Heute gab es ein Gespräch mit (zumindest einem Teil der) Eltern, dem Trainer, dem Jugendleiter und dem Vereinsvorstand. Es war sehr emotional und sehr hitzig.
Naja, dann kann dabei leider nicht wirklich viel heraus kommen. Ein klärendes Gewitter kann mal ganz gut sein, typischerweise eskalieren die Auseinandersetzungen jedoch, wenn keine der beiden Seiten bereit ist, auf die anderen zuzugehen, bis die Trennung der einzige Ausweg ist. Blöd, dass es so weit kommt, aber nicht immer zu vermeiden, wenn konträre Ansichten und inkompatible Egos aufeinander treffen. Und ich bin zwar durchaus der Ansicht, dass es für einen Trainer sehr hilfreich ist, wenn er eine hohe soziale Kompetenz und gute Kommunikationsfähigkeiten besitzt, aber verlangen kann man das von ihm eigentlich nicht mehr als von den Eltern. Und da ist die Streuung meiner Erfahrung nach ähnlich wie bei den Trainern..
Auf die Gefahr hin, leicht zu müffeln, halte ich mich für einen eher überdurchschnittlich kommunikationsfähigen Trainer. Und auch für einen, der eher mehr als die meisten darauf achtet, dass kein Kind zu kurz kommt. Dennoch musste ich in den vergangenen Jahren immer mal wieder einzelne Eltern einfangen. Angenehmerweise ist es mir fast immer gelungen, auch bei dem einen 'Verlust' gab es bei der Trennung keinen Groll, wir einigten uns darauf, weiterhin unterschiedlicher Meinung zu sein. Ich habe aber auch erlebt, dass es leider Leute gibt, die notorisch dazu neigen, unzufrieden zu werden, sich damit aber nicht an Trainer und/oder Betreuer wenden, sondern 'hinten herum' Stunk machen. Zutaten hierbei sind bspw. falsch verstandene oder wiedergegebene, oder aus dem Zusammenhang gerissene Äußerungen von Kindern und/oder Trainern, falsch eingeschätzte vereinzelte Beobachtungen, oder auch Unmutsäußerungen von Dritten, die gerne auch eine ganz andere Mannschaft, einen anderen Verein, ja, sogar eine andere Sportart betreffen können.
Ich unterstelle den Eltern, von denen du erzählst, diese Eigenschaften nicht. Ich gebe nur den anderen Lesern dieses Threads zu bedenken, dass es auch solche und solche Eltern gibt.
Der Vorfall wurde heruntergespielt, der Verein steht ganz klar hinter dem Trainer und dieses "Spiel" wird künftig nicht mehr durchgeführt.
Damit würde ich mich aber auch zufrieden geben, das Ziel ist doch erreicht. Was erwartet Ihr noch, soll der Trainer zu Kreuze kriechen, den Gang nach Canossa antreten. Das wäre nicht gut, er muss seine Autorität behalten und darf nicht den Eindruck erwecken, er würde nach der Pfeife der Eltern tanzen.
Der Trainer weigert sich, die Kinder von 2 betroffenen Eltern zu trainieren, um sich vor künftigen Angriffen auf seine Person zu schützen. Der Vorstand hat den Eltern nahe gelegt, sich einen anderen Verein zu suchen, wenn die Diskussion nicht zum ruhen kommt oder sie mit dem Trainer nicht klarkommen.
Ich kann die Positionen der Eltern auf der einen und dem Trainer auf der anderen Seite aus der Ferne nicht beurteilen. Jugendleitung und/oder Vorstand des Vereins würde ich da aber letztlich quasi als Schiedsgericht ansehen. Trainer sind nun mal in einer recht starken Position, einfach weil in den allermeisten Vereine Trainermangel herrscht -- bei uns ist die Beschaffung von Trainern die schwierigste Aufgabe der Jugendleitung, es ist nicht ungewöhnlich, dass Mannschaften kaputt gehen, weil sich für sie kein oder kein geeigneter Trainer finden lässt. Insofern finde ich es nachvollziehbar, wenn Jugendleitung und/oder Vorstand Partei für den Trainer ergreifen, solange aus einer Mannschaft nicht massive Klagen kommen. Zeigt sich die Elternschaft geschlossen in der Ablehnung des Trainers und kann sie sogar mit einer alternativen Besetzung aufwarten, so sind ihre Chancen deutlich höher.
Das Problem dabei ist, dass auch noch tiefste private Differenzen zwischen Trainer und zumindest einem betroffenen Elternpaar bestehen und dies eher in den Vordergrund gerückt ist / gerückt wurde. Man könnte fast meinen, dieser Vorfall wurde zum Anlass genommen, um unliebsame Kritiker aus dem Verein zu werfen.
Nun, auch hier kann ich in keiner Weise ein Urteil abgeben. Aber sobald die persönliche Ebene ins Spiel kommt, wird es richtig schwierig, da ist die Katastrophe bzw. der unglückliche Ausgang doch zumeist schon vorprogrammiert. Deshalb kann ich auch allen Trainern nur dazu raten, alles dafür zu tun, dass eine Diskussion nicht ins Persönliche übergeht. Auch wenn man dazu die eine oder andere Unterstellung herunter schlucken muss. Versteht mich nicht falsch, wenn einem Unwahrheiten unterstellt werden, dann sollte man natürlich versuchen, diese zu entkräften. Aber unbedingt auf eine sachliche Art. Und wenn man etwas nicht direkt entkräften kann, dann reicht es auch, zu sagen, dass man diesbezüglich anderer Meinung ist, und gemeinsam eine Methode entwickeln, wie man zu einem gemeinsamen Schluss kommen kann, wenn das Thema für wichtig genug gehalten wird. Wenn es nicht so wichtig ist, kann man auch einfach nur erklären, man habe den Standpunkt zur Kenntnis genommen, und sich für seine Äußerung bedanken.
Der DFB lehrt in Infoveranstaltungen und Trainerausbildungen, dass Trainer auch einen Erziehungsauftrag haben. Ich rate da zur Vorsicht und stimme zu, dass nur die Eltern bzw. gesetzlichen Vertreter bzw. Organe (Schulen und Lehrer, Behörden) aktiv in die Erziehung eingreifen dürfen. Trainer stehen hinten an und sollen sich auf die fussballtechnische Ausbildung stürzen. Kein Belehren von Kindern oder noch schlimmer deren Eltern.
Es ist richtig, dass den Eltern die Hoheit über die Erziehung der Kinder verliehen ist -- von den Ausnahmefällen, die beim Jugendamt landen, in denen das nicht so ist, sollten wir hier absehen. Dennoch hat ein Trainer gewisse Vorstellungen davon, in welchem Rahmen sich die von ihm betreuten Kinder bewegen dürfen. Diesen Rahmen darf und muss er sogar festlegen. Und er muss dafür sorgen, dass der Rahmen eingehalten bleibt. Wenn es dadurch zu einem relevanten Eingriff in die Erziehung der Kinder kommt, muss der entstehende Konflikt zwischen Eltern und Trainer gelöst werden. Aber ein Trainer darf sich nicht selbst zum Hanswurst machen, der in jedem Augenblick auf das Wohlwollen der Kinder angewiesen ist.