Beiträge von Keller-Kicker

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    es ging um das Problem im anderen Forum, inwieweit man dort praktische Fragen stellt, was nicht der Sinn war. Deswegen hat Kicker dieses Forum eingerichtet. War doch 'ne gute Lösung, oder?


    Danke! Schon zB in der Fahrschule werden 1. Theorie u. 2. Praxis getrennt. Würde jeder gleich praktisch losfahren, würden viele überrollt, Schwächere wie Fußgänger ohne Auto-Panzer zuerst. Im Alltag tauchen natürlich zuerst praktische Fragen auf. Jeder kann selbst entscheiden, ob er beim Fachmann um Rat nachfragt u. versucht, hinter die Kulissen zu schauen, Angebote in ihren Grundlagen zu prüfen u. sich selbst schlau zu machen: wobei man nie schlau genug sein kann, um alles echt zu wissen! Bei den meisten Dingen bleibt man außen vor wie bei anderen Menschen, selbst den eigenen Kindern. Zudem ist alles stets im Wandel. Das macht Theorie so schwierig: man lernt nie aus, wie's heißt.


    Mangelnde Lauffreude ist oft in Teams Problem, s. Thread "ruhige Kugel schieben". Gute, kreative Pässe (offensiv in freie Räume statt nur verlagernd quer) kann man nur spielen, wo andere sich bewegen, auf Verdacht hin laufend in freie Räume starten. Das aber tut man nur gern u. spontan, wenn man in sich Energieüberschüsse, Triebimpulse verspürt, und sei's per Vorstellung im Kopf. Aber wie kriegen Trainer die rein? Mechanische Übungen können in automatisierendem Drill Verhalten ändern, aber auch im Kopf? Und was nützt es, wenn 1er im Team Pässe in Freiräume spielt, aber keiner in sie startet: sie werden Rohrkrepierer, Fehlpass, er wird dafür ausgewechselt statt belohnt. Ebenso wenn er Abwehrreihen hinterluafend ins Zentrum startet, sobald deren Raum ungedeckt ist: denkt keiner mit, sieht keiner intuitiv hin, war die Mühe umsonst u. wird irgendwann einschlafen. Ist so nicht Teamplay Schlüssel fürs MT? Aber wie Teams, ihre Trainer mehr fürs Kreative als spontan wirksame Bewegungskraft öffnen? Das Einzige was mir einfiel: zufällig genial offensive Momente überschäumend heraushebend loben, einfallsloses Quergeschiebe zwar als Teamplay dulden, besser wie Eigensinn o. Trägheit, aber nie positiv verstärken ?(

    Also, auch mir macht der Austausch in praktischen Fragen natürlich viel mehr Spaß, da man schnell ein Ergebnis im Kopf hat, alles besser veranschaulichen kann, konkret statt abstrakt klingt, auch einfacher ist etc pp. Aber Theorie ist auch bzw. für gelingende Praxis im Grunde zuerst notwendig, egal wie abschreckend zB schon der 1. Satz dazu bei Wiki klingt: "Eine Theorie ist ein System von Aussagen, das dazu dient, Ausschnitte der Realität zu beschreiben beziehungsweise zu erklären und Prognosen über die Zukunft zu erstellen" - was folgt, erspar ich uns, klingt noch weniger lustig, geb ich ja zu. Ist eher äußerst lästige Pflicht vor der Kür, wenn wer sie gut, aber nicht nur verpacken könnte, wäre es sicher von Vorteil ;)

    Wille (aus Einsicht ins Notwendige), Motive, Ziele, Erfolgsstreben, Autosuggestion uä funktioniert sicher, ist für mich aber eher dem Erwachsenen-/Eltern-Ich zuzuordnen, irre ich da? Jedenfalls glaub ich nicht die Motivlage unserer Kids zu kennen o. genau zu durchschauen: mal so, mal so. Mental sind Kids eben noch nicht verfestigt. Für ein neues BVB-Trikot würde unser Jüngster laufen, ließ er verlauten, aber darauf lass ich mich nicht ein. Für mehr Erfolg o. die ersehnte Mittelfeldposition im Team mehr Laufen zu trainieren, verfängt nicht; im Spiel selbst aber läuft er sich schon mal - nicht immer - die Lunge aus dem Leib, bis er äußerste Atemnot hat und zu ersticken droht; ebenso bei 2 Coopertests zu Saisonbeginn, wo er von 26 Kids erster und Zweiter wurde, was lt Ärztin gar nicht möglich sei, da fast 50% reduziertes Lungenvolumen. Sein Notfallspray darf aber nicht in die Sporttasche, das sähe blöd aus, fänden andere babyhaft - meint er.


    Da beide nun asthmatisch sind, die Lungenärztin dringend viel Laufen: Joggen auf Ausdauer) anrät, um das Lungenvolumen zu erhöhen (statt nur per Spray), aber auch nicht sagen kann, wie das zu schaffen sei, haben wir Eltern ein hohes Interesse an Tipps. Wie aber motivieren, wenn erkennbar kein Motiv da ist? Ein Tennispartner ist praktizierender Therapeut, den hab ich auch gefragt. Er meinte, wir müssten es verpflichtend fordern, auch Konsequenzen androhen, anders ginge es nicht. Oft beobachtet habe ich, wie Vatertrainer mit ihren Jungs äußerst abfordernd umgingen, dies in der Tat eine hohe Leistung "produzierte". Das Dumme: ich bin zu weich, kann so zu meinen Jungs nicht sein, es nur irgendwie im Guten probieren: quasi wider besseres Wissen. Man steht sich bekanntlich oft selbst im Weg: was bei fremden Kids super klappt, schlägt grad bei den eigenen auf undurchschaubare Weise grad ins Gegenteil um: auf Papa reagieren beide eh "ödipal"... Vllt scheitert es "nur" daran? Jedenfalls danke für euer Interesse am "Fall"!


    Mentala: ja, die intrinsische Motivation - oft gibt man ja bewusst Motive an, doch unbewusst folgt man ganz anderem, oder? Bei Kids ist das alles noch ganz im Schwange, kaum definierbar, oder? Daher sehe ich da schlechte Chancen :(

    Hier nochmal ein eigener Versuch zu praktischen Fragen: Ich habe unsere Jungs schon ein paar Mal im Frühjahr zu sog. Volksläufen angemeldet, mal der Bambini-, mal der 5km-Lauf. Vorher einiges Murren, im Lauf aber strengten sie sich enorm an, waren dann stolz auf ihr für den Zieleinlauf errungenes Lauf-Shirt u. in den ersten Punktspielen meist so ziemlich die beweglichsten. Außerdem war es immer ein schönes Familien-Come-together, wobei die Ehefrau nur anfeuerte, aber mit kam.Nun steht die Entscheidung wieder an: anmelden wider den faulen inneren Schweinehund o. ist dies zu fremdbestimmend? Wie wären ihre Motivlagen mental zu verstehen? Kann man den Einsatz mental, also nicht materiell per Belohnung unterstützen? (Trainer ihrer Teams wollten die freiwillige Teilnahme bisher nie als mutmaßliche Motivationsspritze anbieten, daher sähe ich diesbezüglich schwarz, obwohl ich es vor 4 Jahren mal anbot, 12 von 13 Kindern mitmachten, alle ins Ziel gesund u. munter kamen, auf dem Platz dann Lauffreude, mehr Leichtigkeit zeigten)

    Noch der Extra-Hinweis auf "Hart, aber fair" von gestern: Handy an, Hirn aus im Titel. So ist ja zugespitzt das, worauf Kinder wie Erwachsene heute von den massenmedialen Marketingstrategen "abgerichtet" werden sollen. Und den Kindern soll es zustehen, dass sie solange drängeln, bis sie alles als jederzeit u. allerorten frei verfügbar einfach, schnell, schwere- und kostenlos bekommen, was "sie" (genauer: die Werbespots mit ihren Eingaben) wollen. Umgekehrt die schulische Inanspruchnahme mit vielen Eltern im Gepäck: du musst alles aus dir herausholen, Unterricht bis 16.00 Uhr, danach Hausaufgabe, Pauken, Nachhilfe, gib alles für die gute Note, den Sieg im Vergleich mit den anderen... Und dazwischen: die spärliche echte Freizeit, in der Sendung: Fahrrad u. Fußball, was im Test keiner mehr auswählen wollte. Das ist nämlich das mentale Grundproblem, nicht nur von Kindern, all die fremdbestimmten "needs", gegen die sich "Motive" erstmal zu behaupten wissen müssen - oder? Einfache Lösungsvorschläge würde ich da zu gern haben, wissen, anwenden, aber daran scheitern zZ doch viele: wie kommt, holt man kids da raus?

    1. Warum hat der Dfb sich an die Schulen gewendet?


    Jedes Kind muss zur Schule, Schulen sind der Faktor der kindlichen Lebensverplanung durch die Eltern, sie repräsentieren politische Macht und öffentliche Kassen. Doch auch Schulen bzw. ihre Leiter konkurrieren untereinander im Ruf o. um Gunst o. Zuwendungen anspruchsvoller Eltern, sie sollen Ganztagsbetreuung für wenig Geld sicherstellen usw. Würde nun aller KiFu verschult, Noten als Maß über allem: keinerlei Wahl mehr zwischen verschiedenen Vereinen, wäre dieser KiFu vllt endgültig das Gegenteil zum früheren "Straßenfußball" geworden, der mein Ideal für Kinder wäre....

    Hallo, ich verstehe im Moment überhaupt nicht, was du in den falschen Hals bekommen hast, da du nicht konkret per Zitat auf etwas Bezug nimmst: Ausschlüsse fordere ich natürlich nicht u. bin ja selbst "Geisteswissenschaftler", wie sollte ich da der GW pauschal "Humbug u. Unseriösität" unterstellen? Ein Problem habe ich nur mit den Reiss-Profilen auch im Bezug zur aktuellen Leistung von H96 (hab die am So. im Stadion gesehen) benannt, da ich dazu unter Mentaltraining" bei Wikipedia gar nichts finde, - was man ja aber integrieren könnte. Auch hatte ich es am Ende selbst versucht, Theorie u. Praxis per neuem Thread zu praktischen Fragen besser zu trennen. Auf die Gefahr hin, dass damit dieser Thread sofort "tot" wäre. Es ist nun mal heutzutage so, dass wir alle zuerst als Konsumenten definiert werden (über die Massenmedien) u. alles schnell, sofort, einfach usw (das KISS-Prinzip der Werber etwa) haben wollen. So steht langatmige Theorie (siehe zB das Super-Buch von H. Wein zur "Spielintelligenz im Fußball" im coachshop hier: viele Seiten, auch schwere Kost, aber sicher nicht daher schon schlecht, weil er nicht alles auf kurze Erfolgsformeln zu bringen wusste) kaum hoch im Kurs steht, verkauft sich nicht. Metatheoretisch über Sinn u. Unsinn von Theorie will ich auch nicht im Kreis reden, sie aber schon gegen kritische Anwürfe etwas verteidigen. Ich find's schade, da man Dinge erst gründlichst durchdenken, nicht gleich per weniger Patentrezepte auf praktische Anwendung drängen sollte. Daher der Trennversuch: es macht wenig Sinn, wenn die, die hier präzise Antworten auf ganz konkrete Praxisfragen suchen u. theoretische Ansprüche aufeinander prallen u. sich aufreiben, oder? Dass man den eigens* eröffneten Thread ungern aufgibt, so eitel ist man nunmal, auch weil der Titel eher auf Theorie denn Praxis hin formuliert ist. Reiss aber würde ich mir gern eingehender erklären lassen, der Theorie nach: da man damit immerhin die Türen bei H96 zu öffnen vermochte. Da hast du was falsch rein interpretiert.


    Doch was sagt Reiss denn zu Demotivation: wo Motive fehlen? Das wäre ja mal die Frage, oder? Und der eine schwört darauf, andere darauf etc., zB NLP vs Reiss (wie wir telefonisch diskutierten): das ist doch das Spannende, da (als "Philosoph", der das Maß, die Mitte erstrebt) mal nachzufragen, sich schwerer zufrieden zu geben, den Dingen so mehr "Schwerkraft" verleihen zu wollen, per Fragen, Suchen, Forschen. Alles nicht böse gemeint, aus tieferem Interesse: dass ich MT für Kinder gut finde (nur eben idR teuer), habe ich oft gesagt. Nur kenn ich privat zB nen NLPer, und was der wieder zu Reiss sagt, will ich hier lieber nicht im O-Ton sagen. Wer hat da nun Recht, diese Suche nach Antwort ist für mich "Theorie", da ich mich keinem von beiden mal eben verschreiben will? ;)


    *So kann man dann auch lernen, dass es im interaktiven Spielprozess (Teamplay) auch bzgl. einem Thread keinen Besitz geben kann für den, der etwas in Gang brachte. So ist es aufm Platz auch häufig - und gut so. Doch wenn es nun einen Theorie- UND Praxis-Thread zum "Mentalen" gäbe, wäre das ja auch nicht verkehrt o. schlimm...

    du stellst das so dar, als sei der Fussball der Auslöser


    Nein, aber in seiner Spitze (eher in Vereinen als Verbänden, denk ich) ein williger Türöffner neben vielen anderen, sofern er eben auch Gesellschaft ist, sie mit gestaltet - und dies heute ja nicht zu knapp, daher eben der zwangsläufige Zugriff jener Kreise auf ihn. Ginge es im Fußball nur um Sport (wie "noch" im frühen KiFu), wäre er für sie völlig uninteressant. Man muss alles ganzheitlich im Zusammenhang sehen u. da ist Fußball eben vieles, auch hoch ökonomisch wie politisch von Bedeutung, daher ja auch all der Aufwand um die Erfolgreichen in ihm herum, als "den" vorbildhaften Ikonen unserer Gesellschaft, die allen täglich in den Massenmedien erzählen (dürfen/sollen), wo es lang gehe, deshalb eben sich so gut verkaufen: die ablenkungsstarken Partymacher auch in der Krise u.v.m.! Sie übertragen positive Energie bzw. Stllhalten auf alle im Land, die bei Siegen feiern u. jubeln, bei Problemen grübeln, als gäbe es sonst nichts Wichtiges im Leben, der Welt... Der reine Sportler (ähnlich einem darüber frustrierten "Harting") würde wie früher im günstigen Fall ein wenig ausgestattet und das war's... ;)

    @guenter/DSV: vor langer Zeit haben die oberen Etagen begierig den Geldgebern die Türen geöffnet, obwohl die sich vom Mäzen zum Sponsor verwandelten, dh primär als Eigen-Interessensvertreter entpuppen mussten. Bei uns hat nun zB ein Sponsor quasi ein gesamtes Jugend-LZ eines Vereins übernommen, wie ich von seinem Ex-Kontrahenten erfuhr: der war einst der Trainer des Teams vom Sponsorensohn, öffnete dem Vater gern selbst die Tür, als dieser sein Sponsoring anbot. Nicht mal ein Jahr später soll der Sponsor den Trainer abgesägt u. selbst dessen Amt übernommen haben. Nun wurde der durchaus sehr erfolgreiche Jugendleiter des ganzen LZ gegangen u. oh Wunder: jener Sponsor übernimmt das Amt! Für mich ein Fall, der typische Abläufe in nach oben strebenden Vereinen von heute aufzeigt. Kann man oben die Türen wieder verschließen o. ist man längst komplett abhängig (per Vernetztheit, aber auch persönlich im Profilieren, das halt jedem Einzelnen - und so versteht man sich heute eben zuerst - Gewicht verleiht, erfreut..)? Veränderung könnte mE nur von der Basis "unten" kommen, - wenn man da nicht in der Mehrheit gleichgültig u. schweigend wäre! Das Problem ist also wie beim Wetten ein doppeltes: hier Manipulateure, dort alle gefälligen Mitmacher: vom Zocker bis zum Hand aufhaltenden Spieler, Funktionär o. Schieri, die wg Bestechlichkeit krimininelles Verschieben des Sportsgeistes ins Abseits erst ermöglichen, decken, mittragen. Letztlich ein "Spiegel-Geschehen" von uns allen: unser Jüngster mutierte grad vom Werder- zum BVB-Fan, wünschte sich deren Trikot, da der BVB Champion sei, Nationalspieler habe... ;)

    Hat der Fußballbetrieb seine Seele, sein Herz nicht schon vor 30, 40 Jahren verspielt, als man begann, aus rein finanziellen Gründe jene bzw. sich als Spieler zu verkaufen? Externer Ein- und Verkauf wurde wichtiger als intern Training und Teamplay, Trainer vor allem zum (dafür bei den Herren mit mehr "Schmerzgeld" abgefundenen) Sündenbock u. Prügelknaben für alle. Das Geld wirkte dann so bestechend, dass man "seinem" Verein den Rücken zukehrte, dahin wechselte, wo es mehr Geld gab etc. etc. etc. Heute ist Fußball fast nur noch Spielerhandel, Big Business, Marketing - wer Geld hat, die Musik bezahlt, der bestellt sie auch mit Erfolg, steigt auf, der andere ab, kleine Wunder kommen zwar noch ab und an vor, zeigen, was Fußball als echt unberechenbares Spiel einmal war, aber dies Verwundertsein entspringt genau dem, dass ein Sieg des puren Sports über die Finanzen eigentlich gar nicht sein kann - oder? Und klar, es fängt immer früher an, all das mechanistisch von außen "besichtigende" und erwählende Selektieren im Frühfördern sog. Talente hat vor allem einen Aspekt: dass dem System keine finanziell relevante Ressource verloren gehe etc. Ob all die Wettskandale auch mal kritisch ein Licht darauf werfen lassen, - ich bezweifle es: Man wird weiter (wie bei Fankrawallen) so tun, als seien da einige Kriminelle, die mit "dem Fußball", der unantastbaren Reinheit seiner immer wichtigeren Macher im Grunde nichts zu tun haben, den Statistiken einer weiteren Meldung von gestern zum Trotz:
    die "Clubs" (GmbH o. AG, ehemals Vereine: als solche erhält man aber noch aus öffentlicher Hand Stadien, Sportplätze, Hallen, Unterkunft) werden immer verschuldeter, die Gehälter für die Profis auf wie neben dem Platz immer höher. Das besagt aber doch nur: das Vereinsleben wird ausgesaugt zum Vorteil einiger weniger Spitzenverdiener ganz oben, oder? Und was in Bundesligen der Herren geschieht, wird weiter unten Schritt für Schritt nachgeahmt: am besten die finanziell und PR- o. Marketing-technisch wenig einbringende Jugend abschaffen, die 1. Herren als "Aushängeschild" für öffentlichkeitsgierige Trittbrettfahrer in der Führungsetage mit allem pushen, was der Verein hergibt, bis zum so kalkuliert riskierten bitteren Ende für alle... Diese Tatsache sollte doch jeden mit wahrem Fußballherz unendlich frustrieren und vereinen, dagegen anzugehen, oder?

    Schon öfter haben wir zu Fußball u. Geld diskutiert, nun zeigt der neue Wettskandal neue Dimensionen auf. Mich wundert's nicht, zu sehr hat das Geld seit Jahrzehnten auf allen Ebenen den Fußball als Spiel in den (Würge-)Griff genommen - und fast alle haben mitgemacht. Der Spielerhandel dominiert doch alles, man kauft eine Mannschaft, bevor man sie trainiert. Auch die Jugend steht immer früher im Visier, und zwar meist nur unter Talentaspekten: wer, was könnte sich mal rentieren, groß rauskommen, Geld einbringen? Wer protestiert, steht auch heute noch meist allein da. Wird sich das ändern oder ist schon alles egal?

    WER SOLL DAS BEZAHLEN ?


    Es heisst ja, umsonst sei nur der Tod. Im KiFu hat es sich aus Tradition eingebürgert, alles solle fast kostenlos sein - und dann wundert msn sich über zT unschöne Ergebnisse? Vorm Bezahlen muss natürlich eine Einsicht in den Nutzen stehen. Wie sie erreichen? Denn nur das, wovon man sich Nutzen verspricht, wird es den Käufern/Konsumenten von heute auch wert, einen Preis zu bezahlen. Jeder kennt die Fußballschulen, ihre Angebote bzw. korrespondierend die Hoffnungen von Eltern, so ihren Kids für 100 o. 200 Euro an 3 oder 5 Tagen den Kick nach vorn zu verleihen. Jeder Impuls kann Kinder natürlich voranbringen, für die Prägung entscheidend ist aber fast immer der Alltag vor Ort über persönliche Erlebnisse. Insofern handelt es sich eher um leere Versprechen, da man für wenig Geld nunmal nicht viel, d.h. lebensprägende Leistung erwarten kann. In der Schweiz gibt es nun zB kombinierte Camps von Mental- und Fußballtraining (zB Sport Mental Akademie in Zürich, deren genaue Leistungserbringung ich aber nicht kenne), in den USA wird eh viel mental mit Heranwachsenden gearbeitet, da man den Wert dessen schon länger erkannt hat. Bezahlen müssen es natürlich wie sonstige Nachhilfe o. Unterrichtsformen anspruchsvoller Art die Eltern bzw. nur sog. Talente können evtl. in gesponserte Förderprogramme rutschen. Bei uns in der "KGS" war auch mal eine Mentaltrainerin, die die Kinder mit ihren "Engeln" und einem stündlichen Glas Wasser zu Musterschülern machen machen wollte.Nun denn, es zeigt, wo wir in Deutschland stehen, insbesondere, wenn etwas aus öffentlichen Kassen bezahlt wird. Ich denke, alles war einer Vorliebe der Rektorin geschuldet. Nach kurzer Zeit war dann nach etlicher Elternkritik Schluss damit und der Boden für sicher 10 Jahre für andere, uU seriösere Mentalcoachings verbrannt :(


    Im Privatwirtschaftlichen ist es das Gute, dass bezahlende Kunde eher alles genau nachprüfen, da ihnen ihr Geld teuer ist, obwohl ihre Kinder natürlich teurer sein sollten. Aber genau daran hapert schon die Einsicht! Ein gutes Dach wären Volkshochschulen mit kontrolliertem Qualitätsaudit. Es ist aber so, dass MT/MC extrem anstrengend ist, zumal bzgl. Gruppe o. Team, so dass ich die Kurse wieder einstellte: die vielen Stunden langer Vorbereitung wie Nacharbeit bleiben "ungesehen", unbezahlt, so dass man seriös arbeitend sich absolut nicht als Selbstständiger von 17 Euro/Stunde finanzieren kann: ruinös. Da würde Arbeit zum bloßen Hobby. Bereit Dienstleistung reell zu bezahlen, sind von Ausnahmen abgesehen zZ nur Proficlubs o. DFB. Mir scheint es so, als würden noch eher "Verkaufstalente" die Szene dominieren, da es am qualitativen Maßstab fehlt. Ich habe generell nichts gegen clevere Anbieter, nur erscheint es mir dubios, wenn der eine auf NLP, andere auf Reissprofile, Dritte u. Vierte auf Transaktionsanalyse, autosuggestive Praktiken undundund schwören. Ich will mich da nicht auf 1 Methode fixieren lassen. Auch daher eröffnete ich den "theorielastigen" Thread: um selbst etwas klarer durchblicken zu können! Es nützt nichts, erst die Arbeit, dann das Vergnügen, erst Theorie gründlich ausloten, dann sich in der Praxis verkaufen. Geld soll man sich reell verdienen! Das Mentale umfasst - da verwies ich auf wikipedia - ein weites Feld, wenn zB Reissprofile unter Mentaltraining nicht mal erwähnt werden. Bewerten kann ich diese mir sehr diagnostisch geprägte Methode nicht, nur als ein Handwerkszeug/"Tool" unter vielen einzuordnen versuchen ins MT-Ganze. Ich würde durchweg individuell nuancierte Profile bevorzugen, ich würde dichtmachen, wenn mich wer auf Motive reduzieren wollte. In der Teamarbeit kann ich mir kaum vorstellen, wie das praktikabel umgesetzt wird, setze erstmal ganz aufs sog. Flow-Erleben. Da kann man wenig verkehrt machen o. sog. Reaktanz stoßen, es ist eben ein "Kinderspiel": indem mann das Kind in sich befreit, gewinnt man seiner einst meist aufgezwungen selbstreduzierenden Realität bereits viel Energie ab, die wieder freier zu fließen beginnen kann...
    Nutzen der MT-Arbeit bei H96 habe ich in den ersten 3 Spielen auch nicht gesehen, ja gegen drückend überlegene Werderaner wirkte H96 mental gar ausgesprochen labil u. schwach, oder? ;)

    Vielen Dank, sehr aufschlussreich, man kann die von mir avisierte Differenz zwischen Mentalem Teamcoaching und Mentaltraining erahnen! MT hat einen zentralen Aspekt: eigene Stärke als mental herstellbare ausmachen. Sie kann man per perfektionierendem Spielertuning verkaufen. Jeder wird teamadäquat eingepasst, schneller assimiliert, bei Problemen wieder einsetzbar etc. Dies Produkt verkauft sich dank so geheimnisvoller wie rationalistisch klingender 16 Motive? Ich hab immer noch nicht verstanden, was das besagen soll: Wiss. Psychologie zeigt doch vielmehr, dass sich unsere realen Motive überlappen, im Laufe der Zeit dynamisch ändern, reaktiv auf den Wandel unserer Erfahrungen verschieben können, nie trennscharf u. statisch diagnostizieren lassen. Wie weist man sie empirisch nach, wo kann man die Belege dafür nachvollziehbar finden usw? Abnehmer sind die, die auf Erfolg abonniert u. fixiert sind, sicher: eine finanzielle "Maschine Bundesliga" braucht "Chief Instruktoren" für "funktionierende Gebilde". Entschuldige, kann da nur schmunzeln ;)

    wrum sollte der Verein dann einen anderen Bewerber vorziehen ?


    Da es eine Warteliste gibt, die Kinder als die, um die es geht, da schon länger draufstehen u. warten! Das wäre doch nur fair, sonst sollte man von Eltern- o. Geldliste reden, oder? Aber soviel Ehrlichkeit würde man sich natürlich nicht trauen, folglich nennt man es Warteliste u. zieht 'heimlich' die vor, die gleicher als gleich sind... Was aber dem Vereinsgedanken zuwiderläuft, da hier immer die Stärkeren ihre Stärke nicht ausnutzen, sondern Schwächeren fair helfen u. Regeln achten sollen...

    Nomen est omen: für kleinere Vereine schon wg Imagetransfer attraktiv. Beispiel: die 100 Partnervereine von Werder ringsum. Zwar läuft praktisch nicht superviel außer ein paar Freikarten, theoretische Trainerschulung als Option o. mit Glück mal ne Meldung eines Werder-Jugendteams mehr beim Turnier; aber allein dadurch, dass man sich "Werder-Partnerverein" nennen darf, steigt intern auch im Dorfverein* das Qualitätsbewusstsein inkl. Selbstkontrolle u. Trainerköpfe sitzen nen Tick weit höher, extern aber auch mehr Zulauf o. Aufmerksamkeit. Klar, sobald solch Koops "inflationär" würden, funktionierte der Imagetransfer nicht u. Konflikte zwischen Werder-, HSV- o. Bayern-Fans wären vorprogrammiert. Daher wohl die "exklusive" Vergabe der Partnerschaften, die dann die, die leer ausgehen, nur neidvoll beäugen können, "auf ewig", da statisch statt dynamisch vergeben... Schön wäre es aber, wenn rein arbeitstechnisch die Großen für alle Kleinen Optionen anböten, an und mit ihnen qualitativ zu wachsen o. auch Team-Koops zuließen, wo dann einzelne, engagierte Trainer vorstellig werden könnten. Andere Koop-Formen? Wichtig mir nur: in Bezug auf echte Jugendförderung motivieren!, nicht nur passiv-konsumptiv als "Einlaufkinder", für PR-Gags o. Showeffekte, wozu ich auch die neue Werder-Fußballschule ein wenig zählen würde, da sie für mich für gutes Geld mehr Spektakel als Lernerfolge brachte (weshalb unsere Kids es langweilig fanden, trotz Trikotsausgabe nicht mehr hin wollen) - einmalig ok, aber mehr leider nicht.


    * Bzgl. @günter's Thread: Eine Hilfsdefinition, da's offiziell keine gibt: da, wo nicht soviel läuft, sei es, da mehr Angebot mangels "Zielgruppen"/Masse vor Ort unmöglich (zB. dann das Not-Jugendteam aus 3 Jg., da nicht mehr Jungkicker dort wohnen), oder mangels Klasse wg. konzeptionell fehlenden Arbeits- u. Qualitätsstrukturen zB. auch das Team aus 3 Jg., obwohl mehr Jungkicker da, welche aber woanders spielen wollen o. müssen, da nichts richtig läuft: dann auch in der Stadt möglich - "im übertragenen Sinn"). Der eine Dorfverein "kann" nicht mehr bieten, da eben existenziell ans Dorf gebunden: man tut sein Möglichstes, mehr ist halt nicht drin, da Dorf; der andere "will" nicht wirklich mehr bieten, da zB einige das Zepter in der Hand halten, die sich eher um sich selbst als "gut Sport" kümmern mögen: wäre mehr drin, auch in Stadtteilen "verortet"...

    Ja, man verwendet Worte oft synonym, obwohl dies bedeutungstechnisch keinen Sinn macht: jedes real existierende Wort hat eine eigene Entstehungsgeschichte (mit Kon- u. Denotationen), die so gleichgemacht u. ignoriert wird. Daher ist mehr Ausdifferenzierung notwendig, um zur Sprache zu bringen, was an ihr ist. Coaching bleibt außen vor, will nicht das Innenleben "auf den Punkt" trainieren, in Psyche gestalterisch (als "Mastermind" gar) eindringen, auf rein positive Energie drillen, sondern sich je selbst ganzheitlicher verstehen lassen. Daher ist Coaching im Teambezug auch angeraten. Mich würde so interessieren, falls du da Einblick hast, ob besagte "Profi-Clubs" auch Mentales Teamcoaching anwenden o. nur individual orientiertes Mentales Training - und dann natürlich, wie dort zwischen Erwachsenen- u. Jugendteams (in den NLZ) differenziert wird....

    guenter: Man redet ja oft auch gern in der Stadt abfällig vom Dorfverein, meist dem Nachbarn, der viel schlechter sei als man selbst. Aber hier hatte der Verein vor ca. 3 Jahren gar noch rund 1400 Mitglieder u. das Dorf ca. 4500 Einwohner, aktuell 5600 Einwohner, da nahe der Stadt u. viel Neubauten. Daher eine recht abstruse Struktur: die Mehrheit der Alteingesessenen u. wohlhabendere Zuzüglern, die man doppelt u. 3fach nicht so mag: entweder 1:1 anpassen oder... Aber auch in der Stadt ist's nicht soviel besser, auch da Vereinen die Kinder der Nahwelt noch einfach so zulaufen, man da aus dem Vollen schöpfen zu können meint: in der aktuellen D gibt's 4 Teams, in der C eins, in der B keines mehr... Geburtenschwäche ist also da eher kein Thema, der Schwund hausgemacht. Dennoch attestieren sich alle Verantwortlichen gegenseitig gute Arbeit - da könnte ich dann in die Luft gehen, wo ich doch dachte: in der Stadt wird alles besser, nachdem im Dorf die Teams der Jungs schon in der D kaputtgingen ;):(?(8|

    nur ihre Kinder abwerfen


    Ok, aber was können die Kinder dafür, um die es doch zuerst, als "schutzbefohlene", im "gemeinnützigen" Ver-Ein gehen müsste. Dient er erstmal privaten Vorlieben, ist er im strengen Sinn nicht gemeinnützig, kein Verein u. müsste seine o.g. Privilegien abgeben, oder? Ich kenne übrigens einen Trainer dieses Vereins, der alsbald von eben dem Sponsor, den er selbst stolz anwarb, abgesägt wurde. Das ist nämlich oft das Problem mit Sponsoren, die zahlen Brosamen aus der Portokasse ihrer Firmen, bekommen dafür Werbewirkung als "Gutmensch" u. wollen zudem aber tonangebend werden und agieren wie im Unternehmen: wer nicht in meinem Sinne spurt, der fliegt raus, - oder ich ziehe mein Geld ab. So wird plötzlich das Geld maßgebend - und irgendwann ist der Verein an der Börse: bekommt dann zwar qualitativ professionelle Strukturen, dient aber zuerst der Bezahlung der Profis o. den Profiten der Besitzer/Aktionäre ;)


    Bei allem ein paar Geständnisse: auf die Problematik bin auch ich erst über unsere betroffenen Kids gestoßen; denn als Herrenspieler hatte ich nie Probleme im Vereine, wechselte zwar 2mal, aber nur wg Erfolglosigkeit (unter neuem, bis heute unantastbar tätigem Trainer wurde unser Meisterteam zum Tabellensiebzehnten bzw. der Lachnummer, aber da beschwerte ich mich nie, denn Wechseln war der einfachere Weg) bzw. Bankdrücken (wurde als Stammspieler geworben, da aber keiner mit meinen Pässen in den freien Raum was anzufangen wusste, schmorte ich auf der Bank - Faust in der Tasche, aber Mund verschlossen, Jammern u. Jaulen hat noch keinen ins Team gebracht! - u. ging wieder). Als KiFu-Trainer aber flog ich echt noch aus jedem Verein in Kürze raus, bin sozusagen nun als Vereinsschreck bekannt. Wieso ich trotzdem selbstbewusst bleibe: dank Angeboten der guten (LZ-)Vereine, nur wollten dort unsere Jungs leider nie hin u. ich bin eben - zugegeben - typischer Vatertrainer: würde es nur für sie (o. eben Geld) machen, da es ein anstrengender Job ist u. ich meine natürlich auch vorhandene Eitelkeit lieber aufm Platz als Spieler auslebe. Ich freue mich daher über jeden, der den trainer machen will, nur sollte er es halt auch fürs Team tun wollen u. können. Jeder, auf den das zutrifft, wird sich aber doch jeder Kritik, Konkurrenz o. Verbesserungsvorschlägen kaum rigoros verschließen, oder? Daher ist es mein Kriterium für gute Jugendtrainer, ob sie offen, ehrlich u. rational miteinander zu reden bereit sind, also die aufrechte Gesinnung als Grundvoraussetzung. So schön dann eine Ausbildung ist: den unvergüteten Zeitaufwand kann man nur Enthusiasten o. Karrieristen zumuten, nicht denen, die in der Not kostenfrei einspringen. wer die Jungs einfach frei spielen ließen, würde zumindest nichts verderben o. verschütten - und die Eltern, die mehr verlangen, sollte dann selbst zur Hilfe bereit sein, die bei og Gesinnung gern ohne jede Eifersucht, Angst o. Rivalität angenommen würde: im Sinne der Kids... :)


    PS: Jeder ist heute erstmal Ego, dazu zwingt doch uns die Gesellschaft/Ökonomie, aber man sollte es vor sich am besten zugeben u. sich Grenzen auferlegen, falls man vorgibt "gemeinnützig" engagiert zu sein. Wer als KiFu-Trainer aber 10 Euro die Stunde als AE erhält (wie bei uns im Dorf einige), der ist nicht mehr nur im Ehrenamt, sollte sich nicht als völlig selbstlos darstellen, was fürs Geld bieten statt nur sein Geldjob zu verteidigen... ;)

    Mentala: Wikipedia hat die Differenzierung von Mentalem Training und Coaching tatsächlich aufgenommen - ein 1. wichtiger Schritt! Denn Coaching zielt eben nicht auf "Braintuning" ab, bleibt sozusagen aus der Psyche draußen, insbesondere im Teambezug. Korrigiere doch dort auch mal was zu den Reiss-Profilen etc., ist ja open-sourced - mal sehen wie die Admin reagiert: ich wäre gespannt...

    kostentranzparenz erhälst du wirklich nur dann, wenn du im vorstand mitarbeitest und einblick erhälst.
    seid ein paar monaten haben wir unseren jugendvorstand komplett umgekrempelt und auf den kopf gestellt,
    nicht zuletzt, weil wir wissen wollten, wo das geld so versickert.
    was wir da rausgefunden haben grenzt an veruntreuung


    Eben, doch Vereine sind gewisserweise rechtsfreier Raum. Ich habe ja offen erzählt, wie ich als Jugendtrainer im Ehrenratsverfahren kaltgestellt, abgeurteilt wurde: kein benannter "Entlastungszeuge" o. -moment wurde gehört, Vorstand u. Ehrenrat gehörten zur gleichen Partei, mein Widerspruch dann einfach auf der HV ignoriert, wobei mir da dann die Kraft fehlte, zu protestieren, denn: wenn von 1.200 Mitgliedern nur 40 anwesend sind, sich reihum selber wählen, ist das quasi der alte harte Kern: er hält eh blind zusammen. Daher ist's auch sinnlos, sich in den Vorstand zwecks Einblick wählen zu lassen: zuvor hatte ich genau dies versucht u. war schon im Vorfeld zum Gespräch 'gebeten' worden, wo ich vor "Konsequenzen" gewarnt wurde. Hat man seine Kinder im einzigen Verein vor Ort, dann resigniert man: es wurde wieder der einzige Kandidat quasi einstimmig bei einigen Enthaltungen gewählt - ich war gar nicht mehr hingegangen, wozu, man hätte sich ja nur aufgeregt ohne Chance, was zu verändern. Nun sind solch Dorfvereine sicher schon "extrem", aber die Tendenz bestätigten mir später auch viele aus der Stadt. Veruntreuen kann man aber nicht nur direkt Gelder, auch die anderen Ressourcen o. die Fürsorge- o. Aufsichtspflicht. Ich meine: wo gute Arbeit geleistet wird, da kann es keine existenziellen Probleme geben bei all den Subventionen, Steuerbefreiung, werbewert-wirksamen Aufmerksamkeitsboni, passiven Traditionsmitgliedern o. kostenfrei tätigen Jugendtrainern. Wo entstehen da neben ein paar Meldegebühren denn eigentlich dem Verein für eine F o. G Kosten? Trikots, Bälle, auch Trainingsmaterial außer den billigsten, uralten Hütchen: alles bezahlt man ja selbst. Natürlich hast auch du Recht, günter, es gibt Ausnahmen wie deinen Verein, auch in unserer Stadt: dort aber Aufnahmestopp, da trotz Fahrwegen quasi alle an sportlicher Förderung interessierten Eltern ihre Kids da reinbringen wollen. Und die andern zeigen nur mit dem Finger drauf: die werben ab! Ne, die Leute flüchten nur dorthin, so sie dürfen. Das Ende vom Lied zZ: Talenttage, an denen man die rausfiltert, die man gern will, statt Wartelisten wie im 2. Topverein (wobei da auf wundersame Art Sponsoren- o. Trainerkinder immer sofort reinkommen).


    Nun denn, wir können es nicht auflösen, woran es wirklich hapert u. jeder hat seine subjektive Wahrnehmung, aber die Tendenzen werden deutlich... In der Stadt gibt es gewisse Konkurrenz, auch mal Innovation statt Tradition, da kann man sich nicht gar soviel erlauben. Aber wer prüft aufm Land die Verhältnisse: man wählt u. kontrolliert sich ja nur selbst u. (echte?) "Pfründe stun zusamme", also gar nicht: einfache Mitglieder bleiben außen vor, "Zugezogene" eh, u. wehe sie agitieren als Opposition vor den HV-Wahlen, stellen Qualitätsansprüche, wollen was verändern - das schätzen "Große Vorsitzende" wie in Nordkorea gar nicht ;) Ich werbe seit Jahren, ab und an auch öffentlich, dafür, dass es keine 1.Herren in KKS o. KL geben sollte, an denen Vereine finanziell ausbluten u. die Jugend verraten, also für eine Besinnung auf die Jugend als Kernaufgabe. Erreicht habe ich quasi nichts außer zT im Nachhinein, als Teams kaputt waren: da gab man mir vereinzelt dann Recht o. der vorher so unantastbar tolle Trainer war plötzlich "unmöglich" - weil er nun ja weg war u. weder was hören noch sich wehren konnte. Als ich vor allem ihm offen ins Gesicht sagte, dass sein Motzen, Schreien u. Toben bei Niederlagen, oft gegen Einzelne, schädlich sei, rückten alle nur von mir ab, da ich ja keine Macht hatte u. mein Sohn war plötzlich "schlecht". Jetzt vor Weihnachten rief derJugendwart eigens an, lud ihn zum Weihnachtsbowlen ein, da es ganz toll wäre, wenn er wieder zurück käme. Ja, was soll man dazu sagen: sind unsere Kinder denn Spielermaterial wie Stars, die man heut bejubelt u. morgen verdammt? FPL, da lachen die drüber.


    Universallösung: offen miteinander reden, dh auch ehrlich wie vernünftig was o. wen kritisieren dürfen, demokratisch Opposition tolerieren, ohne das die gleich von geschlossenen Reihen derer ausgegrenzt zu werden, die glauben zu scheinen, ihnen gehöre der Verein, sein Vermögen, die Plätze, die Hallenzeiten usw., das wär's: überall müsste sich viel mehr in den Köpfen bewegen, zum Wohl der wahren Mehrheit, also der 1.200 (wobei Erwachsene selbstverantwortlich mit Ursache sind, wenn die sich um nichts kümmern, aber die können ja auch schnell weg) statt der 40!