Beiträge von tobn

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    Du gehst mir ein wenig auf den Sender, wahrscheinlich einer der Pappas die trainieren und die Jungs versauen?

    Hmm, ohne die ganzen Papa-Trainer stünde im Kinderbereich wohl mindestens 80% der Mannschaften ganz ohne Trainer da.. Und auch wenn sicher nicht jeder von ihnen ein begnadeter Trainer ist, so ist die Beauptung bestimmt nicht gerechtfertigt, dass sie alle "die Jungs versauen". Es gibt immer mal wieder unrühmliche Beispiele, keine Frage. Dazu, ob diese bei den Papas aber signifikant häufiger auftreten als z.B. bei anderen Trainern, erlaube ich mir nach zehn Jahren in diesem (unbezahlten) Geschäft noch kein Urteil.

    Ach so. Naja, dass keine Freigabe erteilt wird, heißt ja nicht, dass nicht gewechselt werden kann. Daher würde ich in diesem Fall nicht von einem Verbot sprechen. Rein formell heißt die Ablöse übrigens Ausbildungsentschädigung. Ich kann mir im Zusammenhang mit ihr nicht vorstellen, dass es eine Rolle spielt, ob bei einem vorherigen Wechsel eine solche Ausbildungsentschädigung gezahlt wurde, wenn es darum geht, ob bei einem neuerlichen Wechsel eine solche anfällt. Ich kenne die genauen Regelungen des FV Niederrhein nicht, aber ich gehe davon aus, dass der abgebende Verein grundsätzlich dazu berechtigt ist, die Ausbildungsentschädigung vom aufnehmenden Verein einzufordern. Ist letzterer nicht zu ihrer Zahlung bereit, so fällt die Sperre länger aus. Allerdings ist es zumindest bei uns im Kreis (LV Hessen) eher unüblich, dass die Zahlung der Ausbildungsentschädigung verlangt wird, wenn ein Spieler von sich aus wechseln möchte. Anders mag es aussehen, wenn einzelne Vereine, die mit ihrer jeweils ersten Mannschaft einer Altersklasse überkreislich spielen, also ab der C-Jugend z.B. in der Hessen- oder Verbandsliga, gezielt die Spitzenspieler des Kreises abwerben. Da halten die abgebenden Vereine schon mal die Hand auf. Das kann ich schon auch ein Stück weit verstehen.

    Bei der Sichtung geht es unter anderem um die Landesauswahl / Bundesland
    In der Einladung steht : getestet wird : Spielfähigkeit , Ballgeschiklichkeit ( Jonglieren ) , Dribbling , Gewandtheit , Innenspannschuß rechts .. links , Schnelligkeit ( 10 m , 20 m , 30 m)
    Ich kann einfach nicht einschätzen wo unsere Tochter steht .
    Ja .... sie ist zu Jung für die Landesauswahl. Hat aber eine kleine Chance .

    Mein Rat an dich wäre: bringe sie hin, gehe eine Runde spazieren, und komme am Ende wieder zurück, um dir das Ergebnis anzuhören. Und nimm dieses dann so, wie es eben ausgefallen ist.

    Aber was erwartet ihr von den Kindern . Was können sie tatsachlich ?

    Ich selbst erwarte von ihnen da generell gar nichts. Und was sie können ist sehr unterschiedlich. Hinzu kommt, dass sich das ja auch ändert. Als Neunjähriger konnte mein Sohn eigentlich kaum jonglieren, als Vierzehnjähriger ist er mittlerweile darin ganz brauchbar. Ich selbst kann fast gar nicht jonglieren, wenn ich irgendwo mit kicke geht aber trotzdem jeder davon aus, dass ich früher im Verein gespielt habe (was nicht der Fall ist).


    Ich frage , weil wir zu einer Sichtung fahren bei der unter anderem jonglieren verlangt wird .

    Was ist das überhaupt für eine Sichtung? Und ansonsten würde ich mir da keinen zu großen Kopf machen. Er kann, was er kann und fertig. Die Vorstellung, dass ein Kind zu einem bestimmten Stichtag dies und jenes können sollte, ist grundsätzlich verkehrt. Vielmehr geht es darum, stetigen Fortschritt, typischerweise in der Form von kleinen Schritten, zu erzielen. Dabei muss man immer vom individuellen Iststand ausgehen. Der grobe Kamm ist generell wenig hilfreich.

    Bei meiner Elternschaft war es halt so, dass es Termine gab, wo fast alle nicht konnten und an den übrigen Spieltagen eig. alle dabei sein wollten.

    Da habe ich die klare Ansage gemacht, dass die Einteilung zu den Spielen einzig und allein dem Trainer obliegt. Sie dürfen gerne Wünsche äußern, aber für mich spielen eine ganze Reihe weiterer Faktoren eine größere Rolle als gewisse Vorlieben. Diese Themen bespreche ich aber auch mit den Eltern, ich bin z.B. an den Spieltagen auch relativ kommunikativ. Damit fahre ich bisher auch sehr gut.


    Und um dem anderen Fall zu begegnen veröffentliche ich direkt zu Saisonbeginn den kompletten Spielplan -- über fussball.de ist dieser ja bereits einsehbar, aber ich übertrage das schon mal in eine Tabelle und verteile sie an die Eltern mit der Aufforderung, mir Terminkonflikte bereits frühzeitig zu melden. Ich fahre auch die Linie, dass ich zunächst davon ausgehe, dass jeder Spieler zu jedem Spieltag zur Verfügung steht und Absagen erwarte, um jemanden aus der Liste zu streichen. Mein Kollege macht das anders, er lässt die Eltern sich in eine Doodle-Liste eintragen. Ich mag das nicht, das ist mir zu viel Wunschkonzert und verführt IMHO dazu, die Spieltermine als zu sehr freiwillig, im Sinne von optional, zu betrachten. Ich sehe da die Gefahr, dass man dann bei dem unerwarteten Ausfall von zwei Spielern plötzlich nicht mehr genügend Spieler hat. Ich gebe die Einteilung auch bewusst erst eine Woche vor dem Spiel bekannt. Da können die Familien, deren Kinder nicht spielen, sich immer noch etwas vornehmen, aber sie werden nicht alle verreisen und nicht mehr zum Einspringen zur Verfügung stehen.


    Nun ja, in dieser Saison habe ich genau die gegenteilige Situation. Mein Kader ist zu klein (bis zu den Herbstferien). Jetzt hoffe ich für jeden Spieltag genug Kinder zusammen zu bekommen.

    Da habe ich gute Erfahrungen mit dem Appell an dem Teamgeist gemacht, dass es in einer solchen Situation eben wirklich bei jedem Spiel auf jeden einzelnen Spieler ankommt. Das funktioniert oft besser als bei einem größeren Kader, wo eben die oben angesprochene Einstellung der Optionalität gerne mal einzieht..


    Das zeigt schon (um wieder auf das Thema zu kommen), dass gerade in den unteren Ligen vieles nicht dem Idealfall entspricht und vieles nicht in der Hand der Trainer liegt. Und deshalb werde ich nicht den gegnerischen Trainer "bestrafen" und bei Anfragen zustimmen.

    Generell bin ich bei dir. Im Fall des OP allerdings nicht, wenn es so gewesen wäre, wie er es schilderte, dass also ein erfolgsorientierter Verein, der ein Pflichtspiel als Punktspiel sieht, die zulässige Gesamtspielerzahl überschreiten möchte, obwohl der Gegner diese selbst deutlich unterschreitet. Ich finde nicht, dass eine solche Bitte statthaft ist. Vielleicht würde ich ihr auch zustimmen, da seine Spielerinnen ja schon angereist sind, und man ihnen die Chance zu spielen nicht nehmen möchte, aber gleichzeitig ankündigen, dass ich eine solche Bitte gerne früher hätte und mir vorbehalte, beim nächsten mal anders zu entscheiden. Mit der Bitte um sein Verständnis uswusf. natürlich. Ein freundlicher Umgang ist wichtig, aber respektvoll muss er auch sein.

    Du hast die häufig anzutreffende Problematik gut zusammen gefasst, @Grätsche, dass ein Trainer mit einem Kader konfrontiert ist, der zu groß für eine und zu klein für zwei Mannschaften ist. Die Rahmenbedingungen der eher geringen Unterstützung durch Eltern bei Themen der Mannschaftsbetreuung sowie den zeitlichen Herausforderungen für den oft alleinigen Trainer dürften auch eher die Regel als die Ausnahme sein.


    Diese Herausforderungen gibt es, das ist keine Frage, und es gibt auf sie auch keine einfachen Antworten. Gerne würde ich jetzt ausholen und das Thema gebührend beleuchten, dazu fehlt mir aber aktuell die Zeit. Ganz kurz gesagt: es gibt mehrere Parteien bzw. Interessensgruppen, die sich eben hinsichtlich ihrer Interessen, Möglichkeiten, etc. unterscheiden: Stakeholder, wenn man so will. Das sind die Spieler, die Eltern (beide kann man noch in eine Gruppe zusammen fassen, man kann aber auch innerhalb dessen unterscheiden in z.B. Leistungsorientierte, Desinteressierte, Soziale, etc.), Trainer- und Betreuer-Team, Jugendleitung, ggf. Abteilung, ggf. andere Mannschaften, Verein. Diese verschiedenen Gruppen haben, wie gesagt, verschiedene Interessen oder auch Ziele, die teilweise im Konflikt zueinander stehen. Es geht IMHO darum, die Ziele zu formulieren und zu beschreiben, sie zu priorisieren und mit Hilfe von Maßnahmen zu konkretisieren. Immer mal wieder muss man sich dabei dann für die eine oder die andere Richtung entscheiden, was dann für weitere Punkte Konsequenzen mit sich bringt. So entsteht dann am Ende hoffentlich ein in sich stringentes Konzept.


    Ich kenne deine Situation, ich habe selten eine andere gehabt, eigentlich erst in den letzten zwei Jahren, in denen wir mit unseren 2006ern genug Kinder für zwei Teams hatten und nur ganz selten mal in einen Engpass gerieten. Ich habe mich aber dafür entschieden, zu jedem Spiel nur zwei oder drei Ersatzspieler mit zu nehmen und dann bis zu einem halben Dutzend Kinder zu Hause zu lassen. Allerdings habe ich dabei immer darauf geachtet, dass es keine Stammspieler gibt, die immer spielen, sondern habe mich intensiv darum bemüht, alle Spieler möglichst ähnlich häufig einzuladen. Mein Vorgehen habe ich hier im Forum bereits mehrfach detailliert geschildert, wobei das schon länger zurück liegt. Natürlich habe ich das so den Eltern vorab kommuniziert und ich praktiziere auch eine sehr offene Kommunikationskultur, so dass ich z.B. überhaupt keine Einwände habe, wenn z.B. einzelne Eltern auf mich zu kommen, um nach der Verteilung der Einsätze zu fragen. Allerdings kam das in den letzten fünf Jahren, wenn ich mich nicht täusche, nicht ein einziges mal vor.


    Zurück zur Frage: Ich denke halt, es ist für die Familien angenehmer, wenn sie auch mal frei über einen Samstag verfügen können und nicht wegen 50% Spielzeit zu jedem Spiel müssen. Die Resonanz meiner bisherigen Elternschaften ging auch eindeutig in diese Richtung. Deshalb ziehe ich diese Lösung weiterhin vor.

    In jedem Landesverband gibt es eine Person, die für die Verwaltung der Lizenztrainer verantwortlich ist. Diese bzw. der Landesverband hat selbstverständlich auch eine vollständige Liste aller lizensierten Trainer. Öffentlich sind sie aber wahrscheinlich nicht.

    Sorry addi, aber hier ist es einer der Post auf die man eigendlich nicht eingehen sollte.

    Deshalb lasse ich die "Anmache" mit der Meldung an den Staffelleiter mal weg, dieser Teil bringt uns wirklich nicht weiter. Aber in der Sache sehe ich es in diesem Einzelfall ähnlich wie addi73: Wenn man große Kader hat, dann liegt IMHO die Lösung für die Herausforderung, alle spielen lassen zu können, nicht darin, jedem gleichmäßige, aber nur kurze Einsätze zu geben. Vielmehr muss man die Zahl der Einsätze erhöhen. Denn neben dem Ziel des möglichst gleichen Einsatzquotienten für alle Spieler gibt es auch das Ziel der Minimaleinsatzzeit für jeden Spieler. Und wenn man viele Spieler hat, dann braucht man dazu halt auch viele Spiele.


    Ich hoffe du kommst dann mal in eine Situation wo du 35 Kinder für 2 D-Teams hast und dann will ich dich entscheiden sehen, wen du mitnimmst und wen nicht.

    Die Situation kenne ich, sie ist doof, keine Frage. Trotzdem gibt es verschiedene Optionen:

    • Wenn die Zuverlässigkeit hoch genug ist und man ggf. auch mal Spieler aus der E hoch ziehen kann: drei Mannschaften melden.
    • Wenn das nicht reicht: Zwei Teams melden, im Spielbetrieb konsequent rotieren und daneben noch viele Freundschaftsspiele vereinbaren. Alle Spiele gleich behandeln, also keinen Unterschied zwischen Freundschafts- und Pflichtspiel machen.
    • Wenn die vielen Termine ein Problem werden: Weitere Betreuer für Spiele heranziehen, bspw. aus der Elternschaft. Hierzu die Betreuer einem intensiven Briefing unterziehen und z.B. auch mal als Co oder mit vertauschten Rollen zu einem Spiel mitnehmen. Die Betreuer sollten auch nicht nur bei Freundschaftsspielen, sondern auch bei Pflichtspielen zum Einsatz kommen, während der Trainer das Freundschaftsspiel betreut.


    Außerdem will ich dich dann sehen, wenn du neben 2x Training und sowieso 2 Spielen am Wochenende noch 1 Spiel unter der Woche ausmachst. Dann freut sich deine Familie zuhause bestimmt und lobt dich in den Himmel X/

    Der Trainer sollte nicht mehr Termine wahrnehmen müssen. Man muss die Mannschaft und den Verein als Gesamtgebilde sehen. Da kann man auch mal auf die Eltern und vielleicht auch mal andere Trainer zurückgreifen.

    Du hast die Antwort mittlerweile ja selbst gegeben, thomasg: In diesem Fall wäre es wohl besser gewesen, auf die EInhaltung der Regel zu pochen und das Gesuch höflich abzulehnen. Dazu führe ich weiter unten die Gründe auf.


    Wir sind mit den B-Juniorinnen jetzt im ersten Jahr auf Neunerfeld von Grundlinie bis 16'er unterwegs.

    Hierzu eine Frage: wie sieht das Feld genau aus, wie ist es bemessen? Das D9-Feld des DFB geht ja in der Länge (also das Maß zwischen den Toren) von 16er zu 16er und soll in der Breite ca. 50 m betragen (also auf der FIFA-Normbreite von 68 m auf beiden Seiten 9 m eingerückt). Bei dir klingt es so, als stünde ein Tor auf der Torlinie des Großfelds und nur das andere auf der gegenüberliegenden 16er-Linie.


    Am Wochenende hatte ich gegen eine der traditionell besseren Mannschaften des Kreises (im Mädchenbereich kennt man sich im Laufe der Jahre) 12 Mädchen zur Verfügung, davon 4 älterer Jahrgang und 8 jüngerer Jahrgang.

    Wenn die Gegner "traditionell besser" sind, dann spielen für sie traditionell vermutlich auch Ergebnisse eine recht hohe Rolle. Das ist eine der Voraussetzungen. Die zweite ist, dass du selbst zwölf Spielerinnen zur Verfügung hast.


    Zulässig sind insgesamt 15 Spielerinnen, es darf beliebig ein- und ausgewechselt werden.

    Das sind schon zwei mehr als bei uns (Hessen) im D9 erlaubt sind. Im Sinne der Spieler, speziell dass sie die Spielzeit betreffend auf ihre Kosten kommen, würde ich mit aber da schon überlegen, ob ich diese Grenze ausreize. Mir ist es wichtig, dass alle Spieler, die ich dabei habe, auch wirklich zum Zuge kommen. Bei acht Feldspielerinnen und einem Kader von fünfzehn Spielerinnen (also vierzehn Feldspielerinnen), kommt man rein rechnerisch für jede Spielerin kaum über 50% Spielzeit, und dazu muss man bereits komplett gleichmäßig spielen lassen ( 8/(15-1) = 0,571 = 57,1% ). Und wenn man z.B. drei Schlüsselspielerinnen hat, die so ziemlich durchspielen, dann sieht die Quote für die anderen schon deutlich schlechter aus: 5 / (15-1-3) = 45,4%


    Eine Überschreitung der maximal zulässigen Spielerzahl kann im Jugendbereich, wo man in fast allen Fällen beliebig aus- und wieder einwechseln kann, nie damit begründet werden, man wolle seine Spieler mehr spielen lassen. Man lässt vielleicht mehr Spieler aufs Feld, aber dafür spielen sie dann dort weniger.


    Ich weiß übrigens nicht, wie es Euch geht, aber ich selbst sitze nur ungern auf der Bank und habe das auch noch nie gemocht. In den AH-Freundschaftskicks, die ich selbst ja nur noch bestreite, gehe ich selbstverständlich auch auf die Bank, damit alle, die gekommen sind, auch spielen können. Aber auch da fiebere ich innerlich der Wiedereinwechslung entgegen. Ich finde, so sollte es auch sein, das wünsche ich mir auch von meinen Spielern. Deshalb nehme ich keinesfalls zu viele Spieler mit, lieber beschränke ich mich sogar etwas mehr, damit dann aber der einzelne Spieler mehr zum Zuge kommt.


    Vor dem Spiel sprach mich die Trainerin der Gegenmannschaft an, ob sie mehr als 15 Spielerinnen einsetzen darf. Sie hätte ein paar Spielerinnen aus der C-Jugend zur Verstärkung dabei, weil einige ihrer B-Mädchen gesundheitliche Probleme haben. Der Schiedsrichter hätte nichts dagegen, sofern ich zustimme, das könnten wir unter uns regeln.

    Zurück zu deinem Fall: der Gegner hat mehr als fünfzehn Spielerinnen, du hingegen zwölf. Hallo? Und dann noch eine "traditionell bessere" Mannschaft. Jemand zu Hause, McFly? Nix, ablehnen, was soll der Quatsch? Bei gesundheitlichen Problemen soll sie die betroffenen Spielerinnen zu Hause lassen, um sich auszukurieren. Oder es halt riskieren. Sie hat sechs Auswechselspielerinnen, das sind, den Torwart ausgenommen, drei Viertel der Mannschaft. Das muss doch reichen.


    Ich behaupte: die gegnerische Trainerin möchte sich alle Möglichkeiten offen halten. Das erinnert mich ein wenig an diese Episode aus der heute-show (zum damals noch drohenden Brexit).


    In meiner Gutmütigkeit habe ich sofort zugestimmt, obwohl auch bei meinem 12 Spielerinnen einige mit Problemen zu kämpfen hatten was ich zu diesem Zeitpunkt auch wusste.

    Tja, und darüber ärgerst du dich jetzt wahrscheinlich. Leider zu Recht, das war ein Fehler, als solchen würde ich ihn auch verbuchen. Aber das ist nicht schlimm, Fehler gehören dazu, man muss nur aus ihnen lernen, damit man sie nicht wiederholt.


    Jetzt meine Frage: Wie verhaltet ihr euch in solchen Situationen ?

    Ich bin vom Grundgemüt her ähnlich wie du, also erst einmal gutmütig und offen. Das hat in der Vergangenheit auch schon das eine oder andere mal dazu geführt, dass ich in einen Vorschlag des Gegners eingewilligt habe und mich im Nachhinein darüber geärgert und meine Lehre daraus gezogen habe. Diese ist übrigens keinesfalls, dass man auf keine Vorschläge oder Bitten des Gegners eingehen sollte. Nein, damit würde man das Kind mit dem Bade ausschütten. Es geht vielmehr darum, dass man lernt, die Gesamtsituation in all ihren Facetten zu erfassen und eigene Überzeugungen zu entwickeln, die man immer weiter verfeinert, um dann eine fundierte und nachvollziehbare Entscheidung treffen zu können.


    War das von mir das immer eingeforderte sportliche Fairplay oder bin ich der gutmütige Depp der die Chancen seiner Mannschaft fahrlässig verringert hat?

    Du bist hier sicher über das Maß des Fairplay hinaus gegangen. Man darf Fairplay nicht damit verwechseln, dass man dem Gegner alles zugesteht und selbst nichts für sich beansprucht (oder deutlich weniger). Ein Spiel ist vielmehr fair, wenn beide Seiten denselben Regeln unterworden sind. Hier hat eine Partei einseitig einen Vorteil von der Aussetzung einer Regel gehabt. Der Fairplay-Gedanke spielt in diesem Zusammenhang aber keine Rolle.


    Ich sehe die Sache etwas anders.
    Wo liegt das Problem, wenn mehr Spielerinnen eingesetzt werden?

    Da gibt es mehrere Probleme:

    • Wo die Kondition eine Rolle spielt, hat die Mannschaft, die mehr Spielerinnen zur Verfügung hat, einen Vorteil.
    • Wenn sich viele Spielerinnen die Spielzeit teilen müssen, spielt die einzelne Spielerin weniger lang.
    • Das kann soweit gehen, dass einige Spielerinnen überhaupt nicht eingesetzt werden.


    Ich selber war auch schon mehrmals in der Situation, mehr als die erlaubten 12 Kinder eingesetzt zu haben. Und ich war jedes Mal froh, dass der Gegner zugestimmt hat.

    Wieso wolltest du denn mehr Spieler einsetzen als erlaubt? Ich selbst finde vielmehr, dass das Maximalkontingent für meine Geschmack zu hoch ist und schöpfe es in der Regel bewusst nicht aus.

    @let1612, ohne dich enttäuschen zu wollen: mein "Cool" bezog sich auf Uwes Ankündigung.. Ich weiß nicht, ob ich an einem Webinar oder einer Chat-Session, wie von dir angedacht, teilnehmen würde, das müsste dann schon gut in den notorisch überfüllten Terminplan passen. Eigentlich finde ich auch, dass das Format des Forums sich eigentlich besser für eine fundierte Diskussion eignet als das von dir vorgeschlagene.

    Es war kein schlechtes Spiel, vor allem die erste Halbzeit. Beim Schiri konnte ich keine Parteilichkeit erkennen und insgesamt fand ich seine Leistung absolut ordentlich. Auch mir ging es so, dass ich zunächst davon beeindruckt war, wie viel Druck die Franzosen gemacht haben, und dann davon, wie souverän die deutsche Mannschaft das Spiel übernommen hat, eigentlich so ziemlich bis zum Schluss der ersten Halbzeit. Ich muss zugeben, dass ich bei Can vorab unsicher war, aber nach kurzer Zeit hat er seine Sache richtig gut gemacht und hat sich auch, nachdem er nach der Verwarnung ja etwas zu viel Temperament zeigte, wieder mit dem Schiri gut gestellt -- gute Einstellung. Das Handspiel von Schweinsteiger war dann ähnlich unglücklich wie das von Boateng im Spiel zuvor. Der Elfmeter hat natürlich schon den Gastgebern in die Karten gespielt, die deutsche Mannschaft hat sich ja schon die ganze EM mit dem Toreschießen schwer getan, ich fand, dass man da eine gewisse Verunsicherung schon gemerkt hat. Wie hier schon einige angemerkt habe, hat da der Druck gefehlt: Özil, Kroos und Müller haben weniger selbst den Abschluss gesucht als versucht, sich im Zentrum in Tornähe zu kombinieren, aber da war es dazu einfach zu eng oder der zweite, dritte Pass eben den Tick zu unpräzise. Über die Flügel kamen die Deutschen ja einige male durch, leider gingen die flachen Flanken aber stets nur scharf vors Tor, wo die Franzosen immer aufpassten, und eigentlich nie schräg zurück, wo dann aus der zweiten Reihe hätte geschossen werden können -- diese Bälle habe ich vermisst. Und leider musste dann in der zweiten Halbzeit Boateng raus, da hat man dann unheimlich gemerkt, wie wertvoll er und Hummels für die Spieleröffnung sind. Höwedes und Mustafi sind solide Verteidiger, aber in puncto Spieleröffnung kommen sie an die beiden anderen überhaupt nicht heran. Ich meine, dass man das auch daran hat erkennen können, dass die Franzosen sie überhaupt nicht angegriffen haben, wenn sie am Ball waren.


    Aber insgesamt war es ein gutes Spiel, das der deutschen Mannschaft fand ich insgesamt auch besser als das der Franzosen, bei denen Giroud ja keinen sonderlich guten Tag erwischte und der Rest auch eher Normalform hatte, eben mit der Ausnahme Griezmann. Bei der deutschen Mannschaft beeindruckte die kämpferische LLeistung und der Wille, das Spiel zu machen, es fehlte aber bei einigen erfahrenen Spielern die Zuversicht und das Selbstvertrauen im Abschluss und phasenweise halt auch im Angriffsdrittel die Bewegung ohne Ball. Bzw. diese waren zu wenig aufeinander abgestimmt. Müller hat sich wieder mal abgemüht, hatte aber die berühmte Scheiße am Schuh, an Götze liefen, so kam es mir vor, die meisten Spiele vorbei, er konnte jedenfalls auch gestern keine Eigenwerbung betreiben. Nach einem starken Spiel gegen Nordirland lief es auch bei Draxler gestern nicht so toll. Ich könnte jetzt auf alle Spieler eingehen, aber das erspare ich Euch.


    Gegen durchaus starke Gastgeber kann man in einem solchen Spiel ausscheiden, das ist keine Schande. Mannschaft und Trainer haben nicht viel falsch gemacht.

    ich finde ihr setzt die Messlatte hier gerne ziemlich (übertrieben) hoch.

    Inwiefern genau, wenn ich fragen darf?


    Zum einem leben Vereine von Ehrenamtlichen Trainern, die Teilweise ihre ganze Freizeit für den Verin "opfern" . Ich z.B. gebe 2x die Woche Training habe Wochendenden voll mit Turnieren und Spielen (da erzähl ich euch nichts neues) Dann kommen Trainingsplanung, Spielplanung, Organisatorisches etc dazu.

    Wie bei uns allen auch. Die meisten der Leutre, die hier regelmäßig Beiträge liefern, sind als Kinder- und Jugendtrainer aktiv. Wir wissen durchaus, wie viel Zeit diese Tätigkeit kostet.


    Zudem habe ich noch einen Sohn der eine andere Sportart betreibt, mein Familienleben, eigenes Hobby etc etc etc

    Dito. Trotzdem sollte man den Job des Kinder- und Jugendtrainers geeignet betreiben. Und dazu gehört auch das richtige Verhalten am Spieltag.


    Klar ist, das nicht jeder zum Trainer geeignet ist, hier muss ein Verein viel Fingespitzen Gefühl an den Tag legen.

    Die Vereine sollten eigentlich prüfen, wen sie zum Trainer ernennen und sollten die wenigen, die glücklicherweise gar nicht dafür geeignet sind, auch wieder absetzen. Leider ist der Bedarf an Trainern aber viel höher als das Angebot, so dass eine solche Vorgehensweise den meisten Vereinen sehr schwer fällt. Eigentlich sollten die Vereine ihre Neutrainer, die ja oft keine oder nur geringe Vorkenntnisse mit bringen, auch erst einmal zumindest rudimentär qualifizieren -- dazu bedarf es nicht einmal irgendwelcher Schulungen des DFB, auch wenn gerade die Kurzschulungen da sicherlich eine gute Ergänzung sind. Aber das findet ja auch nur in den wenigsten Vereinen statt. Meistens heißt es doch: "Klasse, dass du die Bambini übernimmst. Hier ist der Schlüssel, das sind die Trainingszeiten, das ist Euer Ballschrank. Viel Spaß." Und das wars.


    Aber alles und immer auf die Trainer abzuwälzen und noch mehr professionalität zu fordern halte ich für Kontra Produktiv.

    Was heißt denn "alles"? Der Trainer war schon immer für seine Mannschaft, inklusive der Elternschaft, verantwortlich. Mit Einführung der FPL kommt da eigentlich nicht viel dazu, er ist jetzt zusätzlich gemeinsam mit seinem Kollegen dafür verantwortlich, dass das Spiel am Spieltag gut läuft. Ist das so schwierig? Letztlich ist es doch genau so, als würde man einen Kindergeburtstag auf dem Bolzplatz feiern, da wird der anwesende Papa (oder gerne auch die Mama) doch auch dafür sorgen, dass das Spiel so abläuft, dass die Kids ihren Spaß haben. Und genau so sollten Spiele bei den Kids auch ablaufen.


    Jeder Mensch ist anders aber auch und gerade temrpamentvolle Trainer/Menschen können tolle Kindertrainer/Vorbilder sein.Manchmal sind Kinder gerade durch Leidenschaft für den Fussball zu begeistern.

    Sicher, aber die Emotionen sollten positiv sein und der Trainer muss sich stets im Griff haben oder zumindest dazu in der Lage sein. Er muss sich außerdem um Objektivität bemühen und erkennen, wann es anfängt, zu viel der Leidenschaft auf dem Platz zu werden, und dann eher ein wenig Luft raus nehmen. Ich habe nichts gegen leidenschaftliche Trainer. Aber der Trainer darf die Kinder nicht vereinnahmen, er muss sich der Tatsache bewusst sein, dass es vornehmlich ihr Spiel ist und nicht seines.


    Ich erlebe es oftmal, das durch Eltern Eskalation entsteht, viel öfter als durch Trainer!

    Das stimmt, und ein guter Trainer kriegt das recht schnell und gut in den Griff. Durch den Abstand der Eltern zum Spielfeld ist das aber selten wirklich problematisch. Schlimm wird es eigentlich nur, wenn der Trainer problematisch ist, denn er hat ja eine viel mächtigere Position als zumeist ja auch nur einzeln vorhandene, schwierige Eltern.


    Die Fairplay Regeln sind ja auch nur ein Rahmenwerk und wenn man sich daran hält (Eltern min 15m entfernt vom Platz, Trainer in gemeinsamer Coaching Zone auf der andere Seite des Platzes) bringt das unglaublich viel Ruhe mit sich.

    Du sagst es.


    Ich werde mir aber keinen Maulkorb verpassen lassen und nur doof rumstehen, ist nicht mein naturell aber meine "Truppe" + "Eltern" geben mir meist sehr positives Feedback.

    Wer verlangt denn von dir, nur doof herum zu stehen? Tatsächlich unbeliebt ist hier der sog. Joystick-Trainer. Zwischen "Maul halten und doof herum stehen" und diesem ist es aber recht weit. Wo würdest du dich da einsortieren?

    Mir geht es auch so, dass ich es als angenehm empfinde, dass es keinen Like-Button gibt. Wenn Euch ein Beitrag in Gänze oder bestimmte Äußerungen gefallen, dann könnt Ihr das ja schreiben. Ich denke, so viel Mühe sollte man ruhig aufbringen, nicht nur einfach auf "Like" zu klicken, sondern sich dazu zu äußern, wo man übereinstimmt, wo man es aber auch, und sei es nur in Nuancen, anders sieht.


    Bei den Threads, die das Prädikat "besonders wertvoll" verdienen, bin ich zugänglicher. Allerdings gehen da die Ansichten wahrscheinlich auch immer mal wieder auseinander..

    Verstehe ich nicht. Wenn ich um 90° abbiege, entferne ich mich doch höchstens vom mir zurollenden Ball ?!?!

    Ich habe es so verstanden, dass der Ball nicht angenommen und in eine sinnvolle Bewegungsrichtung gelenkt wird, sondern dass der Spieler den Ball an sich vorbei flitzen lässt und hinterher läuft. Oft sieht man dabei auch eine sog. Hundekurve, also eine Kurve, wie sie z.B. ein Hund, der einem Kaninchen hinter laufen würde, in der also immer auf das Zielobjekt zugelaufen wird, statt dorthin zu laufen, wo man gleichzeitig mit dem Zielobjekt eintreffen wird.

    In unserer (hessischen) Strafordnung gibt es im Abschnitt III: Strafen gegen Vereinsverantwortliche und sonstige Vereinsmitglieder den §47: unsportliches Verhalten. Strafen gegen Spieler ergeben sich u.a. aus den Tatbeständen §21: unsportliches Verhalten, §22: Bedrohung und Beleidigung, §23: Diskriminerung und Rassismus, §24: Rohes Spiel und §25: Tätlichkeit -- das sind diejenigen, die ich hier für ggf. relevant halte. Möglicherweise ließe sich argumentieren, dass Verstöße gegen die FPL-Vorschriften grundsätzlich unsportliches Verhalten sind, da Fair Play mit sportlichem Verhalten gleichgesetzt werden könnte.

    Wer ist denn bei Euch für die Spielefeste zuständig, d.h. wer setzt sie an und wer ist beim Spielefest selbst federführend? Und wo sind die Regeln, auf die du dich berufst, fest gehalten? Wenn du diese beiden Fragen beantworten kannst, dann könntet Ihr:

    • Beim Spielefest selbst zum Ausrichter (also der federführenden Partei) gehen und darauf hinweisen, dass diese Mannschaft die Regeln, die Ihr schriftlich dabei habt, verletzt, und dass Ihr darum bittet, dass sie als Ausrichter dagegen einschreiten. Wenn Eurem Ansinnen nicht gefolgt wird, könnt Ihr auch damit drohen, den Vorfall bei der ansetzenden Stelle zu melden. Besonders beliebt macht Ihr Euch damit in dem Moment aber nicht, das muss Euch klar sein.
    • Euch bei der ansetzenden Stelle beschweren. Das würde ich erst machen, wenn der andere Weg nichts bringt und es wirklich schlimm ist, denn da müsst Ihr damit rechnen, dass Ihr damit ein größeres Fass aufmachen könntet, je nachdem, wie es halt bei Euch im Kreis so läuft.. Vorher würde ich auf jeden Fall Eure Jugendleitung mit ins Boot holen, denn eine solche Beschwerde hat schnell offiziellen Charakter, so mit Einforderung schriftlicher Stellungnahmen, Nennung von Zeugen, Geldstrafe und Sportgerichtsterminen. Die wenigsten Vereine sind auf sowas scharf, schon gar nicht, wenn es unerwartet kommt.


    Ansonsten ist es leider so, dass man immer mal wieder auf solche Teams trifft. Es ist ziemlich ärgerlich, keine Frage, aber solange die Kids keinen körperlichen Schaden nehmen, würde ich der Sache nicht mehr Bedeutung beimessen als sie objektiv hat. Schüttelt einfach gemeinsam mit den anderen Teams die Köpfe und ladet sie zu keinem Eurer Turniere oder Freundschaftsspielen ein. Und erklärt Euren Kindern, wie doof Ihr dieses Verhalten findet und warum, damit sie sich selbst nie so verhalten. Versucht aber nicht, sie vor allem Übel der Welt zu beschützen, das hilft Ihnen längerfristig nicht weiter.