Im Großen und Ganzen gebe ich dir Recht, duffy, aber es gibt halt, wie überall, Unterschiede zwischen den Vereinen. Ich denke, die Größe des Vereins bzw. die durchschnittliche Größe der jahrgänge bzw. Altersklassen, sowie die Spielklassenzugehörigkeit vor allem der ersten Mannschaften der Altersklassen, spielen eine nicht unwesentliche Rolle.
In den D-Mannschaften unseres Breitensportvereins sind immer noch 10jährige, nicht Profis.
Der Hinweis darauf, dass wir es mit Kindern zu tun haben, ist elementar wichtig. Leider sehen viele den Jugendfußball als Möglichkeit, sich als Hobby-Bundesligatrainer zu betätigen. Ich zucke immer ein wenig zusammen, wenn ich einen Kinder- oder Jugendtrainer davon sprechen höre, welche Titel und/oder Erfolge er mit seiner Mannschaft erreicht habe. Besonders bedenklich finde ich es, wenn dann noch der Zusatz kommt, dass er das selbst in seiner Jugend und/oder Kindheit ja leider nie erreicht habe...
Glaub mir, so sehr unterscheiden sich unsere D1-Spieler nicht von den D2 Spielern. Es sind vielleicht 2-3 in der D1 die etwas herausstechen, in der D2 2-3 Spieler die schwächer sind. Es spielen fast alle schon 5 Jahre Fußball.
Nun, bei uns gibt es vier D-Jugendmannschaften mit insgesamt geschätzten sechzig bis siebzig Spielern. Sie kommen zusammen, weil sich zwei Vereine ab der D-Jugend zu einer Kooperation zusammen geschlossen haben. Bei dieser Anzahl an Spielern gibt es dann schon erhebliche Unterschiede.
Ich behaupte viele sind in der D1 weil entweder die Väter die Trainer sind, oder sie immer schon in der 1. Mannschaft waren. Würde man die 2-3 Herausstechenden und die 2-3 Schwächeren aus den Mannschaften herausnehmen und den Rest gegeneinander spielen lassen, wäre ich mir nicht sicher wer gewinnt.
Bei uns sind es nicht nur 2-3 Spieler, da gibt es zwischen den vier Mannschaften durchaus recht große Unterschiede. Wobei die erste Mannschaft, wie ich an anderer Stelle schon erwähnte, auch eher mal Verstärkung von außerhalb erfährt, weil Spieler, die ihren Ambitionen nicht im Heimatverein adäquat nachgehen können, dazu stoßen.
Immer dieses verbissene das die erste Mannschaft die besten sind, das Gehabe geht mir auf den Keks. So groß sind die Unterschiede bei uns nicht.
Mir geht es auch auf den Keks, obwohl bei uns die Unterschiede, wie gesagt, schon nicht von der Hand zu weisen sind. Ich finde halt, dass man einfach vermitteln und leben sollte, dass es nicht darum geht, möglichst hoch zu spielen, sondern dass das Ziel ist, dass die Kinder in Mannschaften und Spielklassen spielen, in denen sie zwar gefordert und gefördert, aber möglichst weder unter- noch überfordert werden. Leider ist dieses Gedankengut weder sonderlich weit verbreitet noch wird es vermittelt. Das stört mich auch ganz erheblich, es führt meiner Meinung nach auch dazu, dass die Dissonanzen in den Vereinen häufig deutlich größer sind, als sie es sein müssten. Natürlich ist jeder Spieler, der nicht in die erste Mannschaft kommt, zunächst enttäuscht. Aber meiner Erfahrung nach legt sich das recht schnell, wenn er weiterhin in Training und Spielen Freude, Bestätigung und Anerkennung findet. Und eben darum muss es doch vor allem gehen.
Es würde manch einem wundern, wie gut manche 10jährige spielen, wenn man sie nicht immer nur als zweitklassig abstempeln würde. Man muss den Kindern in den 2. und 3. Mannschaften auch Selbstbewußsein geben und auch sagen wie gut sie sind. Mich persönlich wundert, wie viele Kinder bei uns in den ersten Mannschaften immer aufhören Fußball zu spielen. Dabei werden doch da nur die guten, fußballbegeisterten reingelassen. Vielleicht ist es den Kindern dort auch zu verbissen?
Hört hört. Zu den Abbrecherquoten in den ersten Mannschaften kann ich noch nicht viel sagen, aber ich bin auch der Meinung, dass die Hervorhebung der ersten Mannschaften die große Gefahr in sich trägt, dass Spieler, die aus ihnen heraus fallen, ganz mit dem Fußball aufhören. Deshalb finde ich, dass es für einen Verein, der mit seinen ersten Mannschaften höhere Spielklassen anstrebt, von besonderer Bedeutung ist, sich darum zu kümmern, dass die übrigen Mannschaften genau so gut, wenn nicht sogar eher ein bisschen besser umsorgt werden.
Bei uns in der 2. Mannschaft hören viel weniger auf, obwohl sich die Kinder von den Kids der ersten Mannschaft schon öfter anhören müssen, ihr seit ja nur die 2. Mannschaft. Das sagt schon auch etwas darüber aus, wie sich die Einstellungen der Trainer auf die Kinder und die Atmosphäre auswirken. Und erzählt mir nicht, das dieses Leistungsgehabe, dieses unbedingt aufsteigen wollen, sich nicht auf die Stimmung auswirkt. Ich finde viele vergessen immer, das das Kinder eines Breitensportvereins sind und nicht die Bundesliga.
Schön zu lesen, dass Ihr eine gut funktionierende Mannschaft habt. Und ich gebe dir Recht, darauf kommt es insbesondere an. Allerdings sehe ich da keinen Zusammenhang zur Spielklassenzugehörigkeit, wohl aber zur Persönlichkeit und den Überzeugungen des Trainers..