Beiträge von Keller-Kicker

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    Da im Mentaltraining-Thread immer wieder kritisiert wurde, dass man doch bitte die Finger von der Kinderseele lassen solle, wäre hier zB ein besserer Ort, dies kontrovers auszudiskutieren: prägt nicht jeder Kindertrainer den Geist (mens) seiner Schützlinge? Wäre dann nicht nur die Frage, ob er dies "selbstreflektiert" genug oder einfach comme il faut: nach Gutdünken oder Willkür tut, evtl. aus Unlust, sich damit näher zu befassen, wie er als Über-/Ersatz-Eltern-Ich auf Kinder wirkt? Und wie sollen sich dann Eltern verhalten: einfach im Zuschauen wegschauen, wo doch sie die erzieherische Verantwortung für ihre Kinder tragen? Darf ein Trainer dies ihnen abfordern o. zeigt dies nicht gerade, wie wenig er seine mentalitätprägende Wirkung kennt, dh. seine Nichteignung als Kindertrainer? Da muss man nicht nur an die verhaltensauffälligen "Brülltrainer" denken, die schon Theweleit als prägende Gestalten im "Tor zur Welt" beklagte, "Gewalt", Aggression, Missbrauch der von Natur aus hoffnungslos unterlegenen, quasi wehrlos ausgelieferten Kinderseelen kann auch sehr subtil ablaufen, wovon die bekannten Fälle ein erschreckendes Zeugnis abgeben: fast immer sind die realen Täter sonst nette Nachbarn von nebenan, unauffällig, freundlich, im Extrem jene "Geistlichen" der vielen letzten Skandale - man hätte ja nie gedacht.... Missbrauch jedoch wird in der öffentlichen Wahrnehmung immer nur aufs Sexuelle verkürzt, obwohl es von vielen weiteren Fälle berichtet wird, zB in der colonia dignidad: wurde hier nur sexuell missbraucht? Nein, Macht gegen Kinder wurde ausgeübt, sie wurden gedemütigt "zum Spaß", sie wurden konfessionell vergewaltigt, indem der Sektenführer ihr Gott sein musste etc. Was folgt daraus für den KiFu?


    Viele Fragen ließen sich anschließen, sicher geht es im KiFu weniger dramatisch zu und doch meine ich, dass es im Fußball durchaus immer mehr Fanatisches, Manisches, Bedenkliches gibt, wobei man nicht erst bzw. nur auf die Spitze des Eisberges, die offene Gewalt in Stadien blicken sollte: wo kommt sie her, wo wächst sie heran? Doch immer in Kindern. Fragt sich also zwingend, wenn auch verdrängt: wie, durch wen? Das sind nur offene Fragen, nicht allverdammend, bevor dies wer mutmaßt, aber es sind bei mir drängende Fragen und ich ärgere mich enorm, wie engstirnig z.Z. das Gewaltthema wieder "diskutiert", der schwarze Peter wieder nur zwischen Politik und Fußball-Verband und -Vereinen hin und her geschoben wird: ich bin's nicht, die anderen sind es gewesen, sollen was tun, bezahlen - immer das gleiche Gutmenschen-Spiel, um sich selbst möglichst wenig im Kopf bewegen zu müssen, oder? Wer sagt denn mal selbstkritisch: ja, ich, wir haben da in der Vergangenheit viel Mist gebaut, dies immerzu ignoriert, klein geredet, Kritiker außen vor gelassen bzw. aktiv ausgegrenzt - und wollen nun mal echte Kritik zulassen, ohne Scheuklappen, um uns und den Fußball reell zu verändern, wie es in unserer Macht liegt: tatkräftig statt nur in Worten? Weil eben nicht alles gut ist!

    Mentala: Bei der Threaderöffnung war es meine formulierte Intention, sich inhaltlich zur Sache auszutauschen, im allgemeinen. Natürlich gibt es die verschiedenen Methoden und Arbeitsansätze bzgl. der Erarbeitung des Mentalen. Wer, der sich "einer Schule" verschrieben hat, soll auch deren Gedanken präsentieren, aber der Austausch zur Sache sollte im Vordergrund stehen (also keine Art Sprechstunde für Fragen aller Art o. Terminbörse). Dazu ist es bisher kaum gekommen! Neue o. alternative, auf Leibesübung bezogene Entwicklungen bzgl. NLP zB hätten mich ebenso interessiert wie die vielen Praktiken zur audiovisuellen Wahrnehmungserweiterung, die wohl in allen Bundesligaclubs heute zur Anwendung kommen. Von denen ich aber nur 2 Varianten kenne. Ich kenne die Einzelsportler-bezogenen Praktiken zur Genüge, aber kaum teambezogene: wobei Fußball nunmal Teamsport ist! Hier fand ich die Verbindung von MT mit Kampfsport zB interessant u. habe nach der Kontaktaufnahme mit H. ein entsprechendes Element in mein Programm integriert, das sehr gut ankam. Leider gab es nicht mehr solcher Impulse. Zum Motiv-Profiling nach Reiss blieb für mich bisher die Basis offen: welches Menschenbild hat man, wie wird Geist/mens definiert? Auch wenn Sektencharakter verneint wird, scheint es eine Art Katechismus für den inneren Kreis Eingeweihter zu geben, der nicht jedem offen zugänglich ist (wie bei wissenschaftlichen Ansätzen üblich), oder irre ich mich? Bzgl. Reissprofilen wäre doch spannend, inwiefern sie mental etwas bringen, wie man dafür arbeitet, ob sie - wie es mir vorkommt - eher nur psychologisch arbeiten, was Geist/mens hier überhaupt sein soll: Geht er in der Psyche, in Motiven voll auf? Kann man ihn o. die Motive kontrollieren, wer: jeder sich selbst, nur über Dritte (per Mediation etwa von innerem u. äußerem Selbst) o. gar überhaupt nur von außen, per Mentaltrainer, der dann wie eine Seelenkrücke fungieren müsste, statt sich schnellstmöglich selbst überflüssig zu machen, was mein beraterischer Ansatz wäre. Daher würden Erfolgs- statt Zeithonorare die Effizienz fördern, da der Coach keine abhängigen, vielmehr befreite Geister als Ziel hätte: das eigenständige Erwachsenen-Ich, wogegen Trainer doch eher fortlaufend alle kontrollieren, unter ihren Fittichen behalten wollen: als Kinder-Ich - oder? Der Erfolg eines Coach zeigt sich darin, dass er (weitestegehnd aus der Verantwortung) entlassen werden kann, beim Trainer würde dies üblicherweise als Misserfolg gelten: das Team entgleitet ihm, seiner Autorität etc. So sichtet man dann Potentiale und Talente nach Modethemen: peripheres Sehen, Handlungstempo u.ä. sind grad "in", da man sie äußerlich beim Spiel erfolgreicher Teams beobachten zu können meint (Barca lässt grüßen, wobei konkrete Einblicke in deren mentaler Arbeit fehlen). Teambuilding als "In"-Stichwort. Doch woraus erwachsen diese Qualitäten, wie passen sie überhaupt "mental" zusammen? Usw. Das waren die Fragen, an deren Beantwortung eine Annäherung im gemeinsamen Suchen meine Intention war, doch davon sind wir meilenweit entfernt...


    @Karl/who it will concern: wozu diese Sachferne? Ich habe nie über Kostenaspekte geklagt o. kostenfreie Termine von wem nachgefragt, biete selbst MTC an etc. Unfruchtbare Streits, wer die Wahrheit denn nun mit Löffeln gegessen habe, in allem richtig läge etc., muss ich mit Mentala nicht führen, hatte aber mit ihr längst Kontakt aufgenommen: wir haben uns ausgetauscht, doch du meinst, es besser zu wissen? Ich will hier keinen bekehren, sondern zur Sache (auch nicht immer nur über sie) diskutieren, was so aus lauter Nebenkriegsschauplätzen kaum möglich erscheint. Wir alle sind als Körper der Trägheit unterworfen, können dieser aber vom Geist her begegnen, das war Hintergrund meiner allgemeinmenschlichen Äußerung, im Themabezug, was die, die erst Kostenfreiheit fordern, sie dann aber ignorieren, bewegen könnte. Was hat man davon andere falsch wiederzugeben, ihre Reaktion wieder nicht zu beachten u. dann erneut sinnentstellend so zu tun, als zietiere man sie, nur, um dies zu verreissen? Wie oft soll ich dies noch erläutern? Da kann ich mich nur ausklinken, obwohl ich ja diesen Sach-Thread mit klarer Leitfrage eröffnete: um zur Sache zu diskutieren, voranzukommen, ihrer Erkenntnis zu dienen. Persönliche Scharmützel, sich derweise immerzu anzugiften, war nie der Zweck! Das ruiniert nur Zeit- und Nervenbudget u. wo liegt da bitte das Interesse? Wohl nicht wirklich beim Sachthema. Man kann selbst Threads eröffnen, dort übers Mentalcoaching o.ä. ablästern, aber doch bitte nicht, wo die Leitfrage ganz klar vorgibt, worum es gehen sollte: konstruktive Erkenntnis zur Sache! Danke.

    Karl: Worüber sollen wir hier (anstelle zum Thema) noch alles reden? Wer unbegrenzt finanzielle Mittel zu brauchen bzw. so pleite zu sein vorgibt, um sich deshalb nicht nach Wiesbaden zu bewegen, wäre sicher mental bedürftig, ist sich mehr Bewusstsein aber offensichtlich nicht wert. Er wollte MT doch wohl nur gern negativ abwerten. Die Mühe, sich näher dazu informieren, wo gutwillige Mitmenschen ihm dies anbieten, ist ihm aber zuviel? Obwohl alle erfolgreichen Sportler "mental" an sich arbeiten!!! Ist dies das Problem von Mentala o. mir? Keiner muss nach Wiesbaden fahren, er täte es um seiner selbst willen, um seinem negativen, falschen Weltbild in Sachen MT zu begegnen! M. bot übrigens auch Telefonate an etc. - Ich hätte nur gern einen Thread, wo es ums Thema, die leitenden Fragen statt ewig diese sich immer neu abwandelnden Vorbehalte, geht: inhaltlich! Soll Mentala auch noch allen die paar Euro Fahrtkosten ersetzen, damit sie ihr Wissen über MT kostenlos erweitern können, sie es zulassen, dass Mentala ihnen mehr Bewusstsein für MT verleihen darf? Will man als Trainer diese Einstellung und Gesinnung 1 zu 1 auf seine Schützlinge übertragen: immer von anderen das fordern, was man nun echt selbst erbringen müsste - bei Interesse! Ohne dies Interesse aber nur über MT als verdächtig zu motzen, das finde ich frech, sorry. Und wenn der Part gegenüber schon kostenlose Bildung anbietet, verabschiedet man sich einfach? Ja, beim Fehlpass sind bei vielen auch immer andere, der Boden, die Nässe etc. Schuld, nur nie man selbst... Bitte lasst uns endlich beim Thema bleiben statt ständig die, die ihm positiv gesonnen sind, menschliche Grundeigenschaften (Trägheit aller Menschen als Körper) ins Negative zu ziehen etc.: das ist völlig fruchtlos. Muss dies immer so weitergehen? Dann kann man den Thread und seine Frage vergessen. Das wäre um der Sache willen schade, ist aber ohne Goodwill u. Einsicht, dass es ums Thema selbst gehen sollte, wohl kaum zu ändern... Du zitierst mich sinnentstellend (Ich rede allg. von Menschen, du beziehst es so, als hätte ich konkrete Trainer irgendwie beschimpft: obwohl Trägheit die Grundlage allen Trainings ist!!!), kanzelst mich dann als frech ab? Was hast du davon? Ich kapiere diese Art von "Beiträgen" zum Thema nicht... :(


    Stefan: Ja, dafür ist es absolut der falsche Thread, denn das Thema ist hier ein völlig anderes: MT/MTC! Wer dies sowieso gar nicht haben o. praktizieren will, der kann es doch auch weiter einfach ignorieren? Mit der Angst, dann das "Geistige" zu verpassen, was praktisch alle erfolgreichen Sportler machen. Nur körper- u. technikfixiert zu trainieren, in der Folge mit seinem Team als Verantwortlichereher zu verlieren als zu gewinnen, muss man dann aber selbst leben, nicht darüber jammern. Meine Erfahrung vor Ort: man hat Angst vor diesem Verpassen dessen, was andere leisten, will mithalten, aber nicht die erforderliche Arbeit dafür leisten. Also fängt man die Sache an (die ich mal kostenlos anbot, um die viel beklagte Hemmschwelle o. Vorbehalte zu umgehen, dass man sich ja nur bereichern wolle), ist aber gar nicht ensthaft dabei, meldet sich wochenlang entgegen Absprachen nicht mehr, dann aber, wo der MC auf verbindliche Art das Projekt beenden will, ist man wieder ganz interessiert, fand die Arbeit so toll und gewinnbringend, dass man bitte weitermachen soll. Ok, man tut es, und prompt ist man wieder nicht bereit, auch an sich selbst zu arbeiten, erstmal wenigstens verbindlicher zu werden etc. Macht dies Sinn, für Teams (die keine konsequente Arbeit bekommen), für mich, für Trainer? Nein, daher lasse ich es nun endgültig, etwas kostenlos anzubieten, da die Kosten offenbar nur vorgeschützt werden, um nicht an sich, seinem Geist bzw. Herzen arbeiten zu müssen... Alle lassen nur sinnlos Zeit u. Aufwand.

    Wir versuchen "angekommene" Deppen und Sauhunde innerhalb des Teams und des Vereins zu ändern.


    Wer ist wir? Bei uns im Dorf wurde zB ein Gastspieler krankenhausreif zusammengeschlagen von 3 Spielern, zwei aus dem Verein (aber erst seit kürzerem: da war man ja nicht verantwortlich, sondern andere) u. einer vom Nachbarverein (aber im Dorf wohnhaft u. dort 12 Jahre durch die "Jugendarbeit" geprägt: verantwortlich der aktuelle Verein!?). Dann machte man ein nettes plakatives Foto gegen Gewalt für die Presse u. bestritt, etwas mit dem Ganzen näher zu tun zu sein: eigentlich war man nur Opfer. Und schon ist alles abgehackt? Ein Jahr zuvor war ich selbst Spieler beim Turnier u. im Halbfinale war ein Team stockbesoffen, da Alkohol ohne Ende an alle Spieler verkauft wurde: üble Fouls wie im Wahn, der Schieri u. Veranstalter ließen das Spiel trotzdem zu Ende laufen. Wie mit der Jugend umgegangen wird, will ich gar nicht schildern. Vereinsschädlich ist ja nur, wer dies kritisiert. So erlebte ich als Vater zweier Kinder vor Ort dies fußballerische "Wir". Natürlich ist es nicht überall so, entscheidender aber ist: niemand kümmert sich um derartige Missstände, kontrolliert im Kleinen, vor Ort, interessiert sich für die unbequemen Wahrheiten. Wie gesagt: schädlich sind gern nur die, die versuchen, sie zu öffentlichen Bewusstsein zu bringen, in aller Regel erfolglos, bis was passiert; weswegen man dann irgendwann wieder verstummt, obwohl man über "Vorfälle" ohne Ende berichten könnte. Aber wen interessiert es denn länger und breiter, ob irgendwo wer ins Krhs geprügelt wird? Kleine Notiz in der Lokalpresse, fertig. Ebenso wie bei den Verkehrstoten: interessiert keinen, wogegen ein Einbruch bei Bohlen ein Riesending ist, ganz Deutschland bewegt etc. Ich glaube durchaus jedem, dass bei ihm die Welt noch in Ordnung erscheint, man hätte aber auch die Pflicht sich darum zu kümmern, wie Fußball woanders abläuft. Klar, momentan ist diese Schieri-Körperverletzung mit Todesfolge" ja nur ganz weit weg, in fremden Ländern passiert,, also kann man so tun, als hätte dies nichts mit uns zu tun, nur ein paar bös kritische Miesmacher stellen es so dar? Die Zukunft wird zeigen, wohin sich unser Fußball entwickelt, was von morgen aus als Normalität o. Ausnahme zu bewerten wäre. Es ist klar, dass immer diemit der Macht das Sagen haben, und das sind die, die im Fußball für Ruhm und Ehre stehen und den Rest aus dem Blickfeld verbannen. Ich fühle mich da total müde, weiter dafür zu kämpfen, dass das mehr wahrgenommen werde, was uns alle irgendwann ins Chaos stürzen dürfte, es scheint zu sinnlos, will ja praktisch eh keiner hören....

    Ich hatte es nur auf Wiesbaden bezogen, sonst hätte ich natürlich mal ein Kontrastprogramm mit genossen und mich "live" ausgetauscht. Aber Menschen sind nunmal träge: man motzt gern, aber kaum muss man das Geringste selbst tun, schon... Da ich der Fragende und (noch) kein Profi bin, vom Impro-Theater bzw. Gestalttherapie herkomme, liegt mein Fokus noch eher auf dem Sichten all der einschlägigen Literatur zum Thema: working in progress. Ansonsten kann ich dir nur aus meiner Praxis bestätigen, dass das, was nichts kostet, schnell als nichts wert betrachtet u. demgemäß behandelt wird. Man wartet endlos lang auf Rückmeldungen, verbindliche Planung wird gescheut, sobald man dann aber sein Angebot zurückziehen will, greift man wieder zu statt dass die Absage akzeptiert würde, - denn verpassen will man ja auch nichts...? Schon etwas skuril, und man fühlt sich selbst als billiger Jakob - nicht sinnvoll. Fazit: "unverbindliche Angebote" aus idealistischem Engagement bieten ein falsches Signal. Wenn man nur Kurse o. Coaching gegen Gebühr anbietet (wie ich es ja parallel tue - weit befriedigender für mich, da mehr Respekt bzw. positive Ergebnisse beim Coachee), ist's nicht allen Recht, aber befriedigender in der konkreten Zusammenarbeit. Kostenfreie Offerten biete ich nicht mehr an, bestenfalls nachheriges Bezahlen: bei Zufriedenheit. (Das Gute an der VHS ist, dass sozial Schwache stets die Kosten erstattet kriegen, sofern ihr Interesse groß genug ist, sich die Mühe der Beantragung zu machen, daher kann ich jedem nur Angebote über die VHS empfehlen: wobei der Dozenten-Stundensatz dort schon wie fast geschenkt anmutet...)

    der Fussball wird noch für weiteres gesellschaftliches Versagen herhalten müssen


    Es ist aber doch so, dass der Fußball grad im Schieri-Mordfall (ach nein, war ja nur "KmT") die Täter gut ein Jahrzehnt lang "ausgebildet" hatte, oder? Ging da nicht eine Saat auf? Wie kann er da wieder die Verantwortung nur an die Gesellschaft delegieren, wie es übrrigens alle bis hin zu den uns ruinierenden Banken tun? Immer sei "die Gesellschaft" schuld? Das ist doch lächerlich, denn diese Gesellschaft ist nichts weiteres als wir, alle und jeder einzeln! Wenn der Fußball immer schön bequem seine Probleme der Gesellschaft zuschiebt, zeigt er nur, WIE verantwortlich per Unverantwortlichkeit er ist! Sorry, das muss so drastisch gesagt werden, da dies Verantwortung-Wegdelegieren eben so sehr Usus ist. Und was im KiFu alles daneben geht, Kinder belastet, abstößt o. innerlich verrohen lässt, das wurde hier ja oft thematisiert. Da der KiFu uns nichts wert ist, zB finanziell qualifizierte Trainer o. Schieris, mental mehr demokratisch offene Dialoge, fachlich mehr Nachprüfen der Betreuerkompetenz/leistung etc., kommt dann das Ergebnis: Gewaltbereitschaft, tiefsitzende Aggression (oft geradezu gepusht statt besänftigt) statt Moral (denn Fairplay ist oft nur Lippenbekenntnis, also Lüge: das erfahren schon die Kleinsten!), seelische Verwahrlosung (per äußerlichem Siegzwang, der "Positionsidioterie u.v.m.), Fan-atismus (Abrichtung eben aufs Triumphieren über andere, Käuflichkeit von Erfolg, nur zur Passivität verurteiltes Anhängersein statt aktiv-freies Mitspielen, Mangel an reellem Sich-als-Selbst-erleben...) usw. Für mich ist der kausale Zusammenhang sowas von deutlich, wie der (Kinder-)Fußball die Gewalt produziert, ich kann nicht mal verstehen, wie man daran zweifeln kann, geschweige denn, dies komplett abzustreiten!!! Nur gibt es sehr viele Aspekte, die mit hereinspielen, so verwirren können.

    hatte wirklich sehr gehofft ass du was dazu schreibst, weil ich gespannt auf deine reaktion war


    Dafür erstmal danke! Tja, jeder ist Opfer seiner Bildung, daher verstehen viele Trainer (vor Ort) mich ja wohl auch oft nicht, obwohl ich mir hier echt Mühe gab, da die Sache mir wichtig ist. Also das Wichtigste: Freud unterscheidet Es (die Lust), Ich (der eigenständig Handelnde) und Über-Ich (die Gesellschaft, die uns unterbewusst vor eigener Reflektion diktieren will, was wir tun u. lassen sollen). Zum Teil benötigen wir die Über-Ich, das uns eben zu "sozialisieren" hat, denn unter lauter 100%-Egoisten würde eben Mord und Totschlag zur Norm gehören wie in der Steinzeit. Zugleich ist es aber die zivilisatorische Errungenschaft, dass jeder als Bürger seiner eigenen Angelegenheiten auch in der Gesellschaft frei für sich entscheiden, dann aber auch dies verantworten kann/darf. So erst wird Gesellschaft als Gruppendynamik statt nur Gruppendruck ermöglicht. Allzu autoritäre Erziehung untergräbt dies. Gerade die, die sich dann kulturell wie ökonomisch nicht voll zugehörig fühlen, neigen dann zur gewaltsamen "Revolte", zT eben auch völlig rücksichtslos gegen andere, was man dann Atavismus (o. Brutalisieren/Barbarisieren) nennt, das Gegenteil von "sozialer Intelligenz". Und schauen wir nun auf unsere Fußballplätze, nicht nur, aber vor allem in unteren Ligen (ohne TV-Kameras), beobachten wir genau dies. Dass man "antiautoritäre Erziehung" eben einfach von sich aus statt als das, was sie war bzw. sein sollte, versteht, ist wohl das Problem der "normalen" Bildung: man liest etwas, versteht es nicht, möchte nicht nachforschen, um besser zu verstehen (ohne Fleiss aber kein Preis, das ist nun mal so), verbreitet dann "einfach" die eigene, falsche Meinung. Mir tut das seelisch oft weh, daher dann evtl. allzu bissige Reaktionen, die gar nicht so gewollt waren, aber aufgrund der biografischen Geschehnisse vor Ort entstehen...


    Ohne die Bewertung von uwe hätte ich mich gar nicht getraut, dazu etwas zu schreiben, so ist da leider die Lage: Angst vor feindseligen Reaktionen. Hat mir grad ein Trainerkollege gestern wie folgt (in passiver Solidarität) zu geschrieben: Du warst zu gut und das Gute soll schließlich immer von ihnen kommen, daher werden die nie ein Turnier* melden, wo die Einladung an dich erging, und nie auf das hören, was du ihnen sagst. Daher haben sie dich doch kollektiv rausgeekelt: weil sie nicht auf wen hören wollen, der es besser als sie weiß...." Ich finde es super, dass du darauf wartetest, hören wolltest, muss dir aber ehrlicherweise auch sagen, dass es wie in der Schule ist: man kann keinem die Mühe abnehmen, selbst zu lernen, zu pauken, sich im Kopf Gewitter zuzumuten, wenn man besser verstehen will. Es geht nicht einfach um Fremdworte, sondern die Definition ihrer Bedeutung dahinter. Daher kann man vieles nicht einfach "übersetzen", es ist eben ein Fachsprache, die man zT so benutzen muss, wie SIE es vorgibt. Sonst passiert das, was man dann wieder als "Populismus" bzw. Populärwissenschaft" beschimpft, d alles auf den einfachsten kleinen Nenner runtergebrochen wird, so der tiefere Sinn verloren geht und damit die innere Überzeugungskraft des Wortes selbst. Es ist also keine Arrognaz! Die hasse ich grad, da sie oft die vor sich her tragen, die nicht offen u. frei diskutieren, aber Posten innehaben wollen. Hier aber liegt grad die Wurzel dessen, warum es mit dem Fortschritt in der Demokratie so wenig reell vorangeht: nur wenige verstehen doch zB wirklich, was die Finanzkrise bedeutet, Merkel & Co. nicht, das geben sie offen zu. Daher hört man auf die, die ihre Botschaft am besten zu verkaufen verstehen, die überhaupt eher (sich) verkaufen als (die Sache) besser verstehen wollen: die für eine reelle Lösung Falschen also. So türmen sich dann die Schulden- bzw. Fiktionsgeld-Berge immer weiter auf, bis das gigantische Kartenhaus zusammenkracht, und dann gnade uns Gott, das ist ganz sinnbildlich gemeint,. dann wird es teuflisch, ein Inferno. Sei mir bitte nicht böse, wenn ich nun nicht völlig auf Fahausdrücke verzichten kann o. mag, ok? Ich bin zu verkopft, kann halt nicht anders...


    *Hochkarätig besetzt, daher jammert ich ihm vor, da es wieder nur aufs Dorf geht, wo dann gebolzt wird, obwohl der Trainer doch aufsteigen will, von den Jungs tollen Fußball fordert: aber dazu muss man selbst eben auch was an Leistung (antiautoritäre Erziehung gehört dazu: pro kreativ-freiem Teamplay aufm Platz, wo die Musik spielt, nict daneben!) bieten, in Vorleistung, das ist ja der Trainerjob: ausbilden, was sich dann danach entwickelt, nicht aber nur Leistung abfordern, dann immer stärkeren Gegnern im direkten Vergleich ausweichen: wie soll das funktionieren?

    "Mangelhaft, am Thema vorbei",


    Dem ist leider so, aber interessant sind auch die 100%-igen Zustimmungssignale dazu. Antiautoritäre Erziehung hat einen gesellschaftlichen Bezug und das Ziel, die dem Kind eigene Autorität zu entdecken und zu entwickeln, statt dass ihm wie anno dazumal nur die übliche anerzogen, übergestülpt und aufgedrückt wird als "Über-Ich". Ich-Stärkung zwecks reeller Handlungskompetenz und mündiger, authentisch freier Bürger (der Citoyen) also, ohne rigide Gehorsam abfordernder Arroganz o. stets latent bedrohliche Aggressivität seitens der "Altvorderen", der Eltern, Lehrer, Trainer, Betreuer, Erwachsenen, ohne zwecks Gruppendruckerzeugung das Kollektiv insgesamt in Haftung nehmendes Abstrafen z.B., individuumorientiert auf positiv selbstaffirmative Gruppendynamik setzend. Doch wenn man noch heute vielen Kindertrainern zuschaut, erkennt man deutlich und oft ganz selbstverständlich unreflektierte Vertreter der "autortiären" Erziehung: gemacht wird, was ich sage, wenn ich pfeife, haben alle sofort zu schweigen, jeder hat auf genau der Position stehen zu bleiben, die ich per Aufstellung bestimme etc. Und dann wundert man sich über schlechtes, statisches Spiel und Misserfolge des geistig unbeweglichen, nicht von selbst motivierten Teams.


    Tja, und wo jemand der Eltern, die immerhin die hier vollzogene Erziehung ihrer Kinder letztlich vor diesen (als späteren, so jeder Karriere im Leben wie Fußball abspenstig gemachten Erwachsenen) zu verantworten hätten, "Widerworte" wagt, Tipp geben möchte, wie kreativ im Kopf bewegliches Teamplay entstehe, heranwachse, dann wird auch ihm "autoritativ" von oben herab begegnet: entweder sollen Eltern schlicht nicht rein-, dh mitreden dürfen (da, wo es um ihre Kinder, deren sozial-intelligente Prägung geht: das Kinderteam als Besitzstand des Trainers), o. sie werden selbst wie ein Kinder-Ich von oben herab behandelt statt von gleich zu gleich. Und so findet man sich dann im Verein zusammen, jedem sein "Revier", wo er allein das Sagen habe, darüber wieder ein "Chef" als Autorität, nur nie ein Dialog von gleich zu gleich, da würde es gefährlich für alle in ihren kleinen Revieren... Dagegen wendete sich einst antiautoritäre Erziehung, deren Früchte auch die heute in vielem genießen, die ihr dann "freiheitlich" im offen geführten Wort das Recht abreden, wo es Kinder betrifft, - und nicht jeder differenziert (statt nur engstirnig) dabei wenigstens in soweit, wie Basti das im Textverlauf ja tut. Grad Mi. wieder erlebt: der (neue) darauf stolze Trainer findet es toll, wenn alle pünktlich zu Trainingsbeginn auf Pfiff sofort Runden zu laufen beginnen, Abrichtung wie in der Hundeschule: schau wie alle nach meiner Pfeife tanzen u. parieren, bin ich nicht großartig? Dass einige Kinder das gar nicht begeistert, interessierte ihn nicht die Bohne, denn er ist ja der Boss, der Kopf von allen und für alle. Das auch anders ginge, ist ein gesellschaftliches Bildungsproblem: freies Spiel statt aggressiver Grabenkampf! Es ist sehr schade, denn schon in der Schule wird Mann gegen Mann gekämpft, um Noten, gegen Sitzenbleiben etc.! Was für Spieler/Menschen kommen da heraus? Da muss man sein Kind alsbald von befreien, obwohl es dort alle Freunde hat.


    PS: Dass Kinder, die von Natur aus lernen/wachsen/sich regen wollen, Bock auf Einsatz, Bewegung, Elan haben, das max. herauszukitzeln ist doch 1. Aufgabe eines Trainers! Und wenn diese Lust fehlt, sollte er sich immer fragen, was er falsch macht, statt auf die schimpfen, die unter seiner Fuchtel nur die "Abhängig-Beschäftigten" sind u. aufs ihnen Vorgegebene reagieren...

    Obrigkeit braucht auch geistige "Hoheit" bzw. Wahrheitssinn. Wer hat, lebt das heute noch, erstrebt dies? Es bietet sich heilloses Durcheinander, das gestern Republikaner, heute Piraten, morgen evtl. die "Grauen" nach vorn bringt, Programme, sinnvolle Planung o. Handlungskompetenz egal, Hauptsache Protest. Immer mehr unzufriedenes Unbehagen in der Kultur und Gesellschaft, das wussten Analytiker schon vor ca. 100 Jahren zu diagnostizieren, aber Null wahrhafte Lösungen, nur Kurieren an den Symptomen. Wohin wird uns das führen? Da man es nur dumpf erahnt, aber nicht einer gedanklichen Klarheit zuzuführen sich traut, verändern nur Kulissenschieber etwas, sei es in Gesellschaft oder Fußball. Immer läuft man den wegweisend schrecklichen Ereignissen nur hinterher, echte Vor- und Fürsorge gibt es kaum mehr, denn jeder ist sich selbst der Nächste, das grundlegende Doktrin hinter allen Masken des Gutmenschen. Sehr pessimistisch, aber wir sterben doch längst an der üblichen Überdosis an verordnetem Optimismus, daher empfinde ich es als Bürgerpflicht und Zivilcourage, da nicht weiter bloß mitzumachen, wie "man" in Verantwortungsflucht vor dem, was reell geschieht, soll und will.

    Danke, DSV, will zwar keiner wahrhaben, aber ich unterschreibe das sofort nach vielen Jahrzehnten Fußball. Und dennoch macht er Spaß, fällt man immer wieder auf ihn herein, das wohl macht ihn so erfolgreich. Warum wurde auch schon untersucht: viel Platz als Bewegungsraum, Teams von 2 bis 11 o. mehr Spieler, wenig Tore, daher spannender bzw. viel strategisch-taktische Fantasie, da auch underdogs gewinnen können usw. Doch heute will man oben nur die Menge in den Bann ziehen, so für sich (privat) abkassieren, den Rest nur rigide "sozialisieren"? Teamgeist, Fairplay, Respekt schreiben die Promoter über alles, aber die Realität? Leider wird Kritik in unserer Gesellschaft umso mehr ins Abseits gedrängt, je näher sie einer Wahrheit kommt; das schützt natürlich auch den Fußball davor, sich seiner Probleme reeller verantwortlich zu stellen. Ob sie ihn je ein- und überholen?

    Und du musst jetzt ganz stark sein: es gibt nicht nur schwarz und weiß. Es gibt auch grau. Für dich mag "grau" = "verwirrt" gelten. Das passt dann vielleicht besser innerhalb deines Tellerrandes und überfordert dich weniger.


    Wenn zwei heranwachsende Dänen, Deutsche oder Marrokaner einen Linienrichter ermorden (es wird vermutlich Körperverletzung mit Todesfolge werden), ist das m.E. nichts, was mit seiner Leistung als Linienrichter zu tun hatte. Diese Würmer (ich böser brauner Hetzer) hatten einfach Bock darauf, jemanden zu killen.


    Stark muss man wirklich sein, dich zu lesen: Würmer, die einfach Bock drauf haben, wen zu killen? Aber es "wird" Körperverletzung mit Todesfolge? Kann man zynischer sein? Hat das Opfer nicht etwas mehr Recht darauf, sich reell Gedanken zu machen, warum es sterben musste? Ja, und hätte wer, das "Kollektiv" der Fußballbegeisterten geholfen, wäre es dann jetzt tot, tot geprügelt vor aller Augen? Da macht man es sich äußerst "einfach", gefällt sich darin, Ungeziefervergleiche noch zu wiederholen? Welch Koketterie angesichts des schrecklichen Vorfalls, des realen Opfers! Ne, auf dies "intellektuelle" Niveau möchte ich nicht 'gehoben' werden, da haben schon Menschen gemordert, mitten aufm Platz, Menschen wie du und ich - oder doch irgendwie andere? Unsere Gesellschaft ist zwar längst vielfältig am Abgrund, aber Mord (oder eben KmT) so leichthin zum normalen Wahnsinn zu erklären, da bin ich nur geschockt: schwarzweiß denkst grad du, nur wild durcheinander comme il faut: sich der Sprachhülsen bedienend, wie man's grad braucht, Wahnsinn als normal, nur bitte nicht bei dir zuhause, wo man's gern auf gemütlich macht, alle Menschen gut seien, oder? Und was, wenn irgendwann das eigene Kind so ermordet würde, auf dem Fußballplatz? Würdest du dann genauso herumschreiben?


    Einfach die, die man jahrzehntelang im KiFu geprägt hat, bequem aus dem Fußball zu entfernen, rauszuwerfen, das ist wieder die für einen selbst einfachste Lösung: Problem weg, sollen sich andere, "die Gesellschaft" drum kümmern ("Ich bin's nicht, AH ist's gewesen, hieß mal ein Film zu dieser Denkfigur in den Köpfen von Otto N.), sorry, wenn das so kritisch ist. Nein, der Fußball hätte sich seiner Probleme anzunehmen statt wieder mal alles an den Nächsten zu schieben, der dann genauso verfährt. Wobei unangenehme Wahrheits-Verkünder stets ausgeschlossen werden vom "öffentlichen Diskurs", der genau die Ursachen für sich findet, die jeder will, nur nie ganzheitlicher zu begreifen sucht. So verkauft sich unsere tolerante Gesellschaft jedem: bestens, denn per Gleichgültigkeit wird alles toleriert, auch ein Mord: "normal" gemacht, natürlich nur Körperverletzung, dh gar nicht gewollt etc. Genau das muss so fatalistisch stimmen in unserer rational aufgeklärten Gesellschaft, jeder gibt sich doch neunmalschlau, meint, alles zu durchschauen, nur tiefer nachzudenken, sich selbst in allem wieder zu erkennen (wie es wahre Rationalität als sich nachfragender Reinigungschance menscheigener Vernunft von sich selbst in seinen Affizierungen, blinden Flecken usw.), das kann man derweise perfekt vermeiden. Ja, es ist auch sehr schwer, sich selbst als "Gläubiger" eine Spur auf die Schliche zu kommen, in sich zu gehen, wo um einen herum äußerstes Getose der Mediengewitter vorherrscht... Also kein Vorwurf an die, die da zurückweichen o. es nicht sich zutrauen, aber man sollte sich doch angesichts all der 'Untaten' in unserer Welt nicht ständig so ungeheuer selbstgewiss 'verkaufen' und dabei selbst hintergehen, im Spiegel all die künstlichen Masken bewundernd statt sich zu entreissen, um Gesicht zu zeigen, ab und an. Ja, die anderen sind die Würmer, und man selbst, immer der glänzende Held oder Star dieser Erde, den nichts in seinen Grundfesten erschüttern könnte? Wer ist da eigentlich mehr Star, wer das Monster, indem allen Sand in die Augen gestreut wird? Einfach mal über sich selbst nachdenken, wann man reell der Held seines Lebens war, für den sich jeder doch gern hält. Vllt hilft das, ein wenig öfter so auch zu sein, wie man es glaubt, Realitäten heldenhafter wahrzunehmen, denn so fängt Wahrheit an: wahrnehmen, was ist, nicht, was sein soll und einem gefällt... Sorry, ich klink mich hier aus, nimmt mich zu sehr mit, ich kann da nicht so locker drüber schreiben.

    Was macht der Fußball aus vernünftigen Menschen?


    Da wird hin und wieder irgendwie ein Hebel umgelegt und aus ansonsten vernünftigen Menschen werden Primaten.


    @Kicker: Danke für den Hinweis
    "aber die Statistik ist eindeutig, dass nicht Dänen das Problem sind, oder?"Wäre ich gar nicht drauf gekommen...


    Das hoffe ich auch, denn sonst würdest du ja trotz diesem schrecklichen Todesfall nur bewusst Blödsinn schreiben, um die Leute zu verulken, denn das Dänenbeispiel war deines! Das sollte sich doch aus minimalstem Respekt vor dem Opfer verbieten,oder? Aber wenn jemand offenbar so schlau ist, passt diese Hoffnung irgendwie nicht, ist aber eine individuelle Gewissenssache, wo und wie man Witze macht, s. auch die Rede von Hirnlosen o. Würmern, wo du Menschen meinst. (Indirekt lehnst du dich da an Ungeziefervergleiche aus der Szene der "braunen ..." u.ä. an, falls du das nicht bedacht hast...) Erst schreibst du, die Tat habe weder was mit Fußball noch babylonischem "Mentalitätschaos" (als Herz unseres Landes?) zu tun, nun wieder mache der Fußball aus Menschen Primaten. Man kann über all diese Zusammenhänge diskutieren, eben "politisch", anthropologisch o. anhand empirischer Beispiele (die ich im Fall einer Ü40 durchaus bestätigen kann: was da Freitagabend zT abgeht, zeigt, wofür Fußball so alles missbraucht wird: als per Laufen u. auch mal Schreien gesundes Aggressionsventil ist er längst aus dem Ruder geraten), aber derart wüst? Ich würde erst meine Gedanken prüfen und ordnen, dann die Tastatur bedienen, denn wo nun deine Position liegt, wie soll man das noch erkennen? Bist du so verwirrt o. willst du Verwirrung nur stiften? Es ist natürlich schon interessant, wie Menschen gestern so u. morgen ganz anders "denken" zu können scheinen, aber bringt das dann irgendwie weiter, außer du sagtest, du hättest dich aus diesem o. jenem Grund korrigiert: doch das Ü40-Spiel fand ja offenbar früher statt, nicht gestern abends...

    Kriminalität ist in erster Linie abhängig von der sozialen Schicht. Ich zitiere die Universität Koblenz


    Dazu fällt mir nur die unter Wissenschaftlern durchaus gängige Weisheit ein: traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Weiterführend ist jedoch, warum man stets versucht, Wahrheit zu verfälschen, dann uns Volk zu verkaufen. Es ist mit allem wie mit der Finanzkrise: wir haben längst fertig, doch müssen sog. Politiker so tun, als sei alles in bester Ordnung, in Massen Geld drucken, in Massen neue Menschen ins Land holen, einen Rürup als Sachverständigen inszenieren, der uns dann erzählt, wie sehr alles (dank Geldblüten)entgegen jeder Logik bei uns bald blühen wird (hat ja schon bzgl. der DDR bei Kohl geklappt).... Und man glaubt es nur allzu gern, ebenso, wie man alle Opfer nur kurz o. gar nicht würdigt, um nur ja nicht tiefer nachdenken zu müssen, in welch Falle wir uns selbst eingeschlossen haben. Ich sehe jede Woche auch, wie im Jugendfußball schon bei den Kleinsten die Gewalt wie die Gleichgültigkeit gesät werden, wie kann man da über Ernte noch erschrecken? Wären wir den Opfern nicht mehr schuldig? Opfer sehe ich viele, kleine wie große, unscheinbare wie entsetzliche, doch wo ist die Wurzel all dessen, doch in unseren eitel stolzen Obrigkeiten, wo sonst?


    Wir bewegen uns nah am oberflächlich übertünchten Abgrund, nicht nur im und wegen dem Fußball, aber auch. Soziale Schicht sollte in freiheitlicher Ökonomie doch das Ergebnis des Tätigseins sein, nicht aber Ursache dafür. Von daher muss die Uni Koblenz hier grundverkehrend vorgegangen sein, vermutlich ganz bewusst - oder aber die ökonomische Liberalität ist eine Lüge, Kriminalität ihre Quintessenz, was das Wirken der Banken in den letzen Jahren zu belegen scheint (und der Staaten, ist das Schuldenspiel mit dem Bankrott, mit dem Tod der Gemeinwesen nicht auch kalkuliert?). Wir sind in einer bösen Falle, bevor wir uns dies aber nicht mal eingestehen wollen, wie sollten wir uns im Kollektiv da selbst therapieren können? Den einzigen sozialen Zusammenhalt, den unser Staat den babylonisch zusammengewürfelten Menschen bot, ist das materielle Wohlstandsversprechen. Wo es nicht greift, da man individuell nicht fähig ist, seinen Wohlstand zu vermehren, bricht es menschlich schnell auseinader, so weit, so wahr, doch wer soll uns als (gemäß der Schwerkraft endlichen Daseins) nur in sich träge kreisen könnenden Wesen diesen widernatürlichen Luxus im Zusammenleben finanzieren? Wie können Wissenschaftler auf Utopien von Wohlstandsparadiesen bauen, wo Mangel und Knappheit der Realität entsprechen? Da liegt ganz sicher nicht die Lösung der Probleme, soviel scheint mir klar, in Sachen Lösung kann man ehrlicherweise nur Fragender und Suchender sein, aber dieser Weg ist nun mal im Kopf sehr anstrengend, zumal es von einer möglichen Lösung bis zur realen Umsetzung unter Menschen ein unendlich langer Weg scheint, daher liebt man Utopien guten Glaubens ja wie gefälschte Statistiken so inbrünstig: Hauptsache sie beruhigen fürs Erste die Wahrnehmung dessen, was uns erschrecken u. nie mehr ruhen lassen müsste...

    "Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen wider Deinen Nächsten" heißt das Zitat korrekt und hat mit diesem Zusammenhang nix zu tun.


    Ok, als Atheist, der nur zwangsweise Religionsunterricht genießen dürfte, hatte ich es falsch in Erinnerung, aber es hat viel mit der Sache zu tun: denn jedes Zeugnis über andere ist eines wider sie und daher ein falsches, wenn man nicht über die göttliche Gabe vollkommener Introspektion verfügt! Daher tun auch Schulen unseren Kindern systematisch Gewalt an und immer mehr Kinder leiden darunter sehr. Nur wird uns dies als völlig normal u. unabdingbar verkauft u. die Schulen, die davon im Rahmen des vom Staat Erlaubten abweichen u. so den Abrichtungszirkel ein wenig auflockern, kennen viele gar nicht. Wenn nun viele Eltern/Trainer noch in der wenigen Frei-Zeit beginnen, diese Schule nachzuahmen, sie in alle Bereich zu verlängern, kann das für Kinder kaum gut sein, oder? Irgendwann brauchen Menschen auch mal Entspannung - oder sie zerbrechen innerlich! Fairplay gegen Kinder sorgt dafür, dass KiFu IHR Fußball bleibt, was oft nicht so ist... Die Trainerbewertung durch Kinder/Eltern - als selbstkritischer Dienstleister am Kindeswohl - hab ich selbst gemacht u. anderen oft vorgeschlagen, doch bisher hat die jeder abgelehnt - aha.

    nicht unbedingt gewünscht


    Ok, ich dachte, es sei von dir nicht gewünscht. Das Beispiel mit den Dänen finde ich zynisch und unterirdisch schönfärberisch: in welcher Welt lebt man denn da? Schon jemals Berichte über die Spielberichte unserer monokulturellen Vereine gelesen? Jeder, der selbst aktiv Fußball spielt, weiß genau, gegen welche Mannschaften man zittert, dass es friedlich bleibe, auch wenn da nicht alle so übel sind, dass Angst mitspielt, aber eben sehr viele. Ob es nun ein Bildungs- o. Mentalitätsproblem sei, interessiert keinen, wenn er zusammengetreten o. -geprügelt wird, aber die Statistik ist eindeutig, dass nicht Dänen das Problem sind, oder? Stefan67, du hast Recht: Helfer wären am Ende noch bestraft worden - unser Fußball ist so!

    das wird politisch, ist klar, oder?


    Und soll man es deshalb totschweigen, sind wir nach 2 Diktaturen schon wieder so weit in Deutschland, dass Wahrheit nur im Kopf stattfinden darf/soll? Ich kann mich nur wundern: Gewalt fängt immer erstmal an: in den Köpfen, im Kleinen, irgendwo vor Ort, natürlich ganz weit weg, aber plötzlich steht sie auch vor der eigenen Tür, gibt es den Flächenbrand - und dann ist das Gejammer all derer, die vorher mit Politik sich nie befassen wollten, meist am größten und lautesten: nein, das hätten wir nie erwartet, in den schlimmsten Träumen damit nicht gerechnet, denn wer konnte denn von sowas ausgehen, daran denken... Unser Fußball hätte längst tiefgreifende Reformen nötig, aber weil es politisch sei, soll man nicht kontrovers drüber diskutieren? Aber all die guten Gaben der Politik, all die direkten und indirekten Geldtransfers, die nimmt der Fußball doch auch stets, fordert sogar immer mehr davon, wie das? Also: richtig, das sollte politisch werden, aber: nein, das ist nicht schlimm, sondern dringendst erforderlich. Ich fürchte aber unsere Massenmedien werden uns nur kurzzeitig für unsere Affekte die Sensation liefern, jede Debatte wird aber wie stets ausbleiben, weil alles ja so toll sei. Denn auch hier will doch kaum jemand mal angesichts dieser Extreme wirklich mal in die Tiefe gehen, sich den Kopf zermartern, was das mit uns allen zu tun hat: Mal ehrlich, man tut immer so, als ob man tief betroffen sei, aber schon morgen hat man es abgehakt, same procedure as usual, oder? Man sollte aber generell mal bedenken: Fußball wird auf dem Platz gespielt und Fan kommt von fanatisch, auch wenn es hier "Spieler" waren: die Atmosphäre wird stetig von außen aufgeheizt, längst geht es nicht mehr nur um Spielen, der Sieg zählt alles, vor allem für die draußen, neben dem Platz. Das macht unsere Kinder ja schon verrückt, wie erst die, die gesellschaftlich nicht ganz so "verortet" sind? Und auch passen monokulturell sich abschottende (Kultur-)Vereine o. "Gangs" und multikulturelle Weltoffenheit nun schon mal rein logisch nicht zusammen. Immerzu verschließen wir in der "Mehrheit" träge unsere Augen, und dann wundern wir uns, was alles so passiert...


    Ganz schön naiv, nur dass soviel Naivität eben schon fahrlässig ist, die Untaten mit heraufbeschwört, meine ich. Politikwissenschaftler warnen schon längst vorm Weltbürgerkrieg, nur will "Man" dies gar nicht wahrhaben, da man dann ja danach handeln müsste statt einfach bis zum großen Knall weiter unverantwortlich im Konsumparadies zu schwelgen. Tut mir leid, dies ist nun mal so rausgebrochen, - ohne dass ich meine, im Handeln besser zu sein, dafür sind wir alle viel zu tief in der Zwangsapparatur namens Gesellschaft verstrickt, nur eins weiß ich: irgendwie würde ich da gern raus, irgendwie nimmt das Unheil immer mehr seinen Lauf, ohne dass es eine große Bereitschaft zum Erwachen gäbe, im Gegenteil, die vielen gutbezahlten Marketer tun alles, damit möglichst wenige im Schlaf ihrer Vernunft gestört werden, oder? Sorry, war politisch, aber auch nur 1mal, aber mich erschüttern solche Untaten im "KiFu" leider noch durch und durch, da bricht das Entsetzen ein wenig heraus, ohne Antwort zwar, aber wie sollte Fußball nicht politisch sein...? Fragen muss man, auch wenn man keine Antworten u. Patentrezepte weiß! Habe fertig.


    PS: Ein Wichtiges habe ich noch vergessen: alle haben offenbar mal wieder nur zu-, dh bis zum bitteren Ende weggeschaut, oder wieso hat keiner geholfen? Ist die Angst vor deiesen "Rudeln" etwa längst innerlich so groß? Und da lamentiert man dann noch großartig, was man sagen o. fragen dürfe? Wäre das nicht völlig krank, wie man sich da belügt, dies offiziell zur politisch korrekten Doktrin wird? Wenigstens etwas verwirrt sollte man da doch mal werden, oder? Wegschauen habe ich übrigens "im Kleinen" auch dies WE wieder erlebt: der Trainer, der mich rausgekickt hat (wie jeden, der besser ist als er), wechselt bei einem Gegentor ein Kind aus u. ließ zu seiner Frustkompensation ein Riesendonnerwetter ab, unerbittlich, bis das Kind Tränen in den Augen hatte, erst dann ließ er ab. Alle schauten zu u. auch mich haben die Vereinsmeier ja längst im Kollektiv mundtot gemacht: sagst du weiter was, muss dein Kind sich ein neues Team suchen, hieß es unmissverständlich. Soll ich nun weiter anderen Kindern zur Seite treten, damit mein Kind dann den Preis bezahlen muss, wobei es auf Dauer eh sinnlos ist: Wäre ich als Beobachter weg, dürfte es eher noch schlimmer werden! Ist das denn keine Gewalt, nur weil man die Wunden äußerlich, körperlich nicht sieht? Und wenn dies Kind später als Jugendlicher auch in aufgestaut blinder Wut zutritt, wer hat es dann zu verantworten, nur der Jugendliche, oder auch die früheren Trainer und all die mundtoten Zuschauer, die seelenruhig hinschauten? (Natürlich waren die Eltern dieses Kindes nicht da, welch Zufall, nein, Kalkül: das willkommene Aggressionsopfer als Ventil...)

    "................. ein diamant entsteht nur unter druck - sehr großem druck -, ansonsten bleibts nur kohlenstoff"


    Hhm, also viele meinen ja, man könne Spieler wie in einer Hunde -oder Pferdeschule auf mehr Leistung abrichten, auch der Vergleich mit Steinen, die man "schleifen" müsse, ist gängig, aber selten erfolgreich. Ich denke auch Spieler sind und bleiben in erster Linie Menschen ;)
    Erlaube dir kein Zeugnis über deinen Nächsten, so o. ähnlich heißt es zwar in der Bibel, aber das ist in der gesellschaftlichen Praxis ja längst "kassiert" und passé. Zeugnis miteinander geben, ist aber auch Feedback, Aufmerksamkeit füreinander. Bzgl. dem Freizeitvergnügen könnte man aber Ärger mit denen bekommen, die sich zu schlecht beurteilt fühlen, bzw. deren Eltern. Im Prinzip ist es konstruktiv zu erfahren, warum man denn oft auf der Bank schmoren o. eine ungeliebte Position beziehen muss, wenn der Fokus auf positiv möglicher Veränderung liegt. Doch wer ist schon wirklich dafür offen, dh vollends kritikfähig/-bereit? Wie wäre es statt per Zwangsabgabe wie in der Schule o. Arbeit mit nem freiwilligen Angebot als lockerer, helfender Veranstaltung? Für die, die es wissen wollen, die dann andere auch ins Grübeln bringen dürften, sich mehr für die Gründe hinter dem Trainerverhalten ihnen gegenüber zu interessieren? Aber vor allen anderen Schwächen o. negative Benotungen outen?


    svtrainer: der Bericht würde mich interessieren, hast du einen Link o. kannst du ihn hier rein kopieren? Das predige ich nämlich seit Jahren meiner Frau, wenn sie zB vor Klassenarbeiten mal wieder meint, dass da aufs Training zu verzichten sei, was ich für ein völlig falsches Signal an Kinder halte: als würde solch panisches Lernen auf diese Arbeit hin langfristig etwas positiv bewegen, das Gegenteil ist doch der Fall: man wird zum "Kurzarbeiter", verliert die am guten Leben haltende (Ziel-)Struktur aus dem Sinn, wenn man einfach alles fahren lässt, weil äußerlich ein Termin vorgegeben wird, der dann allbestimmend wird. Denn Engagement als höheres (pro-)aktives Niveau auf verschiedenen Lebensebenen - hier Schule u. Fußball - läuft parallel, nicht gegeneinander. Entweder die Einstellung stimmt, es hat click gemacht - oder nicht, aber ein Gegeneinander-ausspielen von Schule und Sport, wie es viele Eltern praktizieren, ist doch grundverkehrt im Ansatz... Daher ist Überzeugungsarbeit und Frei- bzw. Eigenwilligkeit im Lernen auch viel produktiver als per äußerem Konflikt mit Trainern Stress erhöhender L-Druck, meine ich. Hinweise, was gut o. schlecht sei, weiterbringe o. blockiere, braucht aber jeder.

    Mal gar nicht aufs Spiel eingehen, ist ne gute Möglichkeit.


    Ich glaube, da war nur das Resultat - negativ eben - gemeint. Ich würde gerade das Spiel nüchtern als Chance zum Lernen positiv betrachten (lehren), obwohl natürlich Erfolgserlebnisse für Kinder als Belohnungsgefühl schon sehr wichtig sind, sonst die Moral und Motivation leidet u. irgendwann zum Versiegen kommt: dann steckt man in einer Abwärtsspirale fest, kann nur noch aufs Zufallsglück hoffen: plötzlich trifft der Stürmer nach langer Ladehemmung wieder und alles ist anders, das Leben beginnt von vorn, neu. Daher soll die Hoffnung zuletzt sterben und: man muss auch geben können. Humor ist, wenn man trotzdem lacht: über sich selbst lachen kann, denn das befreit innerlich. Viel Glück u. denkt später mal zurück, wenn ihr eine Siegesserie habt und andere die Seuche am Fuß: dann die aus Fußball-Leidenschaft etwas aufbauen statt etwa noch verhöhnen, was ja häufiger vorkommt! Von daher kommen nämlich meist erst diese "Ich bin ein Loser"-Gefühle, wobei Mitleid das Schlimmste ist: sich entschuldigen, dass man "unverdient" gewonnen hat, ist schon besser, das kann man auch mal als Positiv-Erlebnis herausstellen, als gelebtes Fairplay in den Köpfen... Emotion ist gut, wenn man obsiegt, schlägt aber im Verlierer oft ins Gegenteil um, blockiert positive Antriebskräfte. Wenn man Spiele nüchtern als Lernchance definiert, verhindert man oft Letzteres. Emotion kann man auch mehr im Training als Fokus leben, sich unabhängiger von Resultaten machen, dem Befürchten des Gegntors als selbsterfüllender Prophezeiung.

    mach dir keinen zu großen Kopf


    Das würde ich auch sagen: nie zuviel wollen. Wenn man Pech hat, kann man es nie ändern, nur lernen, dies besser hinzunehmen, angefangen bei den Trainern, von denen her sich diese "stoische" Einstellung dann auf die Spieler prägend überträgt. Vorm kontrapunktuellen "Starkreden" möcht ich warnen, da sich darin unterbewusst die enttäuschte Erwartungshaltung mitteilt. Es ist gut gemeint, kann aber unter der Hand schnell ins Gegenteil umschlagen. Generell kann ich da nur Mentales Teamcoaching empfehlen, wozu ich einen Thread eröffnet habe, um sich unter relativ Unwissenden auszutauschen u. so Erfahrungen kollektiv zu sammeln, um mehr Wissen zu generieren. Eure Ansicht, wie weit wir dabei gediehen sind, was wegweisend ist o. nicht etc., wäre evtl bereichernd.

    Danke für die Hilfsversuche! Leider bin ich kein Trainer (mehr)... Den eigenen TW stark zu machen, muss es lange dauern? Kommt auf den Maßstab an. Und ob er selbst TW sein will! Ich hatte (trotz persönlichem Ehrgeiz, den ich aber als Aktiver auslebe, nicht über Knder ausleben muss/will) stets nur "Zweite" als Team, künftige National-TW kann man da eher nicht "entdecken", dazu wäre ich als Feldspieler ohne viel Ahnung vom TW-Dasein auch nicht befähigt. Der erste TW wurde zu mir abgeschoben mit den zynischen Worten "Den kann keiner gebrauchen, nun kannst du sehn, wie du ihn rausekelst", er war nicht mal 7 Jahre, noch Feldspieler u. hatte eine Art Klumpfuß. Da für mich klar war, dass er im Fußball nur im Tor jemals erfolgreich (dh nur, dass er irgendwo in einem Team mitspielen dürfte, weil man ihn auf Basis seiner Leistung statt aus Mitleid, Vitamin B o.ä. will) landen könnte. Die Grundtechniken beobachte ich schlicht bei TW-Trainings des lokalen Platzhirschen sowie bei einer FFS. Ich forderte keine Hausaufgaben, gab aber (Jedem im Team) à la "Sophies Welt" kleine Zettel mit je einer Übungen, die die Kids zuhause üben könnten, falls sie wollten u. Lust hätten. Die Eltern belächelten mich, die Kollegen bezeichneten mich als Psycho-Doc (da würde ich aufpassen, wurden die Eltern hinter vorgehaltener Hand gewarnt), aber die Kinder übten zuhause u. später erfuhr ich, dass der Torwart in spe jeden Tag wie ein Verrückter allein an der Häuserwand Fangübungen absolviert habe, zT eine Stunde lang. Eigenwille: der 1.Weg zu Erfolg? Da er nichts per Zwang erlernen sollte, sondern selbst entscheiden dürfte. Er entschied sich für sich selbst! Nach 1 Monat war er die Nr. 1 und hatten den anderen, nicht fußkranken Kandidaten klar hinter sich gelassen u. nach einem Jahr kam der Trainer der Ersten, erkannte ihn nicht wieder u. forderte, dass dieser TW in die Erste gehöre. Noch blieb der Junge seinem Team treu, doch später meldete die Mutter ihn gegen seinen Willen ab (wg. Stress mit anderen Müttern) u. so ging's bergab, da das neue Team einen via Eltern gut vernetzten TW hatte, dürfte er nur Nr.2 sein, verlor seine Motivation, saß viel auf der Bank u. den Rest kann man sich denken: ohne Erfolgserlebnisse hört der auf, der wachsen will, aber nicht kann... Dennoch hat er einmal im Leben seine Behinderung vergessen können, diese Zeit sichtbar u. erfolgreich genossen, war für seine Leistung akzeptiert und das zählt. Später bei Hänseleien o. im Studium kann er sich vllt daran erinnern, daraus Motivation ziehen etc.


    Ein Fliegenfänger war er nie, so erscheinen längerfristig doch nur Kinder, die selbst gar nicht TW sein, so nicht vernünftig trainieren wollen o. blockiert werden. Daher wäre für mich die erste Aufgabe zu fragen, wer bist du, was willst du, dann zu sagen: so kannst du es erreichen. Kinder lernen vllt sogar besser von selbst. Mein Sohn wurde auch nie TW-spezifisch trainiert, hatte sich die wesentlichen Techniken schon selbst beigebracht, als ich dann mal mit ihm beim hiesigen kommerziellen TW-Trainer war, der fair sagte: der kann im Prinzip alles, muss nicht extra die 40 Km zu mir kommen (Geld nimmt er, aber nur da, wo er reell wen verbessern kann u. es sinnvoll ist, daher hat er meinen Respekt, obwohl ganz arme Kinder leider keine Chance haben, bei ihm was zu erlernen: nur soll es deshalb den bessergestellten auch nicht vergönnt sein? Klar, kostenlose TW-Trainer wären noch besser...). On topic soll das heißen: wer TW-Training kann u. kostenfrei bietet, ist natürlich am besten bzgl. KiFu, aber auch jemand, der bzgl. TW eigentlich gar nichts kann, kann einiges bewirken, indem er Kinder einfach selbst machen lässt, bei richtiger Technik lobt, bei schlechter anfeuert, es weiter zu probieren. Kinder sind noch sehr lernbereit, suchend, daher finden sie vieles selbst heraus, auch über Schmerz, den man ihnen gern ersparen wollte, doch vertieft uU der Schmerz im Sich-selbst-aneignen gerade erst die Erfahrung, schärft auch den Willen, sich selbst zu erkämpfen, gerade bei TW: wer einer sein will, würde der aufgeben, wenn nach einer halben Stunde die Hüfte wg. falscher Falltechnik weh tut - oder macht der weiter, kann aber wen gut gebrauchen, der ihm zuspricht, ermutigt? Wie ist die Ansicht der Profis, ich habe ja nur wenige Kinder-TW live miterlebt?