Beiträge von Keller-Kicker

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    Sir Alex: Ok, wenn ich also soll, "muss". Dein Verdacht ist aber völlig falsch. s. PM... Antwort: nein. Aber dies legitimiert kein entschiedenes Handeln gegen Kinder, das ihnen ihr Wohlbefinden aktiv raubt.* Warum? Weil Ich nicht Gott ist. Und er würde wohl nie einen Menschen für den andere (Sippenhaft) bestrafen: da dies gegen die individuelle Menschenwürde stünde, wir dann nicht sein Ebenbild heißen könnten. Womit wir aber wieder (wg. dem von mir vermuteten "Erklärungsnotstand" meiner uU wieder als Verlagerung interpretierten Position) ins abgelehnte "philos. Geschwafel" kämen... Der andere Thread dünkt mir daher zielführender, ergiebiger, erfolgversprechender, oder? ;)


    PS: Menschenwürde kann man nicht nach Gewicht gegeneinander aufwiegen, Kinder sollte man nicht gegen Eltern aufrechnen, so war mein einstiges Statement gemeint, dass es keine Lösung sein könne bzw. dürfe, wehrlose Kinder aus ihrem Fußball, Verein o. Team zu entfernen. Dies hat nichts mit Verlagern von Problemen zu tun, sondern mit Wertfragen*: Kann ich vor mir selbst bestehen, wenn ich Kindern Fußball verbiete, da Eltern sich unmöglich benehmen zB? Wer bin Ich, dass ich von mir her über Wohl u. Wehe von Kindern entscheiden dürfte? Kann ich denn alle Folgen absehen: vllt wird ein Kind auch später vorsichtiger, wenn es früh mit rauher realität in Berührung kommen - was sogar Leben retten könnte, wenn man später lieber wegläuft statt sich in Prügeleien hineinlocken zu lassen... - Eine Lösung habe ich aber aus der Ferne natürlich selbst auch nicht anzubieten, außer wie schon geschrieben: ich würde Eltern u. Anhang notfalls Platzverbot erteilen, wenn mit ihnen Null zu reden ist. Wenn dann sie ihr Kind abmelden, da es ihnen als erziehungsberechtigten Eltern in dessen Fußball zuerst um sich selbst statt ihr Kind geht, kann ich als Vorstand dem Kind zunächst nicht mehr helfen, da wären Jugendämter o.a. gefragt, die es aber wohl auch nicht leisten werden können....

    @Uwe: Obwohl der gelöschte Beitrag von "jom" mehrere Wochen eingestellt war, habe ich ihn (wg. Reise) verpasst und erweckt er Neugier, die ein aufklärerender Kommentar zum Löschungsgrund in solch ja ungewöhnlichem Fall vermindern könnte... ;)


    Ansonsten hat das Thema im Thread zur Schwarmintelligenz eine gewisse Fortführung erfahren, interessant vor allem bzgl. der Differenzierung von MT und MTC: es meint eben völlig Verschiedenes, ob man einen Einzelsportler auf sich mental fokusiert oder ihn fürs Teamplay sensibilisiert, für authentischen (dh nicht nur vom Trainerkopf beschworenen, sondern auch reell von allen Spielern praktizierten, gelebten) Teamgeist öffnen möchte. Somit schade, dass keiner mehr Interesse hatte, hier in "der Materie" weiter voranzukommen, so schwierig dies war und ist...

    Im freien Spiel kommen die Spieler selten an ihre kognitiv, mentalen Grenzen und es sind in der Regel meistens nur immer wieder die gleichen Alpha-Typen im Team die das Geschehen AKTIV mitgestalten.


    Jetzt sind wir mitten drin in der Frage, wie man von früh auf Spieler per mentalen Trainingselementen fördern könne. Strittig dürfte bleiben, ob man von Trainerseite pro-aktiv bzw. mittels Druck erzwingend bestimmtes Handeln per "bewusster Steuerung" (kopflastig) abfordert oder bloß per passiven Störern/-Elementen (zB die mal umschriebene Übungsform "Passanten") offen lässt, auf welche Weise vom Spieler in der Relation "Situationsreize vs Unbewusstes" per spontaner Aufmerksamkeit in einer zu Höchstleistung stimulierenden Grenzerfahrung ungelenkt re- oder auch pro-agiert werde. Jedes MT ist sicher effektiver als bloß freies Laufenlassen des Spiels, um dessen Charakter aber mental zu erhalten, plädiere ich für altersgemäß möglichst wenig fixe Aktionsvorgaben von außen: je jünger, desto wenig Korsette, da kleinere Kinder dem wenig entgegensetzen u. u.U. nur mechanisch gehorchen statt wirklich in Spielfluss zu kommen, einen ihnen eigenen Flow als letzthin tragenden Stimulus zu erleben, oder?

    Andre: Es ginge beim Begriffsbilden darum, was nun den intelligenten Charakter ausmache, bestimme, erhöhe: das Spiel(erische) o. das Schwärmische. Also spielt das Team als Teamganzes aus sich o. dem Spiel(erischen) heraus intelligenter als jeder Einzelne für sich, als Teil. Das war genau der turning Point im theoretischen Diskurs zum Mentaltraining: trainiert man da jeden individuell etwa von seinen Motiven aus bzw. besser innerlich "bewegend": auf Ziele als eigene hin - oder kann man auch ein Team als solches mental coachen, was bisher - bekennend - keiner macht (wobei ich denke, dass es viele Profiteams auf die eine o. andere Weise längst tun). Kann man dann mental nur Erwachsene o. auch bzw. gerade Kinder "coachen", mit welchen Zielen als Erfolgsmaß etc.? Ich will diesen leider abgebrochenen Diskurs hier aber nicht wieder aufwärmen, aber Steini wies schon darauf hin, dass kleine Kinder noch starke Schwarmtendenzen zeigen, die ihnen dann (per Positionsaufstellung, individuellem Zweikampfverhalten als primäre Aktivitätsfixierung etc.) ausgetrieben werden. Da Usus ist, dass Kinder eben von Erwachsenen, bloß nicht aber auch umgekehrt diese von jenen lernen sollen, da dies unsere Welt im Kopfbilde doch arg durcheinander, uns zurück zum Schwärmen als geistreiches Hören auf längst unbekannte Stimmen in uns bringen könnte. Was so nur passieren kann, wenn man mitten im Spiel von diesem ganz erfasst, von etwas Unfassbarem u. doch uns ganz Umgreifenden mitgerissen wird, wegen dem aber Fußball uns grad solch sonst längst verloren geglaubten Spaß bereitet, auch im Manne wieder das Kind erwachen lassend: die Borg-Intelligenzia ;)

    @andre/FB: Apropos "schwammig" - es mag etwas Richtiges u. auch Wichtiges gemeint sein, aber ich begreife einfach weiter nicht, was man mit dem Wort Schwarmintelligenz (vs Spielintelligenz) hier besagen will. Der Neologismus stammt von Schätzing, ist begrifflich definiert gemäß dem, was man sonst nachlesen kann... ja, man sagt (nur im übertragenen Sinn?), jemand schwärme für wen o. etwas, Musil's "Die Schwärmer" sind eine aufschlussreiche Inszenierung des Autors des Romans "Der Mann ohne Eigenschaften", der auch manch Input bzgl. menschenmöglicher SI leisten mag, aber der Bogen vom etwaigen Schwarmverhalten von Menschen zu einer ihnen dadurch eröffneten höheren o. besseren Intelligenz wäre doch erstmal in Abgrenzung zu Schätzing als Original (folglich mit begrifflichem Hoheitsrecht) definitorisch zu schlagen, bevor wir dann - im 2. Schritt - diese vermeintlich existente SI aufs Fußballspiel beziehen, oder?


    Dass das Bremer Straßenexperiment unter wiss. Leitung nachwies, dass es keinerlei SI in Menschenmengen geben dürfte, wäre dann die nächste Hürde, die es "klar u. distinkt" zu überwinden gölte, vgl. o.g. "Der Hering im Menschen". Da wird m.E. das bisher fantasiereich Vorgetragene widerlegt bzw. nahelegt, dass evtl. ein sehr interessantes o. auch zielführendes Phänomen von Sozialverhalten in seiner als "geistig" realmöglichen Eigendynamik intendiert wird, das man kaum SI nennen kann... Ich weiß aber noch nicht recht, wie ich mich dem jenseits 'learning by doing' (bzw. Zulassen) annähern könnte, obwohl ich selbst es wie beschrieben per Mentalem Teamcoaching schon seit Jahren intensiv versuche. Daher gehe ich vorerst davon aus, dass mit menschenmöglicher SI das Gleiche avisiert sein könnte u. die Beobachtungen bzw. Experimente in actu von FB dazu einiges beitragen: dem Was müsste sich aber - nicht nur sprachlich - noch intensiver gewidmet werden, damit es anderen - insbesondere Spielern ohne den ganzen Hintergrund - kompakter vermittelbar würde: Daher gölte dann: noch tiefer fragen, suchen, denken, in den Zs-hängen darstellen: oder??? Das wäre die Herausforderung, hier noch weiter vorzudringen...


    1.Nachtrag: Oder ist SI nicht im Kern das, was der viel beschworene Teamgeist sein soll, den es kaum jemals reell-authentisch o. gar herstellbar o. aufzeigbar gibt? Wenn es ihn nur per SI geben könnte, hätte das so enorme Konsequenzen fürs Trainieren von (im Ideal) eigendynamischen Teamplay, dass es keinen Streit um bloße Worte mehr geben sollte... / 2.Nachtrag: Noch ein Beispiel, auf was ich raus will: du redest von Intelligenz u. beschreibst sie dann über "Intuition", was ich nun grad (gemäß herkömmlicher Definition) als Art Gegenteil von Intelligenz verstehe - oder liege ich da für dich falsch?

    Wie Andre schon schreibt, dürften nur deine Spieler deine Arbeit echt würdigen können, indem sie dir Vertrauen schenken, vor Freude strahlen, wenn sie dich treffen u. später in 20 Jahren noch von dem Trainer schwärmen, den sie in ihrer Kindheit so sehr liebten u. der sie zugleich in ihrem Sport so selbstsicher, glücklich und stark machte. Alles für sie erreichen zu wollen ehrt dich, ist aber zT je nach den Werteinstellungen vor Ort unmöglich.


    Der Rest des Geschilderten ist so leider oft normal: Kinder sind die Kleinen, mit denen "man" kaum (massenmedial) groß raus kommt: Bundesliga gibt's ja erst ab B-Jugend, dh ab da wird's idR interessant für "die Vereine", ihre Repräsentanten... Gestern stand's in vielen Zeitungen: wir Deutschen sind trotz aller Zuwanderung in unsere Staatsbürgerschaft weltweit die Ältesten. Ursache kann ja nur sein, dass Nachwuchs bei uns wenig zählt. Trotzdem meint man, wir seien nicht das ärmste, sondern eins der reichsten Völker dieser Erde, das andere retten solle u. könne, da dies überall so verbreitet wird. Meine Erfahrung: Du o. ich werden diese Sicht bei anderen kaum verändern, wir können uns nur für uns davon befreien: einfach trotzdem unser Bestes für die uns im Kleinen anvertrauten Kids geben, den Rest für uns reflektieren, aber so hinnehmen. Versuchst du vor Ort dagegen anzukämpfen, damit Nachwuchs mehr als "Selbstzweck" im Fokus stehe, mehr Mittel u. Wege erhalte, wirst du dich fruchtlos aufreiben, anderen uU so lästig erscheinen: bis sie dich entfernen? Dann hätten die Kids auch dich verloren, wäre schade drum!

    Im Grunde halte ich von Schwarmintelligenzen wenig, da sie grad von Teamintelligenz zu trennen wäre. Die Verdichtung findet hier aber mental vorgängig statt: die Haufenbildung ist Folge, nicht Ursache. Daher dreht sich Schwarmintelligenz quasi um sich selbst: "man" folgt nicht geistlos Schwarmimpulsen, vielmehr diese dem Geist des Teams als Zielgröße, oder?


    @FB: Ich hatte mich ja - s.o. - im Thread zum Mentalen Teamcoaching von SI abgesetzt, klar. Dies (Kunst-)Wort für ein Phänomen (einer Natur, die sich - wie in einem 'Blitzkrieg' - intelligent zur Wehr zu setzen versteht - statt nur aggressiv zu sein wie "Die Vögel" bei Hitchcock) hatte Urheber Schätzing ausdrücklich nur in Analogie erfunden. Ich meine zu Recht. Auf den Zug sprangen viele wie 'die Knackforscher' in "Der Hering im Menschen" (Bremer Straßenexperiment) auf, aber positive Ergebnisse auf den Menschen in seiner Praxis (statt bloß Computersimulationen) bezogen gab's dabei nicht: oder? Als Titel zur Arbeit im Begreifen unserer selbst in unserer Welt wollte Schätzing, glaube ich, nur erkenntnistheoretisch Denkanstöße geben. Erfolgsdenken, Erzielen von Höchstleistungen oä war grad nicht sein Motiv, sondern im Gegenteil: sich wieder ins Schöpferische Ganze zurückzunehmen statt als Individualsubjekt zu produzieren, dh Grund von Welt sein zu wollen. Ob das geht, gut o. zielführend für Menschen ist: ? Daher sehe ich SI mit Schätzing so skeptisch bzw. reaktiv, oder ich habe noch nicht richtig verstanden, worauf du letztlich hinaus willst? Aber dafür diskutieren wir ja... ;)

    @FB: Wenn es in naturgemäßen Schwärmen Intelligenz gibt, verdankt sie sich keinen Trainern. Denn Schwärme haben keine, nur meist (potentiell) ihren Fressfeind. Sie verhalten sich als solche von sich aus dank einer goldenen "Mitte", für die in jedem Einzeltier eine völlige Leere vorherrscht, so dass äußerliche Mechanismen sich zu (Super-)Organismen verdichten, verinnerlichen. Wir können diese Mitte kaum erfassen, sind zu sehr darauf fixiert, als Individuum zu denken. Ihre Selbst-Organisation als Schwarm folgt einem intuitiv einfachen learning by doing. Dagegen will übliches Mentaltraining Individuen vermitteln, sich in ihrem Verhalten fokussieren, ihre Motive erforschen und mobilisierend berücksichtigen oder situations- wie ichadäquate Ziele zu erfinden bzw. zu erreichen: sich aufzusteigern. Es zielt so eher o. gerade nicht auf Schwarmverhalten, sondern ein individuell besseres Sich-hervorheben ab, und zwar vom Training bzw. Trainer her, oder? Daher müsste es neu verstanden werden: darin, was nicht vom einzelnen Selbst her zu verstehen ist, oft als das Unbegreifliche paradox benannt wird, da es anders nicht aufzuzeigen ist. Man kann es nur im Ereignis als eine Art Erwachen (eines puren, tierhaften Lebens an sich: interaktiv wie -generativ) erfahren, sei es, dass man wie in HZ-Ansprachen (nur meist unbewusst) einen gefährlichen Fressfeind simuliert, da dies am einfachsten zu funktionieren scheint, wenn auch nur in in sich passiver Kurzfristreaktion, die auf Dauer sogar kontraproduktiv bzgl. Teamgeist wirken kann (sofern der Aggressor nicht im kollektiven Gegenangriff ausgekontert werden kann/darf). Ein liebevoll-fürsorglicher SI-Geburtshelfer als Freund aller aber müsste nicht nur jederzeit sich selbst als Person "zurückzunehmen" in der Lage sein (vs zwanghafter Selbst-Darstellung, die Gesetzen des Unbewussten gehorcht), sondern uU allen Spielern völlig neuartige Denk- u. Handlungssysteme vermitteln, oder? Dann dürfte solch individuelle Person jemand als mentalen Coach benötigen, der immer wieder rekursiv fürs Team in dessen Play u. Geist sensibilisiert....

    SI wird als Wort zZ teils inflationär gebraucht (zB Arte-Film Ameisenplanet), für mich etwa per (uU durchaus interaktiver) Brandrede zur HZ evoziert: wenn man nicht nur im Ergebnis zurückliegt, sondern als Team stark neben sich stand, etwa per Provokationsstrategie: ein Funke, der überspringt, zB individuelles Aufrechnen von Schuld unterbindet u. alle wie in "Panik" an einem Strang ziehen lässt. Also hier Feuer, Hitze, Nähe, dort Kühle, Starre, (innere) Distanz zueinander (bis zu völliger Weltfremde/Autismen). Doch Menschen 'sind' keine Tiere: instinktreduziert, sie funktionieren folglich nie einfach wie ein Schwarm, daher wirbelt eine aufgeregte HZ-Ansprache zwar zB viel durcheinander, bringt erstmal Action, aber nicht immer zum Guten, oft produziert sie vom Trainerkopf her in den kopflosen Beinen der Spieler nur wirre Bewegungswirbel o. gar Ängste....Die wesentlichen Fragen, was Schwarmverhalten qua Intelligenz vs Instinkt ausmacht, bleiben demnach eher offen, oder?
    Psychologie unterscheidet hier im anthropogenen Mengenbezug Gruppe (die strukturell Individualpole in selbstbestimmten Maßen zulässt) vs Masse (die menschtypisch ohne inneren Plan jedem Signal blind-panisch, angstgetrieben folgt...). Die Rede vom Schwarm scheint mir auf Menschen bezogen eher bloß Modeerscheinung (vgl. eben die Knackforscher in "Der Hering im Menschen": Menschen knacken nur auf Kommando von der Bühne, können SI nur simulieren, nicht aktivieren....) Einen möglichen Ansatz bietet der Buddhismus etwa des Reinen Landes (wogegen wir dann im völlig unreinen Land angekommen wären): sich im Selbst erneut öffnen fürs Ganze per Eingeständnis seiner "eusozialen" Grenzen, des radikalen Nicht-Wissens über alle anderen (also mangels Selbst eines politischen Super-Organismus...) Dies bedeutet im Fußball mit seinem entgegen aller anderslautenden Bekenntnisse (wie "Die Mannschaft ist der Star") üblichen u. käuflich in persona erwerbbaren Kultstatus individueller Fertigkeiten qua Trainer- wie Leader-Kopf oder -Leib eine echte Revolution des Denkens, oder? Trotzdem bleibt das konkrete Wie simulativer SI-Erzielung im Team, seinem Heranbilden von Spielstrukturen für mich äußerst rätselvoll, oder? Nur scheint mir: Kinder in ihrer 'Naivität' könnten vorbildhaft wegweisend sein, indem wir gesellschaftlich ihren Status aufwerten, sie nicht nur belehren, auch selbst von ihnen manches (wieder) erlernen wollten: Öffnung für den mittleren Weg... (Eine 'goldene Mitte' als das, was qua SI leitet: vom Verstand nie fassbar?)

    Das Wort Schwarm ist verwirrend, war von Schätzing auch anders benutzt (die Fische greifen uns verderblich egozentrische Menschen an "wie ein Schwarm"...), als dann adaptiert wurde. Schwarmverhalten kann Individual-Intelligenz als menscheigene u. im Verstand produktiv gegen sich selbst verkehrbare Fehlerquelle (Unsicherheit etwa per Nervösität des Einzelnen als Methode) aufheben helfen, kurzfristig in einem Ruck, der durchs Team geht. Aber kann es sie im genialisch entscheidenden Momentum ersetzen o. super-kompensieren, wie hinein interpretiert (vgl. Link oben: die "Knack-Forscher")? Seine kollektiven Intelligenzformen funktionieren ja wie blind... Unsere Biografie ist irreversibel, die Gehirnbasis materiell begrenzend, veraltet o. man verirrt sich eben im Abwegigen, Fehlerhaften, Illusionären. Also bedeutet Team-Intelligenz formal eine ab- wie aufgestufte Intelligenzebene, die inspirativ mit Leben erfüllt werden kann: vom Trainer, "Leitwolf", Coach o. sogar einem überpersönlich erscheinenden "Cluster" im genius loci: wie du oben andeutetest, o. per "Team/Verein im Team/Verein", was zwar i.d.R. negativ ausgelegt wird, aber - wie alles - auch eine positive Seite (sie eben ist das Motiv dafür) hat? Auf jeden Fall ein Thema, das in der Praxis mental von vielen Profivereinen umgesetzt wird, z.T. auch schon in der Jugend der NLZ, soweit kolportiert wird... Falls jemand dazu noch mehr Infos o. Details hätte (auch spekulativ o. gerüchteweise), wäre das super!

    @FB: Danke. Mich hätte interessiert, wie unten deine Rede vom "Cluster" (als Art ko-agierender 'Inseln' im Team?) gemeint war, oder eben neuere Quellen (die ich nicht kenne). Da deuten sich ja bereichshafte Brüche der SI an, die Schwärme sich individualisieren, einen 'genius loci' (Geist durch Nähe) integrieren ließen, oder? Hat sich Idee-Initiator Schätzing eigentlich je selbst zu SI-Auslegungen geäußert?

    werden sie entweder durch die Reaktion ihrer näher stehenden Peers in eine gemeinsame kollektive Aktion eingebunden oder sie lösen sich als eigenständig/automomer Cluster aus dem Verbund, kreieren eine neue Situation


    Da Clustering bzgl. Mentalem Teamcoaching mal Thema war (vgl Thread): Hast du dazu eigene Quellen? Sie soll trainingsmethodisch in einer situativ freien Dezentralisierung Kreativität vom Individualsubjekt her erzeugen können, die sich dann im Team fortpflanzt: wie du es andeutest. Dazu nachzulesen interessant ist für dich vllt auch die Unterscheidung fluider vs kristalliner Intelligenz, wie R.Cattel sie zuerst vornahm. Danke vorab!

    @Uwe: Danke - gesagt, getan! Darf ich Dir trotzdem antworten, so kompliziert die Sache sich zu Ende gedacht mir auch darstellt? Ignoranz gegen Kinder (als für mich im Unterschied zum Mainstream eben voll- o. gar höherwertige Mitmenschen) u. ihre Rechte hat kulturell System, soviel ist für mich in unserem Land klar: eine "verlorene Kindschaft" als den lebensecht in sich ruhenden Freiheitswert*, soziologisch. Dem auf die Spur zu kommen, bedeutet an der eigenen Überheblichkeit gegenüber dem Lebe(wese)n, das wir sind, zu kratzen, so in sich als Untiefe vor zu dringen. Ein schwieiriges, gesellschaftlich stets unbezahltes "Geschäft" des Innewerdens, durch das man seinen Status als Herr im eigenen Haus einbüßt... - Hier war die Frage interessant, wieso man es im System Fußball selbstredend für gerechtfertigt hält, unschuldige Kinder für ihre Eltern so in Haftung zu nehmen, dass man die Kinder für deren Verbrechen abstraft, aus ihrem Verein/Fußball/Team entfernt, diese ihnen also raubt, indem sie zu Mitteln werden, Eltern loszuwerden statt integrativ (wofür doch immerzu geworben wir: "mass integration"- o. "Respekt"-Spot) miteinander an dem Grundproblem zu arbeiten. Wir superschlauen, aber auch iSv Leben impotenten* Deutschen werfen gern Clan- o. Sippendenken anderen Kulturen als rückständig, mittelalterlich, primitiv vor, wundern uns über unzivilisierte Gewaltneigung (auch in Herdentriebform); doch im Vereinsfußball entscheidet man hier genau nach diesem Muster u. alle finden es ok? Daher die noch unbeantwortete Frage, warum dem so ist: Wieso dieser Vereinsausschluss gegen Kinder gerecht sei, obwohl der moderne Geist, der kategorische Imperativ Kants jedem von uns abfordert, nie Mitmenschen zum Mittel für eigene Zwecke zu machen, zu "erklären" etc. Vielleicht fällt die konkrete Antwort darauf schwer, so schwer, da es sie gewissenhaft gar nicht geben kann? Erspürt man dies doch dunkel als unmenschlich? Daher lieber den letzten noch Nachfragenden für verrückt, unverschämt o. (per Hass-Vorwurf) böse o. langatmig tiefergehendes Nachdenken als Unsinn abtun?


    Aus Kindersicht aber ist u. bleibt es nur tragisch, wie ihr Erleben von (Un-)Taten wie jenem Ausschluss nach vorheriger Schlägerei, jener Sprachlosigkeit ohne Miteinander trotz vermeintlichem, stets beschworenem Teamgeist zuvor ignoriert wird. Sie werden nur "fallengelassen". So leid es mir tut, muss ich dabei, beim Fraglichen bleiben, trotz Pause u. Schönwettergenuss. Aber bitte drum nicht böse sein. Oder eine klare Anklage gegen mich erheben: wieso soll ich hier nur spinnen, im Unrecht sein? Sonst ging's mir wie jenen Kindern, die ihrer Wahrnehmung nach ja nichts verbrochen haben, sich so innerlich zu Unrecht verurteilt u. bestraft fühlen, ein (frühkindliches) Trauma erleiden dürften. Oder gab's etwa ne Massenschlägerei unter Kindern, waren Kinder die Täter? Darauf will ich als Hofnarr nur aufmerksam machen, mehr nicht. Dass Grönemeyer's Forderung "Gebt Kindern das Kommando" - da sie moralisch reiner, lebensechter sind - nie Realität wird, weiß ich ja selbst. Es geht nur um Tendenzen pro Kindschaft... ;)


    *Hier liegt eine Wurzel (als Radix), warum "man" Freiheit meist nur mehr äußerlich zu erleben weiß und dabei sich selbst - oft fanatistisch o. fundamentalistisch bzw. vice versa per max. Indifferenz am Umgebenden entäußern muss, das Menschliche zum Ou-Topos wird. Wie es zB Mc Luhan in "Wir amüsieren uns zu Tode" treffend benannte. In Gestalt zeigt sich dieser "Tod" massenmedial (die "Matt-scheibe"), indem unsere Vita zur "einsamen Masse" (Ries) ver-kommt, dh degeneriert: jeder nur gemäß (seiner mutmaßlichen) Masse etwas zählt o. niemand mehr Schwäche zeigen sollte, ohne dass sie ihm zur Last gelegt wird. Sodann wird klar, wieso wir Kinder in ihrem keimhaft winzigen Sein im Heranwachsen als nichtig wahrnehmen o. unsere Zukunft leichthin verspielen, zB viel mehr nur auf wirtschaftliche Macht, also auf geld- statt Lebensvermehrung (i.S.v. Kindschaft vs Knechtschaft) setzen, ohne zu bemerken, wie wir dabei inaktiv (quasi energetisch negativ gepolt) werden, "ganzheitlich" unsere wesentliche Dynamik verlieren. Dem kann sich keiner entziehen, auch der, der dies erkennt, beklagt, erleidet, kann sich unmöglich dieser seiner Welt entziehen, sich vom Geschick diesem umgreifenden "Sein zum Tode" befreien, außer er würde gleichfalls in inaktive Indifferenz des Geistes entfliehen, sich Betäubungsmitteln wie dem Fußballzirkus hingeben. Da dieser aber nur eine Lebenslüge vorspielgelt, grassiert unter der Oberfläche ein tiefer Frust, der sich zeitweise in seinen mental schwächsten Gliedern (Fans, Fremde, Arme/Finanzschwache) gewaltsam entlädt o. zivilisatorisch in unerklärlichen Regressionen (wie bei der ethnisch bedingten Massenschlägerei) äußert. Kinder sind zwar ohnmächtig, so schwach erscheinend, aber sie verfallen gerade zuletzt dem Gewaltsamen. Daher ist es so verkehrt, de facto sie zu bestrafen u. auszugrenzen, statt dass die Erwachsenen ihre Probleme unter- wie miteinander klären - so schwierige Arbeit dies im o.g. Fall auch immer sein mag: Ausgrenzen macht die Sache nur viel schlimmer. Dass dies keiner bereit ist anzuerkennen, das verwundert mich enorm u. demoralisiert mich trotz allem (kosmologisch geprägt) vorhandenen Defaitismus, wie ich zugeben muss. Kinder sind nun mal wie Wachs in den Händen autokratischer Strukturen der Erwachsenenwelt - und wenn se mit 13, 14 pubertär beginnen, sich zu emanzipieren, immer öfter aggressiv, vandalisch, verroht oä, Dann sind qua Sport/Fußball als Aggressionsventil viele innere Türen für sie längst zu, das ist das fatal Tragische. Treibt unsere Lebenswelt so nicht tendenziell in jedem neu Vereinzelten o. in Regression Zurückgeworfenen einem Abgrund zu, in den am Ende wir alle werden stürzen müssen, eben auch deine o. meine Kinder. Ob irgendeine gedankenträchtige Fürsorge im Geiste unseres Kulturwesen hier noch gegensteuern helfen kann, die Zweifel daran sind berechtigt groß, aber jenseits ihrer ist nur völlige Hoffnungslosigkeit. Deshalb sollte man sich als Vordenker nie aufgeben, sofern man noch Kinder in die Welt gesetzt u. eine Fürsorgepflicht für den Erhalt ihrer lebensfähigen Welt hat, auch wenn es einem oft die Sprache verschlägt, man nurmehr zu stammeln u. murmeln versteht, sich als herumheulendes Elend begreifen kann: denn dies ist nicht zu ändern, wohl aber die ferne Zukunft, wie sie (ante portas) noch nicht von heute her fest ausgemacht u. berechenbar ist... Man muss sich als Freidenker unmöglich machen, als Hofnarr "mitten in der Irre" inszenieren u. erscheinen, um überhaupt noch evtl. mit "schwieriger Denkmaterie" im Sensationsgelüst Interesse zu erwecken, wo alles auf "light", aufs Vereinfachte u. Gedankenlose getrimmt wird: Denn echte Philosophieren als "längeratmiges Räsonieren" ist längst out, fungiert heute eher als Vortäuschung von Seinstiefe ("Firmenphilosophie" etwa) o. reine Beschimpfungsvokabel iSv Nichtsnutzigkeit u. Blödsinn/-mann. Das sagt aber kein Einzelner, es ist eben die Tendenz in unserer Gesellschaft, die gar nicht mehr tiefer über die Dinge nachdenken darf, ohne vom ihr innewohnend Abgründigen quälend infiziert zu werden u. uU abzudrehen: Ich habe immer schon einen Fuß in der Schwelle des Irrenhauses als letzter Zuflucht, die dem fragil selbstreflexiven Subjekt verlockend Inaktivität, Ruhe, Indifferenz verheisst, um wieder etwas stromlinienförmiger wie alle anderen zu werden: glücklich im zutiefst Unglücksvollen, wenn auch weggesperrt, um aus Anflug von Ethos kein Unheil zu predigen u. zu verbreiten wie zB Molach, Snowden (vgl. FAZ: "Das Drehen des Messers in der Wunde" - ohne dass das todbringende System-Gift noch jemals ausbluten könnte, bevor die moderne Menschheit in sich selbst verblutet ist?), Dall'Oglio, Chodorkowskji ((zB ARTE: Russland - Psychiatrische Anstalt für Regimekritiker). Also oppositionelle o. gar radikale System- u. Regime/Regierungskritiker in Russland, USA, BRD - überall auf der Welt - werden heute, wo global die Menschheit noch nie so gut "dastand" als modern, demokratisch, freiheitlich, überall rigide bekämpft, eingesperrt, für irre erklärt: wohl deshalb widme ich mich ja nur dem Narrenspiel u. neuem Opium fürs Volk "Fußball", den Denk- u. Handlungsstrukturen dahinter! Sonst wäre ich längst aus der guten Gesellschaft entfernt, in Knast o. Klapse, garantiert, denn da sitzen hunderte, tausende Justizopfer vielfältiger politischer Couleur ein, auch in Deutschland! Und so werden sie als die in sich ihrem Sein Einzigartigen per "Rechtsterror", also dem Terror eines sog. "Rechts" entweder suizidal o. umerziehrisch gefügig, entmenschlicht o. erst Recht zu Extremisten gemacht. Ich weiß, dies führt hier zu weit, aber die Handlungsmuster ähneln sich eben, nur dass es hier um Kinder im Körper, dort quasi um Kinder im Geiste (die naiverweise sich, ihre Wahrheit noch suchend zu verteidigen bereit sind) geht, gegen die sich das faktisch durchgesetzte "Recht" richtet, wogegen Millionäre wie Hoeneß o. Zumwinkel eben stets Schlupflöcher finden bzw. erhalten: Mensch ist nie gleich Mensch, wie "man" so gern behauptet, man muss sich seinen Rechtsverdreher nur per systemkonformer Stellung kaufen können: Kinder aber haben keine Anwälte für sich, sogar der KSB-Beauftragte fragt da lieber nicht nach dem Geschick der ausgegrenzten Kinder, sondern klopft seinem Geldgeber grinsend wie im Ablasshandel auf die Schulter u. erteilt dann die Benefiz-Absolution - that's life? Ich akzeptiere: ich bin wohl der Einzige, dem sich da echt der Magen umdreht. Daher verstumme ich auch nun hoffentlich endgültig, ist ja eh sinnlos, was als bekennender "Idiot der Familie" (vgl. Merten Worthmann, Wie der Philosoph Dieter Thomä mit einer Tour de Force durch die westliche Kulturgeschichte zeigt, dass eine familienpsychologische Neuaufstellung dringend nötig ist..., in: CICERO) in den Köpfen bewirken zu wollen. Ok?

    "- Das Superkompensationsmodell liefert keinen zeitlichen Bezugspunkt. Es erklärt nicht, wann der nächste Reiz gesetzt werden muss und wie intensiv er sein sollte.
    - Denkt man das Modell zu Ende, müsste man bei optimal gesetzten Reizen im richtigen Abstand seine Leistungsfähigkeit bis ins Unendliche schrauben können. Dem menschlichen Körper sind jedoch natürliche Grenzen gesetzt.
    - Der Körper braucht unterschiedlich lange, um sich zu erholen. Der schnelle Energielieferant Kreatinphosphat etwa regeneriert sich binnen weniger Minuten, während die Glykogenspeicher mehrere Stunden benötigen. Bei den Muskelzellen kann die Regeneration je nach Belastung und Trainingszustand sogar mehrere Tage oder Wochen in Anspruch nehmen. Kurzum: Es sind zu viele Faktoren zu berücksichtigen, als dass man von dem optimalen Zeitpunkt für den nächsten Trainingsreiz sprechen könnte...


    Fazit:
    Wer kein Profisportler ist und nicht permanent unter sportmedizinischer Betreuung steht, muss wohl akzeptieren, dass ein gezielter Formaufbau eine „Wissenschaft“ ist. Leistungszuwächse folgen keinem linearen Gesetz und lassen sich auch nicht so einfach erklären, wie das Superkompensationsmodell suggeriert. Dafür laufen nach heutigen Erkenntnissen im Körper einfach zu viele Prozesse gleichzeitig ab, die sich gegenseitig beeinflussen."


    Valide Einwände? Es geht m.E. um Bewusstseinsvorgänge. In der Schwächephase, beim toten Punkt kann es enorm disziplinierend wirken, wenn man sich etwa per NLP suggeriert, dass jeden Moment "die zweite Luft" kommen wird, es körperlich wieder aufwärts geht, sobald man die Talsohle durchschritten hat: "weiter, immer weiter!" - Man kann sodann nach innen sich er-fühlen. Trainer können, sollten hier nur diese Freiräume eröffnen helfen, mehr ist kaum ihre Aufgabe. Wenn man aber all die Zwänge sieht, denen Spieler normalerweise unterliegen, bedeutet dies schon viel. - Die "natürlichen Grenzen" des Körpers sind als evolutionäres Kraftfeld nach vorne offen zu betrachten. Man vergleiche das Grenznutzenmodell etwa bzgl. Geld: sicher sind 100 Euro für einen Milliardär viel weniger wert als für einen 9-jährigen aus armen Hause, dennoch hängt der Wert von Einstellung, Verwendung etc. ab: auch dem Milliardär schmeckt teures Qualitätsessen für 100 Euro nämlich besser wie die Kantinenkost in seiner Firma für 4 Euro. Der einzelne Konditionslauf hat wenig Effekt, ob er nun stattfindet o. man ihn ausfallen lässt, bei Übertraining kann er sogar kontraproduktiv sein; in der Konsequenz aber zählt jeder einzelne Lauf dann eben doch, sofern der Trainingsplan stimmt. - Jeder kann sich seinem Potential "unendlich" nahe kommen, indem er trainiert, mitunter es in seiner Wahrnehmung sogar ungeahnt grenzwertig überschreiten: da versetzt Glaube eben Berge, wo Unglaube auf Status baut und sich in seiner Entwicklung uU vorschnell geistig beschränkt... - Viele Faktoren bedürfen nur einer komplexeren Denke und Planung vs einfacher Patentrezepte, die Superkompensation nicht fördert, da das Modell sich nur auf Teileinheiten bezieht, nicht im Ganzen etwas verspricht.


    Mängel wie hier Ermüdung "über zu kompensieren" ist anthropo- wie soziologisch ein bekanntes Phänomen (Institutionentheorie zB), ebenso das Sichabnutzen von Reizen etc. Wieso soll es nicht auch physio- bzw. psychologisch Anwendung finden? Wenn man das Modell nicht zu hoch aufhängt, lässt es manches begreifen, zB ein plötzliche Schwäche o. Formtiefs gelassen einordnen.

    Danke, Uwe. Ja, Reformer werden lieber erhört, da sie nicht an Grundfesten rütteln. Systeme wollen stets vor allem eins: sich "einfach" erhalten. Doch ist das Wahre jemals das Offensichtliche, sind Berlusconi, Putin etc. die obersten Guten, da sie in ihren Ländern Medien beherrschen, so die Menge erreichen, sich präsentieren können? Opposition aber wird verachtet, verfolgt, aus- o. eingesperrt - und die vielen murmeln vielleicht mal etwas, schauen aber doch nur zu. Wer zuerst im massenmedialen Zeitalter viele erreichen will, könnte das Eigentliche schon im Ansatz verfehlen, zu sehr von den Vielen geprägt werden, das verfehlen, was er selbst als Einzigartiger suchte (der stets verachtet wird, so sich als Einziger zeigt, wo nur Menge, Umsatz, Rendite zählt). Ohne dass dies irgendwas über mir im Grunde unbekannte Dritte aussagen soll. Wobei das, dass alle Welt über Leute redet, die man kaum je persönlich nur 1mal sah, suspekt genug sein sollte an Medien, die uns für Viele erreichbar machen. Wenige sind da uU mehr und sei es nur einer, den man erreicht: sich selbst. Das ist schon schwer genug, für Viele zu schwer - und auch ich bin da nur auf der Suche im Sinne, dass der bloße Weg das Ziel, also jedes Zielen fiktional sei... *



    *Daher hätte die Rede von sog. Elfenbeintürmen als Verkehrung der Sachlage zu gelten: das revolutionäre o. radikale "Philosophieren" wird dorthin weggesperrt, nicht begeben sich Philosophen freiwillig dorthin! Sie werden darin zu Kindern, trotz all ihrer Eloquenz (Rede/Denkvermögen) unmündig, da diese sich nach innen statt außen (wie im Kinde nach vorn statt rückwärts) richtet. Definieren können sich Menschen aber nur übers Vergangene. Obwohl längst nachgewiesen wurde, wie sehr Autobiografien in Wahrheit Autofiktionen sind, glaubt man doch daran, eine Person geworden zu sein, wogegen psychoanalytisch klar wird: Jeder ist das Kind, das er einmal gewesen sein soll, noch immer u. eben nicht "erwachsen". Gerade daher will der Erwachsene sich als Ich-Person zwang- und krankhaft ständig unter innerem Druck beweisen, dass er "wer" sei - und nicht nichts und niemand. Auf wessen Rücken aber kann man sich dies beweisen? Nur auf dem von Schwächeren, Kleineren, Machtloseren. Würde man sie als Mitmenschen voll wahrnehmen, würde dies dem eigenen Wunschnimbus des Gutmenschens widerstreiten, daher werden sie unter der Hand Mittel zum (höheren )Zweck, sprich: man bemerkt gar nicht, wie man sie erniedrigt, vom Mitmenschsein ausgrenzt - ein Wahrnehmungsproblem. So kommt es auch zu Reden bzgl. "Heuschrecken", Schädlingen, Ungläubigen, zu Affenlauten in Stadien. Es ist also immer nur die Frage, wen es trifft. In Deutschland trifft es zuallererst die Kinder, dann die Armen bzw. jeder, der Schwäche, Passivstatus zeigt: da alle anderen potentiellen Wahrnehmungsopfer des öffentlichen Auges ausdrücklich nicht diskriminiert werden dürfen.


    Es ist sicher sehr schwer, diese gesellschaftlichen Zusammenhänge u. ihre Beeinflussung eines Randphänomens wie des KiFu zu durchleuchten, da es niemand von denen, die oben im sozialen Nest hocken, Vorteile bringt. Daher verraten zunehmend sogar Eltern die eigenen Kindern, ihr "Fleisch und Blut". Ich habe mich oft mit Angehörigen "fremder" Kulturkreise über die deutsche Behandlung von Kindern ausgetauscht u. stieß auf enormes Unverständnis: wieso der Zweitwagen uns mehr wert ist als ein Zweit- o. gar Drittkind, Geldvermehrung uns viel mehr beschäftigt als unser immer öfter fehlende Nachwuchs etc. Die Vorgänge in E., völlig gedankenlos Kinder in Sippenhaft für Eltern auszugrenzen u. ihrer sozialen Welt als Rückhalt zu berauben, ist hier für mich frappierend, wie wenig Nachwuchs u. Zukunft bei uns noch (eine, ihre Geschichte er-)zählen dürfen... Zwar erschien zB grad wieder ein umfängliches Buch zur "Kinderethik", doch ist dies Sujet de facto so blutleer wie die seitenlangen 'objektiven' Erwägungen dort. Und: Ich leide gern (mit), denn so lerne ich am meisten über unsere Welt, von unten, wo von oben wohlfeil alles Richtige verfügt wird. Der Mensch lernt nur per Schmerz, sublimiert per in sich gehender "Leidenschaft" - dazu muss man aber bereit sein.


    (Schriftverkleinerung signalisiert: Lies, wenn DU willst, DIR diese Mühe nicht zu viel ist, du auch kleine Dinge wahrnehmen magst. Kein Mensch muss da eben müssen, außer einige, Kinder zB: die müssen draußen, ihrem Spiel fern bleiben, so obrige Erwachsene es verfügen...)


    Ralf: Ich bin kein Schriftsteller, nur Frei-Denker. Dazu möchte ich jeden einladen: über sich nachdenken, eventuell einen Geist entdecken, der über einem selbst ansonsten nie ins Leben gerufen würde. Er wartet auf uns - in jedem Augenblick. Warum so viele Menschen ihn nicht erhören wollen, seine Zurufe zumeist als unerhört verbannt werden - ich weiß es nicht. Ich gehöre diesem Geist, der über mir waltet, mehr wert ist als mein Ich, der vielen heute so fremd geworden scheint, dass ich mich völlig entfremdet fühle in dieser doch eher begeisterungslosen (Fußball-)Welt: wo Strategie u. Taktik nicht grundlos "Aufstellungen", ansonsten Ein- u. Verkauf plus Marketing das Sich-im-(Team-)Sport-Zuspielende dominieren... Aber lassen wir es nun ruhen, sonst entfernen wir uns zu weit vom Thema, oder? Ach so, zu 2. - tja, du weißt doch selbst, wie Menschen über andere denken, wobei zu betonen ist: der IQ ist nie gleich dem Geist, dem man sich verschreibt. Daher hängen sich Menschen gern einem Glauben an, sie können in ihm über sich hinaus wachsen, zum Guten wie Schlechten - wieder ein anderes Sujet, wo es doch nur darum geht: Soll man Kindern ihre Eltern als Verbrechen zurechnen, sie zur Strafe aus dem Verein werfen dürfen - oder ist dies ein unrechter Gewaltakt gegen sie?

    Ist es nicht individuell das fundamentale Problem, in einen Super-Zyklus der Kompensation hineinzukommen? (Du merkst, ich breche das Modell etwas auf.) So entstehen dann für Außenstehende unerklärlich Formschwankungen und wenn die Betreffenden auf jene statt ihre innere Stimme hören, können sie sich selbst schnell immer mehr verfehlen, bis hin zu völliger Unlust (dh Ermüdung als überwältigendes Selbstgefühl). Ansonsten könnte man Muskulatur u. Kondition einfach ausklammern u. so der Kritik ihre Spitze nehmen, indem man sich einfach auf die Zuführung im Energiehaushalt beschränkt, was ich hier für hinreichend ansehen würde. Viel wichtiger wäre, den Zusammenhang von intensiver Reizdichte als Stimuli erstmal als in sich zielführend, also nicht nur äußerlich wirksam :) das Innenleben des Sportlers beeinträchtigend!) anzuerkennen. Dann erkennt man, wie zB eine zu intensive Reizung o. gar ein latentes Sichproduzieren von Trainern über Außenreize (als eben passiv wirkende Widerstände für die Leistungskraft des Aktiven) zu Blockaden führen können... Ich empfehle da auch das Buch "Die neue mentale Stärke", das aufzeigt, wie wenig letztlich muskuläre o. biochemische Anpassungen nach oben (nach innen schon, da solch negative Anpassung nur über Energiemängel zustande kommen kann) für den finalen Leistungserfolg ausschlaggebend sind. Wie bewertest denn du die besagte Kritik: ich sehe sie als irreleitend an - ? Und wie passt die Theorie in Teamsport, den syn-ernergetisch spielerischen "Flow" im jeweiligen Individualerleben (als dessen Motiv)? Das wäre eine spannende Frage etwa bzgl. energetischen Schnittstellen (Interface) im Team, oder?

    Du scheinst Kinder für unmündig zu halten, denn sie machen hier das was die Erwachsenen wollen.


    Das die Vorfälle in E. für Ehrenämtler eine Nummer zu groß war, mag sein. Aber wieso "bewältigen" man sie dann so souverän: lächelnd, stolz, selbstgewiss, sich öffentlich präsentierend statt auf die betroffenen Kinder, die einzig wahren Opfer (von ihrer Familie wie ihrem Verein), zu sehen: deren Obleute man dienend statt herrschend sein sollte? Ich hab das Gedankenexperiment ja genau beschrieben, wieso erlebt man die Situation nicht mal reell aus Kindersicht/-recht? Weil das tiefer, zu tief geht - ins sog. Selbstbewusstsein hinein, es erschütternd? Aber das WE ist doch lang, da kann man es doch mal versuchen, in eigene Wesens-Untiefen vorzudringen, die sonst nur bekennende Kellerinsassen erspüren: Euer letztlich vorhandenes Interesse an meiner Obrigkeits-Kritik wäre da ein guter Wegweiser... ;) Ist es also zu schwer sich vorzustellen, dass plötzlich auch zu Euch Vereinsobere kämen, euch sagen: du spielst - hier, in deinem Kinder-Fußball (den wir als Obleute verwalten, pro forma für dich, euch, die Kinder) - nie mehr Fußball, wir werfen dich raus, obwohl du in persona gar nichts getan, verbrochen hast: weil wir über dich dann Dritte nicht mehr zu sehen brauchen? Dein Team ist für dich damit gestorben, dein Teamgeist tot, aus, basta, halt's Maul (was ein 9-Jähriger vorauseilend gehorsam eh tut)...


    Würdet ihr dies strukturell nicht als willkürhaften Gewaltakt gegen eure - da natürlich "unmündige" (mein Jüngster ist ältere D u. würde da sicher nicht den Mund aufmachen: E-Jugendliche sind doch noch ganz Kinder, wie sollten die sich gegen Vereinsvorstände in ihren Rechten zur Wehr setzen, bitte?) - Person empfinden, es euch zutiefst im Rechtsgefühl verletzen? Und dann geht man zugleich auf die Straße, demonstriert gegen Gewalt bzw. eigene Gewaltlosigkeit u. Güte? Dies ist doch völlig wider jede Logik, müsste auch euch innerlich erbosen, ihr euch als Mittel zum Zweck anderer fühlen: auch wenn sich dabei alle Erwachsenen die Hände schütteln, bestätigen u. auf Schultern klopfen, Euch als die unter ihre Räder kommenden Spieler, die zu schwachen Kinder gar nicht sehen wollen. Wie der E4-Trainer dankenswerterweise ehrlich zugab: er hat mit den betroffenen Kindern, "seinen" Spielern aus "seinem" Team kein Wort mehr geredet, sie nie mehr gesehen - als wären sie die Schwerverbrecher? Ist das etwa echter Teamgeist? Oder dies Fallenlassen in Person dieser Kinder/Spieler Verrat an ihm? Was soll Kritik daran mit generellen Problemen im Unrechtssaat zu tun haben, die dahinter stehend "vorbildhafte" Denkstrukturen nur untermalen/belegen sollte: Es ist für die Kids ganz konkret! Soll man sie gegen die anderen im gemeinsamen statt hernach "aparten" Team strategisch ausspielen? Haben nur Kinder mit "artigen" Eltern ein Recht auf Sport als "Ventil"? Sind ihre Eltern ihr persönliches Verbrechen, ihnen anzulasten? Falls man ausgeschlossene, zu Mittel u. Objekt erklärte Kinder als Mitmenschen wahr- und ernstzunehmen bereit ist, wohl nicht! Doch alle tun so, als gäbe es sie gar nicht, als wären sie keine Menschen wie du und ich, wie ein Ding rhin- u. herschiebbar: Darauf will ich aufmerksam machen, für strukturelle Gewalt gegen Kinder in ihrem Fußball sensibilisieren. Denn wo Menschen andere Menschen nicht als solche in ihren Rechten o. ihrer Würde wahrzunehmen bereit sind, ist es nicht nur "sachgerecht" skandalös, sondern für Opfer sehr, sehr schlimm: das kann ich aus eigener Erfahrung sagen! Nur daher der Verweis auf allg. Zustände im "Rechtsstaat".
    Wenn schon die, die sich für Kids u. ihren Fußball so stark zu machen versuchen wie du o. Ralf nicht annäherend dies Kinderleid sehen "können", da erscheint es wahrlich hoffnungslos, andere, eher desinteressierte Obleute in Vereinen mit dem Blick auf sie zu erreichen. Da kann ich nur wie per se jene betroffenen Kinder verstummen, in mir (trotz "Coming-out") vereinsamen, (Welt-)Schmerz in mich reinfressen...* :(


    *Wobei strukturell eben jede Kinder von oben herab bestrafen wollende Auswechslung o. gar Verbannung auf die Bank (zum Zusehen statt Mitspielen verurteilend), jede wild aggressive, der Züchtigung dienende Schreiorgie, jeder feste Griff in den Nacken eines Kindes ebenso als Gewalt statt normal (an-)zuerkennen wäre, nicht nur der hier beispielhafte Totalausschluss unschuldiger, ja schutzbefohlener Kinder aus ihrem! Fußball, Team u. Verein. Er erklärt die Kids gewaltsam, ohne faires Rechtsverfahren de facto zur Sache (was offenbar im System Fußball viel zu normal ist, um sich darüber aufzuregen), über die man jene Dritten - prügelnde Eltern - zu verbannen sucht u. diese eigenen Ziele auf der zu schwachen Kinderrücken erreicht: Denn jeder Erwachsene würde sich so etwas nicht gefallen lassen, gegen seinen Ausschluss als Person u. Individuum Sturm laufen! Nur mit kleinen Kindern (deren Eltern umgekehrt aber meist nicht im Verein Kinderinteressen mit Stimme vertreten dürfen) kann man es eben machen, da schon sie im Prinzip nur als (Spieler-)Material (der finanziell o. machttechnisch großen "Geister" in Vereinen) gelten. So ist "unser" Fußball eben. Der Vorfall demonstriert so vor allem eines: Kinderfußball gehört aller Kosmetik o. PR-Kulisse zum Trotz systemisch zuerst Erwachsenen, nicht den Kindern selbst. Ihre Freude bzw. ihr Wohl u. Leid spielt nur eine untergeordnete Rolle - und so soll's, muss es offenbar auf ewig bleiben, wenn nicht mal gutwilligste Vertreter des Fußball das konkrete Leid sehen wollen, leider. Daher habe ich nun mit Fußball aufgehört bzw. als Kind nie angefangen, aus (selbst zu seinsschwacher) Solidarität mit jenen vergessenen Kindern, über deren weiteres Schicksal nachzudenken keiner Zeit, Lust, Interesse hat. - Danke Andre, so bin ich deinem Tipp schon gefolgt: habe dem Fußball für mich den Rücken gekehrt, nicht aber den Kindern in ihm: für sie, Sensibilität für ihr Leiden unter der Erwachsenen-Herrschaft kämpfe ich weiter. Sonst würde ich mich auch nicht intimer outen, seelisch ent-blößen... - Die (sodann oft faulen) Früchte werden Gesellschaft wie Sport trotzdem ernten müssen: als uU potenzierte (Gegen-)Gewalt dieser Antagonisten wider Willen - ist das nicht völlig logisch? Für mich schon - und ja, die Menschen sind "in der Mehrheit" schlecht, lassen sich nur treiben, wollen viel mehr herrschen statt dienen, sich produzieren statt Kinder zur Welt bringen etc., das hat die Menschheitsgeschichte hinlänglich bewiesen: in der Tat (statt nur per institutioneller Disziplinierung gedrillt) gute Menschen sind absolut die Ausnahme. PS: Meine wiss. Abschlussarbeit "Das Unwesen Mensch - Eine utopische Anthropologie im Ausgang..." hat dies nachgewiesen, es wollte nur damals an philiströsen Professoren-Unis wie eitel-humanfixiert "linken" Denkszenen niemand zur Kenntnis nehmen - dies ist mein Lebensfrust ante portas, macht zum Anwalt der ohnmächtig Schwachen, der Unteren (die die Gesellschaft im Keller massenmedialer Unbedeutendheit verstecken muss, wo andere auf den Dächern tanzen), der unbeholfen Kleinen, erniedrigt Nichtigen - auch gut. Aber: Nur wer defensiv davon ausgeht, dass Menschen ein suspekt erscheinen sollendes Unwesen treibt, man zuallererst dies in Rechnung stellen sollte, um die guten bzw. göttlichen Geister als pure Möglichkeit zu bewahren, könnte eine gute, gewaltfreie Gesellschaft "in Angriff nehmen". Solange dies niemand - zumal "oben" - zur Kenntnis nehmen mag, werden sich zB Rechts u. Links, peripher Welt-Flüchtige u. Fundamentalisten etc. unvermittelt gegenüberstehen, als politische Lager strikt bekämpfen, statt die gemeinsame Wurzel: die eigene Schlechtigkeit (Faulheit, Trägheit, krank- o. zwanghafte Ichbezogenheit, Selbstsucht noch im Helfen u. Sich-engagieren u.v.m.) freimütig einzugestehen, also zum Ausgang allen Tuns und Lassens zu nehmen. Dabei wusste schon Eichendorff: eitel geht des Menschen Welt zugrunde! Da unsere Selbstbilder im Wesenskern nichts als Utopien, gute Menschen - so schmerzlich, bitter, enttäuschend dies für alle selbstgewiss Existierenden sein mag zu hören - immer nur bloße Selbsterfindungen (eben Gutmenschen) sind, naiv glaubend o. abgehoben zu wissen meinend. Doch "im Kleinen" hätte jeder seine Güte zuallererst zu beweisen, da, wo es keiner "großartig" sieht. Wie wir Kinder konkret be- und abhandeln, "abtreiben" als Mitmenschen, so sind wir wahrhaftig in unserem alltäglich stets verborgenen Kern: wir sind nicht mehr "Kinder Gotter", sondern Herr im eigenen Haus, ach ja, vergessen... :S

    Man stelle sich vor, man spiele als Erwachsener (egal ob als Spieler o. Trainer) friedlich mit seinen Freunden Fußball. Ohne dass man es mit bekommt, entsteht abseits des Platzes ein Tumult, einige prügeln sich gar und plötzlich hört man: das sind Verwandete von dir! Man fühlt sich beschämt, doch zugleich ohnmächtig und per se ganz klein vor Pein. Doch nun geht es weiter, man stelle es sich nur mal vor: Man würde u.U. plötzlich selbst beschimpft o. (von Ordnungskräften o. gar Polizei) abgeführt, als wäre man selbst der Verbrecher. Nachher wird man vom Verein mit beschuldigt u. in Sippenhaft verurteilt: ohne jedes DIR geltendes, rechtsgültiges Verfahren wirst DU ausgeschlossen, keiner vom Team redet mehr mit DIR, auch der Trainer, bisher Vertrauensanker u. ersatzväterlicher Freund, redet kein Wort mehr mit DIR! Wie fühlst DU dich da? Hundeelend, zu Unrecht niedergemacht, extrem gekränkt - und DU bist ein Erwachsener, hast Selbstbewusstsein, kannst alles ein wenig rational verarbeiten oder verdrängen, um zu vergessen... - aber ein Kind, das kann dies alles (noch) nicht! Es geht innerlich evtl. ganz zugrunde - und spürt genau: dies ist allen egal, völlig gleich, Hauptsache sie haben ihre Ruhe u. feiern sich selbst "demonstrativ" als (ohne dich) wieder gute Menschen...


    Was werden die Folge sein, wenn DU später floskelhafte Leerformeln auf Plakatwänden liest: Respekt, Integration, Toleranz, Team-/Fairplay? Könnte es nun jedem selbst da nicht vielleicht hochkommen, statt dass man wie alle nicken mag? Möchtest DU da nicht aufschreien, umgekehrt all diese Möchte-gern-Guten mal niedermachen? Wer ein paar Bücher zu den Komplexen Jugendgewalt, Vandalismus Destruktion, Amok etc. gelesen hat, der kann danach mal seine Antwort suchen und geben, wer im vorliegenden Fall doppelt das Opfer ist, das offenbar "beim besten Willen" keiner sehen mag... Und dies macht mich äußerst traurig u. betroffen, da ich mit diesen Opfern fühle u. weiß: weitere gibt es hier gar nicht jenseits der Inszenierungen, ja: es gibt nur diese ausgeschlossenen Kinder als einzige Opfer, und keiner ist bereit, auf sie zu schauen?! ich kenne diese Probleme am eigenen Leibe, wie ich nun zugeben will: wer früher als Kind zB entführt u. vergewaltigt wurde, wurde vom Gericht zum besseren Strichjungen erklärt, indem zB der plötzlich auf Anwalts Rat geständige Täter neben der belanglosen Bewährungsstrafe stolze 3.000 DM: in die Staatskasse zahlen musste. Und die Opferfamilie konnte sich ein eigenes Schmerzensgeld o. Entschädigung erzielendes Zivilverfahren mangels Rechtsschutz nicht mal leisten. Geändert hat sich nichts an diesen Rechtsverhältnissen im Staate: das sog. Recht ist immer mit den Stärkeren, den Größeren, den Reichen (u. ihren gerissenen Anwälten), s. Hoeneß, wogegen man Kleine wie Gustl Molach ohne jedes Verbrechen auf viele Jahre hin aburteilt u. einsperrt. Dass dessen Geschick aber fast jeden ereilen könnte, jeder auch mal stimm- u. wehrloses Kind war, welches in seinem Recht hier niemand zu verteidigen sich bemüßigt fühlt, nicht mal verbal, das u. die moralischen Folgen will keiner mehr bedenken?


    Das zu begreifen, macht mich fassungslos, da bin ich selbst wieder 13 Jahre alt, erlebe die verdrängt geglaubten Schrecken der Gewalt u. all die gleichgültigen Erwachsenen ringsum neu mit. Daher zeige ich hier Gesicht... :( Vielleicht trifft Andre oben ins Schwarze, aber: Gewalt hat immer auch "System", das ist das Schlimmste für Opfer. Es wandelt das Negative eilends ins Positive u. blendet die im Schatten, die schwächsten Glieder einfach aus: schwupps, alles wird gut! (Und wer interessiert sich schon zB für Suizidraten, wie dies psychoanalytisch zumeist in die Kindheit, die Kinderseelen reicht. Wo wird dies vermeldet, darüber geredet, praktisch nirgends, so egal sind diese - durchaus vielen - Mitmenschen: da sie eben passiv, Opfer, klein, still statt laut fordernd o. Haudrauf wie all unsere großen u. kleinen "Politiker" sind...? Ist nicht das arg schade? Sorry auch, aber ich sehe hier nur diese realen Kinder. PR über ihre Köpfe o. Herzen hinweg ertrage ich seelisch kaum: Würde nur gern verstehen, wieso ihr da applaudieren mögt, wo sich mir der Magen umdreht?

    Andre: Die Problemfälle gibt's natürlich auch nach dem Vereinsausschluss per Sippenhaftung: nur ziehen sie woanders hin, entweder in einen neuen Verein o. in die Kinderherzen, falls deren Eltern nun verfügen, dass es keinen Sport in Vereinen mehr für die Kinder geben solle. Und dann? Da staut sich Trieb, Groll, Wut übers Unrecht, Aggression in den Kinderherzen an, ohne gesundes Ventil zum Dampfablassen. Statt aktiv Sport zu betreiben, wird man später u.U. bloßer Fan... Irgendwann, irgendwo kann es dann zur Explosion kommen, zum Gewaltexzess, aber jene Vereinsverantwortlichen können dann vordergründig ihre Hände in Unschuld waschen, haben scheinbar nichts mehr damit zu tun - Irrtum: Sie sind grad die eigentlichen Verursacher! Sie hätten diese Kinder unterstützen, helfen können, sie im Gegensatz zu ihren Eltern reell zur Gewaltlosigkeit zu erziehen, nicht einmalig eitel auf Straßen marschierend, sondern tagtäglich dafür arbeitend, mit ihnen, aber auch die Eltern einbeziehend statt ausgrenzend. Klar, das ist der beschwerlichere Weg, viel leichter, einfacher ist es "Raus, weg damit..." zu rufen, Probleme so weiterzuleiten, mehr Gewalt nicht vorzubeugen, sondern sie zu potenzieren! Es wird immer Menschen mit Gewaltneigung geben, ok, doch worin wurzelt diese, die Tendenz, ihr nachzugeben, sie roh gegen andere, unzivilisiert ohne Rücksicht auszuleben? Da man selbst kaum Rücksicht erfuhr? ...


    Man kann den sumpfigen Boden von Gewalt austrocknen helfen, aber nie per lauten Demos (das sind lächerlich eitle Veranstaltungen, um sich selbst als gute, bessere Menschen abzufeiern), kaum je per kurzzeitigem Abstrafen, Aus- o. Wegsperren vermeintlicher Täter (o. wie hier gar in höchster Unfairness: samt ihrer Opfer!!!), wo man zugleich für weltoffene Toleranz einzutreten vorgibt - nur durch echte Auseinandersetzung mit den Tätern, indem man auf sie zugeht, ihre verursachenden Probleme zu verstehen u. Therapien sucht, die als Hilfe oft erstmal nicht gewollt werden, für die man also noch werben muss - das macht Wege ja so schwierig: da wird manch Vermittler noch als arrogant abgetan, gar manch Streitschlichter noch erschlagen - da liegt eben der Unterschied zwischen wohlfeil guten Reden und reell guten Taten! All das muss man bedenken, wenn man reell etwas gegen Gewalt tun, statt auf der Straße nur dagegen anredend eigene Güte demonstrieren will!


    Und: die eigene Gewalt in der über Andere verhängten Willkür beachten - das könnte jeder erstmal erreichen WOLLEN. Doch bräuchte dies echte Motive, sich authentisch-verantwortungsvoll in Konflikte einzubeziehen statt bloß auf dem Rücken der sozial schwächsten, wehrlosesten (Mit-)Glieder rauszuziehen! In Feigheit vor dem sog. Feind, den wahren Gewalttätern, die man schlicht im trägen Gemüt nicht mehr sehen statt "bekehren" will: da es viel leichter, "flüchtiger" geht, Kinder, Opfer aus dem Verein als eigenem Besitzgut (u. Hort seiner eitel geruhsamer Glück- u. Gutseligkeit) zu entfernen statt sich ihren Eltern von Angesicht zu Angesicht zu stellen! Doch sollten Vereine nicht allen, insbesondere allen sozial schwachen Kindern gehören? Wie sonst wären sie reell, wirklich ganzheitlich "vereinend" vs vielmehr trennend u. spaltend, also Lebenslüge... Und sind sie genau dies nicht vielerorts, wenn man genauer, tiefer hinschaut? Man schottet sich (grad von oben her, weniger unten) ab, mobilisiert, indem es gegen die Nachbarvereine geht, man da obsiegen muss etc. Wurzelt daher in ihnen nicht auch latent die Gewalt, die man bei Vorfällen dann stets bequem auf die sog. Fans abschiebt, denen man vorher Karten o. Bier verkaufte? Manch Fan, der seine Wahrheit statt aufm Platz als nur zuschauen dürfende "Randfigur" findet, missversteht den Wett-Kampf, in dem man die anderen schlagen soll, dann auf seine Weise, oder liegt das so fern? Hhm.... ?(