Beiträge von tobn

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    Das klingt doch aber gar nicht mehr so schlecht, zumindest scheint sich deine Stimmung gebessert zu haben. Ich denke, manchmal ist es auch etwas wert, dass die Elternschaft sich dessen bewusst ist, was die ehrenamtlichen (und typischerweise ja auch nebenberuflichen) Trainer für ihre Kinder an Einsatz bringen. Wenn man da die entsprechende Anerkennung erhält, fällt der Job, den wir ja zumeist auch ganz gerne machen, schon deutlich leichter.


    Die Geschichte mit dem Zahnarzt ist ganz amüsant, aber ich sehe es ähnlich wie du: wenn einer nicht will, dann bringt es auch nicht viel, ihn zu zwingen. Was mich dann auch vielleicht stören würde, ist, dass die Gruppe in solchen Situationen sich ganz gerne auf dieses eine 'Opfer', das ja auch ein Stück weit das Pech hat, nun mal an dem Wochentag, an dem ihr trainiert, seinen freien Nachmittag zu haben, einschießt. Sicherlich wird es unter der Elternschaft einige geben, die feste Arbeitszeiten haben und die daher tatsächlich nicht beim Training helfen können. Heutzutage sind aber flexible Arbeitszeitregelungen durchaus nicht selten anzutreffen, wenn da der Wille da wäre, könnten sich das bestimmt Einige einrichten... Letztlich machen es ja die meisten Vatertrainer ja auch so.

    Ist bei euch dort oben aber nicht in Sachen Coerver deutlich mehr los als hier unten in Bayern?!


    Tja, mit Bayern kann ich nicht wirklich vergleichen, aber ich habe hier von Coerver noch nirgends gehört oder etwas dazu gesehen. Ich habe es ja hier im Forum kennen gelernt. Und was "bei euch dort oben" anbelangt, bis zum Wirkungsgebiet von Dirk sind es noch gut 500 km...

    banal gefragt: muss man Kinder in Watte packen?


    Nö, aber man sollte darauf achten, sie nicht zu überfordern.


    auf den Fussball bezogen stellt sich mir dann analog die Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, alles Negative von den Kindern fernzuhalten.


    Nein, das ist es natürlich nicht. Man kann es ja auch gar nicht. Und man sollte sie natürlich dazu ermutigen, Sachen auszuprobieren, die sie noch nicht gemacht haben, auch wenn es nicht gleich klappt. Und z.B. auch zu vermitteln, dass Schmerzen auch oft schnell vergehen.


    Ich finde es absolut nicht schlimm, wenn ein Kind mal weint.


    Es kommt halt auf den Grund und die Häufigkeit an. Es gibt Kinder, bei denen es mich nicht beunruhigt, wenn die Tränen nach einem unsanften Zusammenprall fließen. Und es gibt welche, da bin ich hingegen beim ersten Schluchzen sofort betroffen, eben weil es so selten ist, dass da schon etwas dazu gehört haben muss..


    Für mich ist es bedeutend wichtiger, es dann zu trösten, ihm zu helfen, dass es vom Weinen wieder zum Lachen kommt, als alles zu vermeiden, dass es mal zu einem Weinen kommen könnte.


    Absolut. Aber ich provoziere nicht gezielt das Weinen, das geht zu weit. Außerdem muss ich schon aufpassen, dass ich im Rahmen meines Auftrages bleibe und nicht in den Hoheitsbereich der Eltern eindringe. Was aber auch nicht so schwer ist.

    Es gibt halt Punkte, da gilt bei mir das Prinzip. Es sind nicht viele, aber es gibt sie. Dies ist einer.


    Bei der Freistoßmauer und dem Kopfball gibt es, wie dir, guenter, sicher bewusst ist, ja sportliche Gründe, die dafür sprechen, dass ein Risiko für zugegebenermaßen teilweise nicht unerhebliche Schmerzen in Kauf genommen werden muss. Natürlich tut man sich beim Fußball auch weh, das gehört dazu. Aber es ist ein Nebeneffekt und nicht Ziel der Aktion. Das ist der entscheidende Unterschied. Beim Arschschießen hingegen geht es doch einzig und alleine darum, den Arsch des Anderen zu treffen, ihm also einen Klaps auf den Hintern zu geben.


    So, ich bin mit diesem Thema fertig.

    Zur Trainerausbildung habe ich eine feste Meinung.


    in den beiden untersten Stufen in Teilbereichen viel zu hochangesetzt. Mancher Trainerneuling bekommt doch das Gefühl vermittelt, dass er im Kinderbreitensport oder Kreisklassenebene bereits so vorgehen muss, als ob er sich auf einer Leistungsebene bewegt.


    Eben. Aber genau darum geht es ja nicht, wenn mein bisheriger Eindruck stimmt, dann ist z.B. der Inhalt des Trainers C-Leitungsfußball für diese Klientel völlig daneben, da ist der Trainer C-Breiten mit seinen Vorstufen genau richtig, wenn auch für viele zu umfangreich. Ich sehe ein Hauptproblem dabei aber auch, dass es, sobald der Spielbetrieb los geht, und das tut er bei uns schon in der G mit festen Staffeln, bei denen zwar keine Ergebnisse veröffentlicht werden, man das Gefühl hat, zumindest teilweise im der Pampers-Champions-League zu sein. Da wird ernsthaft von Derbys, Top-Spielen, Revanchen, etc. gesprochen und geschrieben. Wie will wenn da ein Trainer-Neuling nicht den Eindruck haben, es ginge von Anfang an um möglichst viele Siege?

    Bei uns spielen die vorderen drei seit einem halben Jahr komplett frei. Zwei Mittelfeldspieler ohne Seitenvorgabe und ein Stürmern und es klappt einfach sehr gut. Sitautiv spielt der Stürmer sogar mal im Mittelfeld und der Mittelfeldspieler vorne und ich brauche das nicht zu korrigieren. Die Raumaufteilung regeln die ganz gut von alleine. Bei den Spieler, die eher Probleme mit dem Freilaufen und dem Erkennen von Räumen haben (also die spielUNintelligenteren) erkenne ich seitdem große Fortschritte. Deswegen frage ich mich derzeit, ob sie überhaupt jemals feste Positionen und Anweisungen brauchen, auch im Hinblick auf den Trend der derzeit im modernen Fußball zu erkennen ist.


    Gute Frage, ja. Ich sehe durchaus auch, dass viele Kinder zu sehr auf ihre Position fixiert sind, was gerade im Offensivspiel uninspiriert ist und jegliches Überraschungsmoment erstickt. Andererseits sehe ich noch bei unseren D-Junioren, dass sie, wenn man ihnen keine Positionsvorgabe macht, sich zu einem nicht unerheblichen Teil immer noch im Zentrum zusammen ballen. Ich habe derzeit den Eindruck, dass das bei den Betroffenen daher kommt, dass sie halt doch alle für sich das Tor schießen wollen, was aus spitzem Winkel halt doch nun mal schlechter geht -- außerdem wird man, wenn man es von da aus versucht, ja auch angemault, man hätte abspielen sollen, dann wäre er drin gewesen. Aber die Maulenden bleiben natürlich selbst auch lieber in der Mitte als die Vorlagen zu geben. Ich bin gerade etwas fies, bitte entschuldigt, manchmal geht es da mit mir durch.


    Ich hätte mit meiner Mannschaft den Vorteil, dass sie von kindauf praktisch ohne offensive Positionen spielen. Bei Kinder, die jahrelang auf festen Positionen gespielt haben, ist die Umstellung vielleicht schwerer, aber mir fehlt da auch der Blick wie größere Kinder und Jugendliche überhaupt Fußball spielen und ob an andere Stelle Probleme auftreten können, deswegen die Frage. Ich selbst habe ja keine Erfahrung mit dem Leistungsstand von typischen D-Jugendlichen. Ich kenne den Fußball aus dem Fernsehen, den Fußball den ich selbst mit meinen zwei Holzfüßen einmal die Woche mit einen paar Freunden auf niedrigstem Niveau spiele und den Fußball meiner F-Jugend. Wenn ich bei uns im Verein schon mal Spiele von älteren Mannschaften anschaue, habe ich oft den Eindruck, dass sie eher statisch agieren und man mit der entsprechenden Lauf- und Verschiebebereitschaft viel mehr erreichen könnte.


    Nun, mein Blick ist ja auch unvollständig. In meiner D sind zu einem guten Drittel Spieler, die von G bis E bei mir waren, der Rest stammt aus vormals zwei anderen Teams (einer war von G1 bis E2 inklusive bei mir, dann ein Jahr im Team seiner Klassenkameraden, kam zu Saisonbeginn mit zwei anderen Spielern wieder zu uns, weil dort keine D-Jugend zustande kommt). Ich behaupte nach wie vor, dass meine Spieler flexibler spielen, weil wir in der E-Jugend viel rotierten, Minifußball spielten und Wert darauf legten, dass gemeinsam verteidigt wie angegriffen wird. In der F würde ich das heute auch machen, damals habe ich es noch nicht so konsequent, sondern eher in Ansätzen betrieben -- das war noch vor meiner Trainertalk-Zeit. Ein großer Unterschied besteht in dem Verständnis der Aufgaben: während 'meine' Spieler sämtlich verinnerlicht haben, dass jeder Spieler für Offensive wie Defensive zuständig ist, so herrschte bei den anderen Spielern eher die Überzeugung der Aufgabenteilung vor, da waren die Stürmer für die Tore zuständig und die Abwehrspieler dafür, dass es keine Gegentore gab. Das funktioniert schon in der E gegen kollektiv gut funktionierende Teams nicht, in der D ist damit endgültig Schluss. Da mag ein herausragender Solist zwar mal noch ein Tor schießen, aber gegen eineim Kollektiv arbeitende Mannschaften sieht man in ständiger Unterzahl ziemlich alt aus.


    Bevor das jetzt hier nach einer Eigenlobeshymne klingt, lasst mich noch sagen, dass individuell nur zwei 'meiner' Spieler zu den Top 4 bei uns im Team gehören, der eine, der den Abstecher zum anderen Verein machte, gehört dann noch dazu in den Kreis der ersten sechs oder sieben.

    Ich würde bei meinen Kids den Arschelfmeter verbieten. Wenn sie das auf dem Bolzplatz machen, ist das ihre Sache. In meinem Training hat das absichtliche Zufügen von Schmerzen, und seien sie auch noch so gering, nichts verloren.

    du beschreibts jetzt aber einen anderen Fall, als den ich diskutiert habe, der aber nicht über die gesamte Elternschaft sondern im Einzelfall gelöst werden muss.


    Absolut. In dem Moment war es aber für mich am praktischsten, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, und alle nur zuschauenden Eltern auf die Tribüne zu bitten. Du musst dir vorstellen: diese Tribüne ist direkt oberhalb des Spielfelds, die Seitenwände der Halle gehen direkt in das Geländer über. Da braucht keiner ein Opernglas.


    Was diesen Einzelfall anbelangt: natürlich habe ich auch mit ihm gesprochen. Ging auch halbwegs, er hat meine Autorität, wenn auch etwas widerwillig, akzeptiert. Aber man kriegt die Leute halt nicht geändert, und einer, der meint, die Regeln seien vor allem für die Anderen da, wird halt immer wieder dazu neigen, dementsprechend zu handeln. Bzw. muss man für solche Leute Regeln schaffen, damit man dann auch auf deren Einhaltung bestehen kann. Mit liebem Zureden kommt man da nicht weiter.


    Ansonsten glaub ich schon, dass unsere Vorstellungen und auch Vorgehensweise zumindest in die gleiche Richtung gehen,


    Ich auch.

    Das Blöde ist nur: GPS hat ja eine zeitliche Auflösung von nur einer Sekunde. Damit ist es für die Analyse von Bewegungen von Fußballspielern nicht wirklich geeignet. Die GPS-Uhren deiner Kids, Andre, sollten daher noch um Inertialnavigationssysteme ergänzt werden. Am besten werden diese dann aber als Brustgurt oder Gürtel getragen.

    Guter Beitrag auch zum zweiten Grund, Steini. Für die beiden Vereine, die ich kenne, weil ich in dem einen von G bis E trainiert habe, im anderen seit Beginn der Saison im Rahmen der Kooperation im Jugendbereich mit meinem Heimatverein, würde ich mir mehr Struktur, mehr Konzept wünschen, und eben auch die Einstellung, dass man einfach nur bei sich die Sache gut machen will, im Gegensatz zum Streben danach, wie du so treffend schreibst, Andere zu beeindrucken. Damit habe ich auch schon bei beiden angeklopft, noch hat es sich aber nicht ergeben. Das Tagesgeschäft ist aber ja auch Herausforderung genug -- keine Ironie.

    Ich sehe es wie Steini und guenter: wenn Fußballbaron nichts öffentlich schreiben darf, dann haben wir das zu respektieren. Wir finden es zwar schade, denn auch mich hätte interessiert, wie das weitere Konzept aussieht, schließlich begreifen viele hier ja den gesamten Bereich von Kinder- und Jugendfußball als durchgehende Ausbildung, in der man versucht, systematisch und sukzessive aufbauend vorzugehen, eben den langfristigen, statt den kurzfristigen Erfolg anstrebend. Persönlich halte ich nicht besonders viel von Verschwiegenheitsklauseln, aber mir geht es auch weniger um die Wahrung eines mutmaßlichen Wettbewerbsvorsprungs als um die Verbesserung des Kinder- und Jugendfußballs. Der Wunsch, mit dem eigenen Wissen Geld zu verdienen, ist aber selbstverständlich legitim.


    Aber die Diskussion die du anstößt, Steini, finde ich auch sehr interessant:

    Richtig. Man muss jedoch auch bereit sein, dass zuzugeben. Ich habe da kein Problem mit und Gott sei Dank ist das bei den im Verein Verantwortlichen genauso.


    So empfinde ich es auch. Leider trifft man aber nicht so oft auf Menschen, die offen für Neues und daran interessiert sind, sich und ihre Methoden zu hinterfragen und weiter zu entwickeln. Ich habe den Eindruck, dass gerade im Mannschaftssport, mit den ganzen Tabellen und Meisterschaften und so, viele Trainer als Einzelkämpfer unter einem hohen Erfolgsdruck stehen und sich vor allem als in der Konkurrenz mit anderen Vereinen, Mannschaften und Trainern befindlich sehen. Zumindest, wenn man sich im Spielbetrieb trifft. Viel besser ist es, wenn Eltern und Kinder mal nicht dabei sind, aber entsprechende Veranstaltungen und Anlässe gibt es bei uns leider so gut wie nicht.


    Ich finde es auch sehr schwer, anhand nur einiger weniger Mannschaften und Kinder, die man kennt, den Erfolg bestimmter Maßnahmen zu bewerten. Einfach ist es, wenn sich Teams oder einzelne Kinder nicht oder negativ entwickeln, dann ist offensichtlich Einiges falsch. Aber wenn es voran geht, woran liegt das dann? Ist es das Training, ist es die ganz normale geistige und physische Entwicklung? Sicher beides, aber zu welchen Teilen? Was war effektiv, was weniger? Was hätte man stattdessen machen können, vielleicht sollen? Und ist man am Ende nicht zu perfektionistisch, wie guenter beim Lesen dieser Zeilen vermutlich meinen wird. :P


    Die Bewertung des eigenen Handelns wird auch weiter dadurch erschwert, dass man so viele unterschiedliche Kinder hat. Zwar ist der Großteil der Spieler, die ich trainiere, bereits seit der G- oder frühen F-Jugend dabei, aber auch ich habe einige Kinder trainiert, die nicht mehr Fußball spielen -- bei uns gibt es aber ein sehr reichhaltiges Sportangebot, Fußball ist da weiß Gott nicht nur die einzige Möglichkeit. Und auch bei denen, die ich drei bis sechs Jahre in der Mangel hatte, gibt es weiterhin große Unterschiede. Würde ich gerne gut dastehen und mich brüsten wollen, könnte ich die stärksten Spieler nennen, wollte mich einer kritisieren, so könnte er sich einen der schwächeren heraus picken. Ist die Datenbasis von uns einzelnen Trainern nicht ziemlich klein? Inwieweit sind Gespräche mit Kollegen sinnvoll, wenn man deren Truppen nicht besser kennt?


    Lass mich raten, guenter, du wirst sagen, es sei alles zum Teil dabei, überall ganz unterschiedlich und deshalb wohl kaum in eine Regel zu fassen, ein guter Trainer werde es schon gut genug machen. Ist ja alles richtig, aber ich glaube schon, dass man gewisse Verallgemeinerungen treffen kann, dass man auch sinnvolle Systematiken entwerfen kann.


    Ich habe diesen Thread aus zwei Gründen eröffnet:
    1. Weil mich die Erfahrungswerte ab D bei dieser Art der Ausbildung wirklich interessiert hätten. Eben weil ich ständig auf der Suche nach Anregungen bin. Geht doch wohl den meisten Usern hier so.


    Genau. Mich interessiert es einerseits, weil ich ja meine junge D-Jugend seit der G begleite. Und andererseits würde ich immer noch gerne den Kinder- und Jugendfußball in den zwei Vereinen, für die ich tätig bin, verbessern, indem ihm ein Konzept verliehen wird. Dieses Konzept möchte ich gerne mitentwickeln und natürlich sollte es so gut wie sinnvoll möglich sein.


    Zudem stehe ich ( ist aber ja nur eine meiner Fragen ) auf diese Solisten. Die treiben ein auch oft zur Weißglut. Aber sie haben so eine innere Begabung zur Kreativität und wenn sie die im Training oder Spiel auspacken sind das für mich als Trainer einfach geile Momente. Da ist nichts gesteuert. Das machen sie von selbst.


    Ja, das ist cool, aber damit verbunden ist halt oft auch ein ziemlicher Egoismus. Und den kann ich nicht leiden. Ich habe auch zwei Spieler im Team, die wirklich gute Solisten waren und auch noch sind, die aber mittlerweile häufig den Ball verlieren, eben weil sie nahezu immer ins 1:1 bis 1:3 oder das dreifach aufeinanderfolgende 1:1 gehen, obwohl sie genügend Anspielstationen haben. Beide, die ich übrigens erst seit Anfang der Saison trainiere, haben vormals offenbar auch kaum mit verteidigt, ihre Bereitschaft dazu müssen mein Mit-Trainer und ich seit Saisonbeginn erst mühsam entwickeln. Demgegenüber haben wir vier Spieler, die ähnlich gute Solisten sind, die aber gerne auch den Pass spielen. Vom Spielverständnis her sind letztere, so mein Eindruck, weiter. Wobei es auch etwas mit dem Selbstverständnis der Spieler zu tun haben kann. Einer der Solisten z.B. sieht sich selbst als reinen Stürmer. Er misst sich, so mein Eindruck, an seinen Toren, aber nur an seinen eigenen Toren. Krieg das mal aus einem Jungen raus, wenn es schon seit sechs Jahren so ist...


    Meine innere Einstellung ist einfach die, dass man bis zur E im Grunde genommen technisch gut ausgebildete Solisten haben sollte und man dann ab D mit gruppentaktischen Übungen dies in Richtung mannschaftsdienliche Spielweise lenkt. Hört sich ein bisschen verrückt an und entspricht ja so gar nicht der Auffassung, dass man eine Mannschaft trainiert.


    Aber es geht durchaus in die aus meiner Sicht beim DFB noch nur als eine von zwei in einer gewissen Schizophrenie propagierten Sicht, dass bis zur E-Jugend nur Technik auf dem Programm stehen sollte. Andre hatte das ja mal ganz vehement vertreten, seit Horst Weins' Buch, in dem das Zusammenspiel als wenn auch sehr kleine Mannschaft auch im F-Alter als unbedingtes Ausbildungsziel definiert wird, sieht die Welt hier doch wieder etwas unklarer aus, findest du nicht?


    Und ist eben völlig konträr zur Auffassung von @FB. Daher wäre eine Diskussion sehr interessant geworden. Aber ist okay.


    Ich tendiere derzeit zu einer Art Mittellösung für den Bereich F und E: individuelle Technik unbedingt, aber auch Förderung der Spielintelligenz und des Spiels in der (kleinen) Gruppe.

    hast du mal bedacht, welche Riesenmöglichkeit du gerade bei diesen Situationen und vor allem in der Halle hast, Einfluss auf das Verhalten
    der Elternschaft, zumindest auf die Anwesenden, die dann aber Multiplakor werden, hast.


    Überleg mal, welche Wirkung das hat, wenn du bei den Eltern sitzt, ihnen erklärst, warum die Kids gerade das und das machen und machen sollen, und nur auf Anweisungen des Trainers reagieren sollen.
    und wie wichtig dabei ist, dass sie ansonsten von aussen nicht gestört werden.


    Ich habe die Situation wohl nicht richtig erklärt. Ich dachte an alte F- und junge E-Jugend, da waren die meisten Kids schon recht lange bei mir. Und da gab es aber insbesondere einen Papa, der etwas problematisch war: nur am Samstag in der Halle beim Training, gerne zu spät, weil am Vorabend gefeiert und auch sonst 9:15 Uhr am Wochenende ja geradezu unchristlich ist, würde am liebsten selbst mit spielen, und dann aber nach dem Motto: "Holla, hier bin ich!"
    Wir hatten uns mal mal zu einem Kinder- und Eltern-Turnier in der Soccer-Hall im Nachbarort getroffen. Wer kam erstens zu spät und ignorierte anschließend konsequent die Absprache, dass pro Team nur zwei Erwachsene gleichzeitig auf dem Feld sein sollen (damit die Erwachsenen den Kindern das Spiel nicht aus der Hand nehmen)? Drei mal darfst du raten.


    Der Rest der beim Training ab und an anwesenden Elternschaft war einwandfrei. Die habe ich sogar immer mal wieder zu Assistenzdiensten heran gezogen, z.B. wenn wir mal McDonalds-Abzeichen (im inoffiziellen Rahmen) oder andere Formen von Stationstraining gemacht haben. Ansonsten war mir eine Anwesenheit der Eltern, wie gesagt, durchaus Recht, aber ich habe gerne einen gewissen Abstand. Nicht zuletzt auch wegen der nicht selten mir etwas zu vorsichtigen Mütter, die sich schwer zusammen nehmen müssen, um nicht jedes Mal auf den Platz zu laufen, wenn ihr Kind mal hinfällt o.ä. Ich habe sie ganz gerne dabei, war auch immer froh, dass unsere Betreuer-Mama meistens da war, damit ich ein Kind, das sich tatsächlich schlimmer weh getan hat, gleich in geeignete Obhut übergeben kann. Aber immer direkt dran in einer kleinen Halle... Nee, da brauche ich auch mal etwas Ruhe.


    Wobei ich, wie du ja weißt, durchaus die Kommunikation gesucht habe, auch darüber, was ich wann, wie und warum mache. Aber auch, was keinen besonderen Hintergrund hat, außer dass es Spaß macht. ;)


    Gerade in der G waren bei mir immer viele Eltern anwesend. bei Neulingen war das bei mir sogar in der Anfangszeit Pflicht.


    Bei mir war das zwar keine Pflicht, ich habe aber durchaus empfohlen, dass die Eltern zuschauen, wenn ihre Kinder in unser Training reinschnuppern. Die G-Trainings werden sicher überall am stärksten von Eltern frequentiert, das war bei uns auch nicht anders. In der F ließ das dann nach, es gab da ein paar übliche Verdächtige, die sich auch mehr interessiert haben. Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass der Rest unzufrieden war, im Gegenteil.


    die Zeit, die da für Elterngespräche am Rande aufgewendet wurde, kann man als Fehlzeiten beim eigendlichen Training ansehen, für mich war es in Investition, die sich später im Verhalten der Eltern beim Spiel voll auszahlte.


    Einige Eltern, insbesondere die Väter, kamen ja nur zu den Spielen. Daher habe ich dann dort solche Gespräche geführt, habe die Kids einfach mal ein paar Minuten völlig unkommentiert spielen lassen, und habe mich dabei unter die Zuschauer gemischt und ihnen beiläufig so ein paar Dinge erzählt. Das hat sich auch ausgezahlt.


    wo es Nachteile gibt, gibt es immer auch Vorteile, und oft sind die Vorteile entscheidender wie die Nachteile, die dafür in Kauf genommen werden müssen.


    Sicher. Ich bin, wie gesagt, auch nicht dafür, Eltern vom Sportplatz zu verbannen, ganz und gar nicht. Aber ich habe beim Training wie beim Spiel gerne einen Mindestabstand, der sich, wie ich meine, positiv auswirkt, ohne dass sich dadurch Nachteile ergeben.

    Fußballbaron hat Recht, Munz hat in den Trix eine eigene Taxonomie entwickelt und Begriffe des Street-Talk eingeführt. Seine grundsätzlichen Überlegungen zu den verschiedenen Verhaltensarten von Abwehrspielern sind durchaus interessant und lassen sich auch in die offensive Individualtaktik übertragen. Was die Unmenge an Trix anbelangt, so kommt man auf diese, indem man das gute Dutzend (aus der Erinnerung, ich habe schon eine Weile nicht mehr rein geschaut) der Basis-Moves verschieden kombiniert. Da unterscheiden sich einige Trix dann nur minimal voneinander. Die Basistechniken gehören zumindest teilweise durchaus zum Repertoire, das man im Bereich der offensiven Individualtaktik schulen kann und sollte. Mir gefällt auch der höhere Grad an Systematik bspw. gegenüber dem Fintentraining des DFB, wo ja nur einige fertige Finten mit höherem Bekanntheitsgrad, z.B. der Matthews-Trick, der Rivelino oder der Übersteiger, vorgestellt werden. In dieser Hinsicht sind die Fußball Trix den Coerver-Moves ähnlicher, wobei ich noch keinen detaillierten Vergleich vorgenommen habe.

    Mit den neuesten, in der Regel fix installierten Videosystemen ist es heute möglich die Live-Bilder in 3D Modelle umzurechnen an Hand derer die Helmkamerasicht jedes einzelnen Spielers gerechnet und angezeigt werden kann. Aber eben - vorläufig können sich das nur 1. Ligisten leisten und auch dort, sind das zum jetzigen Zeitpunkt nur erst mal ganz kleine Schritte des Herantastens in einem eher von Skepsis gegenüber Neuem beherrschten Umfeld welches in der Regel keine Zeit für solchen Firlefanz hat ;)


    Es geht da doch aber vor allem um die Kosten, die man für die Infrastruktur aufwenden muss. Du brauchst die Kameras, die Computer-Hardware, die Software (vermutlich der teuerste Brocken), musst die Positionen der Kameras planen, entsprechende Halterungen anbringen, musst die ganzen Trainer schulen, musst irgendwie den Zugriff organisieren und sicher stellen, dass pfleglich mit dem teuren Zeug umgegangen wird, etc. pp. Und dagegen muss man dann den zu erwartenden Gewinn rechnen. Ich denke, im typischen Kreisklassenverein sind die Defizite und die Verbesserungsmöglichkeiten bei vielen Spielern bereits so deutlich, dass man kein High-Tech benötigt, um sie erkennen und deutlich machen zu können. Eine recht einfache Videokamera mit Dreibeinstativ und ein Fernseher mit ausreichender Bildschirmdiagonale würden wahrscheinlich auch reichen, um den meisten Spielern ihre typischen Fehler zu demonstrieren. Leider schwimmen ja nur die wenigsten Vereine im Geld...

    Irgendwie scheint bei Euch einiges im Argen zu liegen.
    - Eltern dürfen nicht beim Hallentraining anwesend sein


    Das kann ich ein Stück weit nachvollziehen. Wie Stefan67 schon schreibt, sind einige Hallen so klein, dass es kaum Möglichkeiten für Eltern oder andere Zuschauer gibt, sich am Rande aufzuhalten, ohne praktisch auf dem Feld zu stehen. Mich hat als Trainer auch immer gestört, dass die Kinder, deren Eltern da am Rand standen, dadurch halt doch abgelenkt waren, da ging der Blick dann immer wieder zu Mama oder Papa. Das kann ich verstehen, ich finde auch, dass man von einem G- oder F-Kind nicht erwarten kann, dass es das nicht macht. Dazu kam noch, dass einige Eltern es halt einfach nicht schaffen, nur Mäuschen zu spielen, und immer wieder ihre Kinder während des Trainings ansprechen, was ich als Trainer auch als störend empfinde. Da ich andererseits durchaus Transparenz für die Eltern haben möchte, habe ich Eltern beim hallentraining zwar zusehen lassen, habe sie aber auf die in ca. 2,8 m Höhe befindliche Tribüne geschickt. Die größere Entfernung und die Höhe wirken Wunder. =)


    - Kinder kommen zu spät


    Naja, in der F kommt sowas schon noch mal vor, oder? Natürlich bemüht man sich darum, dass es nicht ausufert oder zum Lari-Fari wird, aber gänzlich ausschließen lässt es sich doch nicht.


    - Kinder werden zu Handlungen "gezwungen"


    Und auch das ist doch normal. Man zwingt als Trainer im eigentlichen Wortsinne zwar niemanden, aber man erwartet doch schon von allen Kindern, dass sie mitmachen. Entscheidend ist halt, was man macht, wie das Programm aussieht. Man sollte halt als Kindertrainer nur Handlungen aussuchen, die von den Kindern auch gerne durchgeführt werden.


    Aber ich denke, wir liegen schon ziemlich dicht beieinander.


    Schliesse mich an, wäre wirklich mal eine höchst interessante Perspektive.


    Das sehe ich übrigens als einen Vorteil an, wenn man als Trainer auch mal mitspielt. Da merkt man dann manchmal erst so richtig, wie schwer es die Spieler manchmal haben. Der Unterschied in der Übersicht zwischen dem Standort mitten im Getümmel einer- und am Spielfeldrand andererseits ist eklatant. Einem wird aber auch vor Augen geführt, welche Streuung bspw. die eigenen auch mal Pässe haben können und wie schwierig so mancher Untergrund sein kann (z.B. Schnee).

    Wenn sich dieser Thread beginnt, sich zum Wunschkonzert entwickelt, so möchte ich mich gerne bei dir, Dirk, für das Rhein-Main-Gebiet stark machen. Don Quijote und 1910 kämen da bestimmt auch -- lasst mich jetzt nicht hängen, Ihr Beiden. :)

    Ich halte auch nichts von der Auszeichnung einzelner Spieler. Aber paulwurf_mauli, wie du schon sagst, der Torschützenkönig lässt sich ja leicht ermitteln. Wenn man den besten Torhüter nun als den Torhüter der Mannschaft mit den wenigsten Gegentoren definieren würde, dann wäre er genauso einfach fest zu stellen. Es sei denn, bei der betreffenden Mannschaft würde auch im Tor rotiert. ;)