Beiträge von Keller-Kicker

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Krasse Situation, da wären Psychotherapeuten u. Sozialarbeiter gefragt bzw. evtl. schon überfordert. Rauswurf bedeutet natürlich nur ein Ver- und Auslagern des Problemfalles, was sich vielfach rächen könnte: er könnte endgültig auf eine ganz schiefe Bahn geraten, die, die seiner Ansicht nach an seiner Bestrafung Schuld seien, seinerseits bestrafen wollen - und wenn da schon Messer im Spiel sind... Mit Toleranz hat es also nichts zu tun, von Strafen als Lösung abzusehen, sondern mit vorausschauender Vernunft. Klar, Eltern konsultieren, doch da das Gewaltproblem hier seine Wurzel haben dürfte, ist sicher wenig Erfolg zu holen. Aber danach kann man die Lage von dieser Front her besser einschätzen. Zu empfehlen wäre u.u. Kampfsport als zweite Sportart, um der im Alltag unterdrückten Aggression ein offenes Ventil nach außen zu geben. Dort hat man auch oft Erfahrung damit. Sanktionen sind im ursprünglichen Wortsinn stets positiv auf Belohnung, Verstärkung aus, nie negativ (das hat nur "Vater Staat" irgendwann draus gemacht), warum?


    Negatives ruft nur immer wieder neu Negatives hervor, führt von sich her nie zum Positiven, da Menschen nicht mathematisch im Umkehrschluss, sondern linear reagieren. Wie aber könnte man hier noch positiv das verstärken, was Ziel sein sollte, also Teamgeist/-play oder zumindest erstmal interner Respekt zB? Sucht A nur wahllos Schwache bzw. Außenseiter als Opfer o. haben Konflikte aus seiner Sicht einen inhaltlichen Grund? Das wäre wie gesagt schon von Profis kaum auf die Schnelle aufzulösen, daher ist weiterer guter Rat teuer, ad hoc nicht möglich, nur formal zu sagen: (auch negative) Motive lassen sich immer in (positive) Ziele ummünzen, indem man nach vorne zu blicken erlernt. Diesen Willen hat im Prinzip jeder, auch wenn ihn negative Erfahrungen zB innerfamiliär mit "hässlicher" Gewalt ans Vergangene fesseln u. so projektiv auf deren schwer auf- und abspaltbare Wiederholungschleifen per Hass-Abfuhr drängen. Vereinsleben wäre m.E. stets "realsozialistisch" zu deuten, also zu desillusionieren, wie dein Beispiel verdeutlicht: die Gemeinschaft wird vom eigenen Ich her definiert u. betrachtet, welches gewaltsam immer Recht haben u. anderen die Schuld zuweisen will. Daher wird's schwer, auf Einsicht von A zu bauen, ihn in reellen Teamgeist positiv zurückzuführen. Viel Glück dennoch!

    Das ist eine aufschlussreiche Zitatensammlung, inkl. der Tatsache, dass es dabei ums manipulative Verkaufen geht. Das bedeutet: Bonmots sind aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang heraus geklaut, zweckentfremdet. Begeistern meint ja: Geist als Geschenk anderen eröffnen, ihn so allererst für sich erfinden, das Fragile in Demut beachten. Andere anstecken(-wollen) u. ihnen etwas so überzeugt wie überzeugend vorleben, das ist ähnlich u. doch verschieden: in ersterem gibt es keinen wesentlichen Unterschied, s. Krankheiten, in letzterem wirkt gerade dieser befruchtend. Man sollte nie spiegelhaft sein Abbild in anderen suchen, sondern grad die Differenz zwischeneinander in ihrer Spannung als bewegend empfinden und offen lassen, falls reell Geist entstehen soll. Erfällt uns vom Himmel zu, ist nicht unser Werk. Wer also andere - besser als sie anzuöden, das ist allemal richtig - nur ansteckt, Anhänger findet, wird sie kaum 'echt' befruchten, dazu gehört mehr: der eigens in sich überlebensfähige Hauch von Geist, der sich nicht kurzzeitig wieder verliert, falls das Vorbild irgendwann fehlt, wechselt etc, irgendwie fortlebt, so komisch das klingt.
    Ein Trainer, der nicht vor Begeisterung in einer Aura sprüht, der kann wenig bewirken, schon gar nicht befruchten. Wie Kids aber davor bewahren, dass man sie 'nur' ansteckt statt zum sportlich mündigem, dynamischen Eigenleben ermuntert, ermutigt? ZB per 'schwachem Denken' (G.Vattimo), das nie einseitig auf Wirkung aus ist, sondern von selbst wirkt, oder fragend statt dozierend, dabei andere biografisch in ihrem Wesen als Potential statt selektierend nach äußerem Gusto so sein lässt, wie sie sind. Oder in Auseinandersetzung (polemos) wechselseitig alles auf wie in sich wirken lässt. Ein guter Lehrer erzwingt nichts, lernt erstmal gründlich: sich selbst, die Sache, den anderen kennen... Sich 'verkaufen wollen' (früher: überreden vs überzeugen) würde der nie, der andere be-geistern möchte. Oder? Biografien sind immer aufschlussreich, falls sie authentisch statt 'aufgehübscht' sind: leider gibt es praktisch kaum etwas öffentlich zugänglich, was die turning points von Karrieren erahnen ließe. Sichten von außen kann Geist u. Seele ja niemals erfassen...


    PS: Natürlich weiß ich was, wie du es meinst, das Anstecken seines Teams mit der eigenen "Begeisterung". Es ist ein guter Anfang, im Staunen (taume... irgendwie so nannten es schon die alten Griechen, was noch heute ein Taumeln indiziert vs feste Standpunkte) der Kinder, dann im Nachahmen, aber wenn es dabei bleibt, hängen sie dem an, der sie damit ansteckte, werden nicht sie selbst. Ich hoffe, es ist deutlich, was ich meine? Ich habe viel zu oft nur angesteckt,und als ich dann weg war, zerbrach zB ein Team innerhalb 2 Monaten völlig. Ich war wohl am Ende mehr von mir begeistert als den Jungs... :(

    Kleines Fazit: Wichtig wäre für jede als Autorität tätige Betreuungsperson unmündiger Spieler, differenzieren zu wollen u. zu können, was ist mein Spaß (ebenso Erfolg, Ziel etc.), was der von anderen, des Teams aufm Platz. Man kann es schnell abtun o. im Test ankreuzen, dass Kinderfußball nicht Erwachsenenfußball sei, dies aber vorzuleben, ist weitaus schwerer: weil man automatisch als Erwachsener denkt, handeln o. Ziele erreichen will etc. Daher ja die These, früherer bzw. ferner Straßenfußball bringe für die Persönlichkeit oft mehr, als "man" denkt. Wer aber Kinder zum Lernen o. Leisten motivieren will, sollte der darin nicht zuallererst Vorbild sein, dann bei seinen "Klienten" sich um "Anschlüsse" bemühen, statt einfach die von ihm gewollte Haltung, Disziplin o. Ruhe abzufordern? Und es ist ja nicht Willkür, dass der, der lehren will, erstmal pädagogisch sehr viel erlernt u. verinnerlicht haben sollte, bevor er sich auf Schüler stürzt. Da beisst sich nun die Katze in den Schwanz, wenn ein System, hier Fußball, es offiziell vorsieht, dass die Kleinsten, Schwächsten u. Stimmlosesten jeder ohne Umschweife als Trainer-Betreuer behandeln dürfe, Hauptkriterium einzig, dass er es "umsonst" mache. Ist nun dies verantwortungsvoll o. nur pragmatisch zum eigenen Nutzen gedacht, inwiefern der eigentliche Interessen-Fokus eben ganz woanders liegt: auf Erwachsenenfußball, vor allem dem "professionellen", der Geld o. die Zweitwährung "öffentliche Präsenz" erwirtschaften lässt? Doch wer hat nun hiervon die Vorteile, ist ein sozialer Auftrag im Sinne aller Ziel o. Profit für wenige, deren "Betriebswirtschaft"? Dies sind sehr lästige u. doch vielleicht für eine ferne Zukunft im Sinne kindgerechten Förderns wegweisende Fragen - wären da nur nicht all die "Interessen" derer, die oft Spaß schon längst in den Akten abgeheftet haben... ?(


    PS: Danke für dein offen ungeschminktes Selbst-Bekenntnis, Andre!

    Entscheidend ist, ob man offen für die Welt ist, dann lernt man jeden Tag Neues hinzu, z.B. grad im ARD-Weltspiegel über eine durch einen Autodidakten erfolgreich betriebene Lachschule in Südafrika. Simple Philosophie: Lachen wirkt als Reiniger (kartharsisch), macht optimistisch und positiv denkend, öffnet für Kommunikation, Kreativität, macht gesund... Daher fordere auch ich seit langem: lasst Kinder bitte mehr lachen, im Fußball, auch in der Schule oder Zuhause, dann wachsen sie auch gesünder heran, können Erfolge im Leben feiern. Das harte Leben, Härte im Fußball kommt früh genug u. ist eben allzu leicht zu erlernen: Technik, Tempo, Spielfreude, Spielintelligenz im Team, Mut weniger... Und im modernen China gibt es keine Vereine u. die interviewten Menschen betonen, wie gut es ihnen dabei geht, was mir auch weitere Denkimpulse gibt: es muss alles nicht so sein wie hier, auch wenn man über dies, Alternativen noch nicht nachdenken mag, einen scheinbaren Status quo für unabdingbar ausgibt. Was aber, wenn alles mal anders, freier, offener, fröhlicher organisiert würde? ;)

    Danke! Ich hoffe, es klang nicht zu neunmalklug, aber wenn man sich seit vielen Jahren mit dem Thema intensiv beschäftigt hat, ist da eine Überzeugung erwachsen, dass jeder seine ehrenamtlichen Motive zuerst rationalisierend abklären sollte, bevor er mit ihnen gut meinend gegenüber Kindern tätig wird, die ihm sodann eben nunmal letztlich "aus Gedeih und Verderb" ausgeliefert sind. Denn oft stehen unter der Hand verdrängte Motivlagen der Erreichung auch eigener Ziele im Wege, ohne dass man es erahnt: daher ist zB für Psychotherapeuten, die ähnlich wie Lehrer, Trainer o. Eltern auf Kinder auf in Tiefenregionen kindhaft gebliebene Patienten einwirken, eine sog. "Supervision" Pflicht. Weil ein durchgeknallter Psycho-Doc trotz jahrelanger Uni-Ausbildung sogar Erwachsenen ganz schön viel Negatives antun könnte, wenn er seinen o. falschen Zielen zuführt zB, sich daher regelmäßig kontrollierend von außen be- u. hinterfragen lassen sollte in seinem Be-Handeln.
    Mehr sich bescheidende Offenheit jedes Trainers, nicht nur in der Jugend, wäre als Konflikt- wie Kritik-Fähigkeit daher wünschenswert, denn jeder Mensch neigt zB zur Eifersucht, zum Machtwillen, zur Engstirnigkeit, dies ist kein individuell abwertender Makel, sondern Grundkonstitution jedes Menschen als endlich, im Geiste o. Nervenkraft beschränkt Seiendem, so dass keiner so souverän o. klasse ist, wie er gern wäre, zB. Wer aber hinter den Vorhang seiner eigenen kleinen Lebenslügen zu schauen bereit ist, hat schon ganz viel gewonnen, kann zB an-erkennen: mein Spaß muss beileibe nicht ihr Spaß sein, meine Ziele nicht ihre, ich muss allererst dafür werben, falls ich davon überzeugt bin, sanft u. als "Attraktor", nicht penetrant o. unterdrückend. Damit auch im Trainer-Sport gelte: der Bessere ist kein Feind des vermeintlich schon Guten, sondern Ansporn - er möge gewinnen, ich von ihm lernen, dann ist alles sauber u. fair wie bei den Profi-Trainern, die sich als Kollegen nicht nur tolerieren, sondern hoch-achten, gerade wo und weil man verschieden, der Andere evtl. besser ist. Konkurrenz belebt in freiem Wettbewerb nicht nur Geschäft, auch Geist. Also hau rein, dh lass deinen Spaß stets hinterfragen, von Kindern, Eltern, Kollegen - es bringt vor allem auch dich voran u. schadet in keiner Weise, das bildet man sich oft nur ein, blockiert dann daher Fragen, bremst das eigene Lernen von anderen aus, aber: wer reell den Spaß der Kids max. fördert, dessen Team erntet auch Erfolge ;)

    Irgendwo sind wir einig, irgendwo auch nicht... Man muss immer von Grund auf denken: keiner zwingt irgendwen, sich der Wildheit kleiner Kinder auszusetzen, jeder Erwachsene kann dies souverän für sich entscheiden, wie dein Hund. Kinder aber wollen u.U. nur mit ihren Freunden untereinander Fußball spielen. Wo Fußball aber oft nur noch in Vereinen möglich ist, außerdem Eltern sie dorthin zwecks mehr Lernen schicken, hat sie i.d.R. niemand je gefragt, ob sie diesen Fußball überhaupt wollen. Da kommen sie gestresst u. gedrückt aus der Notenanstalt, von deren von Eltern überwachten Hausaufgaben, wollen endlich was frei spielen, Spaß haben, albern lachen, aber dann steht da wieder so "ein Großer", will ihnen vorpredigen, was sie tun dürfen u. was nicht. Und wird darauf nicht gehört, werdet ihr alle abgestraft. Ist das noch ein schönes Kinderleben? Wenn nun wirklich mal ein Kind ein anderes schlagen sollte (was bei mir nie vorkam), hat der frühkindliche "Schlägertyp" ja irgendein Problem in sich drin! Dies kann ein Trainer natürlich nicht mal eben so lösen, klar, aber zusätzlich mit nem Holzhammer draufzuhauen dürfte auch im Endeffekt wenig helfen, bestenfalls auf Zeit diese "Aktivität" wegdrücken in den Untergrund, ins Unbewusste. Wenn man sich nun aber eins fühlt mit all seinen Spielern, dann leidet man mit, würde sich selbst bestrafen, wenn man sie abkanzelt, oder?


    Es ist klar, dass keiner von kostenfrei auf den Plan tretenden Kindertrainern auch noch viel sozialpsychologische o. mentaltheoretische Ausbildung erwarten dürfte, aber eben auch: jeder Trainer ist in Sachen aktiver Sport enorm prägend für seine Schützlinge, er kann sie, ihre Potentiale in den Förder-Himmel heben o. ins Aus, in Abgründe von Hörigsein, Hemmungen o. Ängsten stoßen. Nicht jeder ist dem mal eben gewachsen, wo nicht, müsste er an sich arbeiten o. den Job aufgeben, um die Kids vor sich zu schützen (zB den Ausbrüchen, die auch dir negativ aufstoßen, aber auch den kleinen "Unterdrückungen", die langfristig dann kreative Freiheiten im Kopf rauben). Nur: wenn keiner sonst da ist, was dann - das ist die Kehrseite. Dann muss einer den Job machen, aber egal wie? Wichtig war mir immer: ihnen allen auf einer Ebene begegnen, mich nie über sie stellen u. mit meiner Begeisterung, Vernunft o. Vorführung (von Tricks, Techniken etc.) attraktiv wirken, auf natürlich Autorität setzen, da sie Orientierung ja durchaus suchen, erkennen, nachahmen wollen. Dabei ihren Spaß zum eigenen machen statt umgekehrt. Eigentlich funktionierte es dann bei allen Kindern stets bestens, man war nicht der da oben, der alles vorkaut, "befehlen", aufdrücken will, sondern der einfach für alle erkennbar den Schuss besser machte, so dass sie genauso werden wollten wie er, nicht als Mensch, aber darin, in diesem Können.


    Schwierig wird's nur mit Kindern, die eben von Hause aus Probleme mitbringen auf den Fußballplatz, die man dort nicht lösen kann: wenn man aber an-erkennt, dass sie nicht aus Bosheit stören, sondern letztlich selbst zuhause u.U. Opfer sind, dies bzw. sich so abreagieren zu "müssen" meinen, ist man einen Schritt weiter: wie helfe ich ihnen zielführend da raus, vermittle ihnen den Sportsgeist, den sie noch nicht intus haben. Negativ denkend mit Strafen o. positiv per attraktiv animativem Vorleben dessen, was sie aus ihrer inneren Falle befreien könnte, per Gruppendynamik im Teamerleben? Macht auszuspielen sollte nur die allerletzte Option sein: da man eben der Große, diese Art Autoritätsausübung allzu leicht ist. Falls alle Mühe, aller Dialog, alle Ration nichts bringt, man erschöpft ist u. das Team ständig unter einem Querschläger leidet, tja, dann muss man irgendwann resignieren, ihn aufgeben, aber: dies eher als eigene Niederlage sehend, nicht das Kind als bösartig, oder? Mehr kann ich hier nicht auf deine Fragen antworten, wg. dem Rahmen hier ;)

    natürlich dürfen wir meckern, schimpfen und auch noch bestrafen...
    Die sind definitiv keine Engel und müssen ihre Grenzen kennen(lernen),


    Da widerspreche ich: wer gibt Erwachsenen das Recht, Kinder abzuurteilen? Nur, weil sie dagegen relativ wehrlos sind? Tun sie das mit uns derweise? Im Vergleich mit uns, sind Kinder wahrhaft noch Engel, nur behandelt man sie selten so. Wieso ihr 400mal Lachen - gewaltsam mit Strafen, Meckern & Co - auf unsere 12 Mal reduzieren?


    Bitte also nein: lasst sie einfach mehr laufen, ihr Spiel spielen, dabei miteinander Spaß haben statt ihnen von euch aus dank eurer Größe ständig eure Grenzen o. Regeln "aufzudrücken", wie es ja ständig in Trainings geschieht! Wie oft habe ich Schreiorgien, böse Blicke, rigide Strafen miterlebt, nachher meine Jungs darüber klagen gehört: das tötet schon früh ihre spontane Spiel- o. Risikofreude, die für spätere kreative Spielintelligenz so wichtig wäre! Dann spielen sie schon mit 9 o. 11 Jahren nurmehr so, wie ein Trainer dies will. Und sein (falscher) Ehrgeiz geht oft in Richtung Ergebnis, "zählbare" Erfolge statt individuelle Erlebnisse u. Entwicklung. Ja, mitunter testen Kinder Grenzen mal gern aus, aber spielerisch: sie schreiben sie nicht wie Erwachsene top-down, von oben herab vor, probieren sie im Miteinander aus. Learning by doing: Man beobachte mal junge Tiere, wie sie ihre Erfahrungen sammeln - und die Älteren lassen sie einfach, statt ständig einzugreifen, aussteuern zu wollen. Wieso ist es so, dass wir von ihnen her erst selbst wieder mehr lernen müssten, wie man Heranwachsende eben von selbst heranwachsen lassen sollte? Wir sind vielfältig seit Jahrtausenden entfremdet, verkopft... Die natürliche Begeisterung von Kindern ist dagegen so einfach, grad war ich beim Schwager, hab 2 Stunden mit dessen 2,5 Jahre altem Sohn gespielt, nur Unsinn gemacht, die ganze Zeit ein einziges Lachen, ich war ein Schwein, ein Sanitäter, Rennfahrer, Kicker, Musiker, Clown usw. - ja, es war für mich alten Sack am Ende erschöpfend, aber gegen wen spricht dies, gegen das Kind? ;)

    @: Das mit der Wunschverschiebung war auch nur so eine Idee aus der Ferne, da sie bei Kids oft vorkommt. Allgemein Mitgefühl zu erhoffen, da wird man ja meist enttäuscht, wenn du aber das Schicksal aufzeigst, gar ne PR-Chance für Clubs mit liefert, steigen evtl. die Wahrnehmungschancen. Wieso dem Jungen nicht zeigen, dass Mama für ihn da ist, Himmel u. Hölle in Bewegung setzt: vielleicht wird sogar damit der tiefste Wunsch erfüllt, im Erspüren dessen? Denn mal tief in uns reingehört: wer ist ein Wandervogel wie Haggui gegen die eigene Mutter? Zumindest meinen Jungs sind all die Profi-Stars längst völlig gleich, die wissen, dass die heute hier, morgen dort spielen - nur mal als Tipp, aber jeder sieht das sicher anders...

    @: Vielleicht findest du meinen Hinweis ja blöd, aber ich würde dem Motiv des Wunsches noch mal "tiefer" auf den Grund zu gehen versuchen. Die kleinen Kids als Kohorten dienen m.E. eher der Verniedlichung des Profigeschäfts u. dem sich selbst vergewissernden Zeigen, dass man sich um Fans von morgen kümmert, - und die Kinder selbst haben da gar nicht so viel zu erleben. Meine Erfahrung aus 3 Kohorten-Aktionen mit Teams. Falls dein Sohn für diese Rationalisierung schon offen wäre, könnte es gar ein wenig click machen mit Blick auf die Zukunft: "ich benötige das ja gar nicht so dringend, es ging um was anderes, so sein wie meine Brüder", gleich ziehen, weg von der schicksalhaft empfundenen Niederlage meiner selbst... Und Größe drückt sich ja nicht wirklich in Zentimetern (bzw. von Dritten vorgefertigten Events) aus. Würde diese abstrahieren helfende Überlegung einschlagen, wie ein kleiner Geistesblitz, könnte ihm das sogar mehr bringen, das Verzichtenkönnen durch mehr, echtes Selbst-Bewusstsein. Ich habe seit einigen Jahren viel Sehnsucht nach mehr Armut, weniger Dingen und "Action", bin zwar auch alt, habe in Mentalcoaching aber schon 12-jährigen mitunter dies nähergebracht u. die haben, komischerweise eher in der Schule als dem Fußball, ihre "Formkurve" von selbst ganz passabel nach oben drehen können. Kids sind da oft offener, als man denkt...


    Falls sich dein Sohn aber dadurch eher "verarscht" fühlen sollte statt evltl. vom Wunsch ablassen zu wollen, keinesfalls insistieren, das käme u.U. als neunmalschlau provozierend rüber: es kommt darauf an, ob er selbst den Schritt sich von einst verdrängten Kindheitsträumen zu verabschieden schon gehen will - oder eben nicht! Was nicht schlimm ist: wieviele Männer spielen noch mit der Märklin- o. Carrera-Bahn, u.v.m., erleben dabei viel Spaß u. können entspannen. Dann greift Plan B: Balljunge o.a. - wo ein Wille u. Glaube, da ein Weg. Irgendwer dürfte ein Einsehen haben u. ne Ausnahme machen, zumal, wenn man das Schicksal im Detaill etwas schildert: Ich würde es tun! Denn: Alter ist reell nicht entscheidend für "innere Kind"! Oder einfach erstmal beim Training kiebitzen, fanden meine Jungs auch sehr spannend u. danach kam man etwas ran an die Stars.... Und bei L'kusen: mal Bayer anschreiben? Die Firma kann alles für sich nutzen u. gute PR gebrauchen ;) Leider sind die "großen" Club nach meiner Erfahrung nicht so offen für Ältere, s.o., nur daher "Plan A" der "Wunsch-Wegrationalisierung per Superkompensation", wie man's psychologisch bezeichnen würde... Toitoitoi!

    Dazu könnte, nein müsste viel mehr getan werden. Denn "die Öffentlichkeit" blendet diese traurigen Alltagsfälle doch vor allem aus, berichtet lieber über x anderes, als sei dies viel wichtiger: allein in Bayern starben an jenem Wochenende 6 junge Menschen, wie ich auf deinen Link hin las und allererst erfuhr. Denn bei uns im Norden war all dies keinerlei Nachricht - die immer auch der Warnung, Mahnung oder Bewusstwerdung dient - wert. Ja, es wird viel mehr über Geldflüsse als normale Menschen berichtet: muss dies nicht zu denken geben? Ihr Gechick darf uns offenbar nur in nächster Nähe u. kurzzeitig bewegen (außer mahnende Politiker nutzen es, um etwas in uns zu erreichen, vielleicht). Dafür aber wird man in x Aufgüssen über diverse wohlfeile Weihnachtsansprachen so viel wichtigerer Leute, Börsenfazits o. den Fall Chordokowski, der x Jahre niemand in den Massenmedien tangierte, informiert, darauf als wichtig eingeschworen. Sich für mehr Präsenz im Gedenken an normale Opfer unseres Alltaglebens, die uns nie mehr o. tiefer interessieren sollen, auch um zB andere Jugendliche endlich zu mehr Vorsicht, Verzicht auf Waghalsiges etc. anzuhalten, vielleicht könnte solch Aktivität auch im Trauern helfen? Viele werden es noch aus ihrer Jugend wissen: man fühlt sich eben jung, langlebig und daher fast unverwundbar - doch ist dies eine große Selbsttäuschung. Man kann nur versuchen, dies jungen Menschen wieder u. wieder näher zu bringen, klarer zu machen, vielleicht kann man - ohne es je zu erfahren, ohne je dafür öffentlich großer Ehren zuteil zu werden usw. - auf den Wegen des Schicksal irgendwem so sein Leben retten, ihn vor einem ähnlichen Unfall u. Unglück bewahren.


    Es wäre doch viel mehr Versuche wert, vor allem bei unseren Politikern, die meist nur die Zahlen, kaum jemals die Menschen dahinter registrieren: jeden Einzelnen, auch wenn die nur zu den sog. "kleinen Leuten" (statt VIPs und Prominenz) gehören, die den unser Wahrnehmungsverhalten steuernden Massenmedien eben nur nahe bei und auf kurze Frist Aufmerksamkeit wert sind: und dies ist für mich das wirklich Tragische" daran, was in Artikeln immer zu in Worten, doch so selten in Taten permanenter Aufklärung beschworen wird. Leider können wir nur Zukunft u. nie Vergangenheit ändern, aber jenes sollten wir mehr tun statt schreckliche Vorfälle allzubald zu vergessen, wie es meist als bloße Bewältigung in Form von Verdrängung geschieht (die Zeit heile alle Wunden, stimmt das?): bis es dann wieder passiert, vielleicht andernorts, aber nicht weniger tragisch für alle Betroffenen. Ich lese dies immer intensiv, um mich zu erinnern und zur mehr Tätigsein im Aufklären wie Dank dafür, dass es uns besser geht, zu ermahnen: Lieber einmal lästig mahnen o. erinnern, wenn es doch andere davor bewahren könnte: eine Zehntelsekunde kann über Leben u. Tod entscheiden, nicht theoretisch, ganz real, jeden tag, bei jeder Autofahrt, auch wenn dies selten so schlimm endet! Viele spielen Lotto, obwohl da die Wahrscheinlichkeit größer sein könnte, aber was wär wichtiger im Beachten: das Leben o. das Geld? Ob es dir dann hilft, Hannes, das ist zwar zweitrangig, wäre aber ein verdienter Nebeneffekt. Dir alles Gute, lass den Schmerz zu u. folge seiner Spur, verdränge ihn nicht, denn dies bringt nie wirklich weiter, Hannes! :(:(:(

    Es gab einmal eine Zeit in der Fussbälle und entsprechendes Zubehör vor allem in Spielzeugläden verkauft wurden. Diese verbanden den Sport mit Spiel und damit Spass.
    Heute aber ist gutes Fussballzubehör kaum mehr in den Spielzeugläden der Kinder zu finden, sondern zunehmend nur noch in den Sportgeschäften der Erwachsenen.
    Ob das nun die logische Folge oder die Ursache einer gewissen Spassverschiebung ist


    Vermutlich ist gerade DAS das Dilemma mit dem "Spass". Es ist für jeden was anderes. Die Definition von Koeppchen finde ich toll.
    Leider haben viele Eltern und vor allem Kinder eine andere Auffassung.


    Wessen Auffassung sollte nun maßgebend sein, wer zuerst definieren, was für Spaß im KiFu stehe? Die 1. Beobachtung ist wirklich wegweisend: Kinder gehen am liebsten, mit strahlenden Augen in den Spielzeugladen, in Sportläden werden sie oft eher "geschleift"...


    Ob Kids sich immer auspowern bzw. "total auspumpen" lassen wollen, wie wir Erwachsenen es vermeintlich toll finden? Wobei ich von denen real in der Breite der KKL auch gar nicht so viele kenne u. mein Tennistrainer mir - als ich vor 5 Jahren damit "ganz klein" anfing - wie jedem sonst einbleute: jeder Mensch ist von Natur aus faul. Du benötigst mich nur deshalb, obwohl du viel Ehrgeiz zeigst... Mir leuchtete es ein, daher buchen wohl auch Topmanager für 100 Euro u. mehr zum Waldlauf nen Personal-Trainer. Ähnlich sieht's im KiFu aus: Kids sehnen das Abschluss-Spiel herbei, doch vorher müssen sie erstmal vernünftig trainieren, wie Trainer, Eltern es wollen: erst die Arbeit, dann dein Vergnügen!? Sonst droht das, was Kids selbst lieben u. sich als Spaß wünschen, auszufallen, oft in Strafaktion für alle, so auch nur 1er querschlägt. Ob dies richtig ist, wo jeder doch zuerst Individuum ist, ne andere Frage...


    Wem aber gehört dieser Kinderfußball, wem sollte er zuerst Spaß bringen? Immerhin ist's Freizeit, nach der Schule. Wohin Fremdbestimmung weg vom Spielerischen (das übrigens auch pädagogisch Hauptmotiv im Lernen ist, wogegen Noten o. Tabellen eher mittels Druck u. Zwang wirken) hin zum "Sportlichen" führen kann, musste unser Jüngster wieder mal bei "seinem" Weihnachtsturnier erfahren: bereits im 1. Spiel lag er als Stürmer wieder mal schnell wg. überharter Gegner-Gangart 3mal nach Fouls schmerzverzerrt am Boden, Gegner-Erwachsene forderten ja "drauf!" zu gehen; beim 4. Mal war's dann soweit: Bänderriss. Da er wg. zu unkoordinierter Spielweise o.ä. oft am Boden liegt, bei Trainern wie auch von mir zT schon mal gern als Weichei abgetan wird, spielte er trotzdem im Tor das Turnier zu Ende, aber: In unseren 2 Teams hatten am Ende von 14 Kindern 9 mehr o. weniger starke Blessuren von 'bloßen' Wunden übers verdrehte Knie, dickes blaues Auge, "Eisbein" bis Bänderriss. Ihren Spaß im Ehr-Geiz schienen vor allem bestimmte laut anfeuernde Trainer gehabt zu haben (unser Trainer weniger, ist eher ruhig); sie hatten zumindest keine Verletzten in ihren Reihen zu beklagen ;) Dass jemals KiFu wieder an Kinder, ihr Spiel zurückgegeben wird, damit vor allem sie Spaß hätten, dürfte ein frommer Weihnachtswunsch bleiben, wär aber schön: bin sicher, dann hätte unser Jüngster diese Weihnacht nicht mit Krücken laufend zu verbringen. Und ich erinnere mich immer noch gern an meine Jugend auf wilden Wiesen statt im Verein: Verletzte, all die am WE rüden Aktionen gab's da nie (außer ab u. an kamen Vereinsspieler, da gab's oft Stress, erst heute versteh ich wieso: nicht sie selbst waren so übel, die Verhältnisse waren's, wie Marx erklären würde) dafür viel heiteres Miteinander. Schade, dass dieser pure Spaß miteinander unseren Jungs nie vergönnt war: sie kennen Fußball nur mit jenen 'Begleiterscheinungen', viel Schmerzen, Strafen, Druck uä :huh::(


    (Eben präzisiert, da unser Trainer sich mit angesprochen fühlte: Menschen sehen Tatsachen nunmal verschieden, drücken sich auch mitunter schlecht aus, bitte alles nicht so ernst nehmen: mehr Spaß zu verstehen, hilft in vielen Lebenslagen weiter u. selten ist etwas wirklich so böse gemeint, wie man allzu schnell meint. Andre's Titel ist ja auch vielsagend offen, wie man es versteht, die Rollen verteilt, entscheidet jeder selbst, oder...? Danke für die Nachsicht.)

    doch wie oft dürfen sich Spieler selbst gar nicht dazu äußern, wie reell er denn -aus ihrer Sicht- existiert? So wird Spaß zur schlimmsten Floskel nach dem Motto: ihr habt hier alle jede Menge Spaß und wehe euch, falls nicht... Wir Erwachsenen meinen, Erfolg zum Spaß zu brauchen, Verlieren aber tut weh. Doch Kinder können noch mit Spaß verlieren, die Welt einfach vom Kopf auf die Füße stellen, zB beim sog. Räuberschach, das in der Schule bei uns mit größter Begeisterung gespielt wurde: Mist, ich hab wieder gewonnen - bei Kindern kam dies ganz echt rüber. Kellerkicker - ein Name als Programm, dreht bewusst die Fußballwelt um: wir spielen hier wie Kinder zum Spaß u. den Platz oben können gern die anderen haben! Ich meine: Spaß ist dort, wo stets viel gelacht wird, keiner dem anderen etwas neidet, jeder überzeugt unterschreibt, dass es sportlich fair zugehe, bei allem Wettbewerb unter Konkurrenten, und es keine Zwänge gibt, sondern Spieler von sich aus 15 min vor Trainingsbeginn kommen, da sie es nicht erwarten können, mit ihrem Team zu sein... Spaß: nicht reden, sondern tun und leben!
    Im Sport zu besiegen ist doch zuerst der eigene innere Schweinehund: weniger der heute allein gefeierte Sieg über möglichst alle anderen als der über dies schnell von Faulheit infizierte Selbst ist der Weg als Ziel.... Es gibt auch Teams, gegen die man mit Spaß verlieren kann: wenn sie begeisternd klasse spielen! Das ist dann wie der freie Fußball meiner Kindheit auf wilden Wiesen: da hatte man immer Spaß, spielte direkt nach der Schule bis in Dunkelheit hinein, in Ferien 10 Stunden am Tag. Heute sucht man diese Wiesen oder solch in sich begeisterte Spieler fast völlig vergebens: wie ausgestorben. Daher halte ich es mit Deissler: der Fußball, den ich einmal liebte, ist heute ein ganz anderer... Jeder Trainer aber hat die Chance, im Kleinen diesen Fußball voll echtem Spaß, den man dann gar nicht mehr beschwören müsste, ein klein wenig wieder herbeizuzaubern, jeden frei laufen lassend, unterstützend statt fordernd, ermutigend zum Selbstsein statt Gehorsam wollend, viel lachen und die gemeinsame Liebe zum Sport als Miteinander in Zu- wie Abspiel obenan stellen!

    "Sozialutopien" existieren en masse, heute kam ein Bericht über sog. Sozialpraktika im Ausland: Eltern buchen für viel Geld den Urlaub in einem afrikanischen Waisenhaus, wo ihr Kind nach dem Abi dann eher dumm rumsteht, sich langweilt - und nachmittags geht's mit Seinesgleichen an den Strand. Die Waisen als next attraction, Kulisse für Wohlstandskids, die aus Luxus Güte zaubern. Ach, das Wichtigste vergessen: am Ende gibt's ein Zertifikat fürs "ehrenamtliche" Engagement. So kann man dann sich wie karrierewirksam beweisen, dass man ein guter Mensch ist, Ehre und Gewissen hat, Maria Theresa, St. Martin & Co in nichts nachsteht? Was will man uns und sich heute so alles einreden? Muss man ein Amt "bekleiden", um Ehre zu haben, Mitmensch zu sein? Würde man sich ohne Amt und Würden nicht engagieren, ohne Fun und Kameras nicht zur Charity-Party gehen?
    Danach kam nach ein Bericht über Extremsurfer, die auf die Big-Wave stehen, am Rande erwähnt: letzte Woche starb da einer. Der Tote war nur eine Nebenbemerkung wert, anstandshalber, während der porträtierte Sportler unsere Aufmerksamkeit schluckt. Ist dies alles nicht ne denkbar zynische Welt? Was ich da gern fragen tät: wieso braucht's ein BGE, um sozial zu sein? Würde wenn nicht umgekehrt ein Schuh draus: da, wo alle sozial wären, gäbe es vielleicht eine "Sozialdividende" bzw. echte Sozialhilfe statt nur dem Namen nach: Worte statt Taten. Wer echt anderen helfen statt sich als der großartige Helfer und gute Mitmensch mit viel Ehr produzieren will, der packt einfach an. Ob ein BGE unserem Volk diese seine soziale Eigenschaft zurückbringt, das bezweifle ich, so schön einfach dieser Gedanke wäre, dass sich plötzlich überall wahrhaft opferwillige, fürsorglich tätige Gutmenschen tummeln, die nicht nur die Geste, die Position, den Schein für sich suchen, da es dem Ich hinter seinen Stirnhöhlen doch mitunter arg eng, dies zur Ausbruchsfantasie wird. Schon die ja durchaus berechtigte Angst davor, dass Milliarden von Sozialflüchtlingen (so sie finanziell könnten) über uns als ein Ende aller Not verheißendes Big Paradise herfallen würde, zeigt, wie schnell unsere Träume der Sozialutopie heute enden, so gern auch ich weiter darüber nachgrübeln würde, wie unsere Erde ein besserer Planet würde, da sie vom Wohlstand abgeschminkt so gut wie erwünscht eben leider gar nicht ist, und dies liegt wohl doch grad auch an uns, oder?
    Unsere Sehnsucht nach Güte, Größe, Siegen mal tiefer bedacht, führte vllt zur radikaleren Selbstanalyse der Gründe, wieso uns ein BGE für soziales Tun nötig erscheint, oder? :S

    Pädagogik kennt verschiedene Theorien, aber auch Basiserkenntnisse: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Behandelt man andere als Objekt, setzt sie ins Passiv, vermittelt Laufen im Team als Strafe o. bremst auch im Elan, schwächt man Spieler in ihren Motivlagen, wogegen gölte: Kinder stark machen, als lauf-freudige Subjekte und Teamplayer! Sie positiv überzeugend Zielen zuführen, ist jedoch alles andere als so einfach, wie man es sich (qua Machtkampf unter Ungleichen) per Bestrafung eben - oft unausgebildet, unbezahlt, wenig anerkannt - gern macht. Schade ist nur, wenn man dann in seiner Autorität nicht mal mit sich reden, sich eines Besseren belehren lässt wie im Eingangsbericht von Mad-dog: wie verhalten? Tja, ich meine, es ist völlig normal, wenn nicht spielen dürfende, warten müssende statt sinnvoll beschäftigte Kinder sich die Zeit mit Quatsch zu vertreiben suchen, - das fängt schon beim In-der-Schlange-rumstehen im üblichen Torschussüben an: wer könnte erwarten, dass da Kinder wie Ölgötzen meditierend warten statt ihren Unmut übers sinnlose Rumstehen irgendwie abzubauen? Was täten wir Erwachsenen denn, wenn man uns so unsere Trainings- bzw. Lebenszeit raubt, die meisten würden doch auch rebellieren, wenn auch aus Vernunft, Angst etc. vllt nur im Stillen, da man es in Schulen über ein Jahrzehnt lang ja unter rigorosem Notendruck so erlernte...
    Kinder aber "denken" vllt noch ursprünglicher: Mann, ich bin hier doch nicht in der Schule, wo Quatsch nur verboten ist, bestraft wird: ich komme hier her, um Spaß zu haben, hätte in meiner Freizeit ein Recht darauf ;)

    DeBiber: diese Trainer sterben nie aus, da Vereine wie Verbände sie frei gewähren, also zu-lassen. Das ist Kern dieses Problems für die spielerische Entwicklung. Verantwortlich ist also nicht nur jener "bekloppte" Trainer, sondern alle, die sein alles andere als lustiges Verhalten decken. Gut, dass du wenigstens mal hingingst, so dass er unhöflich sein "Nein" verkünden musste: viele haben dazu keinen Mumm, sonst würd's ja nie teamintern funktionieren. Dass man nicht begreift, so Misserfolg zu fördern: rätselhaft, erklärt sich aber wohl schlicht dadurch, dass man falsch gepolt ist: sich selbst am nächsten steht statt dem Team. Im Verein vorgelebt? Der Fisch stinkt ja zuerst... Nur wieso melden Eltern da ihre Kinder an, liefern sie dem schweigend aus? Der wenig nachdenkliche Brüll-Trainer (Schreitherapie u. Joystick-Playstation lassen grüßen) ist ja psychologisch eher wie alle Eltern zu verstehen, die ihre Kinder so psychosozial leiden, beschädigen lassen. Er baut so Alltagsstress/-frust ab...


    Wie nun Helfer-Trainer verstehen? Sie glauben evtl. einfach: spontan unkontrolliert o. eitel, sie wüssten besser, wie alle zu spielen hätten: obwohl sie gar nicht aufm Platz mitspielen, im Training ihre Chance zum Input ja längst hatten, oft nur die Präsenz im Team stören, die für kreativ-intuitive Kollektivintelligenz synergetisch notwendig wäre. Sie wissen irgendwo, dass man Spiele nie von außen "machen" kann, sie von oben verordnend statt aufm Platz sich dynamisch von selbst entwickeln lassend nur viel konzentrative Energie abfließt: Wie kann man dies als zT jahrelang tätiger, gar ausgebildeter, professioneller Trainer ignorieren? Jeder Mensch hat emotional getragen blinde Flecken im Kopf: so erklären sich eigene Handlungen, die man in sich selbst ruhend, so Kräfte sammeln wollend gar nicht bemerkt, wider besseres Wissen unternimmt etc. Daher benötigten Trainer zuerst Mentales Teamcoaching: je weniger sie dazu (zur Analyse ihrer blinden Flecken) bereit sind, wohl idR umso mehr!?


    Läuft ein Spiel aber völlig verkehrt, ist ein Unterbrecher per Ruf von außen durchaus zielführend, am besten persönlich adressiert. Manch verklemmter eingeschüchterte Spieler braucht auch Ermutigung zur Risikofreude etc. Und Distanz o. Vogelperspektive lassen mitunter auch klarer schauen, daher ja der Ritus der taktischen Aufstellung, die basal instruieren können soll, als ob die Spieler selbst dazu zu dumm, zerstritten, passiv seien. - Von daher nährt sich wohl die Illusion, generell von außen Spiele besser "sehen" u. steuern zu können. Sonst wäre die Rolle der Trainer ja auch im Spiel viel unbedeutender, eher aufs Training beschränkt (woher nicht grundlos der Name kommt!). Wobei "positives Verstärken" als Signal von außen als Rückhalt (durch den aufstellenden Machtinhaber) auch da, wo es läuft, durchaus anfeuern kann, Sicherheit verleihend: WIR sind ok! Sofern dies unkritisch bleibt, eben die Fokussierung nicht belastet. So unterstützen Klopp, Streit o. Tuchel "lautstark" stets nur die eigenen Mannen, die da wissen: ich hab Rückendeckung, Schuld sind Schiris, Gegner, Umstände. Soviel blindes Zusammenspiel kann auf Eigenmotivation durchaus anfeuernd/treibend wirken, obwohl manch Spieler humorvoll (was der eben sich ins Team einbeziehend und dienend statt herrschend erlaubt!) die CL-Aussperrung von Klopp ja als Ruhe begrüßte... ;)

    open-minded: Die Parallele von Kollektivstrafe und damit latent intendiertem, auch per Kollektivärger veranlasstem Mobbing gegen den isolierten, dagegen wg. seiner Unterordnung als Spieler relational eher ohnmächtigen "Übeltäter" überzeugt mich: hängt's so im Kopf derer zusammen, die jene - so sozial negativ Druck erzeugen wollend - verhängen? Oder was sagen die, die es vertreten: Motiv?


    Dennoch auch ein philosoph. Einwand bzgl. KiFu: Quatschmachen ist für von Schule oft genug overstresste Kinder ein Ur- wie Mitteilungsbedürfnis untereinander; es sorgt unterschwellig auch im Erwachsenenbereich fürs sog. blinde Zusammenspiel (auf sentimentalischer Ebene sich initiierend). Quatsch, gute Laune, Spaß etc. ist von guten Be-treuern entsprechend als Auflockerung von sonst schnell manifestierter Hierarchie (dh vor allem: Unbeweglichkeit im Kopf) einzuplanen bzw. zu tolerieren oder gar pro selbst-affirmativem Teambuilding zu fördern.* Ersatzspieler fuhren schon als "Spaßmacher" zur WM, da sie ihre Rolle eben locker nahmen, statt per zuviel Ehr-Geiz die Stimmung zu vermiesen....
    Zu betonen ist sicher, dass Quatsch "im Übermaß" zu viel Konzentration raubt. Lachen beugt gemäß dem Motto "Humor ist, wo man trotzdem lacht" Krisen etwa bei Niederlagen vor (vgl. etwa Plessner "Lachen und Weinen"). Man muss es aber auch mitmachend entstehen lassen, kann es nie erst dann von oben verordnen, wenn es nötig wird - das funktioniert nicht, sondern nur, wenn Quatsch per se erlaubt ist! Ich hab Trainer, mit bzw. unter denen Lachen fast unmöglich war, stets gemieden u. als Trainer mir echt lebendige Teams als Ziel vor den Erfolg gewünscht. Es ist fürs echte Sich-begeistern (durch das erst jeder in sich statt - oft eher zwangsweise - von außen angefeuert wird) evtl. erste Voraussetzung, reisst dann jeden mit, ohne dass erst viel gesagt werden müsste... Wer Spaß- u. Quatschmacher vllt nicht nur wie üblich ausbremst, sondern selbst wie ein Kind als authentischer Teil des Teams mitmacht, sich anstecken zu lassen als signalisierte Möglichkeit offen lässt, genießt dann in Training wie Spiel die positive Eigen-Dynamik der Situation im 'Lustigsein' - und fördert so die Lust aufs Team(Play)! Könnte sich auszahlen, wenn's aufm Platz mal eng wird u. jeder von selbst letzte Reserven mobilisert statt dass eher hilflos vom Rand aus wer wie am Spieß schreiend all anfeuern muss bzw. sich einbildet, dies zu vermögen, wo er auch vor allem für wachsende Hektik sorgen könnte... ;)

    @callahan: Kernbotschaft verstanden, die Details vertiefen nur die Sicht der Dinge. Was dann dazu führen kann/soll, dass Fehlsteuerungen wie deine berichtete automatisch unterlassen werden per "Selbst-Intuition", indem man zB bemerkt_ hochkonzentriertes Training ist heute für uns als Ensemble zuviel, also auflockerndes Abschlussspiel vorziehen u. entspannen. So kommt's dann erst gar nicht zu sozialen Stresssituationen u. man führt souverän ohne Ausraster. Dass du den Delinquenten nicht vorschiebst, sondern die Verantwortung bei dir als Trainingsleiter suchst, ehrt dich: so sollte es sein! Aber dafür braucht's mental "ein breites Kreuz".

    @mad: Die Frage ist komplex, d.h. immer, für wen was sinnvoll ist: langfristig fürs Team, seinen "Geist", seine gute Stimmung, den Zusammenhalt etc. oder kurzfristig für einen bestimmten Trainertyp, der nicht pädagogisch mit Sachverstand zu führen, sondern bloß auf indifferenten Herdentrieb und blinde Schwarmintelligenz zu bauen weiß. Er verfügt also (letztlich schon vor sich selbst im Anspruch) über keine von selbst wirksame Autorität mit Führungskompetenz, muss daher die Mannschaft in toto für seine Schwächen instrumentalisieren, damit sie disziplinarische Probleme löse. Sie soll sich ärgern und Druck ausüben, da er auf gute Art versagt, nicht für Einsicht, mehr Begeisterung und positives Etwas-erreichen-wollen bzw. schlicht per charismatischem Vorbild für Verhaltensänderung der Betreffenden sorgend. Dabei wird per Kollektivstrafe immer das Team in Gute (die dann zurecht beklagen, dass sie nichts verbrochen haben und ungerecht behandelt, also undifferenziert pauschal über einen Kamm geschert werden) und Schlechte aufgespalten, also auseinander dividiert: jene auf diese treibend! Die Hoffnung ist also, dass die zu Unrecht bestrafte Mehrheit in ihrer Missstimmung sodann den Trainerjob erledige, die Störer zur Räson zu bringen. Doch diese Missstimmung wird natürlich unterschwellig ebenso bleiben wie das Störverhalten. Und der Schuss kann bei selbstbewussten Spieler auch nach hinten losgehen, wenn die gegen den sie ungerecht abstrafenden eine Palastrevolte anzetteln oder sich stillschweigend verweigern, etwa wenn es eng wird: dann sagt man, Spieler verlören, da sie unmotiviert seien u. gegen den Trainer spielten: Klar, wer mangels Rückgrat/eigenem Stehvermögen etc. bewusst Unrecht als Mittel der Interessensverfolgung sät, fährt dann im Misserfolg des Teams auch die Ernte ein...


    Dies ist m.E. viel öfter der Fall, als man meint: auch wenn Angst mit- statt jeder frei aufspielt. Viel einfacher ist es, alle, die sich vorbildlich verhalten, darin per Lob, besondere Kommunikation wie Tipps etc. "positiv zu verstärken" sowie per bestimmtem "Selbstsein" aufs Team abzufärben - und Störer nur "mit Missachtung zu bestrafen". Bis dies wirkt, mag ein paar Tage länger dauern, da man indirekt und sanft führt, der Erfolg in Sym- wie - für eigendynamisch inspiriertes Teamplay noch wichtiger - Empathie ist dafür aber weitaus nachhaltiger. Denn jeder will im Prinzip dazugehören statt im Abseits zu stehen. Voraussetzung ist allerdings die zwischenmenschliche Akzeptanz des Trainers in seiner Persönlichkeit: nur dies enthebt ihn vom Zwang, gewaltsam mit aller Macht zu demonstrieren, wer das Sagen habe u. führe. Dies muss sich von selbst verstehen o. der Trainer erledigt seinen Job suboptimal, sollte also zuerst (per "Mentalem Teamcoaching" mit Hilfe Dritter) an seiner Persönlichkeit arbeiten, bevor das Team dafür qua geistlosem "Überwachen und Strafen" in Haftung genommen wird. Die notwendige Führungsstärke ist nämlich z.T. erlernbar (Sich-zurücknehmen dabei seltener Schwäche, als man denkt), Sich-weiterentwickeln möglich u. daher der Verzicht darauf fahrlässig in Bezug auf die Verantwortung fürs optimal gelingende, dh intuitiv funktionierende Teamplay, dass per Konfliktschüren, Ärger, Konkurrenzangst o.ä. (meist latent rumorendes) Gegeneinander stets gelähmt wird.


    PS: Etwas ganz anderes ergibt sich, wo der Trainer sich selbst ins Team einbezieht, also symbolpolitisch mitläuft - dies wäre aber ein anderer Aspekt. pro-aktiven Führens, das Strafen zum Spiel erklärt, dies auch verbal mit Humor begleitend, um so das "Spielerische Momentum" im Team positiv zu verstärken. Wie man vorgeht, hängt von den Motivlagen, der Grundstimmung, der Erfolgsbasis u.v.m. in den konkreten Mannschaften ab.

    Ich gratuliere dir erstmal, dass du als Vater deinen Sohn so nüchtern beurteilen kannst/willst, denn in den Teams (D bzw. C) meiner Jungs sind auch Trainersöhne Torwarte, deren oft unterirdische Leistung (die grad nach Kritik eines Feldspielers zu 3 Abgängen führte) wird quasi für sakrosankt erklärt u. den Jungs helfen, darf man auch nicht: böse Einmischung, obwohl die Jungs es wollten, da ich meine Söhne früher zu Toptorwarten trainierte, nur dass sie am Ende lieber im Feld spielten...


    Das ist auch schon der 1.Tipp: lass mal deinen Sohn durch eine andere Person betreuen, teamintern o. -extern (falls man sich unter Kollegen bei euch hilft)!


    Dann lass ihn in Testspielen häufiger in der Defensive u. den 2.Torwart dann ihn an spielen: Positionsrotation ist auch bei fester Positionswahl durch den Spieler wichtig, damit er erlernt, was o. wann andere ihn brauchen, zB als anspielbereit mitspielenden TW, der umgekehrt dann auch wieder mitdenkende Feldspieler braucht u. sucht, wenn er den Ball los werden muss. Miteinanderspielen muss dabei beiderseits als Pflicht gefördert werden.


    Das Herauslaufen entsteht oft aus "lähmender" Unsicherheit, da ein Torwart natürlich blöd dasteht, wenn zB ein Heber o. er sonstwie zu früh raus kommt. Doch klar muss werden: wer passiv bleibt, nichts tut, kann damit auch einen Fehler begehen. Da hilft nur ruhiges Erklären, wenn so etwas passiert. und danach Geduldhaben. Es gab schon Nationalkeeper mit Problemen bei Rauslaufen ;)


    Die letzte von mir auch zT praktizierte "Holzhammer-Methode": einfach eine Tipp geben, "Rauslaufen" rufen. Mancher mag meinen, die sei Fernsteuern, aber genau dies benötigen gehemmte Kinder ja: indem der Trainer raus ruft, entlastet er sie, falls das sich als falsch entpuppt. War das Rauskommen richtig o. erfolgreich, ist das natürlich einzig und allein Verdienst des Torwarts - und so merkt er dann, dass rauslaufen gar nicht so übel ist ;)


    Letztlich war ich selbst aber nie TW u. konnte nur aus meinem situativen Gefühl her Kinder im Tor trainieren... Viel Glück u. weiter Tipps!


    PS: Von meinen TW forderte ich bei klaren Spielständen für o. gegen uns immer auch mal einen Durchmarsch, weil es alle Kinder total lustig fanden - Angst raus zu kommen hatte vllt auch daher nie wer. Einige Male wurden so dank Überraschungseffekt beim Gegner auch Tore geschossen, was die TW sehr stolz machte u. alle freuten sich für sie, sogar Gegner lachten oft mit.

    @Uwe: Ja, danke, aber es war oben ja kein Grund benannt. Dann war es also nur Spam, oder? Schade, hätte mich über einen reellen Beitrag zum Thema natürlich gefreut, da ich selbst weiter an ihm dran bin, im nächsten Semester auch wieder ein Einführungskurs für Trainer, Betreuer, Eltern o.a. läuft...
    Sir Alex: So schön es ist, dass du Interesse an meiner Meinung signalisierst - (Vereins/Verbands-)Politik u. Philosophie ("Mentalfragen") sind ja wie Hund u. Katze, sie vertragen sich selten. So ist besser nurmehr MTC mein Thema, dazu beantworte ich gern Fragen, lese gern Beiträge, Links etc...