Beiträge von tobn

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    Ja, da kann ich mit gehen. Nur kenne ich sowas hier in der Umgebung nur von Vereinen mit Profimannschaft oder dedizierten Kaderschmieden, die nicht so sehr ein örtliches Einzugsgebiet haben, sondern bei denen man sich quasi um die Teilnahme bewerben muss. Da diese nur starke Spieler aufnehmen, gibt es dann zwangsläufig keine Mannschaft, die im Spielbetrieb abgeschossen wird.

    Tobi_1987, Euren Weg finde ich durchaus praktikabel und sinnvoll. Das sinnvolle Vorgehen hängt von den Gegebenheiten im eigenen Verein ab, aber auch von den Regelungen des Spielbetriebs. Bei uns gibt es bspw. in dieser Saison, mit der erstmals flächendeckend das D9 eingeführt wurde, in der D-Jugend fünf verschiedene Spielklassen, angefangen bei der regionalen Gruppenliga, unter der sich noch vier weitere Spielklassen auf Kreisebene einreihen. Da könnte es, wenn es die Stärke der Altersklasse her gibt, sinnvoll sein, auch die unteren Mannschaften nach Spielstärke zu unterscheiden. Wobei ich der Meinung bin, dass das dann eigentlich nur mit einem Qualifikationsmodus sinnvoll ist, während bei uns zumindest die Zugehörigkeit zu Gruppen- und Kreisliga, das sind die beiden höchsten Spielklassen, vererbt wird, und auch der Aufstieg in die Kreisliga nur für in den D1-Kreisklassen spielenden Mannschaften möglich ist.

    Ihr habt 3 D-Mannschaften.Da sollte es legetim sein, das sich eine Mannschaft als sehr starke Truppe herauskristallisiert. Da hinein gehören einfach die 13,14 stärksten Spieler des Vereines.


    So weit gehe ich noch voll mit.


    Aber hier muss ich widersprechen:

    D2 und D3 sind dann als Unterbau gedacht. D2 wären dann die Spieler, die in der D1 aushelfen sollen, ohne sich allerdings dort festzuspielen. Dass Eure D3 sang - und klanglos untergegangen ist- nunja, was erwrtet man denn? Dort spielen nun mal die "dicken Paules" , die Trainingsfaulen und die, die Fußball eigentlich nur auf der Playstation spielen sollten. Wenn man solche Teams nicht haben will, muß man dieses aber auch so kommunizieren.


    Tut mir leid, aber das klingt ziemlich arrogant und so, als würdest du die Situation nur aus Sicht der ach so glorreichen ersten Mannschaft sehen. Als wäre die D1 das einzige Team mit einer tatsächlichen Existenzberechtigung, die D2 ist ja noch gut genug, um zuzuarbeiten, wenn dann auch der Erfolg am Ende sicher von der D1 alleine beansprucht und gefeiert wird. Die D3-Spieler, nun, eigentlich stören die ja nur, kann man sich ja nicht angucken, was die da fabrizieren, muss man halt erdulden, bis sie von selbst gehen, raus schmeißen darf man sie ja nicht.


    So klingt das. Meinst du das auch so?


    Es entspricht jedenfalls überhaupt nicht meinen Vorstellungen. Sofern man sich in einem Verein befindet, der auch den Breitensport bedient, geht es darum, jedem Kind die Möglichkeit zu bieten, in einem Umfeld zu trainieren und zu spielen, das bestmöglich zu ihm passt und in dem es sich wohl fühlt. Natürlich sollte dann eine starke erste Altersklassenmannschaft gegen andere, ähnlich starke Teams spielen, genauso sollten die schwächeren Mannschaften gegen ebenfalls schwächere Teams aus anderen Vereinen antreten. Und natürlich würde die erste Mannschaft die anderen Mannschaften besiegen, alles andere wäre ja ein Wunder, wenn dort ja die besten Spieler versammelt sind. Das bedeutet aber doch nicht, dass sie mehr wert ist, dass ihre Mitglieder, abgesehen von ihren fußballerischen Fähigkeiten, etwas Besseres sind als die der anderen Teams. Haben denn diese Mitglieder der anderen Teams nicht genauso das Recht dazu, ihren Spaß am Fußball auszuleben, nur weil sie es nicht so gut können wie die anderen?


    Es ist diese Einstellung, die vielen Kindern den Spaß, den sie im Fußball haben könnten, richtig vermiesen kann. Natürlich ist sie nicht der einzige Grund dafür, dass viele die Fußballschuhe an den Nagel hängen, aber sie trägt ganz sicher nicht unerheblich dazu bei.


    Ich gebe Dir allerdings recht, das es nicht angeht, das der D1-Trainer nach seinem Gusto regiert. Da müssen klare Absprachen her , deren Einhaltung durch dem Jugendleiter / Koordinator etc. überwacht wird.


    Absolut. Ich finde auch eine Idee aus einem Jugendkonzept, das man in der ft zu lesen war nicht schlecht, da haben sich alle Trainer einer Altersklasse gemeinsam um alle Spieler dieser Altersklasse gekümmert, sie haben dann auch im Training rotiert, d.h. mal sind Trainer A und B für Gruppe 1 zuständig, zwei Wochen später Trainer B und C, etc. Die Koordination ist sicher eine größere Herausforderung, aber ich finde das Konzept sehr interessant und durchaus reizvoll.

    Naja, wie guenter sagt, mit unheimlich viel Geduld. Allgemein wird da heutzutage ganz gerne gesagt, man müsse die Leute da abholen, wo sie sind. Das heißt, du musst erkennen und akzeptieren, auf welchem Niveau sich deine Kids im einzelnen befinden und musst das als Ausgangspunkt deiner Tätigkeiten nehmen. Das kann durchaus bitter und schwierig sein... Aber es ist da immer wichtig, die eigenen Kids nicht mit anderen zu vergleichen sondern ihre Fortschritte individuell zu messen, d.h. nach drei Monaten zu gucken, wo sie standen und wo sie dann stehen. Will man zu viel auf einmal und will man, dass Kids einen Fußball spielen, zu dem sie nicht in der Lage sind, hören die Fortschritte sonst bald ganz auf oder verkehren sich sogar in Rückschritte.

    Noch zum 3-3. Das ist ein recht fluides System, soll auch so sein. D.h. es kann mal nach 3-3 aussehen, aber auch mal nach 2-3-1 oder 1-3-2 oder 3-2-1 oder was auch immer. Es geht nicht darum, dass jeder Spieler auf jeder Position ganz genau weiß, was er in jedem Moment zu tun hat. Damit tun sich sogar die Profis noch schwer. Es geht vielmehr darum, dass die Spieler die Möglichkeit bekommen, möglichst gemeinsam als Mannschaft zusammen zu wirken. Das ist mit einem weniger tiefen 'System', das weniger konkrete und spezialisierte Positionen enthält, besser möglich als mit einer dreireihigen Aufstellung.

    Es ist nicht nur so Zeug...


    Waren das aber nicht deine ureigenen Worte? :P


    Das weiß ich auch aber ich kenne mich leider in der Materie nicht so gut aus und deswegen weis ich nicht ganz genau wie das alles heißt. und bei mir hat fast jedes Kind was anderes, ich wollte es nur nicht aufzählen.


    OK, geht klar.


    ADHS hat jedes zweite Kind heutzutage.


    Eine, wie ich meine, gewagte These, da ich sie überhaupt nicht teilen kann. Ich kenne aus dem Umfeld meiner Kinder zwar auch Kinder mit pathologischen Auffälligkeiten, es sind aber nur sehr wenige. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass Begriff wie (angebliche) Diagnose ADHS heutzutage inflationär und häufig falsch verwendet werden, und dass vielen der betroffenen Kindern besser zu helfen wäre, als sie zu Kranken zu stempeln. Aber das ist ein gesellschaftliches Problem.


    Also denke ich mal wenn die Mediziner oder Eletern nicht weiter wissen ist es ADHS auch wenn es einfach nur das VErhalten des Kindes ist.


    Es gibt leider viele Eltern, die recht schnell überfordert sind. Mit den Mediziern hast du, so vermute ich, wohl kaum direkten Kontakt hast, sondern erfährst von ihnen nur über und somit gefiltert durch das Unverständnis der nicht weiter wissenden Eltern. Nun ist es nicht deine Aufgabe, Ersatzelternteil zu sein, aber nicht vor allen Eltern ist in Erziehungsfragen unbedingt Ehrfurcht angebracht, lasse mich es mal so formulieren..


    Okay das mit dem unterschiedlich loben kann ich machen. Mhhh Selbstvertrauen das ist glaub ich ein gutes Stichwort. Oft wenn wir was machen wie z.B. Seilspringen, Rolle vorwärts und Füsschen (Ball jonglieren), sagt er imemr er macht das nicht er kann das nicht. Mittlerweile macht er Seilspringen nachdem ich es ihm gezeigt habe und es mit Ihm zusammen gemacht habe. Bei der Rolle vorwärts hat er Probleme, da er sich da mal wehgemacht hat, hatte ich vorher nicht gewusst.


    Wenn ein Kind etwas tatsächlich nicht kann und du es ihm auch nicht innerhalb kurzer Zeit beibringen kannst, dann sollte man es lassen, und zwar recht schnell für die ganze Gruppe. Wenn alle außer einem oder zwei Kindern ein komplexes Bewegungsmuster beherrschen, dann kann man sich den oder die Betroffenen mal zur Seite nehmen und den Bewegungsablauf erst einmal ganz elementar machen, um dann die Schwierigkeit soweit, wie das Kind es schafft, sukzessive zu steigern.


    Klingt komplizierter als es ist, daher ein Beispiel: ich hatte z.B. ein Kind, das nicht die Füße abwechselnd auf Ball und Boden bringen konnte. Angestrebter Bewegungsablauf sieht wie folgt aus: in der Ausgangslage steht das Kind, Ballen des linken Fußes auf dem direkt vor ihm liegenden Ball, Gewicht auf dem rechten Fuß. Dann springt es mit dem rechten Fuß ab, nimmt gleichzeitig den linken Fuß vom Ball, landet auf dem linken Fuß, während der rechte Fuß auf dem Ball zur Ruhe kommt. Ich hoffe, der Ablauf ist klar. Nun, ein Junge hat es überhaupt nicht hin bekommen, er hat es überhaupt nicht verstanden, was er sah in eine Bewegung umzumünzen. Also erst mal den Ball weg, stattdessen eine Bank geholt. Das war auch noch zu schwer. Also auch die Bank weg, einfach nur ein Bein hoch halten und auf dem anderen stehen, dann von einem Bein auf das andere springen. Das hat nach ein paar Versuchen ganz gut geklappt. Dann also wieder die Bank dazu genommen. Zum Ball kamen wir in dieser Einheit nicht mehr, beim nächsten mal ging es aber.

    Vorab: Um das Thema geht es eigentlich nicht, ich möchte auch nicht auf dir herum hacken, verstehe das bitte nicht falsch. Aber ich möchte schon deutlich werden und finde durchaus, dass in diesem Punkt noch viel zu tun ist, so dass ich Jeden ermutigen möchte, mit anzupacken, wenn er es auch so sieht.

    Das mit den Mädchen sagen meine Eltern immer zu mir. "Oh man heute benehmen Sie sich wieder wie Mädchen." Das sind Sätze die ich gesagt bekomme und ich dann einfach mal eingeworfen habe.


    Tja, und die du scheinbar unreflektiert übernimmst. So'n Kram sagen einige 'meiner' Eltern auch bzw. haben es in der Vergangenheit gemacht. Ich habe dann aber immer widersprochen. Denn ein solches Verhalten hat nichts mit dem Dasein als weibliches Wesen zu tun, das ist einfach nur Zickigkeit oder Wehleidigkeit oder Bequemlichkeit oder was auch immer es im speziellen Fall sein mag. Das sind Eigenschaften, die in keiner Weise geschlechterspezifisch sind, zumindest im Kinderalter. Und wenn man dort doch von der Normalverteilung abweichende Tendenzen feststellt, dann behaupte ich, liegt das an der falschen Erziehung und den falschen Vorbildern. Schaue dir doch mal http://pinkstinks.de an.


    Ich behaupte nicht, dass Mädchen Jungs sind, der kleine Unterschied ist mir natürlich bewusst. Aber im Kinderalter und gerade im Kinderfußball spielt der überhaupt keine Rolle, da können sie alle gleich viel, da gibt es, was die körperlichen wie geistigen Voraussetzungen anbelangt, überhaupt keinen Unterschied.


    Natürlich sind Sie keine Mädchen und natürlich können die sich auch wie Jungs in diesem Alter verhalten (laut, rebellisch, ...).


    Das sind wiederum auch keine unbedingt typischen Verhaltensmuster von Jungen. Im Kinderalter sind viele Kinder gerne auch mal laut, rebellisch sind sie aber eigentlich nicht, wenn sie sich wohl fühlen. Die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen zeigen sich eigentlich erst wirklich, wenn es mit der Präpubertät los geht, und selbst dann kann man sie als Fußballtrainer noch weitgehend gleich behandeln. In der Pubertät ist dann in den meisten Fällen eine Trennung sinnvoll, dazu möchte ich auf die vielen Beiträge von TW-Trainer verweisen.


    Das war ja keine Beleidigung Ihenen gegenüber. Manchmal sagen Sie auch zu mir du Mädchen, weil ich nicht so lang laufen kann. (Knie- und Schulterbeschwerden).


    Du siehst, es ist eben doch eine Beleidigung, auch wenn du das nicht wahrhaben möchtest.


    Zum System: Ich habe ne Zeit lang das 3-3 gehabt und es hat gut funktioniert. ABer seit demich weis, dass nächste Saison ich wieder Co-Trainer bin und der andere auf das 2-3-1 System setzt, will ich die Kinder nicht ins kalte Wasser schmeißen. Ich kann ja mal mit Ihm reden ob wir nicht so spielen können finde ich auch besser wegen Rotation und allem andere auch. :)


    Weiß er, dass der DFB das 3-3-System bevorzugt? Was das kalte Wasser anbelangt: ich würde dir dazu raten, die Zeit, die du mit den Kids hast, dafür zu nutzen, ihnen möglichst viel mit zu geben. Wenn du sie flexibel ausbildest, finden sie sich später in jedem System zurecht. Wenn du sie hingegen spezialisierst, haben sie später Schwierigkeiten mit Positionen und Aufgaben, die sie nie kennen gelernt haben. Wenn nun mal aber zwei andere Spieler schon die Stürmerposition besetzen, wird ein in Positionen denkender Trainer deinen Problemfall eventuell nur in der Abwehr einsetzen. Wenn er das aber nicht kann, wird er dort überhaupt nicht glücklich werden. Mal abgesehen davon, dass ein solcher Trainer seine Handlungsweise überdenken sollte, könnte das Ende vom Lied aber sein, dass das Kind ganz aufhört, obwohl es vielleicht nicht nötig gewesen wäre.


    Das mit den Spieler, dass war nur so gemeint, dass Ihr wisst wie Sie ungefähr spielen vom Verhalten. Sie habennicht deren Klasse.


    Das ist klar. Es ist auch gut, dass du dich mit den individuellen Eigenschaften deiner Spieler beschäftigst. Dabei merkst du ja auch schon, dass jedes Kind verschieden ist. Du musst an allen deinen Kindern als Menschen mit allen ihren Eigenschaften interessiert sein. In ihrem Vortrag, den ich an anderer Stelle verlinkt habe, sagt Rita Pierson, ein guter Erzieher sollte das Verstehen vor das Verstanden-Werden setzen.


    Und diese Aufstellung ist auch ein Wunsch, der ist sehr selten war geworden.


    Tipp: Stelle dir das ruhig vor, aber behalte diesen Wunsch unbedingt für dich. Kinderfußball hat rein gar nichts mit Champions League oder Weltmeisterschaft zu tun.

    Es ist ja auch alles in Ordnung, ich wollte ja nur fragen, wie man so ein Kind trainiert.


    Prinzipiell genauso wie die anderen auch, nur lobt man halt für teilweise etwas andere Leistungen. Den starken Spieler lobt man, wenn er den Übersteiger richtig klasse anwendet, um sich im 1:1 durchzusetzen, den schwächeren schon dafür, dass er mutig ins 1:1 geht, sich den Ball nicht zu weit vorlegt oder aber den Ball erfolgreich abschirmt. Als Trainer musst du natürlich aber auch Übungen finden, bei denen auch der schwache Spieler zu seinen Erfolgerlebnissen kommt.


    Er spielt bei uns Stürmer also eigentlich 2. Stürmer. Er will immer von der Bank kommen (Aussage vor dem Spiel: " lass doch den Hans spielen, ich will auswechsel sein."). Wenn er mal von Anfang an spielen soll, dann bringt er noch weniger Leistung (darauf kommt es mir ja nicht an, war nur so geschrieben.). Nach der Einwechslung spielt er 5 Minuten und kommt meist freiwillig wieder zu mir und lässt sich auswechseln.


    Dazu guenter:

    seit 5 Jahren ist der Junge bereits dabei. zusammen gesehen, fühlt der Junge sich ja ganz offensichtlich in seiner derzeitigen Rolle innerhalb der Mannschaft wohl. Sonst wäre er nicht schon so lange, vor allem auch immer dabei. Warum also mit aller Gewalt da was ändern wollen. Ich vermut er wll das gar nicht. Man kann nicht, man muss auch nicht aus jedem Kind einen guten Fussballer machen. Will er selbst mal mehr, wirst du da schon merken. Ansonsten würde ich es lassen, wie es ist.


    Mag sein, dass du Recht hast, guenter, mag aber auch sein, dass man es sich damit zu leicht macht. Es gibt durchaus nicht wenige Kinder, ich wage sogar die Mutmaßung, dass sie häufig an Übergewicht leiden, die sich in eine solche Rolle fügen, weil sie keinen Ausweg sehen, so Akzeptanz finden und immer noch etwas Spaß am Fußball finden. Meiner Meinung nach könnten der vorgebliche Wunsch, nicht in der Startaufstellung zu stehen, sowie das Bestreben, rasch wieder ausgewechselt zu werden, auch für ein nur sehr geringes Selbstbewusstsein und wenig Selbstvertrauen sprechen. Ich würde als Trainer dann schon versuchen wollen, dem Kind mehr Selbstvertrauen zu geben, so dass es, wie alle anderen auch, den Wunsch verspürt und ihn auch vertritt, möglichst großen Anteil am Spiel zu haben. Es geht nicht darum, einen Profifußballer aus ihm zu machen, aber schon einen Spieler, der gerne und mit dem ihm zustehenden Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen seinen Beitrag zum Erfolg der Mannschaft leistet.


    Ich rede immer langsam mit Ihm eigentlich mit allen Kindern. Ich habe viele mit ADHS und ADS und so einem Zeug. Aber nach der Ansprache frage ich alle ob Sie es verstanden haben, wenn keine ANtwort von dem Jungen kommt, frage ich Ihn nochmals persönlich.


    Warum sagst du "und so einem Zeug"? Das klingt so, als würdest du es nicht ernst nehmen. Das solltest du aber. Und ich würde auch aufpassen, AD(H)S nicht pauschal zu sehen, erstens gibt es da ganz viele Abstufungen und zweitens wird der Begriff heutzutage, wie mir scheint, durchaus inflationär verwendet. Und man kann schon gar nicht alle Kinder, die nicht dem Wunschbild so mancher Erzieher entsprechen, als von der Norm abweichend und daher irgendwie minderbemittelt abschreiben. Verstehe mich nicht falsch, ich behaupte nicht, dass du das tust. Aber ich befürchte, dass du diesbezüglich zumindest nicht ungefährdet bist.


    Für alle, die des Englischen mächtig sind, hier ein sehr inspirierender, auch nur siebeneinhalbminütiger TED-Vortrag der US-amerikanischen Erzieherin Rita Pierson mit dem Titel: "Every kid needs a champion", übersetzt in etwa: "Jedes Kind braucht einen Vorkämpfer", "Champion" meint hier eine Person, die sich für das Kind einsetzt:

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    Jungs die sich wie typische Mädels ala Paris Hilton verhalten. Das sagt man so in unseren Kreisen. Aber ja ich habe auch ein Mädel, dass ist aber noch nicht so lange dabei.


    Was, bitte schön, macht Paris Hilton zu einem typischen Mädel? Bitte gehe bei Gelegenheit in dich und überprüfe dein Verständnis über das Rollenmodell der Geschlechter. Mir schein, in "Euren Kreisen" hängt Ihr etwas hinterher.

    also im Normalfall spiele ich ein 2-3-1


    Das hattest du schon berichtet, als du ganz neu hier ins Forum kamst. Darf ich fragen warum du daran fest hältst? Nichts dagegen, wenn es besser passt als das 3-3, aber dazu sollte man meiner Meinung nach gute Gründe haben. Mir missfällt am 2-3-1 gegenüber dem 3-3 die von vornherein größere Tiefe, die dazu führt, dass es die Spezialistenpositionen Verteidiger und Stürmer gibt. Ich bevorzuge das 3-3 ganz ohne Verteidiger und Stürmer, sondern stattdessen mit defensiven und offensiven Mittelfeldspielern.


    vobei der zentrale Mittelfeldspieler so ein 8er ist. Irgendwas zwichen Schweinsteiger/ Gündogan (Ballverteiler) und den Bander Zwilinge (Balleroberung). Der Stürmer ist eigentlich ein 10er in der mannier eines Kroos (lässt sich weit fallen um die Bälle zu holen). die zwei aussen der eine ist wie Robben vor dieser Saison ( geht selten mit nach hinten nach vorne sehr stark) der andere ist wie ein gewisser Ribery ( stark nach hinten und nach vorne) hinten die beiden sind eigentlich wie Boateng (sehr ungestüm, wild, hauptsache Ball wegschalgen). Nichts gegen die Spieler sind nur Beispiele. Die Aufstellung varieiert während des Spiels aber so spiele ich immer die ersten 10 Minuten, wenn es denn funktionieren sollte.


    Du gehst hier konkret auf Spieler ein, nicht auf die Positionen. Das ist also quasi deine Sahneaufstellung, die erste Wahl, wenn ich mich nicht täusche. Die hat wahrscheinlich fast jeder Trainer im Kopf, und greift dazu, wenn es darum geht, möglichst erfolgreich zu spielen. Und viele der Trainer, die ich kenne, erzählen auch ganz gerne von ihren Zöglingen, so wie du. ABER wir dürfen nie vergessen, dass wir eben keine Profis in unseren Teams haben, mit der Erfahrung, die ich inzwischen habe, würde ich auch keine Vergleiche zwischen den Kindern und Profis ziehen, ich sehe darin keinen Vorteil, dafür aber zumindest das Potenzial für Nachteile.
    Worum es wirklich im Kinderfußball geht, ist, dass wir als Trainer versuchen müssen, jeden Spieler möglichst nach seinen eigenen Bedürfnissen und möglichst umfassend zu fördern und zu fordern. Das heißt dann, dass man versucht, die Stärken weiter auszubauen und die Schwächen zu verringern. Im Kinderfußball läuft da noch sehr viel über die Vermittlung von individuellen technischen und taktischen Fähigkeiten, wobei hier mit Taktik intuitive Spielintelligenz gemeint ist, und nicht eingedrillte Verhaltensmuster. So ist eigentlich das Ziel, dass jeder Spieler, wenn er den Ball hat, den Mut besitzt, sich nach vorne zu orientieren und halbwegs intelligent entscheiden kann, ob er den Ball selbst nach vorne treiben sollte oder ob ein Abspiel sinnvoller ist. Ohne Ball ist es erstrebenswert, dass der Spieler erkennt, wo sich Lücken und Räume befinden, in denen er sich anbieten kann, um dem ballführenden Mannschaftskamerad zu helfen. Dazu gehört auch, dass er ihm nicht den Raum nimmt. Und wenn vorne alle Räume zu sind, dann gilt es, dem Ballführenden im Rücken oder in der Breite weitere Anspielstationen zu bieten, oder auch mal nur den Angriff abzusichern und eher hinten zu bleiben. Je kleiner die Mannschaften, desto flexibler müssen die Kinder agieren, gerade deshalb sind im Training Spiele in kleinen Teams so wichtig.
    Neben der Spielintelligenz, auf die ich eben (unter Beschränkung auf die Offensive) einging, geht es beim Training dann noch darum, den Kindern das technische Handwerkszeug, das sie benötigen, zu vermitteln. Also zu allererst Ballfertigkeit, dann den Torschuss, den Pass sowie die Ballannahme. Durch viele 1:1-Situationen kann man Ballfertigkeit und gleichzeitig individuelle Defensivtaktik vermitteln. In 2:2-Spielen kommt dann der Mitspieler hinzu, da muss man sich dann gegenseitig bestmöglich unterstützen, außerdem muss hier erstmals die Entscheidung getroffen werden, ob und wann ein Abspiel sinnvoller als das offensive 1:1 ist. Das defensive Paar muss auch gemeinsam agieren, um den bestmöglichen Erfolg zu haben. Und im 3:3 wird es noch komplexer, da werden in der Offensive letztlich schon die Dreiecke gebildet, von denen im Profifußball (man erinnere sich an van Gaal) so oft die Rede ist. Das sind die methodischen Schritte von der Anwendung der rein individuellen Fähigkeiten über die Handlung als Gruppe (von nur zwei Spielern) bis zum Agieren in der Mannschaft. Sämtliche individual- und gruppentaktischen Inhalte sind in diesen Spielformen enthalten, und zwar in ihrer noch einfachstmöglichen und daher übersichtlichsten Form. Diese Inhalte sollten, wie ich meine, alle Kinder erlernen bzw. Erfahrungen in ihnen sammeln.
    Eine großartige Eigenschaft an den Spielen in Kleinstmannschaften ist, dass jeder Spieler sowohl im Angriff als auch in der Abwehr mit machen muss, weil sonst ein Team ruckzuck situativ in relativ hoher Überzahl ist. Wenn man dann noch, wie bei Horst Weins Minifußball oder auch einigen Coerver-Spielformen, auf mehrere Tore spielt, wird fehlender Einsatz in der Defensive umgehend bestraft. Da kann es dann aus pädagogischer Sicht dann durchaus sinnvoll sein, alle Spieler, die nur ungern in der Defensive mit helfen, mal zusammen in ein Team zu stecken. Sie werden dann zwar einige Tore erzielen, aber hoffentlich (aus Sicht des Trainers) noch mehr Tore kassieren. Ich habe auch schon mal einen eher zurückhaltenden und wenig selbstbewussten Spieler zu zwei eher besseren Spielern gesteckt, von denen einer noch eher egoistisch veranlagt war, und die Regel eingeführt, dass Tore erst erzielt werden dürfen, wenn jeder im Team zuvor in Ballbesitz war. So musste erstens der zurückhaltende Spieler initiativ werden und der egoistische ihn auch suchen. Das nur als Anregung. Ich kann dir nur empfehlen, allen deinen Spielern das komplette Rüstzeug zu vermitteln.


    Teamspirit ist mir auch sehr wichtig, den haben Sie ja auch aber der glaube an sich fehlt. Gestern 2 sehr starke Spieler, hat es im Training mal nicht funktioniert. Beide oh ich bin so schlecht, ich kann gar nichts...


    Vielleicht war die Übung dann auch zu schwer. Oder die Einteilung der Teams. In der letzten Saison hatten wir im Leistungsvermögen unter den Spielern eine ziemlich große Spreizung. Da habe ich dann häufig die Gruppen nach Stärke eingeteilt und die Übungen entsprechend angepasst, also bspw. das Passtor bei den Schwächeren breiter gemacht, mit unterschiedlichen Abständen gearbeitet, etc. Und dann auch mal parallel die Schwächeren sowie die Stärkeren untereinander spielen lassen, und erst für das Abschlussspiel wieder gemischt. Im Abschlussspiel habe ich auch oft alle paar Minuten Positionen in Raupenform rotieren lassen, d.h. jeder Spieler wandert, so ähnlich wie im Volleyball, eine Position weiter, inklusive des Torhüters. Am Anfang ist das oft noch etwas chaotisch, aber die Kinder gewöhnen sich sehr schnell daran. Und es ist für das Team-Play und die Flexibilität echt gut.


    Einer wollte sogar nicht mehr mitmachen weil er nicht an dem Verteidiger beim ersten Versuch vorbeigekommen ist [...]


    Hattest du einen festen Verteidiger? In einer Übung? Würde ich nicht machen, da würde ich stets wechseln. Am besten sogar mit ungeradzahliger Gruppe, so dass nicht immer wieder die selben zwei Spieler aufeinander treffen. Wenn sich aber Pärchen bilden, dann solltest du dafür sorgen, dass die Spieler in den Pärchen ähnlich stark sind. Und ich würde sie auch immer mal wieder durcheinander würfeln.


    [...] und der ander weil er angeblich gefolt worden wäre. Der andere hat den Ball getrofen von der Seite und dann leicht sein Bein.


    Naja, da kann man dann ja auch ein bisschen Regelkunde einfließen lassen. Und dazu ermutigen, weiter zu spielen, dass so die Schmerzen bei geringfügigen Verletzungen häufig am schnellsten wieder vergehen. Wenn sich ein Kind verletzt, muss man das zwar ernst nehmen, man sollte aber, wie ich meine, aufpassen, daraus kein Drama zu machen. Ist ein Spieler verletzt, so sollte man sich möglichst direkt um ihn kümmern, d.h. fragen, wo es weh tut und ihn trösten, aber dann auch, wenn es nicht so schlimm ist, ihn gleich ermutigen, wieder aufzustehen, die schmerzende Stelle wieder zu belasten, und langsam wieder mit zu machen. Gab es zuvor ein absichtliches Foul, so sollte das Fehlverhalten deutlich angesprochen und auf eine Entschuldigung bestanden werden, ggf. gibt es auch eine kurze Auszeit. Ich fand es mal fürchterlich, als die Begeisterung für die "Blutgrätsche" bei meinen Kids grassierte, da habe ich deutlich gemacht, dass dieses Wort alleine schon bei uns aber sowas von überhaupt nichts verloren hat. In diesem Zusammenhang, also die Fairness betreffend, bin ich der Meinung, dass es ungemein wichtig ist, den Anfängen zu währen..


    Naja sind eben meine kleine süßen Mädels im Moment. Diven ist das richtige Wort.


    Hoppla, vorsicht, wie meinst du das mit den Mädels? Fang' mir jetzt nicht schon in dem Alter mit dem Sexismus an, bis inklusive E halte ich aber rein gar nichts davon, Jungen und Mädchen im Fußball unterschiedlich zu behandeln.

    Feste Positionen sind mist gestehe ich ein. Aber Außenbahnspiele und zentrale Spieler würde das einen Sinn machen?


    Das kommt darauf an, wie du es meinst und interpretierst. Ich habe tatsächlich, nachdem ich den rechten Weg gefunden hatte, im 3:3 spielen lassen. Dabei sollten die Spieler möglichst gemeinsam angreifen wie verteidigen. In der E-Jugend, um die es bei mir damals ging, können die Kinder meiner Meinung nach nachvollziehen, dass das nicht heißt, dass man Harakiri-Fußball spielt und alle planlos nach vorne rennen, so dass nach der Balleroberung des Gegners drei Stürmer ungebremst auf unseren Torhüter zurauschen. D.h. man versucht dann schon, sie dazu zu bringen, eine sinnvolle Raumaufteilung bei Ballbesitz einzunehmen. Das macht man aber nicht, indem man z.B. den Defensivspielern grundsätzlich verbietet, die Mittellinie zu überqueren, so einfach ist die Sache nämlich auch nicht. Stattdessen versucht man ständig, vor allem mittels Spielformen die Spielintelligenz der Spieler zu steigern, so dass sie dazu in der Lage sind, eigenständig intelligent mit zu spielen, und zwar sowohl in der Defensive wie in der Offensive. Die Technik kann man in Übungen vermitteln, aber die Erfahrungen, die zu den Entscheidungen über die eigenen Handlungen der Spieler führen, lassen sich nur im Spiel vermitteln, oftmals in vereinfachten und/oder auf einen bestimmten Schwerpunkt zugeschnittenen Spielformen. Ich verweise hier immer wieder gerne auf Horst Weins Minifußball, das man ggf. mit speziellen regeln ergänzen kann, oder auch viele der Coerver-Spielformen. Auch hier im Forum oder auf soccerdrills gibt es viele interessante und erprobte Spielformen.


    Aber zurück zu deiner Frage: wenn ich vom 3:3 ausgehe, gibt es schon einen Unterschied zwischen innen und außen, speziell in der hinteren Reihe. Der hintere, zentrale Spieler hält letztlich, ähnlich wie der Sechser auf dem Großfeld, die Mannschaft zusammen, er ist bei jedem gegnerischen Angriff gefordert, egal, ob dieser über einen Flügel oder durch die Mitte kommt. Daher habe ich auf dieser Position tatsächlich nur die Spieler eingesetzt, denen ich die Aufgabe zugetraut habe. In der vorderen Reihe finde ich es eigentlich unerheblich, ob ein Spieler zentral oder außen spielt, das sollten sie, wie ich finde, alle mal gemacht haben. Und hinten sollen sie auch alle mal spielen, da würde ich die schwächeren Spieler aber eher nicht in die Mitte stellen. Ich habe auch gerne im Tor rotiert, ich hatte den Anspruch, dass jeder Spieler am Ende der Saison mindestens eine, wenn nicht zwei Halbzeiten in Spielen gegen andere Vereine auch im Tor verbracht hatte. Da ich auch großen Wert auf den Team-Spirit gelegt habe, hat das auch gut funktioniert. An anderer Stelle habe ich bereits ausführlicher berichtet.

    Ich teile Don Quijotes Meinung, Andre, dass das "Herausfiltern im Wir", wo ein im Probe- oder Sichtungstraining befindlicher Spieler im Mannschaftsgefüge des Vereins hin gehört, gut zu dem Fall passt, dass einzelne Spieler zum Verein hinzu stoßen. Deinen bisherigen Ansatz mit den beobachteten Spielen halte ich aber durchaus weiterhin für sinnvoll, wenn Mannschaften ziemlich umfangreich neu gebildet werden, wenn also viele Spieler gleichzeitig von außen hinzu kommen, wenn eine Jugend neu gebildet wird oder, wie bei uns im Übergang von E zu D, wenn zwei Vereine ihre Spieler in einen Topf werfen, um sie anschließend neu aufzuteilen. Je nachdem, wie die alten Trainer dann drauf sind, ob sie vielleicht dann sogar mit in die D gehen und welche Mannschaften sie dann betreuen, können die Einschätzungen und Vorlieben dann schon ganz schön überhand nehmen. Da bin ich schon Anhänger davon, dass man zumindest versucht, eine möglichst objektive Sichtung durchzuführen.


    Verzeihe bitte, Don Quijote, wenn ich auf Totti76 Beitrag (#12) noch kurz eingehe.


    Totti76, Euer Vorgehen, bereits in der E vermeintliche Talente zu sammeln, wird in vielen Vereinen nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen, wird es doch von vielen als Wilderei bei Vermeidung der in der D sonst anfallenden Ausbildungsentschädigung gesehen. Ich war vorletzte Woche bei einer Lizenzverlängerungsfortbildung, die zwei Kreise entfernt stattfand, im Vergleich mit uns eine eher ländliche Region. Dort wurde sich gegenüber dem die Fortbildung durchführenden Referenten, der offensichtlich ein Amt im Kreis bekleidete, deutlich über die zwei größten Vereine des Kreises beschwert, weil diese eben Kinder aus den Dorfvereinen zu sich ziehen würden, um sie dann in dritte und vierte Mannschaften zu stecken. D.h. es wird ihnen vorgeworfen, bei Kindern und vor allem Eltern große Hoffnungen zu wecken (oder ihnen zumindest nicht zu widersprechen), die dann nur selten erfüllt werden.


    Wir würden vom ursprünglichen Thema des Threads abweichen, aber mich würden Eure Motive und Euer Hintergrund durchaus interessieren. Vielleicht eröffnest du ja einen neuen Thread, um sie darzulegen. Mich interessiert das, weil ich ja auch in einem Verein bzw. einer Kooperation zweier Vereine tätig bin, die ab D-Jugend mit der ersten Mannschaft der Altersklasse recht hoch spielt bzw. spielen möchte, daneben aber noch weitere Mannschaften hat, und sich daher in einem ständigen Spannungsverhältnis befindet. Das von mir betreute Team wird bspw. in der nächsten Saison D-Jugend-Gruppenliga spielen. Daher möchten aktuell einige Spieler von anderen Vereinen sich uns anschließen. Ich halte es für die talentierten Spieler auch für sinnvoller, in einem passenden Team und einer passenden Spielklasse zu spielen, als in der Kreisklasse zu 'versauern', ich sehe in dem Ansinnen nichts Verwerfliches. Mein aktuelles Problem ist, dass für jeden Spieler, der von außen zu uns stößt, ein bisheriges Mannschaftsmitglied in die zweite Mannschaft weichen muss. Das fällt mir alles andere als leicht..

    Totti76: guenters Frage nach dem Hintergrund Eurer Sichtung ist eine sehr sinnvolle, es wäre sehr hilfreich, wenn du mitteilen könntest, welche Art Sichtung Ihr durchführen wollt, was für ein Verein und Team Ihr seid, woher die zu sichtenden Spieler kommen, und was das Ziel der Sichtung sein soll, d.h. welche Perspektiven sie eröffnen soll.


    Ansonsten beschreibt guenter gut, worauf man achten sollte, wenn das eigene Kind eine Einladung zu einer Sichtung oder einem Probetraining erhält. Insbesondere wenn man mit der Status Quo eigentlich ganz zufrieden ist, sollte man kritisch prüfen, ob ein Wechsel sinnvoll ist, da muss schon ein deutlicher Vorteil vorhanden sein. Das Schreckgespenst wäre ein Verein, der sich noch in der Breite verstärken möchte, bei dem der wechselnde Spieler dann aber zum Bankdrücker wird. Im Breitensport kann es auch passieren, dass ein Spieler im neuen Verein Außenseiter bleibt, wenn er z.B. aus einem anderen Ort stammt oder eine andere Schule besucht als der Großteil der übrigen Mannschaft, da kann es dann schon sein, dass er sich trotz Verbesserung der sportlichen Situation einfach nicht wohl fühlt.


    Ich hatte deine Anfrage aber so verstanden, dass Ihr selbst die Sichtenden seid. Dann sind Fußballbarons Hinweise gut, ich hatte ja auch schon gesagt, dass ich hauptsächlich in kleinen Gruppen spielen lassen würde, wo man dann am besten sowohl die technischen Fertigkeiten, aber auch Schnelligkeit, Antizipation, Spielintelligenz, Engagement, etc. erkennen kann. Dabei sollte man IMHO aber nicht vorschnell über die Charaktereigenschaften urteilen, da manche Kinder eben forscher und andere in unbekannter Umgebung zunächst zurückhaltender sind. Disziplin, Integrationsfähigkeit und allgemeines Benehmen sind auch wichtig. Und natürlich muss die Chemie auch stimmen.

    Für am aufschlussreichsten halte ich Spiele in kleinen Gruppen. Wir hatten Minifußball (die Spielform von Horst Wein) gespielt, zunächst mit zufälligen Mannschaften, zum Schluss haben wir dann die letzten paar Kandidaten zusammen gesteckt, um die geringen Unterschiede deutlicher sehen zu können. In Übungen sieht man, wie ich finde, demgegenüber deutlich weniger.

    Zunächst möchte ich Karl beipflichten. Darüber hinaus würde ich dich bitten, deine Spieler und ihr Verhalten etwas genauer anzusehen, mir sind deine Aussagen zu pauschal und auch zu sehr von den scheinbaren Fähigkeiten Eurer Gegner geprägt, um mir ein Bild von Eurem Team machen zu können. Aber so fällt eine Einschätzung schwer, so dass es nicht wirklich möglich ist, dir sinnvolle Tipps zu geben.

    Ja, kaiser franz, ich kann dich verstehen, das ist eine richtig blöde Situation. Zum Glück ist mein eigenes Kind nicht betroffen, aber es ist leider häufig so, dass, wenn ich sehe, wie F- und E-Jugendtraining läuft, sich mir die Fußnägel hoch drehen. Und es ist bei der Elternschaft oft tatsächlich so, wie du sagst: wenn die eigene Mannschaft gewinnt und das eigene Kind sogar noch Tore schießt, ist alles in Ordnung. Verliert die eigene Mannschaft, so wird gerne das andere Team als Vorbild genommen und deren vermeintliche Eigenschaften von den eigenen Kindern und/oder dem Trainer gefordert. Und kurzfristig ist es ja auch einfacher und erfolgreicher, wenn man Spieler fast ausschließlich auf Positionen einsetzt, die ihnen auf den ersten Blick entgegen kommen. Langfristig hat es aber deutliche Nachteile.


    Zu deiner Situation: wie fühlt sich denn dein Sohn? Ist er zufrieden, fühlt er sich insbesondere in der Mannschaft wohl? Gäbe es alternative Vereine in der Umgebung, die kindgerechteres Training und Spiel anbieten? Hast du schon mal das diplomatische Gespräch mit dem neuen Trainer gesucht? An und für sich hast du, wie ich meine, doch gar keine schlechte Position, wenn du von dir aus das Gespräch suchst: dein Sohn spielt regelmäßig und schießt sogar die Tore, der Trainer wird von sich aus kaum damit rechnen, dass du unzufrieden bist. Damit würde ich auch das Gespräch eröffnen, eben dass du ja vielleicht, wie er und viele andere meinen könnten, keinen Grund zur Klage hast. Aber... Wahrscheinlich wäre es dann im Gespräch geschickter, dich mehr auf deine jetzige Rolle als Vater zu konzentrieren, dem es vor allem um das Wohl seines Kindes geht, und weniger als ehemaliger Trainer der Mannschaft darzustellen. Natürlich kannst du deine Positionen mit Kenntnissen untermauern, die du als aktiver Trainer gesammelt hast. Ich würde aber versuchen, das Gespräch in die Richtung eines offenen Dialoges zu lenken, d.h. ich würde versuchen, ihn ausführlich zu Wort kommen zu lassen, ihn seine Sicht der Dinge, sein Konzept und seinen Plan, seine Motivation darzustellen. Da dürften sich dann genügend Punkte ergeben, über die man sich dann unterhalten kann. Vielleicht hat er die Dinge ja noch nie so sehen können wie du..

    Wir hatten ja vor fast einem Jahr unser Minifußballturnier. Es gab 20 Mannschaften (von fünf Vereinen), wir spielten fünf Runden nach Schweizer System, also insgesamt 50 Partien (parallel auf vier Feldern). Insgesamt gab es 571 Tore, also im Schnitt über zehn pro Spiel. Ein paar muss man zwar abziehen, weil wir auf einem der vier Felder ein paar sehr kleiner Minitore hatten, wo dann jeder Treffer doppelt zählte.


    Auch der Vorteil des Schweizer Systems zeigte sich. Lag in der ersten Runde die durchschnittliche Tordifferenz noch bei 7,2, so nahm sie sukzessive ab:
    Runde 2: 4,6
    Runde 3: 4,6
    Runde 4: 3,1
    Runde 5: 2,8


    Exemplarisch die Ergebnisse in Runde 5: 4:4, 3:8, 1:9, 4:3, 8:2, 6:7, 4:3, 7:7, 5:5, 4:10. Nur in der ersten Runde gab es Partien, in denen eine Mannschaft kein Tor erzielen konnte.


    Ich kann sowohl Spielsystem als auch Modus nur empfehlen.

    ich hab nur das bedenken das sich die Spieler nun schon so fest beißen das sie diese Position nun für immer behalten wollen und sie denken das sie nur dort spielen können denn rotieren tue ich meistens nicht , jeder hat seine Position und da wird er aufgestellt/eingewechselt.
    Meint ihr es sei immer noch ein Fehler ihnen jetzt schon feste Positionen zugeben?


    Absolut. Und zwar aus eigener Erfahrung: ich habe zu Beginn der Saison in der D-Jugend Spieler vorgefunden, die aus drei Mannschaften stammen. Nur in einer dieser drei Mannschaften wurde rotiert. Das merkt man dann ganz deutlich, die allermeisten Spieler der beiden anderen Teams waren unheimlich auf ihre Position fixiert, sie haben sich leider deutlich einseitige Fähigkeiten und Spielweisen angeeignet. Und auch die Aufgabenverteilung war viel zu klar geregelt, da waren die Offensivspieler sich viel zu fein dafür, auch mal nach hinten zu helfen. Und die Spieler, die ausschließlich in der Abwehr gespielt hatten, haben im Angriff praktisch überhaupt nicht mit gemacht. Feste Positionen sind Mist.