Beiträge von Keller-Kicker

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Das ist alles gar nicht so abwegig und schon oft Motiv geworden, schaut euch zB mal den Verein "Kickers Wahnbek" an. Dort fing es mal an, um die Jugend (2 eigene Jungs) dank hoher Erbschaft voranzubringen plus eigenes Hobby natürlich, lief dank Geld (für Toptrainer) auch erstmal super, übrig ist aber nach dem Erwachsenwerden der Sponsorjungs quasi nurmehr die 1.Herren...... Wer will schon völlig selbstlos einen Verein um des Vereins willen gründen, ihn für jede Menge Leute attraktiv machen, die dann nachher doch alle nur ihr Ding machen wollen, zB auch wieder weg sind, wenn es weniger Kohle gibt o. die eigenen Jungs groß werden. Wer hätte hier also eine Bringschuld, doch nur die Obrigkeit, die letztlich das System noch am ehesten einsteuert. Denn dass ein "Überzeugungstäter wie ich, der allen die Leviten liest, dass es nicht nur um hier privaten Ehrgeiz Erwachsener u. ihre Politik, dort Geld oder Erfolgszwänge gehen dürfe, nicht ankommt, ist ja offensichtlich: den meisten fehlt schon mal das Grundinteresse, Hauptsache ist, dass man seine Pflicht, Kinder zum Sport zu schicken, irgendwie für ein paar Euro im Monat ableistet, mal 1,5 Stunden zuhause Ruhe hat etc. Den Fußballfans(-fanatikern) geht's um zählbare Erfolge, zB in den LZ - mitspielen auf der großen Bühne, mal ein Team in "die Bundesliga" bringen, was in der Jugend eher möglich ist, sich als Platzhirsch vor Ort produzieren ("Die Nr.1 der Stadt" - wie man bei uns zB propagiert, gar nicht bemerkend, dass just seitdem nicht mehr wie früher in der Oberliga oft 5.000, sondern nun in der neuen Regionalliga meist bloß unter 1.000 Zuschauer kommen...) etc. Dann sind da die, die merken, dass sie als Jugendtrainer plötzlich was Eigenes haben, Menschen, über die sie bestimmen, verfügen können, dass sonst kulturell/finanziell vermeintlich über ihnen stehende Leute bitten und betteln müssen, damit ihr Kind auch gut aufgestellt werde etc. Bei euch sind vllt die in der Mehrzahl, die Trainer sein wollen, da es ihnen um Fußball und Kinder als Selbstzweck geht, wir hatten das Pech, solche Trainer nur aus der Ferne beobachten zu dürfen u. selbst jedesmal im Engagement zu scheitern, da diese Mehrzahl es nicht ertrug, wenn "ihre" Spieler plötzlich einen anderen Trainer besser fanden, gar dorthin wechseln wollten - wozu da etwas abgucken und lernen, lieber ihn beseitigen, alle Probleme erledigt. Bis dann die Teams aufgelöst wurden, aber das war jenen auch längst völlig egal, sie hatten ihren Spaß eben offenbar gehabt u. nun reichte es dann...


    Der Verein im Verein - auch so eine Binsenweisheit u. dumm, wenn man gegen ihn für "die Kleinsten" was tun will, ohne erstmal "einige Jahre" (wie o.g. JO mir grad sagte) Stallgeruch zu sammeln... Klar, man hätte oft diplomatischer, geduldiger vorgehen müssen, aber: wenn man den KiFu liebt, kann man mitunter manch Elend nicht mit still ansehen und so decken und schwupps, weg ist man, rausgekickt. Mitgefühl hält sich da meist in Grenzen, s.o. Klar, wer etwas verändern will, egal, ob zum Positiven o. Negativen, was man ja erstmal offen kontrovers diskutieren könnte, der stört die bestehenden Verhältnisse, bedroht mutmaßlich die, die die Ruhe weg o. die Posten innehaben etc. Die "Systemtheorie" legt dies alles offen: nur selten kommt Neues zur Welt, dann, wenn es für viele zu vorteilhaft erscheint, um es zu verhindern. Daher verspricht man Käufern/Kunden/Wählern jede Menge u. hält am Ende wenig... Frage war eigentlich nur: Wie kann man die Satzung gegen die verteidigen, die auch ihre Regeln einfach mal eben brechen, als sei dies normal u. auf den Hinweis auf die Satzung gar nicht reagieren? Ist eine Satzung eigentlich nichts wert? Was aber bleibt dann positiv vom Verein übrig, worin liegt seine Identität? Vielleicht eine total naive Frage, ok...

    Es ist keine momentane "Laune" . Die Situation hat sich in den letzten drei Jahren so entwickelt und jetzt seinen Höhepunkt erreicht .
    In einem Leistungsverein geht es nicht in erster Linie um den Wohl der Kinder und um Spaß .Da zählt halt das , was du kannst und ablieferst . Die Konkurrenz untereinander ist enorm . Der Druck steigt und die Angst ,Fehler zu machen ist groß . Leider weiß man es als Laie nicht und glaubt an die große Chance .


    Das war mir alles sofort klar, als ich deinen Beitrag las, so ist es eben, und wer es wissen will, der weiß es auch. Daher das Gegenbeispiel unseres Sohnes: die einen sind angesichts dieser pädagogisch widersinnigen Leistungsfetischismen schon mit 12 in ihrer Eigenmotivation verbraucht, andere entdecken dann - selbst - diese Motivation, sind aber bereits längst als Melkkuh ad acta gelegt, abgehakt. Als ich vor 3,5 Jahren lästige Fragen diesbezüglich stellte, als unser Sohn ins LZ sollte, wurde bereits das Probetraining, zu dem man ihn eingeladen hatte, immer weiter verschoben und dann "vergessen" - kritische Eltern waren dem Leiter offenbar solch ein Greuel, dass man das vorher für gut genug befundene Kind gar nicht mehr sehen wollte. Dies bestätigte mich dann in dem Eindruck, den du oben berichtest. Leider gibt es keinen Ausweg, keine gute Mitte o. Kompromisse, entweder man zieht mit auf dem Rücken der Kinder alles durch oder ist draußen aus der "Traumfabrik - Du wirst Bundesliga". Der Traum ist ja für Eltern wie Kinder schön und motivierend, wie er er ausgenutzt, berechnet und verwaltet wird, weniger bzw. grundfalsch. Warum lernt man beim DFB aus Fällen wie Max nicht irgendwann dazu, steuert mehr pädagogische Vernunft ins System, die aktuell nur per Zufall greift, falls die zuständigen Trainer sie haben und - ohne stete Ergebnispflicht - anwenden dürfen, das ist für mich die große Frage, Sind die Eigen/Profitinteressen so groß, dass alles dahinter verschwindet, man nicht mehr den Blasencharakter bemerken kann? Mit Sport hat das wenig zu tun, da sind Politik und Wirtschaft längst maßgebend. Dies ist ein Trost, wenn man draußen ist.


    PS persönlich: Was ist Sport? Da ich bis auf 3 schreckliche Monate als Kind nie im Verein war, konnte ich bis 37 mit links nicht mal einen Ball stoppen o. grätschen, obwohl ich sonst gut war, auch oft von Trainern eingeladen wurde, die mich aus der Bunten Liga etc. kannten. Dann habe ich wg. Vereinseintritt (der Kinder) wie ein Junge jeden 2.Tag an einer Freilufthallenwand 15 min den linken Fuß trainiert u. schupps, nach 4 Monaten im Verein das erste Tor mit links (nach 2 Vorlagen schon zuvor) geschossen. so schnell geht das: wenn man will!!! Warum sich da wegen einer kleinen Pause Sorgen machen, die der Junge (am besten sofort) im Kopf benötigt? Entdeckt er währenddessen sich selbst neu bzw. erstmals richtig, könnte er mit doppelter Kraft zurückkehren. Wobei dann nur die Frage ist, ob man ihn lässt, die Zeichen der Zeit erkennt o. wieder nur auf sich beharrt: der wollte nicht mehr (fand mich zu schlecht), jetzt bleibt er draußen (Retourkutsche). Kinder mit eigenem Kopf will "man" oft auch nicht so gern, sofern sie ihn auch neben dem Platz benutzen, das wird von nun an gegen ihn verwendet werden. Aber wie gesagt: andere sind seit jeher draußen, würde auch noch gern mal ne Chance bekommen u. dein Max hat schon viel mitgenommen, daher beste Chance bei eigenem Willen wieder "einrücken" zu dürfen...

    Ein guter Freund mailte mir, dass ich echt ein Wadenbeißer, er froh sei, mich nicht zum Feind zu haben. Da er aber stets meine Anliegen teilt, war es als Kompliment, nicht als Vorwurf gemeint. Dennoch haben Sir Alex und du natürlich auch völlig Recht! Nur ist es mein Prinzip, Wege zu Ende zu gehen. Dieser ist noch an keinem - guten o. passablen - Ende. Daher auch ein neues Kapitel: auf das ausdrücklich keiner eingehen muss, jeder aber gern kann! Was ist Verein, wie ist überhaupt die Rechtslage bei Verstößen gegen Satzung oder Zweck? Bei Einzelpersonen o. unteren Schergen als Prügelknaben kein Problem, was aber, wo der Fisch wie so oft zuerst vom Kopf bzw. Kropf her stinkt? Dazu:


    § 3 Aufgabe und Zweck
    Der Verein setzt sich zur Aufgabe, ... die Gesundheit seiner Mitglieder durch Sport zu fördern. Zu diesem Zweck betreibt und fördert er den Breiten- und Leistungssport, die sportliche Jugendpflege.


    Merke: Zweck ist der Sport, Breiten- und Leistungssport, insbesondere sportliche Jugendpflege! Nun wurde aber mal satzungswidrig jeder Leistungsanspruch (nur für die Jugend, die 1.Herren hat nur 1 Ziel: Aufstieg in die KL, weshalb immense Mittel von der Jugendabt. dorthin abfließen, die Jugend keinerlei qualitativ vernünftiges Trainingsgerät, aber hohe Überschüsse hat, die die Herren subventionieren: das Trainergehalt...) ausgeschlossen, dann wieder dürfen Kinder im Team ihres Jahrgangs androhend "keine Minute der Saison mitspielen", damit sie vorab das Team verlassen, was jeden Breitensportanspruch verhöhnt und in Summe für konzeptionsloses Chaos zeugt...


    § 4 Gemeinnützigkeit
    ( 1) Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.
    ( 2) Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
    ( 3) Die Mitglieder der Vereinsorgane arbeiten ehrenamtlich.
    ( 4) Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsmäßige Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder
    erhalten in ihrer Eigenschaft als Mitglied keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.
    ( 5) Es dürfen keine Personen durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder
    durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden...


    Merke: Gut bezahlte Trainerjobs verfehlen der Zweck der Gemeinnützigkeit. Werden Überschüsse einzelner Abteilungen, zumal welche der Jugend, wie eine Quersubventionierung an andere Abteilungen, hier: der Erwachsenen, verschoben, widersinnt dies dem Zweck der sportlichen Jugendpflege deutlich (§3); ein JO wäre verpflichtet, dies nicht nur abzunicken, sondern zu hinterfragen, da er sonst seiner Amtspflicht nicht nachkommt. Wieso ignorierte der Fußball-JO also deutliche Mittelverschiebungen zuungunsten der Fußball-Jugend, seiner Abteilung nur? Vertritt er so die Interessen seiner Abteilung? Wohl nicht! (Sein Sohn spielt 1.Herren!) Inwiefern kann eine einseitig zugunsten von Erwachsenen besetzte Abteilungsversammlung als befangen gelten, wenn sie Zweifel nur ignoriert, einen JO "abnickt", der seiner Amtspflicht u.U. nicht nachkommt?


    § 7 Erlöschen der Mitgliedschaft....


    § 8 Rechte der Mitglieder
    Die Vereinsmitglieder sind berechtigt
    a) an Mitgliederversammlungen teilzunehmen, Anträge zu stellen und das Stimmrecht auszuüben,
    soweit sie den § 9 erfüllen,
    b) die Wahrung ihrer sportlichen Interessen durch den Verein zu verlangen, ...
    d) die vom Verein geschaffenen gemeinsamen Einrichtungen nach Maßgabe der hierfür erlassenen
    Bestimmungen zu benutzen und
    e) an allen Veranstaltungen des Vereins teilzunehmen.


    Merke: Wie ist es zu bewerten, wenn Angestellte des Vereins (hier: der eigene Trainer bzw. der anbietende Trainer) es Mitglieder untersagen, gemäß § 8 e) an Veranstaltungen des Vereins teilzunehmen, zumal "schutzbefohlenen" Kindern? Wenn Kinder mehr als andere trainieren wollen, liegt dies vielfach auch im sportlichen Interesse des Vereinszweckes wie des Mitgliedes. Dies zu blockieren, widersinnt diesem nach § 8 b) zu wahrendem sportlichen Interesse. Ist es nicht ein grober Verstoß gegenüber den Betreuungspflichten und die guten Sitten im Verein, dies zu missachten und Kindern Training zu verbieten, so ihre Motivation dazu verletzend oder gar zerstörend?



    § 10 Pflichten der Mitglieder
    Die Vereinsmitglieder sind verpflichtet
    a) die Satzung und Ordnungen des Vereins sowie auf den Mitgliederversammlungen gefasste
    Beschlüsse zu befolgen,
    b) die Interessen des Vereins zu vertreten,
    c) sich jederzeit sportlich zu verhalten, ...
    f) in allen aus der Mitgliedschaft zum Verein erwachsenden Rechtsangelegenheiten ausschließlich
    die Organe des Vereins anzurufen, sich deren Entscheidung zu unterwerfen und zur Anrufung
    der ordentlichen Gerichte die Genehmigung des Vereinsvorstandes einzuholen.


    § 11 Maßregelungen
    ( 1) Gegen Vereinsmitglieder, die gegen die Satzung verstoßen, können nach vorheriger Anhörung
    vom Vereinsvorstand folgende Maßnahmen verhängt werden:
    a) Verweis
    b) Angemessene Geldstrafe
    c) Zeitlich begrenztes Verbot der Teilnahme am Sportbetrieb und an den Veranstaltungen
    des Vereins.
    ( 2) Der Vorgang erfolgt wie § 7 Abs. 3 – 5.


    Frage: Wenn Vertreter eines Kindes feststellen müssen, dass Betreuer bzw. Mitglieder grob gegen die Vereinssatzung § 10 u.a. verstoßen, wie kann man sich wehren u. die Interessen seines Kindes wahren bzw. verteidigen? Wie befangen sind die internen "Organe des Vereins", wenn deren Mitglieder allesamt seit Jahrzehnten zs. "kuscheln und kungeln", wen gerade der Vorstand selbst und seine Anhänger die Vereinsinteressen verletzen und dem Verein Schaden zufügen? Wie wäre es möglich, gar praktikabel, gegen die "Vereinsführung" oder relative Mehrheiten (bei schweigender Minderheit) "Maßregelungen" zugunsten von verletzter Vereinssatzung oder -zweck durchzusetzen? Denkbar wären hier zB generell Tarn-, Schatten- oder Pseudovereine, die einen gemeinnützigen Zweck nur vortäuschen, um für private Hobbies oder Bereicherungen steuerliche Vorteile oder Subventionen in Geld oder Sachleistungen auf Kosten der Allgemeinheit zu generieren. Dies Fall ist verführerisch und somit nicht von der Hand zu weisen!



    § 15 Die Mitgliederversammlung...


    Merke: Sie ist beschlussfähig, solange sie (per simplem Aushang am Schwarzen Brett) ordnungsgemäß einberufen wurde. Mitglieder sind ansonsten also in der Bringschuld: wer sich nicht eigenständig vor Ort informiert, ist selbst verantwortlich, wenn er nichts von der HV erfährt. Es gilt die einfache Mehrheit. Im Prinzip könnte somit eine einzelne Person als einfache Mehrheit der anwesenden Mitglieder ordnungsgemäß alles inkl. Satzungsänderungen beschließen, was sie will. Ist dies das, was Verein sein soll? Was aber geschieht, wenn ein Mitglied o. sein gesetzlicher Vertreter eine außerordentliche HV einberufen lassen möchte, dafür öffentlich Stimmen sammelnd, oder im HV-Vorfeld als neuer Bewerber um ein Amt "Wahlkampf" betreiben möchte, dabei aber behindert oder drangsalierend eingeschüchtert wird? An wen könnte er sich als "Schutzherrn" seiner Rechte wenden? Was geschieht, wenn auf einer HV eingereichte Anträge nicht verlesen wurden und/oder Proteste dagegen niedergehalten werden?


    In unserem Verein gibt es keine Paragrafen, die die Vertretung von Kindern bzw. minderjährigen Jugendlichen regelt, den sittlich korrekten Umgang mit Ehrenamtsträgern (also hier vor allem:Trainer/Betreuer) u.v.m., so dass hier dann offiziell Wildwuchs bzw. Willkür vorherrschen müssen. ist dies vereinsrechtlich in Ordnung, wo Betreuer doch z.T. sehr kleine Kinder vollverantwortlich beaufsichtigen?


    Verein bedeutet viel Arbeit im Hintergrund, keine Frage. Doch verführt dies eben auch zu manch "intern Hinterzimmer- bzw. äußerlichen Fassadenpolitik", über die man sich neuen Kräften verschließt, Besitzstände eitel wahren will etc. So entsteht Obrigkeit im schlechten Sinne. Schwarmintelligenz, Herdentrieb tun ihr Übriges. Unter dem "bösen" Wort der Vereinsmeierei wird dies Phänomen zusammengefasst. Dann wird in Vereinen mitunter ein "ganz eigene Rechtsauffassung" praktiziert, dominiert von bestimmten, Jahrzehnte alten internen (Macht-)Zirkeln "grauer Eminenzen" (vs bunt gemischter Exzellenzen) etc. Vereinsrecht - ein merkwürdiges Feld, das so erscheint, als wäre Verein von der Anlage her auf eine ganz eigene Welt für sich hin konzipiert, wo das positive Rechtssystem des Staates als Souverän endet o. Beugung einzelner Mitgliederrechte kaum rational behandelbar wirkt. So kommt es dann, dass hinter manch "Kulturverein" polizeilich längst eine kriminelle Vereinigung mit Felder wie Drogen- und Menschenhandel vermutet wird, eine handhabe dagegen aber schwierig erscheint. Daher verwundert mich stets, wie blauäugig mancher "den (Sport-)Verein" als Ort alles sportlich Guten, Schönen oder gar Wahren verteidigt, wo manch Kulturvereine eben klar vor Augen führen, dass es um den hohen Zweck des Vereins mitunter ganz niedrig bestellt ist. Es muss nicht, aber kann. Sich darüber mal zu informieren, kann so der Bewusstseinsbildung kaum schaden... ;)

    Die einen - in früher Jugend evtl. zu viel machend - wollen aufhören, andere - immer nur Magerkost bekommend - mehr trainieren. Daher mein Beispiel auch hier, da es zeigt: manches gleicht sich von selbst, dem Kinder-Selbst her einfach mit der Zeit aus... Viel trauriger ist für Eltern dann jedoch, wenn ihr Kind motiviert ist, viel trainieren, sich verbessern will - villt nur kurz, vllt länger, egal, sein Ding, seine Trainer aber diese Motivation blockieren, zerstören wollen: Unser Jüngster wollte nun gern nach seinen Training noch in dem Team mittrainieren, in das sein Freund im Winter weg wechselte, da das Training im alten Team eben nicht so pralle war. Der hätte als Alternative dann lieber auch ganz aufgehört, da er die Trainer hasse, wie er mir mal sagte. (Was muss man als Trainer eigentlich tun, dass eigene Spieler, schutzbefohlene Kinder so fühlen? Wobei der Trainer, den es betrifft, ganz nett, ok ist - aber unter irgendeinen Nenner als Blitzableiter müssen negative Gefühle vermutlich ad acta gelegt werden.) In diesem unterbesetzten Team hatte unser Sohn schon öfter ausgeholfen, sind auch 5 Freunde aus unserm Dorf, waren beim Training zuletzt - wo er mal spontan hinging - nur 7 Spieler (beim eigenen Team aber ca. 20 Kinder: da nur 1 Trainer gleich 2 Teams betreut, mit dem Ergebnis, dass zB bei Tr-Spielen lange aussetzen müssende Kinder sich langweilen, rumsitzen, rumalbern, stören etc. Es ist eine abtörnende Atmosphäre, weshalb ich früher als Trainer dies so auch nicht mitmachen wollte, aber nach JO-Kritik gleich rausflog, wie einige schon wissen). So gefiel es ihm dort super, so er wollte nächstes Mal wieder hin; wir Eltern meinten aber, dass wir erstmal die Trainer über seinen Wunsch informieren. Nun die Antwort per Mail an uns:


    Hallo Frau, hallo Mann,

    ich habe gestern mit ... über ein Training von ... bei der ... gesprochen. Wir sind beide der Meinung, daß das nicht zielführend ist. Wir halten es für besser, wenn .. sich auf das Training in seiner Mannschaft konzentriert.
    Grundsätzlich würde ich es befürworten, wenn sich die Spieler direkt an mich wenden, wenn sie Wünsche haben oder irgendwo der Schuh drückt. Die Jungs kommen jetzt in ein Alter, in dem sie lernen sollten, für ihre Belange selbst einzutreten und das auch können.

    Liebe Grüße ...


    Warum was zielführend sei, ist nun Geheimnis der beiden Trainer. ich selbst habe noch als Ü40-Spieler oft in der Ersten mittrainiert, um gefordert zu werden, u. nie wäre mein Trainer auf die Idee gekommen, dies zu unterbinden: Sowas kann man sich eben nur bei unmündigen Kindern erlauben. Und wieso sollte ein Trainer nicht wollen, dass sein Spieler mehr trainieren will, besser werde, seiner Motivation folge, wozu ihn ausbremsen? Für mich mögliche Motive: Neid, da sein Sohn nicht so motiviert ist; Furcht, unserem Sohn könne weiterhin das andere Training besser gefallen u. auch andere bemerken, dass da was nicht stimmt; rausekeln des Vaters übers Kind (denn andere Spieler helfen zT stets aus, zT werden dafür auch Spielberichte "getürkt" - die dürfen alles, müssen sich nicht derweise "konzentrieren"...) Immerhin hat man sich besprochen, uns geantwortet, das ist zwar schon was, aber das Resultat ist leider bevormundend, nicht nur den 11-jährigen, MIT dem man darüber kein Wort sprach, sondern auch uns gegenüber, indem wir quasi aufgeklärt werden, dass Kinder mit 11 im Grunde nurmehr kleine Erwachsene seien u. Eltern zwar privat erziehen, Beiträge bezahlen etc. dürfen, ansonsten aber nichts mitzureden haben. Ja, lernen sollen es 11-jährige evtl., für ihre Belange selbst einzutreten, aber sie können es halt meist noch gar nicht. Klartext: quatsch mich nicht mehr an... Doch wollte unser Sohn eben - die hier produzierten Probleme gar nicht erahnend - einfach mitmachen, hingehen: weil er ein Kind ist! Dann hatte dann er mich gebeten, nachzufragen, da ich ja dies zur Sicherheit wollte, damit er eben nicht einfach weggeschickt würde u. nach dieser Niederlage dann wieder ein kleines Trauma mehr in sich trüge, was ihn Fußball als negativ erleben lässt...


    Den verfügbaren soccerdrills-Trainertest für die D-Jugend - gibt's für jeden Jahrgang extra - mal zu machen, hatte ich öfter im Verein angeraten. DAS SOLLTE JEDER TRAINER ALS SELBSTTEST MAL!!! Dies wurde als feindseliger Akt aufgefasst (könnte ja kritisch gemeint sein), da man ziemlich unwissend o. unwillig ist, in etlichen Punkten des Tests genau Gegenteiliges des Richtigen praktiziert. Was man uU dunkel ahnt, aber - sich - wohl nie eingestehen würde. (Was nun tun? Dürfen Vereinsmitglieder nicht generell alle Angebote auch nutzen, - sofern nicht die Kapazität nicht reicht, was bei 7 Spieler nicht der Fall sein kann? Nun denn, ich denke, man will halb mich rausekeln, zurechtstutzen, sich die eigene Macht beweisen, halb unser Kind aber doch (be)halten, da sonst noch mehr Personalnot in den betroffenen zs 3 Teams herrschte... Da unser Sohn von anderen Trainer "heiss begehrt" wird, es ihn auch durchaus reizt, dort mal höherklassiger zu spielen, bleibt hier eigentlich nur mehr der Wechsel, was dann bedeutet: 3mal die Woche 6,5 km hin und her gurken. Ich weiß, viele machen das für ihre Kinder, deren bessere Erziehung u. dort hätten die Probleme endlich ein Ende, da ich den Trainer gut kenne, er als Fußballer richtig tickt, sich voll reinhängt, um seine Jungs voranzubringen etc.) - So, da zeigt sich: Max hatte jahrelang großes Glück, optimal gefördert zu werden! Nun kommt vllt ein kleiner Knick, da er sich selbst erstmal im Fußball zu finden versuchen muss, ihm irgendwas ganz und gar nicht passt. Bis er im "Kairos" aber hinter ein Kind wie unseren 11-jährigen zurückfällt, müsste es eine lange Auszeit werden. Daher locker bleiben, die Dinge mal so sehen, dass nun auf x Jahre Fahrt geradeaus eine kleine Kurve kommt, wo er Tempo raus nehmen will. Gar nicht so schlimm, da es im Leben nie nur geradeaus geht... ;)

    @"Ich habe ihn gefragt , ob ich mit seinem Trainer reden soll , die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen : NEIN , soll ich bloß nicht ... " - das habe ich mir gedacht, er pocht auf seine Selbstständigkeit. In der Pubertät wehren sich Kinder eben gegen die vorher selbstverständlich bevormundende Einmischung in ihr Leben, wollen es selbst in die Hand nehmen u. fangen mit ihrem Widerstand bei dem an, was sie 'schon immer' hinterfragen wollten bzw. ankotze. Eltern werden daher peinlich, außer das Kind bittet sie selbst um etwas, da es mit 12/13 seine Interesse eben noch kaum in der Praxis allein durchzusetzen weiß. Das kann man zu Hause üben, indem man sich offen auseinandersetzt miteinander... "Der Fußball" als solcher kann hier eher nicht das Problem sein, also daher die (aktuelle) Form des Fußballs, die er (einzig?) kennt? Eine kurze Stimmungsschwankung schließe ich aus, denn dafür hättest du hier sicher nicht einen Thread eröffnet. Also: ermutigen (Encourage-Training, neudeutsch) und im Rückgrat bestärken, sofern Max es will, wäre mein Fazit. PS Nicht traurig sein, vermutlich will Max nach 1 Monat echter Pause wieder anfangen ;)

    guenter: es geht weniger um "Schuld" als Unvermögen, Un-/Missverständnisse. Alles immerzu nur zu relativieren, bringt aber nicht weiter: klar gibt es immer 2 Seiten der Medaille u. hier liegt der Natur der Dinge nach erstmal nur 1e vor. Wir haben schon bald ein Spiel in Zetel, daher spreche ich dies auch dort an: je nach Reaktion werde ich einschätzen, woran ich bin. Schreiben mal du und andere eine Mail an die, aus dem Saarland, wird es sie ganz schön wundern. Die Reaktion kannst du dann mitteilen und so musst du nicht mehr drauf verweisen, dass alles ja relativ, dh (wie im parallel diskutierten Fall des mit Fußball aufhören wollendem Leistungsspieler) im Grunde gar nicht diskutierbar sei, oder? Neutrale Sichtweisen gibt's eh nie... ;)

    guenter: Meinst du nicht, dass Frühlingssonne auch weiß, was Pubertät ist u. wie sie einzuschätzen ist? Wäre es nur dies, also eine kurze Stimmungsschwankung o.ä. auf der Selbstsuche, wäre das Problem alltäglich/banal u. wohl nicht hier gelandet. Daher gehe ich davon aus, dass es sich so wie beschrieben darstellt, auch aus der Erfahrung ähnlicher Fälle her: mit einsetzender Pubertät, dh Mündigwerden, hören zu viele Jugendliche mit Fußball im Verein auf, als dass er Zufall wäre....

    @FB: "Gerade wer ambitioniertere Ziele anpeilt kann gestärkt aus dieser Situation herauskommen"... können das Kinder schon, einfach mal eben so? Ab wieviel Jahren? Pläne schmieden, aus Fantasie heraus, ok, aber das bedeutet nicht, Ziele bewusst anzupeilen. Ist nicht dies der wesentliche Trugschluss. Kinder haben erst nur Motive, die Ziele werden ihnen von außen/oben/eltern- o. trainerseits eingeimpft. Daher das Provozieren.
    Unsere realen Kinder sind 12 und 13, Ziele konnten sie mir bzgl. Fußball noch nie benennen; ich kenn auch keine anderen. Wie kommen Erwachsene also darauf? Doch in aller Regel von sich auf andere schließend o. fremdbestimmen wollend? Kinder übernehmen unter Druck dann diese Ziel, man kann ihnen auch suggestiv einreden, dass es ihre Ziele und nun zu verfolgen seien. Sie wiederholen dies irgendwann, lächeln dazu, nicken, fragt man aber tiefenpsychologisch nach, kommt man zu anderen Eindrücken - genau deshalb brauchen Kinder Mentalcoaching, gibt's Schulpsychologen für schwierige Fälle: um ihnen den Rücken gegen die alltäglichen Zugriffe, Verbiegungen u. (systemische, familiäre, schulische o. private) Abhängigkeiten zu stärken... Leider jedoch wird grad das, was Kinder als biologischen Organismen mit eigenem Ganzheitscharakter (und Mitte) unterstützt, gern von denen verdächtigt, die es unterbinden wollen, dass Kinder selbstständiger, freier zu entscheiden lernen: aufgrund ihrer eigenen Motive statt planerische "Zielsetzungen", die sie noch gar nicht rational beherrschen können. Motive in Ziele vermittelnd zu überführen, ist die pädagogische Aufgabe...


    PS Wenn Fußball zum Zwang, so empfunden wird, dauert die Schule bei einem Kind wie Max quasi von 7.00 Uhr Aufstehen bis 19.00 Uhr Nachhausekommen, und danach - Hausaufgaben?

    Falsch, guenter, es/er kann nicht x Gründe haben; Max hat "seinen" Grund, garantiert, wenn auch evtl. unbewusst. Nur wir kennen ihn nicht, müssen also spekulieren, streiten, uns mühen, ihn evtl. näherhin zu erraten. Denn eins ist gewiss: wer den Grund nicht kennt, nur ignoriert, der kann Max nie gerecht werden. Unwissen schützt vor Suche nicht!


    PS: Da seine Mutter bessere Karten hat als wir, können wir nur Hinweise subjektiver Natur geben, die sie dann prüfen kann - wie du schon sagst! Ach so, vergleichbare Fälle kenne ich aber gut, also spekuliere ich mal...

    Für mich ein fast normaler "Kinder-Fall": Burn-out, da nie es selbst sein dürfend, hast du ja schon erkannt. Die Verantwortung dafür haben erstmal die Eltern (mitmachend), dann die Trainer (keine "Vereins-Trainer", außer wenn Vereine per se kinderfeindlich über ihr Spielermaterial verfügen wollen, so wie eurer deinen Worten nach: ein unsensiblerrt Verheizer) und über allem das System, das beiden diesen ganzen Zirkustanz ums goldene Kalb abfordert: Du schreibst schon sein Heimteam hatte "immer gewonnen"? Ist das normal o. gibt es im Fußball nicht immer beides: mal gewinnt man, mal verliert man...? Ging schon da der Sinn fürs Verlieren verloren? Wann wird man es endlich lernen, Kindern zuzugestehen, dass sie Kinder, keine Melkkuh, kein armes gedrilltes Rennpferd, kein bissiger Hund sein sollten? Klingt hart? Was meint man denn, wieviel härter vieles für die Kinder ist, obwohl sie immer gute Miene zum bösen Spiel machen (müssen - was es nur verschärft)? Entwicklung ist learning by doing, trial and error - benötigt ein Klima, das dies fördert, zulässt, nicht verdammt. Viele hörten auch hier in den LZ plötzlich auf, gut so, ihr einziges Mittel, sich irgendwie trotz Unmündigkeit gegen den Fußballbetrieb zu wehren, der nicht ihrer, nicht ihr Plan ist! Alles dem Fußball unterworfen, wie siebener schrieb, ja, das können Erwachsene zweckrational/pragmatisch auf Zeit leisten, für ihre Ziele, aus ihrem Wollen her; für Kinder ist es aber in Wahrheit eine Qual, um nicht zu sagen eine (zeit)strukturelle Vergewaltigung, als seien sie Verfügungsmasse, Wachs in den Händen derer, die etwas mit ihnen vor haben, ihre ehrgeizigen Träume zu befriedigen, Geld verdienen suchen etc. Fördern von Kindern in ihren Talenten hätte völlig anders auszusehen...


    Dies ist eine grundsätzlicher Hinweis, vielen hier von meiner Seite her gut bekannt, teils auch verhasst, da er scheinbar alles negativ sieht. Dem ist aber nicht so, man sollte nur versuchen einmal alles wirklich aus den Kinderaugen her, von unten zu betrachten. Schon ist die Ansicht grundanders! Wir Eltern denken, Mensch, die anderen trainieren auch soviel, macht meiner noch ein bisschen mehr, kann er sich besser gegen die durchsetzen und so schaukelt sich eine Spirale hoch, mehr, mehr, mehr machen - meist in der Schule, mitunter im KiFu, also der eh mageren Freizeit daneben. Stell dir vor, sag dem Trainer doch, dein Sohn hätte das Bein gebrochen: so hätte auch er mal ne längere Auszeit, ein Fußball-Sabbatical. Ja, nun mag man Angst haben, dass er dann gleich raus fliegt, Angst, die vor allem auch dem Kind unterschwellig immer im Nacken sitzt. Soll Angst als Unbedingtes, als Mastermind alles bestimmen, wie man lebt, was man tut? Kann so ein Kind "groß" herauskommen, wenn Angst Treiber ist? Max steht sich eher nicht selbst im Weg (abgesehen vom fremdimplantierten Sieger-Gen vllt, das er aber uU grad loswerden will), denn seinen Wunsch hast du klar formuliert: abmelden im Leistungsverein! Ich verstehe, dass das schwer fällt, aber er versäumt dadurch nichts, wenn er es so negativ empfindet, dass er diesen Wunsch hat u. äußert. Andere waren noch nie dort u. was sollen ihre Eltern erst sagen bzgl. "Bereuen", Doch wo ein Wille, da ein Weg: lässt du ihm nicht seinen Willen, bereut er dies schon jetzt und wird seinen Willen niemals mehr auffinden. Und jedes Kind will mal vorm TV gammeln, Playstation spielen, faulenzen (= Pause) etc., einen Gruppenzwang aber braucht keines, ihn wünschen sich eher die Eltern, damit Kinder tun, was sie wollen ;)


    PS Bin gewohnt, dass keiner mehr zuhören mag, wenn man mal radikal die Kinderperspektive vertritt. Mal sehen, wie du reagierst... :)

    Stefan: Lese tue ich ja noch, Neugier ist allgemein menschlich zu groß! Nur im Antworten dreht man sich im Kreis, daher... Hier triffst du aber natürlich einen wunden Punkt: wer nen Papa mit seiner Qualitätsmoral etc. loswerden will, versucht's am Ende auch über Kinder. War hier ja verschiedentlich auch bei anderen Konflikten erkennbar. Das bestätigt dann zwar Papa im Denken, er geht als HB-Männchen durch die Decke, aber den Preis bezahlen wie immer auch hier Kinder. Genau deswegen schweigen wiederum fast alle aus Angst o. vorauseilendem Gehorsam, dass sie per Kritik ihr Kind zum Bankdrücker machen. Leider sind Vereine nunmal kein gordischer Knoten, den man einfach zerschlagen könnte, um alles zu verändern. Dies ist vllt die Illusion, der Wunsch im Kopf, der man allzu oft verfällt, völlig richtig! Daher habe ich auch Mo. nur kandidiert, aber fast nichts mehr gesagt.

    Stefan: Nein, ich denke nicht, da der Ältere mE mit Abstand der stärkste Spieler im Team ist u. die Trainer viel tun, um bei ihm gut dazustehen, weil sie wissen, dass ich viel tue, um ihn zu überzeugen, in eins der LZ zu wechseln... Der Jüngere zählt auch zu den Stärksten im Team der Ersten, in dem nurmehr 11 Kinder sind, von denen 9 spielen müssen: Ginge er, kann der zudem unter der Hand auf Siege schielende Trainer quasi endgültig einpacken, wobei unser Sohn nun grad einen Freund mitbrachte als möglichen 12.Spieler: womit ich signalisiere, dass ich dem Trainer nicht etwa schaden, nur helfen will. Im Sommer kamen mit mir zs ja 6 Kinder, sonst wäre das System mit Erster und Zweiter schon am Ende, drei Spieler hörten aber auf, seitdem ich gegangen wurde: da liegt also nun das Problem für die Trainer und sie wissen auch, wo die Lösung wäre: Unser Sohn hat noch einige Freunde, die gern mit ihm im Team spielen würden, aber bevor ich die zu "uns" lotse, warte ich noch etwas ab, da er ja auch zu ihnen o. auch einem höher spielenden Team (deren Trainer ihn eben sogar mitten in der Saison zu Testspielen bitten, da sie ihn eben wollen) kommen könnte. Bei uns herrscht eben viel Konkurrenz zwischen den Vereinen, ein kleines Korrektiv, wobei viele Vereine offenbar lieber Teams auflösen, als auf "Qualität" umzuschalten, warum auch immer. Ich schätze ja nun, dass doch erhebliche Summen von der Jugendabteilung zu den Erwachsenen fließen, das Märchen, die Jugend koste ja eher Geld, ist nun bestandslos geworden, d.h. der Erwachsenenetat bekommt Probleme, wenn die "Subventionen" aus der Jugend wg. Teamauflösungen geringer werden. Außerdem - was man intern sich noch nicht bewusst macht - ist der Vereinsruf durch die weitere Rausekelei in der Stadt mittlerweile miserabel, das kommt irgendwann als Bumerang zurück. Da ich viele Externe gut kenne, weiß ich das.


    Die nächste Wahl kommt bestimmt und dann würde ich strategisch klüger statt spontan vorgehen, klar. Ob der Vereinen zwecks Demokratie einem Kandidaten die Adressen seiner potentiellen Wähler zwecks Info u. Einladung geben muss? Der Amtsinhaber hat sie auch alle u. ich meine, da muss etwas Waffengleichheit bestehen, sonst ist die Wahl manuípuliert, ein neuer Bewerber eben arg im Hintertreffen... Wie einige hier ganz genau wissen, womit ich mich beschäftige, erstaunlich, wo man sich nie gesehen, gesprochen hat! Ja auch die Angst aller im Nacken ist gewiss? Da muss man ja eine lebendige Fantasie mit seherischen Qualitäten haben, oder wie erklärt sich dies Wissen? So, aber ich nehme jetzt Abstand von diesem Thread, die Sache ist ja vorüber u. erstmal abzuhaken. Immerhin: es war ein reger Austausch, dafür dass ich nur nen Knall habe, danke nochmal für alle Mühe u. Toleranz... :D


    Karl: Ok, bei meinen Jungs würde das nichts bringen, abgesehen davon, dass es Leute ohne Garten gibt. Das Zauberwort dafür heisst: Gruppendynamik! Und Papas Worte wirken in der Pubertät bei vielen nicht mehr recht, also konstruiere doch bitte nicht ein Bild, als sei mein Satz "nur" abwegig. Denn daher gehen gut betuchte Leute heute mit personal coach joggen, zahlen dem je Lauf 40 Euro: so läuft's leichter, offenbar... Immerhin spielen meine Jungs noch Fußball, wo viele andere ringsum längst die Flinte ins Korn warfen. Man gibt Kinder ja eigentlich in Vereine, damit sie dort fußballerisch trainiert werden, man es nicht nicht privat im Garten muss, da im Verein nichts läuft, oder? Dennoch gratuliere ich dir, wenn dein Sohn so sehr zu dir aufblickt, Gas gibt etc., ist heute selten, schafft nicht mal son pädagog. Klugscheißer wie ich ;)


    Nachsatz: Probiert es mal aus, stellt euch mal vor ca. 20 Leute, die euch praktisch alle rigoros u. steht für euer Anliegen ein. Darüber spotten ist leicht, mal selber erfahren, wie das ist. Hells Angel, Rechte, Linke, Fundamentalisten, ok, zu hart, reicht aber schon, im LZ-Verein für soziale Gleichbehandlung o. im "Freizeitverein" für Leistungsorientierung einzutreten... Man wird ganz schön schwitzen, wetten? Es sind eben die Interessen, die die Leute unterscheiden, verrückt sind eh immer die anderen, die mit anderen Interessen, ja Angst hat man da schon, wenn man sich nicht mal MITEINANDER unterhalten will oder kann.... Es ist ein Abenteuer, mal ganz allein dazustehen, auch wenn's einem nachher schon irgendwie dreckig geht, man sich wie Dreck fühlen muss, da so abgetan. Der Kopf wird wirr, aber hellwach - lohnt sich also irgendwie doch....

    Ziemlich ähnlich wie bei mir, eine weitere Bestätigung meiner Wahrnehmung u. Erfahrung (auch in der "D") von "Vereinsleben", wobei du sogar noch Sponsorengeld hinter dir hattest, aber nur 8000 Euro, im Zweifel sicher eine zu geringe Summe. Vor Ort steht man wg. dem Herdentrieb leider oft nur allein gegen alle da. Nun käme es darauf an, ob "deine" Eltern sich regen o. ihnen alles egal ist. Vielleicht wechseln sie alle den Verein, falls es in der Nähe ne Alternative gibt, treten zum nächsten Spiel nicht an.... Eine Frage der "Ehre", wenn du denn so gut bist... FC Zetel, merke ich mir mal u. wenn wir gegen die spielen, werde ich die Verantwortlichen mal beobachten, nachher ansprechen, was die sicher wurmt, außer sie hätten ein reines Gewissen. Wird man dann ja sehen. Mehr kann ich aus Solidarität mit dir nicht tun. Aber du hast dich gut verhalten, Mobbing ist nur leider oft machtvoller als die Versuche, dagegen einzutreten... :(

    wie ich das sehe, hätte der Kandidat lediglich bei gleichzeitiger Übernahme als Hauptsponsor geneigtes Interesse empfangen können


    Für die Jugend braucht man den aber nicht beim Überschuss, nur für die Herren u. die würde ich nie sponsern, denn die haben die Taschen in aller Regel voll genug ;)


    Ansonsten: Ja, man kann jedem bloßes Geschwafel vorwerfen, solange man dafür sorgt, dass er nichts tun darf/kann. Da nach meiner Entfernung viele Kinder sehr traurig zu mir kamen u. das Team nun auch schon 3 Spieler weniger hat, scheinen Kinder Geschwafel sehr zu mögen. Im Ernst aber: bei mir gibt es "Ernst" nur in der Sache, die Kinder hatten immer viel zu lachen (jetzt erkennbar nicht mehr) u. ich lache auch gern über mich selbst, auch wenn mich manches betrübt, was ich sehe. Könnten Kinder wählen, hätten ein Wahlrecht, das Ergebnis hätte ganz anders ausfallen können, da bin ich sicher ;)


    guenter: Ich wollte auch erst als Hofnarr kandidieren, aber das hätte wohl keiner verstanden, da es diese Position nicht gibt ;)


    PS: Wäre ich geil auf einen Posten, hätte ich mich damals doch angepasst, nie den Mund aufgemacht, oder? Ist es daher logisch, was du schreibst? Ich wusste ja auch vor der Wahl, dass ich Null Stimmen kriege, wollte nur allen zeigen: Opposition ist trotzdem möglich, auch wenn man alles vorher schon abgesprochen hat. Man bräuchte aber einige Monate "Wahlkampf", müsste Eltern sensibilisieren, mobiliseren, das Konzept verteilen etc., daher war's ein Kampf gegen Windmühlen.... Ach so, und Vorteile für die Anwesenden konnte ich auch nicht verkaufen, nur Nachteile, da mir ja die Abwesenden am Herzen lagen ;)

    Karl: Offtopic - das ging mir schon mit bloßer Werder-Regenjacke so, das mich Kids für nen Scout hielten. Man muss aber dazu sagen, dass ich auch gute Gegneraktionen beklatsche, also beide Seiten, daher auf Kids oft wie eine neutrale Person wirke (war auch immer oft Schiri, wenn es die Zeit erlaubte). Kinder bemerken solch "Kleinigkeiten" durchaus, denke ich, und so fällt man dann aus dem Rahmen. Daher gefällt mir an der FPL auch vor allem das, was die meisten dann ausklammern: dass die Trainer der Teams zusammen am Rand stehen wie Freunde statt wie Feinde rumzutröten, sich für den Fußball, die Spielzüge oder Fairness interssieren statt richtige o. flsche Schirientscheidungen, Tore, Siege. Glaub mir, die Antennen von Kindern sind zT sehr sensibel, die kriegen viel mehr mit, als "man" meint....


    elladino: Ich kenne nun schon 3 befreundete u. gute Trainer, denen man nach ihrem Tätigsein andichtete, dass sie sich in Kabinen der Kinder rumgetrieben, SMS an Kinder mit eindeutigem Inhalt geschrieben hätten etc. (Bei einem bin ich aber noch heute nicht 100% sicher, ob wirklich nichts dran ist, da ich allen Dreien davon berichtete u. seine Reaktion sehr bedenklich ausfiel, er mir sofort die Freundschaft kündigte u. überall verbreitete, ich sei schwul geworden, man solle seine Kinder lieber vor mir wegschließen - wie in einer Flucht nach vorn....) Als ich vor 7 Jahren in der GS um künftige Spieler warb (da ich nur die 8 hatte, die keiner sonst gewollt hatte), hieß es, ich spreche Kinder in der Schule an - mit eindeutigem Unterton. Also: bei denen, die in Ungnade fallen, sind dann solch Verdächtigungen merkwürdigerweise nicht weit, daher kann ein Führungszeugnis durchaus auch schützen, zumal reale Täter nachher ja immer als völlig unauffällig beschrieben werden, so dass dies keiner gedacht hätte.... Aber es geht auch einfacher: per offener Dialogkultur, die man Kindern vorlebt. Das merken und meiden Täter bekanntermaßen; wo aber über vieles nicht geredet werden darf, es verschwiegen wird: "Schweigespiralen" üblich sind, da dürften sie sich wohl fühlen. Das Thema an den Rand zu schieben, wäre sicher falsch, aber: mir ging es hier ganz simpel um Selbstdefinitionen á la "Ich bin Trainer, weil..." Man kann es ganz kurz sagen, muss keinen Roman schreiben, kann sich aber auch ausführlicher im Trainer-Selbst reflektieren: nach 10000 Wörter ist hier eh finito...
    Man kann auch Witze machen, aber bitte nicht nur. Ein Trainer, den Kindr für nen Weihnachtsmann halten können, wäre vllt gar nicht der allerschlechteste, besser als Knecht Ruprecht mit der Rute, der nur was gibt, wenn er vorher was bekommt, oder wie war das?

    Danke für eure rechtlichen Belehrungen u. moderaten Töne, ich habe da kaum Ahnung, war nur erstaunt, dass auch meine beiden, übrigens einzigen Mini-Anträge (Verankern nicht kippsicherer Tore/Erwerb des Koordinationspakets für 99 Euro, bei nun bekannten 2000 Euro Überschuss) gar nicht mehr verlesen wurden, OT in etwa unter Verschiedens: Habe ein Schriftstück eines Nichtmitglieds bekommen, womit ich nichts anzufangen weiß..., bzw. abgestimmt. Ich kann nun aber sagen: es waren im KiFu min. 2000 Euro übrig, aber man ist nicht bereit, 100 Euro für vernünftige Koordination der Kids auszugeben, aber sonst gilt: es war ne vernichtende Niederlage (allein gegen alle halt), aber ich bin zumindest angetreten, was offenbar das erste u. einzige Mal der Vereinsgeschichte war (ohne Absprache vorher), mir als Nichtmitglied erlaubt, da eh ohne Chance, was ich dem F-Obmann vorher auch so nahelegte: wozu Stress, ob ein bloßer Vater antreten darf o. nicht, wenn doch klar ist, dass ich eh niemals gewählt würde? Konnte nur ein Zeichen sein, dass irgendwann mal ein Elternaufstand kommen könnte, wenn nicht nur 4 der gut 20 Anwesenden überhaupt betroffene Eltern wären (davon 3 in Funktionen eingebunden: Sportwart, Sozialwart, stellvertr. JO). Im Vorfeld hatte ich es ganz anders vor, wollte parallel vorschlagen, dass es auch 2 Jugendkoordinatoren wie im Nachbarverein geben solle zur JO-Entlastung: ich hätte die Kampfabstimmung umgangen u. die anderen verwirrt, so war nur ich es, da mir sofortig ins Wort gefallen wurde. Auch wollte ich die beiden anderen entfernten Lizenztrainer als Problem unter Verschiedenes erwähnen, die nun aber weg sind, aber nach der Wahl war ich innerlich total ausgebrannt, zu nichts mehr fähig...


    Ein interessantes Gefühl: denn daher steht eben wohl dem instinktiv vorbeugend praktisch niemand allein auf (als wahre politische Opposition: der Einzelne in seinen subjektiven Ansichten), man fühlt sich ganz dumpf auch stolz, es riskiert zu haben, aber im Grunde total ausgelaugt und vernichtet.... So entsteht psychisch wohl der berühmte Gruppendruck, der Sog, im Strom mitzuschwimmen, sich selbst lieber totzuschweigen in einer Menge... Auch jetzt noch kriege ich meine Ordnung nicht mehr in den Kopf rein, irgendwie ist die weg und zugleich lache ich mich tot, dass ich es nicht mal geschafft habe, jenes TR-Paket für 99 Euro auf die Agenda zu bringen. Dennoch hat alles echte Vorteile: nun gibt es offiziell jemand als jene Opposition, Berechtigung hin oder her: der aktuelle JO spielt bei der Ü40, sein Sohn 1.Herren u. gewählt wurde er nur vom Kreis der Funktionäre bzw. Herren, von keinem eigenständigen Mitglied der Jugendabteilung. Ist da nicht deutlich, wieso er intuitiv schon nicht Jugendinteressen reell vertritt, sondern - wie jeder Mensch als Ego eben zwangsläufig, wenn auch unterbewusst - die eigenen? Er hätte ja als JO einhaken müssen, dass "seine" Jugend so offen unsozial die viel finanzstärkeren Erwachsenenen, Herren u. Damen subventioniert, zugleich für die Kleinsten, Schwächsten, die er vertreten soll, nichts dasein soll. Aber da war eben Null "Involvement", nur Gleichgültigkeit. Aber als Elternteil darf man dann wohl nur mit abstimmen, aber nicht entscheidend (im Amt wählbar) mitreden: und dafür kommt eben auch keiner, man könnte eh nichts bewegen, verändern... Also müssen die de facto ausgeschlossenen Kiddies die Erwachsenen freihalten, die zugleich so tun, als seien sie sozial engagiert. (Zur Frage, wieviel denn der 1.Herren-Trainer überm Tisch erhalte, reichte die Kraft leider auch nicht mehr, aber er dürfte wohl ein Großposten sein....)


    Ob ein seine selbst abends nicht anwesend sein könnenden, stimmlosen Kinder vertretender Vater nicht wählbar o. antragsberechtigt sein kann, ob eine Einladung auch an Eltern verschickt worden hätte müssen, egal, für mich auf jeen Fall, da sonst eben Kinder in keiner Weise repräsentiert werden. Übrigens sind alle Funktionäre betragsfrei Mitglieder, nicht aber Kandidaten. So sorgt die Regel, dass Nichtmitglieder nichts zu sagen haben, für weitere Vorteile derer im Amt: der Kandidat muss erstmal bezahlen, sich einkaufen, egal, ob er dann abgelehnt wird, die Amtsinhaber bezahlen für ihre Mitgliedschaft optional (wenn freiwillig) nichts, sind also gegenüber dem bloßen Kandidaten auch finanziell besser gestellt, so dass Kandidaten abgeschreckt werden: wozu eintreten, bezahlen, wenn man nur im Ehrenamt für seine Kids unbezahlt mitwirken, gratis arbeiten will? Ist diese Regel nicht abwegig: der 1-Euro-Jobber muss quasi noch je Stunde vorab 2 Euro mitbringen, um sich auf solch Job bewerben zu dürfen, darf dies dann bezahlen, ob er nun genommen werde o. nicht. (So arbeiten ja Agenturen, die jungen Leuten versprechen, sie zum Model auszubilden: erstmal bezahlen, nachher vielleicht arbeiten dürfen, da aber lernt man wenigstens was u. könnte nachher auch Geld verdienen...) Na ja, ich bin jedenfalls platt, ich wollte aber nur zeigen, dass ich nicht nur motzte, auch was zu tun bereit bin, Beweise antreten wollte. Das immerhin kann einem keiner nehmen u. hätte der JO wirklich keine Lust auf den Job gehabt, wie er vorher immerzu tat, u. der Kelch wäre nicht an mir vorüber gegangen: vllt wäre ich dem Gegenwind nicht gewachsen gewesen, alles ein Fiasko geworden u. es ist auch für mich besser so. Aber nicht mal ein wenig Trainingsmaterial für Kids erstritten zu haben, das wurmt gewaltig: denn so einen Koordinationsparcour durchlaufen sie eben nur im Team unter ihrem Trainer, nicht zuhause im Garten bei Papa: daher ist man ja auf vernünftige Trainer u. richtige Materialien zwingend angewiesen, kann nicht einfach seine Kids privat fitter machen...


    Stefan: Mein Sohn findet schreiende Eltern UND Trainer am Platzrand (hier aber geht's ja um die guten o. schlechten Hinterstuben der Vereinspolitik) auch ganz schrecklich, daher haben wir folgenden Deal: sollte ich etwas hineinrufen, kriegt er für jedes Mal 5 Euro. Er hoffte wohl, er werde nun reich, hat aber noch keinen Cent verdient :D
    Denn ich kenne hier Gott und die Welt und stehe immer bei den Gegner, unterhalte mich mit irgendwelchen alten Bekannten - da habe ich leider keine Zeit zum Reinrufen. Diesen Deal habe ich auch einem der Trainer unterbreitet, der seitdem nicht mehr mit mir redet: obwohl ich ihn persönlich gar nicht ansprach, nur allgemein redete - natürlich im Bezug auf Eltern, nicht ihn. Aber irgendwie dachte er, (nur) er sei gemeint, woher das wohl kam ?(
    Ansonsten aber wird uns doch ständig massenmedial abgefordert, sich einzumischen, den Mund aufzumachen, wo Unrecht geschieht, zumal gegen Schwächere, macht man das aber, erfährt man, wieso über 99% das in der Praxis lieber lassen und Zivilcourage meist nur in der Theorie existiert. Kein Vorwurf an wen: unser menschliches Rückgrat ist zu schwach: grad bei Politikern, weil man es nie benutzt, wie ich jüngst ein Bonmots von der eisernen Lady MT las. Tja, aber wenn's gebrochen ist, fühlt sich es eben auch nicht mehr so gut an wie in bloßer Theorie, muss ich heute, am Tag danach schon sagen: war leichter, den obigen Text hier zur Diskussion per Klick einzustellen als ihn auch vorzutragen, 99% leichter wohl.... ;)

    Thomas: Was bedeutet stilisieren? Andere ins Lächerliche ziehen, ihre Ansichten verzerrt darstellen, Dinge in den Mund legen o. vom Gesagten ablenken, schwarzweiss malen: selbst ist man die positive, der andere die negative Seite u.ä. Und wer sich dann darüber nicht freut, ist undankbar? Was ich am Umgang in Vereinen kritisierte, wurde so grad vorgeführt, q.e.d. (Ich nenn auch viel Positives, denn ohne Hoffnung geht nichts, nur willst du es offenbar nicht registrieren?)


    Zur denkwürdigen Abteilungs-Versammlung: Anwesend waren außer mir nur! aktuelle, von den Obleuten berufene Amtsträger (also ihre Mitarbeiter), ausnahmslos! Sie stellten je 15 bis 20 Minuten ihre (magere Erfolgs-)Bilanz vor. Bei den Finanzen hakte ich nach, das stets die Floskel verwandt wurde "natürlich über die 3 Abteilungen". Sofort wurde ich abgewürgt, wiederholte aber die Frage: sind die Abteilungen selbstdeckend in den Kosten und wie verteilen sie sich. Nach dem Personal der größte Block "Energie & Wasser" wird offenbar von allen gleich getragen: obwohl bei uns fast ausschließlich Herren u. Damen duschen u. Flutlicht benutzen, unsere Kinder kommen idR nicht mal in die Kabinen rein. Zudem ergab sich bei der Jugend ein Bilanzplus von gut 2000 Euro, bei den Herren ein Minus von ca 1400, bei den Damen von 700 Euro. Klartext: die Kinder mussten die ca 100 Erwachsenen aushalten, mit ca 20 (inkl. Energie ca. 50) Euro je Person quersubventionieren - sehr sozial. Einzige Erklärung: das sei in anderen Vereinen ebenso, meist noch mehr.... Das macht's aber nicht besser, nur noch schlimmer bzw. eröffnete eine Chance, sich gerade abzuheben: bei uns kommt die Jugend zuerst, nachweisbar, in Finanzzahlen. Aber leider: keine Resonanz.


    Zuvor hatte ich meine Kandidatur zum JO beim F-Obmann bekannt gegeben, der erst meinte, als Nichtmitglied u. "bloßer Kindervertreter" dürfe ich dies nicht, was ich anzweifelte. Als es zu den Wahlen kam, wurde nur der aktuelle JO als Kandidat vorgestellt und ich musste noch schnell vorm allgemein obligatorischen Handheben dazwischen funken, dass ich doch auch hatte kandidieren wollen. Schon im 1. Satz, dass Eltern in unseren und anderen Teams gar nicht eingeladen worden seien, wurde ich dann wieder abgewürgt: dies stimme nicht. Das schüchterte natürlich ein u. ich verlor gleich den Faden meiner geplanten 5.minütigen Vorstellung, habe so nur darauf hingewiesen, dass ich nicht nur kritisieren, sondern gern auch in der Tat beweisen wolle, dass ein Konzept etwas bewegen könne und eben trotz 2000 Euro Überschuss bei der Jugend offenbar kein Geld für ein wenig Trainingsgerät da sei, was doch schade für die Jugend sei. Dann brach ich wg. Unruhe ab, zum Vortrag o.a. Textes kam es also nicht, war wohl besser so, wäre auch sinnlos gewesen. Bei der Wahl erhielt ich Null Stimmen, da ich mich enthielt. Eine gute Erfahrung, so hoch hatte ich im Fußball noch nie verloren, hatte aber auch noch nie allein gegen eine eingespielte Mannschaft gespielt. (Auch die 2 Leute, die mich vorher noch ermutigten, hoben nun doch lieber die Hand für den absehbaren Sieger.) Meine beiden Anträge, dass doch in Zukunft die nicht kippgesicherten Jugendtore verankert bzw. gelegt werden, alle darauf mehr achten sollten und eben ein Koordinations-Trainingsmaterialpaket für die Jugend erworben werden sollte, wurden nicht mehr verlesen und abgestimmt. Für Protest o. Diskussion hatte ich nun aber keine Kraft mehr, war doch extrem erschöpft, innerlich vom Versagen leer. Nach dem Ende ging ich mangels Gesellschaft schnell nach Haus, statt noch als Hofnarr zu kandidieren, der dann dafür sorgte, dass alle wieder lernen, über sich lachen u. so mehr erkennen zu können. Denn gelacht wurde an diesem Abend wie auch sonst im Vereien kein einziges Mal - also alles Spaß?


    Seitdem "verarbeite" ich die ganze surreale Situation. Der alte-neue JO spielt Herren, sein Sohn spielt 1.Herren, gewählt wird er vorrangig von der Überzahl der Herren plus seiner Mitarbeiter, aber er vertritt die Jugend? Das Theaterstück hieß Demokratie, aber keiner (der einfachen Jugendvertreter) ging hin: ob nun mangels Einladung, Interesse, Unzufriedenheit - wer wollte das sagen. Nun denn, immerhin gehöre ich nicht zu den anonymen Gästebuch-Schreibern dort, die sich dann nie stellen und in natura zeigen. Nicht das nackte Ergebnis schmerzt, sondern das völlige Desinteresse daran, was jemand bewegt, sich solch absehbare Blamage anzutun. Auf jeden Fall aber war es besser, so im Vergleich zum 15minütien JO-Vortrag eher schweigsam wie unbekannt zur Wahl anzutreten, als nur eine eh nicht in den Gründen verständliche Motztirade abzulassen. Zumindest kann der JO nun nie mehr seiner Ehefrau (wie die dann mir) jammernd erzählen, er mache den Job nur als Märtyrer, da kein anderer da sei u. sich die Arbeit machen wolle. Nun müsste er ihr beichten: ok, ich will diesen Job. Sie hatte mich nämlich auch aufgefordert, doch den Job selbst zu machen, da ihr Männe dann ja froh sei, weil er dann nicht mehr ständig soviel tun müsse. Denkste, er muss nicht, er will - das ist nunmal klar.


    Und es war ein echtes soziales Experiment, da es immer heisst: Ehrenämtler (o. Trainer) fehlen, werden dringend gesucht. Ne, auch hier gilt wohl eher: man will vor allem unter sich bleiben, keine fremden, neuen Leute, die anders denken als man selbst, Veränderung wollen, klare Kante zeigen. Fängt man 1mal an, sich in seinen Ansichten zu verbiegen: wo hört's dann auf? Entweder man wird so integriert, wie man ist, oder eben nicht. Ich kann nur sagen: so komplett allein dazustehen, mit Null Stimmen, da man selbst sich - ja ich gebe es zu - im "Herdentrieb" nicht mal mehr zu wählen traute (wie es der JO ganz selbstverständlich tat), irgendwie haut es echt rein: die ultimative Unbeliebtheit - vs der Mut, diesen Weg sehenden Auges gegangen zu sein, um ein Mini-Zeichen zu setzen. Was Demokratie, Weltoffenheit im Verein bedeuten könnte: dass solch Kandidatur normal wäre, man danach ruhig schlafen gehen könnte statt im Kopf all die unterschwellige Feindseligkeit an dem Ort, wo Sport doch am schönsten sei, verarbeiten zu müssen. Platz für alle, für Streit im und zum Guten. Ja, ich hatte die irre Hoffnung, dass irgendwer sagen würde, dass nicht mich, aber zumindest den Mut zur Gegenkandidatur, zur echten Wahl mit Alternative auch ein wenig gut fände, denn ansonsten gab's nur die Einheitspartei, obwohl sich reell viele gar nicht grün sind, sich blockieren, keine Spieler in der Not ausleihen, Gerüchte in Umlauf bringen. Ok, werde ich heute nicht mehr mit fertig, gute Nacht und danke für alle gutwiligen Ratschläge bzw. die Toleranz, Kritik am vorOrt geliebten Vereinsleben zu ertragen.

    guenter: Ganz kurz erklärt: Rafati sprach ja im Buch o. bei Beckmann offen an, dass es Mobbing gab, dies durchaus "System" sei, er daher so in Verzweiflung u. Depression getrieben wurde, sich zu wollen. Am Ende stand er allein da (obwohl er es nicht ist: zumindest ich versteh ihn!)... Merkel ist quasi das umgekehrte Gegenteil, immer anpassungsbereit, daher souverän, erfolgsgewohnt. Und die Verteilung ist nicht ungerecht, denn wer der Ärmste, aber auch zu dumm ist, sich so als Retter, König o. Herr von Europa wähnt, ist selbst Schuld, wenn er viel weniger besitzt, als er meint o. andere haben, und immer draufzahlt. Jammern tun viele, eine Kehrtwende tun kaum wer. Tja, und wie im Bericht gesagt: Nun gibt es schon offizielle Zahlen und Vergleiche, aber man schaut einfach weg... Und da sehe ich viele "behavioristische Parallelen, also Verhaltensähnlichkeiten, zum KiFu: man schaut weg: Kinder, das Wichstigste scheint am wenigsten zu zählen. Die Karrieristen sind immer schön nach oben angepasst (á la Kohl's Mädchen), die, die anders sind, denken, fühlen, reden, kriegen wie Rafati Depressionen und nehmen irgendwann Reißaus, jammern dann, aber keinen interessiert, worum es geht. Also wieso du das "absolut" nicht nachvollziehen kannst, ich versteh's nicht, sorry. Da wir aber beide vernünftig miteinander reden, ist es doch umso erstaunlicher, oder? Oder hast du nicht auch ein wenig dramatisiert? Aber egal, mein Termin steht bald an, ich konzentriere mich nun darauf u. natürlich hat das hilfreiche Feedback mich vorsichtiger gestimmt, wobei es im Grunde eine Aussage hatte: lass es besser, oder? Ob ich nun Klartext rede, schweige o. ne halbe Sache mache, mal sehen.


    PS: Wenn du noch verstehst, was heute in der Politik, im Kleinen (Verein zB) o. Großen so abgeht, hast du mir echt was voraus. Unser JO ist übrigens Banker :D

    Na ja, im Verein ist vieles ja auch "Politik" und ich frage mich daher oft: was geht in den Köpfen der Leute vor? Sehr schade, aber typisch fand ich, wie schnell das Thema "Rafati" abgehandelt war. Das Dumme ist natürlich, dass Rafati wirklich ein schlechter Schieri war, vllt zurecht 2mal zum schlechtesten BuLi-Schieri gewählt wurde u. daher längst von selbst hätte gehen müssen statt eben eitel trotz Unbeliebtheit am Job festzuhalten. Dennoch: solange er ihn absolviert, muss sein Vorgesetzter ihn stützen und helfen u. nicht mental abschießen o.ä. Sein "Auspacken" hat mich jedenfalls in vielem bestätigt, was ich so denke o. man hier und dort hört. Klar, Rafati hätte sich besser auch erstmal 4, 5 Leidensgenossen gesucht und hätte dann die Bühne betreten, nur wer wäre dazu bereit gewesen? Es sind eben meist nur "Einzeltäter", die den Mund auf machen u. dann dumm dastehen. Wie Politik funktioniert, hatten einige ja richtig beschrieben, da wollte ich nur mal im großen Maßstab drauf eingehen....