Beiträge von Dobrin

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    Hallo Oliver,


    auch bei den heutigen Anforderungen im Fußball läuft das ganze ähnlich. Mehr Trainingseinheiten sind es eigentlich nicht, ich hatte zu meiner Zeit sogar mehr in dem Alter als mein Sohn. Man muss mit der Müdigkeit irgendwie fertigwerden und dafür braucht man eine konsequent korrekte Ernährung und Disziplin im Selbstmanagement und hier meine ich die Zeiteinteilung. Platz für Fehler gibt es kaum.


    Von wem die Initiative für die Leistungssportkarriere ausgeht, fängt bereits mit deiner eigenen Frage: "Mein Kleiner ist jetzt 8, recht talentiert und ich frage mich jetzt, ob ich ihn in Richtung Leistungssport fördern soll"
    Wenn die Eltern des Kindes diese Tür nicht öffnen würden, dann hätten die Kinder gar keine Ahnung, was zu tun ist ;) In dem Augenblick, wo dies Tür aufgeht, solltest du aber ganz aufmerksam die Druckentwicklung deines Jungen beobachten und das meine ich wirklich ernst!
    Ich habe entschieden, dass die Schule an erster Stelle steht, da ich die Erfahrung dazu habe. Ich kann auch bewerten, wo die Kinder schulmässig stehen und es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass mich mein Sohn bis zum Abitur abhängen kann. Noch sieht man das locker, aber der Augenblick der Wahrheit wird sich erst ab der 9-ten Klasse zeigen.

    Sehr Interessante Diskussion!


    Die Frage ist ja: Ist es möglich, den Kindern auch Leistungssport zu ermöglichen, ohne dass der Spass zu kurz kommt und ohne dass die Schule/Ausbildung darunter zu sehr leidet? Oder anders gesagt: Muss man sich entscheiden: Spaß ODER Leistungssport? Leistungssport ODER Schule/Ausbildung? Oder kann man das zusammen kriegen?


    Grüße
    Oliver

    Ich hatte dein Beitrag übersehen. Was ich persönlich von mir und meinem Sohn kenne, ist der Zusammenhang Gymnasium-Leistungssport. Die anderen Kombinationen mit Realschule, Hauptschule oder Lehre kenne ich nicht. Ich vermute aber, dass die Anforderungen etwas weicher sind. Im Fall der Lehre ist das eventuell problematisch in Verbindung mit der Betriebsanwesenheit zum Beispiel...anyway.
    Zu meiner Zeit gab es auch einige Spieler, die nebenbei versucht haben, ihr Abitur zu schaffen. Die meisten haben das aber nicht gepackt. Auch ohne Fußball wird es in Richtung höhere Stufe immer schwieriger. Der Stoff wird immer umfangreicher und die Stunden für die Hausaufgaben, oder für die Vorbereitung der Testphasen nehmen zu. Das bedeutete volles Programm bis tief in die Nacht hinein. Freizeit ab der 9-ten Klasse? Ein Fremdwort mit Ausnahme der Sommerferien. Das war dann aber ein Genuß!
    Zusätzlich war es spannend, wenn Halbjahres-, oder Jahres-Tests auf dem "Speiseplan" fast oder sogar zeitgleich mit irgendwelchen Spielen anstanden. Weder die Schule, noch die Trainer sahen die Abwesenheit mit Verständnis. Gut sein in beiden Richtungen, war die einzige "blasse" Freikarte für die eine oder die andere Partei. Ich habe mein Abitur in Mathematik-Physik mit der Maximalnote und ein technisches Studium mit der Maximalnote in der Diplomarbeit auch geschafft. Trotzdem, würde ich die Frage der Machbarkeit mit eher "Nein" beantworten. Wie man damit scheitert habe ich auch oft genug gesehen.


    Genau aus diesem Grund betrachte ich die Fußballaktivität meines Sohnes sehr aufmerksam. Bis zu der 5-ten war er stets Klassenbester, also in diesem Augenblick passt es soweit. Bislang musste ich mich in Sachen Nachhilfe nicht einschalten. Jetzt in der 6-ten Klasse frage ich hin und wieder nach, vor allem in Richtung Naturwissenschaften, aber erwischen konnte ich ihn bisher niemals. Die Ansage ist ganz klar, beim kleinsten Zucken brechen wir die Zelte.
    Auf der anderen Seite unterhalte ich mich hin und wieder mit anderen Eltern, die ebenso diesen "Leidensweg" verfolgen. Die Situationen sind meistens zwischen eher schlecht und tragisch. Es gibt einen einzigen weiteren Fall, wo der andere Junge ähnlich funktioniert. Der Rest steht praktisch bereits am Anfang der D-Jugend sehr nah am Abgrund. Warum verwende ich dieses Wort? Ganz einfach weil ein Teil dieser Jungs bereits in der Realschule mächtige Probleme haben und die meisten Gymnasiasten, zumindest der Aussage ihrer Eltern entsprechend, so schlecht im Gymnasium sind, dass sie wahrscheinlich auch die Realschule nicht packen würden. Durch diese Gespräche habe ich auch herausgefunden, dass viele Eltern selbst nicht in der Lage sind, Nachhilfe zu leisten. Die eigenen Kenntnisse reichen dafür nicht aus und damit spielen sich in diesen Familien kleine Tragödien ab. Viele fragen sich ständig, wie es weiter laufen soll. Sie suchen die Gespräche, unterhalten sich mit den Lehrern und untereinander. Es ist also sehr kompliziert und wenn bereits in der 6-ten Klasse Probleme gibt, dann können die Kinder in Richtung Abitur nur mit sehr viel Mühe die Kurve kriegen.


    Es gibt sicherlich auch Alternativwege mit Realschule, Lehre usw. aber je weiter unten sich das ganze abspielt, desto weniger belastbar ist der "Plan B". Dass sich ein Profiverein um die Ausbildung der Spieler kümmern, das ist nur Augenwischerei. Ich habe das auch weiter oben erwähnt, es gibt die Sportschulen, die in dieser Konstellation Gymnasium, Realschule und auch Hauptschule beinhalten. Das ist aber ein Witz, da sehr oft die Lehrer beide Augen zudrücken. So etwas wird vornehm Kooperation zwischen Schule und Verein genannt. Es wäre interessant zu wissen, wie stark die Abiturienten in einem derartigen System sind. Mit wenigen Ausnahmen, würde ich nun behaupten, taugen die meistens bestenfalls für ein Sportstudium...aber immerhin

    @Uwe


    Du hast Recht, aber ich meinte nicht die Ausbeute im Sinne Geschäftes. Es ist einfach nur der Prozentsatz derjenigen, die es auch tatsächlich schaffen. Diese Art der Betrachtung ist maßgebend für die Kinder. Die Vorstellung der Chancen ist als "best case" zu sehen und mit 1,5% ist das auch schon mager

    Hallo


    Ja, das stimmt, es geht um die Funktionsstruktur der Gesellschaft.
    Was den Fußball angeht, sollten wir zunächst versuchen, uns Gedanken darüber zu machen, von welchen Chancen wir eigntlich ausgehen können. Wenn wir als vereinfachtes Beispiel in einem beliebigen Profiverein von der Existenz einer jeweils einzigen Mannschaft in der B-Jugend, A-Jugend und 1.Mannschaft ausgehen, dann sind es grob gerechnet 66 Spieler. Ich nehme B-Jugend dazu, da u.U. die Jungs zumindest theoretisch auch körperlich mithalten könnten. Für den Anwärter, aber auch für den Profi bedeutet das im Prinzip Kampf um einen Platz in der ersten Mannschaft. Damit hat ein Spieler aus der jeweiligen Jugendgruppe 1:66 Chancen den Profi von seinem Stammplatz zu verdrängen. Das ist relativ mager. Gibt es mehrere Jugendmannschaften und vielleicht auch andere Konstellationen (U23, 2-te Mannscahft A...) so sinken diese Chancen weiter. Das ist damit in etwa die Grundlage für die Überlegung.


    Nun kommen wir zum Gespann Kinder-Trainer. Wie ich bereits erwähnt habe, kümmern sich die Trainer in den seltensten Fällen um das psychische Wohl der Kinder. Sie sind in dieser Richtung kaum ausgebildet und auf der anderen Seite haben sie eh die große Auswahl in der Region. Auch wenn sie irgendwie Sportwissenschaften studiert haben sollten, der Schwerpunkt liegt trotzdem im Fußball.
    Die Kinder können mit dem Begriff Druck auch nicht viel anfangen. Selbst wenn sie dieses Wort immer wieder benutzen, kennen sie dennoch die komplexen Abhängigkeiten dahinter nicht. Wir als Erwachsene wissen, dass es hier um Kraft pro Fläche in Pascal geht. Bei bestimmten Werten bekommen wir auch Gänsehaut und damit sind wir in der Lage in Analogien zu denken. Wir können den Mechanismus dahinter erahnen und wissen zumindest, dass es dahinter einen Komplex von Schrauben gibt.
    Die Kinder dagegen kennen bestenfalls den Begriff Angst und vorausgesetzt sie erkennen die Sachlage richtig, können das auch in Worte fassen und öffnen sich auch im Gespräch mit den Erwachsenen, ja, nur dann bekommt man als Elternteil die Tragweite des Problems mit. Meistens tun sie das aber nicht und vor allem nicht vor den Eltern oder vor dem Trainer, wenn es sich um die Angst vor Versagen handelt, weil das mit eben diesem Personenkreis zu tun hat. Solche Angstzustände werden leise mitgeschleppt und verschlimmern sich auch mit der Zeit. Deshalb ist es auch kein Wunder, wenn der eine oder der andere Profi seine Depressionen zugibt.
    Vorsichtig formuliert, schuld daran sind in den meisten Fällen die Eltern. Sie bauen unbewusst diesen Druck auf. Das Kind entscheidet sich doch nicht alleine mit 9 oder 10 Jahren für den Besuch einer Sportschule oder insgesamt für diese Laufbahn. Der Aufwand dahinter ist enorm und das bedeutet die Eltern wählen diesen Weg absichtlich.
    Welche Auswirkungen auch immer diese Handlung mit sich bringt, man sollte als Elternteil unbedingt einen Psychologen konsultieren, wenn man merkt, dass irgendetwas nicht stimmt!


    Ralf


    Ich möchte die Berechnung von oben nicht weiter vertiefen. Es reicht aus zu wissen, dass es ganz wenige gibt, die diesen Weg auch tatsächlich schaffen und manchmal schafft es aus einem Jahrgang gar keiner. So gesehen, relativ zu diesen wenigen betrachtet, produziert dieses System insgesamt Ausfälle. Die Ausbeute ist ganz einfach zu gering.

    Ja, ein gelungener Beitrag, Gratulation!


    Vielleicht kann ich auch einige Dinge dazu ergänzen, da Schimanski diese Frage gestellt hat. In einem Leistungszentrum ist der Druck groß, aber die Empfindung der Kinder bis ca. D-Jugend ist als quasi indirekt zu beschreiben. Man muss sich vorstellen, dass es innerhalb der Mannschaft zu Gruppenbildungen kommt und teilweise auch zu Lästereien. Das ist kein Wunder, wenn man bedenkt, dass einige Spieler sehr oft gar nicht zum Einsatz kommen und auf der anderen Seite ihr Können im Vergleich gar nicht so richtig abschätzen können.
    Eine Sache verstehen die Kinder dennoch, sie gehören zu einem kleinen Personenkreis, der das Ergebnis der Auswahl aus Tausenden darstellt. Richtig erkannt, ja, sie sind kleine Stars. Zu viel Lob kann hier negative Ergebnisse liefern. Trotzdem hört man oft Lob in der Form "gut gespielt".
    Die Zugehörigkeit zu einem Profiverein hat aber teilweise auch beängstigende Facetten. Viele Spieler werden aufgefordert eine Schule mit sportlicher Ausrichtung zu besuchen. Dort wird immer wieder verständnisvoll weggeschaut, wenn die schulischen Leistungen nicht stimmen, oder wenn der Unterrichtsbesuch aufgrund z.B. eines Auswärtstourniers ausfällt. Und übrigens, in einer derartigen Schule kommt auch sehr viel Fußball vor. Teilweise geht der Unterricht am Morgen um 7:45 mit...Fußball los. Zunächst wird es 2 Stunden trainiert, anschließend eine Pause eingelegt und danach kommen noch Schulfächer dran. Zwei mal pro Woche Fußball, ein Mal Koordination, Gymnastik, Kondition und ein Mal Reserve.
    In der C- und B-Jugend kommen manchmal sogar Vorschläge, dass das Gymnasium gegen einen Hauptschulabschluss oder gegen eine Lehre ausgetauscht werden soll, da man ja die Perspektive auf einen Profivertrag unter die Nase geschoben bekommt. Die Eltern der Kinder sollten ganz genau abwägen, worauf sie sich hier einlassen. Die Tragweite kann schnell unbeherrschbar werden.


    Noch ein Mal zurück zu dem Druck. In der Regel sagen die Trainer nicht direkt, dass andere Kandidaten draußen warten. Es geht aber hart zu. Manchmal tauchen irgenwelche 2...3 Spieler von außerhalb, die Probetrainings absolvieren. Den eigenen Spielern ergeht es wie den Mäusen, wenn man ihnen die Katze zeigt. Die Leistung steigt urplötzlich oberhalb dessen, was man für sich selbst als natürliche Grenze geglaubt hat. Die Angst macht sich breit. Werde ich erstzt nun, oder wie?
    Ein weiterer Aspekt sind die Strafkolonien. Es ist gar nicht so lange her, da mussten die Kinder einer D-Jugend nach dem Spiel Strafrunden im Regen leisten, da das Spiel mit einem Unentschieden auf dem eigenen Gelände ausgegangen ist. In Ruhe, mit hängenden Köpfen, total durchnässt, bei Wind und 10°C, halbe Stunde mit 2Minuten für Trinkpause dazwischen. Ich bezweifle, dass es hier wirklich um Spaß ging. An solche Maßnahmen kann ich mich selbst daran erinnern. Haß, Tränen und Erbitterung, aber leise!


    Bis zum Anfang der D-Jugend ist das alles noch nicht so kritisch. Es gibt tatsächlich Kinder, die neben dem Fußball in einem Profiverein auch zum Gymnasium gehen. Es ist schwer eine Statistik zu machen, aber vielleicht hat jemand hier Lust darauf, dies abzuchecken. Ab der C-Jugend werden Gymnasium und Fußball bei vielen zu einem mächtigen Problem.
    Es gibt wiederum Spieler, die in der Schule schon so schlecht sind, dass sie gar keine andere Wahl haben. Wehe aber, dass sie eines kalten Tages aussortiert werden. Für sie und deren Familien bricht dann eine Welt zusammen.
    Asoziale gibt es auch jede Menge. Sie müssen sich aber zügeln, da ansonsten der Flug einen großen Bogen markiert. Es sei denn sie sind ausgesprochen seltene Talente. Für solche Fälle wird dann aber umgehend der eigene Psychologe bemüht.
    Wenn überhaupt, zeigen diese Kinder die Zähne versteckt. Wie ich schon sagte, durch Lästerein und Kleinigkeiten. Selten, ich habe das aber zumindest erlebt, leistet ein Spieler Körperverletzung im Training gegen einen Kameraden...mit Absicht, damit er an seiner Stelle spielen kann. Bei so etwas hat der anschließende Skandal dann schon Proportionen genommen. Ich hoffe, so etwas kommt heute gar nicht vor!


    Apropos, Lob in der Kabine. Das gibt es eher nicht. Maximal die trockene Aussage "das Training war heute ok, Paule bleib bitte noch 5 Minuten, wir müssen uns unterhalten". Wenn man das hört, brennt der Kopf und das wissen die Trainer auch. Die Stimme ist gemäßigt, aber bestimmt: "Paule du musst deine Leistung etwas erhöhen. Komm, du kannst es".
    In der Regel reicht das aus für eine längere Zeit, denn solche Unterredungen deuten auf nichts gutes hin. Abgesehen davon, wenn man zu oft auf dem Kicker sitzt, sollte man schon damit rechnen, dass der Flug den oben genannten Bogen in nicht allzu ferner Zukunft beschreibt.

    Frauen mit 30 sollten auch schon langsam an das Karriereende denken. Paul hat mir die Worte aus der Tastatur genommen, denn ich dachte auch genau an seine Lösung. In diesem Fall würde ich sogar etwas radikaler mit dem Thema hantieren. Alle nach Hause schicken: Mädels danke für das tolle Engagement, die Bar ist ab jetzt geschlossen

    Der besagte Trainer ist ganz einfach ungeeignet dazu, mit Kindern in irgendeiner Weise umzugehen. Solche Schwachköpfe sieht man sehr oft auf den Fußballplätzen. Kaum kommt es zu einer Ballannahme und schon hört sich in der gesamten Nachbarschaft "spieeeeeeeel". Haltet solche Idioten fern von Kindern!

    Ich möchte einfach nicht, dass sich bei meinem "Ausputzer", Automatismen bilden, die ihm später zum Verhängnis werden können. Ich weiß z.B. dass in der Kreisliga viele Spieler einfach zu "blöd" sind eine Viererkette zu spielen, weil sie über Jahrzehnte anders gespielt haben und die Umstellung einfach nicht packen, weil sie gerade auch im instinktiven Spiel komplett festgefahren sind.


    Ich habe nur Angst, dass sie in einen Prozess gelangen, der ihnen langfristig schadet. Sozusagen ein Fundament, was auf falschen Steinen aufbaut.
    Genau das war auch die Intention dieses Thread. Ich wollte keine zwei geordneten Dreierketten sehen. Ich wollte den Kindern nicht Erwachsenenfussball überstülpen.
    Mich interessieren die Spielweisen unserer Gegner auch nicht. Ich lache mit meinem Co regelmäßig über deren Ahnungslosigkeit.
    Ich möchte nur die richtigen Grundlagen schaffen. Ich möchte Reizpunkte setzen, die den Kindern das Positionsspiel durch Hintertörchen schmackhaft macht. Ich möchte in den Köpfen der Kinder einen Prozess starten, der darin mündet, dass sie in der D-Jugend den Sprung auf das Neunerfeld und auf echtes Positionsspiel sowohl intellektuell als auch instinktiv problemlos vollziehen können.


    Gruß, Christoph

    Wenn die Spieler in der Kreisliga in der Viererkette nicht spielen können, hat das nicht damit zu tun, dass sie blöd sind. Das ist eine ziemlich arrogante Aussage. In der Viererkette zu spielen ist keine großartige Kunst und hat vielmehr mit dem Trainer als Regisseur für diese Spielweise zu tun. Die Kreisliga schlaeppen aber noch aus der Jugend die Talentlosigkeit, oder den mangelnden Willen (Null Bock) oder die Mängel in der individuellen Technik aufgrund der Tatsache, dass sich arrogante Trainer in der Jugend mehr Gedanken zum Thema System als zu den Grundlagen gemacht haben.
    Auch kann man einige Jahre mit dem "antiquirten Libero" (ach Wikipedia) spielen. Das hat mit der Viererkette alles nichts zu tun.


    Zum zweiten Teil der Ausführung lässt sich sagen, dass als Vorbereitung für das Positionsspiel die gefestigten Grundlagen und den Überblick benötigt werden. Nichts weiter. Überblick bedeutet sich umschauen, wo sich die Gegner und wo sich die Mitspieler auf dem Feld befinden.


    Dass du über andere Trainer regelmäßig lachst bedeutet in etwa, dass dir regelmäßig die Ahnungslosigkeit begegnet. Ob das wirklich so ist? Wer gibt dir überhaupt Brief und Siegel, dass du selbst ein guter Trainer bist? Und schon wieder kommt die Arroganz heraus


    Beim hiesigen Profi-Verein Eintracht Frankfurt ist es so, dass es dort erst mit der U9, also F1 los geht. Laut einem ihrer Jugendtrainer sind alle Spieler, die in den Jugendmannschaften der Eintracht spielen, zuvor bei anderen Vereinen gewesen. Es ist dort wohl auch so, dass die Kader auf zwölf Spieler beschränkt sind und dass von Saison zu Saison neu selektiert wird, woraus ich schließe, dass viele Kinder nur ein oder zwei Jahre dort spielen. Wie Kinder konkret zur Eintracht kommen, weiß ich nicht. Was ich zufällig mitbekommen habe, war, dass ein Spieler, der in unserem (nicht Frankfurter) Kreis zum D-Junioren-Stützpunkttraining geht, vom dortigen Stützpunkttrainer, der wohl mit der Eintracht verbandelt ist, oder zumindest mit dessen Wissen zu dieser Saison dorthin gewechselt ist. Für meine E-Junioren steht in dieser Saison das Vorspielen für das Stützpunkttraining an, danach weiß ich vielleicht mehr.


    Noch ein paar ergänzende Infos: Die Kaderstärke nimmt in den Eintracht-Jugendmannschaften doch zu, wenn ich mich nicht verzählt habe, sind sie: U9: 12, U10: 11, U11: 14, U12: 17, U13: 18, U14: 19. Ich habe auch mal die Verteilung der Eintrittsjahre tabelliert, weiß aber nicht, ob das hier interessiert.

    Es gibt einige Möglichkeiten von einem Profiverein aufgenommen zu werden. Die Sichtungen habe ich erwähnt. Des Weiteren durchforsten die Trainer oder die Beobachter selbst die Vereine. Teilweise kommen E-Mails mit Videos und Hinweise von Youtube. Manchmal liefern die Anhänger der Mannschaft Informationen zu herausragenden Talenten.
    Alle werden aber zunächst durch mehrere Probetrainings gecheckt.

    Für mich steht die Frage des Abwerbens mit einem gewissen Rückschluss in Verbindung. Nur mal rein hypothetisch, wenn sich die Breitensportvereine alle einig wären, dass die Kinder nur ab einem bestimmten Alter wechseln sollten, dann würde das bedeuten, dass die Profivereine unterhalb dieses Alters keine Spieler trainieren dürften. Eventuell nur diejenigen, die direkt einsteigen. Ist das so?
    Es wird wohl kaum Kinder geben, die eines Tages aufwachen, plötzlich den Fußball für sich entdecken und für den Direkteinstieg bei einem Profiverein überzeugen.
    Man sollte wiederum nicht vergessen, dass die Kinder an organisierte Sichtungstage, oder an Trainingcamps teilnehmen. Die wenigen Ausnahmen, die von den ehrgeizigen Eltern dort hin verschleppt werden, zeigen auch nicht sehr viel. Sie sind ängstlich und haben eigentlich keinen Bock darauf. Sie werden zu weiteren Probetrainings auch nicht eingeladen. Was übrig bleibt, sind die Kinder, die es selbst wollen und wenn sie eingeladen werden, bedeutet das lange noch nicht, dass sie auch aufgenommen werden. Der Scoutingprozess ist nicht so einfach, wie man sich vielleicht denken würde. Sollte damit diese Frage wirklich Kopfschmerzen bereiten?

    Die Zeit für Koordinationsübung hängt von den Bewegungseigenschaften deiner Spieler und beinhaltet eigentlich spezifische Übungen für unterschiedlichsten Bedarfe an Korrekturen. Manche gehen mit den Fußspitzen nach innen orientiert, andere sprinten mit den Fußspitzen Richtung aussen (diese benötigen übrigens Laufschule), andere haben kein Gleichgewicht usw. Beobachte, teile sie in Kategorien und lass diese Kategorien die jeweils spezifischen Übungen durchführen. Ich würde dir empfehlen dafür einen Leichtathletiktrainer oder einen Tennistrainer zu konsultieren.

    In der E-Jugend spielen die Bundesligisten in unserer Region (Rhein-Main) in der Kreisliga gegen ganz "normale" andere Vereine. Wenn man also davon ausgeht, dass die talentiersten Spieler im NLZ konzentriert sind, dann haben die zumindest bei Punktspielen eher weniger Gegnerdruck, denn die hauen alle anderen 2stellig weg (übertrieben, ganz so deutlich ist das nicht immer). Daher hielt ich es für plausibel, dass auch die sehr guten Spieler lieber in ihrem Heimatverein bleiben sollen (und sich dort als "Häuptling" entwickeln), statt im NLZ als einer der "indianer" zwar alles leicht zu gewinnen, aber sich mangels gegnerdruck persönlich nicht optimal weiter zu entwickeln. Die Statistik spricht eine andere Sprache. Offenbar macht das Training im NLZ doch auch in frühen Jahren schon viel Unterschied.


    Grüße
    Oliver

    Hallo Oliver,


    mit Gegnerdruck meinte ich die Zweikämpfe. Ein guter Spieler kann sich in seinem Heimatverein in der E-Jugend nur dann entwickeln, wenn die gesamte Mannschaft einen guten Entwicklungsstand hat und wenn der Verein Qualitätstraining anbietet. Es gibt tatsächlich auch solche Vereine, die aufgrund der anerkannten Qualität, als Partnervereine agieren.

    In anderen Threads hier im Forum wurde oft gesagt: Frühestens zur D-Jugend ins NLZ. Das ist U12/U13. Aus der Liste kommt aber raus, dass das eigentlich fast schon der letzte Drücker ist, der Wechsel kommt oft schon 2 (oder noch mehr) Jahre früher, also U10/U11. Das ist noch in der E-Jugend, das überrascht mich schon.

    Grüße
    Oliver

    Mich überrascht das zum Beispiel überhaupt nicht. Je mehr Zeit vergeht, desto größer werden die Unterschiede. Die Kinder, die in einem NLZ bereits mit 9 trainieren, haben in der D-Jugend einen riesen Vorsprung. Bereits ind der E-Jugend werden die Grundlagen unter Gegenerdruck perfektioniert und auf der anderen Seite sind die Spieler aufeinander abgestimmt. Einer, der von außerhalb kommt, hat es unheimlich schwer, sich einzufügen und gegen seinen Konkurrenz zu behaupten. So ein Spieler müsste dann schon sehr talentiert sein.

    Die entsprechenden Kinder habe ich vielleicht noch mehr gefordert, in dem ich sie meist gegen stärkere Gegner antreten ließ. Aber das hätte ich wohl auch ohne diese beiden Zettel gemacht.


    Danach habe ich für mich den Schluss gezogen, dass das nicht wirklich was bringt.

    Von "kräftigeren Spielern" sprichst nur Du, ebenso von "Statistiken den Kindern vorhalten".


    Und dann redest Du jetzt plötzlich über Grundlagen, das schweift mir jetzt aber auch zu weit ab.

    Langsam wird das wirklich mühsam. Entweder verstehen wir uns nicht, oder du kannst dich nicht konzentrieren. An dieser Diskussion nehmen auch mehrere Leute teil. Es läuft interaktiv.
    Das Teil mit "Statistiken vorhalten" stammt von Micha. Das habe ich nur zitiert.
    Wenn du unter stärkere Gegner keine kräftigen verstehst, was hast du dann gemeint?
    Zu den Grundlagen komme ich, weil das eine Schlußfolgerung ist.

    Was meinst du mit "Zusatzinfos"?

    Die ganzen Überlegungen hängen stark zusammen. Betrachte den Beitrag nr. 12 (Zweikampf)


    Zu viele Gegentore / Kein Biss in den Zweikämpfen


    Die Beschreibungen reichen für eine Diskussion aus, aber ich würde z.B. bevorzugen das auch praktisch zu demonstrieren.
    Wenn es dir selbst klar ist, worauf du achten sollst, dann fällt es dir natürlich leicht im Spiel die Fehlerquellen zu sehen und kurz zu notieren. Das bringt dann tatsächlich etwas und ist viel mehr als eine einfache Strichliste. Anhand dieser Bemerkungen kannst du dann die Fehler im Training durch geeignete Übungen zu beseitigen.
    Zweikampf einfach so zu üben, auch gegen kräftigere Spieler bringt nichts, wenn die Technik dazu nicht Punkt für Punkt vorher eingearbeitet wurde. Es sind halt doch die Grundlagen, die hier entscheidend sind.