Andere Übungen hierzu wäre für mich der Dribbelwald, wo du in Gruppen von cirka 6 Spielern, die sich im Kreis aufstellen mittig einen Hütchenwald erzeugst. Auch hier sollte man mit zwei Bällen aggieren. Spieler A dribbelt mit dem Ball durch den Hütchenwald, ...muß -nebenbei gesagt- dort noch einem anderen Spieler ausweichen, ...kommt dann aus dem "Wald" heraus und paßt einen auf Position stehenden Mitspieler an, welcher dem Pass unter Beobachtung des Trainers entgegen kommt. Der Passgeber läuft seinem Pass halt nach und nimmt die Position des zuvor angepaßten ein.
Eine derartige Übung wäre eher dazu geeignet, um eine Situation in Unterzahl vor dem Tor zu lösen. Der Stürmer ist allein gegen mehrere Spieler und hat keine andere Wahl, er löst die Situation im Alleingang und kommt zügig zum Abschluss. Ansonsten kann es sein, dass die Spieler daraus lernen, immer wieder ein Mal zu viel zu dribbeln anstatt den Pass bei der ersten Gelegenheit abzugeben.
Und hierauf aufbauend gehts dann weiter....nämlich die Situation, dass der Passannehmer den Pass inne hat und dann
-entweder abprallen läßt um sich danach frei zu laufen ODER er nimmt an und mit und geht in den Angriff und startet durch
-was für den Spieler der von hinten kam bedeutet, dass er zügig auf Abwehrverhalten umstellen sollte (Gegner stellen, ableiten, Ballablaufen).
Hier soll der Verteidiger versuchen zu verhindern, dass sich der Angreifer in Richtung Tor umdreht.
Prinzipiell versuche ich, das bei sämtlichen Spielformen immer wieder zu fordern. Außerdem habe ich eine spezielle Übung dafür, die ich hin und wieder zum Aufwärmen mache, hoffentlich kann ich die halbwegs verständlich in Worten beschreiben: 3 Spieler, 3 Hütchen, 1 Ball; 2 Spieler (vorderer mit Ball) am Hütchen 1, 1 Spieler (Blick Richtung Hütchen 1) am Hütchen 2 (Abstand ca. 6 m), Hütchen 3 steht 2 m hinter Hütchen2; Spieler mit Ball dribbelt in Richtung Spieler 2, der gleichzeitig rückwärts zum Hütchen 3 läuft. Am Hütchen 3 startet Spieler 2 explosiv nach vorne, bekommt in diesem Moment den Pass und führt den Ball zurück zum Ausgangspunkt.
Unterhalb der D-Jugend assoziieren die Kinder die Übungen selten mit Spielsituationen auf dem Feld. Ein gewisses Verhalten bleibt aber dennoch hängen. Du kannst selber im Spiel beobachten, was dann passieren wird. Durch diese Übung lernt der Passgeber, zuerst dem Empfänger entgegenzulaufen, bevor der Ball abgegeben wird. Einerseits kommt dadurch der Pass einige Sekunden zu spät und auf der anderen Seite wird das Spiel eng gemacht. Wenn der Pass dennoch ankommt, wird sich der Passgeber immer herausreden, er habe seine Aufgabe erfüllt, der Empfänger soll nun die Situation lösen. Führe diese Übung vor einem Spiel durch, beobachte dann was im Spiel passieren wird und danach reden wir wieder darüber
1) Das ist für mich eine der wichtigsten Eigenschaften überhaupt. Daher trainiere ich es immer und immer wieder. Nicht spezifisch. Sondern ich verlange bei jeder Passübung, dass IMMER ein bis zwei Meter dem Ball entgegen gegangen, auch wenn es nur Pässe über 5-6 Meter sind.
2) Jede Torschussübung, der Pässe vorgeschaltet sind, beinhaltet das. Ich fordere die Spieler z.B. auf in diesen Übungen, ihren Ball erst abzuspielen, wenn der Partner einen Schritt entgegengekommen ist usw.
Steter Tropfen höhlt da den Stein...
1) Eigentlich sollte der Passempfänger einen Abstand von 6 Metern nicht durch Entgegenlaufen um 1...2 Meter noch weiter verringern. Das Ziel sollte es sein, das Spiel so breit und tief wie möglich zu gestalten. Ansonsten befinden sich die Spieler in kürzester Zeit auf einem Haufen.
2) Im nachfolgenden Link gibt es einige gute Anmerkungen
http://www.trainerblog.fussbal…egner-im-ruecken-323.html
Es gibt eigentlich eine einzige Situation, die der Passgeber selbst bestimmt: der Pass auf die zukünftige Position (in die Gasse, Flugball/Flanke). Das setzt aber voraus, dass der Empfänger die Lücke sieht. Ansonsten wird der Passgeber vom potentiellen Empfänger immer geführt. Das ist das Beispiel in dem obigen Link, wie es gemacht werden sollte. Dem würde ich hinzufügen, dass der Empfänger dem Passgeber zeigen sollte, wohin der Pass abgespielt werden soll (die Position mit Finger zeigen). Gleichzeitig sollte er sich laut melden.
Andre hier ist genau das, was ich mit dem Drehen oben meinte: "Reagiert der Gegner nicht schnell genug, bei der Ballannahme sofort nach
vorne aufdrehen (spieloffene Annahme) und mit Ball offensiv werden". Der Verteidiger sollte den Angreifer stören.
Mit dem Thema Entgegenkommen sollte man eigentlich vorsichtig umgehen. Wenn darunter sich vom Gegner lösen bedeutet, oder aus dem Schatten des Gegners heraustreten, wie die Übung von BJL vorschlägt, dann bedeutet das eigentlich Freilaufen nicht Entgegenkommen. Hat ein direkter Pass den notwendigen Druck nicht, so sollte der Empfänger entgegenlaufen. Eher sollte aber der Druckpass richtig gespielt werden.
Zum größten Teil wird dieses Problem dadurch gelöst, dass die Jungs zunächst lernen, das Spiel immer breit und tief zu gestalten. Dadurch gibt es beim Umschalten auf den Angriff immer ein gewisses Zeitfenster, wo sich die Spieler freilaufen. Wird dieser Zeitpunkt verpasst, so versuchen sie immer wieder mittels Freilaufen anzubieten, wie in dem Link oben. Wird wieder der Zeitpunkt für die Passabgabe verpasst, so laufen sie wieder zurück. Es soll wie eine pulsierende Masse aussehen und wie in dem Link oben:
"3. erst bewegen, wenn der Mitspeler am Ball passbereit ist, dann aber explosiv, d.h. auf den Punkt freilaufen"
Was die Spieler noch lernen sollten ist der Schulterblick, sich ständig umschauen und die Situation überblicken: wo befinden sich die Mitspieler, wo sind die Gegner, biete ich mich dem aktuellen oder dem voraussichtlich nächsten Passgeber an. Das sind aber wiederum Dinge, die in der Regel ab der D-Jugend wirklich verstanden werden