tobn
hier versteh ich dich nicht.
wo ist den die soziale Komponente in den Leistungszentren, wo auf den Stützpunkten?
Dort ist sie eben nicht gegeben. Dort muss es sie auch nicht geben, weil es sich bei ihnen um exklusive Angebote handelt, die sich nur an einen kleinen Teil der Interessierten wendet. Fußballbaron propagiert aber doch sein System der frühren Selektion und verzichtet bewusst auf diejenigen Kinder, die nicht den Selektionskriterien entsprechen. Und gleichzeitig spricht er davon, dass durch die unbeschränkte Aufnahme von Kindern das "Eintrittsniveau künstlich nach unten nivelliert" werde. Er propagiert nicht nur für die LZ eine Beschränkung der Aufnahme, sondern sieht das für alle Vereine als sinnvoll an:
Zitat von FußballbaronEs ist aber - und hier komme ich eigentlich auf den Punkt - schon sehr erstaunlich, wie "weit" Eltern, Schule, Horte und andere Engagierte ausserhalb von Verein und Verbänden ihre 5 Jährigen schon bringen, weil sie sich bewusst sind, dass ohne ein Minimum an motorischer und sozialer Kompetenz auch vereinsmässig nicht viel gehen wird. Klar ist das Zusatzstress für alle Beteiligten: für Eltern, Schule, Horte etc. - Aber es lohnt sich, denn Kinder können schon weit mehr als der DFB uns glauben macht.
Der Einzige Grund warum der DFB und unsere Regionalfussballverbände das Eintrittsniveau künstlich nach unten nivellieren liegt darin, dass sie auch Eltern, denen die motorisch, soziale Entwicklung ihrer Kids am Arsch vorbeigegangen ist, ebenfalls eine Chance auf Clubbeitritt einräumen wollten.
die soziale Komponente ist in den kleinen sprich Dorfvereinen gefordert. Leistungsverein und Dorfverein sind doch 2 ganz verschiedene Angelegenheiten. In dieser Diskussion hier wird das aber ganz stark vermischt. Auch die Anforderungen an die jeweiligen Trainer sind doch wohl sehr unterschiedlich.
Korrekt, LZ und Dorf- oder übrigen Verein sind verschiedene Angelegenheiten. Ich glaube nicht, dass die Anforderungen an die Trainer so sehr verschieden sind, aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass Fußballbaron die Selektion, wenn auch auf niedrigerem Niveau als für LZ oder seine Fußballschulen, auch für die normalen Vereine empfiehlt. Und dem widerspreche ich entschieden.
Ich bin übrigens, nachdem ich neulich hier gelernt habe, wie weit unten nach Meinung von Vielen der Leistungsbereich bereits los geht, auch der Meinung, dass es durchaus Vereine geben kann, die unter einem Dach sowohl Breiten- als auch Leistungssport betreiben. Im hier gerade behandelten Zusammenhang verhalten sie sich aber, so meine ich, nicht anders als reine Breitensportvereine, und ich würde ihnen auch empfehlen, im Kinderbereich rein breitensportlich zu agieren, und bewusst auch irgendwelche Regional- oder, noch extremer, Überregionalturniere zu verzichten. Da bin ich bei Don Quijote, der Leistungsdruck beginnt noch früh genug. Ich habe ja nichts dagegen, sich auch mal mit starken Gegnern zu messen. Aber im Kinderbereich möchte ich vor allem, dass sie Spaß am Spiel haben, und nicht völlig kirre sind, weil sie unbedingt mit zwei Toren Unterschied gewinnen müssen, um noch ins Finale zu kommen...
mir wird hier alles zuviel in einen Pott geworfen. zum Glück haben doch Eltern, entsprechend ihrem eigenen Engagement und dem jeweiligen Talent ihres Kindes immer noch die Wahlmöglichkeit.
Natürlich haben sie diese, das ist auch gut so. Ich richte mich ja auch nur dagegen, dass Fußballbaron meint, durch die Errichtung von Eintrittsbarrieren dem Kinder- und Jugendfußball einen Gefallen zu tun.
Meine eigene Einstellung zu Leistungszentren ist ambivalent. Viele ihrer Aspekte missfallen mir eher, andererseits gibt es aber auch nicht sonderlich viele Vereine, zu denen ich Kinder bedenkenlos schicken würde. Eigentlich finde ich, dass der Leistungsgedanke im KiFu nichts verloren hat. Aber in dem durchschnittlichen LZ geht es wohl auch besser zu als in dem durchschnittlichen Verein, so mein Eindruck. Das macht LZn aber nicht zum Vorbild der Vereine. Stattdessen sehe ich als Ideal einen Verein, der es schafft, in einem altergerechten Rahmen allen seinen Spielern gerecht zu werden. Das geht erst ab einer gewissen Zahl an Kindern pro Jahrgang, die Dorfvereine, wie du sie aus deiner Umgebung kennst, hätten es damit schwer. Bei uns im Kreis gibt es auch eine gewisse Anzahl an kleinen Stadtteilvereinen, die oft nur mit Ach und Krach ein Team pro Jahrgang oder Altersstufe zusammen bekommen. Aber die beiden Vereine, für die ich tätig bin, haben dieses Problem nicht, schon gar nicht, wenn es dann in der D in die gemeinsame Kooperation geht. Man tut sich aber sehr schwer damit, die Schwächeren bei der Stange zu halten, weil die Leistungsmannschaften so sehr im Fokus zu stehen scheinen.
Ausserdem ist doch wohl nicht so, dass die Fussballwelt, egal ob Schweiz oder in Deutschland, nur so von talentierten und zu höherem befähigten Talenten wimmelt. Die ganz grosse Masse ist jedoch in einem anderen Bereich anzusiedeln. die Einen kümmern und befassen sich mit der einen Gruppe, die anderen mit der anderen.
Naja, ich denke, dass es schon auch in den Breitensportvereinen noch eine ganze Reihe von Spielern gibt, die ähnlich gut sind wie diejenigen, die in LZn spielen. Aber deren Bedarf an guten Spielern ist gedeckt, mehr brauchen sie nicht. Und es ist ja auch immer noch so, dass die Mehrzahl der Spieler, die in LZn spielen, später Fußball auch nur zum Hobby spielen werden. Die Breitensportvereine haben also sowohl talentierte als auch normalbegabte, und vermutlich noch den einen oder anderen minderbegabten Spieler dabei.
