Beiträge von tobn

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    Ich pflichte dem bei: es ist eine ganz gute Übungssammlung, direkt aber eher für den Jugend- (also ab D) und den Erwachsenenbereich geeignet. Für den Kinderbereich kann man einige Übungen verwenden, muss sie aber ggf. abwandeln oder ergänzen.

    Du könntest, wie @totog schon schreibt, auch noch Pylone, Stangen oder Hütchen nehmen, um Tore zu markieren und so dann noch weitere Felder aufbauen, das wird dann aber schnell ziemlich unübersichtlich und du sollst ja auch den Kids, die gerade im Zweikampf sind oder gerade waren, Feedback dazu geben, was sie gut machen, was sie vielleicht noch machen könnten, usw. Gelegentlich wirst du sogar unterbrechen müssen oder wollen, um gemeinsam mit ihnen geschicktes (oder auch besonders ungeschicktes) Verhalten zu besprechen. Das geht IMHO besser, wenn man nicht so viele Felder hat.

    @'kamikazemaze', bei Ecken gilt auch bei meinen Jungs eine 1:1-Zuordnung zu jedem Gegenspieler. Ich habe ihnen auch gezeigt, wie sie sich direkt dem Gegenspieler gegenüber stellen sollen und auch vorgemacht, wie und dass sie dabei ruhig einen gewissen Körperkontakt suchen dürfen und sollen, und wie man dann den Gegner sperrt. Das funktioniert bei einigen von ihnen oft auch schon ganz gut. Aber die Orientierung an einem einzigen Mann gilt bei uns auch nur bei Ecken und, etwas eingeschränkt, Freistößen -- letztere werden meistens direkt aufs Tor geschossen, wenn ihre Lage es zulässt, und sonst sind sie nicht so unmittelbar gefährlich, dass eine 1:1-Zuordnung notwendig ist.


    Du kannst natürlich auch 2:2 trainieren, aber wichtig ist zunächst, dass alle deine Spieler gut genug im defensiven 1:1 sind. Wenn du da nämlich Totalausfälle hast, dann kannst du diese bei gegnerischem Ballbesitz eigentlich als Verteidiger überhaupt nicht gebrauchen. Es bringt nichts, wenn ein solcher Spieler taktisch super agiert, aber fast nie den Defensivzweikampf gewinnt. Deshalb erst mal viel 1:1 machen, dann über viele Kleinspielformen ihnen das Defensivverhalten in der kleinen Gruppe nahe bringen.


    Die von mir aufgezeichnete Übung kann man übrigens mit 12-15 Kindern und vier Toren wunderbar machen, denn pro Feld kannst du da sechs bis acht Spieler unterbringen: zwei sind aktiv, zwei warten, und vier sind dabei, ihre Bälle zu holen und sich wiede anzustellen. Wenn sie zu viel warten, dann kannst du ja auch noch einen kurzen Technik- und einen Koordinationsparcours aufbauen, welche die Spieler mit bzw. ohne Ball durchlaufen sollen, wenn sie mit ihrem Zweikampf durch sind.

    Also, ich bin der Ansicht, dass die Evolution nicht in 1000 Jahren dazu führt, dass das Gehirn oder das periphere Sehen eines kleinen Kindes sich so weit entwickelt, dass ein vierjähriges Kind Geschwindigkeiten richtig einschätzt.

    Dem entspricht auch meine Meinung. Ist es nicht sogar so, dass beim Menschen die Evolution seit bereits einer ganzen Weile aber sowieso schon keine Rolle mehr spielt, weil der größte Teil der Bevölkerung das geschlechtsfähige Alter erreicht und evolutionär erworbene Vorteile von Individuen oder Gruppen keine Auswirkung mehr auf den Erfolg in der Reproduktion haben?

    Von außen ist es sehr schwer einzuschätzen, wie deine Spieler sich präsentieren, @'maikazemaze'. Meine aktuelle Truppe ist ein Jahr weiter, geht also auf das Ende des ersten E-Jugendjahres zu, insofern habe ich die Altersklasse durchaus vor Augen, und diese Truppe ist ausgesprochen heterogen, da ist die ganze Bandbreite an Fähigkeiten dabei..


    Grundsätzlich ist es völlig normal, dass F-Junioren beim Fußballspiel den Überblick verlieren bzw. noch gar keinen haben. Ich persönlich halte das 6+1 für diese Altersklasse auch noch für ungeeignet, nicht zuletzt eben aus dem Grund, dass die Zahl der Spieler die Kinder in diesem Alter kognitiv noch überfordert. Meiner Meinung nach wäre das 3:3 auf vier Minitore (auch funino oder Horst Weins Minifußball genannt) oder ein 3+1:3+1 auf Jugendtore in diesem Alter viel besser.


    Aber zurück zu deiner Situation -- ich bin da sowohl bei thomasg als auch bei Andre, wobei ich das individuelle defensive 1:1 noch wichtiger finde als das Erlernen des Verteidigens zu zweit. Als Verteidiger, und das sind alle Spieler der Mannschaft, die gerade nicht in Ballbesitz ist, muss ich ganz schön viel machen: auf den Ball achten, den ballführenden Gegner "lesen", rasch die Entfernung zu ihm reduzieren, dann aber nicht wild drauf gehen, sondern geschickt agieren, häufig indem seine Bewegung aufgenommen wird und unter Beibehaltung eines ausreichenden Vorsprungs zum eigenen Tor die Abspielmöglichkeiten blockiert werden und auf die Gelegenheit gelauert wird, in der der Ball erobert werden kann, indem dann blitzschnell zugestoßen wird. Dazu muss ich gut antizipieren, reaktionsschnell sein und einen guten Antritt haben. Ich muss auch den Mut haben, den Gegner (fair) abzudrängen. Das sind für Neunjährige schon ziemlich viele Dinge. Und da sind wir jetzt noch komplett im 1:1...


    Gut üben lässt sich das mit einigen Spielformen, ich habe einige Coerver-Spielformen aus der Rubrik "Change of Direction" dabei besonders gern -- sie schulen gleichermaßen das offensive wie das defensive 1:1. Ein Beispiel: Zwei Spieler stehen sich gegenüber, ca. 10 Meter auseinander. Seitlich von ihnen im Abstand von vielleicht 12 bis 16 Metern stehen zwei Minitore, ein paar Hütchen markieren eine Linie ca. 2-3 m vor den Minitoren. Der eine Spieler passt nun den Ball zu dem anderen Spieler und startet als Verteidiger in das Feld. Der andere Spieler nimmt den Ball an und greift auf beide Minitore an -- er darf sich aussuchen, wo er das Tor erzielt. Erobert der andere Spieler den Ball, so wechseln die Rollen unmittelbar.


    Bildchen:
    ---------------------------A
    ------------------Spieler 1 (mit Ball)
    -------A------------------o-----------------------------A
    [----------<---------------|---------------------------------]
    Tor 1---------\-----------|--------------------------------Tor 2
    -------A-----------\------V-----------------------------A
    ------------------Spieler 2 (ohne Ball)
    ---------------------------A


    A: Hütchen, [/]: Minitore, o: Ball, |/</V: Weg von Ball bzw. Spieler.



    Ansonsten halte ich selbst nicht so viel davon, wenn Kindern vor allem die Manndeckung eingetrichtert wird. Eine statische Manndeckung, eine also, in der jeder Spieler genau einen Gegenspieler hat und für diesen zuständig ist, ist längerfristig kontraproduktiv, weil sie eben genau verhindert oder zumindest hemmt, dass die Kinder lernen, verschiedene Situationen kennen, erkennen und einschätzen zu lernen. Allen voran wird die Notwendigkeit zur Orientierung im Raum anhand der Positionen von Ball, Gegen- und Mitspielern völlig ausgeklammert. Und sie führt zwangsläufig zu Situationen mit Slapstick-Charakter, wenn nämlich ein gegnerischer Spieler nach erfolgreichem 1:1 völlig alleine und ungestört aufs Tor zulaufen und vollenden darf, weil ja jeder Verteidiger konsequent seinen Mann deckt.


    Nein, viel wichtiger ist es meiner Meinung nach in diesem Alter, dass die Kids beherzigen, dass alle Spieler sich an der Defensivarbeit zu beteiligen haben, wenn der Gegner in Ballbesitz ist, sie also alle hinter den Ball kommen müsen. Nach und nach kann man ihnen erklären, warum es dann allererste Priorität hat, den ballführenden Gegner zu bremsen und ihn daran zu hindern, auf unser Tor zu marschieren. Dass die nächste Priorität ist, zu ermitteln, ob es einen zweiten Angreifer gibt, der eine gefährliche Anspieloption darstellt. In jedem Fall ist aber die Aufgabe des zweiten Verteidigers die, seinen Partner abzusichern. Hat der Ballführende keine gute Anspieloption, so erfolgt die Absicherung enger, man kann ggf. sogar zur aktiven Balleroberung übergehen. Existiert eine gefährliche Anspieloption, so muss der zweite Verteidiger sich so positionieren, dass er, sollte der Pass erfolgen, die Anspieloption noch rechtzeitig erreichen kann, bevor diese abschließen kann, er andererseits aber auch den Ballführenden noch abfangen könnte, falls er das 1:1 gegen seinen Partner gewinnen sollte.. Gleichzeitig muss der Rest des Teams zurück laufen und sich ebenfalls geschickt in den Abwehrverbund einfinden. Einfach ist das für Neunjährige aber beileibe nicht..

    Wenn dein einen Spieler auf die Torlinie stellst, dann fällt das Abseits weg. Dann platziert der Gegner seine halbe Mannschaft direkt vor dem Tor und Torwart.

    Stimmt auch wieder. In dem Zusammenhang meine ich mal gesehen zu haben, dass eine Mannschaft einen weiteren Spieler direkte hinter der Mauer hatte, der nach hinten lief, als der Schütze anlief... Das könnte so eine Taktik gewesen sein. Es kann aber auch sein, dass ich mir das nur einbilde...


    Zum anderen, ich will auch, dass mein Fänger die lange Ecke besetzt und Bälle dahin hält.[...] mein Fänger unbedingt halten soll.

    Ja, so knapp kann man das auch ausdrücken.

    @TW-Trainer möge mich korrigieren, aber ich würde bei Freistößen aus dem Halbfeld die Mauer das kurze Eck, also den Torbereich, der sich näher am Ball befindet, von der Mauer abdecken lassen, wohingegen der Torwart das lange Eck, also die vom Ball weiter entfernte ungefähre Hälfte der Torbreite übernimmt. Je weiter der Ball vom Tor weg ist, desto weniger Bedeutung hat die Mauer, weil der Ball entsprechend der größeren Entfernung länger unterwegs ist und der Torhüter dadurch mehr Zeit hat, sich dorthin zu bewegen, wo sich der Ball befindet. Und in der Mauer befindliche Spieler dienen nun mal der Verteidigung gegen den direkt aufs Tor gebrachten Freistoß und stehen daher nicht unmittelbar zur Verteidigung gegen die anderen Angreifer zur Verfügung, so dass man die Zahl der Spieler in der Mauer auf das sinnvoll notwendige Minimum beschränkt.


    So, wie ich es sehe, soll der Torwart bei einem Freistoß aus dem Halbfeld aus ca. 30 m einen Ball, der am kurzen Pfosten einschlägt, überhaupt nicht erreichen können. Der muss in die Mauer gehen. Deshalb stellt sich ja zur Ausrichtung der Mauer der Torwart an den kurzen Pfosten und dirigiert die Mauer soweit nach außen, dass sich nicht nur der äußerste Spieler genau zwischen dem Torhüter (und damit dem Pfosten) und dem Ball befindet, sondern eher der zweite, eben weil es ja genügend Schützen gibt, die einen Bananenball um die Mauer herum schießen können. Naja, und wieviele Spieler er noch in die Mauer stellt, hängt dann davon ab, welche Reichweite er sich zutraut. Ich würde mal schätzen, dass er damit rechnen muss, jeden Ball bekommen zu müssen, der in dem Bereich einschlägt, der am langen Pfosten beginnt und hinter dem ersten Spieler der Mauer bzw. ein bisschen weiter endet. Ich denke, der Torhüter sollte sich dann in der Mitte dieses Bereichs platzieren, oder evtl. ein bisschen in Richtung langes Eck versetzt, weil ich denke, dass er rascher in Richtung des kurzen Ecks kommt als in die andere, weil das eher eine Vorwärtsbewegung ist, wohingegen der Weg zum langen Eck eher nach hinten geht.


    Ich muss noch ergänzen: Über die Mauer geschossene Bälle muss der Torwart wohl auch bekommen. Die Mauer sollte da halt den Schützen dazu zwingen, den Ball in einem so hohen Bogen zu spielen, dass dieser lang genug unterwegs ist, um es dem Torhüter zu erlauben, ihn zu erreichen. Wobei ihm das schwer fallen dürfte, wenn der Schütze es dabei schafft, genau ins Lattenkreuz zu treffen, vielleicht sogar noch mit einem Ball, der sich nach außen weg dreht und so im ersten Moment harmloser aussieht, als er wirklich ist..


    Ganz blöd sind natürlich Freistöße aus ca. 20 m aus dem Bereich vor dem Sechzehner, da gute Schützen diese so über die Mauer heben können, dass der Torhüter eigentlich keine Chance hat. Stellt er sich dann weiter nach innen, so zimmert der Schütze das Ding einfach trocken und flach ins lange Eck. Vielleicht könnte man da einen Spieler auf die Torlinie stellen, der den Ball ggf. noch weg köpfen kann. Dessen Reaktionszeit wäre aber äußerst gering...

    Klar, @TW-Trainer, wir haben damals auch in unseren deutschen Dialoge englische Begriffe verwendet, wenn es so einfacher war und schneller ging.


    Deine Mama hatte aber schon eine etwas sonderbare Pädagogik.. ;)

    Eine Anekdote kann ich auch beisteuern, ich habe sie mir leider aber von meiner Mutter erzählen lassen müssen, weil ich mich selbst nicht mehr an die Situation erinnere. Sie fand an meinem ersten Kindergartentag in Brasilien statt. Meine Mutter brachte mich hin und blieb natürlich noch ein bisschen, bis die Kindergärtnerin sie fort schickte -- ich war irgendwo ins Spiel vertieft und beachtete sie nicht mehr. Als sie dann Mittags zurück kehrte, um mich abzuholen, machte ich ihr furchtbare Vorwürfe, weil sie mich alleine gelassen habe -- die Kindergärtnerin habe mir gesagt, dass sie gegangen sei, aber wieder käme. Auf ihre Frage, wie ich das denn verstanden habe, da die Erzieherin doch kein deutsch könne, erwiderte ich, dass sie das sehr wohl könne. Und um es zu belegen, zitierte ich sie wörtlich -- natürlich auf portugiesisch.

    Ich muss mich etwas korrigieren lassen. Im genannten Beitrag, den das Goethe-Institut veröffentlicht, steht:

    Zitat

    Auch die Unterteilung in eine Familien- und eine Umgebungssprache fördert die Zweisprachigkeit: Zu Hause wird die Erstsprache der Eltern gepflegt, in Kindergarten und Schule lernen die Kinder Deutsch.


    Tatsächlich war dies auch bei uns so, als wir im Ausland war: zu Hause haben wir deutsch gesprochen bzw. haben wir (also meine Brüder und ich) mit unseren Eltern und anderen deutschen Erwachsenen deutsch gesprochen. Untereinander unterhielten wir uns allerdings, zumindest beim zweiten Auslandsaufenthalt, auf Englisch, das war praktischer und universeller.

    Alle türkischen Familien, deren 5 Kinder in der Mannschaft spielen, und um die es geht, sind schon mehr als 25 Jahre in Deutschland. Bis auf einen Vater sprechen auch alle perfekt deutsch.
    Mit ihren Kindern sprechen sie ausschließlich türkisch, obwohl diese auch gut deutsch sprechen. Zuhause wird nur türkisch gesprochen, die Kinder lernen dann erst im Kindergarten deutsch. Ich wunderte mich, das ein 4-Jähriger überhaupt kein Wort verstand und habe nachgefragt. Angeblich ist das besser für die Kinder, wenn sie erst mal nur ihre Muttersprache lernen.

    Das ist Unsinn. Siehe z.B. diese Seite des Goethe-Instituts, oder auch diese und diese Seiten. Desweiteren kann ich aus eigener Erfahrung sprechen. So verbrachte ich zwei Jahre meiner Kindheit in Brasilien, als meine Eltern mit meinem Bruder und mir dorthin flogen, war ich drei Jahre alt. Ich konnte sicher schon dem Alter entsprechend deutsch, habe dort aber ganz schnell portugiesisch gelernt -- später habe ich es dann leider mangels weiterer Verwendung wieder vergessen. Ein Jahr nach unserer Rückkehr sind wir erneut ins Ausland gegangen, wo ich dann (mit knapp sieben Jahren) Englisch lernte. Alles kein Problem.


    Ich habe gehört, dass Kinder, die von vornherein bilingual aufwachsen, zwar etwas länger brauchen, bis sie zu sprechen beginnen, dass sie aber überhaupt kein Problem damit haben, zwei Sprachen gleichzeitig zu erlernen. Eigene Erfahrungen hierzu kann ich nicht beisteuern.


    Was ich aber auch erlebt habe ist, dass Kinder in gemischten Ehen (oder eheähnlichen Lebensgemeinschaften) eine Sprache der anderen vorziehen und sich dagegen wehren, die andere zu verwenden. Eventuell herrscht bei den angesprochenen Eltern die Furcht vor, die Kinder könnten es für überflüssig halten, die türkische Sprache und damit die "Sprache ihrer Ahnen, ihrer Herkunft, ihrer Identität" zu erlernen, weshalb Deutsch zunächst ausgeblendet wird. Tatsächlich dürften die Kinder auch keine großartigen Schwierigkeiten dabei haben, auch später noch deutsch zu lernen. Allerdings sind, so meine Einschätzung, weder die KiTas noch die Grundschulen in Deutschland darauf eingestellt, Kinder aufzunehmen, die der deutschen Sprache noch nicht mächtig sind -- wobei das in den KiTas vermutlich weniger problematisch sein dürfte. Insofern erschweren ihre Eltern ihnen mit ihrem Handeln die Eingliederung in die Gemeinschaft.


    Um auf die Ausgangssituation zurück zu kommen: ich denke, man kann als Trainer durchaus vorschreiben, dass eine von allen beherrschte Sprache am Spieltag verwendet wird, zumindest in der "Gemeinschaftszeit", also derjenigen, in der der Spieler vor allem als Mitglied seiner Mannschaft und Vertreter seines Vereins auftritt. Verletzungen dieser Vorschrift sollten dann auch sanktioniert werden. Ich würde da beim ersten mal den Vater daran erinnern, beim zweiten mal dann sein Kind vom Platz nehmen, und den Vater unmittelbar nachdem sein Kind den Platz verlassen hat, darauf hinweisen, dass dies leider die Konsequenz seiner Handlung ist. Ein paar Minuten später kann der Bub dann wieder auf den Platz, beim nächsten Vergehen (im selben Spiel) ist es dann länger.

    Aus der Erfahrung einiger Jahre kann ich Dir sagen, dass der Vorwurf, nach Nasenfaktor einzuteilen, immer mal wieder kommen mag. Umso wichtiger ist es, die Einteilung im Team aus neuen sowie alten Trainern und optimalerweise einem neutralen Beobachter durchzuführen.

    Ja, das glaube ich gerne, und ich stimme dir auch zu, was das Gegenmittel anbelangt. Bei uns bleiben die Trainer zumeist den ganzen Kinderbereich über bei ihren Mannschaften, wir sind also die derzeitigen sowie die künftigen Trainer. Den Umstand, dass die Trainer bei ihren Mannschaften bleiben, finde ich übrigens nicht optimal, es ist aber halt typischerweise so, nicht zuletzt bestimmt auch wegen des hohen Anteils an Vatertrainern, die wir haben. Ich bin da aktuell im Kinderbereich eine von zwei Ausnahmen, und habe selbst ja auch einen Papatrainer neben mir..

    @Dirk Coerverfan hat ja offen gelassen, was genau er für eine blöde Idee hält: die Einteilung nach "Leistung", das Durchführen eines Sichtungstrainings, das rigorose "Durchziehen" der Einteilung durch die Trainer...

    Stimmt, das hat er nicht, aber ich habe mir da eine Mutmaßung erlaubt, die auf sein vielen Beiträgen im Forum und dem persönlichen Kontakt von der Trainertech fußt. Es kann aber durchaus sein, dass er einen Mix aus den Ideen meint, von denen @JSG-Trainer berichtet.


    Für mich ist das eigentliche Unding an der Sache, die @JSG-Trainer schildert, dass es offenbar keine Kommunikation und kein Vertrauen zwischen E- und F-Trainern gibt.

    Das ist ganz sicher ein Problem, aber kein sonderlich ungewöhnliches. Häufig fehlt es doch in Vereinen an der Bindung zwischen den Mannschaften, am Austausch mit den Kollegen, an der gemeinsamen Idee und Vorstellung. Stattdessen kocht doch typischerweise oder zumindest recht häufig jeder sein eigenes Süppchen und die Jugendleitung ist froh, dass es Trainer für alle (oder möglichst viele) Mannschaften gibt und da der Alltag einigermaßen reibungslos verläuft. Naja, und wenn jeder seine eigenen Ziele verfolgt, dann müssen diese nicht zwangsläufig miteinander im Konflikt stehen, die Wahrscheinlichkeit, dass maßgebliche Unterschiede vorhanden sind ist aber recht groß. Da kein Austausch stattfindet, hält jeder seinen Weg für den richtigen, und nach und nach werden die Gräben immer tiefer..


    So sollte es nicht sein, keine Frage. Aber es bedarf halt einer (in dieser Hinsicht) guten und ziemlich engagierten Jugendleitung und/oder einer sehr kooperativen Gruppe von Trainern, um dauerhaft bessere Zustände zu etablieren.


    Aber wichtig ist doch zunächst, dass man als Verein halbwegs eine Linie hat und vor allem vernünftig miteinander redet. Wir haben jahrelang mit der Aufteilung nach Stärkeklasse (erst) in der C begonnen, damit hatte nie jemand ein Problem, alles gut. Für die nächste Saison haben wir absehbar die Situation, dass es in der E eine starken Jahrgang gibt und gleichzeitig viele Anfänger. Da hat sich eine solche Einteilung aufgedrängt, man hat einigermassen früh begonnen miteinander zu reden und wird das Ganze mit Augenmass (Geschwister, Freundschaften ...), aber schon auch mit Bestimmtheit durchziehen - das zumindest mein Eindruck und meine Hoffnung heute.

    Das Thema ist beleibe nicht einfach. Ich bin auch völlig bei dir, dass es wichtig und überaus wünschenswert ist, dass der Verein eine bestimmte Linie fährt. Leider sehe ich das aber eher selten, meistens wird aufgrund der sich aktuell bietenden Situation in den jeweiligen Jahrgängen und Altersklassen entschieden. Planungssicherheit sieht anders aus... Du schilderst ja auch, dass Ihr jetzt in einer Situation seid, in der Ihr von der bisherigen Regel abweichen möchtet. Ich verstehe durchaus, dass man flexibel bleiben möchte, vieles nicht planen kann und auch der Situation angemessen pragmatisch entscheiden möchte. Aber ich finde es auch schwierig, so eine Regelung in der Art, wie du sie anstrebst, tatsächlich durchzuziehen. Da sind mir einfach zu viele nicht greifbare Variablen drin. Was ist z.B. wichtiger, die Freundschaft oder die fußballersiche Eignung? Wie wird die fußballerische Leistung (synonym mit "EIgnung" eben) quantifiziert und welcher Punkteunterschied darin rechtfertigt dann die Auflösung einer Freundschaftsbeziehung, etc... Das wird recht schnell intransparent und für die Eltern nicht nachvollziehbar, so dass der Verdacht der Entscheidung des Trainers nach Nasenfaktor rasch aufkommt. Und die Gefahr, dass nicht ganz so verantwortungsbewusste Trainer dieses Verfahren nutzen und tatsächlich nach Nasenfaktor entscheiden, ist dann ja durchaus auch reell.


    Ich sage nicht, dass Ihr das nicht machen sollt und ich es Euch nicht zutraue. Man kann, wenn die Umstände günstig sind, wahrscheinlich eine Einteilung auch so hin bekommen. Aber ich würde befürchten, dass sie jedes Jahr aufs Neue schwierig und konfliktträchtig wird.


    Mir persönlich ist eine Einteilung nach Leistung bereits in der F-Jugend, wie sie @Andre bevorzugt, noch zu früh, in dieser Altersklasse würde ich Mannschaften eher noch ähnlich stark bilden und auch versuchen, möglichst alle Kinder der Altersstufe oder des Jahrgangs gemeinsam zu trainieren. Auch weil in der F-Jugend noch sehr viele Kinder neu hinzu kommen. Wenn es nur nach mir ginge und die Welt, inklusive vor allem also der Fußball spielenden Kinder und ihrer Eltern sowie sämtlicher Sportvereine, so wäre, wie ich sie mir wünschte, würde ich auch in der E-Jugend noch gemischt trainieren und in wechselnden Kadern spielen. Die Einteilung nach Leistung fände dann beim Übergang in die D-Jugend statt. So, wie die Welt aber hier ist, rennen einem vor allem die stärkeren Spieler weg, wenn man sie die komplette E-Jugend hindurch dazu nötigt, mit den schwächeren zusammen zu bleiben. Ich kann das zum Teil auch verstehen, es macht einfach viel mehr Spaß, mit anderen Spielern zusammen zu spielen, die ein ähnliches Niveau haben, wo auch mal ein Spielzug klappt, anstatt dass man immer wieder mit den (als solche empfundenen) Nulpen auf dem Platz steht, die keinen Ball annehmen können, diesen ständig verlieren, die einem keinen einzigen gescheiten Pass spielen können und sich nie frei laufen, von so was wie einem Doppelpass, den einige E-Junioren ja durchaus schon drauf haben, ganz zu schweigen. Beachtet bitte: das ist jetzt nicht meine Meinung als Trainer, sondern ich versetze mich in die Lage eines stärkeren Spielers in einer sehr heterogenen Truppe. Und wenn es da Alternativen gibt, die attraktiver erscheinen, dann ist es doch nachvollziehbar, dass diese Spieler und/oder ihre Eltern zu sie ergreifen. Das spielt sich übrigens vor dem Hintergrund ab, dass es (bei uns) in der E-Jugend Tabellen gibt, und für die E1 auch eine zweistufige Ligastruktur mit Kreisliga und mehreren gleichrangigen Kreisklassen, in der der Erste der Kreisliga am Saisonende der Kreismeister ist. Außerdem gibt es auch eine E-Jugendkreisauswahl und am Ende der E-Jugend ja die Sichtungstermine für den DFB-Stützpunkt. D.h. der Wettbewerb beginnt faktisch einfach von den Rahmenbedingungen her in der E-Jugend, die Augen davor verschließen kann eigentlich nur der, der im Wolkenkuckucksheim wohnt.


    Daher werden wir zur kommenden, zweiten E-Jugendsaison unseren Kader auch nach Leistung einteilen. Die stärkere Mannschaft wird dann das Erbe der aktuellen E1 antreten und versuchen, die Kreisliga zu halten. Und die schwächere Mannschaft wird Kreisklasse spielen, und das wird für sie mit Sicherheit schon sehr anspruchsvoll werden... Die Einteilung aber werden nur wir Trainer gemeinsam nach empfundener Leistungsfähigkeit vornehmen -- die Perspektive bzw. das Potenzial, das wir in einem Spieler sehen, wird da sicher auch eine Rolle spielen. Ich möchte bewusst nicht auf Freundschaften Rücksicht nehmen und würde auch Geschwister nur zusammen halten, wenn die fußballerischen Qualitäten dies rechtfertigen. Die Einteilung ist dann erst mal so. Wer wegen z.B. Freundschaften oder anderer Gründe mit seiner Gruppe unglücklich ist, kann gerne dann freiwillig nach unten wechseln, wofür dann der Nächstbeste auf der Liste der Trainer aus der unteren Gruppe nach oben rückt. Der umgekehrte Weg ist aber nicht möglich.


    Ich halte ein klares Verfahren für sehr wichtig, denn man kann es ja anderen Eltern kaum verdenken, wenn sie auch mit ihren persönlichen Anliegen vorbei kommen, wenn man mal damit angefangen hat, auf diejenigen einzelner Familien einzugehen. Wo soll man denn dann aufhören?

    Alles richtig gemacht, @peter31, würde ich sagen. Das ist ein hilfreicher Beitrag für viele Trainerneulinge, die sich am Spieltag noch nicht so souverän verhalten (können). Genau so macht man das, man redet mit dem "gegnerischen" Trainer und dem Anhang, aber wenn da was in zu hohem Maße nicht richtig läuft, dann tut man auch etwas dagegen. Ich habe auch schon mehrfach Eltern dazu auffordern müssen, sich hinter die den Platz umgebende Absperrung zu begeben. Wenn man das bestimmt, aber freundlich macht, und auch auf die eventuell sich einstellenden Proteste oder Anstalten, die Maßnahme als ungewöhnlich, übertrieben oder lächerlich darzustellen, mit Ruhe, aber Bestehen reagiert, dann klappt das eigentlich auch immer. Viele Leute sind überrascht davon, dass sie als Zuschauer und erwachsene Personen eine Anweisung erhalten. Einige von ihnen fassen diese dann als Bestrafung und/oder Kritik an ihrem Verhalten auf -- was es ja sein kann, aber auf diese Diskussion sollte man sich möglichst erst gar nicht einlassen. Bleibt man dann aber freundlich und bei seiner (ja durchaus zumutbaren) Forderung, so beruhigen sich die fraglichen Kandidaten recht schnell wieder. Und so wie ich es bisher erlebt habe, ist die große Mehrheit der Zuschauer völlig mit der Befolgung der Regeln einverstanden, solange sie eben für die Anhänger beider Mannschaften gleichermaßen gelten.

    Guter Beitrag, @peter31, und insbesondere deine Tipps zum Verhalten gegenüber der anderen Mannschaft kann ich nur unterstreichen. Es ist wirklich ganz wichtig für einen Kindertrainer, selbst aktiv zu sein und die Initiative gegenüber der anderen Mannschaft zu ergreifen, und zwar in der Art, wie du sie beschreibst.

    In unserem Kreisverband mussten bislang von der G-Jugend bis zur D-Jugend vereinseigene Schiedsrichter die Heimspiele pfeifen, sprich: es gab keine offizielle Ansetzung.

    Bei uns werden für Kreispokalspiele in der E-Jugend Schiedsrichter angesetzt, und dann in allen gemeldeten Spielen von der D-Jugend aufwärts.


    Diese Schiedsrichter werden dann auch nicht vom Kreis bezahlt.

    Werden denn Schiedsrichter überhaupt vom Kreis bezahlt? Ich kenne es so, dass sie nach dem Spiel ihre Auslagen vom Heimverein erhalten. Die Kosten für die (angesetzten) Schiedsrichter wurden mir wiederholt von unserer Jugendleitung als erheblicher Kostenbestandteil genannt.


    Es bleibt den Vereinen natürlich selbst überlassen ob sie Ihren SR´s trotzdem eine gewisse Pauschale zukommen lassen. [...] Bei uns läuft es so, dass Schiedsrichter unter 18 Jahren 5,-€ pro Spiel bekommen.

    So haben wir das auch schon gemacht, als wir mal eines unserer Spiele von einem jugendlichen Schiri, der den Schein hatte, haben pfeifen lassen. Gelegenheit dazu gab es aber genau dieses eine mal, sonst war er immer vom Kreis eingeteilt.


    Ich [...] habe davor aber überwiegend im unteren Jugendbereich trainiert.

    Meinst du damit D- und C-Jugend oder den Kinderbereich?


    Bei uns waren es in mindestens 50% der Fälle minderjährige Schiedsrichter, die unsere Spiele geleitet haben. Es gab kaum Spiele, bei denen ich mich hinterher über den Schiedsrichter geärgert habe. Das Gefühl absichtlich verpfiffen worden zu sein hatte ich, soweit ich mich erinnern kann, nie.

    Bei jugendlichen Schiedsrichtern hatte ich dieses Gefühl bisher auch noch nicht. Aber ich habe schon vielfach beobachtet, dass sie extrem anfällig gegenüber Beeinflussung von Außen sind. Und wenn da einer laut "ECKE!" ruft, dann gibt es eben Ecke. Und wenn einer bei einem Zweikampf "FOUL!" ruft, dann gibt es Foul. Ansonsten wird recht viel laufen gelassen, so dass dann zum einen in einigen Situationen das Spiel weiter läuft, obwohl es abgepfiffen gehörte, zum anderen, auch auch dadurch bedingt, das Spiel an Ruppigkeit zunimmt. Wächst dann der Unmut unter den Zuschauern über die empfundene Wankelmütigkeit des Schiedsrichters oder wegen der scheinbaren Häufung seiner Fehlentscheidungen, so nehmen die Zwischenrufe von außen zu, somit auch die Beeinflussung und damit die Fehlerquote des Schiedsrichters, und dann kann der eine oder andere unter den Zuschauern sich nicht mehr beherrschen und wird gegenüber dem Schiri dann doch ausfällig, obwohl sich das ja aufgrund dessen Alters verbietet.


    Das passiert natürlich nicht immer, sondern dann, wenn ein junger Schiedsrichter auf mindestens einen Trainer trifft, der nur die Interessen seiner eigenen Mannschaft vertritt und sich der seiner Meinung nach im Fußball üblichen Gepflogenheiten bedient. Das sind genau die Trainer, deretwegen der Schiedsrichter in den FPL-Regeln entfernt wurde, weil sie es dem Schiedsrichter schwer machen, das Spiel zu leiten, da sie sich in keiner Weise dessen bewusst sind, dass sie einen großen Teil der Veantwortung dafür tragen, dass das Spiel gut über die Bühne geht.


    Sie sind natürlich umgekehrt auch die Trainer, mit denen Spiele nach FPL-Regeln zur Herausforderung werden. Sie missverstehen die Schiedsrichterregel der FPL, indem sie das Spielfeld als praktisch unreglementiert auffassen, getreu dem Motto: "Wir Trainer sollen uns nicht einmischen, sondern (immer) den Kindern die Entscheidung überlassen." Sie erkennen nicht, dass die Aufgabe der Spielleitung vom Schiedsrichter auf die Trainer übergegangen ist, und zwar auf beide gemeinsam. Ich persönlich finde diesen Schritt der FPL genial, es andererseits aber sehr bedauerlich, dass er so wenig in den Vordergrund gestellt wird: bei der FPL müssen die Trainer als Team agieren, sie müssen sich dessen bewusst sein, dass sie entscheidend Einfluss darauf nehmen, wie ihre Spieler, die sich ja noch am Anfang ihrer fußballerischen Laufbahn befinden, sowohl die Fußballregeln als auch den respektvollen Umgang mit dem Gegner erlernen.


    Sind es dann Trainer und Spieler nach zwei Jahren FPL gewohnt, für ihr Spiel Verantwortung zu übernehmen, so ist dann in der E-Jugend ein guter Zeitpunkt gekommen, um Jugendlichen, die sich für die Laufbahn des Schiedsrichters interessieren, hinein schnuppern zu lassen und sie eben noch nicht als klassischen Schiedsrichter, sondern als Spielleiter einzusetzen, die das Spiel auf dem Platz begleiten, aber nur dann eingreifen und entscheiden, wenn es strittige Situationen gibt. Ich würde ungeahndete, grobe Regelverstöße oder deutliche Übervorteilungsaktionen einer Mannschaft noch hinzu nehmen. Wichtig ist aber natürlich, dass sich die Trainer bewusst sind, dass sich ihre Aufgabe kaum geändert hat, sie bleiben verantwortlich, sie wirken aber indirekter, nämlich über den Spielleiter, indem sie diesen bei der Ausübung seiner Aufgabe unterstützen -- natürlich aber nicht, indem sie ihn auf die vielfältigen Regelverstöße der jeweils anderen Mannschaft hinweisen...


    Von daher kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, was gegen einen Schiedsrichter spricht.

    Gegen den Schiedsrichter spricht, dass er in der Vergangenheit einige Trainer dazu verleitet hat, sich einzig und alleine auf die Vertretung der Interessen ihrer Mannschaft zu konzentrieren, wobei billigend in Kauf genommen wurde, dass die andere Mannschaft dabei benachteiligt wurde. Dahinter steckt die Meinung, dass deren Trainer es ja genauso machen könne, und dass es Sache des Schiedsrichters sei, die Grenzen des Erlaubten zu definieren, also die Denke: "Es ist alles erlaubt, solange der Schiri nicht pfeift oder was sagt." Das ist aber eben gerade kein Fair-Play, und es führt nahezu zwangsläufig zu Spielen mit aufgeheizter, aggressiver Stimmung.


    Die Fehlentscheidungsquote der Laienschiedsrichter hat dagegen bei der Entstehung der FPL-Regeln keine Rolle gespielt. Tatsächlich wird auch wohl kaum ein FPL-Befürworter die These vertreten, dass die Kinder alleine besser entscheiden als der durchschnittliche Laienschiedsrichter. Nein, natürlich wird es bei ihnen auch eine deutliche Quote an Fehlentscheidungen geben, alleine schon aus dem Grund, dass sie viele Regeln gar nicht oder noch nicht so genau kennen. Mit der Zeit werden aber ihre Entscheidungen auch besser und sie machen sowohl mit den Regeln wie auch der Entscheidungsfindung mehr Erfahrungen, so dass ihre Fehlerquote recht rasch abnimmt -- geeignete Stimulation natürlich vorausgesetzt. Und dann wird es eigentlich für einen Schiedsrichter einfacher, weil er es mit Spielern zu tun hat, die dazu in der Lage sind, Situationen überwiegend richtig zu bewerten.


    Seit dieser Saison wird auch in unserem Kreis nach den Fairplayregeln gespielt, wobei - soweit ich es mitbekommen habe - jeder Verein die Regeln ein wenig anders auslegt. So wird bspw. trotzdem oftmals doch noch mit einem "richtigen" Schiedsrichter gespielt. Von großartigen Beschwerden habe ich aber auch noch nichts gehört.

    Die Krux bei den FPL-Regeln ist die Form ihrer Einführung. Eigentlich müsste jeder Trainer, der auf Kinder los gelassen wird, erst mal ein Seminar besuchen, in dem vermittelt wird, was auch entscheidender Teil seiner Aufgaben ist, und zwar im Gegensatz zu Senioren- oder gar professionellen Trainern. Schon länger als die Einführung der FPL-Regeln liegt ja die Abschaffung der Tabellen in den unteren Kinderjahrgängen in den meisten Regionen zurück. Was da aber vielerorts fehlt ist der Hinweis auf die Überlegungen dahinter. Deshalb werden dann munter fiktive F-Jugend-Meistertitel beansprucht und wird dann eben auch entsprechend agiert..


    Das eigentliche Problem ist doch weniger, dass unter manchen Kindern das Recht des Stärkeren gilt, sondern dass zu viele Trainern sich getreu dieses Mottos verhalten. Dass die Kinder das dann entweder übernehmen oder keine Einschränkung bei der Ausprägung dieser Verhaltensform erfahren, ist nicht verwunderlich.