprach mich halt an. Ich an deiner Stelle hätte bei 18 - 20 Spielern zuerst bis Sommer für 2 Teammeldungen (1xLeistung, 1xFreizeitkick) gekämpft, Spieler noch geworben. Immerhin hattest du als Trainer die Dinge selbst in der Hand, wogegen der Rest meist dem nur ausgeliefert ist, was andere entscheiden... Aber egal, nicht jeder hat dafür Zeit, Nerven, Lust, ist ja kein Pflicht u. muss Spaß machen.Ein 9-jähriger kann Dinge kaum absehen, die Verantwortung u. Entscheidung haben eben die Eltern, daher bezieht sich das Zitat eben auf Erwachsene: Kinder wollen täglich viel u. da meiste davon ist eher ungut: üßes, Faulenzen, Playstation vs Schule... Du wagst also für deinen Sohn. Daher würden dich Irrtümer wie mich wurmen, dein Sohn könnte dadurch aber sogar "gescheiter" werden. Aber es muss ja nicht dazu kommen u. jeder Pech haben!!!

    Wenn es stimmt, dass dein Sohn als spielintelligent gelten darf u. viel abspielt, dürfte dieser Trainer wenig Fachverstand haben (Quali?). Auf keinen Fall würde sich aber den alten Trainer o. das Kind (außer es fragt von ich aus statt "ferngeteuert", was aber wohl bisher nicht seinem eher zurückhaltenden Wesen entspräche) involvieren, das könnte schnell polarisieren. Ein guter Trainer spricht von sich aus mit dem alten und setzt da an, wo dieser aufhörte. Wer gleich alles anders macht, will sich offenbar profilieren: ein schlechtes Zeichen. Du musst erstmal das Gespräch suchen, obwohl es wenig Erfolgsaussicht haben dürfte. Danach kannst du nur das Kind beobachten, wie es ihm geht, was es zu wollen scheint, notfalls fragen, ob es lieber woanders sein Glück suchen will. Ansonsten: im Training zeigen, was man kann, und lernen, was gefordert wird. Wenn Trainer aber keinen Sinn fürs Intelligente haben, aufs Rustikale stehen, sieht's schlecht aus. Denn er hat die Macht. Alles Gute!

    Ob du wirklich so genau weisst, was andere wollen? Es gibt aber ein gutes Sprichwort: Nur wer Großes will/wagt, der kann auch groß scheitern/irren... Daher nehme ich es ironisch als Kompliment von dir, dass du mich nicht kleinmütig/-geistig, sondern als Weltretter einschätzt ;)


    Um meine Bechränktheit - vor allem an Kräften - weiß ich - zwangsweise - aber sehr wohl. Dass ein Verein nicht einen 2003er ins 2001er Team stecken will, weil ein Vater dies so möchte, verstehe ich voll und ganz. Ich bin entgegen vieler anderer ringsum durchaus der Ansicht, dass ein besonders starkes Talent mal einen Jahrgang hochrutschen dürfen sollte, solange es selbst dies will und damit gut klar kommt, aber ohne Notlage (im Dorf bei fehlenden Teams) 2 Jahrgänge höher spielen zu sollen, das geht für mich gar nicht. Da solltest du deinen Ehrgeiz wirklich etwas beschränken, wenn es so Formen annimmt: das würde ihn langfristig sicher eher blockieren statt fördern ;)


    Du schreibst auch, dass du die Konsequenz ziehst, was sich nicht so anhört, als ginge alles vom Kind aus; immer wieder schreibt du: ich, mir, mein. Zwar ist die Entscheidung zum Vereinswechsel schon kindgerechter, in dem Alter sollte man aber vor Ort bleiben. Klar, der Reiz des Neuen, vielleicht noch ferngesteuert vom stolzen Papa, wirkt auch bei Kids, aber wenn's schief geht? Einen Weg zurück kann es nach dem Gechilderten ja nicht geben, alo: volles Risiko! Im Fall des Scheiterns bezahlt das Kind - das habe ich selbst bei meinem Ältesten erlebt, wobei er notgedrungen wechselte (Teamauflösung mangels Masse). Ich kann davor nur warnen! Vielleicht gefällt's im alten Verein vor allem dir, deinem Leistungsanpruch nicht mehr, so wie du eingangs schriebst?


    Für Kinder gibt es eine gute Regel bzgl. Wechseln vom Heimatverein weg aus Leistungsgründen: besser später als früher, ab der D. So handhaben es denn auch bei uns vor Ort LZ von Werder o. VfL Osnabrück: Auswärtige Talente ab der D! Lies dir zur Selbstkontrolle mal das FPL-Konzept u. verstehe bitte, dass ich d Ansinnen aus Respekt vor dem Kind kritisch sehe, was mich sicher nicht beliebt bei dir macht: in der Tat: Papas, die ihre Kinder für herausragende Wunderknaben halten, sind mir immer suspekt. Das sind alles erstmal nur Kinder u. deren Leistungspotenz ändert sich oft sehr rasch! Also: Vorsicht beim Beladen kleiner Schultern mit eigenen großen Leistungs-Anprüchen, da sind oft Projektionen im Spiel, denen Kinder am Ende nicht gewachsen sind! Alles nur Tipps, nicht böse gemeint.

    Das mit "Schwimmbad, Pizza, Kegeln mit Eltern" meinte ich mit dem (Zuviel-)Wollen, das am Ende eher das Gegenteil bewirkt. Kinder merken, dass irgendwas nicht stimmt bei soviel besonderer Action u. Einsatz, dass da etwas erwartet wird - und das macht dann nervös. Es hilft letztlich nur das, was alle KiFu-Ratgeber obenan stellen: als nicht-sieg-fixiert vorangehen, erlebnis- statt ergebnisorientiert, von Spiel zu Spiel denken! Leider gelingt dies den allerwenigsten Trainern in der Praxis am Spielfeldrand: sie sind die nervösesten ringsum, was sich dann auf alle überträgt...

    Kurzfristig kann man wie schon gesagt nur kleine Ablenkungen suchen (je angestrengter du die Nervösität nehmen willst, könnte sie ich sogar noch verstärken, da das so ist mit dem "Wollen"), langfristig muss man Kindern (oft auch sich selbst) beibringen, gut verlieren zu lernen. Nur dies lässt z.B. sicher Elfer verwandeln. Oder schau dir aktuell beim Tennis in Paris an, wie überproportional viel Matchbälle da bei gleichwertigen Gegnern und engen Matches abgewehrt werden.
    Was z.T. unglaublich erscheint, erklärt sich psychologisch einfach: zum einen haben diese Profi längst erlernt, gut zu verlieren, d.h. sie können sich trotzdem auf den Punkt bestens konzentrieren, zum anderen aber gelingt dies grad dann besonders gut, wenn man im Kopf das Spiel schon verloren gegeben hat, etwa bei 0:40 und Matchball. Dann ist es eigentlich völlig unwahrscheinlich, nochmal zurückzukommen und doch gechieht es viel öfter, als es rechnerisch drin wäre... Wer verlieren kann, gewinnt häufiger im Leben - gehe in die Spiele mal mental entsprechend rein, lebe das locker vor und deine Spieler werden sich garantiert auch bald entspannter zeigen. Nervöse Angst ("vorm Elfmeter") ist nicht zu verwechseln mit normalem Lampenfieber, das werden auch routinierte Profis nie ganz los!

    Erstmal danke für deine ehrliche Offenbarung, die ich nun mal kritisch "seziere". Verzeih bitte, wenn ich dir da ironisch u. ehrlich antworte, dass deine Probleme für mich eher Luxusprobleme sind: Eltern, die nie viel präsent waren, wären vielen fast die liebsten. Ein Kindertrainer ist immer zuerst auch Motivator, Animateur. Wenn er Kinder nicht erreicht, sollte er bei der sinnvollen Ursachesuche bei sich anfangen, nicht auf Kinder zeigen: sofern die nicht von Eltern gezwungen werden, aber selbst dann noch, sind sie immer erreichbar, fragt ich nur wie! Nur auf die zu setzen, die bereits von sich aus problemlos o. gar begeistert dabei sind, macht's sich zu einfach. Manch Kind hat vielleicht Ängste, Hemmungen, Scheu o. Rückstände ("Fußballalter"!), da muss man ihm in seinen Defiziten helfen statt es (o. das ganze Team) fallen zu lassen. Jugendobleute, die Trainern freie Hand lassen, sind eher selten, viele wollen alles in ihren Händen halten u. vorschreiben. Einfach machen!? Bei 18 - 20 Spielern würde ich klar 2 Teams mit 9 bis 10 Spielern melden (ich kenne Trainer, die dies schon bei 8 wagen), zudem darauf bauen, per Eigeninitiative noch ein paar neue zu finden: wo Spielermangel ist, lockt die Chance auf viel Spielpraxis/zeit!
    Nun hat aber schon dein 8-jähriger Sohn für dich entschieden... Ob er die Lage richtig einchätzen kann, ob das gut ist, wird sich zeigen. Was aus seinem, deinem aktuellen Team wird, scheint aber euch beiden recht egal zu sein, die Verantwortung wird eben an benannte Schuldige gewiesen, oder lese ich da falsch? Ich fände solch Einstellung schade, finde aber deine Ehrlichkeit auch, wieso du Trainer wurdest, verdient Respekt, zumal unsere Gesellschaft eben darauf aufbaut, dass jeder seine max. Vorteile suche, u. Wechseln ist ja völlig ok. Nur die Gründe u. Motivlage finde ich bei 8-jährigen zweifelhaft (wenn auch nicht ungewöhnlich), außer dass du als "Papatrainer" u. Nichtfußballer irgendwann - notwendig m.E. erst mit Beginn der Pubertät - aufhören willst. Im Prinzip gut o. Ich hätte hier vielleicht erstmal einen fußballerisch fitten Co aus der A-Jugend angeworben, dann das Team später übergeben, mich so sauber verabchiedet. Jetzt wirkt es so, als liesse man das Team im Stich, um anderswo privat sein Glück zu machen, oder? Sicher, legitim, aber....


    Viel zu hoch? Vielleicht auch mal Chaostheorie studieren vs Aufstellung? - Schade, dass hier keiner auf die grundlegende Problematisierung von der systemischen Aufstellungsarbeit in der Therapeutik her eingehen mag. Uninteressant? Dort geht man wie selbstverständlich davon aus, dass - meist dem Bewusstsein der Opfer verborgen von "Patriarchen" - in Familien jeder aufgestellt wird u. dies stets schädliche Folgen hat für Kinder. Überträgt man dies auf den Teamsport u. von Trainern vorgegebene, also allen im Team aufgezwungene Aufstellungen, wäre die Frage, was dies bedeuten kann/muss. Natürlich sehe auch ich die Aufgabe, irgendwie Ordnung ins vormals freie Spiel der Bambinis reinzubringen, aber kann es nur den Weg des Aufstellens aller geben, kann man z.B. nicht immer wieder mal jeden frei selbst entscheiden u. sodann bemerken lassen, was passiert? So macht es z.B. eine Handballtrainerin meines Sohns: die Kinder diskutieren dann oft selbst sehr lebendig auf dem Platz u. danach aus, wie es laufen soll, lernen o viel. Sicher gibt es auch dort dominantere Charaktere, aber sie sind immer selbst Kinder inter pares, keine "vorgesetzten" Trainer.


    Hier scheinen ja eher nur Männer zu diskutieren: Hat das was damit zu tun, dass Kritik patriarchialer Strukturen des Trainerbetriebs unterschwellig nicht grad gut ankommen? Dabei sind im Spiel oft die unerwartbaren Überrachungsmomente die Big points, die den Unterschied im Ergebnis ausmachen... Auch ich beachte das ja nur, da ich im Fußball viel Kinderelend mitansehen musste u. z.B. dort beim Handball - wo mein Sohn kein Training versäumen mag, wogegen er beim Fußball oft fragt, ob er hin muss o. wieso der Trainer so blöd sein müsse, ein ganz anderes, für mich viel positiveres Vorgehen vor Augen habe, mich so fragen muste, woran dies liege. Dort lacht man sogar oft im Training, auch nach (seltenen) Niederlagen ist die Stimmung entpannt, herzlich, humorvoll; beim Fußball habe ich es bei zs. mindestens 20 Trainern noch nie erlebt. Muss das so sein, ließ es sich jemals verändern, wie?


    Das finde ich nicht! Ich glaube auch, dass Geld nicht 1.Motiv sein sollte, aber eben seitens der Geber ein Zeichen der Anerkennung. Im Dorfverein it Engagement leider auch oft vorgeschoben u. in 1. Linie geht es ums Profilieren: Da sind Siege o. Titel natürlich für Oberwichtel das A u. O, der Rest, also die Aufgabe, der Respekt vor den Schutzbefohlenen o. die eigene Leistungqualität als Basis der den Kids abverlangten Leistung (als Forderung u. Druck) Nebensache, Motzen, Schreien, Aggression gegen Schieris o. Gegner, nervöses Rauchen direkt neben dem Spiel o. verbales wie körperliches Abstrafen (vom Zur-Bank-verurteilen - du sitzt bei mir nur noch auf der Bank, du wirst nie lernen, Fußball zu spielen - über Strafrunden bis zum In-die-Brust-kneifen bei 12-jährigen) einzelner Spieler als Schuldiger die Folge. Schön, wo es anders ist, aber es gibt eben auch Leute, die für Qualität im Jugendfußball bezahlt werden, die heute Vereinen für alles Mögliche Strafen auferlegen, vom Spielverlegen bis zum Nichterscheinen bei Sichtungsturnieren: da geht Kontrolle, sonst nicht...?


    Narrenfreiheit im Sichproduzieren - das ist der von mir oft erlebte, für die Kids fatal schädliche Zirkel im Kopf solcher KiFu-Trainer, die ihr Handwerk nicht nur nicht verstehen, sondern auch gar nicht verstehen o. diskutieren wollen, wenn man ihnen helfen will. Und die besagten Vereine blockieren Bessere bzw. fairen Wettbewerb (selbst erlebt: Lasst doch mal Kinder u. Eltern selbst entscheiden bei mehreren Kandidaten, statt alle mit Gewalt zu bevormunden, wäre da mein Appell), helfen denen von Anfang an nicht (per Anlernen o. Paten), deckten die bei Kritik nur, bis deren Teams (die eigentlich die der Kinder sein sollten) dann kaputt waren. Dies habe ich so in 3 von 5 Vereinen ringsum erlebt, also: einer subjektiven Mehrheit. Da sie ja wenig Geld kriegen, muss man ihnen einen Persilschein ausstellen u. Kinder als Leidtragende ignorieren statt schützen? Also ich bin kein 100-Prozenter, aber echt guten Willen erwarte ich schon, wenn ich meine Kinder fremden Leuten auf Gedeih u. Verderb ausliefere. Da Vereine bzw. Verbände ihre Hausaufgaben oft nicht machen, sollte man aus Sorgfaltspflicht hin- statt wegchauen, wenn einem seine Kinder lieb u. teuer sind. Die meisten Eltern sind aber nur froh, wenn sie ihre nervige Brut mal für 1,5 Stunden einige Mal loswerden... Meine aktuelle Bilanz: ich habe ohne Zutun ab Sommer 4 Angebote, wieder Trainer zu sein, aber bei den starrsinnigen Vereinen, wo die Teams meiner Jungs nahe an der Auflösung stehen wg. Qualitätsproblemen bin ich eher unerwünschte Person u. kann nichts positiv bewegen. Das macht mich sehr traurig, dass so meine Jungs wieder mal den Preis dafür bezahlen, wohl wechseln werden müssen u. man nichts tun kann/darf, um ihre Teams noch zu retten...


    So, um noch den Bogen zum Thema zu schlagen: mittels offenen, günstigen Traininglagern kann man sich als Verein o. Trainer präsentieren, nahebringen, so auf legitime Art für sich werben u. zugleich Kinder ohne Verpflichtung zu etwas motivieren. Jeder gute Verein könnte, sollte also solch Camps anbieten, jedem fußballbegeisterten Trainer sollten sie Spaß bereiten statt als Last betrachtet zu werden. Bei uns in der Gegend macht niemand solch ein Traininglager/Camp! Ich wollte es mehrfach in Vereinen anbieten - kein Interesse, im Gegenteil: was sollen fremde Kinder unsere Plätze belasten, hieß es. Kinder als fremde wahrzunehmen, als Last, als Übel: Lärmquelle, Kostenfaktor etc. - ja, das ist eben das Kernproblem bei uns, daher steht Jugend hintenan u. alle sind auf Herrenteams als möglichst siegreiche, Stärke zeigende, derb grätschende Männerbünde statt viel (o. gute) Nachwuchs(arbeit) fixiert: da fährt man heutzutage in fast jedem Team ins "Trainingslager" (wobei oft Party u. Saufen oben mit auf dem Programm stehen), finanziert von Sponsoren, die sich so sozial engagiert zeigen wollen - toll!

    Aus der Jugend! Doch wie bestellt man dies Feld? Als Jugendtrainer bekam ich ca. 40 - 50 Euro Aufwandsentschädigung, wie viele Kollegen auch. Der 1. Herrentrainer einer Zweiten, den ich kenne, bekommt wie 2 Kollegen der Ersten je 400 Euro im Monat. Da fließen auch sämtlich Sponsorengelder hin für Trikots, Taschen etc. - letztlich subventioniert die Jugend gar noch lausige erwachsene Dorfkicker.... Das ist doch eine klare Ausage zur Wertschätzung der Jugend. Wieso dann gute Trainer lieber zu den Herren gehen, man für die Jugend kaum vernünftige kriegt, dort dutzendweise hoffnungsfroh u. begeistert getartete Mitglieder verloren gehen, die hernach ihren Fußball-Platz vor TV u. Playtation finden, ist so auch klar...

    Das ist es ja grad: wer ist "man"? Also die Kinder sind nicht volljährig/mündig, abhängig, schutzbefohlen. Es wird etwas über ihre Köpfe hinweg entschieden u. gemacht, wobei sie allein am Ende die ihnen mit 10 o. 13 völlig unbekannten Schäden zu tragen haben. Ist das verantwortliches Handeln? Und es ist ja so: da betreuen großteils Leute, die Null Ahnung haben, wie welche Übungformen später was bewirken. Ich kenne z.B. einen 17-jährigen Ex-Niedersachsen-Auswahlspieler, der hat schon das Knie kaputt, ist Fußballinvalide...

    In den nun schon diversen Vereinen unserer Jungs gab's noch nie überhaupt Traininglager!* Ich kann hier beim Lesen nur immer wieder neidvoll staunen, wie groß die Unterschiede zwischen "ganz normalen" Jugendtrainern sind: hier läuft nicht und wenn fast nur Mist, dort alles fast 100% vorbildlich, und jede Menge obendrauf und selbst auf diesem Niveau wird noch ausgiebig über Für u. Wider nachgedacht.... Es ist für Kinder schon echt ein krasses Glückspiel, ob sie zufällig hier o. dort wohnen u. vor Ort im Verein sind. Und so ergeben sich dann Riesenunterchiede zwischen Dorfteams: hier schlagen sie regelmäßig die Besten zusammenziehende LZ-Teams, dort werden sie in der D mangels Masse aufgelöst, obwohl es im Jahrgang sogar mal 2 Team gab. Daher mein dringlicher Wunsch nach mehr positiv lenkender Kontrolle, mehr Aufsicht durch die, die das System als gut bezahlte Kräfte verwalten, die am Ende von guter Jugendarbeit leben...


    *Als ich bzgl. der Mannschaftsfahrt, die es dies Jahr immerhin gibt, ein kleines Trainingsspiel mit dem Verein vor Ort initiieren wollte, hieß es nur: kein Fußballspielen, die Jungs soll Spaß haben - aha! Noch mehr aber geht es um Party für Erwachsene, weshalb auch unbedingt ich u. nicht meine störende Frau mit soll: wir wollen schließlich einen drauf machen. Grad das will ich nicht, grad dehalb soll meine als Beobachterin wohl lästige Frau mit, damit wenigstens eine Person für die Kinder da ist...

    Deine Statement verstehe ich z.T. überhaupt nicht... Doch auch im Schach geht es um Gewinnen, nur ist da Gehirn wichtiger als die Beine. Allerdings hat dort auch jeder Trainer den Unterschied zwischen Kindern u. Erwachsenen, zwischen Breiten- u. Profisport zu begreifen. Mein Sohn spielt z.B. dort ab und an "Räuberschach", wo es Ziel ist, zuerst zu verlieren. Das soll im Kopf flexibel machen. Ich habe es mal im Fußball versucht: keiner kapierte den Sinn, alle standen total auf dem Schlauch. Im Spiel soll man stets schnell umschalten können, aber wenn das im Kopf so wenig funktioniert? Jeder Erwachsene kann sich selbst etwas contra dem inneren Schweinehund abfordern, gut u. gern, aber wenn man meint, jenseits der Schule (als Zwangsveranstaltung der unserer Wirtschaft zuarbeitenden Staatsgewalt, die sie ist), fremden Kindern in deren Freizeit etwas abfordern zu dürfen, um ihre eigenen Zielvorstellungen :) nie verlieren zu wollen, es also nicht zu können o. auch ökonomichen Interessen der Profiteure des Systems zuarbeitend) zu befriedigen, dann wird's...


    Klar, Kinder können da nicht aktiv widerprechen, nur ihre Lust verlieren. Doch im KiFu sollte es um die Kinder, ihr Wohl, ihren Spaß gehen. Wer gern als großer Sieger brillieren will, sollte als Erwachsener selbst spielen, hart sich fordernd trainieren: kann sich da beweisen, nicht über fremde Kinder! Denn: Was gäbe ihm menschlich das Recht dazu, deren Selbstbestimmung zu ignorieren? Fordern statt Fördern geht gegenüber Kindern eigentlich gar nicht, meine Meinung. Ihnen langfristig durch hartes Training den Körper kaputtmachen noch weniger! Sie dazu positiv zu motivieren, spielerisch mit Spaß Leistung bringen zu wollen, darum geht's. Fordern hieße natürlich, etwas bringen zu "müssen"...

    Also ich kenne Leute, die fahren für 3000 in den 08/15-Urlaub, kaufen sich für 30000 ein neues Auto, aber 100 Euro für Förderung u. reellen Spaß ihrer Kinder im Camp sind ihnen zuviel Geld... Na ja, auch wenn ihnen ihre Kinder offenbar wenig wert sind, muss man im sich abschaffenden Volk ihnen ja trotzdem dankbar sein, noch welche zu haben, aber trotzdem traurig...
    Tja und das Problem, dass Kinder gar nicht wollen, kenne ich aus dem eigenen Haus. Wenn z.B. eine Mutter sagt: Ach, lass sie doch auch mal entspannen und frei haben, ist ja kein Wunder, wenn sie plötzlich Fußball als was Böses im Kopf haben - dann ist alle Mühe um kindgerechte Gestaltung o. Verkaufen am Ende auch sinnlos... Alle Eltern gehören eben mit ins Team, so o. so.

    Hi, "abverlangen" ist doch eh nicht dein Stil! Kinder entwickeln sich höchst individuell, daher bringt es dieser Fordern-Gestus auch generell nicht. Hast du nicht auch schon beobachtet, wie Spieler mit 11 oder 14 aussortiert werden, denen betreffende LZ-Trainer dann später nachweinen? Die tun sich dann oft noch selber leid, statt mal zu bedenken, was sie aus eigenem Unverstand im Verantwortungsposten dem Kind vor Jahren angetan, wie sie Träume (natürlich auch oft der Eltern, die sie kurz zuvor noch zwecks Wechsel belaberten u. zu viel Aufwand animierten) zerstört haben. Im Kopf der Kinder spielt sich viel "Unsichtbares" ab. Davor müsste man mehr Respekt haben, um fair mit ihnen als werdenden und auf Unterstützung voll angewiesenen Mitmenschen partnerschaftlich umgehen zu können, sie reell zu fördern statt eher auszunutzen:


    Mehr Muskeln, Tempo o. Kondition könnte man schon mit Gewalt "ausbilden", könnte auch Hormone spritzen, Vitaminbomben mixen, wie bei Lasttieren in Entwicklungsländern Schule o. Befindlichkeiten vernachlässigen, alles auf eine Karte setzen (s. Mini-Bodybilder in den USA), die Frage ist nur: mit welch langfristigen Schäden als Folgen fürs Herz, für Gelenke, Psyche etc? Wo es vor allem auf Siege ankommt, wird mitunter rücksichtslos vorgegangen - vielleicht z.B. bei deinen besagten Gegnern, deren Eltern man besser mal aufklären sollte, was es wie Koordination u. Selbstbewusstsein 100% bringt - und was im Zweifel eher nicht.... Mach dir keine Gedanken, lernt fair zu verlieren, notfalls abzusteigen und gut ist's, auch wenn's banal klingt!

    Als Leser kann man nur von seiner kleinen Welt aus reden: bei uns hören bis 12 Jahren ca. zwei Drittel derer mit Fußball auf, die mal damit begeistert anfingen. Wenn das kein Potential böte! Wieso es keinen im DFB schert, das ist ein großes Rätsel für mich. Hat man nur Miniprofis im Visier? Ist es wirklich unmöglich, im KiFu systematisch für mehr Qualität zu sorgen, die Kindern ihr Spiel nicht so schnell verleidete? Denn nebenan auf dem Bolzplatz, da spielen diese Kinder meit weiterhin, also scheint es nicht am Fußball, sondern an diesem Vereins-Fußball, diesem System zu liegen...

    Klasse, solch Antworten kenne ich - wenn überhaupt welche kommen. Im Prinzip geht es nur um die, die Leistung zeigen, Gewinner sind? Wieso? Da die Vorteile bringen, späteren Nutzen versprechen? Der Rest füllt nur auf, ist später als Fan, Zahlmeister (zahlende Mitglieder/Zuschauer) o. engagierte Mitläufer o. Zuarbeiter im Visier des Profitmaker? Was nützen da alle Lippenbekenntnisse auf geduldigem Papier, wenn der Erste im Staat stets Wein statt das Wasser trinkt, von dem er predigt? Ich bin vielleicht naiv, glaube ans Besser-Mögliche im Menschen, aber gewisse Illussionen durchschaut doch jeder, oder wie kann man alles glauben, was da geschrieben steht? Und gehört wird ja nur auf den, der viele hinter sich zu scharen versteht, dann springt man evtl. auf ihn als Zugmaschine auf, aber vorher bremst man, s. FPL, um selbst keine Arbeit damit zu haben - so ist Politik nun mal leider u. darum will keiner der kleine Mann sein, der sich immerzu abrackert u. doch nie was verdienen soll, darum hängt man sein Fähnlein lieber nach dem Wind statt nach dem Richtigen zu fragen, dafür sich einzusetzen...


    Ich hätte auch gern den TR-Schein gemacht, nur weiß ich nach viel Praxis, freien Fortbildungen u. Selbststudium schon mehr als genug. Also wollte ich wie an der Fern-Uni nur die Prüfung absolvieren, um jenen für mich uninnigen Zeitaufwand zu sparen, auf mein Risiko - unmöglich! Es ging dem DFB also offenbar darum, dass die Leute gehorsam Zeit absitzen, so Gesinnung beweisen, nicht darum, was sie reell nachweisen können... Sorry, arg "defaitistisch", aber wieso ist denn Wahl u. keiner geht hin, in vielen (nicht allen!) Vereinen etc.? Können ist scheint's das letzte Kriterium bei allem, das schreckt vernünftige Leute ab u. fördert die Omnipotenz von Profilneurotikern, die Tag u. Nacht im Vereinsheim zu hocken scheinen... Also sorry, Satire, aber bei uns gingen in 2012 über 100 Mitglieder u. alles bleibt dank der 40 von 1200 Wähler nur beim Alten, da bleibt doch nur Zynik übrig: drüber lachen, wie man alles kaputt macht, statt weinen...


    Dies verändern? Ja, wenn wir US-Verhältnisse kriegten: wenig Nachfrager, Anbieter aus echtem Enthusiasmus, die von ihrem Job leben können müssen, "Kundendienst"... Bis dahin vertraut jeder dem billigen Jakob, weiß Leistung nicht zu schätzen und zu bezahlen, die es folglich nur im Glücksfall findet, wo sich so ein kleiner Mann aufrafft, auch aufraffen darf o. wer Höheres erreichen will: wie bei uns Trainer, die ins LZ o. zum Stützpunkt wollen, sich dafür erstmal vor Ort einige Zeit beweisen müssen vor der Bewerbung... Alles strebt zum Licht, und sei es eine Tachenlampe!

    Du musst genauer lesen, dich nicht über ungelegte Eier aufregen! Der Kopf spielt mit, auch grad die Psyche - wie man dahin kommt, ist eine spannende Frage, die zu beantworten, kontroverse Diskussion nur helfen kann! Uwe's Hinweis hat nur die Aufmerksamkeit auf diesen Thread gelenkt, in der LK ein Thema war... Wo ist da das Problem, dass Verschiedenes zusammenkommt? Der Mench ist ein Ganzes!


    Auch im Breitensport wollen viele gern möglichst hoch hinaus, ihr Bestes erreichen, auch wenn es nicht jeder in die Bundesliga schafft. Kenne das aus dem Umfeld, da so auch Stimmung gegen meine Kurse gemacht wird: Wieso wird jedem immer gleich solch Zielperpektive unterschoben, wenn er was in Sachen mehr Qualität bewegen, mehr erreichen will? Ohne dies Streben, Dinge und uns zu verbessern, darüber zu streiten, lebten wir alle noch in der Steinzeit, oder? Also: Was machst du so mit deinen Spielern, damit die fitter im Kopf werden, wie wirkt das - das wäre hier gefragt ;) Ich habe andernorts dazu ja schon (zu) viel geschrieben, frage so nur!


    PS: Man kann Spieler in Bewegung o. zur Ruhe bringen wollen, aber auch überdenken, wie beides zusammenhängt, um ein Optimum zu erreichen. OK?

    Der DFB kann nicht? Er kann nicht Trainern, die sich falsch verhalten, seine Lizenz entziehen? Er kann nicht Leute zur Rede stellen, die sich schädlich gegen Kinder verhalten und auf die er hingeweisen wird?Er kann nicht erstmal in einen eigenen Bereichen "menschlicher" werden statt so selektiv wie der Bauer bei der Auswahl einer Zuchtbullen o. in der Hundeschule (übertrieben geagt)? Kein Einflus auf die, die o stolz in ihren DFB-Klamotten herumstolzieren? Er kann nicht eindeutig dafür sorgen, dass Verlierern mehr Achtung entgegengebracht wird, dass Intelligenz und Kreativität vor Physis u. Tempo Auswahl- und Förder-Kriterien werden? Er kann keine Antworten auf Hinweise zu Misständen schreiben? Er kann nicht (Team-)Geist ganz reell vor Bares stellen? Er kann nicht dafür sorgen, dass Kinder unter 18 nie, niemals (von ihrem Spiel aus-)gesperrt werden, wo Erwachsene ihre Interesen vertreten u. sich nicht zu einigen vermögen? Er kann nicht öffentlich per Zuspruch denen den Rücken stärken, die Zivilcourage fatalen Tendenzen entgegentreten u. dafür isoliert werden, Prügel kassieren? Etc.
    Dieser DFB muss ja sehr ohnmächtig und winzig sein, der arme kann wohl nur TV-Millionen einnehmen, Bundestrainer o. Statuten betimmen, die obersten Ligen organisieren, überall mega-präsent ein, wo es was zu holen gibt, und ähnlichen Kleinkram - also im Prinzip fast so ein armes Würstchen wie meinereiner, nur noch nicht mal so meinungsfrei bei all den Interessen, die sich da bündeln? Bin ich gern naiv... ;)