Beiträge von Keller-Kicker

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    Wird man aufgestellt (passiv/positionsgefangen) o. bewegt man sich (aktiv/frei im Kopf) - das macht den Unterschied! Du bist noch jung, im Denken nicht so fixiert, also frage dich mal selbst, wie du dich als "Aufgestellter" - in deinem Bewegungsdrang behindert? - fühlst u. du erahnst, wie es Kinder geht, die noch viel eigendynamischer agieren möchten u. ausgebremst werden...


    Ich habe mich nicht nur mit sog. therapeutischen "familienaufstellern" über die als selbstverständlich unhinterfragbare Aufstellungspraxis von Kindertrainern unterhalten, sondern auch die Entwicklung einzelner Spieler immer wieder beobachtet, z.B. den sich stets frei bewegen dürfenden Trainerssohn und meinen stets in der Abwehr aufgestellten, also hinten stehen müssenden Jüngsten. Die Entwicklungsdifferenz ist schon dramatisch: der Freie ist heute überaus agiler Dreh- und Angelpunkt, hinten wie vorn zu finden, dem Abhängigen, "Aufgestellten" wackelt bei jedem Schritt über die Mitte hinaus der Fuß, aber nur in seinem Team: Spielt er auf dem Bolzplatz ist er ein Anderer, auch viel agiler, begeisterter, wenn auch darin ungeübter. Aufstellungen bremsen m.E. jeden aus, zwecks gesteigerter Kontrolle. Entscheidend ist nun, um wessen Kontrolle es hier geht: die des Spielers o. die Trainers, über die dann das Teamgefüge deutlich manipuliert werden kann, am klarsten darin zu sehen, wer auf die Bank muss, also gar nicht dazugehört zum aktiven teamplay. Er verkümmert zwangsläufig, doch auch der wird blockiert, dem im Ggensatz zum Star viele Zwänge auferlegt werden. Profi-Beispiel: das kooperative Team aus Dortmund vs das Star-Ensemble aus München mit einem Egoshooter Robben an der Spitze: trifft der, tritt alles andere in den Schatten. Schießt er daneben, sagt man evtl. trotzdem, er habe stark gespielt, aber das Team kriegt nur ein tripple-B des 2. Siegers. Hoffe du bist kein FCB-Fan u. nun sauer ;)

    Das ist doch nicht das Thema u. ich brauch auch keine BWL-Beratung! Aber zur Info: bin Aktionär bei über 60 Firmen (als Selbstständiger meine Altersvorsorge), lasse mich da zwar meist vertreten, bin so aber stets dabei, wie auch bei einigen Vereins-HV: der Unterschied ist himmelschreiend! Er zeigt jedoch nur die Interessenslage wie beschrieben auf... Aus FFS-Camps kamen zumindest meine Jungs immer top motiviert und inspiriert zurück, aber vermutlich wissen die Erwachsenen es besser als sie, ob solch Camps was bringen o. nicht ;)


    PS: Bei der TW-Schule in Großenkneten dürfen übrigens auch Heimtrainer mit was lernen - und tun es!

    Hä, ich hatte doch die FFS eher als "wegweisend" bezeichnet u. die Titulierung als Heuschrecke nur aufgegriffen!!! Was nichts o. kaum etwas kostet, sei auch nichts wert, so ergeht es viel echtem Engagement, dessen Umfeld so durch Macht- statt Leistungsstrukturen verdirbt. Grad deshalb werden doch HVs bei Vereinen oft grad mal von 3 bis 5 % besucht, so dass "man" unter sich bleiben, alles unter Ausschluss kritischer Öffentlichkeiten entscheiden kann, wogegen die von AGs weit über 90% Beteiligung haben u. demokratisch bzw. per Markt (Firmenwert per Aktienkurs) Kontrolle stattfindet. Denn da geht's ums Geld statt nur Kids! Mir wäre es sehr lieb, gäbe es bei uns wie in den USA echte Proficlubs auch für die Jugend: denn mir wären meine Kinder u. ihre qualitativ echte "Betreuung" dies Mehr an Geld (bzw. eigenem Engagement - aber auch für andere, also für Kinder allgemein) wert, aber damit stehe ich vor Ort reichlich allein da.


    FFS, "Profis" finde ich also sehr gut, denn das sind automatisch die besten, motivierte Jugendtrainer: weil sie sich sonst gar nicht am Markt halten, davon leben könnten! In vielen Vereinen genügt es bereits, ein Kumpel vom Vorstand zu sein u. man hat bei ca. 10 Euro die Stunde volle Narrenfreiheit, da Schuld im Zweifel stets die Kinder o. Eltern sind - bis ein Team mangels Masse aufgelöst wird, doch auch dann heißt es oft noch: diese unzuverlässigen Kinder/Eltern. Vereine sind einfach viel zu billig, um regelmäßig vernünftige Leute (wie in Musik/Kunstschulen) zur Verfügung stellen zu können. Nur einer war in meinem Umfeld noch nie verantwortlich zu machen: der verantwortliche Trainer. Nur daher auch meine Aversion: gegen die Art "Pseudo-Trainer", die das System zutage fördert u. stets in Ruhe ihr Unwesen treiben lässt, egal, was komme, auch gegen all die Eltern, die sich um nichts kümmern, nur wegschauen - nicht aber aber gegen die echt engagierten, die qualitativ Kindern viel mitgeben statt zuerst sich selbst produzieren wollen!


    Es gibt eben solche und solche - und das verstehe ich nicht, dass es keinerlei Qualitätssicherung, nur Gleichgültigkeit (was "thermodynamisch" relatives Chaos bedingen muss) "von oben" gibt - das ist nur traurig, zeigt, was Jugend wirklich wert ist im System, in unserer Gesellschaft (das Schulwesen ist auch nachgewiesen schädlich für Kinder u. ihr Lernen, doch auch das schert praktisch keinen, da hier interessierte Kreise Erwachsener zuerst ihre Ziele verwirklichen wollen u. dürfen, alles staatlich-gemeinfinanziert: ohne freien Wettbewerb bzgl. der Leistung der Betreueungspersonen - einmal Beamter, immer Beamter: unantastbar - ist...)

    Finde ich sehr gut, wie du zugibst, dass du dich zum Unguten anstecken ließest! Ist mir auch schon mal ähnlich gegangen und genau das ist das Problem, wieso 10 o. 25 % negativ ferngesteuerte Kinderteams am Ende allen den Spaß u. so den KiFu insgesamt zu verderben drohen. Kinder werden da nämlich erst Recht infiziert, wenn schon aufgeklärte Erwachsene wie du es nicht schaffen, sich nicht affizieren zu lassen. Daher finde ich es fatal, sich auf die 75% der Positiven zu kaprizieren, statt diese Ansteckungsgefahr durch konsequentes Handeln, d.h. Aufzeigen u. Ausgrenzen der negativen Fälle zu begegnen. Es erfordert oft viel Zivilcourage, sich nicht verbiegen zu lassen. Aber Alternative ist genau das, was du so ehrlich eingestanden hast: man macht mit, so oder so, durch Weghören/schauen o. eben gar durch "Revanchismus", den ich sehr wohl nachvollziehen kann. Keiner ist emotional dagegen gefeit, sich im Dschungel an dessen Sitten zu "assimilieren", die 25% können wie ein schwarzes Loch wirken, das Positive zersetzen....

    Fußballprofi ist heute ein Beruf, als Spieler, Trainer, Manager, F-Schulen-Veranstalter, Berater usw.: Wieso nicht auch hier wie sonst überall privat "nachhelfen", zumal das System den totalen Druck verbreitet: auf dem Platz durch Gegner, harte Gangart, immer mehr Tempo/Zeitmangel, verengte Räume, daneben durch teaminternen Wettbewerb (Rivalität/Konkurrenz/Hierarchien), durch fordernde Trainer, Eltern, Fans, dazu diverse "Verwirrungen" durch lauter Tippgeber, verschiedene Schulmeinungen sowie durch sich selbst: Nervösität, Unsicherheit, Hemmungen, Zweifel plus alle Verstehensprobleme im jeweiligen Teamkontext bzgl. Mitspielern, Taktik, Zielen... Fußball als "Wissenschaft für sich"! Welche Kinderseele soll da noch durchblicken und durchkommen statt in ihrem Elan zerbrechen? Wieso nur in Englisch o. Musik extra Schulen bemühen?


    Heuschrecken? Nein, da ist nur Bedarf bzw. Bedürfnis, das gestillt werden will in diesem System, das sich so selbst produziert und verstärkt. Thermodynamisch ist ohnehin klar: ohne Inspiration durch Offenheit für Neues strebt jeder Körper seinen energieärmsten Zustand an. Energie verteilt sich auf Minimalniveau gleichmäßig ohne Führung vom Geiste her. Geist aber bedeutet nicht bloß Wille von außen oder oben. Denn der erdrückt langfristig nur, was er heranziehen will. Man muss also die geisterzeugenden Prozesse richtig verstehen und wer könnte dies aus dem Stehgreif? Das System wäre also gefordert, sich selbst systemtheoretisch besser zu begreifen, um die in ihm befindlichen Körper geistig von ihrer inneren Trägheit zu befreien... FFS könnten da wegweisend sein, da sie Kunden haben, sich ihr Geld verdienen müssen, wollen sie am Markt bestehen. Oder?

    Will dich nicht provozieren: wir hatten im Beispiel das vorletzte Spiel dank Leihspielern 16:1 gewonnen u. das letzte dank ihnen 2:6 verloren, wo wir gegen diesen Gegner zuvor 3:2 ohne diese tollen Leihspieler gewonnen hatten. Daher sehe ich die Sache mit den Desastern eben andersgepolt, (bei uns) eher als Mythos...

    Wenn die innovative Wortschöpfung BLfK dazu führte, im normalen Ligabetrieb etwas Richtung "fürsorglicherer" Gelassenheit zu bewegen, wäre auch schon was erreicht. Mittlerweile glaube ich nicht, dass es die BLfK jemals real geben könnte: dafür reicht in unserer Gesellschaft das Interesse einfach nicht aus. Das wäre eher ein Modell für Holland, wo man viel weiter denkt und handelt: schon um so mit größeren Nationen mithalten zu können. Zu vermitteln wäre, dass es kindlichem Leistungsvermögen qua intrinsischer Eigenmotivation/dynamik mehr bringt, weniger auf Leistungsdruck qua Ergebnis/Wettbewerbsdenke zu setzen, KiFu mehr vom Kind statt Erwachsenen her zu konzipieren, so élan vital freisetzend - eine KiFu-Philosophie der Freiheit eben, die wir Erwachsenen auch ökonomisch wie kulturgeistig für uns in Amspruch nehmen, oft ohne Ertrag, da wir längst zu träge in body and mind sind. Ist nicht das das Desaster der vergebenen Chancen? ;)

    Schau dir z.B. den Lions Club an, nur die erfolgreichsten Geschäftsleute, doch ihr Credo lautet schlicht: Ich diene! Vielleicht ist ein wenig PR auch dabei, aber wenn sie keinen Spaß hätten, würden sie wohl es kaum nötig haben, da mitzumachen. Wem es also keinen Spaß bringt, Kindern zu dienen, dem würde ich empfehlen, es zu lassen. Leider dürfte grad der am wenigsten drauf hören, eben da seine Motive andere, selbstsüchtiger sind. Hinterfragen seines Dienstes könnte ihn auch zum höheren Selbst hin: fürs Mitfiebern mit jedem Kind als Mitmensch statt zwecks Sieg geleiten, dafür befreien... Oder?

    Ich habe mich schon oft für öffentlich verbindliche Verhaltenskodexe für alle die in Vereinen stark zu machen versucht, die dort mit Kindern umgehen und Kontakt haben, also Trainer, Funktionäre und Eltern als Einheit fürs Wohl der Kinderteams. Dies blieb leider bisher vergeblich - kein Interesse, darüber auch nur mal zu diskutieren. Als Beispiel möchte ich mal den Kodex von Werder Bremen zur Diskussion stellen, wobei er deren Leistungszentrum mit Fokus älterer Jugend obliegt, also nicht 1 zu 1 auf Breitensport o. gar die Jüngsten vor Ort übertragen werden muss bzw. sollte (in Bezug auf die Leistungs- u. Erfolgsorientierung):


    FÜR ALLE MITARBEITER/INNEN, SPIELER/INNEN, ELTERN DER SPIELER/INNEN
    DES SV WERDER BREMEN
    Ich spiele und verhalte mich fair.
    • Ein Sieg ist wertlos, wenn er nicht ehrlich und fair errungen wurde.
    • Fair zu spielen und zu handeln, bedeutet Mut und Charakter aufzubringen.
    • Fairplay lohnt sich, auch bei einer Niederlage.
    • Fairplay bringt Anerkennung.
    Ich spiele, um zu gewinnen, und akzeptiere eine Niederlage mit Würde.
    • Der Sieg ist das Ziel eines jeden Spiels.
    • Ich gebe niemals auf, auch wenn der Gegner stärker ist.
    • Ich lasse niemals nach, auch wenn der Gegner schwächer ist.
    • Niemand gewinnt immer.
    • Lerne, ehrenvoll zu verlieren.
    Ich respektiere Gegner/innen, Mitspieler/innen, Schiedsrichter/innen, Offi zielle und Zuschauer/innen.
    • Fairplay heißt Respekt.
    • Ohne Gegner gibt es kein Spiel.
    • Alle bilden ein Team, in dem jeder gleichberechtigt ist.
    • Ich verhalte mich immer respektvoll und vorbildlich.
    Ich werde das Recht von Mitspieler/innen, Gegner/innen, Schiedsrichter/innen, Zuschauer/innen oder der mir als Trainer/innen und Eltern anvertrauten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf Unversehrtheit achten und keine Form von Rassismus, Gewalt oder Diskriminierung in jeglicher Form, sei sie physischer, psychischer oder sexueller Art, zulassen bzw. selbst ausüben.
    Ich werde dafür Sorge tragen, dass die Regeln der jeweiligen Sportart eingehalten werden. Ich lerne
    sie, auch um das Spiel besser zu verstehen und ein/e besserer/e Spieler/in zu werden. Insbesondere übernehme ich eine positive und aktive Vorbildfunktion im Kampf gegen Doping, Medikamentenmissbrauch, Suchtgefahren durch Drogen, Alkohol oder Nikotin sowie gegen jegliche Art von Leistungsmanipulation.
    Ich bedenke immer, wie mein Handeln das Ansehen des Vereins beeinfl ussen kann, und dass ich ein/e Botschafter/in vom SV Werder Bremen und des Sports bin.
    Ich verpfl ichte mich einzugreifen, wenn in meinem Umfeld gegen diesen Kodex verstoßen wird und ich werde die Verantwortlichen des Vereins darüber informieren. Ich achte aber auch darauf, dass niemand durch ungeprüfte Falschanschuldigungen in Missgunst gebracht wird.
    Ich bin mir bewusst, dass Verstöße gegen den SV Werder Bremen Kodex vereinsschädigendes Verhaltendarstellt. Dieses kann Sanktionen bis zum Vereinsausschluss nach sich ziehen."


    Wichtig erscheint mir hier der Passus, der jedem Zivilcourage statt Wegschauen nahelegt, aber auch sensibel gegen jede Form falscher Anschuldigung ist. Dies ist nämlich ein enormer Spagat, der interne Sensibilisierung verlangt. Insgesamt finde ich den Kodex für "ambitionierte ältere Jugendteams" recht vorbildlich, nur dass eben für jüngere Teams im Breitensport die Leistungsziele stark pro Teamplay/geist zu relativieren wären. Oder wie sehen andere dies?

    Jugendtrainer sollten wie ihre profi-Kollegen sich als Dienst-Leister definieren: sie arbeiten zuerst nicht für sich mit dem Ziel von Siegen fürs eigene Ego-Profiling o. Dienst an Zuschauern, Sponsoren, Managern, sondern für die Kinder als "Kunden", wobei der innere Schlüssel zum Erfolg deren Eigenmotivation ist: mehr zu leisten, das Spiel mit den anderen im Team zu teilen, auf Spielintelligenz statt "Gewaltaktionen" zu setzen etc. Vorbild lässt sich auch nur suboptimal verordnen per "Überwachen und Strafen", sondern besser freiwillig verinnerlichen, damit es etwas nachhaltig bewirkt. All dies käme vor den technikfördernden Trainingsübungen, auf die bei der "Schein"-Erlangung mehr Wert gelegt wird, denn hier kommt es stets aufs innere Mitmachenwollen und die positive Einstellung an - "das Mentale" eben.


    Es ist (bei Kids wie bei Profis) nicht voraussetzbar und einfach da als Begeisterung, sondern zu "stiften" als innere Übereinstimmung aller im lebendigen und gruppendynamisch beflügelnden Teamgeist. Fair ist Training dann, wenn es versucht, Kindern als Individuen maximal gerecht zu werden, also z.B. keinen, der dabeisein will, abzuschreiben, da er der Profilsetzung des Trainers nicht passt. Leistung wird mit steigendem Alter natürlich wichtiger, um als Spieler im Team bestehen zu können, aber jedem mit Einsatzwille sind Türen zu eröffnen statt zu verschließen, wie es oft geschieht (man kümmert sich nur um die, auf die man bauen will: die aktuell Stärksten und zeigt so allen Schwächeren, dass man sie nicht will). Beispiel Elferschützen: Es wird immer mal wieder eine Quali-Runde im Training geboten, die Kindern meist auch im Mitfiebern viel Spaß bringt, nie einfach wer zum Schützen bestimmt. Wer also in Zukunft Elfer schießen will, steht nicht einfach vom Trainer her fest, sondern ergibt sich danach, wer wie gut schießt, wobei die Tür immer offen bleibt für den, der sich verbessert. Wenn dann noch jedem ein Weg aufgezeigt wird, wie und wo er an sich arbeiten kann, hat er eine reelle Chance, irgendwann besser statt per Vernachlässigung nur schlechter, aufgegeben zu werden...


    Die Autorität geht bei peu a peu mir vom Teamgeist aus, nicht wie nach meiner Beobachtung fast immer vom Trainer-Ego. Denn so funktioniert es bei Profi-Trainern auch, selbst bei denen, die gern nach außen sich im Ego produzieren: Auch die wissen ganz genau, dass sich Profi-Spieler nichts willkürhaft aufdiktieren lassen, und müssen ihre Trainingskonzepte vermitteln, auf (interne) Kritik aufgeschlossen reagieren, immer flexibel reagieren etc. - oder sie sind ihren Job in Kürze los. In der Jugend ist dies leider praktisch kaum mal der Fall: Man hockt aufgrund althergebrachter Machtstrukturen stets felsenfest auf seinem Posten, kann sich jeden Fehler immer wieder erlauben. Nur der, der das nachhaltig zwecks Besserung kritisiert, wird als Buhmann inszeniert, statt dass es ein konstruktives Miteinander und Dialog, was ein Team weiterbrächte, gäbe. Und wenn das den anfangs qua Natur narzisstischen Kids (sie muss man darin erstmal laufen lassen, langsam fürs Team sensibilisieren!) so vorgelebt wird, werden sie es später weitertragen, im Geiste unbeweglich bleiben (also u.U. psychisch "retardieren": auf dem Stand eines Kleinkindes, enfant terrible bleiben, statt jemals authentisch soziale Verantwortung zu empfinden).


    Vieles im KiFu zur Tatenlosigkeit verurteilt nur mitanzusehen, in der Rolle vor Ort abhängiger u. als Counterpart kaltgestellter Eltern, die für ihre Kinder offensichtlich nichts Gutes TUN können, das ist schon bitter, erbittert - sorry. Mir gehen meine Kids, aber auch alle anderen über alles: Sie sind unsere Zukunft, unser Ziel, unser Ego nur irrige Blase! Wo Verein draufsteht, dann aber nicht drin ist, das Ego im Kollektiv also per Seilschaft o. Kungel regiert, wird Dialog als faire Chance demokratischer Teilnahme abgewürgt, kann "Verein" nie gut leben o. alle leben lassen, ein Klima der Angst wird kultiviert... Es wird selektiert: hier nach Leistung fürs Profil, für Siegerkulte o. die Nutzennehmer (wie auch in Stützpunkten), dort bloß nach Vitamin B. Resignieren u. wechseln bestraft dann aber in der Regel erneut zuerst die Kinder, die ihren Heimverein, ihre Bande verlieren, also zu Verlierern gemacht werden von denen, die für sie verantwortlich wären. Das eben wäre noch der Unterschied zu Profis: für Kinder ist man verantwortlich, hätte dem qua Fairplay gerecht zu werden u. Kritik o. Sorgen der "Spielervertreter" ernst zu nehmen - wie es bei den Profispielern auch geschieht, da die viel Macht haben, Stars sind - und unsere Kinder nicht: sie sind niemand, erheben keine Stimme, sind unserer Gesellschaft wenig REALEN Schutz wert. Die FPL setzt da Zeichen, ist ein Anfang, wenn auch von Symptomen her. Die Ursachen sitzen zu tief in unserem Reptiliienhirn: dem will sich kaum wer stellen...

    Es gibt natürlich Zwänge wie die Aufsichtspflicht bzgl. des aktuellen Trainings. Aber ich habe z.B. einen den Aufstand probenden pubertären Quatschmacher die Alternative geboten: entweder du machst meine Übungen vernünftig mit oder du kannst 3 Runden laufen, einfach nur zuschauen oder für dich Balljonglieren üben: was du willst. Er wollte dann 20 Runden laufen. Sah für mich von außen saudumm (nämlich wie eine Strafe) aus, aber sein Wille war mein Befehl: ich ließ ihn machen. Nach 6 o. 8 Runden fragte er dann, ob er wieder mitmachen dürfte - klar, aber vernünftig ohne Übungen u. alle zu stören. Das klappte dann. Im Spiel zeigen Trainer gern physisch, wie toll sie Kinder übersprinten o. auch "ausdribbeln" können, weisen bei Letzterem aber nicht mal darauf hin, wieso das klappt (entweder wieder aus physischen Gründen, was ich albern finde, sich so zu beweisen, o. aus technischen: da der Körper zwischen Ball u. Gegner, SO die Physis in Einsatz gebracht o. ein Trick gemacht wurde etc.). Ich spiele da meist einfach nur per one-touch schnellstmöglich ab bzw. kontrolliere erstmal den Ball, wo das nicht sicher möglich wäre. Keiner muss dies nachmachen als Non-plus-ultra, aber er sieht u. kann es, falls er sich dieses Vorbild aussuchen mag. Dribbelt sich einer immer wieder fest, gebe ich nur unverbindlich den Hinweis, dass er ja auch mal hinten rum zum freien Mitspieler spielen könne, ohne Zwang oder Tadel. Etc. Natürlich mosern solch Mitspieler andere Kinder an und diesem Druck muss er sich dann inerlich schon stellen, da er vom Team kommt, FÜR das er ja im Fußball als Teamsport (alternativ: Balljongleurie) spielen will.


    Solch Vorgehen kann natürlich erst mit der Zeit greifen, positiv begriffen u. verinnerlicht werden. (Du hast die in der F ja noch!) Kurzfristig müsste man Druck ausüben, Stress produzieren, falls etwas ungut liefe. Und kurzfristig brennt ja auch keiner sofort aus, nur bewegt dies innerlich meist niemand wirklich, d.h. es verändert nichts, außer, dass man z.B. unter Stress erstmal mehr rennt, auch mal grätscht oder eben abspielt: zum nächsten Nebenmann o. nach hinten, kaum aber den genialen Pass ins Freie, denn dafür vernebelt Stress von außen eher den Blick. Selbstgesteuerter Stress von innen ist kontrollierter, individuell passender und dosierter und kann so schon eher etwas Positives bewirken. Der Umgang mit ihm ist für Kinder aber kaum möglich, sondern Ergebnis längeren Lernens.

    Es ist schon schwierig, sich zu verständigen, da von Bundesland zu BL anderes gilt. Letztlich geht es ja auch ums Prinzip, Kinder zu sperren, die laut Gesetz noch nicht volljährig u. verantwortlich sind. ich wundere mich, dass so etwas "menschenrechtlich" überhaupt erlaubt sein kann: Erwachsene dürfen nicht diskriminiert werden, Kinder schon: abgestraft, obwohl sie gar nicht handlungsbevollmächtigt sind?! Machen Eltern, Trainer o. Vereinsoberen Mist, zerstreiten sich, werden die Kinder unabhängig von den Gründen von ihrem Spiel(betrieb) ausgesperrt - das ist doch im Grunde so, dass sie für Erwachsene und ihre Querelen in Sippenhaft genommen, als schutzbefohlene Individuen rechtelos werden, oder? Weil es nur Kinder, das schwächste Glied, sind, die selbst nicht die Stimme erheben können?!!!


    Freies Wechseln würde als Option die Verantwortungsträger statt Kinder unter Druck setzen/halten: wer nicht genug fürs kindgerechte Wohl leistet, muss damit rechnen, dass ihm jederzeit "sein Team" (das eigentlich Eigentum der Kinder statt in seinem Besitz ist) wegbricht, erodiert. So würde vermutlich weitaus besser "für" die Jugend gearbeitet, Druck in diese Richtung (statt auf kinder) entstehen. Aber: die Interessen in den Vereinen sind anders gelagert. Trainer wollen in Ruhe wirken, unabhängig von direkter Resonanz bei Kindern. (Bei Misserfolg sind dann fast immer Kinder schuld, meist einzelne, so meine Erfahrung, Trainer praktisch nie - ganz anders wie bei Profis: eine Machtfrage!) Nicht die gute, verantwortliche Arbeit ist das erste Ziel, sondern das Wohl der Verantwortungs-Träger. Also: Hier liegt eine in sich verkehrte Welt vor, der ursprüngliche Zweck wird instrumentalisiert. Dies ist für mich das Grundübel, geschuldet dem Desinteresse u. der Gleichgültigkeit gegenüber den Kleinsten, deren Unwohlsein am wenigsten auffällt, sich am schwächsten zu artikulieren weiß, eben nur so, dass ein Kind plötzlich die Lust an "seinem" Spiel (das woanders läge) verloren hat und aufhört. Und weil diese Welt so verkehrt wurde, wird dann dies Kind abgestraft, dass die Lust aufs Spiel in seinem Verein verloren hat, evtl. per sofortigem Wechsel darin noch zu retten wäre, was zumindest eine vage Option böte. Ich hoffe, du verstehst, was ich damit meine. Danke!


    Unser Team schied gestern auch im Sparkassen-Cup aus. Die Kinder spielten gleich wieder vergnügt nebenan miteinander, voll Elan, auch mit Teamfremden. Es wurde offensichtlich, wer da nicht verlieren konnte: Trainer, die mit eiserner Miene o. schimpfend durch die Gegend zogen. Ihnen war das Ziel ihrer Erfreunis geraubt. Mich hat tierisch gefreut, dass am Ende ein Dorfteam mit einem 100% engagierten (von fast allen wg. seiner fußballverrückten Arbeit lang verspotteten) Trainer, der notgedrungen auch die Schächeren mitzieht und stärker machte (da er nur sie hat), gegen die LZ-Teams gewann, die überall die stärksten Spieler aussuchen, abwerben u. zusammenführen. Hier gewann ein echtes Team, sein Geist über die Praxis, von außen sichtend einzelne Beste auszusuchen, mit aller Gewalt fördern und fordern zu wollen, so zu meinen, so Siege für sich pachten zu können! Doch wer mag dies recht beachtet haben, dass auch Schwächere gar nicht so schwach sein müssen?

    Verbote für alle wegen Fehltritten weniger sind immer in sich problematisch. Es geht ja um die Gefahr, die vom Feuer für Dritte ausgeht, gegen Fahnenschwenken o. Trommeln hat keiner was. Andererseits ist Weihnachten ohne echt brennende Kerzen auch etwas steril und fade. Ich kenne ja keine Ultras, bin Fan eher widerwillig o. notgedrungen (wenn ich beim U-17-Spiel sage, dass ich eher fürs winzige Island bin, da es eine Riesenleistung von denen ist, wie die gegens riesige Deutschland mithalten, oute ich mich eher als was-weiß-ich, werde jedenfalls belächelt: als Deutscher nicht für D - das versteht keiner, wieso man sich diesem Zwang entziehen kann/will). Wieso? Da mich Fußball eher als "intelligenzstimulierendes Rasen-Schach", d.h. rein die spielerische Leistung im und als Team (egal welch Marke drauf prangt) interessiert, aber: für Kids wäre mehr rein positive Stimmung sicher sehr "stimulierend".


    Nur wie wäre es, wenn nun jedes Team seinen Ultra-Anhang dabei hätte? Da würde es doch eher sehr laut für Kinder, die sich nicht mehr auf IHR Spiel konzentrieren könnten, oder? Ultras spielen doch ihr eigenes Feier-Spiel: für KiFu als ganzen, als Einheit für sich, das wär's: alle Teams anfeuern für geniale Aktionen, für den Fußball als Sport u. Spiel, auch für die Schwachen etwas Trost u. Aufmunterung übrig haben sowie am Ende aufs Ergebnis (wer Sieger ist) schei.... - das wärs: pure Begeisterung fürs Faszinosum des Fußball als reinen Spiels, seiner gemeinsamen Bewegung aller! Nur nie das wesentliche Ziel guten KiFus vergessen: Team-Geist/Intelligenz lebndig zu vermitteln!


    Bei Profi-Millionarios ist das alles was anderes, die sollen arbeiten für ihr vieles Geld, dafür was ab können u. Leistung zeigen, obwohl auch sie natürlich Menschen bleiben, aber eben "göttlich bezahlte". Wer soviel "verdient", sollte nicht gleich jammern! Mir gefällt auch etwas Stimmung im Stadion, denn fürs bloße Spiel reicht eben TV, wo man alles dank fremden Auge mit Zoom sogar viel "näher" sieht. Pyro vor wie nach dem Spiel in gewissen Zonen (wenn man die schon - in guter Absicht - harmlosen Eltern in Kollektivhaftung aufdrückt, könnten Ultras die doch auch akzeptieren) zum Warm-up bzw. Abfeiern, das würde z.B. keinen stören. Zwischenzeitlich beim Spiel passen Pyro-Meister aufs deponierte Material auf... Platzstürmen könnte auch organisiert werden über eine bestimmte Zone, wo dann Spieler u. Fans gemeinsam feiern bzw. sich trösten können... Wo wäre da noch das Problem? Verstehe nicht, wieso man sich x-mal trifft, es so viele oberwichtige Manager o. GFs gibt u. die keine praktikablen Lösungen finden. Gilt für die: viel Geld abkassieren, aber keine Leistung? Na, dann wäre ja alles normal wie in Butter.

    Es ist immer ein Unterschied, ob man etwas vorgibt, was Kinder nachmachen sollen/müssen, oder ob man selbst so ist bzw. spielt, dass sie von selbst aus dies sein o. spielen können wollen. Oft dauert es eine Zeitlang, bis sie soweit sind, aber es lohnt sich, dies abzuwarten, statt sie gleich dahingehend "zu fordern", wie es heute Mode der Förderer ist. Denn dies wird immer innerlich Widerstand wecken, den man zwar unterdrücken kann, der aber unterschwellig Lernen behindern wird. So meinte ich Fairplay auch im Training gegen die kindliche Lernmotivation, die jeden auf die Faszination u. Freude vermittelnden Flow statt disziplinierende Zwänge setzen, zur Eigenaktivität erwecken statt nur Sekundär-Erfahrung transportieren hieße, da dies es Kinder a) zu einfach macht und b) den Reiz des Selbstwerdens abnähme...


    PS: Im Ligaspiel kann nur abgerufen werden, was zuvor im Training erlebt o. eingeübt wurde ;)

    Also ich kenne die Etataufteilung nicht, aber der Geldwert des einzelnen TV-Zuschauers ist sicher weit unter dem des viel Eintritt bezahlenden Stadionbesuchers, der eben auch die stimmungsvolle Kulisse mit schafft u. liefert, die vom DFB mit verkauft wird. Das sportliche Spiel, das mich allein interessiert (zwar drücke ich noch "meinem Verein", der auch längst Clubmarke ist, die Daumen, aber ich weiß schon, dass er mehr Firma als Verein ist), wäre das gleiche auch ohne verrückte Dinge tuende Fans, aber die Brisanz würde fehlen. Insofern sind sie der 12. Mann, der den Heimvorteil erst Leben einhaucht und erwünscht ist. Und die Medien zeigen Bengalos wie Blitzer gern, schenken dem Präsenz, um das dann zu verurteilen - Doppelmoral! Was am Fußball, gar jenseits des aktiven Spielens, fasziniert, ist sicher irrational - oder ist es nur die Langeweile am WE - keine Ahnung!

    Das habe ich auch schon erlebt: Man schreibt hier über Leute, die dem Fußball klar schaden, wie Andre zugegeben ziemlich kompromisslos über "Krawallmacher" und andere fühlen sich plötzlich angesprochen, reagieren äußerst verstimmt. Doch wieso? Du setzt umstandslos Fortuna-Fan-Familien, von denen Andre gar nicht sprach, mit diesen Krwallmachern gleich, legst das dann ihm in den Mund, oder lese ich das nun falsch? Korrigiere das bitte, falls du merkst, dass Andre es nicht so übel meint, wie du es liest. Ich sehe aber einen anderen Zusammenhang: die ganze Fankultur wird aus ökonomischen Gründen von denen mit aufgeheizt, die sich dann nachher darüben beklagen, dass diese Fans eigene Artikulationsformen als eigene Aktivität neben dem Spiel suchen. Bloß möglichst unbeteiligtes Zuschauen wärein heutiger Zeit nur für wenige so interessant, dass sie dafür so viel Geld ausgeben, also wird aus allem eine Riesenparty veranstaltet, mit viel Alkohol oder obsessver Exstatik als Dopaminersatz für die, die nur mitfiebern, aber nicht mitspielen. In der Tat schaue ich mir als Fußball-interessierter Zuschauer Spiele lieber im TV an, wo ich mehr vom Spiel, seinen Spielzügen sehen kann. Ins Stadion gehen nur die Fans eines "Clubs" als einer einem zusammengekauften Team übergestülpten Marke. Würde ich nicht Norbert Meier persönlich kennen, wäre ich nicht für Fortuna, aber mein erstes Trikot war von Hertha - mir vom Verein geschenkt, da Vereine damals noch so etwas taten, was sich nur negativ rechnet (ging Hertha deshalb später pleite?), wo heute Clubs nur etwas verkaufen wollen...
    Also, was ichda wohl sagen will: hier soll für Fans Fußball Religion sein, dort ist er für stets für mehr Geld wechselwillige Manager, Profispieler o. Trainer - die im Zweifel trägen u. schnell flüchtenden Millionarios - nur ein rationales Business. Da passt doch etwas nicht mehr zusammen, doch darüber möchte das System Fußball irgendwie ungern nachdenken. Die Folgen: Fans, die Bengalos wie wilf herumwerfen, Familien, die den Platz stürmen, Spieler, deren Manager für den Fall der Niederlage schon Ersatzclubs suchen undundund Andre ist nur am Sport interessiert, daher nervt ihn dies Drumherum wie mich, aber ich meine, man sollte und kann es auch gut verstehen. Wer als Fa nfür seinen Club lebt, den muss alles doch irgendwo ziemlich unbefriedigend vorkommen, sobald sein Club verliert... Falls ich hier nur Unsinn geschrieben habe, sorry!

    Für mich hat das viel mit "Verlieren-können" zu tun, also auch mit dem Sieger-Kult unserer massenmedialen Super-Mania. Jeder, der nicht wirklich mitspielen kann, also jeder Fan, ist dabei im Grunde seines tätig werden wollenden Seins schon Verlierer, ergo frustriert, was auch die Exzesse aus Freude klarer sehen lässt: Wo der aktive Sportler zumindest nach Siegen erschöpft und zufrieden mit sich sein kann, bleibt beim Fan etwas Unbefriedigtes, da er nur Anhängsel ist. Daher mein Appell an die daran verdienenden, ihn zutagefördernden Manager des ganzen Fankultur-Hypes für mehr bewusst gesteuerte Liturgie...

    Es geht dabei nicht ums Tempo. Was Kinder noch gottgegeben besitzen, ist ES: was Buddhisten als Leere im positiven Sinn als Ziel ihres tieferen Strebens (nach nirwana als das, von wo aus Neues = Künftiges anwehen könne: ein Zu-Spiel, an das wir per Erlöschen des Diktats des Als-Gegeben-Geglaubten heranreichen können, jedoch ohne es jemals rationalistisch dominieren zu vermögen) verstehen, vgl. die Figur des göttlichen Kindes. Erwachsene benötigen dafür mühselige Übung in Entlernungs-Praktiken, die vom Alltag, seinen Automatismen bzw. Routinen "weg" (im Taoismus als Sich-be-Weg-en direkter avisiert) führen. Doch den Weg zu sich, das Tao als Wesenskern kindlicher Selbst-Entwicklung zu erläutern, führte zu weit, da ich hier nur einen neurobiologischen Hintergrund zur FPL anschneiden wollte (wie sich Geist im Team vom Kind her denken ließe, i.d. dann qua Fairplay zu schützen wäre). Er kann aber nie in die Irre führen, auch wenn Erwachsene von außen solch Bedenken haben mögen (Figur des fürs kindliche Lernen "tödlichen" Helfers, der in Wahrheit vor allem sich helfen will, sein Weltbild reproduktiv 1 zu 1 fortzupflanzen).


    Ich meine nur, Erwachsene "könnten" von Kindern durchaus mehr lernen, sich "in-spirieren" und mit "Leben" erfüllen lassen als umgekehrt. Im normalen Trainingsbetrieb dagegen wird wie selbstverständlich einseitig davon ausgegangen, dass nur Kinder etwas - nämlich die "Memos" (umgangssprachlich: Merkzettel, hier gemäß ursprünglicher Bedeutung "im Kopf" statt einer Pinwand) der Erwachsenen als Vorgaben - lernen sollten bzw. müssen, also das Inter-Subjektive als Dimension abgebrochen. Lernen-Können wäre also mal als Übertragungsgeschehen von Lernstoff dialektisch zu wenden, so wieder als Vollzug im Miteinander zu verflüssigen (gemäß seinem ursprünglicheren Flow-Erleben). Flow- das mag simpel klingen, ist wie Entlernen in der Praxis all des äußerlich Vor-Gestellten vielen aber fast unmöglich zu erspüren... Ist dies noch Fußball-Philosophie? Keine Ahnung, Kindern ihre Chance, ihren Flow zu lassen, das wäre jedenfalls nach meiner Überzeugung A und O jeder echten Förderung und im Mit-Erleben auch fruchtbar für die sich dabei involvieren dürfenden Trainer, denn dies berührt die Phrase, dass (eben: Kinder-)Fußball (ein kleines Stück weit) Religion sei mehr als alle äußerlich kopierenden Anleihen an deren Insignien...


    PS: Erfahrung ist im Üblichen nicht verkehrt, aber ja immer eine genormte, vermittelte wie in der Schule; folglich kann sie nur Mittelmaß produzieren, nichts "genial Einfaches" als kreative Spitze (vgl. auch Vattimo's Plädoyer fürs schwache Denken o. Folgendes: Wer als Kind seine Cola-Flasche auf die heisse Herdplatte stellte, wird das Wort Kernschmelze ursprünglicher verstehen als der, dem dies dank Sekundär-Erfahrung nie widerfuhr, sich die Evidenz eigenen Erlebens ersparen dürfte...)

    Anm.: Neurobiologisch kann man es vielleicht mit obiger Frage auf den Punkt bringen. Kinder sind Erwachsenen lerntechnisch weit überlegen, was affektiv zu destruktiver Eifersucht gegen diese sozialisatorische "Aufsässigkeit" führt - wieso? Ihre geistige Flexibilität begründet sich im wegen ihrer seelischen Unfertigkeit noch freieren Übergehen zwischen senso- und mnemomotorischen Fähigkeiten, sprich: sie sind weltoffener, lernfähiger, wildwüchsiger, roher statt rationalistisch abgekocht bzw. "kultiviert". Erwachsene stehen per se unter dem Zwang, Kinder auf (ihre) Linie zu bringen, ihnen ihre Memos aufzudrücken - statt sie sich frei ihre eigenen aussuchen und heranbilden zu lassen. Kinder sollen ins Schema passen, gehorchen statt sich geistig frei zu bewegen, gar in ihren eigenen Fantasien, die Erwachsene längst nicht mehr nachvollziehen können. Für sie zählt so als Motivation vor allem der Sieg, für Kinder aber ihre Eigendynamik.


    Die Folgen "unfairer", aber natürlicher Dominanz der Erwachsenen sind dann dramatisch, können aber eben durch jene flexible Übersensibilität von Kindern in der Internalisierung zumindest eine Zeitlang abgefedert, verdrängt werden, bevor das Einschleifen unabänderbar wird u. die kreativen Kräfte im Kind durch sich verfestigende, von Ausbildern wider die kindeigene freie Einbildungskraft instruierte Regelkreise besiegt hat. Ergebnis: Perfektionierung eines Lernerfolgs durch Automatisierung einer Vorgabe von außen. Nun agieren Kinder, wie sie sollen, d.h. ihr sich frei entwickeln könnendes, etwas erst werdendes Selbst hat sein Zu-Spiel verloren. Ziel der FPL wäre so die Rückgabe dieses Zu-Spiels als Potential!

    Ich finde den ganzen wohl aus Kommerzgründen produzierten Hype um den Fußball zwar ziemlich krank, der dann darin gipfelt, dass Fußball Religion (für die Menge) statt einfach Sport sein soll, wer dies aber direkt o. indirekt mitmacht, mit fördert, der sollte auch erkennen, dass Religion nach Liturgien* strebt, ja diese wohl geradezu benötigt zur kanalisierten Beruhigung der primitiveren (sorry!) Gemüter, die in jedem von uns schlummern. Solange nicht schon (aus Unverständnis um die psychosozialen Zusammenhänge) Kinderspiele für diesen Hype benutzt werden, sollte man im Profi-Bereich nach stimmungstechnischen Lösungen suchen, statt realen Problemen durch geistig schlichte Verbote Herr werden zu wollen, das am Ende noch "modernistisch" Konflikt-Management zu nennen. Das finde ich ebenso primitiv, aber noch unwürdiger als die Exzesse, die letztlich wie in Düsseldorf den Sport an den Rand seines Abbruchs u. Pseudoreligion betreiben...


    *also: über eigene Meister im Dienst an der kulturell entwurzelten Menge durch zeremonielle Riten (in denen das Feuer wie der Lärm schon immer eine zentrale Rolle spielten)