Jugendtrainer sollten wie ihre profi-Kollegen sich als Dienst-Leister definieren: sie arbeiten zuerst nicht für sich mit dem Ziel von Siegen fürs eigene Ego-Profiling o. Dienst an Zuschauern, Sponsoren, Managern, sondern für die Kinder als "Kunden", wobei der innere Schlüssel zum Erfolg deren Eigenmotivation ist: mehr zu leisten, das Spiel mit den anderen im Team zu teilen, auf Spielintelligenz statt "Gewaltaktionen" zu setzen etc. Vorbild lässt sich auch nur suboptimal verordnen per "Überwachen und Strafen", sondern besser freiwillig verinnerlichen, damit es etwas nachhaltig bewirkt. All dies käme vor den technikfördernden Trainingsübungen, auf die bei der "Schein"-Erlangung mehr Wert gelegt wird, denn hier kommt es stets aufs innere Mitmachenwollen und die positive Einstellung an - "das Mentale" eben.
Es ist (bei Kids wie bei Profis) nicht voraussetzbar und einfach da als Begeisterung, sondern zu "stiften" als innere Übereinstimmung aller im lebendigen und gruppendynamisch beflügelnden Teamgeist. Fair ist Training dann, wenn es versucht, Kindern als Individuen maximal gerecht zu werden, also z.B. keinen, der dabeisein will, abzuschreiben, da er der Profilsetzung des Trainers nicht passt. Leistung wird mit steigendem Alter natürlich wichtiger, um als Spieler im Team bestehen zu können, aber jedem mit Einsatzwille sind Türen zu eröffnen statt zu verschließen, wie es oft geschieht (man kümmert sich nur um die, auf die man bauen will: die aktuell Stärksten und zeigt so allen Schwächeren, dass man sie nicht will). Beispiel Elferschützen: Es wird immer mal wieder eine Quali-Runde im Training geboten, die Kindern meist auch im Mitfiebern viel Spaß bringt, nie einfach wer zum Schützen bestimmt. Wer also in Zukunft Elfer schießen will, steht nicht einfach vom Trainer her fest, sondern ergibt sich danach, wer wie gut schießt, wobei die Tür immer offen bleibt für den, der sich verbessert. Wenn dann noch jedem ein Weg aufgezeigt wird, wie und wo er an sich arbeiten kann, hat er eine reelle Chance, irgendwann besser statt per Vernachlässigung nur schlechter, aufgegeben zu werden...
Die Autorität geht bei peu a peu mir vom Teamgeist aus, nicht wie nach meiner Beobachtung fast immer vom Trainer-Ego. Denn so funktioniert es bei Profi-Trainern auch, selbst bei denen, die gern nach außen sich im Ego produzieren: Auch die wissen ganz genau, dass sich Profi-Spieler nichts willkürhaft aufdiktieren lassen, und müssen ihre Trainingskonzepte vermitteln, auf (interne) Kritik aufgeschlossen reagieren, immer flexibel reagieren etc. - oder sie sind ihren Job in Kürze los. In der Jugend ist dies leider praktisch kaum mal der Fall: Man hockt aufgrund althergebrachter Machtstrukturen stets felsenfest auf seinem Posten, kann sich jeden Fehler immer wieder erlauben. Nur der, der das nachhaltig zwecks Besserung kritisiert, wird als Buhmann inszeniert, statt dass es ein konstruktives Miteinander und Dialog, was ein Team weiterbrächte, gäbe. Und wenn das den anfangs qua Natur narzisstischen Kids (sie muss man darin erstmal laufen lassen, langsam fürs Team sensibilisieren!) so vorgelebt wird, werden sie es später weitertragen, im Geiste unbeweglich bleiben (also u.U. psychisch "retardieren": auf dem Stand eines Kleinkindes, enfant terrible bleiben, statt jemals authentisch soziale Verantwortung zu empfinden).
Vieles im KiFu zur Tatenlosigkeit verurteilt nur mitanzusehen, in der Rolle vor Ort abhängiger u. als Counterpart kaltgestellter Eltern, die für ihre Kinder offensichtlich nichts Gutes TUN können, das ist schon bitter, erbittert - sorry. Mir gehen meine Kids, aber auch alle anderen über alles: Sie sind unsere Zukunft, unser Ziel, unser Ego nur irrige Blase! Wo Verein draufsteht, dann aber nicht drin ist, das Ego im Kollektiv also per Seilschaft o. Kungel regiert, wird Dialog als faire Chance demokratischer Teilnahme abgewürgt, kann "Verein" nie gut leben o. alle leben lassen, ein Klima der Angst wird kultiviert... Es wird selektiert: hier nach Leistung fürs Profil, für Siegerkulte o. die Nutzennehmer (wie auch in Stützpunkten), dort bloß nach Vitamin B. Resignieren u. wechseln bestraft dann aber in der Regel erneut zuerst die Kinder, die ihren Heimverein, ihre Bande verlieren, also zu Verlierern gemacht werden von denen, die für sie verantwortlich wären. Das eben wäre noch der Unterschied zu Profis: für Kinder ist man verantwortlich, hätte dem qua Fairplay gerecht zu werden u. Kritik o. Sorgen der "Spielervertreter" ernst zu nehmen - wie es bei den Profispielern auch geschieht, da die viel Macht haben, Stars sind - und unsere Kinder nicht: sie sind niemand, erheben keine Stimme, sind unserer Gesellschaft wenig REALEN Schutz wert. Die FPL setzt da Zeichen, ist ein Anfang, wenn auch von Symptomen her. Die Ursachen sitzen zu tief in unserem Reptiliienhirn: dem will sich kaum wer stellen...