Beiträge von Keller-Kicker

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    Jetzt war er im Heimatblatt auf einem Foto, wie er von der örtlichen Gasversorgung einen Scheck für die Jugend entgegennimmt. Von den 3000,- Euro erhielt die F-Jugend, die das Sponsoring vollkommen unabhängig organisiert hatte, neue Trikots und Trinkflaschen. Vom Rest war die erste Mannschaft (Kreisklasse C) bereits auf Mallorca. Die Sache ist NICHT erlogen!!!
    Jugendmannschaften gibt es nur noch bis zur E-Jugend. Sie werden von einigen schmerzfreien und gutmütigen Vatertrainern betreut. Den einzigen Futsalball der Jugend habe ich übrigens diesen Winter gestellt...


    Das deckt sich im Prinzip mit vielen meiner Erfahrungen - man mag es kaum glauben, hält es für Miesmacherei, aber regional ist es eben z.T. so. Wenn dann geforscht wird, wieso der Ruf "der" Vereine nicht so gut sei, läge manch Antwort ganz nah. Wo's fairer zugeht: Glück gehabt, da sind dann mal die richtigen Leute oben u. die 1. als goldenes Kalb der Führung nicht so wichtig. Aber so sollte es überall sein, vor allem in Dörfern, wo es nur 1nen Verein gibt!

    willst du was ändern, brauchts du keinen runden Tisch, sondern stellts deinen Antrag im Verein


    Das meine ich ja mit (je abgestuft) "oben": ich habe zB (wg. der konzeptlosen Jugendarbeit: in der C werden Kinder vom Trainer "aussortiert" mit Worten: die spielen bei mir in der Saison keine Minute u. in der D soll es nur um Spaß gehen, real aber werden Kinder, die schlecht spielen, "zur Sau gemacht" u. wie irre angeschrien: wessen Spaß ist da gemeint?) ein Jugendkonzept erstellt u. wollte es dem JL mal - kurz u. knapp - vorstellen dürfen, seine "ehrliche Antwort": "Keine Lust", da er schon genug mit der Bürokratie zu tun habe... Anträge im Verein versanden, direkte Anfragen an den DFB aber erhielten keine Antwort, in der Summe: Blockadepolitik, bei der man vor allem sich selbst und seine Interessen vertritt u. wahrnimmt - sorry, so erlebe ich den DFB u. sein bezahltes Personal. So etwas nennt man dann eben "hierarchisches System": die oben nehmen bestenfalls die Nächstoberen wahr, nie aber die unten, s. "Fanrevolten": erst inszeniert man Kommunikation, dann wird's von oben verordnet u. die zugegeben nur aggressiven Proteste dienen letztlich perfekt dazu, "hartes" Durchgreifen fordern zu können - oder? Oder all die wachsenden Strafkataloge gegen Spieler etc.: können die da mitreden? Ist zumindest mir nicht bekannt, aber viele ärgern sich. Und: der DFB sollte (pro-)agieren, nicht nur reagieren, wo die Hütte brennt, oder?

    Leider wären bei deinem Modell Kinder vor allem gerade im ländlichen Bereich auf Gedeih und Verderb dem Trainer ausgeliefert. Sind sie nicht zufrieden und kommen nicht klar, haben sie kaum die Möglichkeit das Team sprich die Schule zu wechseln, da dann die bestehenden Bedingungen im nahverkehr entgegenstehen. Also hören diese Kinder ganz mit Fußball auf. Nein, auch wenn Du die Probleme richtig angeführt hast, mit dieser (amerikanischen) Lösung würde ich mich nie anfreunden, - wobei es meine Kinder ja nicht mehr betreffen würde ...


    Ja, so ist's auf dem Land schon heute mit dem oft einzigen Verein/Team vor Ort, käme nun noch Schule hinzu, fatal! Ein Zitat zu ihr: "alles andere als lustig, da es die ganze Zeit nur darum geht, irgendwelche Leistungen zu erbringen (Amokläufer Robert Steinhäuser) - man sollte nie meinen, dass das Motiv, das sich im Extremfall so als (Gegen-)Gewalt brutal entlädt, nicht in fast allen Schülern heut Grundgefühl wäre. Grad darum ist es wichtig, noch in der wenigen Freizeit Ventile finden zu können, um aggressiven Innendruck ein wenig abbauen o. sich selbst bestimmen lernen zu können.


    siebener:Was mich mal interessierte: Kostentransparenz! Wo landen eingehende Gelder zB der Jugend denn wirklich, kann es stimmen, dass mit den Finanzmitteln der schwächsten Glieder andere - Tennisabt. o. 1.Herren etwa, wie es oft heisst - subventioniert werden? In welchen Taschen Geld von der u. "für die Jugend" genau landet, erfährt bei uns keiner o. nur pauschal: 38000 Euro für Betreuungspersonal zB. Auch ein Vereinswirt erhält nen Zuschuss, hat aber keinerlei gesunden Saft im Angebot, nur Limo, Bier, Cola, Schnaps. Für ein der gesamten Jugendabteilung dienendes Koordinations-Trainingspaket sind keine 100 Euro da, obwohl alle Trainer kostenlos arbeiten; für die 1.Herren wird parallel ne Dummy-Freistoßmauer gekauft u. deren Trainer (angeblich 800 Euro in der 1. KKL) bezahlt etc. Einzige Lösung sodann: die unbezahlten Trainer (meist selbst Väter ohne groß Kohle) kaufen Material aus eigener Tasche privat u. jeder schließt es dann für sich weg: auch ein Vorbild für die Jugend. Ist dies nicht eine verkehrte Welt, sollten nicht die Erwachsenen selbst mal was bezahlen o. deren Trainer es aus Engagement, von mir aus auch Ehrgeiz machen (auch wenn sie ein wenig besser spielen als die Zweite o. Dritte) und sich für die Jugend aufopfern, ihr mehr kontrollierte Qualität ermöglichen, was dann höhere Verbleibraten anstelle vieler, die in D o. C aufhören, bedingen könnte? Würden schulische Fußball-AGs in diese Richtung wirken, wären sie als Kompromiss evtl. sinnvoll, solange Freizeit den Spaß fördert, nicht wie Schule sonst erstmal Leistung fordert.

    Schaut doch einfach mal rein.


    da verstummt jede grundsätzliche Kritik sofort.


    Wer hat denn grundsätzlich (nur) kritisiert - keiner hier. Verstummen (sollen) aber ist nie gut, und dass alles nur "von oben" kommt, statt dass auch mal nach unten hingehört würde, ist nun mal Fakt. Klar ist auch: da überall Vereinssterben Thema: "Not" ist, kommt neue Tugend uU nicht soo ganz freiwillig, muss was kommen als Bringschuld. Denn mit Fußball wird sehr viel Geld verdient und die, die da Tipps liefern, werden alle von der Basis gut dafür bezahlt, dass es läuft - nicht zu vergessen. Daher würde ich mehr erwarten: echt einbeziehende Kommunikation, auch u. grad mit einer kritisch-konstruktiven Basis Enttäuschter, zumal, wenn die sich aktiv an den DFB wenden. Wenn's nicht rund läuft, obwohl Vereine dank massiver Subventionen aus öffentlicher Hand, viel (für Sponsoren) geldwerter massenmedialer Aufmerksamkeit (aller für wenige) u.ä. 'konkurrenzlos' günstig Sportangebote machen können, stimmt uU irgendwas grundsätzlich nicht. Mehr Kundenorientierung, die nur geduldig auf Papier steht, hilft ja noch nicht weiter, oder? ;)

    Sieht man hier den Grund, woher "Zeitungsartikel" begleitend kommen (PR/Lobbyarbeit)? Hört sich ja gut und konstruktiv an: aus der Not die Tugend? Dann sollte der DFB aber vielleicht mal alle kritischen Stimmen ernster nehmen u. erhören, zB mal nen Runden Tisch anbieten, für den jeder sich mit interessanten, auch radikalen kritischen Thesen qualifizieren könnte? Dann würde ich dem DFB den vor 3 Jahren nie beantworteten Brief nochmal zuschicken (falls auffindbar) u. wäre gern dabei :D

    verwechselt nicht den "ist" zustand mit einer möglichen lösung. wenn der bus jetzt nicht fährt oder die schule dann und dann vorbei ist,
    muss man es eben ändern und das klappt auch


    Ok, da lebst du in ner weltoffenen Gegend, du Glückspilz! Ich will auch keinen entmutigen u. deine Sicht find ich gut. Doch siehst du mein Motto nebenan: mir ist Vereinsfußball schon quasi viel zu "verschult" mit allem Druck, der dort oft auf Kinder ausgeübt, gemacht wird. Würd Lehrqualität sich objektiv verbessern, hernach dann auch was gefordert, wäre's natürlich fairer wie aktuell u. zu begrüßen, keine Frage. Aber ich sehe das Schulsystem, wie's über Jahrzehnte "funktioniert", daher bin ich skeptisch, dort was verändern zu können, außer vllt die Abfahrzeit des Schulbusses, das könnten Schulen grad noch hinkriegen ;)

    Im auswärtigen Gymnasium unseres Ältesten gibt's auch nachmittags ne vom Lehrer geleitete Fußball-AG. Ich wollte, dass er hingeht, aber erstmal fuhr dann kein Bus, da der Platz zu weit entfernt war, um den noch zu kriegen. Dann musste er sich verpflichten, dass er sich gleich fürs ganze Jahr verbindlich anmelde. Antesten, auch des Lehrers auf Sympathie- und Spaßfaktor: nicht vorgesehen! Da wollte er nicht u. gezwungen wurde er nicht. So denken sich Schulen bzw. Erwachsene gern eine AG für Kinder: von sich o. Geld statt den Kindern aus... Ich kenne aber auch einen Vater, "der schickt" seinen Sohn da hin, hat ihn nicht mal gefragt. Ob das Bock auf Fussi generiert?

    die zukunft des jugendfußballs liegt meiner meinung nach in der kooperation mit den schulen!


    Der Gedanke ist verführerisch, aber ich würde davor warnen: die Kultusminister/Schulen suchen bzgl. Ganztagsschule intensiv nach dem billigem Jakob. Ich bot zB der Dorf-GS vor Jahren eine von Eltern bezahlte Fußballförder-AG in der 7./8. Stunde an, privat inkl. Mittagessen alles organisiert, hatte bereits 11 Anmeldungen. Nebeneffekt: von den Gebühren wollte ich schrittweise Trainingsmaterial u. einen Bus finanzieren, dann über mehrere Landkreise hinweg ein "mobiles Jugendförderzentrum" aufbauen. Die GS-Direktorin hat nicht mal geantwortet. Stattdessen wandte sie sich an den örtlichen Verein, der dann die Idee verwirklichen dürfte, natürlich ganz anders, als gedacht. Nun erhält der anpassungswilligere statt selbstständig denkende u. bei Kids (im Gegensatz zur Vereinsführung) eher unbeliebte Trainer für sich zwar ca. 18 Euro die Stunde (obwohl er dies als festangestellter Makler gar nicht benötigt), immer noch ein Bruchteil dessen, was ausgebildete Lehrer kosten. Hauptmotiv: ihm nen Zusatzjob, Geldverdienst zu verschaffen? Doch es kommen (wie mir der etwas eifersüchtige LA-Trainer sagte) wohl nur ganze 6 Kinder, da es auf schulischen Drill hinausläuft, Lernerfolge "sichtbar" sein sollen, aber innere Begeisterung o. Eigenmotivation bei allem fehlt??


    Werden die Kids nun von Eltern geschickt, statt dass wer zuerst sie fragte, ob sie "Lust auf Fußball-Spaß" haben? So lernen Kinder zwar, wie ja in Schulen Pflicht bzw. Zwang, aber für mich einen falschen Fußball kennen. Ob das Vereinen auf Dauer hilft u. Jugend einbringt o. Vorteile für Schulen u. Einzelne im Vordergrund stehen? Mit Schulen auf einer Ebene im Sinne der Kinder zu verhandeln, scheint mir aber schwer möglich: sie werden Bedingungen diktieren wollen, denn: dafür bezahlen sie ja. Mein Modell hingegen wäre: 1. Lasst die Kinder es selbst wollen, dies Wollen zu erwecken als 1. Trainerdisziplin definieren. 2. Lasst die Eltern bezahlen statt uU primär Kinder kostenfrei abschieben wollen: dann können u. sollen sie die Arbeit der Trainer aktiv mit verfolgen und bewerten. 3. Die Schul- u. Vereinsoberen halten sich raus, denn der Nachmittag soll den Kindern selbst gehören: ihrem Spaß. 4. Wer es nicht schafft, Kinder freiwillig kommen o. im Spiel sich bewegen zu lassen, sollte kein Recht haben, sie dazu zu zwingen. Denn dies wäre auf Dauer für die Kids kontraproduktiv, es baut sich eher eine Aversion gegen Laufen u. Sport auf. Oder, siebener, wie siehst du die konkrete Kooperation? Ich hoffe, du siehst mir nach, wenn ich dich argumentativ herausfordern will, ist nicht böse gemeint ;)

    Da passt was nicht!


    Ja: mein Thema hier seit je. ZB: war zuletzt - angeblich gemeinsam im Trainerteam - mit nem Nichtfußballer als Trainer der D-2001er! tätig: Ich zuständig für die Zweite, er für die Erste (was schon für sich spricht: die Siegen für mich als Motto, egal, von wem per praktischem Vorführen sie adäquat mehr lernen könnten). Gut, ich wechselte trotzdem mit unserem Sohn nach übler Teamauflösung im Verein vor Ort. Doch als ich dann echt diplomatisch das ein wenig korrigieren wollte, was er den Jungs falsch beibrachte (zB, als dies dann nach Ballverlust zum Gegentor führte u. ich spontan intervenierte: immer mutig dribbeln, auch gegen zwei 2000er vorm eigenen Tor, hab ICH gesagt u. dabei bleibt es!), beim Jugendleiter Vermittlung (in der Sache, da ich die Fehler nicht länger nur mitansehen konnte) erbat, flog ich sofort raus: jener "Kollege" hatte schon nen Ersatz in der Hinterhand (Vorbereitung ist alles, Teamgeist nichts?): auch ein Nichtfußballer! Ergebnis: beide Teams wurden in ihren Kreisklassen Staffeln 3 und 4 Vorletzte, obwohl in der Ersten etliche Talente sind mit Kreisligapotential u. die noch trotz Festgespieltsein illegal (auch schön, wenn Kids dies vom Vorbild abgucken) in der Zweiten "aushalfen". Dies scheint in Deutschland normal zu sein, verwunderte jedenfalls keinem, dem ich es erzählte: so ist das eben! Ich denke, in den USA wär's komplett unmöglich, die viel bezahlenden Eltern würden nicht nur wegschauen, auf Qualität u. Lernerfolg mehr drängen u. dies dürfen. So meine Sehnsucht nach professionellen Verhältnissen wie dort, sei es um den "Preis", dass es uns Eltern mehr kostete. Zumindest mir wären Kids es wert: Trainer, bei denen sie viel Lernen und topmotiviert würden, die es ohne faire Bezahlung nur vereinzelt o. zufällig gibt: besonderer Respekt vor denen, aber leider sind sie eben selten! Ich behaupte: sie können auch viel Motivation für die Schule generieren, indem sie Kids praktisch aufzeigen, wie Lernen u. Leisten Spaß machen kann, man sich per Erfolgserleben gut dabei fühlt (Ich trainiere gut = Ich spiele besser = Ich gewinne u. kann im Team jubelnd über den Platz rasen: was Kids den größten Spaß bereitet u. sie dann top motiviert, jedenfalls war's bei mir immer so). Statt dass was erzwungen wird (wie Pauken zuhause bei ehrgeizigen o. reichen Ein-Kind-Eltern, die in Schulen die Schlagzahl dann auf 2 Stunden täglich erhöhen u. allen aufdiktieren)!


    Oder ist dies eine Illusion u. im Prinzip läuft es in den USA ähnlich o. auch "suboptimal"? Würde mich interessieren, da ich gern das kunden-/kinderorientierteren USA als positive Alternative anführe, aber ehrlich gesagt gar nicht aus eigener Anschauung weiß, ob es dort wirklich soviel besser läuft.... Fairplay für Kids bedeutet für mich zuerst: sie das Lernen als Spaß lehren, dann erst alles weitere. Erfolg als Chance "visionieren", kein Ergebnisdruck also. Kindern Ziele vermitteln bedeutet nicht schon sie ihnen per Erfolgsdruck aufzwingen. Doch Lernen ist für sie der Schlüssel, stark, mutig, selbstbewusst, verantwortlich zu werden. So auch beim Sichten: zuerst Kinder "interviewen: was möchtest du erreichen, was erwartest du? Dann übers Gesagtes nachdenken: zeigen sich Hemmungen, Zwänge (also zB Elterndiktate im Kopf statt ein freies Herz für den Fußball) und vieles, vieles mehr. Wer echt (was eben auch "verschüttet sein kann, daher bin ich gegen äußerliches Sichten) will, wird auch in 5 Jahren noch motiviert trainieren u. dann definitiv besser spielen als die, die man bei der Hier-Jetzt-Leistungsschau als Beste erwählt, wo aber oft nur Eltern hinterstehen, pushen u. so Motivation nicht "echt" ist. Wenn jeder jedes Jahr erneut die Chance hat bei Tryouts, ist das aber schon nen Fortschritt contra Fremdselektion. Weißt du, was ich meine? Ich plane für Ostern grad ein Fußball-Förder-Camp mit Mentalcoaching dieser Art (Du bist dein Star, egal, was andere dir einreden wollen: erwähle dich selbst!), wobei wir nur ne Schutzgebüher von 25 Euro für 5 Tage Training inkl. Verpflegung nehmen werden, da die Eltern den Wert des Ganzen eben nicht erkennen, es in Deutschland (ohne Stars oä) sich nicht "preis-werter" verkaufen lässt (wir haben ja als Kunden gelernt, das Werte von Preisen nur selbstbezogen zu sehen, daher will man dann eben alles kostenlos haben u. sieht wahre Werte von Angeboten kaum mehr: kauft seinem Jungen für 70 Euro die schicken Fußballschuhe, aber Trainer sollen umsonst arbeiten...)Thanks!


    Nachtrag: das besonders Tragische für die Jugend, das ich die letzten Jahre beobachtete, ist, dass viele der wenigen topmotivierten guten Jugendtrainer zu den Herren o. NLZ/LZ abwandern: da sie dort von der Führung 400 Euro o. mehr, viel mehr "Schulterklopfen bzw. auch mediale Aufmerksamkeit für sich bekommen, zB obwohl diese 1.Herren nur 1 KKS, das Jugendteam aber KL o. BL, also höher spielt...

    Danke auch von mir. In meinem Sinne vorbildlich für uns. Klar, fußballerisch fehlt Tradition, aber die Orga stellt Kundeninteresse mehr in den Fokus, oder? Wird auch "mental" gearbeitet u. wenn wie (vgl. die Differenzierungen zB bei wikipedia)? Einziger Wermutstropfen für mich: die fremdbestimmten Tryouts. Sonst wird in den USA doch soviel auf Eigenmotivation/initiative abgestellt, wieso nicht auch hier mehr? Oder kam das nur nicht rüber? Wer gilt als Kunde: das Kind o. die zahlenden Eltern?

    Wie gesagt, jeder Verein der 1. und 2. Bundesliga nutzt die Dienste eines Mentaltrainers, auch Hannover96. Und die nehmen sogar jedes Jahr einen Profiler wie mich mit ins Wintertraining.


    Mich interessierten ja die Jugendteams. Grund war der für uns als Gegner seinerzeit unmögliche Auftritt eines Trainers. Mir fehlt da natürlich jeder Türöffner, der heute leider meist nötig ist (sonst erhält man kaum je ne Antwort), aber ich hatte damals überlegt, dem NLZ von H96 mal trainerbezogen ein MC-Angebot zuzusenden, daher die Frage, da du so nah dran bist...

    keine Geduld, kein Stehvermögen das ist der Grund für die verpasste Chance, kein anderer


    Wären dann auch in den Missbrauchsskandalen die Kinder im Grunde selbst Schuld, wenn sie noch heute darunter erbärmlich leiden u. zT ihr Leben dadurch verpfuscht wurde??? Nun denn, hat nichts mit MT/MC zu tun. Jeder Mensch, auch der heutige Null-Promi - ist der Möglichkeit nach der Star seines Lebens gewesen. Aber: Kinder kann man ihrer Chancen leicht berauben, das ist das Grundproblem u. der Ansatz jeder "Psychoanalyse", bei Psychodrama o. auch Familieaufstellung, oder? Heute geht man in den Schulen in der Praxis wieder davon aus, dass Kinder quasi Lernaffen seien: pauken sie unter Druck von Lehrern wie Eltern viel ein, kommt auch viel raus, dann gehören sie nach oben, der Rest muss raus, via Noten- bzw. im KiFu eben Sichtungssystem durch übermächtige Erwachsene nach unten selektiert werden, quasi der Ausschuss. Beispiel wieder natürlich aus der Familie: ein Sohn hatte im IQ-Test den Wert von 120, was bedeutet, dass er definitiv aufs Gymnasium gehört; aber er hatte Probleme, bekam zur Begrüßung - vorher immer nur Zweien - gleich ne 6 und 5-, wovon er ich bis heute in seiner "Lust auf Schule u. Mitmachen" nicht erholte. Ergebnis nun: Realschulempfehlung. Mütter seiner Freunde zwingen ihre Jungs (Mädchen tun's eh) zu zwei-, dreistündigem Pauken, auch am WE, ich (ein "Hausmann" ist da eben ohne den mütterl. Ehrgeiz, so meine Frau) ließ ihn machen, wie er will: entweder er schafft es von sich aus o. nicht. Nur: so massives "Fördern" ist zwar on the long run mental schädlich fürs kreative Vermögen wie Eigen-Motivation der Kinder, kurzfristig aber eine effektive Wettbewerbsverzerrung - und wo Schule (wie Fußball) so funktioniert, da muss man das Falsche eben mitmachen o. man stirbt. Mir hat ein KL-Trainer mal gesagt, meine Pässe (in den freien, leeren Raum, wenn der eigene Offensiv-Spieler nen Tick eher am Ball wäre, falls er mitdächte) könne ich in der Bundesliga spielen und wäre ein Genie, in der KL aber seien dies Fehlpässe u. ich würde ausgewechselt, wenn er noch einen solchen Pass sähe. Daher kam ich drauf: Gerät man in die falsche Welt o. Liga, ist das schlecht, was anderswo gut wäre - da haben Kinder dann keine Chance, falls sie im Dorfverein solch Pässe spielen u. ein Trainer sie nur zu Sau macht, da er diese Spielkultur gar nicht versteht, auch von old daddy dazu nichts hören mag. Du ahnst es: mein Sohn spielte sie oft genau wie Papa, der so sein Déja vu erleben musste u. Sohnemann wurde oft ausgewechselt u. lauthals runtergemacht. Klar, man kann einem unausgebildeten KiFu-Trainer keinen Vorwurf machen, fürs Kind bleibt's trotzdem erstmal tragisch, nicht komisch: was bewirkt so etwas "mental"? Heute hat er Angst, kreativ zu spielen, ist ganz defensiv orientiert u. seine einstige Spielintelligenz kaputt, dabei ist er erst 12...


    Die eigenen Kinder dienen mir nur als Beispiel, da ich in fremde mir keinerlei "Einblicke" anmaßen dürfte/könnte. Wenn ich aber sehe, was im LZ ausschließlich "gepaukt" wird: schnelle Kurzpässe, auf sofortige Effizienz hin. Man nennt's Teamplay, ich find's Sozialismus. Haben Talente da noch große Chancen, zu einer eigenen Spielweise in sich zu finden, Fehler zu begehen, durch die sie dann selbstständig etwas erlernen, was nicht schon durch erwachsene, mental überlegene Trainer vorgegeben wurde? Daher ist mein Ansinnen ja nicht, Kinder mental zu trainieren, auch noch auf ihre innerste Psyche Zugriff zu nehmen, sondern Trainer mental zu coachen, bzgl. dem Mentalzustand des Teams nur eine Diagnose zu erstellen (statt irgendwie einzugreifen), damit sie in ihrem Training das Mentale: der Kids selbst mehr beachten und berücksichtigen. Also zB aufm Platz jeden selbst entscheiden lassen, per Fragen statt Diktaten führen, Kinder selbst Antworten für sich suchen zu lassen usw. Wäre dies nicht auch in deinem Sinne? Ich habe über eine "Unternehmensberatung" dann später mal bei einem Bundesligisten 2 Wochen mittrainieren dürfen, da erst merkte ich, was Fußball sein kann, wenn alle mitdenken wollen, "blind" antizipierend in freie Räume starten, ja, und ich gestehe, da dachte ich: mein Gott, hier wäre ich wirklich richtig gewesen, wenn ich nun auch noch zwischen 12 und 18 Technik o. Physis perfektioniert hätte. Noch später habe ich (grad topfit) dann wieder per Zufall bei einem Eventturnier mal gegen Bundesligaspieler inkl. Nationalspieler (als direkten Gegenspieler im Mittelfeld) gekickt u. finde einfach: der Unterschied war kaum spürbar, unsere Gegenspieler gratulierten, da wir Amateuere gewannen, auch spielerisch ok waren. Da war wieder das Gefühl, im falschen Leben gelandet zu sein. Ja, ich weiß, klingt lächerlich, denn man hat eben nur ein Leben: top o. hopp, so ist's nun mal. Aber: wenn Kinder mit 12 nähergebracht wird, was sie wirklich könnten, sie im Glauben daran, an sich mental bestärkt statt abgeschliffen würden, wer weiß, wer sich dann wie entwickeln können würde? In der betreuten U17 war zB ein TW, der spielte in der Vorsaison noch Kreisliga, kam als 3.TW, wurde schnell (auch dank Verletzung des 1.) Erster u. ist nun sogar in der Auswahl des Landesverbandes. Und ich selbst habe ähnlich wie TW-Trainer mal ein Kind, das alle nur aussortiert hatten, zum TW "gemacht". 1,5 Jahre später wollte der es nicht wiedererkennendes Trainer der Ersten diesen für mein Team viel zu guten TW dann haben, heute spielt er schon LL u. da geht uU noch mehr. Ich habe ihm damals als Werder-Fan gesagt, er wird später mal so gut wie Wiese spielen können: wenn er an sich arbeitet, es will. Danach trainierte er jeden Tag stundenlang an der Hauswand für sich etc. Motivation ist für mich alles - man kann sie in Kids aufbauen, unterstützen, aber auch zerstören, demoralisieren. Das ist mein Grundgedanke im MC u. die Trainer sind der wesentliche Schlüssel für mich! Oder wie seht ihr dies? (Sorry, zu lang...)

    da kannst du doch jetzt aber doch wohl nicht mitreden, zumindest nicht aus eigener Erfahrung.


    Doch, ich bin nämlich ein hoffnungsvoller Nationalspieler, aber leider nurmehr der Möglichkeit nach, in der Realität seit 30 Jahren nurmehr ein Loser ;)


    Nein, ganz ernsthaft, ein Jugendfreund wurde Profi u. Nationalspieler, bis ca. 12 hatte er keine Chance, da wurde er vom "FC" zufällig auf unserer wilden Wiese entdeckt - und ich war an dem Tag nicht da.2 Jahre später grätschte er mir schon sicher die Bälle unterm Fuß, drückte mich - damals noch pererlaubten Ellenbogen weg. Da ging auch ich zum FC, aber bekam in 3 Monaten keine Sekunde Spielzeit. Durchbeissen, ne, da waren mir alle Zähne gezogen (einem anderen Freund schon nach 3 Wochen), Karriereende mit 14 - in der Realität. Ja, ist alles lächerlich, wenn man so um sein vertanes Leben jammert, schon klar, daher schrieb ich ja: alles ist tragisch wie komisch. Und nun kann man gern sagen: da will ein Papa sich im Sohn wieder beleben. Stimmt, so ist der Gang der Biologie: nicht im Ego sich über-, in Kindern weiter und neu leben, die selbst verpasste Chance vllt dem Sohn ermöglichen, bei diesem Mal nicht achtlos übersehen, ans Glück, ans Leben statt an Schicksal glauben, wo andere sagen: Mensch, du Doof, das schafft ein Kind von 100.000 u. du meinst natürlich, es sei deiner. Niemals. Das ist aber falsch, denn Menschen spielen sogar Lotto, und da ist die aufs Ego bezogene Chance 1 zu 14 Mio. Also warum nicht lieber an Kinder glauben, an jedes einzelne, denn irgendwer schafft es ja und wenn nicht: was geht verloren? Im LZ einiges, da gebe ich dir Recht, aber Kinder gewinnen uU auch was darin, wer weiß, wer wollte Gott spielen u. dies für sie vorher bestimmen? Merke: ich bin gegenüber meinem Leben ein Loser - und mir dessen bewusst. Mehr konnte ich in diesem Leben nicht mehr leisten, für Kinder ist aber oft noch mehr drin ;)
    PS: Aber schön, mal so locker mit dir zu quatschen!

    In einem Gespräch mit dem DFB-Vorstand fand ich heraus, dass alle Vereine aus der ersten und zweiten Bundesliga bereits mit mentalem Training arbeiten.


    Interessant, wi hast du das geschafft? Ich erhielt nicht mal ne Antwort auf meine - allerdings kritische - Anfrage, wieso der DFB sich nicht verantwortlich darum sorge, ob alle KiFu-Abteilungen auch qualitativ geeignete Betreuer einsetzen - in der Form, etwa die FPL mehr zu promoten o. einen DFB-Jugendtrainer-Kodex zu verbreiten, den ich gleich mit versandte. Seitdem "glaube" ich nicht mehr so ans DFB-Engagement für "aktive" Jugend, die freilich passiv eine "Zielgruppe" im Marketing ist, so dass man sich jugendfreundlich verkaufen muss. Auch viele BuLi-LZ arbeiten bereits intensiv "mental", H96 aber nicht, soweit ich weiß, oder? Entscheidend ist grad hier: was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Das ist im Fußball aber viel entscheidender als bei dir zB im Golf, wo man sich "nur" individuell mental bearbeiten muss, also auch weit eher positiv von seinen Motiven/Zielen aus "programmieren" kann, oder? Wesentlicher Unterschied eben: Team- vs Individualsport. Was jedoch in der Jugend per gewaltsamer Ziel- o. eben Motivvorgabe (ich weiß, du meinst, dies sei so unmöglich, aber ich glaube eben nicht an "Prädestination", sehe das folglich grundanders) verschüttet o. abgeschliffen wurde, das ist später für immer verloren, quasi zu tief weg. Das ist das "Psycho-Dramatische" - du weisst sicher, wie ich dies Wort meine, da ich Psychodrama als mentalistische Methode (i.S. des "Drama(s) des begabten Kindes") anwende: um die stets latent wirksamen Beeinflussungen für Jugendliche nochmal "sichtbar" werden, so der Ich-Realität sich selbst ein wenig besser abgewinnen zu lassen statt nur ein fremdes Leben zu führen, dies zB dann erst im hohen Alter kurz vorm eigenen Tod in einer Art Bilanz an-zuerkennen zu können: wenn und weil alles vorbei ist.
    Dies nämlich ist mental das Drama:alles Widerfahrene wird unterschwellig in uns abgespeichert, irgendwann drängt es hervor, ohne Mentalcoaching aber fast zwingend erst, wenn es definitiv zu spät ist: komisch, da wir eh endlich sind, tragisch, weil es trotzdem verdammt weh tun kann, wenn das eigens geführte Leben plötzlich als verpfuscht angesehen werden muss.

    Dein Beitag klingt, als ob Du den Vereinen eine Schuld/Teilschuld daran gibst, dass Kinder nicht mehr ohne Verein Fussball spielen können. Ich sehe das etwas anders. Niemand wird daran gehindert Fussball zu spielen.


    Ok, Ironie: im Wohnzimmer könnten Eltern Kinder ungehindert und sicher kicken lassen, aber sonst? Auf der Straße wohl besser nicht, freie Wiesen gibt's kaum noch wo, der werbeträchtige DFB-Bolzplatz, den es bei uns immerhin gibt, ist spätestens ab 16.00 Uhr von Jugendlichen zwischen 16 und 19 belegt, die dann den 7- oder 9-jährigen großzügig anbieten, dass sie ja mitspielen können... Wir haben immerhin einen großen Garten, aber 1. macht es da nicht soviel Platz, kann man auch nicht jeden Nachmittag 10 o. 15 Kinder dort spielen lassen u. ein Nachbar kassiert gnadenlos hinüber fliegende Bälle ein. Wo kein Platz, da auch kein möglicher KiFu. Also habe ich beim Gemeinderat beantragt, dass eine freie Fußballgruppe auf den vermeintlich "vereinseigenen", aber von allen im Ort finanzierten Plätzen auch mal kicken dürfe, nur sind die Vereinsvorstände dort gut repräsentiert, also: sein Jahren keinerlei positive Reaktion, man gibt's auf. Vereine wären verzichtbar, falls KiFu auch ohne sie denkbar wäre. Das erscheint mir so aber nicht der Fall. Sind folglich Vereine unverzichtbar o. liegt der Fehler gerade darin, dass sie eine Art KiFu-Monopol haben, sich daher nicht im Kopf mehr bewegen und reell was verbessern zu müssen meinen? Konkurrenz belebt Geist und Geschäft, wo man sich aber konkurrenzlos (preisgünstig dank massiver Subventionen durch Plätze, Hallen, Unterkünfte, Gelder) fühlen darf, dort erstarrt dies Leben im Geiste uU, oder? Zwar konkurrieren Vereine in den Städten untereinander, vor allem aber im Herrenbereich, da Erwachsene eben mündig u. mobil sind, allzeit wechseln können. Kinder aber sind auf den Platz um die Ecke angewiesen, wenn die Eltern nicht sehr viel Fahraufwand auf sich nehmen o. ihre Kids aus der vertrauten Umgebend reissen wollen, was ich niemand anraten würde: da wir es taten - und erfahren mussten: die Kinder leiden darunter sehr, verlieren somit auch viel Lust auf Fußball...


    Entscheidende Frage also: wenn Institutionen, die massiv subventioniert werden u. lange positive Tradition für sich haben, zugrundezugehen drohen, woran liegt dies am wahrscheinlichsten? Sollen sie sich auf ihrer Tradition weiter ausruhen, über Gott u. die Welt jammern - oder selbst etwas "unternehmen", sich verwandeln zu dem, was in der Realwelt positiver ankäme und folglich überleben könnte? Stillstand, statusbetontes Denken ist in der Praxis Rückschritt, da menschliches Leben sich stets dynamisch weiter entwickelt. Über diese Dynamik sich beklagen, wer wollte dies erhören und alles so fest verankern, dass keiner mehr sich in Vereinen verändern muss? Bist du nicht willig, so gebrauch ich Gewalt, sagt Mephisto* (Gekürzt zwecks Lesbarkeit, aber: wichtiges Thema!!!) *Sterben muss aber schon bei Goethe nicht Faust, sondern die Unschuld ;)

    fußball ist bei uns immer noch "proletensport", was für die einfachen leute


    siebener: Wo dem so ist, sollte man die Entwicklung wirklich mal bedenken: sich mehr öffnen, Kompetenzen abgeben, kritische Stimmen mehr erhören statt ausgrenzen. Doch wo ist ne Vereinsführung dazu mal bereit? Der Fisch stinkt immer zuerst vom Kopf, sagt der Volksmund. Professionelle Unternehmer müssen sich Konkurrenz ehrlich stellen, würden doch nie klagen und jammern, dass die Kunden als solche Grund seien, warum ihr Laden nicht läuft, oder? Man würde sich um diese Kunden bemühen, mehr um sie werben - und hat man keinen Erfolg, stimmt das eigene Produkt nicht, verschwindet man mangels Leistung für die realen Menschen im Wettbewerb mit anderen Angeboten vom freien Markt, was dann gut so ist. Alles andere wäre Ressourcenvergeudung und unsozial: Wozu massiv aus Steuermitteln der Gemeinschaft Vorteile weniger subventionieren, damit ein Laden überlebe, den objektiv kaum noch wer will? Jeder muss und kann sich bewegen, Kritik möglicher Kunden fair ernstnehmen, in ihrem statt dem eigenen Interesse agieren, Qualität obenan stellen...


    So einfach ist es, wo Leistung zählt. Daher weine ich keinem eine Träne nach, der Mist macht u. sich ruiniert, ja, ich freue mich, sollte er weg sein, weil er mich ärgert, viel Geld öffentlicher Kassen bzw. Güter (Sportplätze, Hallenzeiten etc.) verschwendet. Am Ende gibt man ja oft noch Kindern selbst die Schuld, wenn's schlecht läuft: sie seien faul, unzuverlässig, lustlos, konsumfixiert etc. Umgekehrt: wer eine Fördergruppe von 12 Talenten hat u. irgendwo, gar im Winter in der Halle trainieren will, der wird ausgelacht, da aus Tradition alles Vereinen gehört u. zukomme; neue Initiative hat da Null Chance! Grund: Protektion für die Platzhirsche!? Doch immer nur da entsteht eine Chance für Neues, das läuft, wo etwas Altes, Überholtes verschwindet, das nicht rund läuft. Denn Platz ist nie für alle, nur begrenzt da. Sind Vereine heute vielleicht überholt? Wer noch existiert, aber rückständig ist, hat die Option, sich zum Besseren zu verändern, er muss dies aber auch ernsthaft und aufrichtig wollen, neu denkende Leute ins Boot lassen. Aber: Jammern verboten! Belässt man Fußball vor Ort bei dem Image, das du benennst, muss man sich nicht wundern, wenn ganze gesellschaftliche Gruppen ihre Kinder lieber zu Golf, Judo, Tanzen, Ballett, Schießen, Musik-, Kunstschulen, Fitnessstudio oä schicken, vom klassischen Sportverein nichts wissen wollen. Konkurrenz gibt es nämlich nicht nur intern durch Bessere, die man rauskickt. Echte Reformen täten Not, nicht das, was ich hier oft selbstbezogen beschrieb, muss man ja nicht wiederholen... Ich gehe da auch von Notständen, einer Pleitewelle, einem Massensterben von Vereinen aus.


    Soll aber diese Art Verein unverzichtbar sein? Freie Plätze für freie Bürger, indbesondere Kinder, statt quasi in "Privatbesitz" der Vereinsbosse: "Kinder an die Macht" eben, das Undenkbare zulassend - diese Entwicklung fände ich eine kinderfreundliche Alternative bei uns im Dorf, wo zwar viele gern Fußball spielen möchten, aber nicht im Verein. Wieso wird dieser ihnen als einzig mögliche Tür um Fußball aufgezwungen, wieso dürfen sie nicht einfach ihren Fußball spielen, wo doch auch der DFB früheren Straßenfußball - zurecht, da mehr eigene Entwicklung und Entscheidung gestattend - als beste Förderung lobt? Ich gestehe: ich war als Kind 3 Monate im Verein und fand es nur ätzend, das freie Spielen - heute unmöglich gemacht - auf der Wiese aber liebte ich über alles. Als es über die Jahre verschwand, fand man dazu keinerlei Zeitungsartikel, mangels Interessensvertreter (neudeutsch: Lobbyisten, die o.g. Artikel doch lancierten, um mehr Mittel aus öffentlichen Haushalten loszuschlagen, wie ich befürchte, nicht aber, um etwas zu verändern, zu verbessern)!? Oder was meinst du, siebener? Ich habe eine Riesensehnsucht: nochmal echt begeisterte Kinder auf wilden Wiesen wie in meiner Jugend frei und natürlich kicken zu sehen, dass sie das Glück, dass wir damals ohne jede Bevormundung und Einpferchung genießen dürften, auch wieder erfahren, - aber es wird sich wohl nie mehr verwirklichen lassen: ein Traum, für heutige Kids auf immer verloren? Da könnte ich echt heulen drüber, dass wir unsere spärliche Jugend so berauben, man nichts dagegen tun kann, sterbende Vereine aber, die lassen mich kalt, denn dies ist meines Erachtens gerechtfertigt, voll selbst verschuldet, mag man mich für dies ehrliche Urteil auch steinigen wollen: was nur in der Sache gar nichts nützt o. bewirkt!. Hier ist doch KiFu jenseits der Vereine oft schon gar nicht mehr denkbar, oder? Das zeigt aber nur, welch Macht Vereine über KiFu über die Jahre sich erarbeitet haben, oder? (Erwachsene hingegen haben viele Optionen: Bunte Liga, Betriebsport, freie Guppen, "Soccerland", Unisport u.ä., denn sie sind: mündig, mobil, finanzstark... Kinder aber sind heute fast total abhängig, ausgeliefet, das ist das Traurige.)

    mit Fussballern, Trainern und Eltern disskutieren


    Danke für deine ehrliche Meinung, "aber" sollte auf der Welt nicht immer für alle Platz sein, die nun mal da sind? Sind kompliziert denkende Leute nicht auch Mitmenschen: mögliche Fußballer o. Eltern? Ich geb ja zu, dass es Dinge gibt, die leichter o. schwerer zu verstehen sind, je nachdem, ob man tiefer schürft o. nicht, gute Worte findet etc. Einsteins Theorien hab ich auch trotz x Lesen nie recht verstanden, aber ist es Einstein schuld? In Vereinen sind bestimmte Schichten ja unterrepräsentiert; doch grad bei Kindern wären alle Schichten darauf angewiesen, dass alle Eltern willkommen sind, mitreden dürfen, ihre Vorstellungen Gehör fänden etc. Den einen ist alles da fast egal, sie wollen nur ihre Kinder 1,5 Stunden loswerden, andere wünschen sich pädagogische Qualität, stellen lästige Fragen, die man ungern erhören will - eine ganz schöne Kluft! Aber "unter-sich-bleiben-wollen" schadet letztlich immer allen, wo Globalisierung Weltoffenheit erfordert, vor allem (immobilen u. unmündigen) Kindern. Im Forum gibt Erfolg den Ausschlag. Es mag sein, dass für viele Theorie nicht so erwünscht ist, das Thema aber anzog, so der relative Erfolg des Threads - über 7200 Visits sind in der Rubrik ja nicht schlecht - trügerisch ist, ok. Daher regte ich paarmal die Eröffnung eines auf Praxis zielenden "Konkurrenzthreads" an, habe ihn nun selbst mal eröffnet: die Gefahr klar vor Augen, dass der unverständlichere Theoriethread den Kürzeren zieht, danach nahezu "tot" sein dürfte. Überzeugt bin ich aber, dass er in der Sache mehr Ergebnis brächte, so stirbt die Hoffnung zuletzt. Warum?


    Jede Praxis beruht unausgesprochen auf theoretischen Implikationen: ein Menschenbild, ein Begriff von dem, was training oder das Mentale sei etc. Nehme ich Kids zB als eigenständige Subjekte wahr, lasse sie selbst entscheiden o. als Objekte, die ich auf- und einstelle? Es ist oft sehr schwierig, sich die Implikationen klar vor Augen zu führen, von denen man in seinem Tun und Lassen "schon immer" aus ging und geht. Man nennt die Methode "De-Konstruktion": um neue o. fremde Ansichten gewinnen zu können, muss man erstmal Teile seiner selbst "destruieren", also auflösend, verflüssigend zerstören. Wer zerstört gern sich selbst, seine mentale "Festplatte", um sich per Konvertierung sodann eventuell gewinnbringend zu erneuern? Das funktioniert nur so, dass man Neues, Gemeinsames als Besseres beschwört u. ausmalt, als Erfolgsversprechen handelt, nie per Zwang. Wer Menschen von seiner (höheren) Warte aus zu ihrem Glück zwingen will, macht sie in aller Regel unglücklich. Doch ist nicht genau so oft das Vorgehen von Trainern, zumal im KiFu: Man will Spielern, den Kleinen zeigen, wie alles geht - ein gutmeinendes Ansinnen, sicher, aber es kann im Ergebnis schnell unter sich das verschüttet, was in jedem von selbst hätte wachsen können, sonach nie mehr zu sich kommen kann. Daher das Grundanliegen als Mentalcoach: in Trainern Sinn fürs Eigendynamische als Potential jedes Einzelnen erwecken: Empathie; nie einfach per Außenperspektive etwas in anderen "sichten" zu können vermeinend, da das Unsichtbare meist für die Persönlichkeitsentwicklung aufm Platz wie im Leben viel wesentlicher wäre!!! Aber >Unsichtbares zählt nichts, lässt sich kaum berechnen u. einplanen, daher fällt es unter den Tisch.


    Wenn ich dies nicht verstehen lassen kann, habe ich als MC in der Tat versagt, - obwohl man bei fehlendem Interesse auch nie (Selbst-)Erkenntnis erzwingen kann. Versagen hat also 2 Seiten: ist nötig, würde nur da schuldhaft, wo MC immer weiter ignorant (seiner Position folgend) versuchte, Erkennen als notwendig erzwingen zu wollen, wo es unmöglich ist. Hast du von mir diesen Eindruck, trifft mich das, da es nicht meinem Wollen entspräche u. ich dann in der Tat unfähig wäre. Doch jeder neigt zu dieser Unfähigkeit schon aus Ungeduld: irgendwann platzt jedem die Hutschnur, also der Kopf, er implodiert - etwas, dass man auch immer im Umgang mit anderen wie sich selbst als Gefahr im "Hinterkopf" behalten sollte: Menschen versagen erst, rasten dann noch aus, - was sie nachher zumindest bereuen können sollten. Also teile mir mein Versagen gern weiter mit u. ich bemühe mich um Besserung: soweit ich es vermag: Bin aber auch mal zu faul dazu o. unwillig, da es wohl die anstrengendste Disziplin ist, über seinen Schatten zu springen o. Fehler zu kapieren (also dann bitte nicht böse sein) ;)

    Günter, wieso musst du Beisträge anderer immer derart abwerten, die dich doch auch in Ruhe lassen? Ich hatte diesen Thread eröffnet, um hier MT/MC theoretisch zu diskutieren statt zu plaudern. Du kannst doch jederzeit in Konkurrenz deinen eigenen, besseren Thread eröffnen, oder? Wenn man aber auf den Zug anderer aufspringt, sollte man da nicht ein Mindestmaß an Höflichkeit zeigen? Mich schockiert diese Art der runtermachenden Kommentare, ehrlich. Mach dann doch einfach dein eigenes Ding, bitte, keiner zwingt dich: der Beitrag war erkennbar gar nicht für dich, sondern für Mentala, die grad Psychologie studiert. Lass mich bitte mit diesen verletzenden Kommentaren in Ruhe, danke! Mir ist es wichtig, sich vor wie in der Praxis theoretisch auszutauschen. Wenn du dies unnötig findest, stoppe doch einfach bei der Warnung "Vorsicht Theorie", die extra für dich geschrieben war, um solch verletzenden "Käse"-Kommentar vorzubeugen. Dazu ein Bonmots: Leben und leben lassen! Versuch doch mal, andere wie mich zu tolerieren... ;)


    PS: Hab nun doch selbst den Praxis-/Ratgeber-MT-Thread gestartet, damit sich die Interessen besser trennen lassen... Ich hoffe, dass Mentala mitmacht!