Beiträge von tobn

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    Zitat

    Ich denke, dass [...] Sinn macht [...]


    Es ist völlig OT (off-topic) und auch nicht als Belehrung des hiesigen Autors gemeint, aber diese Formulierung stößt mir immer wieder auf. Es ist umgangssprachlich, ja, aber es kein korrektes Deutsch, denn im Deutschen wird kein Sinn gemacht. Siehe z.B. http://www.spiegel.de/kultur/z…aking-sense-a-261738.html oder http://www.belleslettres.eu/ar…ake-sense-anglizismus.php. Und verzeiht mir bitte den Einwurf (nicht im fußballerischen Sinn gemeint).

    Ich kann meinen Vorrednern nur beipflichten: Andre, schmeiße die Flinte nicht ins Korn. Ich würde dir sogar vorschlagen, mal mit einer Bambini-Truppe anzufangen, erstens fehlt dir mit dieser und den unmittelbar darauf folgenden Altersklassen ja noch die Erfahrung, dafür hast du ja aber viele Ideen darüber, wie es da laufen sollte. Ich habe vor, dieses Unterfangen in der nächsten Saison zu wagen, ich bin gespannt. Auch würde ich den Schein nicht verfallen lassen, dafür hast du damals immerhin ein Viertel- bis halbes Jahr aufgewendet, da wäre es doch schade. Es gibt doch recht häufig dezentrale Weiterbildungen, die mit fünf LE auf die Verlängerung angerechnet werden. Erstens dauern sie typischerweise nicht wirklich 3,75 Stunden und außerdem ist es nicht wirklich so schwierig, über drei Jahre verteilt an vier dieser Veranstaltungen teilzunehmen.. Es gibt da übrigens durchaus auch welche, bei denen man etwas lernen kann, und sei es aus dem Austausch mit den anderen Teilnehmern. Und letzteres schätze ich ja sowieso.

    sie spielt vermutlich in einem Jungenteam? Da mitzuhalten obliegt den richtigen Überfliegerinnen...sehe ich so.


    Nee, das ist Grütze. In der G-, F- und E-Jugend können Mädels ganz wunderbar mit den Jungs mithalten, von den körperlichen und geistigen Voraussetzungen gibt es da überhaupt keinen Unterschied. Dass man doch Unterschiede zwischen dem (als Subjekt nicht existenten) durchschnittlichen Mädchen und dem durchschnittlichen Jungen erkennt, liegt zum einen daran, dass man erwartet, sie zu erkennen, und dadurch Unterschiede wahrnimmt, die gar nicht da sind. Man sieht etwas bei einem Mädchen, das das eigene Vorurteil bestätigt, und nimmt es bewusst wahr. Wenn man das Gleiche bei einem Jungen sieht, beachtet man es hingegen weniger. Das ist die eine Seite, wir sind empfänglicher für Eindrücke, die unsere Meinungen bestärken. Daneben gibt es aber natürlich noch den Punkt der Sozialisation. Kinder orientieren sich in ihrem Verhalten natürlich auch an dem, was ihnen die Erwachsenen vormachen und was sie von ihnen erwarten.


    Alle anderen werden da früher oder später nicht mithalten können, [...]


    Eher später, nämlich dann, wenn die Jungs muskulär zulegen, also in der Pubertät. Bis dahin können sie alles genauso gut (oder schlecht).


    [...] es sei denn sie spielen als z.B. D Kind in der E oder E in der F mit.


    Das finde ich gerade falsch, meiner Meinung nach sollen Mädels im Kinderalter in ihrer Altersklasse spielen, genau wie die Jungs auch. Man tut ihnen, meiner Meinung nach, keinen Gefallen, wenn man sie zu um ein Jahr jüngeren Jungs steckt, denen sind sie eigentlich überlegen, sowohl geistig als auch körperlich. Später dann, also vereinzelt ab der D-, mehrheitlich in der C-Jugend, dürften dann die Jungs in Sachen körperlicher Eigenschaften den Mädchen davon ziehen. Dann sind innerhalb des selben Jahrgangs keine gleichen Voraussetzungen mehr gegeben, so dass man da flexibler handhaben sollte.


    Bei uns dürfen übrigens reine Mädchenmannschaften sogar zwei Jahre älter sein als die Jungs in gemischten Mannschaften. Das kann ich noch einsehen, wenn es darum geht, dass es nur schwer möglich ist, mit nur einem Jahrgang eine reine Mädchenmannschaft zu bilden und man notgedrungen mehrere Jahrgänge zusammen fassen muss. Ich halte aber nicht viel davon, mit einer Mädchenmannschaft, die z.B. nur aus 2003ern besteht, bei einem Turnier für 2005er teilzunehmen.

    Ich habe meistens "STOPP" gerufen und musste dann in der Regel noch die Spieler, die gerade in Bewegung waren, dorthin zurück schicken, wo sie sich befanden, als ich die Situation sah, die ich thematisieren wollte. Aber "Halt!" oder ein Pfiff gingen vermutlich auch -- ich hatte nur gar nicht so selten gar keine Pfeife dabei. Einfrieren kann sehr hilfreich sein, weil es eine Erklärung direkt anhand der Situation ist. Aber es unterbricht halt auch so richtig das Spiel, deshalb wieder mein Rat, mit diesem Mittel sparsam umzugehen. In reinen Übungsformen oder Spielformen, in denen die Aktionen kürzer sind, kann man hingegen korrigieren, ohne den Fluss zu (zer)stören.


    Ansonsten ist der Hinweis von TW-Trainer wichtig, dass man erst im Spiel einfrieren sollte, wenn man denselben Fehler zum wiederholten mal sieht. Alleine einer Optimierung wegen sollte man nicht unterbrechen.

    OK, es klingt nun alles nicht mehr ganz so wild. Wenn ihr tatsächlich wegen des Sehfehlers schwindlig und schlecht wird, was ja überaus nachvollziehbar ist, dann habt Ihr da ja einen Punkt, an dem ihr ansetzen könnt. Ich würde sie zunächst mal dazu ermutigen, es wieder mal mit der Brille zu probieren, um sicher zu gehen, dass der Schwindel davon verschwindet. Die Bedenken eines Schiri würde ich da auch auf mich zu kommen lassen und es einfach mal probieren, sofern von der Brille keine Verletzungsgefahr ausgeht. Wenn Ihr dann feststellt, dass eine Brille beim Sport sinnvoll ist, kann Euch doch sicher ein Augenarzt dazu beraten. Ich selbst habe davon keine Ahnung, da ich noch nie eine Brille tragen musste, meine Kinder angenehmerweise bisher auch nicht.


    Und ansonsten kann es schon gut sein, dass sie Aufmerksamkeit haben möchte, es wäre eigentlich schon sonderbar, wenn dem nicht so wäre. Aber Ihr seid ja auch bei den Spielen, das ist doch OK.. Ansonsten kannst du ja mal den Trainer darauf ansprechen, wie er meint, dass sie in der Gruppe zurecht kommt.


    Ich könnte mir übrigens durchaus vorstellen, dass die unerfüllten Erwartungen deines Mannes ihre Spuren bei ihr hinterlassen. Sowas ist absolut kontraproduktiv und tut dem Kind mit Sicherheit nicht gut. Soll er sein lassen!


    Ansonsten: Kopf hoch, wird schon! =)

    bis vor kurzem war meine Tochter engagiert, wenn sie gespielt hat, sie hat zwar nicht alles abgerufen, was sie kann, weil sie immer noch verkrampft ist und Angst hat (ich weiß nicht wirklich wovor), [...]


    Das ist die Lütte, oder, fünf Jahre alt, stimmt das? Da haben Formulierungen wie "ruft nicht alles ab" völlig abwegig. Verkrampft sollte ein Kind in dem Alter aber nun wirklich nicht sein, bist du sicher, dass du ihr Verhalten richtig einschätzt? Wie gut ist sie denn in die gruppe integriert, wie geht sie mit den anderen Kindern um und sie mit ihr? Wie ist das Verhältnis zum Trainer?


    [...] aber vor einiger Zeit fing es an, dass sie sagte, ihr sei schwindelig und schlecht beim Training, sie schwitzt bei Anstrengung immer sehr stark.


    Ich schwitze auch bei der leichtesten Anstrengung sehr stark (ernsthaft!), das ist überhaupt kein Problem, schon gar kein medizinisches. Einfach nur genügend trinken, dann ist alles im Lot. Genügend, wohlgemerkt, nicht zu viel, halt eben so, wie man Durst hat.


    Wann ist ihr denn beim Training schwindlig und schlecht? An einen Zusammenhang mit dem Schwitzen glaube ich hier nicht, aber das soll mal lieber ein Arzt überprüfen, damit Ihr Gewissheit habt, dass da nichts ist -- diesbezüglich seid Ihr ja aber schon aktiv.


    Deswegen war ich jetzt mit ihr beim Arzt, körperlich sei alles okay, die Ergebnisse der Blutuntersuchung stehen noch aus, auch beim Orthopäden waren wir, sie klagt über Schmerzen im Nackenbereich und seit gestern auch in den Armen - laut Orthopäde ist sie sehr weich, sehr beweglich.


    Kommt sie von sich aus auf diese Schmerzen? Passen sie zu ihrem Verhalten auch in anderen Situationen? Es klingt schon ein bisschen nach reiner Behauptung oder Psychosomatik, aber aus der Entfernung lässt sich das nicht beurteilen.


    Vor zwei Wochen hatte sie von jetzt auf gleich über 40 Grad Fieber, auch das ohne Befund.


    Das kann bei Kindern auch noch schnell gehen, unsere hatten das auch ab und an, wenn auch selten. Aber wenn es keinen Befund gibt, ist ja alles in Ordnung, kein Grund zur Beunruhigung.


    Ohne einen wirklichen Befund habe ich jetzt ein Kind, das weiterhin gute Standards schießt, aber sonst nur rumsteht auf dem Feld.
    Es geht schon das Gemecker von anderer Seite los, warum sie denn überhaupt spielt oder wenn ja, vorne und ein anderes Kind, das so viel besser ist, hinten, wo es doch nach vorne gehört.


    Wenn das Klima im Verein nichts ist und der Trainer nicht genug dagegen unternimmt, dann würde ich mich in der Umgebung mal nach Alternativen umsehen. Auch zum Fußball. Er ist zwar ein toller Sport, mein Lieblingssport sogar, aber es gibt andere Sportarten, die genauso viel Spaß machen können.


    Ich weiß nicht, was mit ihr los ist.


    Wahrscheinlich gar nichts. Für am wahrscheinlichsten halte ich aus der Ferne Probleme mit den anderen Kindern oder dem Trainer. Aber das ist hochspekulativ.


    Ist es einfach nur eine Phase, die vorbei geht oder hat sich das mit Fußball erledigt, sie spielt jetzt seit mehr als einem Jahr und nur zwischendurch blitzt mal auf, was sie wirklich kann. Ich denke, sie braucht vielleicht einfach eine Pause (sind ja bald Ferien), andererseits fangen die anderen Eltern schon an zu tuscheln...


    Macht Euch über ihre fußballerischen Fähigkeiten mal keine Sorgen, sie ist ja noch ganz am Anfang ihrer Laufbahn. Eure Aufgabe ist es nicht, dafür zu sorgen, dass sie sich sportlich weiter entwickelt, das kommt von selbst. Ihr müsst versuchen, dafür zu sorgen, dass sie den Sport mit Spaß und Freude betreiben kann.


    Es ist ja auch nicht so, dass sie Fußballspielen nicht mehr mag oder so, sie geht nur nicht mehr hin...


    Wie, sie geht nicht mehr hin?


    Mein Mann sagt gestern, da ist keine Weiterentwicklung zu erkennen, alle anderen machen wenigstens etwas, auch wenn sie eigentlich weniger können und werden sie über kurz oder lang überholen


    Jaja, blabla, von Mann zu Mann würde ich deinem Mann sagen, er soll sich diese Meinung an den Hut stecken und nach Hause gehen, Champions League gucken. Bei Kindern sind Leistungsschwankungen völlig normal, sie stagnieren immer mal wieder, um dann wieder einen Schub hinzulegen. Darum geht es auch nur in zweiter Linie, zumindest in diesem Alter. Außerdem befindet sie sich nicht in einem Wettkampf, ehrlich, was für eine Sch**ße! Sie soll Fußball spielen, weil es Spaß macht, und dadurch, dass es ihr Spaß macht, wird sie sich ganz automatisch entwickeln. Ob das dann schneller oder langsamer geht als bei dem oder jenen ist völlig egal. Wichtig ist nur, dass sie den Mut hat, sich immer wieder auszuprobieren, dass sie auch dann bestärkt und unterstützt wird, wenn es mal nicht so zu laufen scheint. Dann seid Ihr gefragt, ihr zu helfen. Aber bei einer Fünfjährigen (korrigiere mich bitte, wenn das Alter nicht stimmt) zu beklagen, es sei keine Weiterentwicklung zu erkennen, meine Güte... :wacko:

    Zur Ergänzung: ich würde versuchen, im Modus "Jeder gegen Jeden" spielen zu lassen, mit Hin- und Rückrunde, so dass jede Mannschaft gegen jede andere einmal auf dem Feld mit den Minitoren und einmal auf dem Feld mit Torhüter gespielt hätte. Gegebenenfalls muss man da an der Dauer der Spiele drehen, damit der zeitliche Rahmen nicht gesprengt wird. Oder man lässt, wenn beide Vereine viele Spieler haben, die Paarungen, in denen Mannschaften nur eines Vereines aufeinander treffen, weg. Oder man spielt eine gewisse Anzahl an Runden nach Schweizer System aus. Es lässt sich jedenfalls regeln.

    So sehr ich die Rotation befürworte, so bin ich doch dagegen, sie per zusätzlicher Regel vorzuschreiben. Ähnlich wie ballgewinski sehe ich das Problem der Durchsetzbarkeit, außerdem wird meines Erachtens durch diese Regel dann doch zu sehr in den Hoheitsbereich der Trainer eingegriffen. Wer will denn überprüfen, auf welcher Position welcher Spieler spielt? Außerdem ist Fußball doch ein sehr fluides Spiel, gerade die stärkeren Spieler zeichnen sich doch dadurch aus, dass sie im Verlaufe eines Spiels überall auf dem Platz zu finden waren. Wie sind Spieler einzuordnen, die in ein- und demselben Spiel auf zwei oder gar drei verschiedenen Positionen gespielt haben? Wie sieht es im Kinderbereich aus, wo es Positionen als solche teilweise gar nicht gibt bzw. wo es Mannschaften gibt, bei denen, abgesehen vom Torhüter, keine Positionen auszumachen sind? Und was ist mit den Kindern, die tatsächlich auf bestimmten Positionen überfordert und/oder unglücklich sind?


    Neue Regeln sollte man auch nicht als Kurzschlussreaktion beschließen. Ich verstehe, dass du darüber enttäuscht bist, dass im Fußball im Kinder- und Jugendbereich vielfach Positionsidioten hervorgebracht werden, das kann ich äußerst gut nachvollziehen. Ich bin auch Reformen des Spielbetriebs gegenüber aufgeschlossen, welche günstiges Handeln seitens der Trainer belohnen und ungünstiges eben nicht. Allerdings würde ich z.B. bevorzugen, dass man im F-Bereich vom 6+1 weg kommt und z.B. Minifußball als Standardspielform einführt. Wenn man dann noch aus dem Jugendhandball die Regelung übernimmt, dass neben den Toren auch die Anzahl der Torschützen eine wichtige Rolle spielt, so würde sich einiges von selbst regeln. Bei uns finden in der F-Jugend schon keine Turniere mehr statt, sonden reguläre Spiele. Die könnte man so umgestalten, dass parallel auf zwei Minifußballfeldern gespielt wird, auf einem mit vier Minitoren im 3:3 plus jeweils einem Auswechselspieler, auf dem anderen mit Jugendtoren im 3+1:3+1 und rotierendem Torwart (wie auf dem anderen Feld der Auswechselspieler), der mittels Leibchen gekennzeichnet ist. Beide teilnehmenden Vereine teilen dabei ihren Kader in so viele Viererteams auf, wie sie sich halt ergeben, damit jeder Spieler dran ist. Im Minifußball gibt es keine Positionen, Rotation ist überhaupt nicht notwendig, und allen Kindern sind viele Ballkontakte garantiert.

    Bei uns gilt ein Spieler als eingesetzt, wenn er bei Spielende auf dem Spielberichtsbogen steht. Spieler, die nicht eingesetzt wurden, kann (und sollte man) am Spielende streichen lassen. Allerdings sollte, wie du selbst schon schreibst, im Kinder- und Jugendbereich jeder Spieler, der zum Spiel eingeladen wird, auch eingesetzt werden, und zwar auch ausreichend lange, am besten alle ähnlich lang. Bei uns darf im Kinder- und Jugendbereich unbegrenzt ein- und ausgewechselt werden, d.h. Spieler, die ausgewechselt wurden, können auch wieder ins Spiel gebracht werden, so dass das kein Problem sein sollte.

    "Lösungsmöglichkeiten aufzeigen" tue ich bei den Trainings. Da kann man das Spiel stoppen, aufzeigen, Möglichkeiten aufzählen, Fehler ansprechen, bessere Variationen aufzeigen, etc.


    Vielleicht machst du es ja auch so und hast dich nur verkürzt ausgedrückt, aber noch besser ist es, wenn man in einem solchen Fall die Kinder selbst darauf kommen lässt, was nicht so gut war, welche Alternativen es gab, und welche davon aus welchen Gründen die beste gewesen wäre. So begreifen und verinnerlichen sie es viel besser. Es dauert aber länger, als wenn der Trainer nur einen Monolog hält, also kann man das nicht so häufig machen, weil sonst überhaupt kein Spiel zustande kommt. Das würde ich aber eher als Vorteil sehen, denn ich finde, dass man das Spiel nur dann anhalten sollte, wenn es um eklatante Fehler geht, und nicht um Optimierungen.

    Sehr interessant, Schimanski, danke für das Update. Auch schön zu hören, dass mit nur relativ wenigen Anweisungen gegenüber den Kindern und demnach auch geringen Einschränkungen gegenüber ihrem freien Spiel eine deutliche Wirkung erzielt werden konnte. Das klingt so, als wären Eure Spieler soweit gewesen, die Vorteile eines größeren Positionsbezuges zu nutzen, wären aber nicht von selbst darauf gekommen. Bei diesem Thema denke ich schon, dass es sinnvoll ist, wenn wir Trainer unseren Spielern Vorschläge machen, wenn wir meinen, dass sie soweit sind, anstatt zu warten, dass sie von selbst darauf kommen. Ich empfehle Euch allerdings dringend, die Spieler in Zukunft nicht nur auf ihren Lieblingspositionen einzusetzen, ich würde diejenigen, die dazu in der Lage sind, wirklich auch munter rotieren lassen, für ihre Zukunft ist das, so meine ich, eine gute Sache -- mein Sohn kommt als einziger in seinem D-Jugendteam, das in der höchsten Spielklasse unterwegs ist, in Pflichtspielen regelmäßig auf Einsätze auf drei verschiedenen Positionen: Außenverteidiger, zentrales Mittelfeld (offensiv wie defensiv) und Mittelfeldaußen/Flügelstürmer (seine Mannschaft spielt 3:2:3), links wie rechts.


    Interessant finde ich deine Auführungen zu den Quadranten, der in ihnen entstehenden Manndeckung und der Vielzahl an 1:1-Situationen. Ich habe ja in diesem Thread schon vom Handball erzählt. Sowohl im 2x3:3 als auch im offenen Spiel 6:6 (plus Torhüter) wird in der E-Jugend vom Verband gefordert, dass die Abwehr mannorientiert erfolgen soll. Ziel ist es laut Trainer, die Kinder intensiv im 1:1 zu schulen. Im Erwachsenenhandball wird ja nahezu ausschließlich Raumdeckung praktiziert, insofern traut man sich da offensichtlich zu, dem Nachwuchs den damit verbundenen Paradigmenwechsel zu vermitteln.


    Ich schalte nun rüber zum Fußball, wo die Manndeckung in den letzten Jahrzehnten ja ziemlich in Misskredit geraten ist. Und wahrscheinlich ernten nicht nur bei uns Trainer, die ihre Kinder in Manndeckung spielen lassen, zumindest dafür eher abfällige Blicke. Ich habe auch, als ich Anfang der D-Jugend neue Spieler hinzu bekam, etwas erschreckt reagiert, als sie defensiv deutlich mannorientiert spielten und so manche absurde Situation entstand. Ihnen die Mannorientierung abzugewöhnen war ganz schön mühsam. Andererseits wurde bei ihnen auch bis zu dem Zeitpunkt nicht rotiert, so dass eine augeprägte Spezialisierung vorlag, und nur wenig für das Spielverständnis getan.


    Unterscheidet Ihr zwischen Offensive und Defensive? D.h. sollen Eure Spieler stets in ihren Feldregionen bleiben oder ist das nur für die Offensive gedacht? Wie haben das MSV und VfL gemacht?

    Ich neige dazu, Follkao zuzustimmen: es gibt eine Menge Spieler, die für die Position des Außenverteidigers grundsätzlich geeignet wären, die aber auf anderen Positionen ihren Mannschaften noch nützlicher sind. Ich denke nicht, dass es ein Zufall ist, dass bei den Bayern, die personell ja wie keine andere Mannschaft aus dem Vollen schöpfen können, mit Alaba und Lahm Spieler auf den AV-Positionen eingesetzt werden, die einwandfrei auch im Zentrum oder als Flügelspieler eingesetzt werden könnten. Ja, ich weiß, Lahm spielt bei Pep mittlerweile ja auch eher als Sechser, und Rafinha ist evtl. etwas eingeschränkter. Ich denke, von den Voraussetzungen her, die sie erfüllen, würden fast alle Flügelspieler auch zu Außenverteidigern taugen, also z.B. die Herren Reus, Schürrle, Ribery, etc. Natürlich haben sie aktuell gegenüber etablierten AVn Defizite im defensiven Bereich, aber das ließe sich relativ rasch erlernen, und genügend Tempo haben sie ja wohl allemal. Aber sie sind halt technisch und im Abschluss so stark, dass sie den meisten Teams auf einer offensiven, gestalterischeren Position mehr nützen als als AV, wo bislang ja Kreativität nicht sonderlich gefragt war bzw. sie nicht großartig ins Spiel eingebracht werden konnte. Bei den Bayern unter Pep ändert sich das mit den nach innen rückenden AV ja gerade.


    Andere Trainer haben übrigens vereinzelt auch schon sonst als Außenverteidiger eingesetzte Spieler als Sechs aufgeboten, z.B. hat Sebastian Jung unter Armin Veh das auch schon mal gemacht. Er kann das auch halbwegs, wenn auch sicher nicht so gut wie Lahm. Ein Bastian Ozcipka, Jungs Pendant auf der linken Seite, wäre mit der Aufgabe wahrscheinlich aber ziemlich überfordert. Und das ist, so mein Eindruck, bei den meisten Bundesligamannschaften auch noch eher der Fall, da sind die Außenverteidiger nicht ganz so komplette Spieler wie diejenigen, die weiter vorne aufgestellt werden. Auf Schmelzer und Großkreutz trifft das, meiner Meinung nach, auch zu.

    Ich denke, es ist schon in Ordnung, dass Steini und Alexbonn darauf hinweisen, dass es auch eine andere Seite zu diesem Konflikt gibt, und dass wir ihn bisher nur aus der Sicht einer Partei wahrnehmen können. Darauf hatten Andre und ich in unseren Antworten ja auch hingewiesen, indem wir unseren Rat unter dem Vorbehalt abgaben, dass die Geschichte genau so stimmt, wie sie vorgetragen wurde. Ich denke aber nicht, dass es noch etwas bringt, weiter darüber zu spekulieren, wie es denn tatsächlich und genau sein könnte, das wissen wir einfach nicht. Hoffen wir das Beste für alle Beteiligten.

    Ich konnte mich daran erinnern, dass das Winterwetter mal Thema in fußballtraining (der Zeitschrift) war. Ich habe mal auf http://training-wissen.dfb.de nach "schnee" gesucht und bei folgenden Links den ersten wieder erkannt, der zweite scheint auch ganz interessant zu sein. Vielleicht ist ja etwas für dich dabei:

    Ich habe mal nach "ohrfeige kind" gegoogelt und folgenden Beitrag gefunden: http://www.baby-und-familie.de…eine-Ohrfeige-163317.html er bestärkt mich in meiner Ansicht, dass das überhaupt nicht geht. Es ist (nicht nur, aber auch) für Eltern per Gesetz verboten und strafbar (Zitat aus obigem Artikel: "Eine Ohrfeige ist strafbar."). Dazu kommt, dass die Co-Trainern hier auch als Amtsperson handelt und zwar dem Beispiel, das sie eigentlich geben sollte, genau entgegengesetzt. Meiner Meinung nach musst du sie unbedingt ansprechen und sie dazu auffordern, sich bei dem Kind zu entschuldigen und auch vor der Mannschaft zu erklären, dass sie einen Fehler gemacht hat und sie diesen bedauert. Die Eltern sollten das auch erfahren, ich würde ihr dazu raten, das selbst zu machen, aber wenn sie es indirekt erfahren, ist es auch in Ordnung. Ist sie nicht einsichtig, würde ich sie von ihrem Amt entheben bzw. von der Jugendleitung entheben lassen. Und du solltest, wie ich meine, rasch handeln und keine Zeit verlieren. Wichtig ist auch, dass du, falls du an ihrer Mitarbeit weiterhin interessiert bist und sie für eine gute Co-Trainerin sowie Mutter hältst, wenn Ihr im besten Fall sogar ein intaktes Vertrauensverhältnis hast, ihr zu dem Ausrutscher, der es hoffentlich nur war, zwar deutlich ansagst, dass das absolut nicht geht und sie sich im Griff haben muss, ihr aber die Tür, um diesmal noch heil aus der Situation heraus zu kommen, deutlich aufhältst.

    Ich würde auf jeden Fall das 2-1-2 als Grundaufstellung dem 1-3-1 gegenüber favorisieren, vor allem, wenn man sich den Torhüter noch dazu denkt, dann geht es nämlich um 1-2-1-2 vs. 1-1-3-1. Mit dem 2-1-2 deckt dein Team das Spielfeld viel besser und gleichmäßiger ab, während beim 1-3-1 die Ecken verwaist sind, während sich deine Spieler auf senkrechter wie horizontaler Mittellinie im Weg stehen. Der hintere Spieler ist dabei auch noch dazu verdammt, als Ausputzer zu spielen, was aber vermutlich der Torhüter genauso gut machen könnte. Letzteren würde man auch zum Linienartisten degradieren. Von mir also ein deutliches Plädoyer für eine Grundaufstellung im 1-2-1-2. Wichtig ist dabei übrigens auch, dass du von den Kids nicht erwartest, dass sie sich an ihre Positionen halten. Im Grundschulalter wäre das zu viel verlangt.