Ich sehe es wie Steini und guenter: wenn Fußballbaron nichts öffentlich schreiben darf, dann haben wir das zu respektieren. Wir finden es zwar schade, denn auch mich hätte interessiert, wie das weitere Konzept aussieht, schließlich begreifen viele hier ja den gesamten Bereich von Kinder- und Jugendfußball als durchgehende Ausbildung, in der man versucht, systematisch und sukzessive aufbauend vorzugehen, eben den langfristigen, statt den kurzfristigen Erfolg anstrebend. Persönlich halte ich nicht besonders viel von Verschwiegenheitsklauseln, aber mir geht es auch weniger um die Wahrung eines mutmaßlichen Wettbewerbsvorsprungs als um die Verbesserung des Kinder- und Jugendfußballs. Der Wunsch, mit dem eigenen Wissen Geld zu verdienen, ist aber selbstverständlich legitim.
Aber die Diskussion die du anstößt, Steini, finde ich auch sehr interessant:
Richtig. Man muss jedoch auch bereit sein, dass zuzugeben. Ich habe da kein Problem mit und Gott sei Dank ist das bei den im Verein Verantwortlichen genauso.
So empfinde ich es auch. Leider trifft man aber nicht so oft auf Menschen, die offen für Neues und daran interessiert sind, sich und ihre Methoden zu hinterfragen und weiter zu entwickeln. Ich habe den Eindruck, dass gerade im Mannschaftssport, mit den ganzen Tabellen und Meisterschaften und so, viele Trainer als Einzelkämpfer unter einem hohen Erfolgsdruck stehen und sich vor allem als in der Konkurrenz mit anderen Vereinen, Mannschaften und Trainern befindlich sehen. Zumindest, wenn man sich im Spielbetrieb trifft. Viel besser ist es, wenn Eltern und Kinder mal nicht dabei sind, aber entsprechende Veranstaltungen und Anlässe gibt es bei uns leider so gut wie nicht.
Ich finde es auch sehr schwer, anhand nur einiger weniger Mannschaften und Kinder, die man kennt, den Erfolg bestimmter Maßnahmen zu bewerten. Einfach ist es, wenn sich Teams oder einzelne Kinder nicht oder negativ entwickeln, dann ist offensichtlich Einiges falsch. Aber wenn es voran geht, woran liegt das dann? Ist es das Training, ist es die ganz normale geistige und physische Entwicklung? Sicher beides, aber zu welchen Teilen? Was war effektiv, was weniger? Was hätte man stattdessen machen können, vielleicht sollen? Und ist man am Ende nicht zu perfektionistisch, wie guenter beim Lesen dieser Zeilen vermutlich meinen wird. 
Die Bewertung des eigenen Handelns wird auch weiter dadurch erschwert, dass man so viele unterschiedliche Kinder hat. Zwar ist der Großteil der Spieler, die ich trainiere, bereits seit der G- oder frühen F-Jugend dabei, aber auch ich habe einige Kinder trainiert, die nicht mehr Fußball spielen -- bei uns gibt es aber ein sehr reichhaltiges Sportangebot, Fußball ist da weiß Gott nicht nur die einzige Möglichkeit. Und auch bei denen, die ich drei bis sechs Jahre in der Mangel hatte, gibt es weiterhin große Unterschiede. Würde ich gerne gut dastehen und mich brüsten wollen, könnte ich die stärksten Spieler nennen, wollte mich einer kritisieren, so könnte er sich einen der schwächeren heraus picken. Ist die Datenbasis von uns einzelnen Trainern nicht ziemlich klein? Inwieweit sind Gespräche mit Kollegen sinnvoll, wenn man deren Truppen nicht besser kennt?
Lass mich raten, guenter, du wirst sagen, es sei alles zum Teil dabei, überall ganz unterschiedlich und deshalb wohl kaum in eine Regel zu fassen, ein guter Trainer werde es schon gut genug machen. Ist ja alles richtig, aber ich glaube schon, dass man gewisse Verallgemeinerungen treffen kann, dass man auch sinnvolle Systematiken entwerfen kann.
Ich habe diesen Thread aus zwei Gründen eröffnet:
1. Weil mich die Erfahrungswerte ab D bei dieser Art der Ausbildung wirklich interessiert hätten. Eben weil ich ständig auf der Suche nach Anregungen bin. Geht doch wohl den meisten Usern hier so.
Genau. Mich interessiert es einerseits, weil ich ja meine junge D-Jugend seit der G begleite. Und andererseits würde ich immer noch gerne den Kinder- und Jugendfußball in den zwei Vereinen, für die ich tätig bin, verbessern, indem ihm ein Konzept verliehen wird. Dieses Konzept möchte ich gerne mitentwickeln und natürlich sollte es so gut wie sinnvoll möglich sein.
Zudem stehe ich ( ist aber ja nur eine meiner Fragen ) auf diese Solisten. Die treiben ein auch oft zur Weißglut. Aber sie haben so eine innere Begabung zur Kreativität und wenn sie die im Training oder Spiel auspacken sind das für mich als Trainer einfach geile Momente. Da ist nichts gesteuert. Das machen sie von selbst.
Ja, das ist cool, aber damit verbunden ist halt oft auch ein ziemlicher Egoismus. Und den kann ich nicht leiden. Ich habe auch zwei Spieler im Team, die wirklich gute Solisten waren und auch noch sind, die aber mittlerweile häufig den Ball verlieren, eben weil sie nahezu immer ins 1:1 bis 1:3 oder das dreifach aufeinanderfolgende 1:1 gehen, obwohl sie genügend Anspielstationen haben. Beide, die ich übrigens erst seit Anfang der Saison trainiere, haben vormals offenbar auch kaum mit verteidigt, ihre Bereitschaft dazu müssen mein Mit-Trainer und ich seit Saisonbeginn erst mühsam entwickeln. Demgegenüber haben wir vier Spieler, die ähnlich gute Solisten sind, die aber gerne auch den Pass spielen. Vom Spielverständnis her sind letztere, so mein Eindruck, weiter. Wobei es auch etwas mit dem Selbstverständnis der Spieler zu tun haben kann. Einer der Solisten z.B. sieht sich selbst als reinen Stürmer. Er misst sich, so mein Eindruck, an seinen Toren, aber nur an seinen eigenen Toren. Krieg das mal aus einem Jungen raus, wenn es schon seit sechs Jahren so ist...
Meine innere Einstellung ist einfach die, dass man bis zur E im Grunde genommen technisch gut ausgebildete Solisten haben sollte und man dann ab D mit gruppentaktischen Übungen dies in Richtung mannschaftsdienliche Spielweise lenkt. Hört sich ein bisschen verrückt an und entspricht ja so gar nicht der Auffassung, dass man eine Mannschaft trainiert.
Aber es geht durchaus in die aus meiner Sicht beim DFB noch nur als eine von zwei in einer gewissen Schizophrenie propagierten Sicht, dass bis zur E-Jugend nur Technik auf dem Programm stehen sollte. Andre hatte das ja mal ganz vehement vertreten, seit Horst Weins' Buch, in dem das Zusammenspiel als wenn auch sehr kleine Mannschaft auch im F-Alter als unbedingtes Ausbildungsziel definiert wird, sieht die Welt hier doch wieder etwas unklarer aus, findest du nicht?
Und ist eben völlig konträr zur Auffassung von @FB. Daher wäre eine Diskussion sehr interessant geworden. Aber ist okay.
Ich tendiere derzeit zu einer Art Mittellösung für den Bereich F und E: individuelle Technik unbedingt, aber auch Förderung der Spielintelligenz und des Spiels in der (kleinen) Gruppe.