Mentalcoaching sollte zunächst einfach auf Geistesbildung abzielen, wie es das Wort besagt: unterstützend. So ist etwa Kinderphilosophie heute populär - und vor allem: bei Kindern selbst beliebt, worauf es immer ankommt. Ebenso Kinderschach. So fing ich auch mit dem MC bei Kindern in Koop mit einer Schachschule an: logisches wie geometrisches Denken auf dem Platz als dessen innerste Wahrheit lernen. Natürlich buchten viele Kinder dann wie unser jüngster Schachkurse u. es machte sie "im Kopf" stärker. Er steht in Mathe heute zwischen 1 und 2, der ältere, der noch kein MC u. Schach erhielt, leider zwischen 4 und 5. Auch fußballerisch sind zum einen die damals eher experimentell geschulten Kinder (die Schwächeren, deren Eltern sie schickten) alle noch aktiv (wogegen im allgemeinen ca. 50% schon aufhörten) u. wurden Stammspieler, meist im defensiven Mittelfeld, wo sie offenbar gut die Bälle verteilen. Ein Kind zB fing erst mit knapp 10 mit Fußball wg Freunden an, wo die ersten längst aufhörten, er traf keinen Ball, sein Trainer verdrehte nur die Augen u. gab 7 Monate vor, der Spielerpass käme vom Verband nicht, wehalb er den Jungen leider nicht einsetzen könne... Nun ist er 12 u. verteilt mit simplen, schnellen Passspiel von hinten die Bälle, stellt sich gut gegen Stürmer, läuft motiviert Räume zu etc. Fußball ist eben so enfach erfolgreich zu spielen, wo der eigene "Kopf" mitspielen kann, darf! Daher kann ich nur immer wieder dafür plädieren, Mentalcoaching nicht irgendwie methodisch zu verkürzen, es so von eigener Warte aus Kindern zu rauben, sie ohne Gegenpol fremden Köpfen auszuliefern: denn viele Wege führen nach Rom; alle, die Kinder bzw. Spieler reell voranbringen u. mehr Stärke, dh vor allem "Beweglichkeit" im Geist verleihen, sind für sie gute, völlig egal, wie Erwachsene von oben herab das beurteilen.
Ja, starke Kinder mit mehr Rückgrat sind für viele im Vereinssport offenbar eine große "mentale" Bedrohung, die Folgen für Kinder wie mich hab ich oft erlebt. Wie soll man den Trainer einer B-Bundesliga (der MC immerhin aus Neugier o. wg. dem Misserfolg zuließ) denn beurteilen, der seinen "Schützlingen" einbleut: Widerworte gibt's bei mir nicht, wer widerspricht, fliegt sofort aus dem Team (wie dann ich, als ich etwas kritischer wurde). Was nützt die DFB-A-Lizenz als Schein, wenn man gar nicht real versteht, wie 16-jährige ticken: dass es für ihr Selbstvertrauen das Wichtigste ist, eigenes Denken, Widerspruch u.ä. fürs Selbstwertempfinden und den eigenen starken Willen riskieren zu dürfen, da sicher auch Grenzen zu erfahren, aber in Maßen der Teamverträglichkeit, nicht von Willkür, die sie klein macht u. halten will. Ist es da verwunderlich, wenn das Team nur verliert? Daher ergänzt Coaching eben Training, sollte personell strikt getrennt sein: der Trainer muss darauf schauen, dass das Team u. alle Teile in ihm reibungslos funktionieren, ein Coach sieht die Teile des Ganzen auch selbst als Ganze: dass es immer Reibungen gibt und es gut ist, da so erst die innere Energie mental entsteht. Die Frage hier sollte denn auch sein: wo, wie, warum, nicht nur Ja o. Nein!
Mentala: Ich gehe nun davon aus, dass du Psychotherapeutin bist u. so ausgebildet wurdest. Da dies für mich nicht gilt, die Frage: ist nicht Methodenpluralismus Teil des Lehrstoffs? Wenn jeder Coach o. MT zwingend Therapeut wäre, ist es dann nicht verständlich, dass es die Vorurteile gibt, man müsse ja irgendwie krank sein, wenn man sich mental beraten lässt? Ich setze da viel moderater an: jeder Mensch benötigt als Einzelwesen eine Art Lebensberatung, im Alltag genügen meist Familie o. Freunde, doch in spezifischen Bereichen gibt es fachliche Einsprengsel, die sie nicht kennen können, daher kann u. sollte man hier bei entsprechendem Interesse am Vorankommen Rat suchen - und danach auswählen, was er reell für die Praxis bringt, nicht nach Papier u. Schein. So ist ein MC Dienstleister u. jeder muss seine Dienste für sich bewerten, Eltern natürlich für ihre Kinder genau hinsehend. Allgemein gegen MC zu hetzen, ohne eigene theoretische Kenntnis finde ich unseriös, ist aber üblich: krankt man am Körper geht man selbstredend zum Arzt o. Physiotherapeuten u. keiner findet was dabei, will man Seele o. Geist stärker machen (ist noch nichtmal krank), gerät man aber unter Verdacht? Merk-Würdig, wo unsere Kultur doch auf den Geist aufbaut, nicht auf Muskelkraft wie in der Steinzeit!