Beiträge von tobn

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    tobn
    hier versteh ich dich nicht.
    wo ist den die soziale Komponente in den Leistungszentren, wo auf den Stützpunkten?


    Dort ist sie eben nicht gegeben. Dort muss es sie auch nicht geben, weil es sich bei ihnen um exklusive Angebote handelt, die sich nur an einen kleinen Teil der Interessierten wendet. Fußballbaron propagiert aber doch sein System der frühren Selektion und verzichtet bewusst auf diejenigen Kinder, die nicht den Selektionskriterien entsprechen. Und gleichzeitig spricht er davon, dass durch die unbeschränkte Aufnahme von Kindern das "Eintrittsniveau künstlich nach unten nivelliert" werde. Er propagiert nicht nur für die LZ eine Beschränkung der Aufnahme, sondern sieht das für alle Vereine als sinnvoll an:


    Zitat von Fußballbaron

    Es ist aber - und hier komme ich eigentlich auf den Punkt - schon sehr erstaunlich, wie "weit" Eltern, Schule, Horte und andere Engagierte ausserhalb von Verein und Verbänden ihre 5 Jährigen schon bringen, weil sie sich bewusst sind, dass ohne ein Minimum an motorischer und sozialer Kompetenz auch vereinsmässig nicht viel gehen wird. Klar ist das Zusatzstress für alle Beteiligten: für Eltern, Schule, Horte etc. - Aber es lohnt sich, denn Kinder können schon weit mehr als der DFB uns glauben macht.
    Der Einzige Grund warum der DFB und unsere Regionalfussballverbände das Eintrittsniveau künstlich nach unten nivellieren liegt darin, dass sie auch Eltern, denen die motorisch, soziale Entwicklung ihrer Kids am Arsch vorbeigegangen ist, ebenfalls eine Chance auf Clubbeitritt einräumen wollten.


    die soziale Komponente ist in den kleinen sprich Dorfvereinen gefordert. Leistungsverein und Dorfverein sind doch 2 ganz verschiedene Angelegenheiten. In dieser Diskussion hier wird das aber ganz stark vermischt. Auch die Anforderungen an die jeweiligen Trainer sind doch wohl sehr unterschiedlich.


    Korrekt, LZ und Dorf- oder übrigen Verein sind verschiedene Angelegenheiten. Ich glaube nicht, dass die Anforderungen an die Trainer so sehr verschieden sind, aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass Fußballbaron die Selektion, wenn auch auf niedrigerem Niveau als für LZ oder seine Fußballschulen, auch für die normalen Vereine empfiehlt. Und dem widerspreche ich entschieden.


    Ich bin übrigens, nachdem ich neulich hier gelernt habe, wie weit unten nach Meinung von Vielen der Leistungsbereich bereits los geht, auch der Meinung, dass es durchaus Vereine geben kann, die unter einem Dach sowohl Breiten- als auch Leistungssport betreiben. Im hier gerade behandelten Zusammenhang verhalten sie sich aber, so meine ich, nicht anders als reine Breitensportvereine, und ich würde ihnen auch empfehlen, im Kinderbereich rein breitensportlich zu agieren, und bewusst auch irgendwelche Regional- oder, noch extremer, Überregionalturniere zu verzichten. Da bin ich bei Don Quijote, der Leistungsdruck beginnt noch früh genug. Ich habe ja nichts dagegen, sich auch mal mit starken Gegnern zu messen. Aber im Kinderbereich möchte ich vor allem, dass sie Spaß am Spiel haben, und nicht völlig kirre sind, weil sie unbedingt mit zwei Toren Unterschied gewinnen müssen, um noch ins Finale zu kommen...


    mir wird hier alles zuviel in einen Pott geworfen. zum Glück haben doch Eltern, entsprechend ihrem eigenen Engagement und dem jeweiligen Talent ihres Kindes immer noch die Wahlmöglichkeit.


    Natürlich haben sie diese, das ist auch gut so. Ich richte mich ja auch nur dagegen, dass Fußballbaron meint, durch die Errichtung von Eintrittsbarrieren dem Kinder- und Jugendfußball einen Gefallen zu tun.


    Meine eigene Einstellung zu Leistungszentren ist ambivalent. Viele ihrer Aspekte missfallen mir eher, andererseits gibt es aber auch nicht sonderlich viele Vereine, zu denen ich Kinder bedenkenlos schicken würde. Eigentlich finde ich, dass der Leistungsgedanke im KiFu nichts verloren hat. Aber in dem durchschnittlichen LZ geht es wohl auch besser zu als in dem durchschnittlichen Verein, so mein Eindruck. Das macht LZn aber nicht zum Vorbild der Vereine. Stattdessen sehe ich als Ideal einen Verein, der es schafft, in einem altergerechten Rahmen allen seinen Spielern gerecht zu werden. Das geht erst ab einer gewissen Zahl an Kindern pro Jahrgang, die Dorfvereine, wie du sie aus deiner Umgebung kennst, hätten es damit schwer. Bei uns im Kreis gibt es auch eine gewisse Anzahl an kleinen Stadtteilvereinen, die oft nur mit Ach und Krach ein Team pro Jahrgang oder Altersstufe zusammen bekommen. Aber die beiden Vereine, für die ich tätig bin, haben dieses Problem nicht, schon gar nicht, wenn es dann in der D in die gemeinsame Kooperation geht. Man tut sich aber sehr schwer damit, die Schwächeren bei der Stange zu halten, weil die Leistungsmannschaften so sehr im Fokus zu stehen scheinen.


    Ausserdem ist doch wohl nicht so, dass die Fussballwelt, egal ob Schweiz oder in Deutschland, nur so von talentierten und zu höherem befähigten Talenten wimmelt. Die ganz grosse Masse ist jedoch in einem anderen Bereich anzusiedeln. die Einen kümmern und befassen sich mit der einen Gruppe, die anderen mit der anderen.


    Naja, ich denke, dass es schon auch in den Breitensportvereinen noch eine ganze Reihe von Spielern gibt, die ähnlich gut sind wie diejenigen, die in LZn spielen. Aber deren Bedarf an guten Spielern ist gedeckt, mehr brauchen sie nicht. Und es ist ja auch immer noch so, dass die Mehrzahl der Spieler, die in LZn spielen, später Fußball auch nur zum Hobby spielen werden. Die Breitensportvereine haben also sowohl talentierte als auch normalbegabte, und vermutlich noch den einen oder anderen minderbegabten Spieler dabei.

    Noch hinterher: Gegen eng deckende und konsequent und leidenschaftlich verteidigende Mannschaften taten sich meine Spieler auch ungeheuer schwer. Da fällt einfach die Abstimmung von Freilaufbewegung, die natürlich auch geeignet überzeugend sein muss, und Abstoß des Torhüters noch sehr schwer. Und dann muss die Ballannahme auch noch einwandfrei funktionieren.. Dass alles unter Druck hin zu bekommen, ist für Elf- und Zwölfjährige noch ziemlich viel verlangt. Umso schöner, wenn es tatsächlich klappt.

    Verstehe ich dich richtig, dass es so langweilig wurde, weil sich deine Spieler den Ball stets in den Fuß passten und sie so immer gleich vom manndeckenden Gegner unter Druck gesetzt werden konnten? Dann entwickeln sich natürlich Zweikampfschlachten ohne planvolle Bewegungen...


    Tatsächlich haben wir eine ähnliche Eröffnung gespielt, d.h. die zwei Verteidiger gehen tief breit und die zwei Offensivspieler gehen hoch breit. Bei uns sind allerdings beide Offensivspieler ungefähr gleich hoch gewesen, ca. zwischen Mittellinie und gegnerischer Torauslinie. Dann sollten sich möglichst gleichzeitig beide Verteidiger sowie einer der Offensivspieler lösen, so dass der Torhüter drei Anspielstationen hat. Naja, das Freilaufen hat zu ca. 50% funktioniert, zum Glück hat es, wenn es nicht klappte, immerhin dazu gereicht, den Ball anzunehmen und abzuschirmen, oder ihn zum Torhüter zurück zu spielen, der ihn dann ja nach vorne hauen durfte. Wenn das Freilaufen funktionierte, sah es anschließend meistens ganz manierlich aus. Wir hatten, im Gegensatz zu Euch, keine anschließenden Aktionen vorgesehen, sondern hatten 'nur' an der Taktiktafel verdeutlicht, dass dann drei Spieler angreifen sollen, während einer zur Absicherung sich nicht zu weit über die Mittellinie bewegen sollte. Wir haben aber darauf hingewiesen, dass sie versuchen sollen, sich gegenseitig Räume zu schaffen, anstatt diese zu zu laufen und statisch zu agieren. Das hat an und für sich auch recht gut geklappt, vor allem, wenn die Jungs von sich aus mit Kontaktbegrenzung gespielt haben. Wir hatten aber zur Hallenkreismeisterschaft tatsächlich auch nur die in der Halle stärksten acht Spieler dabei -- für die anderen hatten wir entsprechend weitere Turniere gebucht. Einen Sechzehnerkader, wie er für D9 ganz gut passt, kann man in einem Turnier im 4+1 auch nicht adäquat komplett einsetzen. Wir haben stattdessen in die Halle immer ungefähr die Hälfte der Truppe in verschiedenen Zusammensetzungen mitgenommen. Und bei der HKM haben dann halt die stärksten zusammen gespielt.


    Aber ich bin abgedriftet. Also: diese besseren unserer Spieler können durchaus offene Räume erkennen, das Spiel bei eigenem Ballbesitz verlagern und dann in offene Räume vorstoßen. Bei weitem nicht immer, aber durchaus immer mal wieder. Darauf, dass das Spiel in die offenen Räume wichtig ist, habe ich sie durchaus hingewiesen. Nicht alleine in der Halle, das Thema ergibt sich ja beim Schwerpunkt Passen, bei dem es ja nicht nur um den Pass in den Fuß, sondern auch um den Pass in den Lauf geht. Da haben wir dann thematisiert, wozu der Pass in den Lauf gut ist. Dann ist es kein besonders weiter Weg zu der Erkenntnis, dass ein Pass in den Lauf nur dann erfolgversprechend ist, wenn sich dort, wo der Pass hin geht, kein Gegner befindet bzw. einer unserer Spieler schneller dort sein wird als der näheste Gegner.


    Ich würde das Thema also durchaus angehen, aber nicht in Mitteln der vorgeschriebenen Spielzüge, sondern eher darin, dass sie verstehen, welche Optionen sie im Angriff haben, dass es auch im Angriff am erfolgversprechendsten ist, wenn man sich gegenseitig hilft, und, zu guter Letzt, wie man sich gegenseitig helfen kann.

    Fußballbaron, bei dir fehlt mir die soziale Komponente viel zu sehr. Gut, bei Euch geht es um die Leistung, hauptsächliches Ziel ist es, möglichst gut Fußball spielen zu können. Aber die eingetragenen Vereine haben doch auch eine andere, eine soziale Aufgabe. Diese nennt der DFB übrigens auch. Es geht eben darum, Kindern die Möglichkeit zu geben, die natürliche Freude an der Bewegung zu erleben, und sie Teil einer Gemeinschaft werden zu lassen. Es geht ausdrücklich nicht darum, sich in einem exklusiven, mit Eintrittsbarrieren versehenen Klub ausschließlich unter seinesgleichen zu bewegen. Natürlich muss sich jeder an die gemeinsamen Regeln halten und auch seinen Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Natürlich sollte man sich auch darum bemühen, die verschiedenen Interessen der Mitglieder möglichst in Einklang zu bringen und dabei auch noch den Bedürfnissen der Einzelnen möglichst gerecht werden.


    Ich bin mir bei zweien meiner besten vier Spieler nicht sicher, ob sie es bei Euch geschafft hätten. Der eine war im Bambinialter noch sehr zurückhaltend und ist bei dem knäuelartigen Abschlussspiel zwar immer fröhlich am Rande mit gesprungen, hat aber nie den Ball berührt. Er entwickelte sich aber im Verlauf der F-Jugend zu einem wichtigen Spieler, brauchte aber dennoch bis zum Ende der F2 oder dem Anfang der F1, bevor er sein erstes Tor schoss. In der E-Jugend war er dann einer der wichtigsten, in der E1 der stärkste Spieler im Team. In unserer zu Saisonbeginn neu zusammen gestellten D-Jugendjungjahrgangsmannschaft gehört er wieder zu den stärksten vier Spielern, im Moment ist er von ihnen der insgesamt stärkste. Ein weiterer stieß erst in der F1 zu uns, damals lebte er mit seiner Mutter im Asylantenwohnheim, von ihm wird kein Mitgliedsbeitrag erhoben. Er hätte es finanziell bei Euch nicht geschafft, er hätte auch nie gefahren werden können, und seine Mutter konnte ihn auch sonst nicht in dem Maß unterstützen, wie es unsere übrigen Eltern tun. Aber er ist flink, geschickt, ausdauernd und unheimlich zweikampfstark.


    Wir hatten auch noch andere Spät- oder Quereinsteiger, die sich durchaus gemacht haben. Aber diese zwei sind meine besten Beispiele.

    wieviele Spieler/Eltern haben da nicht mitgezogen?


    So gut wie keine. Wir haben einen Pappenheimer, der es mal versäumt, sich vom Training abzumelden, wir haben aber den Eindruck, dass das zweite versäumte Spiel nun tatsächlich Wirkung zeigt. Bis zur E war ich nicht so streng gewesen, da hatte ich zwar auch den Richtwert von 75% Trainingsbeteiligung in letzter Zeit, das war aber nie ein Problem: meistens waren die Kinder dann länger krank, dann brauchten sie ohnehin zumeist wieder zwei Wochen, um wieder fürs Spiel fit zu sein (das habe ich den Eltern und den Spielern auch so erklärt). Wenn sie nicht krank waren, sondern einfach nur unregelmäßig kamen, fragte ich nach einer Weile bei den Eltern nach, woran das denn liege. Denn einerseits macht das Kind dann natürlich nur geringere Fortschritte als die anderen, mir fast noch wichtiger war aber der Aspekt, dass sie sich langfristig aus der Gruppe entfernen, wenn sie nur noch unregelmäßig kommen. Ich wies die betroffenen Eltern darauf hin, dass es ihrem Kind so unnötig schwer gemacht wird, sich zu integrieren, und dass darunter natürlich auch die Motivation leidet. Ich fordere als Trainer sie zwar nicht, aber ich rate doch dringend den Eltern dazu, den Sport ihrer Kinder ernst zu nehmen und sie auch konsequent hin zu schicken. Sicher kann es mal eine Ausnahme geben, aber sie dürfen sich halt nur als solche bezeichnen, wenn sie ~10% nicht übersteigen.


    wieviele haben durch diese Regelung aufgehört?


    Keiner.


    wieviele Konfliktgespräche diesbezüglich gab es da mit den Eltern?


    Konfliktgespräche auch nicht. Es gab natürlich Erklärungen meinerseits, wer warum nicht spielt, wer weshalb eher nachrückt. Das war alles nachvollziehbar. Es gab zweimal Gespräche mit den Eltern ein- und desselben Kindes, die ihr Kind benachteiligt sahen. Einmal ging es um Einsätze, da hatte sich eine unglückliche Konstellation ergeben, da das Kind nach zweimaligem, geplanten Aussetzen (nach zuvor drei Einsätzen am Stück) beim nächsten geplanten Einsatz absagte, und dann die Winterpause folgte. Das kam ihnen so vor, als berücksichtige ich ihr Kind zu wenig, das konnte ich aber widerlegen. Das nächste mal, es war ca. ein Jahr später, hatten sie das Gefühl, ihr Kind wäre in der Halle nur Lückenbüßer. Was nicht stimmte, da war einfach nur ein falscher Eindruck aufgrund des Erlebnisses an einem Turnier entstanden, bei dem das Kind leider einen ziemlich schlechten Tag erwischt hatte.


    Man muss halt auch wissen, dass es verschiedene Eltern gibt. Hier hatte ich es mit Eltern mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt zu tun. Den darf man dann nicht abtun, sondern muss beruhigend und besänftigend reagieren. Anders herum muss man bei den Eltern, die zu wenig machen, zwar freundlich, aber durchaus deutlich seine legitimen Forderungen stellen.


    Ein Fehler ist mir zweimal passiert: ich habe die Eltern zu spät über mein Vorgehen informiert. Das lag beide Male am Stress und, dass ich es, wie Euch vermutlich nicht wundern wird, nicht schaffe, solche Informationen kurz zu halten, sondern ihre Formulierung mich halt immer ein paar Stunden an Zeit kostet. Das möchte ich aber durchaus so, weil ich der Meinung bin, dass die Bereitschaft dazu, die Regeln nicht nur zu befolgen, sondern bei dem gemeinsamen Projekt richtiggehend mit zu ziehen, deutlich steigt, wenn ich meine Hintergedanken, meine Motivation erklären kann. Das schaffte ich zweimal nicht, was dann auch immer zu ein bisschen Knatsch führte. Aber ansonsten hatten wir immer eine großartig mitarbeitende Elternschaft und ein freundschaftliches wie vertrauensvolles Verhältnis zwischen Trainer-Team und Eltern.

    Ich denke auch, dass, wenn Kinder bereits in der jungen G-Jugend in den Verein kommen, es reichlich lange dauern würde, wenn man erst in der E-Jugend mit der "fußballerischen Ballgewöhnung" beginnt. Ich bin zwar auch gegen einen regelmäßigen Spielbetrieb in der G-Jugend und würde mir auch wünschen, dass der F-Jugend-Spielbetrieb noch in Form von Spielfesten, bei denen ja neben dem Fußball auch noch in anderen Sportarten angetreten werden kann, stattfindet. Aber die meisten Kids in meiner F-Jugendmannschaft spielten tatsächlich auch sehr gerne Fußball, so dass das dann schon ein großer und immer wiederkehrender Trainingsbestandteil ist.


    Mir erscheint das Zitat auch nicht wirklich als im Einklang mit den sonstigen Pubilkationen des DFB befindlich. So werden auf Training Online F- und E-Jugend gemeinsam behandelt, die entsprechenen Trainingseinheiten sind deutlich fußballlastig, wohingegen die Bambini-Einheiten noch sehr viel kindlicher gehalten sind.


    Andre, ich bin absolut pro Einhaltung der Altersziele, und teile deine Einstellung auch für alle Breitensport-Teams. Bei den selektieren Leistungsmannschaften finde ich sie jedoch zu dogmatisch. Wenn ich Kinder habe, die zwar vom biologischen Alter her F-Junioren sind, sowohl geistig als auch körperlich aber ein Jahr älter sind, dann sollte ich sie auch dementsprechend trainieren. Sonst laufe ich doch Gefahr, sie zu unterfordern, insbesondere geistig. Man ist als Trainer natürlich stets in der Pflicht, seine Schützlinge nicht zu überfordern, dem möchte ich keinesfalls eine Ausrede liefern.

    Ich halte im freiwilligen Fußball auch nichts von Geldstrafen, im Kinder- und Jugendbereich, wenn es ginge, noch weniger. Aber Fehlen im Training und beim Spiel muss entschuldigt werden, so war und ist das bei uns auch, zumindest seit der F-Jugend, wobei ich selbst es so halte, dass die Entschuldigung eher eine Ankündigung ist, d.h. ich erfahre zwar gerne die Gründe, bewerte sie aber nicht. Aktuell (d.h. in der D-Jugend) haben wir die Regelung, dass ein Spieler in den letzten vier Trainingseinheiten vor einem Spiel drei mal dagewesen sein sollte, um spielen zu dürfen. Allerdings behalten wir uns ausdrücklich vor, davon abweichen zu können, wenn die nötige Mannschaftsstärke (zahlenmäßig) gefährdet ist. Fehlt eine Spieler unentschuldigt beim Training, so bleibt er beim nächsten Spiel unberücksichtigt. Dass ein Spieler unentschuldigt vom Spiel fern blieb, kam noch nicht vor. Ansonsten geben wir die Spieltermine frühzeitig bekannt und erwarten, dass uns Terminkonflikte mitgeteilt werden.


    In der E1 waren wir ja in jedem Spieler auf jeden Spieler angewiesen, da standen Spieler, die in der Woche zuvor ein Training versäumt hatten oder dazu zu spät gekommen waren, nicht in der Startaufstellung. Das war ganz witzig, wenn wir dazu kamen, wer am Anfang wo spielte (wir haben ja auch von Spiel zu Spiel rotiert), sagte meist dann schon derjenige, den es betraf, er sei ja am Anfang draußen, weil er am Dienstag nicht da gewesen sei. Das war völlig selbstverständlich.


    Wichtig ist natürlich, dass man diese Regeln publik macht! Und, dass sie für alle gleichermaßen gelten und auch durchgezogen werden.

    Nun, es gibt ja hier zwei Aspekte, einerseits den taktischen, andererseits den physischen. Du wirst beide unabhängig voneinander behandeln müssen. Was die Sprintfähigkeit anbelangt, so gibt es sicherlich gewisse erbliche Faktoren, dein Ziel muss es aber dennoch sein, aus jedem deiner Spieler heraus zu kitzeln, wozu er in der Lage ist. Wichtig dabei sind Reaktionsvermögen und Explosivität. Für die Explosivität sollten praktisch alle Formen des Hüpfens gut sein. Dazu ist noch die richtige Körperhaltung wichtig, d.h. eine mit tiefem Schwerpunkt, den man erreicht, indem man die Beine leicht anwinkelt und den Oberkörper leicht nach vorne beugt. Die Hände kommen zur Verringerung des Hebelarms auf Bauchhöhe, zur Verbesserung der Stabilität werden die Arme leicht angehoben. Das Gewicht befindet sich auf den Fußballen, nicht auf den Fersen. Der ganze Körper steht unter mittlerer Spannung.


    Beim explosiven Start sollten unbedingt zunächst möglichst kleine Schritte gemacht werden. Da man in Laufduellen mit ballführenden Gegnern abrupt abstoppen oder rasch die Richtung wechseln können muss, sollte man ohnehin versuchen, mit einer möglichst hohen Schrittfrequenz laufen zu können. Beim Laufen sollte der Oberkörper leicht nach vorne gebeugt oder aufrecht sein, jedoch nicht nach hinten gebeugt, da letztere Haltung Richtungswechsel erschwert.


    Kommen wir zum Taktischen. Du schreibst, dass Ihr trotz 4:2:3:1 durch das Zentrum verwundbar seid. Das sollte eigentlich nicht passieren, da Ihr dort ja vier Spieler habt: beide Sechser und die Innenverteidiger. Den Zehner lasse ich mal außen vor, seine Aufgabe besteht ja, wenn er überspielt ist, hauptsächlich darin, nach hinten zu doppeln, was aber nur geht, wenn die Sechser den Angriff erfolgreich bremsen können. Darum geht es also, dass deine Sechser den gegnerischen Angriff bremsen, es klingt nämlich so, als schnitten die Gegner durch Euer defensives Mittelfeld wie das sprichwörtliche heiße Messer durch die Butter.


    Wie agieren deine Sechser? Grundsätzlich müssen sie ja gemeinsam, d.h. als Pärchen verteidigen: der Secher, über dessen Seite der Angriff kommt, stellt den ballführenden Gegner und lenkt ihn entweder nach außen, wo MA oder AV doppeln können, oder zum zweiten Sechser. Der zweite Sechser sichert schräg hinter dem attackierenden Sechser ab. Die Viererkette verringert die Abstände und verdichtet das Zentrum. Wichtig dabei ist, dass der Abstand zwischen der Abwehrkette und der Doppelsechs nicht zu groß ist. Hier dürfen gegnerische Spieler nicht die Möglichkeit haben, sich mit dem Ball aufzudrehen. Die Innenverteidiger bleiben im Zentrum, dabei achtet der weiter vom Ball entfernte IV auf den gegnerischen Stürmer, wenn er sich zwischen den IV befindet -- da der andere IV ihn im Rücken hat, kann er das auch nicht. Der vordere IV tritt lenkend auf, der hintere muss darauf achten, den Abstand zu seinem Partner nicht zu gering werden zu lassen, ggf. das Abseits nicht aufzuheben, dazu muss er wissen, wo sich der gegnerische Stürmer befindet, solange sich dieser zwischen ihm und dem anderen IV befindet. Bewegt sich der Stürmer in den Rücken des ballfernen IV, so muss der AV 'übernehmen' -- er nimmt ihn nicht in Manndeckung, reduziert den Abstand aber so weit, dass er ihn hoffentlich bereits bei der Ballannahme effektiv stören kann.


    Du schreibst, Euer Problem sei, dass der Gegner zu viel Platz im Zentrum hat. Woran liegt das? Wie agieren deine Sechser? Sie müssen sich als Duo begreifen, von denen immer einer drauf geht, während der andere sich passend platziert und anschließend, wenn der Gegner nach innen gelenkt wird, doppelt. Die IV müssen das als Signal verstehen, etwas aufzurücken und die Mitte zu verdichten, während die AV schnell außen zurück sprinten, um ihre Positionen in der Kette einzunehmen und die Passwege nach Halbaußen zu verhindern.

    Hmm, also bei Spielen in kleinen Mannschaften ergibt sich die Raumdeckung und das gegenseitige Absichern eigentlich ziemlich von selbst. Soll heißen, dass die Mannschaften, die geschickt in der Gruppe verteidigen, einen großen Vorteil gegenüber dem Gegner haben, der das nicht tut, und weniger Gegentore fangen sollten. Bis zum 3:3 dürfte das so sein, finde ich, ab 4:4 würde ich beginnen, eher von Mannschafts- als von Gruppentaktik zu sprechen.


    Wenn du die ballorientierte Verteidigung üben möchtest, so musst du zunächst, so meine ich, von dem Grundgedanken der ballorientierten Verteidung leiten lassen, nämlich:

    • in Ballnähe Überzahl zu schaffen
    • die torgefährlichen Räume besetzen.


    Da der direkte Weg zum Tor durch das Zentrum führt, musst du es immer besetzen, d.h. man fängt mit dem oder den Innenverteidiger(n) an. Da der Gegner natürlich aber auch über die Flügel kommen kann, braucht man auch Außenverteidiger. Da es zwei Flügel gibt, hat man immer zwei Außenverteidiger. Ob man einen oder zwei Innenverteidiger hat, hängt vom persönlichen Geschmack sowie der Breite des Feldes ab. Die Position mit der anschließend größten Bedeutung ist der zentrale Mittelfeldspieler, der Sechser. Je nach Präferenz kann es davon auch zwei geben. Danach gibt es dann noch die Mittelfeldaußen und Stürmer, die vor allem ins Spiel kommen, wenn es um die Themen Umschalten von Angriff auf Abwehr und Pressing geht.


    Ich würde vorschlagen, dass bei folgenden Mannschaftsstärken die ebenfalls folgenden Defensivformationen eingenommen werden:
    4 - 2:1 (vorderer Spieler greift den Ballführenden an, sollte dabei natürlich versuchen, diesen bereits zu lenken und ihm eine Anspielstation zu nehmen)
    5 - 3:1 (vorderer Spieler lenkt, hintere Reihe kann bereits als Dreierkette spielen)
    6 - 3:2
    7 - 3:2:1 (mit lenkendem Stürmer) od. 3:3 (zwei Dreierketten: sehr statisch, aber kompakt; kein Offensivpressing möglich)
    8 - 3:3:1
    9 - 3:3:2 od. 4:3:1
    10 - 4:4:1 od. 4:3:2


    Klar sollte sein, dass mannschaftstaktische Inhalte im Kinderbereich (also bis inkl. E-Jugend) so gut wie nichts zu suchen haben. Und obwohl man ab D-Jugend D9 spielt, sollte man versuchen, dennoch eher in kleinen Teams zu spielen, um die Zahl der Ballkontakte sowie die in diesem Alter noch wichtigeren individual- und gruppentaktischen Inhalte zu schulen.

    Ich finde, die Legosteine sind eine gute Idee. Das ist auch weniger Arbeit als immer wieder neue Zettelchen ausdrucken und ausschneiden zu müssen -- meine halten nämlich leider nie länger als einen Einsatz...

    Ich bleibe gern auf der Sachebene, und ich denke dass ich auch immer auf der Sachebene gestartet bin:


    Gestartet ja, aber gerade gestern hat sie dann doch gelitten. Du wurdest auch von Einigen angegriffen, ich kann schon verstehen, dass das dann schnell zu Kurzschlussreaktionen führen kann. Aber leider hat sich die Unsachlichkeit dann auch auf deine Antworten auf sachliche Auseinandersetzungen mit deinen Aussagen ausgedehnt. Aber es ist schön, dass wir zur Sachlichkeit zurück kehren.


    In der Regel schildere ich was in UNSEREM Verein und den von mit mitbegründeten Fussballschulen so läuft, und zwar ungefiltert so wie ICH es selber gesehen habe.


    Nun, das ist hier allgemein Usus. Die meisten derjenigen, die hier regelmäßig beitragen, schildern, worauf sie ihre Aussagen stützen. Je länger man sich im Forum bewegt und je mehr Beiträge man geschrieben hat, desto weniger erklärt man seinen Hintergrund jedes Mal aufs Neue, aber das ist, denke ich, auch sinnvoll so.


    Ich stelle hier auch BEWUSST nur Dinge rein von denen ich vermute, dass sie nicht unbedingt der Norm entsprechen, und für alle hier drin mit grosser Wahrscheinlichkeit NEU sind. Da mir entsprechend langristige Erfahrungswerte fehlen, bin ich dankbar neue Ideen und Konzepte auch mal in diesem Rahmen "vernehmlassen" zu düfen.


    Naja, dass dir die langfrstigen Erfahrungswerte fehlen, kam halt nicht so deutlich rüber, teilweise wurdest du sogar so verstanden, als sei das Gegenteil der Fall. Wie das zustande kam, interessiert mich persönlich aber überhaupt nicht. Ich, für meinen Teil, kann nur sagen, dass ich durchaus an deinen Ideen und Konzepten interessiert war und bin, deshalb habe ich ja auch gezielt nachgefragt. Ein Video hätte ich auch interessant gefunden, es hätte unter Umständen mehr gesagt als die sprichwörtlichen tausend Worte. Aus deinen Ausführungen auf die Rückfragen (nicht nur meine) kam ich dann aber vor dem Hintergrund meines eigenen Erfahrungsschatzes dazu, dass ich den von dir vorgebrachten Ideen und Konzepten eher skeptisch gegenüber stehe und mich bewusst eher gegen sie entscheiden würde. Dafür habe ich auch Gründe genannt.


    Was mich aber grausam nervt, ist dass hier gar nicht auf meine detaillierten Schilderung UNSERER Dinge der Dinge in UNSERM Verein in UNSERER Stadt und UNSERME Land gar nicht diskutiert wird, weil es bei EUCH sowieso anders ist.


    Du scheinst Alle, die dir nicht beipflichten, als homogene Masse zu betrachten. Dabei gab es durchaus differenzierte Äußerungen. Und es haben zwar viele, inkl. meiner eigenen Person, zu beachten gegeben, dass es bei uns anders ist als bei dir, das wurde aber beileibe nicht als Grund dafür angeführt, warum deine Ideen und Konzepte nicht auf uneingeschränkte Anerkennung stoßen. Wenn du das behauptest, machst du es dir zu einfach.


    Ja logisch ist es anders. Aber ich bin insofern immer positiv eingestellt, dass ich euch zutraue, euch in UNSERE konkrete Situation hineinzudenken und in UNSEREM Kontext auch mal was zu sagen. Scheint aber nicht möglich zu sein nach dem Motto: Wir sind kein Leistungsclub. Somit hat deine Meinung für uns keine Relevanz und es kann unmöglich sein, dass wir die Konzepte und Key Lessons learned eines Leistungsclub auch in der Breiten Basis umsetzen können.


    Nein, hier triffst du zu Beginn eine falsche Annahme, nämlich, dass 'wir' es uns nicht zutrauen, auch in Eurem Kontext eine Meinung abgeben zu können. Das ist durchaus passiert. Es ist nicht so, dass 'wir' sagen, deine Meinung hätte für uns keine Relevanz, wir sind schlicht und ergreifend einer anderen Meinung.


    Ueberhaupt haben hier drin viele SOFORT eine wertende Meinung, obwohl sie weder unseren Kontext kennen, geschweige denn mal selber ausprobiert haben was ich hier so vorschlage.


    Tja, so ist halt das Leben, es gibt halt einfach viele Leute, die sehr schnell eine Meinung äußern, dass sie wertend sind, ist bei Meinungen übrigens doch ohnehin eher die Regel als die Ausnahme, oder? Inwieweit deine Äußerungen jetzt vorschnell abschätzig behandelt wurden, möchte ich nicht beurteilen. Aber wenn du in einem Forum postest, musst du damit rechnen, Meinungsäußerungen als Antworten zu erhalten. Das ist doch eigentlich auch ein Ziel eines Forumsbeitrags. Möchtest du das nicht, so wäre ein eigener Blog das passendere Medium.


    Und was die fehlende eigene Erfahrung mit Euren Ideen und Konzepten anbelangt: erstens hast du mehrere Rückfragen bekommen und zweitens kannten einige der Forumsmitglieder diese oder ähnliche Ideen und Konzepte. Die Aufteilung des Feldes in Zonen und damit einhergehende Regeln sind ja tatsächlich nicht sonderlich innovativ.


    Ich will hier weder etwas beweisen, noch habe ich den Anspruch, dass das was bei uns funktioniert umgesetzt wird.
    Den einzigen Anspruch den ich hier habe ist, dass wenn eine Person A hier ein Problem schildert, dass das entweder im Kontext von A beantwortet wird oder aber einfach völlig wertungsfrei geschildert wird wie man eine ähnliche Situation mit der eigenen Mannschaf, dem eigenen Club oder eigenen Land löst.


    Damit verlangst du aber unter Umständen zu viel. So gibt es in diesem Forum sehr deutlich ausgeprägte Meinungen dazu, was im Bereich des Kinder- und Jugendfußballs geeignet und sinnvoll ist, aber auch, was es eben nicht ist. Und viele der regelmäßigen Forumsteilnehmer halten es für wichtig, Beiträgen zu widersprechen, die aus ihrer Sicht in die falsche Richtung gehen, in denen aus ihrer Sicht falsche Aussagen getroffen werden. Das ist Teil der Streitkultur in diesem Forum, damit wirst du leben müssen. Du kannst nicht verlangen, ausschließlich wertungsfreie Reaktionen zu erhalten.


    Nicht zuletzt liegt es auch an der Rückständigkeit dieser hier verwendeten Blog-technologie dass es äussert schwierig ist, hier einer Diskussion zu folgen. Mindestens wäre es toll, wenn Mitglieder anonym liken könnten. Denn dann wäre endlich klar, welches die lesenswerten Beiträge sind von denen wir ALLE profitieren können und welche nur der eigenen Profilierung des Erhalts des Status quo dienen - aus welchen Gründen auch immer.


    Es ist ein Forum und kein Blog. Ich weiß nicht, ob ich eine 'like'-Option für sinnvoll halte. Wenn man einige Threads verfolgt, lernt man die Positionen der üblichen Verdächtigen doch schon recht gut kennen, man entwickelt dann ganz einfach Präferenzen dafür, wessen Beiträge man lieber liest und welche (wenigen) man vielleicht sogar ganz auslässt. Das ist unter Umständen etwas aufwändiger als eine Orientierung an anonymen Like-Zählern, aber deutlich fruchtbarer. Gerade anonyme Likes ließen sich sonst sicher ziemlich einfach per Bot manipulieren...


    Um übrigens weniger abzuschweifen und um einen besseren Zusammenhang mit den Äußerungen, auf die man antwortet, her zu stellen, ist die Zitierfunktion des Forums sehr hilfreich. Du nutzt sie noch kaum, vielleicht solltest du das mal ausprobieren. Dann wäre auch klar, wem du jeweils antwortest und auf wessen Äußerung zu dich beziehst.

    BerlinPhil: Zum Thema 1:1 in der Defensive schaue dir mal intensiv den Info-Abend Nr. 7 an. Zum Verteidigen zu zweit ist Info-Abend Nr. 8 gut. Schaue dir aber auch http://www.abwehrkette.de/category/taktik-viererkette/ an, da gibt es viele gute Beiträge. Besonders interessant dürften sein:

    die Überschrift zum gesamten Thema ist doch die Teambildung. Und ich habe den Eindruck gewonnen, dass es nur darum geht, die fußballerischen Eigenschaften der einzelnen Spieler in einen Topf zu tun und dann zu einem Eintopf zu kochen... Dass noch eine ganze Menge mehr zur Teambildung gehört, dürfte doch auch klar sein?!


    Ach so. Ja, natürlich. Wir haben uns vom Eingangsthema mittlerweile recht weit entfernt. Ich weiß nicht, ob dazu noch viel zu sagen ist...

    Deinen Eindruck dass dein Team im Zweikampf den Top-Teams wie dem FCB überlegen sei kann ich nachvollziehen.


    Erlaube mir einen Einwurf. In einem Beitrag, den ich nicht mehr habe finden können, schriebst du, dass Eure Kids in ihren Quadranten meistens ihre Zweikämpfe gewinnen. Das glaube ich gerne, es ist aber ein weiterer Hinweis darauf, dass Ihr einfach deutlich überdurchschnittliche Spieler habt, und so in einer ganz anderen Ausgangsposition als der typische Jugendfußballtrainer.


    Aber der Grund, warum das so ist, ist mindestens bei meinen Jungs der folgende:
    Wir möchten unsere Jungs, die sehr wohl 100% in einen Zweikampf reingehen können nicht in Zweikämpfe zwingen, wenn sie dabei nichts lernen können.
    Ich würde mich auch glatt weigern, gegen einen Gegner zu spielen wo wir 17:0 gewinnen würden. What's the point ??


    Tja, in diesem Fall hatten wir in der hiesigen Urnier- und Freundschaftsspielbörse 'inseriert' und wurden von ihnen kontaktiert. Wie gesagt, das Ergebnis gibt den Spielverlauf nur unvollständig wieder. Es gab Phasen, in denen es tatsächlich sehr einseitig war, da fielen dann auch mal fünf Tore innerhalb von ebenso vielen Minuten. Und dann gab es auch Phasen, in denen es ein ganz ordentliches Spiel war.


    Regional spielen wir IMMER gegen 2 bis 3 Jahre ältere Jungs, die dann entsprechend Rücksicht nehmen, aber dennoch genügend "Reibungsfläche" bieten dass wir an ihnen wachsen können. Einfach ohne Risiko, dass sich unsere, die dann ihrerseits immer voll reingehen, verletzen könnten.


    Du hast auch schon in einem anderen Beitrag Einsatzbereitschaft und/oder Zweikämpfe mit körperlicher Härte gleich gesetzt. Sei versichert, dass ich immer ausgesprochen faire Mannschaften trainiert habe, da gab es niemals eine Klopper- und Tretertruppe. In besagtem Spiel waren die Gegenspieler den unsrigen gerade körperlich im Schnitt spürbar überlegen. Wenn ich mich recht entsinne, gab es aber so gut wie kein Foul im gesamten Spiel, weder von ihnen noch von uns.


    Spiele in denen dauernd einer am Boden liegt halte ich für nicht mehr zeitgemäss. Mindestens wir spielen einen Offensivfussball bei dem der Ball schon wieder weg ist, bevor unsere Spieler auflaufen. Gegner sind für uns nur zum "Bremsen" da ;-). Auch in der Verteidigung arbeiten wir eher wie Chirurgen als mit dem Holzhammer. Nicht zuletzt erlaubt uns das, "Defizite" in der aktuellen Körpermasse durch Technik, sprich zielgerichtetes, langfristig angelegtes Training zu kompensieren.
    Darum, wenn jemand meint, dass er uns in Zweikampf überlegen sei, dann hat er nicht verstanden, dass so eine Aussage gar nicht gemacht werden kann, da wir uns in der Regel auf solches Gerangel gar nicht einlassen, schon gar nicht in einem "Freundschaftsspiel".


    Jaja, schon recht. Ich habe allerdings keine Ahnung, von welchem Spiel du da schreibst. Du scheinst der Meinung zu sein, dass alle Teams, die nicht von Profivereinen oder ähnlichen Institutionen, wir Ihr sie eine seid, stammen, minderbemittelte Tretertruppen seien. Nun, wenn dem so sein sollte, dann erübrigt sich wohl jede weitere Diskussion. Denn die ist nur dann sinnvoll, wenn du bereit bist, auch uns als Vertretern dieser Mannschaften mit Respekt und genau der selben Offenheit und Neugierde zu begegnen, wie du sie forderst.

    Ich denke nicht dass man von einem einzigen Spiel gegen die Eintracht oder den FCB (ich nehme an du meinst München und nicht Basel ?) auf deren Trainingsmethoden, Rotationsprinzipien und Selektionsverfahren schliessen kann.


    Ja, ich meine den FC Bayern, ich dachte, das hätte ich auch geschrieben. Ist auch egal, jedenfalls schließe ich nicht von einem Spiel auf Training, Rotation oder Selektion. Beim FCB (Bayern) gehe ich von den unwidersprochenen Aussagen über sie in dem o.g. Thread aus. Bei der Eintracht habe ich in dem Spiel gegen mein damaliges Team einzig und alleine das Niveau und die Spielweise dieses Teams gesehen. Und ich wollte sie auch nicht diskreditieren, das waren alles ganz deine Jungs, die sich vorbildlich benommen haben, die die Räume gut genutzt haben, den Ball gut laufen ließen, konditionell richtig gut dabei waren, und fast alle auch torgefährlich waren. Aber ich bin nicht in Ehrfurcht erstarrt, weil ich auch einige Punkte gesehen habe, in denen einige meiner Spieler mithalten konnten oder sogar besser waren. Wie gesagt, teilweise. Aber das bei einer zwar nicht schlechten, aber zufällig entstandenen und nicht selektierten Truppe eines Kleinstadtvereins.


    Ich habe zwar schon Vermutungen zu den Selektionsverfahren der Eintracht, diese stützen sich aber, wie oben erwähnt, auf die Statistiken über die Vereinszugehörigkeit ihrer Jugendspieler, diese Information steht auf der Web-Seite. Schaue ich da bspw. bei der U12 (weil das die Parellelmannschaft zu meiner ist), so gibt es da fünfzehn Spieler, davon sind fünf seit 2008, zwei seit 2009, drei seit 2010, einer seit 2011 und vier seit 2012 bei der Eintracht. Ich denke, man kann davon ausgehen, dass es dieses Team bereits vor zwei Jahren (als U10) gab, da waren aber von den jetzigen fünfzehn Spielern höchstens sieben dabei. Wenn ich davon ausgehe, dass dieses Team in seiner personellen Stärke nicht verändert wurde, dann wurden binnen zwei Jahren über 50% der Spieler ersetzt.


    Über Trainingsmethoden bei den U-Teams der Eintracht weiß ich überhaupt nichts. Ich vermute, dass sie völlig in Ordnung sind, ich gehe auch davon aus, dass sie dort qualifizierte und fähige Trainer haben werden. Das traue ich den Jugendabteilungen von Vereinen mit Profimannschaft und Leistrungszentren generell zu, was aber nicht heißt, dass es nicht auch mal einen faulen Apfel geben kann, der vielleicht ja sogar für A- oder B-Jugenden absolut geeignet ist. Die durchschnittliche Qualität des Personals ist in LZn und bei Profivereinen sicher höher als bei den übrigen Vereinen. Das heißt aber nicht, dass sie es in jedem Fall ist. Auch die LZn und die Profivereine können nur mit Wasser kochen und dort gibt es ebenso schwächere Trainer wie es bei den anderen Vereinen auch stärkere Trainer gibt.


    Wenn du schon die Gelegenheit hast gegen diese Mannschaften zu spielen, frage doch einfach den Trainer nach diesen Dingen.


    Das habe ich durchaus gemacht, aber er war nicht allzu gesprächig. Er berichtete mir vor allem, dass sie großen Wert auf Kondition legen und häufig die Spieldauer gegenüber der Norm verlängern. Ansonsten haben wir eher über den Spielbetrieb geredet. Was willst du auch in zehn Minuten nach einem einzigen Spiel lang und breit über Trainingsmethoden und -konzepte philosophieren? Bei einem Turnier geht das eher, da kann man dazu gut die Pausenzeiten nutzen. Bei einem Freundschaftsspiel geht das aber weniger gut..


    Ich selber gehe oft an die internationalen Turnier im Süddeutschen Raum ([klangvolle Namen]) nicht nur wenn meine eigenen Spielen sondern aus reiner Neugierde und um völlig unbelastet Gespräche mit Trainern, Eltern, Scouts, Verbandsmitgliedern etc. zu führen.


    Sehr nett, sehr klangvolle Namen, aber bist du denn der Meinung, sie könnten mit etwas anderem als Wasser kochen? Und es ist ja nicht so, als hätten wir hier im Forum nicht auch Kontakte zu Profivereinen. Ich kann zwar nicht mit internationalen Kontakten aufwarten, aber mit durchaus einigen Jugendtrainern der regionalen Profivereine sowie Ex-Spieler. Ich habe nach wie vor hohen Respekt vor diesen Personen als auch ihren Gegenstücken in anderen Ländern. Aber Ehrfurcht halte ich nicht für angebracht.


    DAS ist viel aufschlussreicher als nur vom Spiel auf die Hintergründe zu spekulieren !


    Habe ich nicht. Bitte lies nochmal nach, wenn du es nicht glaubst.


    Unterm Strich habe ich die Erfahrung gemacht, dass praktisch alle immer wieder mal was Neues ausprobieren. Sie haben zwar in der Regel ein Drehbuch. Das ist dann so quasi ihre Mitte von dem aus sie je nach Präferenz, gerade besuchten Trainerkurs oder Buch unter dem Kopfkissen in die eine oder andere Richtung gehen.


    Genau, da sehe ich aber keinen Unterschied zu der Vorgehensweise der meisten Trainer hier im Forum.


    Im Gegensatz zum Ton hier, sind die Trainer "unter sich" neugierig und bereit festzustellen, dass der andere oft nur andere Worte für dasselbe in Grün verwendet.


    Und wie haben sich die Nachfragen von Karl, Steini, Schimanski und mir davon unterschieden?


    Und tatsächlich: wenn man dann die Spiele schaut, sind sie einander alle ähnlich, nirgends stur aber bei jedem stehenden Ball wieder auf eine feste Struktur zurückfallend - ob wir die nun Quadranten taufen, 2:2, Manndeckung oder GiveMeFive - ist doch egal. Allein sagt die Struktur eh nichts. Sie macht erst - und das wurde mir im Verlauf dieser Diskussionen wieder mal sehr bewusst - erst im Ganzen Sinn, also erst im Kontext von ganz viel anderen Puzzleteilen die dann eben vermutlich auch anders laufen als im Dorfclub.


    Wenn du mal die (zum Leidwesen von guenter ;) ) bereits mannigfach vorhandenen Beiträge im Forum zum Thema Spielsysteme/Grundformation lesen solltest, wirst du merken, dass das bereits häufig ein Thema war und dass es dazu durchaus differenzierte Meinungen gibt. Ich persönlich bin durchaus der Meinung, dass eine stinknormale E-Jugend durchaus dazu in der Lage ist, in ihrem Spiel eine Grundformation zu nutzen. In der F halte ich Positionen noch für recht schwer vermittelbar, ohne dass negative Folgen entstehen, wie z.B. das Kleben an Positionen, das Abgeben von Verantwortung, die Einschränkung der Bewegungs- und Erlebnisfreiheit der Spieler. Ich denke aber auch, dass die Mehrzahl Eurer Spieler wie auch die von z.B. PSG, halt einfach den typischen Kids gut und gerne um ein Jahr voraus sein dürften, insofern können sie dann auch in der F evtl. schon einige E-Themen verarbeiten. Ich würde da aber hauptsächlich die technischen Inhalte nehmen, nicht die taktischen. Weder beim DFB noch bei Coerver oder Horst Wein wird in der F mit Quadranten oder anderen Zonen gearbeitet, wenn es ums Wettspiel geht, soweit ich das erkennen kann. Klar, für den unkundigen Zuschauer sieht das weiträumige Passspiel toll aus, es führt unbestritten im F-bereich auch zu deutlichen Siegen über andere Mannschaften. Aber ist es altersgerecht? Da habe ich deutliche Zweifel.

    Du gibst einen Teil der Antwort ja schon selbst: ich würde es mal mit Spielen auf kleinen Feldern und in kleinen Gruppen probieren, 2:2 bis 4:4. Probiere doch mal folgendes aus: ein Feld geeigneter Größe für ein 2:2, zwei, drei Meter hinter die Auslinien stellst du Mini-, Stangen- oder Hütchentore. So können die Tore nicht versperrt werden, indem man sich direkt davor stellt.


    Übrigens ist es durchaus nicht ganz richtig, dass im 2:2 der Verteidiger, der den ballführenden Spieler nicht angreift, den anderen Angreifer unbedingt zu decken hat. Dann verhinderst du zwar das Abspiel, wenn aber der Ballführende sein 1:1 gewinnt, ist er vor dem Tor. Ich predige meinen (viel jüngeren) Spielern immer, dass der Ball am gefährlichsten ist, schließlich ist er es, den der Gegner in unserem Tor unterbringen will. Schaue mal hier rein und blättere zu Info-Abend Nr. 8 http://talente.dfb.de/index.php?id=518941, Seite 6. Da geht es explizit um das Verhalten im 2:2. Auf der nächsten Seite dann ums 2:3. Wichtig ist: der Spieler auf der Seite des ballführenden Angreifers setzt diesen unter Druck, der zweite Spieler sichert seitlich versetzt hinter ihm ab. Er stellt den Passweg für einen eventuellen Querpass nicht zu, wohl aber den für einen Pass in die Tiefe. Der Querpass ist nämlich erst einmal nicht sonderlich gefährlich. Er darf sich nicht zu weit von seinem Mitspieler entfernen, um den ballführenden Angreifer, sollte dieser das 1:1 für sich entscheiden, gleich wieder unter Druck setzen zu können.


    Je nach dem Ort des Geschehens gibt es dann Abwandlungen, so unterscheidet sich das Vorgehen z.B. zwischen dem Zentrum und dem Flügel. Es gibt da gerade im Profibereich teilweise aber auch individuelle Vorlieben, z.B. bei der Frage, ob bei einem Angriff über außen gedoppelt werden sollte.


    Es gibt doch auch ein Online-Seminar von Ralf Peters zur Viererkette... hat da jemand noch den Link?

    Da meldet sich ein interessierter ein junger Fussballer zum Trainerlehrgang an. macht den ganzen Ausbildungslehrgang mit, kriegt dann ein Prüfungsthema, und schreibt dann um Hilfe.


    ist das Prüfungsthema nicht irgendwie Bestandteil des Lehrganges?


    Ich würde sagen, es ist zumindest nicht die Regel. Die Lehrprobe ist ja quasi ein Ausschnitt aus einem Probe-Training. Um die Themen der Lehrproben geht es aber im Kurs eigentlich nicht. Bei uns war es so, dass der Lehrgangsleiter uns immer wieder hat lehrprobenartige Trainings in kleineren Gruppen vorbereiten lassen, die dann demonstiert und besprochen wurden. Es wurde aber letztlich nur ein überschaubarer Teil der möglichen Themen behandelt, und das natürlich auch noch in allen möglichen Qualitätsstufen. Er hat uns allerdings schon insoweit auf die Lehrprobe vorbereitet, dass er uns vermittelt hat, dass es eben wichtig ist, das Thema nicht zu verfehlen, die methodische Reihe zu beachten, die Erklärungen kurz und präzise zu halten, und intensiv zu coachen.


    Im Theorie-Teil kam an Fußballfachwissen eigentlich nur die ballorientierte Verteidigung zur Sprache. Der ganze Rest dreht sich darum, was man als Trainer alles machen sollte, und wie man Kinder und Jugendliche trainiert, was die Altersziele sind, etc. pp. Ich rede hier übrigens stets vom Trainer C-Breitenfußball.


    wird beim Prüfungsthema vom Lehrgangsleiter erwartet, dass das Thema in seiner Denkweise abgehandelt wird? oder wird erwartet dass der zukünftige Trainer auch eigene Gedanken in das Prüfungsthema mit einbringt.?


    Nun, bei uns kamen die Prüfen vom Verband. Das waren alles Altgediente, bei denen man eher vorsichtig sein sollte, wenn man mit allzu innovativen Ideen kommt. Von unserem Lehrgangsleiter wurde da eher die Devise raus gegeben, im Zweifel lieber auf Nummer sicher zu gehen, getreu dem Motto: lieber eine etwas schwächere, aber einfache Übung vorführen, die gut läuft, als eine bessere, dafür komplizierte Übung, die ins Stocken gerät.


    Es ist bei der Lehrprobe das selbe Problem wie bei anderen Prüfungen auch: die Prüfer sehen nur die Leistung in der Prüfung selbst.

    Hast du vor, Manndeckung zu spielen? Dann könnte zumindest ich nicht viel beitragen. Wenn du stattdessen die ballorientierte Verteidigung anstrebst, gibt es dafür einiges an Material. Da wären zunächst im kostenlosen und online erhältlichen Bereich die DFB-Info-Abende zum Thema Verteidigen alleine und zu zweit, desweiteren die Viererkettenbeiträge auf http://www.abwehrkette.de. Von Martin Hasenpflug von der Initiative Abwehrkette gibt es auch ein Buch speziell zur Einführung der Viererkette sowie eines zur "Fortsetzung", dem "Ballgewinnspiel". Diese sind relativ günstig. In der Lehrbuchreihe des DFB gibt es auch noch zwei Bücher zum Thema Verteidigen, eines heißt "Fußball von morgen: Modernes Verteidigen" (da steckt noch Band 4 irgendwo im Namen, glaube ich), und es gibt auch ein recht neues Werk, "Verteidigen mit System", das etwas weniger Grundlagen als das alte Buch enthält, dafür aber mehr auf konkrete taktische Situationen eingeht. Diese Bücher sind aber etwas teurer.


    Wo drückt denn der Schuh bei deinen Jungs? Ist es eher das individual-, gruppen- oder mannschaftstaktische Defensivverhalten, in dem es die Probleme gibt?