Beiträge von tobn

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    Ich lasse auch immer mal wieder unsere Spiele filmen, meistens bin ich dann aber der einzige, der sie sich dann noch mal anschaut. Für den Spielbericht ist das sehr praktisch, ich analysiere selbst auch ganz gerne die eine oder andere Situation. Aber da ich mich im jungen Jugendbereich bewege, hat das dann nur eingeschränkte und eher indirekte Auswirkungen auf das Training oder die Mannschaft.

    [...] weil Stabilisierung heist ja Positionsbezogen oder?


    Hmm, weiß ich nicht, wieso bist du dieser Meinung? Ich habe selbst nur den Trainer C-Breitenfußball, deshalb bin ich mir hier nicht so sicher. Ich hätte vermutet, dass man, wenn es um die Stabilisierung geht, davon ausgehen kann, dass die Einführung bereits vollzogen wurde, d.h. das Thema der Mannschaft und ihren Spielern bereits bekannt ist, und man keine elementaren Übungen und Spielformen mehr wählt, in denen das Thema erlernt wird, sondern schon etwas fortgeschrittenere, in denen das Thema intensiv zur Anwendung kommt.


    Ich wiederhole die Frage: offensiv oder defensiv? Und hast du mal mit dem Lehrgangsleiter über das Thema gesprochen und gefragt, was damit gemeint ist?

    Ach, übrigens, was Fairness anbelangt. Zu späten F1- und dann E2-Zeiten gingen vier Spieler meiner Mannschaft einmal die Woche in die Fußballschule im Nachbarort. Dort haben sie dann sicher kein schlechtes Training gehabt, im Gegensatz zum Training bei mir haben sie dort aber auch gelernt, sich körperlich mit mindestens grenzwertigen Mitteln durchzusetzen, ich empfand sie als definitiv zu hart. Das ging aus meiner Sicht über die gesunde Zweikampfhärte deutlich hinaus.

    Glückwunsch, Kicker, dazu, dass du den Stein der Weisen gefunden hast. ;)


    Entschuldige bitte, dass ich dich ein bisschen auf den Arm nehme, aber natürlich liegt der Grund dafür, dass Kickers Offenbach z.B. gegen den VfL Wolfsburg im DFB-Pokal-Viertelfinale ein Abwehrpressing gespielt hat, darin, dass sie sich dessen bewusst sind, individuell nahezu, wenn nicht sogar sämtlich ihren Gegenspielern unterlegen zu sein, und zwar in jeder Hinsicht. Damit misstrauen sie sich nicht selbst, sondern sie schätzen ihre eigene Stärke realistisch ein und verfallen nicht in Größenwahn. Und jeder Trainer muss sich auch dessen bewusst sein, wozu seine Spieler in der Lage sind, und sich und das Team dann dementsprechend ein- und aufstellen. Natürlich sollte sein Ziel sein, die eigene Truppe zu verbessern und sowohl individuell als auch mannschaftlich zu verbessern. Aber auch da muss man einen Schritt nach dem anderen machen.


    Mein Mit-Trainer hatte neulich die Idee, wir sollten doch mal Offensivpressing trainieren. Hintergedanke war der, dass sich viele Tore schießen lassen, wenn man es schafft, den technisch oft weniger starken gegnerischen Abwehrspielern den Ball abzunehmen. Mir selbst ist das zu erfolgsorientiert gedacht, außerdem war ich mir ziemlich sicher, dass unsere jungen D-Junioren noch nicht dazu in der Lage sind, als Mannschaft entsprechend agieren zu können, so dass kein Offensivpressing entstünde, sondern ein Draufgehen von einem oder höchstens zwei Stürmern bzw. Offensivspielern (wir spielen mit nur einem erklärten Stürmer), nach dem erhofften Ballgewinn hätte sich, so meine Vermutung, höchstens noch ein weiterer Spieler in den Angriff einschalten können, bevor er vorbei gewesen wäre. Das ist mir dann auch unter dem Gesichtspunkt der Ausbildung zu wenig. Ich möchte sie erst einmal soweit haben, dass sie zu zweit planvoll verteidigen, und dass die übrigen Spieler verstehen, dass sie dann eine sinnvolle Ordnung herstellen sollten. Das klappt desöfteren schon ganz gut, weshalb wir auch schon ein bisschen das Verschieben im Verband praktiziert haben und wir auch mit ihnen erarbeitet haben, warum es sinnvoller ist, gemeinsam anzugreifen, als dass nur einige von ihnen permanent drauf gehen und anderen eben nur zugucken. Das geht dann ja alles auch in Richtung Pressing. Aber halt einen Schritt nach dem anderen.

    Wenn ich euch hier so lese habe ich oft das Gefühl, dass Leistung auch immer gleich Leistungsstress bedeuten muss.


    Nein, muss nicht, sehr wohl aber kann. Und das habe ich in meinem eigenen Team erlebt, da gab es ein Geschwisterpaar, deren Vater im Vorstand eines Unternehmens mit vierstelliger Mitarbeiterzahl sitzt, bei denen ein unheimlicher Leistungsdruck herrschte. Der eine Junge kam damit gut klar, war auch ziemlich talentiert, der andere hingegen hatte Schwierigkeiten, mit seinem Bruder mit zu halten. Ich möchte es nicht weiter ausführen, aber ich fand die Situation echt nicht schön... Ich kenne auch einen Verein, der bereits in F- und E-Jugend unheimlich gierig nach Titeln und Pokalen ist. Da haben wir öfters auf Turnieren erlebt, was da an Leistungsstress aufgebaut wird, wie damit aber auch eine unheimlich arrogante Ausstrahlung einherging.


    Das Gegenteil ist der Fall. Die Kids in unserem Club, genauso wie diejenigen in unseren Partnervereinen und nicht zuletzt meine beiden Söhne haben Spass daran auch mal körperlich gefordert zu werden und mit ihren Kollegen an der Leistung gemessen zu werden. Hätten sie diesen Spass nicht, wären sie am falschen Ort!


    Klar, weil Ihr ja diejenigen habt, welche die Selektionskriterien erfüllt haben. Wenn Ihr dann nicht weiter selektiert, ist es ab dann ja auch bei Euch in Ordnung. Wenn Ihr dazu noch Trainer habt, die pädagogisch gut drauf sind, kann das wunderbar klappen, dann ist es auch einfacher als für viele normale Vereinstrainer, weil Eure Mannschaften recht leistungshomogen sind. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es die berüchtigten Balletteltern gibt, und zwar auch im Fußball. Und ich denke schon, dass sich diese Eltern vornehmlich an LZn und ähnliche Organisationen wenden. Ich glaube gerne, dass sie dort auch in der Minderzahl sind. Aber ich glaube schon, dass ihr Anteil dort im Schnitt höher ist als bei den Vereinen. Und dass gerade LZn sich deshalb im Sinne der Kinder darum bemühen sollten, dabei aktiv gegen zu steuern.


    Stress sehe ich meistens nur an Turnieren wo auch "Dorfclubs" teilnehmen mit Kindern die weder Anstand noch Fairplay kennen, keine Ahnung von Fussball haben aber dafür umso mehr von ihren Ellbogen, Spielintelligenz reziprok zur Torforderung von Trainer und Eltern steht etc.


    Natürlich gibt es diese Teams und diese Trainer, das beklagen wir in diesem Forum doch immer wieder. Deine Verallgemeinerung, d.h. die Ausdehnung dieser Charakterisierung auf alle "Dorfclubs", halte ich allerdings für absolut unstatthaft, wenn nicht sogar unverschämt.


    Ich persönlich halte eure Wahrnehmung von Leistungsstress für blosse Erfindung und Entschuldigung für das Unvermögen vieler Trainer ihre Kinder auch ohne Stress zu Leistung zu motivieren.


    Damit machst Du es Dir aber ziemlich einfach. Wenn du den Leistungsstress unter Kindern für eine bloße Erfindung hältst, sollten wir die Diskussion wohl eher abbrechen, sie hätte dann meiner Meinung nach keinen Zweck mehr.


    Ein geschulter Trainer weiss dass Stress sowohl Entwicklung als auch Leistung hemmt. Deshalb ist es absolut naiv zu glauben, dass ausgebildete Sportpädagogen (die es praktisch nun mal für gratis nicht gibt - es sei denn er springt als Vatertrainer ein) sich selber ihre Arbeit zunichte machten, indem sie ihre Kinder stressen.


    Behauptest Du, dass es in den LZn und den Fußballschulen ausschließlich ausgebildete Sportpädagogen gibt?!


    Ansonsten geht es mir, Don Quijote vermutlich auch, eher um den Stress, den die leistungsorientierten Eltern verursachen.


    Common: Leistungsstress im leistungsorientierteren Fussball ist - mindestens was qualifizierte Trainer betrifft - ein Märchen. Das wäre, rein von der Logik her, etwa so, als würde jemand behaupten Topvereine liessen ihre Kinder verdursten! Bei den Eltern sieht es natürlich anders aus. Aber dort ist das ein grundsätzliches Problem , welches zwar auch den Fussball betrifft, aber nicht das Problem des Fussballs ist noch sein kann.


    Aha, also ein Missverständnis. Dumm ist halt nur, dass die Selektionsmaßnahmen der sie einsetzenden LZn gerade den Leistungsstress durch die Eltern befeuern. Das ist doch das Problem.

    Geht es um die Offensive oder die Defensive? Ansonsten würde ich meinen, dass es vorrangig ums 1:1 geht. Man müsste also versuchen, viele 1:1-Situationen zu schaffen. Eventuell ließe sich das über das Spiel in Quadranten, die fest mit jeweils einem Spieler beider Mannschaften besetzt sind, erzielen. Vielleicht gibt es ja auch noch andere Meinungen. Ich werde auch noch mal bei Traiing Online, in den DFB-Info-Abenden und den DFB-Lehrbüchern nachsehen, oft findet man da was. Das könntest du also auch machen. ;)

    Meine Gedanken gehen schon seit längerem in diese Richtung. letzte Woche zeigte sich ein Buli-Spieler im Interview total überrascht, dass ihm sein Gegenspieler während des ganzen Spieles immer auf dem Fuss stand (so ähnlich)


    Ich sehe darin aber keine grundsätzliche Abkehr von dem ballorientierten Spiel. Diese Maßnahme, einen herausragenden gegnerischen Spieler in eine permanente Manndeckung zu nehmen, gibt es doch schon lange und gibt es auch seit der Einführung der ballorientierten Verteidigung immer wieder. Sollte das im letzten EM-Halbfinale nicht auch Kroos gegen Pirlo machen? Einige Trainer greifen zu dieser Taktik, wenn ihre eigene Mannschaft eher schwächer ist und der Gegner einen herausragenden Regisseur hat. So wie aktuell z.B. van der Vaart beim HSV oder Diego beim VfL Wolfsburg. Der Rest des Teams spielt aber nach wie vor ballorientiert.


    Pressing oder Vorchecking in doch im weitesten Sinne ein im weitesten Sinne die Weiterentwicklung der Manndeckung unter Einbezug
    de raum- und ballorientierten Spieles. Ganz früher hattest du einen Gegenspieler, der dir über den ganzen Platz folgte, dann kam die Zeit, wo man übergeben wurde. Heute hat man es dann nicht mehr mit einem Gegenspieler zu tun, sondern wird direkt von mehreren angegriffen und zugestellt.


    Eben, das ist der fundamentale Unterschied zwischen dem mann- und dem ballorientierten Spiel: bei der Manndeckung gibt es praktisch auf dem ganzen Platz 1:1-Situationen, nur wenn der Libero dazu kommt, entsteht eine Überzahlsituation für die Verteidiger. Ich habe selbst nie manndeckend gespielt, daher meine Frage an dich, guenter: was muss die verteidigende Mannschaft eigentlich machen, wenn einer ihrer Spieler sein 1:1 verliert und der ballführende Angreifer aufs Tor zu marschiert. Wer greift ihn dann an? Muss das der Libero (als einzig freier Spieler) übernehmen? Oder muss der näheste Spieler seinen Gegenspieler verlassen, der dann von einem anderen übernommen wird, usw. in einer Kettenreaktion über das ungefähre Platzviertel hinweg, auf dem die Musik gerade spielt? Ist man in diesen Situationen der Änderung der Zuordnung nicht unheimlich verwundbar?


    Aber du hast natürlich Recht, das ballorientierte Spiel entwickelt sich weiter, da die Angreifer auch seine Schwachpunkte identifizieren und verstärkt ausnutzen. Wobei es in diesem Thread ja gar nicht mal so sehr um die Schwachpunkte des ballorientierten Verfahrens als vielmehr um die Schwierigkeiten beim Umschalten geht. Ich finde, in den letzten paar Jahren hat das Konterspiel unheimlich zugenommen, eben weil es so schwer ist, gegen eine geschlossen und kompakt im Verbund verteidigende Mannschaft zum Torerfolg zu kommen. Als Paradebeispiel fällt mir da die Gladbacher Mannschaft der letzten Saison ein. Die Konsequenz daraus ist es daher, dass man versucht, den Gegner zu überrennen, bevor er sich organisieren kann.


    Teams mit vielen starken Spielern, also z.B. die Bayern und der BVB, können dann sogar den Schritt weiter zum Gegenpressing gehen. Weil sie Spieler haben, die laufstark, spielintelligent und sowohl offensiv wie defensiv individual- und gruppentaktisch hervorragend sind, können sie das Risiko des Gegenpressings eingehen, zumal sie noch dazu eine ungeheuer starke Innenverteidigung haben, die den Gegenpressingball i.d.R. entschärfen kann.


    ein Gegenmittel ist der lange Ball. Spieler, vor allem auch Abwehrspieler, die dies beherrschen, werden immer mehr an Bedeutung gewinnen (beispielhaft möcht hier Hummels erwähnen)


    Der diagonale Flugball ist tatsächlich schon lange als Mittel gegen die Viererkette bekannt. Die Befürworter des ballorientierten Spiels sind sich ja bewusst, dass sie ein gewisses Risiko eingehen, indem sie das Spielfeld in Ballnähe verdichten, dafür aber in Ballferne Räume gänzlich unbesetzt lassen. Der Vorteil, in Ballnähe rascher und mit höherer Wahrscheinlichkeit den Ball gewinnen zu können, überwiegt diesbezüglich. Auch gehen sie davon aus, dass selbst bei einer erfolgreichen Spielverlagerung der Ball lange genug unterwegs ist, damit die eigene Mannschaft Zeit hat, der neuen Situation geeignet zu begegnen. Dazu muss aber natürlich die ganze Mannschaft mit spielen.


    Flügelwechsel duch den manngenauen langen Pass (Bayer M. ist hier vorbildlich) sind ebenso ein Mittel.


    Korrekt. Manche Mannschaften bilden deshalb ja dann auch eine Fünferkette mit einer davor befindlichen Viererkette, um eben die Breite des Feldes abdecken und gleichzeitig sowohl in Ballnähe als auch im Zentrum die Räume eng halten zu können.


    Deshalb versteh ich die Vertreter des Spielaufbaues von hinten heraus, die das bibelartig als das eine Wahre ansehen nicht ganz. Auch ich bin ein Vertreter eines vernünftigen Spielaufbaues von hinten, hab aber den langen Pass auch immer als zum Fussball dazugehörend gesehen. Das hat nichts mit dem Ball einfach von hinten rausschlagen zu tun. Auch für den TW ist das ein probates Mittel und eine Alternative und sollte dementsprechend auch zu seinem Training gehören.


    Da gebe ich dir Recht. Nun ist es aber so, dass zumindest die Torhüter, die ich im Kinder- und D-Jugendbereich kenne, von sich aus überhaupt nicht auf die Idee kommen, von hinten heraus zu spielen, genausowenig wie ihre Mitspieler. Es ist bei über der Hälfte meiner (noch) jungen D-Junioren so, dass sie, wenn sie Abwehrspieler sind, von sich aus nur herum stehen und den Torhüter erwartungsvoll ob des Einschlagortes seines langen Abschlages angucken. Und der kommt zumindest bei unserem Torhüter noch alles andere als genau zum Mitspieler. Da der dann auch noch mit dem Rücken zum gegnerischen Tor und den Gegenspielern steht, wird er dann auch noch oft genug vom gegnerischen Angreifer überrascht, so dass der erste Ball gleich verloren ist und der Abstoß unmittelbar in einem Gegenangriff endet. Das ist die Kehrseite der Medaille bei langen Abstößen.


    Lange Abstöße gehören natürlich zum Repertoire des Torhüters. Sie müssen auch trainiert werden, genau wie das Heraussspielen von hinten. Meiner Erfahrung nach muss man aber die Kinder eher dazu instruieren, von hinten heraus zu spielen, als dass man ihnen zu langen Abstößen raten muss. Letztere machen sie selbst, wenn man sie lässt.


    etwas übergreifend auf ein anderes derzeit diskutiertes Thema. gerade unterklassig, aber auch in der Buli trifft man immer wieder auf Mannschaften die einen rustikaleren Fussball spielen.damit müssen Spieler auch umgehen können. Deshalb sollte diese Spielweise auch Trainingsinhalt sein, auch wenn man diese Spielweise selbst nicht bevorzugt.


    10 Minuten Abschlusspiel mit konsequenter Mannzuordnung, da lernen die Jungs schnell (nicht alle) entsprechend damit umzugehen, sonst kommen sie nämlich nicht an den Ball.


    Ich könnte mir vorstellen, dass bei uns sowas in der C-Jugend oder später Thema wird. Momentan brauchen wir das noch nicht, da kommen unsere Spieler ganz gut gegen solche Mannschaften zurecht, wenn sie unseren Rat befolgen, die Zahl der Kontakte niedrig zu halten. Wenn sie es dann noch schaffen, ihre Pässe nicht nur über drei bis fünf Meter zu spielen, sehen die rustikaleren Gegner meist schnell ziemlich alt aus. Schwierig wird es dann, wenn sie den Ball zu lange halten, dann rennen sie sich immer wieder fest.


    @willii: Ball-, Mann-, Raum-Orientierung, alles je nach Lage der Dinge ok, aber Pressing: hieß es nicht früher einfach Forechecking? Gegenpressing: ist das nicht nur die Wendung des Wortes in sich selbst oder habe ich das noch nicht verstanden?


    Soweit ich es verstanden habe, entspricht Forecheking dem Offensiv- oder Angriffspressing. Es gibt dann noch das Mittelfeld- und das Abwehrpressing. Beim Abwehrpressing übt man definitiv kein Forechecking aus, da greift man ja nicht vor der Mittellinie an. Beim Mittelfeldpressing wird typischerweise angegriffen, wenn der Ball zu einem Außenverteidiger oder dem Sechser gespielt wird, die Innenverteidiger werden hingegen noch nicht unter Druck gesetzt. Bei Offensivpressing hingegen greift der Stürmer bereits den gegnerischen IV an und lenkt diesen auf eine Seite, dabei verschiebt dann die gesamte Mannschaft so, dass der IV kaum gezielt abspielen kann oder nur eine Anspielstation findet, die ihm aber gezielt als Pressingopfer angeboten wurde.


    Wenn das Offensivpressing funktioniert, sieht das nach extremer Überlegenheit aus. Wenn aber nicht das gesamte Team mitmacht, kann es fürchterlich in die Hose gehen. Wenn also z.B. im Zentrum nicht richtig die Passwege geschlossen werden, andere Spieler aber eben nach vorne gerückt sind, und dann der gegnerische Pass ins offene Zentrum mit anschließender Überzahl der gegnerischen Angreifer gegen zwei oder höchstens drei Verteidiger gelingt...


    In diesem Gesamtzusammenhang sind übrigens die Beiträge auf http://www.abwehrkette.de im Bereich Taktik auch sehr interessant.


    Ach ja, ich habe da noch etwas. Ich denke, gerade beim Umschalten von Offensive auf Defensive ist häufig eine vorübergehende Manndeckung in Ballnähe durchaus empfehlenswert, um das schnelle Umschaltspiel des Gegners zu verhindern und so der eigenen Mannschaft Zeit zu geben, ihrerseits auf Defensive umzuschalten. Dazu müssen dann häufig auch Spieler auf andere Positionen als die ihnen zugeteilten laufen. Aber auch das sieht man ja oft in der Bundesliga. Und es ist, wie ich meine, ein weiteres Indiz dafür, dass aktuell bereits und künftig auch die Allrounder wichtiger sind, dass eine Mannschaft hingegen nur eine gewisse Zahl an Spezialisten ertragen kann.

    Ich habe eine andere Wahrnehmung der Wirklichkeit als Du, Fußballbaron.


    Manchmal scheint es mir in diesen Diskussionen dass wir Fussballer hier uns viel zu wichtig nehmen und ganz vergessen dass wir nicht die einzigen sind die Sportangebote für 5 Jährige bieten.


    Ich fühle mich hier nicht angesprochen. Mir ist sehr wohl bewusst, dass es auch andere Sportangebote gibt. Aber ich bin nun mal im Fußball unterwegs und will es da richtig machen. Wäre ich stattdessen in einer anderen Sparte aktiv, würde ich mich dort dafür einsetzen, dass es richtig läuft. Ich behaupte nicht, dass es nur im Fußball richtig oder besser läuft als anderswo, tatsächlich bin ich da insgesamt leider eher skeptisch, obwohl mit dem Bemühen des DFB um einen altersgerechten Kinder- und Jugendfußball und bspw. der FPL ja durchaus positive Tendenzen erkennbar sind. Ich kann mich aber tatsächlich darum bemühen, in dem Bereich, den ich beeinflussen kann, die Situation zu verbessern oder möglichst positiv zu gestalten. Und das ist mein vorrangiges Ziel.


    Primär denke ich, sollten es einmal die Eltern sein, die mit ihren Kids in diesem Alter Sport betreiben oder es zumindest schaffen ihrem Kind einen sozialen Rahmen zu schaffen, wo es mit anderen Kindern spielen und sich motorisch, kognitiv und sozial entwickeln kann. Können die Eltern das nicht, ist es nicht die Rolle des Fussballs hier in die Bresche zu springen.


    Was heißt denn "in die Bresche springen"? Der Fußballverein ist einfach in einer hervorragenden Lage, um eben entsprechende Angebote zu machen. Niemand will den Eltern die Kinder weg nehmen und zum Sport zwingen. Aber wenn Kinder und Eltern auf der Suche nach Angeboten zur körperlichen Bewegung suchen, ist es doch sinnvoll, ihnen auch ein Angebot zu machen, oder?


    Die meisten anderen Sportarten, sei es Karate, Ski, Schweimmen etc. bieten - wenn überhaupt - für 5 Jährige meistens nur Angebote gegen Bezahlung und können sich entsprechend pädagogisch und fachlich geschulte Trainer leisten.


    Bei uns im Ort ist das aber nicht der Fall. Ja, es gibt kommerzielle Kampfsportangebote. Karate wird bei uns aber auch im Verein angeboten, Schwimmen sowieso. Und einen Skiclub in Vereinsform gibt es auch. Die Trainer sind vermutlich fachlich qualifiziert, ob sie geschult sind, weiß ich aber nicht, da wäre ich sogar eher skeptisch. Ich erlaube mir, Deine Behauptung, bezahlte Trainer wären pädagogisch geschult, anzuzweifeln. Keiner der Trainer, die ich bisher in den mir bekannten Fußballschulen kennen gelernt habe, ist pädagogisch geschult, zumindest nicht in einem Maß, das über die Inhalte z.B. des Trainers C-Breitenfußball hinaus geht. Da habe ich, was die Pädagogik betrifft, bisher eine ähnliche Streubreite erlebt wie bei den Vereinstrainern. Die extremen Ausfälle nach unten vielleicht nicht, aber das sind ja glücklicherweise auch im Vereinsfußball die unrühmlichen Ausnahmen.


    Nur im Fussball haben wir das Gefühl, wir könnten immer gratis, weil wir glauben, dass auch unqualifizierte, selbstberufene und oft auch im beruflichen Werdegang oft zweifelhafte Hilfskräfte reichen, um den Kindern und Eltern das Vertrauen zu schenken, dass Fussball das richtige sei.


    Aha, also sind alle Autodidakten und ehrenamtlichen Trainer von vornherein ungeeignet? Und natürlicherweise den bezahlten Trainern unterlegen? Ich bitte Dich.


    Und klar müssen wir es gratis machen, denn wenn wir - wie in anderen Sportarten üblich - für die Vermittlung von Grundkenntnissen Geld verlangen müssten, hätten Eltern eine völlig andere Erwartungshaltung.


    Die Frage nach dem Preis des Vereinsfußballs ist eine andere, die hier im Forum bereits mehrfach diskutiert wurde. Darum geht es nicht. Es geht darum, dass Du befürwortest, nur Kinder im Verein Fußball spielen zu lassen, die im G-Alter bereits gewisse Voraussetzungen erfüllen. Und um den Rest mögen sich Andere kümmern, mit ihnen möchtest Du Dich jedenfalls nicht abgeben.


    Es kann nicht Aufgabe des Fussballs sein, sich primär um den "Restposten" der verbleibenden Kids zu kümmern, deren Eltern sich nichts anderes leisten können.


    Nein, das ist nicht Aufgabe des Fußballs alleine, es ist die Aufgabe der Vereine, die als eine ihrer ureigenen Eigenschaften die Gemeinnützigkeit beanspruchen.


    Weil Eltern welche die Wahl haben meistens auch die Eltern sind die soziale Kompetenz, den stabilen familiären Rahmen genauso wie die zeitlichen und finanziellen Mittel mitbringen die ein Kind braucht welches sich auch über die D-Jugend hinaus weiter entwickeln möchte.


    Kinder aus komfortablen Verhältnissen haben nicht aufgrund ihrer Herkunft automatisch eine höhere soziale Kompetenz als solche mit angespannterem Hintergrund. Ich war selbst auf einem elitären Gymnasium, glaube mir, ich kenne das Klientel, von dem du sprichst, ebenso wie ich mittlerweile Erfahrungen mit dem anderen Ende des Spektrums gemacht habe.


    Wenn wir aber mit unserer "JederKannMitmachen alles ist Gratis" Mentalität fast zwangshaft fussballerische Ghettos schaffen, [...]


    Deine Formulierungen lassen tief blicken...


    [...] dann ist für mich klar, dass wir "im Dorf" gerade diejenigen Kids verlieren, welche den Stellenwert und Geist des Fussballs am besten verkörpern könnten: Kids nämlich die sich selber, genauso wie ihre Eltern entwickeln wollen, lernen und an sich arbeiten wollen weil sie begriffen haben dass in der heutigen Zeit niemandem mehr was geschenkt wird, aber man das mit Fleiss, Ausdauer, Biss, Kreativität und viel Sozialkompetenz auch nicht nötig hat.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir übereinstimmende Vorstellungen von Sozialkompetenz haben. Was den Verlust der talentierten Kinder in dünn besiedelten Gebieten anbelangt, so ist es doch, wenn ich guenter richtig verstehe, so, dass diese, wenn nicht auch die weniger begabten Spieler mit machen würden, überhaupt nicht Fußball spielen könnten, weil man eben gar keine Mannschaft zusammen bekäme, ohne mehrmals die Woche Fahrten im zweistelligen Kilometerbereich nur zum Training auf sich nehmen zu müssen, bei den Spielen wären es vermutlich häufig deutlich mehr.


    Wenn Fussball zur reinen Almosenvergabe wird, zum Hort derjenigen, für die niemand Zeit hat, zur reinen Sozialinstitution etc. dann ist das nicht der Fussball, den ich mir für meine und für deren Kinder wünsche. Dafür gibt es Jugendprogramme, Kirchen, etc, die dafür nicht nur die finanziellen Mittel haben, sondern auch über entsprechend geschultes Personal verfügen, dessen "Dienstleistung" nicht am Endes des "Training" endet!


    Ich bin sprachlos.

    Doch, guenter, das ist mir klar. Und natürlich hat der Trainer mehr Einfluss als er, aber er kann doch sehr wohl mal etwas anderes ausprobieren und vielleicht seinem Trainer sogar mal etwas vorschlagen, oder? Vielleicht erst einmal nicht vor der versammelten Mannschaft, sondern im Einzelgespräch, am besten sogar uner Zuhilfenahme der Taktiktafel. Ich fände (und finde) es als Trainer gut, wenn meine Jungs mit eigenen Vorschlägen kommen. Falls der Trainer die Vorschläge weniger gut findet, sollte Der Neue das aber dann auch akzeptieren. Ich würde aber hoffen, dass sein Trainer ein offenes Ohr für Vorschläge zur Verbesserung des Spiels der eigenen Mannschaft hat.

    @Der Neue: Ich möchte nachholen, dass ich als Trainer begeistert wäre, wenn ein paar meiner Spieler deine Eigeninitiative zeigen würden. Ich empfehle dir auch, weiterhin zu versuchen, an deiner Reaktions- und Antrittsgeschwindigkeit zu arbeiten, es geht dabei in dem von dir geschilderten Szenarion ja tatsächlich auch um Strecken bis 20 m oder maximal 30 m. Da kannst du bestimmt noch was raus holen, auch wenn es durchaus sein könnte, dass du einfach nicht die anatomischen Voraussetzungen zu mehr als einem Rennlama, vor denen ich hohen Respekt habe, oder, falls es dir lieber ist, einem Golf GTI, hast. Selbst wenn dem so sein sollte: dafür musst du dich nicht schämen. Ich bin bspw. ein ziemlich guter Sprinter, auf der langen Distanz aber eher durchschnittlich, bei meiner Frau ist es umgekehrt.


    Aber es geht dir ja nicht nur um deine Sprintfähigkeit, dein eigentliches Ziel ist es ja, die von dir beschriebene Situation häufiger erfolgreich zu bestreiten, oder? Dazu ist sicher eine Option, das Laufduell mit dem Außenverteidiger nicht zu verlieren. Aber es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten:

    • Du täuschst die Flanke an, so dass der AV das lange Bein oder den großen Satz macht, dabei an dir vorbei rauscht, aber erst dann kommt deine Flanke. Dabei ist das Timing sicher nicht ganz einfach, wenn die Aktion klappt, sieht der Verteidiger dabei aber extrem alt aus.
    • Du ziehst, nachdem du den AV passiert hast, nach innen und kreuzt seinen Laufweg, so dass er nicht innen an dir vorbei kommt. Wenn du das richtig geschickt anstellen willst, so lässt du ihn ein bisschen Fahrt aufnehmen und fast auf dich aufschließen, bevor du nach innen ziehst. Er muss dann entweder abrupt abbremsen oder spektakulär auf dich auflaufen. Dabei solltest du gar nicht abbremsen und ihn aktiv auflaufen lassen, sondern einfach nur seinen Laufweg kreuzen.
    • Was macht denn der hinter dir befindliche, eigene AV? Er sollte dich beim Angriff über den Flügel unterstützen. Wenn du ballsicher, aber nicht so schnell bist, bietet es sich dabei an, dass er dich außen hinterläuft. Dazu würde ein Laufweg deinerseits nach innen, den Laufweg des gegnerischen AV kreuzend, gut passen, weil du so die Außenbahn frei machst. Alternativ sollte er sich an der Außenlinie für den Rückpass anbieten, wenn du die Linie entlang gehen solltest. Wenn der AV dich dann einholt und deine Flanke blockt, kannst du den Ball schnell zu deinem AV zurückspielen, der dann entweder einen Doppelpass mit dir spielen kann (dazu musst du natürlich nach deinem Pass sofort quer starten), den Ball selbst (aus dem Halbfeld) in den Strafraum flanken, das Spiel auf die andere Seite verlagern, oder kurz aufs Tor antreten und selbst von der Strafraumgrenze abschließen kann.


    Ich würde also versuchen, Eure Optionen zu vermehren. Sonst macht Ihr es den Gegnern zu einfach. Und wenn deine einzige Option ist, bis fast zur Grundlinie zu laufen und dann zu flanken, so ist das auf Dauer zu billig -- ist jetzt nicht böse gemeint, OK? Aber selbst wenn du deinen Antritt so weit kriegst, dass dich der AV nicht einholt, so kann dann ja immer noch ein IV raus rücken und deine Flanke blocken, während der AV, den du überwunden hast, quer in den Strafraum rennt und den Platz des dich stellenden IV einnimmt. Ich hoffe, du verstehst, worauf ich hinaus will.

    Hi


    Tut mir leid, aber deine Frage ergibt keinen Sinn. Wir geben dir gerne Tipps, aber du musst uns schon sagen, wozu du sie brauchst. Klar scheint:

    • Du hast eine Lehrprobe für die C-Lizenz vor dir. Geht es aber um den Trainer C-Leistungsfußball oder den Trainer C-Breitenfußball? Und wie lautet die vollständige Aufgabenstellung?
    • Du entwirfst eine Spielform als 6+1:6+1 im doppelten 16er oder von Torauslinie zu Mittellinie, Spielfeldbreite entspricht dem 16er. Es wird mit Abseits gespielt und der Ball darf, wenn er in der Angriffshälfte ist, von den Angreifern nicht mehr in die eigene Hälfte gespielt werden.


    Soweit so gut. Solange wir aber nicht wissen, was dein Thema ist und was deine Fragen zu deiner Spielform, können wir auch nicht antworten.


    Beste Grüße,
    tobn

    Ich stimme guenter zu. Natürlich macht man aus einem Golf keinen Porsche, aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass Der Neue schafft, mehr aus sich heraus zu holen. Da hinkt der Vergleich mit dem Auto etwas, dessen Motor ja annähernd unveränderlich ist. Beim menschlichen Körper ist das ja schon anders, er baut ja auch Muskeln auf und ab, je nachdem, wie er belastet wird. Dem sind zwar individuelle Grenzen gesetzt, aber durch gezieltes Training, bei dem man natürlich aufpassen sollte, dass man es nicht zu einseitig gestaltet und auch nicht übertreibt, kann man halt an diese Grenzen heran kommen. Mit deinen Äußerungen, Andre, hast du nicht unrecht: Kenntnis der richtigen Technik und ihre Beherrschung, Aufmerksamkeit, Reaktionsvermögen und Antizipation, das sind alles Eigenschaften, die es einem erlauben, eine schwächere Sprintfähigkeit zu kompensieren. Nichtsdestotrotz ist es sinnvoll, die eigene Sprintfähigkeit zu maximieren.


    Ich sehe es übrigens ähnlich wie guenter, dass das 'richtige' Ablaufen eines Balles durchaus einen guten Antritt voraussetzt, der ja auch noch genau zum richtigen Zeitpunkt kommen muss. Denn das 1:1 in der Defensive sieht ja vor, dass ich in seitlicher Stellung das Tempo des Angreifers aufnehme und dabei den Weg in meinen Rücken versperre. Um das zu erreichen, habe ich aber nur noch einen minimalen Vorsprung gegenüber dem Angreifer. Dieser Vorsprung muss dann reichen, um mich zwischen ihn und den Ball zu schieben, wenn er ihn sich zum Passieren auf der Seite, die ich anbiete, vorlegt. D.h. ich muss (als Verteidiger) den Vorsprung nutzen, um zu reagieren und schnell seitlich in den Ball hinein zu starten. Gegen einen antrittsstarken Gegner (aus der BuLi kommt einem Monsieur Ribery sofort in den Sinn) kann das für einen antrittsschwachen Spieler geradezu unmöglich sein..

    Ich pflichte Karl auch bei, es sind oft ja nicht so sehr die Kinder als vielmehr die Eltern, die entscheiden, wo es hin geht. Bei Don Quijote bin ich mir sicher, dass das Wohl des Kindes den entscheidenden Ausschlag für den Wechsel ins LZ gegeben hat. Ich bin mir aber sicher, dass ich, wäre ich Vertreter eines LZ, so einige Eltern dazu bekäme, ihre Eltern zu mir bzw. zu uns zu schicken, wenn ich nur mit dem klangvollen Namen käme.


    Was die sportliche Entwicklung anbelangt, so bin ich der Ansicht, dass ein guter Vereinstrainer einen Spieler genauso fördern kann wie ein guter LZ-Trainer. Jedes Kind gibt sein eigenes maximales Tempo vor. Schade für Kinder ist es, wenn sie Trainer haben, die sie bremsen. Aber an ihnen zu zerren bringt nichts, genausowenig klappt das, wie der Versuch, Gras durch Ziehen daran zum schnelleren Wachstum zu bringen.

    Danke für die Klarstellung, das kann ich so unterschreiben.


    Da geht es mir genauso.


    Wann ist "viel später"? Wann das LZ sinnvollerweise kommt, darüber haben wir ja schon öfters diskutiert. Mein Kleiner ist in der U10 ins LZ gewechselt. Ehrlich gesagt, bin ich immer noch unsicher, ob das die beste Entscheidung war. Sportlich war es das auf jeden Fall, ich sehe ja seine Entwicklung. Allerdings ist der Zeitaufwand schon sehr hoch, und das ist für einen 9 bis 10-jährigen schon sehr belastend.


    Ich denke, es ist sehr schwer, das von außen zu beurteilen. Man muss ja sehen, wie es dem jeweiligen Kind geht, und außerdem muss man auch die Alternativen in Betracht ziehen. Bei Euch war es ja so, dass es im Heimverein nicht mehr lief, dass er zu sehr hervorstach und ihm der Fußball in seiner alten Mannschaft immer weniger Spaß machte. Ich kenne das von meinem eigenen Sohn (das ist derjenige, der in der Beschreibung oben zu G-Jugendzeiten immer schon neben dem Spielgeschehen her hüpfte), da war es in der E1 ähnlich. Er war so sehr alleiniger Leistungsträger in seinem Team (das Asylantenkind war in der anderen unserer zwei gemeldeten Mannschaften), dass er einfach zu viel auf den Schultern hatte. Gleichzeitig war er immer wieder begeistert, wenn er mal mit anderen, ähnlich starken Spielern zusammen spielen konnte, weil sie, ähnlich wie er, Laufwege des anderen antizipierten, sich gegenseitig in die Lücken schickten, Doppelpässe spielten, etc. Alles Dinge, zu denen die meisten seiner Mannschaftskameraden nicht in der Lage waren. Meine Frau meldete ernsthafte Bedenken an, weil unserem Sohn das Fußballspielen deutlich weniger Spaß machte, weil sich, obwohl er weiterhin toll spielte, immer öfter Frust breit machte. Dabei kann ich ihm, was sein Sozialverhalten und sein Verantwortungsgefühl anbelangt, überhaupt keinen Vorwurf machen, er war stets ein vorbildlicher Sportsmann und fairer Spieler. Er bekam auch von allen Seiten Anerkennung, immer auch von den gegnerischen Trainern. Aber das half alles nichts und verwirrte ihn vermutlich sogar eher noch zusätzlich, da es ja überhaupt nicht dazu passte, dass auf dem Platz so wenig klappte, dass er laufen und rackern konnte, wie er wollte, es wurde dennoch verloren. Und er gefühlte dreißig Mal seinen Mitspieler mit einem Zuckerpass in Szene setzte, aber nie etwas daraus wurde. Oder unzählige Male vergebens in die Lücke startete. Oder bei Ballbesitz immer vier Gegner gegen sich hatte, weil sich kein Mitspieler anbot. Das ist jetzt natürlich übertrieben, es gab auch Lichtblicke, aber solche Situationen gab es zur Genüge. Und dass das auf Dauer frustriert und zermürbt, kann ich absolut nachvollziehen, zumal er halt von seiner Art her recht ehrgeizig ist.


    Nun waren wir dann aber in der Situation, dass es anschließend in die Kooperation mit dem Nachbarverein ging und die Mannschaften neu gebildet wurden, erstmals mit dem Ziel der Leistungshomogenität. Seit er in der resultierenden, deutlich spielstärkeren Mannschaft ist, macht es ihm auch wieder viel mehr Spaß. Hätte es diese Option nicht gegeben, so hätten wir den Wechsel zu einer stärkeren Mannschaft ernsthaft in Betracht gezogen. Nicht, weil wir unser Kind in der Bundesliga spielen sehen wollen, sondern weil wir wünschen, dass er seinen Lieblingssport mit Freude treiben kann. Die entsprechenden Vereine hätten wir dann halt alle abklappern müssen, ich hätte da sicherlich auch einige Fragen zur Philosophie gestellt.


    Ich empfinde es schon als wünschenswert, dass Kinder in einer Umgebung spielen können, in der sie gefördert und gefordert werden, aber eben nicht überfordert. Unser Sohn konnte sportlich nicht entsprechend gefördert werden, psychisch wurde er teilweise ziemlich überfordert, so dass wir Eltern und ich als sein Trainer uns sehr bemühen mussten, um das einigermaßen abfangen zu können. Wie diese Umgebung am besten aussieht, kann durchaus unterschiedlich sein. Was mir, glaube ich, aber weniger passen würde, sind die teilweise langen Reisen, die einige Kinder- und Jugendmannschaften von Bundesligisten unternehmen, um dann gegen andere Bundesligisten zu spielen, inklusive des ganzen Prestiges, um das es dann dabei geht. Ohnehin kann ich mit dem ganzen Stolz und Prestige usw. nur sehr wenig anfangen. Natürlich ist man stolz, wenn man ein gutes Spiel gezeigt hat, und glücklich, wenn man viele gute Aktionen hatte. Aber dass Druck aufkommt, weil man einen bestimmten Verein repräsentiert oder weil es gegen einen bestimmten Gegner geht, das mag ich nicht. Auch eine Verlängerung der Spielzeit mag ich nicht, das ist wohl bei einigen Bundesligisten durchaus üblich.

    Naja, Sprints über zehn bis zwanzig Meter kriegst du gänzlich ohne Hilfsmittel hin. Mache dich vorher ordentlich warm, indem du erst mal trabst, dann den Kniehub ausführst und auch die Fersen anziehst. Ein Hopserlauf, vor- wie rückwärts und Miniskippings runden die Sache ab. Für die Antrittsschnelligkeit sind ansonsten Übungen, in denen du hüpfst, gut. Seilspringen ist einfach und effektiv, wobei du es möglichst ohne Zwischensprung praktizieren solltest. Nach einer Weile solltest du dabei anstreben, dabei Doppel-, vielleicht sogar Mehrfachsprünge hin zu bekommen. Findest du eine Bank oder ähnliches, so kannst du auf die Bank und wieder runter hüpfen, wobei du versuchen solltest, die Verweildauer auf dem Boden möglichst zu minimieren. Außerdem kannst du auf einem Bein hüpfen -- das lässt sich bspw. auch mit dem Seilspringen kombinieren.


    Zum Thema Schnelligkeitstraining gibt es vom DVDFußballtrainer auch zwei DVDs. Evtl. gibt es einige Videos daraus auch auf YouTube oder auf der Seite des DVDFußballtrainers.

    Kreismeisterschaft D-Jugend spielt das Ergebnis aber duchaus schon mal eine Rolle.
    da sollte man dann als Trainer reagieren können und taktische Umstellungen und taktische Konzeptänderungen vornehmen.


    Für mich gehört es auch zur Ausbildung, dass sich eine Mannschaft auf das gegenerische Spiel ein- und umstellen kann.
    wirklich gute Spieler machen das auch schon im Jugendbereich aus sich selbst heraus, den Anderen muss man entsprechende Anweisung geben.


    Schon richtig. Nur: was willst du bei der Spieleröffnung anderes machen, als dich vom Gegner zu lösen, um so anspielbar zu sein? Die einzige Alternative, die mir in den Sinn kommt, ist der lange Ball vom Torwart zur Mittellinie, wo er dann per Kopf verlängert wird. Oder halt der lange Ball über die Mittellinie mit daraus resultierendem Freistoß für den Gegner. Damit ist der Ball dann immerhin einigermaßen weit vom eigenen Tor entfernt. ;)


    Ach, dabei fällt mir ein: bei der HKM gab es ein Team, das eine besonders armselige Spieleröffnung bevorzugte: der Torhüter lässt den Ball direkt an der seitlichen Strafraumgrenze einem einen Meter neben ihm stehenden Mitspieler vor den Fuß fallen, der ihn dann nach vorne drischt. Einmal musste der Schiri sie noch darauf hinweisen, dass der Ball erst vom Mitspieler gespielt werden darf, wenn er sich außerhalb des Strafraums befindet...


    Bei uns ging es um die D2-Hallenkreismeisterschaft, da gab es eine ziemliche Streuung im Teilnehmerfeld, zumal die Qualifikation anhand der Tabellenplatzierungen der Feldrunde vorgenommen wurde (ersten Drei der beiden D2-9-Gruppen plus erste Vier der D7-Runde).

    Ich habe eine Begründung in G und F nicht verlangt, meistens wurde sie unaufgefordert mitgeliefert, das ist auch immer noch so. In der E habe ich zu Saisonbeginn um begründete Abmeldungen gebeten, aber auch darauf hingewiesen, dass ich sie nicht bewerte, sondern wissen möchte, wen ich im Bedarfsfall vielleicht doch anrufen kann, wenn es mit der Mannschaftsgröße eng wird.


    Wenn sie jetzt älter werden, gilt dann die Regel, dass unentschudigtes Fehlen bestraft wird. Entschuldigtes bzw. angekündigtes Fehlen wird hingegen zwar bei der Aufstellung berücksichtigt, wirkt sich aber nur bei häufigem Auftreten aus. Und dann sollte es sowieso zum Gespräch kommen, da eine dauerhafte Trainingsbeteiligung von unter 75% mir zu wenig ist.


    Wer weiß, ob ich noch mal eine B-Jugend trainieren werde. Sollte es aber so sein, so hoffe ich schon, dass sie mir genug vertrauen, um mir die wahren Gründe für ihe Fehlen auch mitzuteilen. Dazu gehört natürlich auch, dass man nicht zu engstirnig sein darf.