Beiträge von Keller-Kicker

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    Die Türen werden für mich wohl fest verschlossen gehalten, einziger Weg wäre es, die theoretisch mögliche "Demokratie" zu nutzen. Doch das bedeutet eben: monatelangen Wahlkampf und Agitation im dann zunehmend wohl erbitterten Gegeneinander für nen Job, der im Endeffekt auch finanziell ein Minus in die eigene Familienkasse wirtschaftet, sofern man für Transparenz sorgt. Echte Politiker machen all ihre moralophoben Verenkungen vor dem Herrn doch auch nur, weil sie dann im Amt gut bezahlt werden und danach dank Klassepension plus ditt und datt ausgesorgt haben: dafür gab Merkel doch jahrelang "Kohl's Mädchen" :D


    Ok, du hast schon Recht, das ist wie in einem Boxfight: wer ein echter Kämpfer sein will, der geht dahin, wo es weh tut, auch wenn der Kampf längst verloren ist, holt sich dann zur blutigen Nase noch die gebrochene hinzu, oder im Fußball: wenigstens das Ehrentor, denn das ist bis zur 92. Minute drin, auch wenn es schon 0:4 steht - und dabei immer in der Hoffnung, noch ein 4:4 erreichen zu können. Nur dumm? Nein, auch etwas Imponiergehabe!* Der Vorstand zB hat mir mir letztens sogar gesagt, dass er es "in gewisser Weise" bewundere, wie offen und ausdauernd ich für meine Ziele kämpfe. Nützt zwar nichts, aber ich habe mir gesagt: immerhin, irgendwann würde der vielleicht doch die Seite wechseln, steter Tropfen höhlt eben den dicksten Stein, - nur dürften da unsere Jungs halt längst erwachsen sein. Und so gern ich was für Kinder im allgemeinen tue, zuerst schaut doch jeder auf seine eigenen, oder?
    Daher erledigte sich auch vor 2 Jahren das Thema "eigener Verein" (bzw. JFZ), das ich in der Tat mit einigen Gesinnungsgenossen angehen wollte: Arsch viel Aufwand, Bürokratie, erstmal muss man zum Anwalt u. Geld reinbuttern, dann kommt der Kleinkrieg: in einem Nachbardorf hat das mal wer gemacht, nachdem man ihn als Vorstand nicht wie vorher abgesprochen wählte, aber der hatte 10 Mio. geerbt, buttert jedes Jahr ne sechsstellige Summe in den Verein, hat für viel Geld nen Ex-Bundesligaspieler als Trainer geholt etc. Nun hat er stets Angst: dass ihn wer rausdrängen könnte. Klar, wo was läuft, sind immer Neider u. Ränkeschmieder, Ruhe hat man auch nie. Also wozu, nur dafür, dass "sein" Club nun aufm Dorf Bezirksliga spielt? Jedenfalls nicht für die Jugend. Denn dafür rühren ja nicht mal die eigenen Eltern nen Finger o. gehen mal zur HV. Das ist's, was ich nicht versteh: die wollen immer Tore sehen, schreien sich dafür die Kehle ausm Leib, aber dass bessere Trainings mehr als alles Geschrei brächten, man dafür mal in Ruhe reden müsste, miteinander, will man wohl nicht verstehen :(


    *Da ich mich nur halb als Deutscher fühle, meine ich vllt mitunter etwas schlauer zu sein: hochtrabend, arrogant? Dann lies mal ditt hier von heute bzw. WE auf finanzen.net: "Deutsche ärmer als Zyprer! Das ist das Ergebnis der nun komplett veröffentlichten repräsentativen EZB-­Untersuchung. Die ersten Daten wurden ja schon während der Zypern-Rettung bekannt.
    Aber wohlweislich hielt die EZB zahlen für Zypern und andere Krisenstaaten erst einmal zurück, bis alles in trockenen Tüchern war. Laut EZB besitzen Bundesbürger im Median nur 51000 Euro. Damit ist Deutschland das Schlusslicht in der EU. Griechen besitzen das doppelte. ­Zyprer sogar 267000 Euro. Ein Aufschrei von Politikern oder Moderatoren der mit heißer Nadel gestrickten Talkshows ist jedoch nicht zu ­hören. Nur die Kommentatoren der großen Tageszeitungen befleißigen sich, dies aufzugreifen. Auffällig dabei ist, dass die eher linken Publikationen teils aberwitzige Argumentationen vorbringen, warum die deutsche Bevölkerung viel reicher sei, als dargestellt.
    In Griechenland gibt es das doppelte vom letzen Gehalt: Es wird etwa das Rentensystem angeführt. Dabei ist dies umlagefinanziert, und man hat dort gar nichts angespart. Ähnliche Systeme gibt es in vielen anderen Ländern auch, nur das Niveau liegt deutlich ­höher. In Griechenland bekommt man laut OECD 82 Prozent des letzten Gehalts. Bei uns noch 39 Prozent. Ebenfalls die niedrige Immobilienquote muss herhalten. Aber wer kein Haus ­besitzt, müsste doch eigentlich mehr auf der hohe Kante haben. Oder das angeblich mieterfreundliche Mietrecht wird angeführt. Auch wenn die EZB-Studie sicher ihre Macken hat, zeigt sie doch, dass der Süden wegen seinen laxen Haltung gegenüber Steuersündern viel reicher ist als gedacht. Hierzulande wurden die Bürger schon jahrzehntelang durch hohe Steuern enteignet, in Zypern führt das nun zum Aufschrei.
    Ein sonniges Wochenende wünscht Jörn Kränicke, Chefredakteur"
    Tja, was soll man dazu sagen? Wir sind 4 Bundesbürger u. haben noch nicht mal die durchschnittlichen 204.000 Euro, die statistisch auf uns entfielen! Wären wir doch arme rettungswürdige Zyprioten, da stünde uns statistisch über ne Million zu u. man würde unsere Vermögen retten...! Wer kann so dumm sein, ganz Europa retten zu wollen, obwohl er im Vergleich arm wie die Kirchenmaus ist? Böse, ganz böse, ich weiß, sorry, aber vllt doch wahr? Für mich gibt's auch da nur den einen "vernünftigen" Grund: Obrigkeitsdenken. Unsere Politiker erzählen uns was vom Pferd, dass man es von hinten aufzähmen müsse, und der Deutsche glaubt eben alles, nickt nur ab. So war es immer und wird's bis zum bitteren Ende bleiben, da nur ein paar "Verrückte" wie ich mal Nein zu rufen wagen? Ok, dann ist nichts zu machen - und nimm's bitte ironisch! Immerhin haben wir ja zB nen Schweizer unter uns, wäre interessant, was der zu diesem OT-Thema meint...

    guenter: Stimmen alle Punkte von dir. Ich bin zu ungeduldig, die Zweckentfremdung der KiFu-Mittel macht mich zu sauer, meine Ziele bzgl. Talentförderung sind sowohl andere als die im LZ wie andere als die im "Dorfverein", s. TRST-Beispiel: jedem seine Potentiale würdigen und fördern, nicht nur die der grad aktuell Leistungsstarken, aber auch nicht sagen: 80% reichen doch zum Spaß, wozu soll ich mich um weitere 20% bemühen... Was meinst du, wieso mir meine Frau riet, ich solle mal im Forum meinen Text vorstellen: da wirst du sicher viel Gegenwind spüren, meinte sie - in der Hoffnung, dass ich dann wie alle die Schnauze halte o. noch besser, gar nicht hin gehe u. wieder kneife (wie bei der HV: sollen lt. Schiri ca. 20 Leute von über 1000 - der harte Kern eben - gewesen sein, wow, das ist wohl Demokratie live, wenn man das Wählen nicht per Sonntagsspaziergang mit nem Kreuzchen erledigen kann). Hochtrabend bin ich nicht (höchstens in der Sprache, sorry), aber überzeugt von meiner Sache, daher sicher "Besserwisser". Aber was will man da machen: sollte Merkel im obigen Beispiel dann SPD-Positionen übernehmen (ok, sie täte es wahrscheinlich aus pragmatischen Gründen) o. aus "bestem Wissen" ihrer Überzeugung folgen? Daher hauen sich die Politiker doch so sinnfern die Köppe ein, reden immer viel mehr, als sie, die Pragmatischen ganz oben, dann hinter verschlossenen Türen tun, oder? Ich bin da halt lieber auf der Ebene des Plakatklebers, der noch offen sagt, was er denkt, im Pathos, dass mir nun doch alle folgen müssten, da es soo richtig ist... Klar, der Opponent findet es sicher arrogant, von sich überzeugt zu sein, nicht ständig im oft ja faulen Kompromiss einzuknicken, "Zugeständnisse" machen zu wollen, immer ach so freundlich zu lächeln, mit de Faust in de Täsch :]


    PS: Kompromissloser bin ich nur, weil's um Kinder geht, bei mir/Herren wär's mir schittegal. Da hab ich mit Vereinsfußball einfach aufgehört, spiel nun Tennis bzw. helfe nur noch im Notfall bei Fußballern im Tennisverein aus: wozu mich rumärgern, wenn die innere Lust abhanden gekommen ist? Wäre mir sogar egal, wenn Werder absteigt, gehe ich nächsten Karneval eben als 2.Liga-Schaaf verkleidet :D

    Wir sind hier im Trainertalk, aber wer <ist> eigentlich ein Fußball-Trainer? Wer dürfte oder sollte sich so nennen dürfen: jeder, der im Verein diesen "Posten" ergattert, oder nur der ausgebildete, der (demokratisch, vom Team) gewählte, getestete, akzeptierte, erfolgreiche (wo sich dann fragt, was Erfolg je sei). Muss er Fußball können, verstehen o. reicht auch bloßes Beaufsichtigen, um sich - mit Recht - als Trainer fühlen und "behandeln" lassen zu dürfen. Wieso erscheint dies so ungeregelt? Von wem, nur dem DFB, von neutralen - staatlichen - Stellen ohne Eigeninteresse o. einfach wie aktuell von jedem Verein sollte sich ein Trainer benennen lassen dürfen? Kann jeder mit einem mit "TR" verzierten Anzug auf Sportplätzen herumstolzieren o. sollte man dafür sorgen, dass dies nicht mehr einfach so akzeptiert wird? Ich habe nun mal nach dem Karneval, wo ich als "Schaaf" ging, meinen Werder-TR-Anzug auf einem Turnier angezogen: Wahnsinnseffekt: 30, 50 Kids sprachen mich an, Eltern kamen plötzlich mit nem Gratiskaffee auf mich zu, bis ich Reißaus nahm: für 30 Minuten war ich Werder-Trainer, Scout oder wer-weiß-was, in den Augen der anderen, jedenfalls oberwichtig, hofiert, ge- und beliebt...


    Vor Ort entscheidet es meist der "Verein", wer in ihm Trainer sei. Fragt man nach Kriterien o.ä., steht man vor fragend staunenden Gesichtern... Der ist eben einfach hier Trainer, ist doch überall so, was soll die Frage, spinnst du...? Und wer ist wiederum der, der als "der Verein" das Sagen hat? In der Regel der JO o.ä. ein ähnlich benannter Leiter der Nachwuchsabteilung, mal der Vorstand, mal wird man irgendwie wild eingestellt wie ich zuletzt vom "Kollegen" (der meinen Vorgänger wie alsbald auch mich verschlissen hatte und nun für "seine" Zweite Ersatz suchte, da er selbst nur für die Erste dasein mochte, die Zweite aber unter Kontrolle halten wollte). Wird man überprüft, muss man eine Qualifikation nachweisen, werden Kinder o. als ihre Vertreter Eltern demokratisch befragt ? In meiner bisherigen Erfahrung nie, es wurde es topdown festgelegt. Gibt es dafür irgendwo, zB vom DFB o. vereinsrechtlich, vorgeschlagene Regeln des Vorgehens, wie man Trainer einstellt bzw. wieder entlässt, wer welche Rechte bzw. Pflichten hat? Meines Wissens nicht, oder? Was macht ein Trainer bzw. was besser nicht? Sollte er - auch selbstkritisch offen für Dialog o. Alleinherrscher sein?


    "Eigentlich" würde er dem Wortsinne nach nur "trainieren". In der Praxis macht er aber auch zB die Aufstellung, hat also eine Aufstellungsmacht gegenüber dem Teamganzen und ragt so - als Einzelner, der zugleich als Mitmensch doch nur Teil des Ganzen sein kann - über es hinaus. Ist er somit gut für die teaminterne Eigendynamik - oder kann er sie auch erdrücken, nicht erst individuell als evtl. herrschsüchtige Person, sondern schon von seiner generellen Position her, ob er nun will oder nicht? Da alle gewohnt sind, auf ihn als "den" Verantwortlichen zu starren, sich zu verlassen. Im Herrenbereich ist so dann immer zuerst der Trainer "Schuld", wenn es - atmosphärisch oder ergebnistechnisch - nicht gut läuft. Auffällig für mich: in der Jugend stehen oft über Jahre seitens des unantastbaren Trainer die Spieler, das Team am Pranger. Hat das etwas mit der Bezahlung zu tun: jener bekommt (Schmerzens-)Geld für den Job, dieser nichts o. kaum etwas außer dafür einer sonst atypischen Macht nicht nur übers Aufstellen: eine Art Besitzmacht - das Team gilt dann als "seines".Er ist niemand Rechenschaft schuldig, unkündbar, zT bis zum bitteren Ende einer völligen Teamauflösung mit vielen tragischen einzelnen Kinderschicksalen (wie leider oft über unsere Kinder mit erlebt). Dann 'ist' ein Trainer fast wie eine Art "Gott", mit welcher Selbsttitulierung mal ein Kindertrainer (der selbst nie Fußball gespielt hatte) kritische Bemerkungen konterte: ich bin Gott für dich und wenn's dir nicht passt, geh doch zum Vorstand, der steht 1000% hinter mir und du kannst nichts dran machen. So war es dann auch. Keine Ausbildung, keine nachweisbare Praxis, aber ein Gott - ist das "der Trainer" (im KiFu)? Sicher nicht überall, aber solch Position ist im "System Fußball" offenbar problemlos möglich und in der Tat: man kann nichts dagegen machen außer den jeweiligen Verein zu wechseln, da niemand eine Art Aufsicht übers Trainerwesen zu führen scheint.


    Es gibt mE nur das bekannte Lizenzvergeben des DFB, wo ein Verband mit naturgemäß eigenen Interessen Menschen als besondere, von ihm ausgebildete Trainer auszeichnet und dann zT innerhalb seines Spielbetriebs vorschreibt, welche eine Qualifikation nachweisende Lizenz für welchen Trainerjob zwingend notwendig sei. Mit der Folge, dass mögliche qualifizierte Trainer ohne diesen Nachweis de facto ein Berufsverbot ereilt: wer kein vom DFB lizensierter Fußballlehrer ist, darf auch nicht in einer Herren-Bundesliga als (Chef-)Trainer tätig werden. Nicht der Staat hat dabei auf dieser nationalen Ebene die Hoheit, sondern wie auf lokaler Ebene der Verein ein Verband, der ursprünglich eher mit Lobbyismusabsichten gegründet wurde - hhm. Also: ein richtiger Trainer scheint man nur von Gnaden dieses Verbandes sein zu können, egal ob zB jemand als hervorragender Fußballer erfolgreich aufs Lehramt studiert, im anderen Sportverband Trainerlizenzen o. eine Businesstrainer-Firma hat: alle Wege führen nur über den DFB, was sodann ausschließt, dass Leute jemals als Trainer anerkannt werden könnten, die diesen DFB und sein System ablehnen, sich ihm verweigern. Sie "sind" demnach niemals in der Praxis ein Fußball-Trainer, egal wer sie sonst seien, was sie können, ob sie erfolgreich wären. Wer nicht im System mitschwimmt, ist per se ausgeschlossen, Punkt. Sein oder Nichtsein - Demokratie, freier Wettbewerb oder Markt interessieren hier nicht, man befindet sich quasi noch in einer Art Monarchie, bestenfalls Oligarchie. Jeder muss Verdienste erwerben, sich adeln lassen, sonst ist und bleibt er - ein Nichts, was den Trainerstatus betrifft. Umgekehrt aber kann im Verein jedermann Trainer 'sein', wenn er nur irgendwie den Trainer-Posten ergattert hat und gegen andere zu verteidigen weiß!


    Special Jugendtrainer: Vertragliche Rechte und verbindliche Regeln könnten ihn als unteren, abhängigen Schwächeren schützen, Willkürakte der Oberen eingrenzen, Verträglichkeit und Verantwortlichkeit aller sichern; doch oft fehlen sie, ist dies nicht bereits ein Zeichen von latenter Respektlosigkeit....? Man wird sodann meist wahllos und wild ernannt und ebenso wieder entfernt, falls man in Ungnade fällt. Zwischendrin "ist" man Trainer, davor u. danach nicht. Anders bei echten Berufen: wer einmal Lehrer, Bäcker, Arzt oder Maurer ist, bleibt dies auch zB als Arbeitsloser, ist halt nur ohne Job, wogegen es unmöglich wäre, dass der Maurer plötzlich Arzt würde, da ein Krankenhaus ihn dazu benennt... Ok, bei den neuen "pädagogischen Mitarbeitern" an Schulen ist's schon etwas anderes, Not macht erfinderisch u. wo kein Geld für echte Lehrer mehr da ist, da backt man sie sich, prüft und kontrolliert aber immerhin anfangs ein wenig, ob's gut läuft, funktioniert. Der Jugendtrainer aber scheint mir weder viel transparente Rechte noch viel Pflichten zu haben, die sein Sein bestimmen, auszeichnen würden. Ergebnis: der eine kann es gut, der andere nicht, aber egal. Der einer brüllt Kinder aus eigenem Ehrgeiz ganz "unpädagogisch" ständig an, der andere geht auf individuelle Kinder gemäß ihrer Entwicklung sensibel ein, aber auch egal etc.


    Dabei interessieren natürlich nicht all die, die sich zu Recht Trainer nennen, ihren Job zur allgemeinen Zufriedenheit o. gar - nach welchen Kriterien auch immer - erfolgreich erledigen, sorry ihr Guten, Erfolgreichen, Selbstgewissen, Geliebten: ihr mögt sein, wie ihr seid, aber eben kein Problem, das man thematisieren müsste, es läuft und gut ;)


    Aufschlussreich fürs Wesen des "Systems" ist einzig der ganz andere, gleichwohl ebenso mögliche Fall des Trainers, den nichts zum Amt qualifizieren mag, der es aber trotzdem innehaben kann und darf. Das Mögliche ist das, was ins Wesentliche reicht, und da gilt: ohne dass es irgendwelche Regularien gäbe, die prüfen, ob wer der Aufgabe, der Verantwortung gewachsen sei, wie er den Job erledige, ob einzelne bedauernswerte Teile des Ganzen (also vorrangig wehrlose, schutzbefohlene Kinder) uU diskriminiert und persönlich beschädigt, andere privilegiert und protegiert werden etc., um private Vorteile im gemeinnützigen Verein zu realisieren, persönlichen Ehrgeiz auf Kosten anderer zu befriedigen, trotz Unfähigkeit oder Unwissen Macht ausüben zu wollen etc.- all dies ist im Prinzip uninteressant dafür, ob wer im System als Ganzen (also von oben bis unten zur Basis, bei den Kleinsten) "Trainer" sei, sein könne. - Puh, das war viel auf einmal, aber notwendig, um sich dem Bild dessen anzunähern, wer ein Trainer ist, dh so alles in aktueller Realität sein kann - und wer uU nicht. Sicher fehlt noch jede Menge an Aspekten, zu vielschichtig ist diese Tätigkeit. Und klar, alles ist aus dem eigenen Interesse heraus geschrieben - hier sollte nun kein bloßes Bashen derer einsetzen, die das System instinktiv vertreten, Andersdenkende zum Schweigen bringen wollen. Denn genau dies ist ja der hierin steckende Kernvorwurf, der so nur Bestätigung fände. Nicht zu vergessen: der öffentliche Auftrag der "gemeinnützigen" Vereine: darf ein Trainer hier, gar in der Jugend, wie ein Profi denken und agieren, z.T. ganz schön viel Geld erhalten o. nur auf Siege aus sein - oder verliert damit der Verein nicht eigentlich den Anspruch auf Gemeinnutz, da das private Hobby einiger weniger Oberhand gewonnen hat ;)


    PS: Ist nicht voll ergründlich, sicher fehlerhaft u. zu subjektiv, reicht aber erstmal als Denkanstoß, oder?? Wiss.-objektive Bücher wollen wir hier ja doch nicht schreiben, ich hätte aber auch noch länger schreiben können, hähähä... :D

    TRST: "Ein Spieler des anderen Vereins, war völlig eingeschüchtert und traute sich nichts zu. Der vorherige Trainer war eine Pfeife und hat nur rumgeschriehen. Da ich selber auch ein sensibler/emotionaler Typ bin, mitlerweile aber sehr gut abgrenzen kann, für die Jungs und Mädels aber immer ein Ohr habe und viel Verständnis und Zeit für diese aufbringe, durchaus so, dass ich mich nicht kaput mache oder machen lasse. Wie dem auch sei. Der Junge, der sich völlig eingeschüchtert nicht traute etwas zu machen stand im Spiel nun vor mir und wollte eigentlich nicht gerne spielen. Wie erwartet hat er sich nichts zugetraut und demnach auch nicht viel gemacht. Mein Mittrainer ist schon leicht ausgetickt... - Zur Halbzeit hin, habe ich den Jungen zur Seite genommen und sprach ihm vertrauen zu, machte ihm auch klar, dass er Spaß haben soll und ich Ihn nicht anschreien werde oder es schlimm finde, wenn er mal Fehler machen sollte. Er hat meine Rückendeckung. - Die zweite Hälfte begann und er legte los. Zwar nicht unbedingt erfolgreich, aber sehr kämpferisch und mit Vollkontakt, was er vorher nur sehr zierlich gemacht hat.


    Innerhalb von einem halben Jahr habe ich den Jungen so aufgebaut, dass er vom angeblich Schlechtesten - vom Vortrainer verurteilt - mit zu den Besten fünf Spielern von 30 gehörte..." Danke!!! Das genau eines der Beispiele, wegen denen ich hier oft so gegen ein kurzatmiges äußerliches Sichten o. Testen von Leistung bin. Solch ein Junge hat da niemals die gleichberechtigte Chance, die ihm zustünde. Doch nur sehr sehr wenige im obrigkeitlichen Fußballbetrieb begreifen dies und noch weniger wollen bzw. können es zulassen, dass die Ausnahme, das Individuum, die Regel sei, nicht der Standardkatalog, wo man mit Noten oder Punkten Kästchen ankreuzen kann, wer was positiv erbringe. Und ich gehe ja sogar noch einen Schritt weiter, indem ich sage: gerade die mutmaßlichen Versager haben evtl. nur eine höhere Sensibilität, die sie für mehr soziale Kompetenz oder kreatives Zusammenspiel qualifizieren würde, sobald sie nicht mehr unter "mörderischem" Leistungs- und Konkurrenzdruck stünden. Dabei ist im Fußball Teamplay die entscheidende Bringschuld aller, also Kooperativität im Team vor der Konkurrenz unter Teams. Doch wer unter den tonangebenden Jugendtrainer zeigt sich hier in Stp/Auswahl o. LZ lernbereit. Ich kenne eine Handvoll im Umkreis und die sagen dann auch noch, dass sie einem ja Recht gäben, es aber leider auch für sie Zwänge gäbe. Sie kommen eben "von oben", sprich: wer Spielern mit Potential und Zukunfts-Perspektive statt aktueller Leistungsstärke Chancen einräumt und dann öfter verliert, der fliegt. Und das, obwohl man sich offiziell doch immer Spaß, Kindeswohl und Förderung auf die Fahne schreibt...


    Ok, also fühlt sich jemand wie ich im Recht, da er die Interessen der Kinder, dh die gleichberechtigten aller in ihren je eigenen Charakteren, vertritt und berücksichtigt sehen will. Einen Trainer wie dich gibt es hier leider nicht, dafür ist dann aber aus der Region mit ca. 350.000 Einwohnern kein Kind in einer Bundesliga gelandet. Ehrlich, ich bin nicht eitel, aber auch das mit dem Schwärmen der Kinder kenne ich auch, nur: wen interessiert es vom Vorstand oder der Abteilungsleitung? Ja, im Gegenteil kann gute Arbeit zum Todesurteil werden, wenn man dafür eintritt, dass allgemein das Kindeswohl erste Priorität haben sollte, helfen will, dies zu erkennen: dann verlässt man eben sein zugeteiltes Revier, wird für die des Typs des vormaligen Trainers deines Jungen bedrohlichen und sie tun alles, damit man weg kommt. Ich konnte leider nie wegsehen, haben mich immer eingemischt und bin jedes Mal auf die Schnauze damit gefallen. Daher kann ich eine gewisse Verbitterung bzgl. "gemeinnützigem" Vereinsleben auch schwer abstreiten und klar, dem, der nur seinen guten Verein kennt, mag das übel aufstoßen ;)


    Zum Thema: Gestern beschwerte sich zB auch der neue Platzwart, dass für unseren Acker nicht mal Geld für Rasendünger da sei, er nun versuche, den per Sponsorentafel etwas zu organisieren. Er meinte wie schon einer der auch geschasster Jugendtrainer (mit Lizenz, daher wohl zu gut für die anderen), dass der Trainer der 1.Herren ganz viel schlucke: dabei spielt sein Team seit Jahren nur in der Kreisklasse, dümpelt herum. Wäre er wenigstens erfolgreich, aber so kommt das für mich einer Art Zusatzrente gleich, finanziert von den Kindern im Verein? Wir haben allein 300 Jugendliche (aber nur 1 C und 1 A, wo Schiris Geld kosten), die jeden Monat 7 Euro bezahlen, also über 2.000 Euro. Da sind keine 100 Euro für Trainingsmaterial o. Dünger drin? Wo bleibt alles Geld, das ja irgendwohin fließen muss, denn die Kasse ist ja immer leer? Muss man fürs bloße Nachfragen mit Rauswurf o. Drangsalieren seiner Kinder rechnen? Vllt ist das realisitisch und ich danke euch, mich zu warnen, aber traurig ist es auch, wo Sport in Vereinen doch am schönsten sein soll, auf den Plakaten.... Ok, vllt "kann" ich letztlich nur Frust ablassen, aber ich habe die Profiteure im Verein zumindest mal ganz schön aufgescheucht mit lästigen Fragen. Networking, das dauert eben Jahre, Jahrzehnte (solange sind die aktuell Oberen eben schon "an der Macht") - da wären unsere Kids längst erwachsen... Dass sich Eltern* nicht um den Verbleib ihrer Beiträge o. Trainingsqualität kümmern, sorgt dann dafür, dass der Aufstand nur in 1er Person stattfindet, so ergebnislos enden muss. Allerdings wurden in unseren Teams Eltern auch gar nicht eingeladen, so dass der JO de facto von den mobilisierten Herrenspielern statt Jugendvertretern gewählt und dann eben die Herreninteressen eher vertritt als die der Jugend. Träte wer wie ich an, würde er nie gewählt, das ist so, als wollt sich Merkel in der SPD gegen Steinbrück zum Kanzlerkandidaten wählen lassen ;):(


    *Selbst, wo das Team ihrer Kids abgewickelt werden soll, rühren sie sich nicht, obwohl ich gern da eingestiegen wäre: alle haben irgendwie auch "Angst" - doch wovor? Ich hätte die Zuversicht gehabt, wie du in 4 Monaten die dann zur C hin fehlenden 4, 5 Spieler noch durch attraktives Training und Spiel anzuwerben, per Mundpropaganda der Kids in Schule u. Freundeskreis. Es nützt ja nichts, wenn der jetzige Trainer nur jammert, dass er zu wenig Spieler habe (letzten Sommer waren es noch 15, nun 12, also 3 weniger: jammern o. Verantwortung übernehmen, aktiv werden?).

    Da muss ich dir widersprechen, Karl: unser Ältester war vom heimischen Dorfverein weg, fand andernorts zwar Mitspieler, aber keine Freunde und wollte nach 2 Jahren bei 2 anderen Vereinen wieder zurück. Nur war dann dort das Elend noch viel größer geworden u. sein Team nach nem knappen Jahr mangels Masse tot, aufgelöst: zuviel hatten die Lust verloren, aufgehört, (wie wir ja auch zuvor) gewechselt. Daher habe ich mich immerzu geärgert, damals nicht durchgezogen zu haben, als noch die Chance mit einer Zweiten da war. So gering sie realistischerweise auch gewesen sein mag, gilt doch: du hast keine Chance? Dann nutze sie doch, stupid idiot! Weglaufen, Kopf in den Sand stecken, sich leidtun, das kann man immer noch den Rest seines Lebens... :rolleyes:

    Danke erstmal für die deutlichen Warnungen!!! Das war noch die milde Version: zB hieß es im letzten von mir besuchten Betreuertreffen, dass 3 Kinder der "C" in der Saison keine Minute unter dem Trainer spielen würden, er daher den Abgang empfohlen habe. Dabei hat er nun nurmehr 12 Spieler, Lösung: die stärksten aus der D, die die 3 Schwachen aus der C nun mittrainieren lassen, helfen aus. (Mit den Pässen wird alles irgendwie getrickst.) Auch mein Sohn (eigentlich der Stärkste) aus der D1 sollte "helfen", aber sein Trainer blockiert alles: nicht aus Solidarität mit jenen Dreien, sondern, da sein Spieler sich nicht anderswo verletzten sollen. Aber der Trainer der D2 hilft wohl, damit alles funktioniert. Bei ihm helfen dann wieder Spieler aus der D3, die wie unser Jüngerer dies WE. Aber unsere Jungs werden halt auch von anderen Vereinstrainern begehrt, versagten nur bei den LZ-Talenttagen bisher jedesmal, da sie dort quasi schüchtern in der Ecke stehen. Der Ältere fing zB auch im Gymnasium mit 6 und 5- in Mathe u. Deutsch an, schreibt noch heute mal ne 2, mal ne 5: ist immer nervös, kann zwar alles, hat dann aber Blackouts - es gibt eben so Kinder: eigentlich top, aber zu sensibel, vllt grad, da kreativer - ? Daher fühlt er sich auch im KK-team pudelwohl: alle Jungs himmeln ihn an, er ist der Star, ohne dass ihm was passieren kann (Motzen, Versagen etc), denn irgendwie sitzt diese Angst von den ersten Trainern tief drin: da wurden die Kleinen für jeden Fehler fertiggemacht. Hier wird er noch nach schwächeren Spielen gelobt, bekommt ne Bratwurst ausgegeben etc. Alles supernett, aber leider bringt es ihn fußballerisch nicht recht voran und da soll er nun mal für Papa alle Potentiale entwickeln, nicht son Graupenkicker wie ich werden ;) ...So spielt nun bei uns im Dorf in diesen Altersklassen heute fast keiner mehr u. unser jetzige Verein steht vergleichsweise besser da: wir haben wenigstens Teams, auch wenn die alle hintendran sind, egal, wir sind eben Breitensport, s.o. - außer die glorreiche Kreisklassen-1.Herren. Ob Breitensport heißt, dass man Kindern zeigt, wie sie nicht ihre Leistungsgrenzen austesten u. erfahren dürfen, lässiges Durch/Abhängen o. ewige Alleingänge als ganz toll lernen, wo Fußball doch nunmal Teamplay sein sollte? So bleibt quasi nur die Wahl: LZ u. Leistungsdruck o. "Antifußball" und träges Laissez-faire ohne Lernchancen....


    Das Problem ist ein zeitliches: Kernanliegen ist erstmal das des Sportsgeist, den ich für unsere Kinder gern vorbildhaft vermittelt sähe. Andere Eltern als Vertreter der Kinderteams erscheinen eh gar nicht, nur sich (gemäß Revierverhalten) arrangierende Trainer, einige Herrenriegen plus ein paar Frauen aus Damenteams. Demokratisch ist es doch, offen und frei seine Meinung sagen zu dürfen. Leider steht keine JO-Wahl an, sonst könnte man da antreten, aber: angesichts Besuchern nur aus einschlägigen kreisen hätte man keinerlei Chance gewählt zu werden: so, als gingen zur Bundestagswahl nur die, die an der Mcht sind plus ein einzelner Radikaler, den im Zweifel ein Ordnerdienst aus dem Saal abführt. Daher habe ich auch real vorerst nur 3 Anträge gestellt: Erwerb eines Koordinations-Trainingspakets für 99 Euro, das dann jeder per offizieller Übergabe mit Unterschrift (da sonst ja alles immer wegkommen soll) benutzen darf, am besten als Parcours, den dann anderen Teams gleich nach der Nutzung zur Verfügung stellend...; statt bloße JO-Willkür eine transparente Reglung, wie Jugendtrainer eingestellt u. entlassen werden (sei es auch ohne verbindlich "gültigen" Vertrag, der nur den Erwachsenentrainern vorbehalten scheint); Achten aufs Verankern der nichtkippgesicherten Jugendtore, die ständig rumstehen, auf denen alle rumturnen etc., da hier Lebensgefahr für kleinere Kinder besteht (wofür man dann hafte), denn bisherige Hinweise (inkl. dem aufs Totschlagsurteil gegen Vorstand, Trainer u. Platzwart) gingen zu einem Ohr rein, zum anderen raus u. der JO meint eben nur, er habe "keine Lust" sich um alles zu kümmern o. drüber mal zu reden. Ja, da geht mir angesichts bereits andernorts die Hutschnur hoch, tritt die Hasskappe hervor, da eben schon Kinder deswegen zu Tode kamen u. das denen offenbar völlig gleich ist, aber man muss sich bezwingen, schon richtig: da ich zur Hälfte auch "südländischer" Abstammung bin, bin ich da wohl emotionaler und auch kinderfixierter als andere, sollte besser aus diesem Verein gehen, aber: ich kenne für unsere Jungs nur je 1nen guten Trainer jenseits der LZs im Umkreis, in verschiedenen Vereinen, einer 6, der andere 12 km weit weg. Ich müsste wg KiFu jeden Nachmittag mich nur um den Fahrdienst der Kids kümmern, um ihnen deren sicher topförderliche Arbeit zu ermöglichen - muss das sein, ist das machbar? Alles wegen denen, die von Fußball keine Ahnung haben? Ich könnte dort zwar auch Trainer werden, aber so richtig ist mir die Lust vergangen...


    Der JO war übrigens früher Teamkamerad u. dann Trainer von mir: er übernahm unsere Ü40, da waren wir punktgleicher Vize-Meister (2 Tore fehlten), eins von 2 Topteams im Umkreis von 80 km. Nach 1em Jahr seiner "Trainerarbeit" waren wir vorletzte, oft in Unterzahl: alle guten Spieler gingen, flohen, ich zuletzt, hatte ihn sogar noch verteidigt in der Hoffnung, er lernt's, packt's irgendwann, war ja immer so nett. Seitdem ist "sein" Team jede Saison ganz hinten, akquiriert mittels Nichtfußballern das letzte Aufgebot, damit das Team nicht ganz tot ist: so "führt" er auch die Jugendabteilung, einfach Null Bock, reell was zu tun. Seiner Frau erzählt er (wie damals uns Spielern), er mache es nur, weil keiner sonst da sei... ja, und da ich seiner Frau anbot, dass wir es dann doch in Zukunft gemeinsam machen können, will er nun kein Wort mehr mit mir reden, macht mich zur teuflischen Unperson, der angeblich alle anderen Trainer abschießen will (wogegen de facto nur ich durch ihn abgeschossen wurde), alles, da er den Job eben gar nicht will, der Arme. Oh, Mann, verstehe einer diese Menschen .... ;)


    PS: Mal ein Stück absurdes Theater schreiben? Ja, das wär's, als Traumabewältigung eines Fußballverrückten...

    Hexe: Frauenpower á la wheater girls entfalten und es den alten Säcken zeigen, auch wenn es erstmal für lange Zeit nur in der eigenen Fantasie geht... Fußballerisch versierte Trainer braucht's frühestens ab der E und unsere Jungs haben noch in der D "Nichtfußballer", die sich nicht mal bei soccerdrills o. training-online ein wenig informieren, was richtig wäre, geschweige denn mal bei Stp. o. LZ vorbeischauen, wie die es machen. Und dann: Kommt Zeit, kommt Rat. Die meisten Hunde wollen ihre Knochen ja nicht mehr loslassen u. das ist das Problem bei uns. Ihr aber könnt dann in Ruhe euch umschauen, fürs Team einen besseren Trainer suchen, falls ihr nicht mehr wollt, zB einen Jugendlichen, der vllt mal später Trainer werden will, dem ihr dann assistiert und helft: er zeigt den Kindern dann seine Tricks, kommt - so er kann - zu den Spielen, ihr kooperiert eben, er ist fußballerisch der Chef, was ihm sicher gut tut, ihr "administrativ" etc. Also: es fehlt einem oft nur die Fantasie dafür, etwas aufbauen zu können, da es eben in fernen Zeiten liegt. So war's bei mir beim 1.Mal: ich fühlte mich auch nur verarscht, da es zuvor hieß, wir würden 2 gleichstarke Teile bilden, dann die alten 2 Trainer mit mehr Stallgeruch die stärksten 13 bekam, ich "alleinstehend" (zu zweit ist schon mal netter bei euch) ganze 8, von denen nur mein Sohn u. ein anderer echt fußballfit waren, aber 3 ADHS hatten, plus ein "auditiv wahrnehmungsgestörtes" Kind, was dann in Summe einen irren Höllenmix an Störmanövern gab. Als dann viele von der Ersten zu mir wollten, war ich zwar ganz unschuldig dran, aber der böse Abwerber. Keiner dürfte kommen und von den Neuen, die ich erst alle kriegen sollte, bekam ich nur die, die andere nicht wollten, also die Nichtfußballer. Ich musste sogar ein selbst vom Handball angeworbenen Jungen abgeben... Also, ist eure Lage gar nicht sooo übel, oder? ich würde es daher anpacken, probieren geht über studieren...

    Grad da mich einige nicht so schätzen, riet mir meine Frau, mal im Forum um Kommentare zu bitten zu dem, was ich morgen auf der Fußballabt-Versammlung (ohne genaue Antragstellung) vortragen will, schon allen Restmut nach 9 Monaten Querelen zusammennehmend:


    1) In den Jugendteams sehe ich wenig echtes fußballerisches Herzblut und Teamplay, weshalb in unserer Altersklasse auch alle Teams auf den letzten Plätzen landeten, trotz mE. vielen talentierten Spielern: woher kommt das? Sollten wir dem nicht mal gemeinsam auf den Grund gehen, im selbstkritischen Dialog?


    2)Wenn 1 "Trainer" (zumal als Nichtfußballer im Fußball) allein 2 Teams mit bis zu 23 Kindern (im Herbst waren es noch 26...!) betreut, ist dann echte Trainingsqualität, d.h. Lernchancen für Kinder, möglich? Als entfernter Trainer frage ich natürlich auch: Wie kommt dies quantitative Verhältnis: weil andere Interessen (Erwachsener) viel mehr wert sind als fairer Sportsgeist (Spiel mit eigenen Leistungsgrenzen im Wettbewerb zur Selbsterfahrung) oder reelles Kindeswohl (gute Betreuung durch vorbildgebende Fußballer, Lizenztrainer wie S. oder B. bzw. studierte Pädagogen wie mich)?


    3) Im Verein n.n. gehe es eben nur um Breitensport, wolle ich mehr, müsse ich zu n.n. oder n.n. (mit LZ) wechseln, sagte man mir stets. Das hieße: öffentlicher Auftrag des Gemeinnutzes als Philosophie, oder? Gerade dann aber müsste es doch transparente Regeln - für alle gültig - zum Schutz der Untersten, der Schwächsten, der Kinder, also des sozialen Miteinanders geben, die Rechte jener vor Willkür der Obleute effektiv und demokratisch schützend, doch:
    - als unbezahlter Jugendtrainer ist man im Konfliktfall schutzlos der letzte Arsch, wird von einem auf den anderen Tag komplett ausgeschlossen, ohne jede Rechte - fair?
    - wieviel erhalten die offenbar ganz anders geschützten Trainer der Ersten (Herren - seit Jahren nur Kreisklasse - wie Damen) in die Tasche gesteckt (über oder unter dem Tisch)? Man hört da zT erstaunliche Summen: woher wird dies finanziert, wenn es kaum Sponsoren o.ä. Einnahmequellen gibt? Wird es von der Jugendkasse subventioniert, so dass also die Schwächsten die Stärksten (bzw. Alternativthese der Gerüchteküche: die Tennishalle) finanziell unterstützen müssen? Wieso ist für den Nachwuchs nicht mal rudimentäres Trainingsmaterial wie ein Koordinantionspaket für 99 Euro) drin, müssen dies die unbezahlten Trainer wie T. selbst organisieren, finanzieren - bei über 20 Teams á ca. 15 Kindern, dh über 2.000 Euro Beiträgen je Monat? Wo bleibt diese Summe?


    4) Wieso wurden Eltern gar nicht zum Abteilungstreffen eingeladen (verbindlich, per Mail etwa durch die Jugendtrainer) - mit Absicht, ist das zulässig?


    5) Sollen für mich skandalöse Fälle wie meiner, S. (immerhin mit gerichtlicher einstweiligen Verfügung gegen den Verein, wie S. mir sagte) oder R. nur vertuscht werden? Klar, S. und R. sind wie viele andere nur weg, da sie unabhängig, ohne eigene integrierte Kinder im Verein sind, nur daher stehe ich hier und heute ja allein vor euch und habe im Vorfeld immer wieder den JO inständig um ein offenes Gespräch MITEINANDER gebeten, - was er nur ablehnte. Ist dies Klima vereinsförderlich oder -schädigend? Durch die günstige Verkehrslage o. Neubaugebiete kommen auch immer neue Mitglieder, schon klar. Zählt letztlich nur relationale Mehrheit (der wenigen, die sich zu einer HV bequemen) oder Wahrheit, die auch ehrlich diskutierbar und vertretbar wäre?


    Fazit: Klare Regeln, ein zs abgestimmtes Jugendkonzept (wie anderswo), gleiche Rechte für alle als Mitglieder sind das A und O eines guten und fairen Vereins, der auch Schwächere in ihrer Position beachtet und beschützt. Sie signalisieren auch respektvollen Umgang miteinander, indem nicht hierarchische Macht alles bedeutet und kann. Wieso gibt es sie im ... nicht? Ich sage dies alles konstruktiv-kritisch pro Dialog MITEINANDER (denn das "ist" Verein), nicht böse, aus Rache, zum bloßen Frustabbau oder destruktiv, auch wenn mancher es erstmal so empfinden mag. Denn auch die Jugend, ihre reelle Förderung im Charakter wie Sportsgeist und ihre Trainer sollten im ... etwas mehr wert sein als aktuell. Danke für eure Aufmerksamkeit und eine faire Diskussion....


    Werden die mich dann rauswerfen, sich drauf einlassen, kann ich mit so offenen Worten irgendwas positiv erreichen? Sollte, muss ich was abändern? Soll ich es besser ganz lassen, da zwecklos? Was meint ihr? Danke!!!

    @"Verein" sollte, muss gemeinnützig sein, zumal im Dorf, wo es nur einen gibt. Es ist aber in realer Praxis oft üblich, dass eher die Spieler/Kinder den Trainern u. Vereinen als diese jenen dienen sollen, wie's wohl auch bei euch ist. Was tun? Rückblickend würde ich raten: am besten ein eigenes Team aufbauen, solange ihr noch könnt/dürft. Lehnt ihr euch zu weit aus dem Fenster, wird man euch u.U. komplett aus dem Verein rausdrängeln wollen. Das ist zwar vereinsrechtlich nicht erlaubt, aber wo kein Richter, da auch nur kein Kläger ohne Chancen. Und über Kinder kriegt man jeden raus: hier mal eben nebenbei vor allen anderen bemerkt "du kannst ja gar nichts" o. nett gefragt: "was willst du hier, du kannst doch gar nicht Fußballspielen, geh lieber zum Rasenhalma" - O-Töne zu Kindern aus der Zeit, als unsere Jungs klein waren. Das Positive: wenn du eure Kinder über ein paar Jahre gut trainierst, werden sie irgendwann stärker spielen können als die von solch Trainern, die faktisch viel an Fußballseele erdrücken. Man mag dies nicht glauben, da es noch einige Jahre brauchen wird, aber es ist so. Wenn dann plötzlich jener Trainer wieder vor dir steht und meint, eure Kids müssten in seine Erste, da sie zu gut seien, ist das sein Offenbarungseid. Stell dir dies in deiner jetzigen Situation vor und beziehe daraus die Kraft, die Dinge positiv anzugehen. Aber passe auf: wenn du zu gut arbeitest und zu schnell die "guten" Kinder plötzlich alle zu euch ins Team wechseln wollen, kann es passieren, dass man dir vereinsinternes Abwerben o. vereinsschädigendes Verhalten vorwirft und dich aus "dem Dienst" entfernt. Daher musst du erst zur "Institution in deiner Person" werden, so dass man dich nicht mehr abschießen kann, bevor du die Katze aus dem Sack lässt, sprich: dein Team besser trainieren o. spielen darf als die Erste. Denn was könnte noch passieren: unsere Zweite (zusammengewürfelt aus 3 also auch jüngeren Jahrgängen derer, die sonst alle Trainer im Verein loswerden wollten o. schon rausgeekelt hatten: 2000 bis 1998 ) hatten sie damals nach 3 Siegen gegen die Erste (nur 1998-Jg) in deren Staffel gesteckt, wo die als jüngerer Jahrgang zu unterlegen gewesen wären, also gegen lauter stärkere 97er, wo wir nurmehr jedes Spiel zweistellig verlieren konnten u. zur Rückrunde keine 7 Kids mehr kommen mochten: Team kaputt, Triumph der Hinterstubenpolitik. Und heute spielen aus dem Team nurmehr die beiden 2000er u. damalige Trainersöhne, da sie eben die stärksten u. andernorts begehrt waren. Die anderen Jungs sackten zusammen, sieht man nurmehr hinterm Vereinsheim - rauchend, mit 13, 14. Daher: mach es besser wie wir damals, lerne jetzt verlieren, ganz klein anfangen, Mimikri annehmen und am Ende kackt die Ente. Visualisiere dies alles und es wird klappen, falls du für eure Kids langen Atem hast! Sonst biedere dich lieber irgendwie an und mach nicht mehr den Lauten, denn dann werden eure Kids nur den Preis bezahlen, falls ihr nicht freiwillig das Feld räumt: wer sie nicht will und die Machtposition innehat, wird Mittel u. Wege finden, seine Ziele gegen euch durchzupauken, garantiert, denn realer Verein ist oft so,leider ;)


    PS: Ich empfehle dir zB das Buch "Vereinsmeierei und andere Schweinereien" von Ilya Faye, das emotional zeigt, wo Vereinsstress enden kann. Die Autorin ist eigentlich vernünftig, Journalistin, aber das Durchlittene hat sie aus der Bahn geworfen - ich kann ihr Schicksal ganz gut nachvollziehen. Lässt du die Kids laufen, bist ruhig, nett u. schaust dir die besten Übungen zB hier bei soccerdrills an, bald laufen dir auch genug Kids zu, das spricht sich unter ihnen nämlich schnell rum, also: Kopf hoch!

    Sorry, noch ein PS: Und klar, wären unsere Kids im NLZ, meine Sicht wäre wohl anders, ich wäre auch "ungebrochen süchtig" nach Fußball, seinen Dealern verfallen, würde wie gewünscht liefern u. wäre dabei recht wunschlos glücklich ;) Ich will also keinem zu nahe treten, beziehe mich selbst in meine Kritik voll ein! Meine kritische Position: fast nur Zufall. Marx aber würde den (Profi-)Fußball heute wohl als "Opium fürs Volk" abqualifizieren, da er eben wirken kann wie eine Art Suchtmittel, vergleichbar vllt mit Wein: in Maßen gesund, im Übermaß aber gefährlich für Körper und Geist. Kinder nun sind extrem beeinflussbar, entscheiden meist nicht wirklich selbst, passen sich an gute wie schlechte Vorgaben an (sog. "Prägungserlebnisse"), daher ist das Maß an Fußball hier besonders differenziert auszuloten. Wo viele einst Fußballbegeisterte schon mit 13 gar nicht spielen, sondern man als ihr Extrainer sie zwar beim abendlichen KKL-Spiel am dörflichen Vereinsheim sieht, aber im hinterm Winkel am Handy u. rauchend statt mitspielend, macht's unendlich traurig; und die anderen werden 5mal die Woche - professionell, also gut, aber nach dem Motto "Friss oder stirb" (will sagen: zieh mit uns o. flieg raus) - "gepusht" :) wer mal fehlt, sich eine Pause gönnt, ist hier schnell draußen: probiert es mal aus, ob's im NLZ soviel anders ist!). Da stimmt die gesund-gemeinnützige Balance für mich irgendwie nicht mehr, da steht Kinderwohl kaum im Mittelpunkt u. geht's für die Kids im allg. in eine fragwürdige Richtung. Man sollte nicht nur auf die wenigen blicken, die es am Ende schaffen, unser aller angehimmelter "Star" geworden sind...

    Baert: Ich wollte hier nur ein wenig an Solidarität mit den Kindern im allgemeinen appellieren. Ihre wilden Wiesen in der Nahwelt des einfachen Bürgervolks wurden von der Politik bei uns wie so oft (zur Haushaltsaufbesserung) verkauft, mit EFH-Siedlungen besiedelt. Auch das treibt Kinder dann an Playstation & Co (zum ersatzweisen "Fußballspielen"). Parallel wird bei uns zB für über eine halbe Million für die JLZ GmbH, die bei 7 Jugendteams bereits 3 Sportplätze hatte (Herrenabt. 2 weitere Trainingsplätze), ein Kunstrasenpatz errichtet, der Zirkel aus Vereins-, Politik- u. Sponsorenoberen bejubelt dies"kollektiv": dafür haben wir jahrelang gekämpft, nun geht unser (!) Traum in Erfüllung - auf Kosten aller Bürger, aus ihrem Gemeindehaushalt. Nun könne "man" noch mehr an der Balltechnik feilen, aus im Wnter intensiv trainieren, Talente noch mehr voranbringen (besser: -treiben) etc. Ist diese Perfektion denn auch echt Kindertraum? Vice versa geht unser Breitensportverein mit über 30 Teams (natürlich nicht "soviel Geld werten", minderwertigen Spielermaterials) bei nur ackerähnlichen 2,5 Sportplätzen wieder leer aus. Sozial gerecht u. ausgeglichen, dh gemeinnützig oder nur ehrgeizigen Träumen weniger Erwachsenen dienend, die nun "oihre Plätze" vor der gemeinen Jugend streng unter Verschluss halten, wie Türsteher über ihre Sichter darüber wachen, wer Zugang erhält: die, die ihnen verwertbar, dh auf längere Sicht als "Unterbau" profitabel erscheinen?


    Natürlich sind die professionelleren Verkäufer in jedem Geschäft zu ihren möglichen Kunden immer freundlich, solange Hoffnung besteht, dass die am Ende Geld in die Kasse o. adäquat bereichernde Mittel einbringen. Auch der Drogendealer an der Ecke lässt jedes Kind gern lächelnd ein paar mal von seinem süchtig machen sollendem Stoff probieren, bis er dann irgendwann nurmehr die bedient, die ihm zum Vorteil gereichen. Die anderen oder gar kritisch sich beschwerende Eltern aber wird er nicht als Partner akzeptieren, notfalls - sein wahres Gesicht zeigend - beseitigen wollen. Kundenfreundlichkeit sollte man nie vorschnell mit Menschenfreundlichkeit verwechseln und klar: bestimmte A-Kunden werden hofiert, B- und C- Kunden (Eltern mit uneindeutigen, aber evtl. später verwertbaren Talenten o. Fans, die halt auch gern 1mal ihr Kind ein Probetraining im großen NLZ erleben lassen wollen) nicht verprellt, sondern warmgehalten, nicht zuletzt , um sich im Image auch sozial (also gemeinnütziger Mittelzuwendung würdig) zu präsentieren, so jede vernünftige Geschäftsstrategie. Um was aber geht es letztlich, im Kern bei allem, da müsste man aus Solidarität mit Kindern im allgemeinen tiefer Einblick nehmen wollen: Privatvergnügen weniger Macher, ihr Hobby und Ehrgeiz, bestes Beispiel: Hoffenheim. Manchem ist diese "Selbstverwirklichung" 300 Mio. Euro wert, ok, sein Ding, aber wieso müssen dafür aus öffentlichen, extrem knappen Mitteln Gelder o. kostenfreie Sachleistungen bzw. Steuerfreiheit als Subvention fließen? Ich gönne es jedem Kind, in einem LZ/NLZ besser gefördert zu werden, aber eben: jedem, nicht nur deinem o. meinem, da dies nur mein/dein Privatinteresse ist. Das sollte man unterscheiden, zumal, wenn unterm Strich die wilden Wiesen mit ihrem freien KiFu für jene öffentlichen Haushaltsmittel einst plattgemacht werden "mussten" - das ist eine fatale Politik, die in der Basis eben (bei uns) viel Frust (Politikverdrossenheit) hervorruft: einige wenige plus ihre auserwählten Trittbrettfahrer profitieren, die breite Menge aber bezahlt, wird zur Kasse gebeten. Ja, es erstaunt mich, wie schwer es offenbar ist, zB jemand wie dir die "andere Sicht" der Dinge näherzubringen. Stell dir doch einfach vor, dein Sohn wäre eben genauso leistungs-, besser potentialstark wie er ist, hätte vor 3 Jahren die Chance gehabt, ins NLZ zu gehen, wollte aber lieber noch Kind bleiben, bei seinen Freunden, aber als Preis entpuppte sich dann, dass er die letzten 3 Jahre miserable Trainer u. Bedingungen gehabt hatte, nun mit 11, 12 jahren an sich zweifle, Rückstand habe etc., wofür man ihn dann - nur äußerlich Sichtbares berücksichtigend - nur aussortiere.


    Wärst du nicht auch "frustriert" über diese Art der selektiven Praxis, die nicht Kindern, letztlich nur den Erwachsenen im LZ u. ihrem Ehrgeiz dient, kein offenes Auge für kindliche Realitäten hat? Abgesehen davon, dass es jeder pädagogischen Kenntnis widerspricht, Kinder bereits mit 11, 12 Jahren als Ausschuss wegzuschieben, nur nach Leistung zu beachten, was letztlich auf Ausbeutung ihrer Ressourcen aus ist. Ja und die erwählten Kids: unter Konkurrenzdruck jährlicher Auswahl müssen sie immer am Anschlag Leistung erbringen, sichtbar, ergebniswirksam, sonst sind auch sie draußen: ist das gesund für Psyche und Soma von Kindern? Frag mal kompetente Pädagogen o. Kinderärzte, lies zB mal ein Buch über "integrales Coaching", du wirst da erfahren, wie die menschlichen Bedürfnisse von Kindern in aller Regel sind. Sicher, Kinder machen fast alles mit, das ist quasi ihr Überlebenstrieb aus unterlegener Position heraus: verdrängen, sich durchschlagen, Prägungen fraglos übernehmen, aber ob es auch richtig, gut für sie ist, steht auf einem anderen Blatt. So könnte die "Zuspitzung" auf max. Leistung als Maß allen Kindern am Ende sehr schaden: die einen werden vernachlässigt, unterfordert, die anderen erdrückt, überfordert. Dieser ganzheitliche Zusammenhang war mein nur gutgemeintes Thema - schade, dass es in seinen Zusichten wenig verstanden o. geteilt wird, ehrlich: sehr schade, da das "Gute" mir hier fragwürdig erscheint...

    die Ergebnisorientierung VOR das Ziel der Ausbildung zu setzen


    Völlig richtig, man muss es differenziert sehen: sind Ergebnisse schlecht, sollte man mal genauer hinsehen: woran liegt der Misserfolg, nur Zufall o. Pech, schlechtes Training, negative Inputs, stimmt die Chemie und Stimmung (noch) im Team, kann ein neuer Trainer Impulse geben (neue Besen...)? Bei uns im LZ lief's leider bei der von mir mit betreuten Bundesliga-U17 völlig anders: obwohl für mich der Trainer unmöglich war (der noch beim 0:0 seines Landes/Oberligavereins-LZ-Teams bei einem Bundesligaclub-NLZ zur Halbzeit in der Kabine nur Schreitiraden lieferte, da man ja mit nur 2 Punkten am Tabellenende hier gewinnen müsse - woraufhin man dann in HZ 2 mit 0:3 wiedermal unterging), wurde nicht er, wurden 7 Spieler ausgetauscht. Noch vor 2 Wochen riefen mich Eltern an, ob ich mal mit ihrem Sohn reden könnte, er wirke total depressiv auf sie... Wochenlang hing der "Trainer" am Telefon: um abzuwerben! Seine Trainings und folglich sein Team wurden keinen Deut besser, im Gegenteil, die Stimmung sank nur. Abwerben statt trainieren als Kernaufgabe? Da habe ich mich gefragt, wieso der (nach eigenen Angaben allerdings fast umsonst - jedoch für seine Karriere - arbeitende) Trainer bis heute bleibt, immer nur die Spieler an allem Schuld sein sollten, ob man anstelle seiner HZ-Ansprachen nicht mal die Spieler demokratisch mitreden lassen könnte: denn aufm Platz herrschte meist nur Totenstille u. nach den Niederlagen wurde schon bei Facebook gegeneinander gebasht, vermutlich dank Vorbild. Als ich solch Gedanken mal ganz vorsichtig äußerte, war ich sofort draußen. Ich maße mir nicht an, alles zu verstehen, aber es gibt zu denken. natürlich sind die NLZ besser, aber das Prinzip "Erfolg vor Ausbildung" scheint mir ähnlich, wobei ich nur zwei NLZ von innen kenne: Belege, Hinweise, aber keine allgemeinen "Beweise" für etwas. Klar ist: Misserfolge haben stets Gründe, so hängen gute Ergebnisse und gute Ausbildung schon zusammen, nur nicht zwingend u. kurzfristig. Viel aufbauen kann man beim aktuellen Fördersystem eh nicht, wenn sich jedes Jahr das Wechselkarussell wie wild dreht... ;)

    Leute, es ist schon traurig, wie es vielen genügt, unbekannterweise mich persönlich o. gar unseren Sohn in schlechtes Licht zu rücken, statt sich mit der Sache: aller Kinder, aus ihrer Sichtweise tiefer kritisch auseinanderzusetzen, Fragen zuzulassen. Verquer? Lest ihr nicht mal soviel, so gründlich, dass ihr bemerkt, dass der sog. Trainer unseres Sohnes reell gar kein Trainer "ist"?! Keine Ausbildung, nie Fußball gespielt, macht keinen Sport u. beim Training folglich nie etwas mit oder vor, so dass die Kinder nichts lernen können, außer: zuhören, da er eben lange Vorträge vor den Spielen hält, im Jargon "zutexten" genannt. Ach ja, den von mir angeworbenen B-Lizenz-Trainer (der auch sah, dass die Jungs sehr gut sind, viel mehr könnten) hat er auch einfach nur blockiert: den will ICH nicht. So einfach ist's, für euch aber vorbildhaft? - Erstes Spiel daher gleich wieder 0:9, toll für die Jungs, dass einige da zu wissen meinen, dass er auch mal laufen lässt u. sie nicht miT Vorgaben überzieht. Man muss es aus der Ferne ja besser wissen als vor Ort! Hätte man nur richtig gelesen: hinten als letzter Mann schön zu dribbeln, auch gegen 2 Ältere war ja vorgegeben, nur eben falsch! Oder bringt ihr dies euren Spielern (in der D-Jugend) auch bei: macht, was ihr wollt, ich habe eh Null Ahnung, aber alles ist toll? Dann kann ich nur sagen: gute Nacht! Aber ich denke, es geht nur ums Bashen, Shitstorm ist da ja die Modevokabel schlechthin....


    Es ging um etwas denkbar einfaches: zuerst per Sichtung Leistung fordern (im systemischen Eigennutz weniger Erwachsener, die eine Einlasskontrolle ausüben) vs verstehen-wollend Potentiale fördern (im für alle Kinder zu wünschenden echtem Gemeinnutz ohne Fremdselektion von oben, durch übermächtig "Großen", die den Daumen heben o. senken, Konkurrenzdenken voran stellen etc.). Was ist das wahre Grundprinzip in NLZ/LZ: geht es um erstere Erwachseninteressen oder um letzteres Kindeswohl zuerst? Kinder als sie selbst verstehen zu wollen, ist unendlich schwer, nahezu unmöglich, da wir Erwachsenen uns von ihrem Sein längst meilenweit entfernt aufhalten - zu schwer? Viel bequemer ist es da eben, einfach mal "zu sichten". Einzige Lösung: sie demokratisch erziehend maximal mitreden lassen, befragen, was sie innerlich denken, wollen, fühlen, sich dann damit intensiv zu befassen - statt nur äußerlich mal eben auf Turnieren im zufälligen L-Outcome "besichtigen"! Hier zu verstehen, wieso wer sinnmäßig für reelle "Förder-" statt neumodisch verpackte "(N-)Leistungs-Zentren" plädiert, kann doch nicht unmöglich sein, man muss nur mal ein wenig willig sein, über so ein gängiges Wort wie "Unterbau der Herrenteams" nachzudenken, oder? Guenters Beispiel zeigt doch, wie schön "nachhaltig" alles öffentlich verkauft wird, wobei für mich zwischen NLZ u. LZ vor allem der Unterschied ist, dass jene weit mehr Geld, Möglichkeiten, Macht o. Reputation haben, daher diesen das Wasser abgraben, sprich: spielt im LZ wer herausragend, ist er im nächsten Jahr garantiert im NLZ u. das LZ schaut in die Röhre...

    guenter: Tja, wie schon mal erzählt spielten bei uns im Dorfverein zu meiner Trainerzeit (2007) einst über 70 im 99/98er Jahrgang spielende Jungs wie Mädels, heute noch 0,0 Kinder. (Name mailte ich dir, oder?) Andernorts spielen neben unserem Älteren noch 5 Kinder. Mag extremes Beispiel sein, dennoch: dieser Fußball - nur eine herrliche Sache!? Wohl dem, der da stolz mit Sohn im "gemeinnützigen" NLZ ist u. lässig auf "frustrierte Väter" herabblicken kann, die sich halt fragen, ob das alles im KiFu SO richtig läuft: für die vielen Beiträge dazu (immerhin Umsatz für Uwe und Sven) kann ich aber nun wahrlich nicht haften: hab keinen gezwungen, dazu soviel zu schreiben, oder doch ;)

    penaten: sehr guter Vergleich - that's it! Hast du beim Cousin dann nicht auch ab und an das Gefühl (mehr nicht), du hättest willensmäßig eine kleine F-Maschine vor dir, irgendwie auch ferngesteuert wie Roboter? Sein "Neid" ist uU die natürlichste Reaktion bei allem! Da dies Verhalten so wenig kindgemäß ist! Das mein ich, FB: hier full power per full pushing, dort verborgene Potentiale, die man vernachlässigt? Die "Früh-Talente" schaffen es - das pädagogisch untersucht - fast nie bis ins Ziel, brennen irgendwann aus, bekommen Probleme in sich, außer, sie haben eben "Genie" o. extrem viel Robustheit. Wie guenter schrieb: in der Pubertät entscheidet es sich eigentlich erst, also zwischen 12 u. 14! Nur haben da übereifrige Erwachsene längst viele Weichen fest-gestellt contra vertikale wie geistige Beweglichkeit, dh auch Freiheit des Kindes.


    Was mich verwundert, wieviel hier erwähnte Kinder in einem NLZ sind - reell, Zufall o. was? Ich verstehe natürlich jeden, der pro NLZ votiert, nachdem sein Sohn es dahin geschafft hat, es ihm dort gefällt u. er noch dazu gehört. Mein Schwager aber zB war früher bei Werder und H96 im "LZ" und ist nun - rückblickend - nur am Schimpfen, wie sehr er damals "verar...." worden sei. Eltern von Ex-LZ-Schützlingen quasi alle ähnlich - hhm. Vorher-nachher-Effekte? Grund: Sichten ist bloßes Mutmaßen, da Talente in Entwicklung, unfertig sind. Geht man (als Sichter) fehl, bezahlt am Ende das Kind den Preis, fliegt raus. Für den Sichter/Scout nur interessant: dass möglichst unterm Strich was hängenbleibt, nicht das Einzelschicksal. Gemeinnutz? Ich denke, die NLZ gehen heute professioneller vor, verkaufen auch den Rauswurf Ausgemusterten eleganter, so dass es äußerlich nicht zu Frust-Aktionen/Reden komme, Schule ok ist: wie aber sieht es ganz tief drinnen bei jenen aus, die jahrelang alles auf den Fußball setzten, dann ins schwarze Loch ihrer Träume fallen? Würde man alles unverkrampfter angehen dürfen, wären diese psychischen Effekte sicher auch abgemildert, dafür aber viel mehr Pull-Effekte realisierbar. Im Marketing hat man längst gelernt, dass diese Effekte viel mehr dauerhaft in Menschen bewegen als o.a. Push-Blasen... ?(

    Oppa: Du bestätigst meine mangels Nähe unwissende Ahnung. Natürlich ist jedem Kind sein Glück zu gönnen u. Kids selbst sind auch idR nie neidisch, sie nehmen mangels Wissen eben alles, wie es kommt. Nur läuft es eben höchst unterschiedlich im KiFu u. da ist es - im gemeinnützigen Vereinswesen - ein (Kind-)Gerechtigkeits- wie Fairnessproblem, allen gewisse Chancen zu eröffnen, eher ausgleichend nach unten als noch umverteilend nach oben sich "zu engagieren". Warum diese Probleme fast niemand (ein)sieht, ist für mich das größte Rätsel bei allem, aber wohl auch größtes Hindernis etwas zu verändern. Die NLZ/LZ/Stp gehen mE einfach nur den für sie bequemsten Weg, wollen nicht groß pädagogisch nachdenken, wer ihn wg zu oberflächenhafter Sichterei u.U. durch die Lappen gehe, ob zuviel Förderstress sich auch negativ auswirken können (also: LZ UND Stp statt entweder-oder), wobei es natürlich auch einzelne Ausnahmen gibt. Ich selbst war als "Mentalcoach" hier nicht erfolgreich im Werben für "weniger (auf wenige zugespitzte Selektion) ist mehr (für alle, sie wie andere)". Ich hatte im LZden Eindruck, dass grad einflussreiche Eltern der "Auserwählten" (wie in Schulen auch im "Konkurrenzdenken": der Leiter als sich als Ex-Sponsor des Sohn-Teams hochgedrängelt, erst Trainer mit B-Lizenz abgesägt, nun den Vorgänger mit A-Lizenz) darauf drängen, dass nur ja nicht welche von unten hochkommen können: Wodurch Vereine zum Gegenteil von "gemeinnützig" (qua sozial ausgleichend) mutieren.


    All die verborgenen wie recht offen ersichtlichen Eigeninteressen Erwachsener in den LZ - das war hier ja mal mein Aufhänger, wobei es durchaus auch nützlich für die LZ sein könnte, den Fokus breiter anzulegen, tiefer ins Kind zu blicken, daher mehr Türen für Potentialqualitäten offen zu halten und die eigene "Diagnosekompetenz" (die pädagogisch nach Hattie heute als Schlüsselquali gilt: der Lehrer/Trainer macht den Unterschied!) zu entdecken, die heute im Jugendleistungsfußball (im Vergleich zum Scouting) fatalerweise fast keine Rolle spielt. Wenn zB ein VfL Wolfsburg 7 Mio Euro p.a. ins NLZ steckt, sollte man da nicht erstmal tiefer nachdenken, mehr innovative Stimmen zulassen, bevor man die gleiche geklonte Strategie wie alle verfolgt? FB sprach oben vom "Formen eines kollaborativen Charakters" - ja, er wird da herangezogen, Ziel aber sollte doch eher sein: der eigendynamische Charakter! Und da ist es dann wieder ein himmelweiter Unterschied, ob ein Trainer eine A-Lizenz hat o. wie bei uns 2 Nichtfußballer sich nur Trainer nennen bzw. glauben, welche zu sein, obwohl sie eben nie Fußball spielten, Falsches beibringen*, nichts vorführen können - dafür aber lange, "eindringlich" laute Vorträge vor Spielen u. danach im Training bei Niederlagen: ja, so lernen Kids Fußball bei uns :(


    *Zuletzt dribbelt da ein Kind als letzter Mann gegen 2 jahrgangsältere Gegner, verliert natürlich den Ball - Tor. Ich sage frecherweise zu ihm, dass er dies nicht tun solle, darauf der "Trainer": Ruhe da, das soll er, ich habe es ihm gesagt... Vielleicht wäre solch ein Kind auch ein guter Minikicker, aber wie soll er es so schaffen, dies jemals zu zeigen? Wird er nebenbei bei einem Turnier mal kurz "besichtigt", würde man jedenfalls nie erkennen, was bei ihm nicht stimmt, dass es uU nicht an ihm liegt. Warum wir noch da sind? Weil ich die Kids selbst entscheiden lassen, sie da ihre Freunde haben, bleiben wollen - so habe ich auch meinen Anteil, dass aus ihnen nicht wird, klar. Aber das Soziale finde ich eben wichtiger.

    Gebe dir bzgl unseren hiesigen LZ Recht: zuviel Ehrgeiz, da man per Jugend mehr sein will, als man ist, o. einzelne Trainer sich für Höheres empfehlen wollen: wofür dann die Spieler rennen sollen. Persönliche Potentiale zu entfalten, und genau dies zu erleben, bringt Spaß, Eigenmotivation,echte Erfolgserlebnisse, steht da nicht mehr im Mittelpunkt, Scheitern vorprogrammiert. Ich lese deine Schilderung aber etwas anders als du selbst: deine Jungs hatten also offenbar im Vergleich zu anderen mehr als die doppelte Spielzeit - und genau dies dürfte die beste Förderung sein: (frei) spielen, spielen, spielen! Bei uns zB waren eben 20 Kinder in einem 7er Team. (Melden kostet ja Mühe, Geld o. Risiken, dass man am Ende zu wenig Spieler hat.) Unser Sohn war zwar (wie natürlich beide Trainerjungs) sog. "Stamm", musste aber ins Tor (wogegen jene im Mittelfeld fast die gesamte Spielzeit machen dürften was sie wollten). Als unser Sohn nach 1 Jahr betteln, auch mal "raus" zu dürfen, sich vorm Spiel weigerte, das TW-Trikots anzuziehen, musste er erstmal den Saisonrest draußen schmoren, obwohl derweil das Team auf 11 Spieler geschrumpft war, - klar: die Kinder, die nur ganz selten mal dabei sein dürften u. dann doch fast nur Bankdrücker waren, blieben weg. Erst als Papa beim Weihnachtsfest ausrastete, dürfte unser Sohn wieder mit spielen, im Feld, aber nur in der Abwehr: das kann er, befahl der Trainer. Ich duldete diesen faulen Kompromiss notgedrungen - besser als nichts o. den Verein, alle Schulfreunde verlassen. Natürlich immer die Faust in der Tasche, wenn mal wieder nur die Trainerjungs die Besten waren, die Tore machten, gefeiert wurden. Ein Jahr später Kreis-Auswahlsichtung: da wollte ich unseren Sohn als TW hinschicken, aber plötzlich sollte er sich im Feld präsentieren, wo ihm die Erfahrung fehlte. Daher natürlich abgelehnt. Da ein Auswahltrainer ihn aber noch vom Tor her kannte, bestellte er ihn extra ein zum Training des höheren Jahrgangs, wo er ausgewählt wurde. Doch dürfte er nicht ins Team, da zu jung. Der Trainer seines Jahrgangs aber hatte schon zwei TW benannt, wollte ihn nicht als dritten haben. Also: Talent egal, TW-Förderung finito...? Worum ging's nun?


    Weiter die Hosen runter: Dann beim sog. Sparkassen-Cup 2 Jahre später war unser Sohn erstmals wieder im Tor, wollte auch, bekam aber nur ganze 3 Schüsse zum Halten, konnte sich daher nicht zeigen u. sein Team schied zudem unglücklich aus. Der stets gepushte u. protektionierte Trainerjunge samt Papa verließ das Team gen LZ (Oberligaverein - aber im prinzip gute Förderarbeit, leider nur starker Ergebnis/Erfolgsfokus: so viele Spielerwechsel, allein im Herbst wurde 4 neue Spieler eingeworben, andere "flogen raus" in die Zweite), Dorfteam danach endgültig kaputt, auf zum nächsten Dorfverein, da Schule uns wichtiger als Fußball etc. Aktuell werben 3 Trainer höher spielender Stadt-Teams um ihn als Feldspieler, aber sein Weg wurde ihm durch alle Wirrsale wohl versaut u. er selbst will auch gar nicht mehr wechseln. Und nun die Preisfrage: gleiche Chancen wie deine Kids, beim äußerlichen Sichten einfach nach Leistungsoutcome ihn gleich bewerten? Ist das fair? Hätte er nicht viel eher ein Potential (mehr nicht!), nach 1 Jahr mal echter Förderung einen Leistungssprung wie o.g. TW der BuLi-U17 zu machen als deine sicher prima Jungs? Hier einfach so zu tun, als wollten sich nur Eltern über ihre Kinder profilieren, finde ich völlig unangebracht: Da es mir doch spürbar um ganz anderes als den eigenen Sohn, seine zufällig vielfach gebrochenen "Karriereweg" geht. Denn JEDER hat individuell ungleiche Startvoraussetzungen, andere Biografien, andere Prägungserlebnisse oder Entwicklungen durchgemacht, durchmachen müssen etc.


    Dein Beispiel ist daher gut geeignet, um zu zeigen, wie optimal ein kindlicher Weg sein kann und dann mit 11, 12 auch etwas Positives bei herauskommt. Soll man Kinder aber nur danach bewerten/urteilen, was herauskommt? Ist das alles, was uns an ihnen interessieren sollte, haben sie kein Innenleben o. billigt man es ihnen nur kaum zu? Wo kommt aber die spätere Leistungs-Fähigkeit her: von außen oder innen? Klar, LZ-Trainer sind keine Sozialarbeiter, aber ist es nicht auch schlicht dumm, Kinder wie Rennpferde o. Spielzeug-Autos zu behandeln u. auszuwählen: nur nach Schnelligkeit, Technik, Größe? Überspitzt gesagt! Ist es denn das allein, worauf es im Fußball, an Menschen ankommt? Und nun werden im NLZ/LZ die, die ohnedies schon die besten fußballerischen Wachstumsbedingungen hatten noch per doppelter Trainingszahl, x Events o. Trainerschlüssel von 1:3 statt 1:20 weiter gegenüber den Benachteiligten gefördert, die so nahezu keine Chance mehr haben, an jene im Outcome jemals noch heranzureichen. In der Schule gibt es aus sozialen Gründen Extra-Förderung für Schwächere als Chance, ungerechte Zurücksetzungen aufzuholen, bestimmte Probleme zu verarbeiten: Ressourcen auch für sie. Im Fußball läuft's genau umgekehrt: Extra-Transfers nur für von Machern ausgewählte Starke als "Umverteilung nach oben", ein künstliches Zuchtwesen (als Ziel der natürlich stets verkäuferisch netten Macher), ohne Rücksicht auf "Nebenbedingungen" einzelner Kids, damit die L-Schere immer weiter aufreisse, sich nur ja nie von unten schließen lasse? Dabei kommt es dann zum geschilderten Doppelgemoppel: nicht nur im NLZ werden jene Auserwählt-Starken gepusht, auch die DFB-Stp wollen ihren teil am goldenen Kalb abhaben statt etwa die knappen Ressourcen sinnvoll breiter zu streuen, sich auf die bisher Zurückgesetzten in kleineren Vereinen ausgleichend zu konzentrieren. So entsteht dann der Sog: weg von diesen, hin zu jenen - als Sach-Zwang: top oder flop. Polarisierung pur zwecks Business. Wären deine Jungs in den Stp gelangt ohne NLZ, Trainerschlüssel von 1:3? Wer weiß. Immerhin dürften sie ja 4mal soviel: stets doppelt spielen, wo viele bei uns nur halb ran dürften.


    Wieviel Freiheit bleibt ihnen da aber noch im Kopf? Ob die geballte Förder-Power nicht zuviel für die belasteten kleinen "Zuchtbullen" ist, wer fragt dann schon danach: NLZ, Abstellungspflicht für Stp/Auswahl, Schule... - fertig, alles on the line u. gut? Wer fragt wann mal die Kids so, dass sie auch ehrlich antworten, in sich hören könnten? Und so mag es kommen, dass dann doch mitunter noch wer wider alle materialistische Förderlogik von unten hoch kommt, ausgeruht, sich frei entwickelt habend. Alles überspitzt, schon klar, aber man muss ja die Akzente setzen, wo alles so als normal inszeniert wird, vielleicht aber am Ende ganz viele Kinder den Schaden haben, außer jenen, die halt AM ENDE durchkommen, durchsetzungsfähig, robust, hart, selbstbewusst genug waren. Da machen sich viele Eltern große Illusionen, s. Quote, den Preis dafür bezahlen aber ihre Kids - oder? Wenn's im Fußball nichts wird, ist dann der Dorfverein einfach die Alternative? Was schwebt sonst als Perspektive im Kopf - oder ist Fußball nun nicht alles, was zählt?


    @FB: Natürlich haben Kids in aller Regel Spaß, solange sie im LZ drin sind, dazugehören, mitspielen - was aber, wenn sie merken müssen, dass es nicht mehr so ist, gehen müssen?

    BVB hat gestern gezeigt, dass man ein Spiel nicht nach 25, 82 o. 91 Minuten nach dem sichtbaren Ergebnis beurteilen kann. Dies kann man halt nur bei Kids, da sieht man mit 11 oder 13 Jahren, wer am Ende mit 19 Sieger wird - und wer nicht. Anything goes, fragt sich nur für wen. Ob die, die es können, indem sie mal eben kurz ein Leistungsoutcome sichten, darauf auch ihr eigenes Vermögen, nicht nur das von Kindern verwetten würden?


    Das heutige Probetraining habe ich in Absprache mit unserem Sohn zwecks Konsequenz abgesagt. Uns beiden ist schließlich seine IGS, wo es noch Förderkurse für Schwächere statt nur für Starke oder viele selbst ausgesuchte echte Freunde gibt, lieber als eines der fiktiv knappen Elite-Gymnasien mit Graben und Mauer herum, wo nach einer Klassenarbeit o. wenigen Wochen Testphase herausgesuchte Einzelne den doppelten Unterricht oder viele Exkursionen erhalten wie der Rest. Damit dieser auch ja nie mehr herankomme, jene Wenigen stets alle anderen besiegen, so ihre Lehrer auf einen Sockel heben, sich am Ende gut im Markt absetzen lassen und viel Geld machen....


    Ein Beispiel aus der hiesigen Bundesliga-U17 eines (der selbsternannten, aber eben auch relational erfolgreichen) LZ: im Sommer aus der Kreisliga (Vorsaison: Kreisklasse) als Ersatz vom Ersatz vom Ersatz gekommen, also Ersatz-TW der Zweiten, nie TW-Training gehabt, purer Auffüllkandidat, dessen Eltern nur mal wollten, dass er mal ein LZ von innen erlebt u. für 1 Jahr etwas TW-Training erhält. Boten ihr Kind vermutlich an... Da der 2. TW nicht konnte, der 3. in der Zweiten spielte, saß er dann im 2.Spiel auf der Bank, als sich der 1. TW in der 15. Minute langfristig verletzte: kam, sah und siegte (obwohl das Team mal wieder verlor), dh im nächsten Spiel blieb er im Tor u. der 2./3. TW in der Zweiten bzw. auf der Bank. Als der 1. TW nach 2 Monaten gesund war, war er längst nurmehr als Ersatz verplant - irgendwo ungerecht, aber so läuft es ja eben schon bei 16-jährigen in LZ. Im Winter war dann jener ehemals 4. Ersatz-TW bei einem Auswahl-Sichtungslehrgang, gehörte danach auch hier fest dazu. Nun wird er wohl grad von einem NLZ als Stamm-TW für deren U18 ab Sommer abgeworben. Soll man nun sagen, er hätte ohnehin irgendwann seinen Weg gefunden? Wäre es für ihn, seine Karriere nicht besser gewesen, schon mit 10 o. 13 Jahren mal ein wenig TW-Training bekommen zu haben. Oder war's grad gut, dass er bis 16 kein LZ von innen sah statt evtl. früh mental o. körperlich verheizt zu werden? Jeder kann das für sich beurteilen, wer aber meint, er allein wisse, wie sich hier alles verhalte, was wie richtig o. falsch sei, hat vermutlich als Kind schon Weisheit mit Löffeln zu essen gekriegt, da kann ich Wahrheit immer noch nur "Suchender" nicht mithalten. Aber ich hoffe, er hat auch Humor mitbekommen u. nimmt Ironie nicht krumm ;)


    @call: Nun ist es zunächst mal für die Wenigsten eine Qual im LZ, aber das böse Erwachsen später oft schon. Rechne aber mal deine Quote um: eins von knapp 800 schafft es, in der Bundesliga zu spielen? Hhm, dann müssten es ja mehrere aus unserer kleinen Gemeinde schaffen, aus der nächsten Stadt schon... - Bundesliga für (fast) alle, das wär's, dann würde auch ich mit $-Zeichen in den Augen mein Kind in den A treten, damit es alles gibt u. ins LZ einrückt ;)


    @TW: Ja, diesen "besonderen Charaktermerkmalen" sollte man zumindest nachspüren wollen, statt einfach sich Spiele o. Trainings anzuschauen und dann subjektiv "die Besten" für sich rauszupicken. Sie wären in etwa Fokussierung, Konzentration, Offenheit, Coolness, Teamgeist, Selbst-Vertrauen o. -Gefühl. Wer sich pädagogisch auskennt, der weiß, dass sie sich eben nicht schon mit 11 o. 13 sichtbar zeigen u. herauskristallisiert haben können! Aber wen interessiert schon, was pädagogisch sinnvoll ist. Na ja, und Frauenfußball: wenn man durch aussterbende Dörfer fährt, zweifle ich, ob soviel Frauen noch Mütter statt Karrierefrauen werden sollen bzw. wollen. Ist's nicht eher so, dass "frau" heute eben lieber mannhaft sich selbst beruflich verwirklicht statt 'nur' Mutter zu werden, da auch hier Geld(verdienst) als viel, viel mehr wert gilt denn Kinder, die mann wie frau sich da lieber einsparen? Und da es der Menge (Quantität) nach immer weniger Nachwuchs gibt, darf eben neuerdings kein Talent (Qualität) verloren gehen - wobei man aber recht wenig an die Kinder selbst denkt, eher eben - Preisfrage - an: ??? Das Absurde jedoch las ich heute wieder bei finanzen.net: deutsche Haushalte sind auch geldtechnisch (nicht nur bzgl. der 'Fertilität) im EU-Durchschnitt so ziemlich die Ärmsten, Spanier haben dreimal soviel u. auch die Zyprioten stehen besser da... Irgendwie scheint bei allem etwas ziemlich unverstanden u. Irres übrig, oder? Alles schrumpft und doch sind wir die Größten?