Beiträge von tobn

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    Tobn, richtig: F-Kids spielen vor allem aus Angst vor Ballverlust ab, nicht da sie wollen - die Motive sind also negativ besetzt! Soll man sie darin etwa bestärken? Das Gegenteil ist in der Praxis meist der Fall, man sollte sie zum Dribbeln ermutigen! [...]


    Sag ich doch auch. Solange sie mit dem Ball noch nicht so gut umgehen können, dass sie von sich aus im Spiel versuchen, ihn zu behalten, würde ich sie auch weiterhin dazu ermuitigen. Sind sie soweit, so machen sie es ja von sich aus und brauchen meine Ermutigung nicht mehr. Ab dem Zeitpunkt wird dann vertieft und dann, wenn der Trainer meint, dass es an der Zeit ist, der erste Schritt zum planvollen Zusammenspiel gemacht.


    Aus sozialen Gründen kann man natürlich von mental stärkeren Jungspielern mehr Abspiel erbitten; es abzufordern [...] aber ist nunmal kontraproduktiv für sie wie das Team, langfristig völlig verkehrt.


    Korrekt, aber irgendwann möchte doch jeder Trainer bei jedem Spieler die Bereitschaft dazu sehen, seine Mitspieler einzubeziehen. Ab einem gewissen Alter kann daraus auch eine Forderung werden. Im Kinderbereich aber definitiv noch nicht.


    Denn alle erlernen es ohnehin von selbst: über den Teamgeist, dh interaktive Prozesse zwischen den Spielern in homogen besetzten Teams.


    Hmm, ganz so zuversichtlich bin ich da nicht, ich kenne da ein paar Gegenbeispiele. Vielleicht waren deren Teams auch nicht so homogen besetzt, wie dazu benötigt, in dieser Richtung könnte ich nur spekulieren. Hier geht es ja aber nicht um den Jugend-, sondern noch um den Kinderbereich. Ich glaube nicht, dass das Zusammenspiel in typischen Breitensportmannschaften ein Selbstläufer ist, und bin hingegen schon der Meinung, dass der Trainer hierauf einen großen Einfluss hat und ihn auch geltend machen sollte. Es geht dabei aber um das Wie und Wann. Und auch um das Warum, denn der leider ja verbreitetste Grund dafür, mit der Schulung des Zusammenspiels zu beginnen und es häufig zu intensiv zu betreiben, liegt ja in dem Wunsch, den Spielbetrieb ergebnistechnisch möglichst erfolgreich zu gestalten.


    [...] pro mündige Spieler aufm Platz! [...] Oder?


    Absolut.

    Und ich stimme Uwe weiterhin zu: die Ballbeherrschung ist das A und O. Selbst wenn der Pass in einigen meiner Übungs- und Spielformen vorkommt (bei Coerver ist dies ja sehr oft der Fall), so bleibt doch die Ballbeherrschung, also das Dribbling, der Richtungswechsel, die Ballan- und -mitnahme das allerwichtigste. Ich sehe es auch so: wenn die Kids ein gutes Ballgefühl (und eine gute Körperbeherrschung) haben, dann können sie den Pass sehr schnell erlernen und auch recht schnell gute Pässe spielen.


    Das ist GENAU der Punkt den ich meine. Ego-Dribbler sind für mich eben genau diejenigen Spieler die selbstverliebt in ihr Dribbling den nächsten Schritt verpassen, weil sie lieber eine gute Show liefern, als dass sie auch ab und an mal beim Lernen neuer Fähigkeiten (Ueberblick) einen Ball verlieren. Ego-Dribbler bleiben für meinen Geschmack zu lange in ihrer Komfortzone.


    Geht es denn aber Steini und mir nicht eben darum, diesen Spielern den nächsten Schritt zu vermitteln? Du verwendest ja selbst den Begriff "Geschmack" wenn es um die Beurteilung des Zeitpunkts geht, zu dem der nächste Schritt erfolgen soll/darf/kann. Wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, ist aber recht individuell, das wollte ich mit meinem Post (auch) ausdrücken. Wichtig ist, dass die Kinder die Anregung zum Abspiel nicht als Einschränkung, sondern als Bereicherung empfinden, dass sie nicht das Gefühl bekommen, es würde ihnen etwas genommen, sondern dass sie verstehen, dass ihr Spiel um einige Möglichkeiten reicher wird. Nach meinen pädagogischen Vorlieben erreiche ich das aber nicht mit einem Diktat, sondern indem ich sie dazu hin führe, diese Erfahrung selbst zu machen, indem ich entsprechende Bedingungen schaffe und mit den Kindern in einen Dialog trete.

    so jetzt mal ne frage an die schlauen reagulatoren hier….


    Ich weiß ja nicht, ob es zielführend ist, wenn du eine solche Bezeichnung, die für mich eher abwertend klingt, verwendest. Ich weiß auch nicht, wen du genau damit meinst, solche Andeutungen wirken sich aber nur selten förderlich auf die Diskussion aus. Aber lassen wir das, falls du an meiner Meinung interessiert sein solltest, so will ich dich nicht enttäuschen.


    ich lasse meine f linge in 3er konstelationen auf einen verteidiger zu laufen und sie müssen entweder aus einer zone heraus auf zwei kleintore abschliessen oder eben auf ein 5 meter tor mit torhüter…. sie müssen allerdings jeder den ball berühren bevor sie zum abschluss kommen dürfen….


    sie werden also gewzungen zu kombinieren um den abschluss zu erreichen…. wollt ihr mir jetzt etwa erzählen das diese passkombos sie überfordert und dieses kombinationsspiel für ihre altersgruppe unpassend ist?


    Es kommt auf ihren Entwicklungsstand an. Ich denke, das kriegen einige F-linge, die schon seit der G-Jugend Fußball spielen, vielleicht auch noch ältere Geschwister haben, mit denen sie schon viel kicken, usw., durchaus hin, zumindest im zweiten F-Jahr. Viele, wahrscheinlich sogar die meisten meiner (jungen) F-Junioren, die eben andere Voraussetzungen haben, wären damit überfordert, ja. Irgendwann habe ich solche Spielformen auch auf dem Programm, aktuell aber noch nicht. Und bevor ich sie 3:1 auf ein Tor mir Torhüter oder zwei Minitore spielen lasse, werde ich sie 2:1+1 auf breite Dribbeltore spielen lassen, die Situation also bewusst noch einfacher gestalten. Wenn deine Spieler damit aber unterfordert wären, kannst du natürlich mit ihnen auch deine Spielform verwenden. Sowohl 'meine' als auch 'deine' befinden sich übrigens im Repertoire von Horst Wein, deine allerdings nur in der Variante mit Minitoren als eine der Spielformen zu funino (ehemals Minifußball).


    Wenn alle Spieler noch kaum einen Pass spielen können, ist der Egodribbler tatsächlich der gefühlt "Stärkste".
    Wenn aber alle Spieler schon in der Lage sind ein Passspiel zu spielen, dann ist der Egodribbler nicht nur der schwächste Player im Glied, sondern schwächt darüber hinaus auch die Erfahrungsdichte und Motivation der restlichen Mannschaft.


    Tja, du sagst es: "wenn, wenn, wenn." Wie es genau bei aerkemese aussieht, wissen weder du noch ich. Ich vermute allerdings, dass seine Kids eher den von mir als den von dir betreuten entsprechen. Und bei meiner F-Truppe (jüngeren Jahrgangs) ist es so, dass die guten Dribbler auch die stärkeren Spieler sind, und zwar durch die Bank. Sie sind auch die Spieler, deren Pässe am besten aussehen. Im freien Spiel dieser Truppe gibt es zwar immer mal wieder einen Pass, aber doch eher selten. Zum Glück haben inzwischen recht viele Spieler genügend Selbstbewusstsein, um gerne in Ballbesitz zu sein, dann dribbeln sie auch gerne. Und einige spielen auch ab und an einen Pass, wie gesagt. Viele verlieren im Dribbling aber noch schnell den Ball, da reicht es bei vielen schon, wenn sich ein Gegenspieler einfach nur in den Weg stellt. Die stärkeren Spieler können hingegen den Ball schon ganz gut behaupten und sind überwiegend soweit, dass bei ihnen so langsam der nächste Schritt folgen kann, also den Blick beim Dribbling vom Ball zu lösen und das Abspiel zu suchen. Sie müssten nicht mehr ganz so ballverliebt agieren. Bei den anderen wünsche ich mir allerdings, dass die Ballverliebtheit noch erhalten bleibt, damit sie sich erst einmal darin verbessern, mit dem Ball auch mal an einem Gegenspieler vorbei zu kommen, bevor ich sie als Trainer zum Abspielen anrege.


    Wenn aerkemese eine alte F hat, so sind die Fähigkeiten seiner Spieler wahrscheinlich insgesamt eben um das Maß, das ungefähr einem Jahr entspricht, weiter entwickelt als bei meinen aktuellen Schützlingen. Die Spieler, die bei mir den Ball noch kaum führen können, wären bei ihm dann dazu in der Lage, würden den Ball aber an so gut wie jeden Gegenspieler verlieren. Die Spieler, die bei mir auf letztgenannter Stufe stehen, könnten wohl den Kopf beim Dribbling heben und auch immer mal wieder sinnvolle Pässe spielen. Diese würden zum Teil auch ankommen, aber es gäbe sicher auch noch einige mit deutlichen technischen und antizipatorischen Fehlern. Und die stärksten Spieler könnten vermutlich bereits halbwegs in den Lauf passen und die Pässe auch schon recht brauchbar dosieren. Ab und an gäbe es sogar mal einen regelrechten Zuckerpass.


    Die Kinder entwickeln sich halt kontinuierlich und jedes in seinem Tempo. Wenn man, wie es in vielen Vereinen der Fall ist, eine Mannschaft pro Jahrgang hat, die gemeinsam trainiert, so hat man da halt ein recht großes Spektrum. Die talentiertesten Spieler entwickeln sich dann so ähnlich wie es bei Euch mit Euren gesichteten Spielern der Fall ist, der Rest hängt demgegenüber halt zurück, der eine mehr, der andere weniger. Und konstant ist die Entwicklung auch oft nicht, da gibt es Kinder, die länger mal stagnieren und andere, die plötzlich einen deutlichen Schub erleben. Prognostizierbar ist dabei aber nur wenig. Man mag zwar mehr oder weniger Potenzial zu erkennen glauben, oft genug straft einen die Zeit aber dann doch Lügen. Gerade deshalb muss man, wie ich finde, als Trainer von Kindern und Jugendlichen zuallererst jedes einzelne Kind und jeden einzelnen Jugendlichen für sich im Blick haben, man sollte nicht von ihnen erwarten, dass sie in das eigene Bild davon passen, wie ein Kind oder ein Jugendlicher sein sollte, denn damit wird man ihnen nicht gerecht, das passt nur dann, wenn man sich lauter solche Kinder bzw. Jugendliche aussuchen kann. Das führt jetzt aber langsam zu weit weg vom eigentlichen Thema.


    Jedenfalls, und das als Abschluss, ich behaupte, dass im Breitensportverein im Kinderbereich die Ego-Dribbler überwiegend tatsächlich die stärkeren Spieler sind. Es gibt immer mal wieder Ausnahmen, keine Frage -- mein eigener Sohn war z.B. auch eine solche Ausnahme. Sie bleiben aber Ausnahmen. Und bei meinem Sohn war es bspw. so, dass er zu F-Zeiten im Dribbling tatsächlich nur durchschnittlich war, dafür aber in Sachen Engagement und Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und Spielübersicht überdurchschnittlich gut war. In der E hat er dann auch beim Dribbling nachgeholt, wie auch ein paar andere seiner Mannschaftskameraden. Alle diese Spieler waren vorher so gut wie nie ins Dribbling gegangen, weil sie es sich nicht zugetraut hatten und dabei eher mal den Ball verloren. Und weil es bei uns in der F KiFu-mäßig noch nicht ganz so optimal zuging, lernten sie, dass es besser ist, wenn sie, wie Sir Alex es sagt, den Ball weg spielten als ihn zu verlieren.

    Ich finde Steinis Vorschlag absolut brauchbar. Normalerweise sind die stärkeren Spieler, um solche handelt es sich hier ja wohl, ja innerhalb der Mannschaft recht dominant, so dass die meisten anderen Spieler sich gar nicht erst trauen, sich direkt bei ihnen zu beschweren, und selbst wenn sie es tun, so nehmen die Ego-Spieler die Kritik dieser Spieler doch häufig überhaupt nicht ernst. Spielen sie jedoch untereinander, so sieht das vermutlich anders aus, gegenseitig erkennen sie sich ja schon eher an und sind auch weniger dazu geneigt, ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Spielt er selbst mit, so kann der Trainer ja auch im Spiel selbst Einfluss darauf nehmen. Aber er muss natürlich darauf achten, es seinerseits nicht zu dominieren. Man möchte ja die Spieler dazu bringen, dass sie selbst merken, dass es gemeinsam besser geht als alleine. Man sollte dabei ürbigens auch Geduld haben und nicht erwarten, dass die Erkenntnis bei diesen Spielern unisono innerhalb von nur fünf Minuten eintritt. Es wird da vielmehr welche geben, die es recht schnell kapieren, und auch eher unbelehrbare Naturen. Ist man an dieser Stelle, so kann man entweder bereits dann oder in der nächsten Trainingseinheit die Mannschaften so neu zusammen stellen, dass die Teamplayer zusammen sind und die hartnäckigen Egoisten im anderen Team. Sind die Teamplayer bereits als Mannschaft den anderen überlegen, so würde ich als (den Kindern überlegener) Trainer eher in die Mannschaft der Egoisten gehen, erstens, um ihnen das Argument zu nehmen, sie hätten ja gegen den Trainer keine Chance, und zweitens, um situationsbezogen agieren zu können. Ich könnte also mal vorbildlich agieren, mal so, wie sie es tun, und das dann auch so sagen. Stets natürlich ohne Vorwurf, sondern mit dem Ziel, dass sie erkennen, wie die anderen Spieler ihr Handeln wahrnehmen. Wenn sie meinen Äußerungen gegenüber ablehnend reagieren, so nehme ich das also hin und versuche nicht, ihnen die Zustimmung zu meiner Meinung abzuverlangen. Damit würden sie evtl. ihr Gesicht verlieren, das ist aber nicht mein Ziel. Ich lasse es dementsprechend auch mit den Belehrungen recht schnell gut sein und dränge die Kids möglichst nicht in eine Ecke. Ich hoffe vielmehr, dass sie in der Folge vermehrt auf ihr Verhältnis zu ihren Mannschaftskameraden und umgekehrt achten.

    Ich finde auch, dass es gerade im Verein, der ja auf die freiwillige, ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen ist, Transparenz für die handelnden Personen von größter Bedeutung ist. Leider ist Kommunikation aber nicht die Stärke aller Leute, bei uns ist es bspw. auch so, dass man viel erfahren kann, aber nur, wenn man aktiv danach fragt. Ich stimme meinen zwei Vorrednern zu, ich würde das Thema an deiner Stelle schon ansprechen, aber halt nicht offensiv und vorwurfsvoll. Dass du die Aufwandsentschädigung gemeinnützig verwenden willst, ehrt dich, ist aber keine Selbstverständlichkeit, das kann niemand von dir erwarten. Daher würde ich dir dazu raten, das Geld lieber anzunehmen und es dann entweder direkt oder in Form von Sachleistungen,also z.B. der von dir erwähnten Bücher, wieder zu spenden. Dafür bekommst du eine Spendenquittung, die du dann, wenn du Geld verdienst, mit der Steuererklärung einreichen kannst, du kannst außerdem selbst bestimmen, wofür das Geld verwendet wird, und du kannst auch deine Spende jederzeit einstellen, falls sich die Gegebenheiten, in welcher Art auch immer, ändern sollten.

    Heggas Methode kann wirken, kann aber auch böse nach hinten losgehen: was macht man, wenn er auf das Angebot eingeht?!


    Ich würde nochmal das Gespräch suchen, darin sagen, dass es leider wieder einreißt, dass es ja aber nach dem letzten Gespräch zwei Wochen lang gut ging. Dass du daher weißt, dass es gehen kann. Dass es aber so, wie es jetzt wieder ist, auf keinen Fall gehen kann, und dass du dich, wenn es nicht besser und anhaltend akzeptabel wird, dazu gezwungen sehen wirst, zu anderen Maßnahmen zu greifen oder das Problem zu eskalieren, d.h. die Jugendleitung hinzu zu ziehen. Mache ihm auch deutlich, dass es dir dabei auch und zwar in ganz großem Maß um sein Kind geht, das innerhalb der Mannschaft trotz deiner Versuche, das zu verhindern, leidet. Unter Umständen würde ich der Jugendleitung schon von dem Problemfall berichten, sie aber darum bitten, nochmals zu versuchen, das Problem intern einvernehmlich zu lösen. Wenn das nicht funktioniert, kann dir die Jugendleitung dann sicher sagen, welche Möglichkeiten es dann noch gäbe, vielleicht sogar bis zu einem Platzverbot oder einem Vereinsausschluss. Wir wollen hoffen, dass es soweit nicht kommen muss.

    Beim Eingangsbeitrag dachte ich zunächst, ich lache mich scheckig ob der Frage, ob denn für neun Euronen im Monat nicht mehr drin sei als ein gammeliges Trikot. Aber dein letzter Beitrag, kickers123, klingt dann ja doch deutlich anders.


    Bei uns im Verein ist es so, dass praktisch alle Personen, die im Jugendbereich tätig sind, rein ehrenamtlich arbeiten, d.h. sie bekommen dafür kein oder nur sehr wenig Geld. Bei dem einen oder anderen Jungtrainer wird ein Taschengeld gezahlt. Meine Trainerkollegen und ich bekommen aber tatsächlich überhaupt keine Kohle für unseren Einsatz. Am Jahresende gibt es eine Einladung zum Essen, dann ein Handtuch oder ein T-Shirt mit dem Vereinsnamen drauf, das war es. Wer Lohnsteuer zahlt, kann die Übungsleiterpauschale spenden und sich dann wieder auszahlen lassen, um seine Steuerlast etwas zu senken. Wieviel dabei herum kommt, hängt von der den übrigen Daten der Steuererklärung ab. Finanziell lohnt sich das Traineramt jedenfalls in keiner Weise, schon gar nicht, wenn man sich auf eigene Kosten noch Bücher, DVDs und Zeitschriften besorgt, oder auch mal ein paar Bälle, Hütchen, Leibchen oder Popup-Tore, für die der Verein kein Geld hat. Insofern bitte ich darum, den Trainern gegenüber nicht mit Anspruchsdenken gegenüber zu treten, das ist i.d.R. nicht angebracht.


    Das heißt natürlich nicht, dass alle Trainer unantastbar sind und Ihr ihnen gegenüber zu unbedingter Ehrfurcht verpflichtet seid. Vielmehr ist es so, dass Ihr genauso zum Verein gehört wie die Trainer, Ihr könnt Euch genauso einbringen und unterstützend wirken. Ein Verein ist eben kein Dienstleistungsbetrieb, sondern ein Zusammenschluss von Menschen mit einem gemeinsamen Interesse. Bietet Euch an, wenn Ihr helfen wollt. Wenn die Organisation von Festen für Euch zu schleppend läuft, dann guckt, ob Ihr da vielleicht mitwirken könnt. Üblicherweise sind Helfer in Vereinen sehr gerne gesehen.


    Und nur mal als kleinen Vergleich: bei einer hiesigen Fußballschule, also einem tatsächlichen Dienstleistungsbetrieb, kosten zehn Trainingseinheiten pro Kind € 150,-. Im Verein hat man diese zehn Einheiten nach spätestens zwei Monaten in Anspruch genommen und hat dafür dann € 18,- bezahlt. Ein deutlicher Unterschied, oder?

    Du hast recht, ich habe mich getäuscht und die CL-Einnahmen für noch deutlich höher gehalten als sie sind. Da sind tatsächlich für die Bayern letztes mal rund € 55 Mio herum gekommen (s. http://www.uefa.com/Multimedia…2/97/1975297_DOWNLOAD.pdf). Was aber auch kein Pappenstiel ist, damit könnten sie, wenn man die Daten von transfermarkt.de zugrunde legt, den gesamten Kader von Hertha BSC oder dem FC Nürnberg kaufen, neben dem FC Augsburg wären noch Marcel Schmelzer oder Klaas-Jan Huntelaar drin, und Braunschweig könnten sie gleich zwei mal kaufen und hätten immer noch € 1,8 Mio an Klimpergeld übrig.


    Ganz offensichtlich hat der FC Bayern noch weitere Einnahmequellen außer den Fernsehgeldern der Bundesliga und den CL-Ausschüttungen. Im heute-journal-Beitrag (http://www.zdf.de/ZDFmediathek…nal-vom-25-M%C3%A4rz-2014) werden ja Einnahmen in Höhe von € 394 Mio für 2012/2013 genannt, von der DFL kamen da wohl € 34 Mio und aus der CL besagte € 55 Mio, macht zusammen € 89 Mio, verbleiben noch € 305 Mio aus anderen Quellen. Wobei ganz sicher die Champions League und die Meisterschaften hochgradig katalytisch für diese übrigen Einnahmen wirken...


    Mir kommt es so vor wie das Spiel Monopoly, welches zunächst einen Reiz zu haben scheint, sich aber, wie ich finde, unheimlich schnell als stinklangweilig heraus stellt.


    Ich gehe übrigens davon aus, dass sich an der Dominanz der Bayern so schnell nichts ändern wird. Dortmund war für sie in den letzten zwei Jahren eine gewisse Bedrohung, die sie aber effektiv ausgeschaltet haben, indem sie sich zuerst Mario Götze und nun noch Robert Lewandowski holten bzw. holen. Die Unterschiede sind schon eklatant: der FC Bayern kann ja tatsächlich aus seinem Kader eine zweite Mannschaft auf den Platz stellen, die auf jeden Fall um die Euro-League-Plätze mit spielen würde. Das kann selbst Dortmund nicht, und im Vergleich mit dem Mittelfeld der Liga (Marktwerte zwischen € 60 Mio und € 90 Mio) hat der BVB ja noch einen vielfach teureren Kader (~€ 320 Mio). Wo soll denn da eine Änderung an der Spitze der Bundesliga her kommen?


    Ich denke, von Platz vier bis achtzehn wird es spannend bleiben, neben dem BVB werden zwar Schalke, Bayer und Wolfsburg eher auf den fürs europäische Geschäft qualifizierenden Plätzen anzutreffen sein, aber es wird da vielleicht auch mal die eine oder andere Überraschung geben, wie es Freiburg und Frankfurt in der letzten, Augsburg und Berlin in dieser Saison sind. Ab und an wird auch mal ein vermeintlich oder ehemals großer Klub straucheln, wie z.B. aktuell Stuttgart, Hamburg und Bremen.


    Interessant übrigens auch die Lizenzspieleretats für die aktuelle Saison: http://www.rp-online.de/sport/…s-der-klubs-bid-1.3548908. Der Etat der Bayern ist mit € 140 Mio fast zehn mal so hoch wie der von Braunschweig (€ 15 Mio), und liegt 'nur' € 8 Mio unter der Summe der Etats der beiden nächstplatzierten BVB und S04. Wie soll diese Dominanz bitte schön gebrochen werden?

    Gleich vorweg: Ich mag den FC Bayern München nicht. Als Bayern-Hasser würde ich mich aber auch nicht bezeichnen. Der FC Bayern und seine Führungstruppe hat in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel richtig und wohl auch besser als andere Vereine gemacht, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Dafür gebührt ihnen Respekt und Anerkennung.


    Allerdings haben sie auch ganz andere finanzielle Möglichkeiten als die meisten anderen Vereine (die ja eigentlich nahezu allesamt gar keine Vereine sind, aber lassen wir das). Anlässlich ihrer neuerlichen Meisterschaft wurde das ja sogar gestern im heute-journal thematisiert. Die Fernsehgelder der Bundesliga werden ja in Abhängigkeit der Platzierungen der letzten paar Jahre an die Vereine ausgeschüttet, wobei die besserplatzierten mehr erhalten als die weniger erfolgreichen. Eigentlich müsste das schon, wenn alle ähnlich wirtschafteten, mit der Zeit zu einer Spreizung der Liga führen. Aber im Vergleich zu dem, was bei der Champions League für die Teilnehmer herum kommt, sind die Bundesligafernsehgelder ja wahrlich nur Peanuts. Tja, und da sind die Bayern ja seit der Gründung der Champions League praktisch ununterbrochen dabei. Das sehe (nicht nur) ich als das eigentliche Problem, von mir aus auch neutral Phänomen an: die Teams, welche regelmäßig in der Champions League sind und dabei auch nicht gleich ausscheiden, sind finanziell den anderen Klubs in den Ligen einfach hochüberlegen. Da kann sich der SC Freiburg, Hannover 96 oder Eintracht Frankfurt noch so anstrengen, aber gegen Champions-League-Teilnehmer werden sie höchstens so oft ein Spiel gewinnen können, wie ein blindes Huhn ein Korn findet.


    Jürgen Klopp hatte mir seinem Statement in St Petersburg schon recht, als er sagte, ab Platz 2 sei die Bundesliga spannend. Was die Meisterschaft anbelangt war diese Saison eine der langweiligsten, die es jemals gegeben hat. Ich habe mir mal den Spaß (?) gemacht und die Kader von Bayern München, Borussia Dortmund, Gladbach und der Eintracht von transfermarkt.de zu übernehmen und den durchschnittlichen Marktwert eines Spielers dieser Mannschaften in den Bundesligaspielen ausrechnen lassen. Es ergeben sich folgende Werte:
    - FC Bayern: € 29.584.000
    - Bor. Dortmund: € 17.466.611
    - Bor. M'gladbach: € 7.079.923
    - Eintracht Frankf.: € 4.425.883


    Wen wundert es, dass die Bayern und Dortmund trotz der Verletztenmisere letzterer in der Tabelle deutlich über den anderen zwei Teams stehen. Dabei erreicht Gladbach mit seinen Mitteln doch recht viel. Bei der Eintracht erkennt man, dass die letzte Saison ein Ausreißer nach oben war, mit Augsburg, denen ich ihren aktuellen Höhenflug absolut gönne, wird das vermutlich ähnlich sein.


    Leider hat Heribert Bruchhagen recht, wenn er von der zementierten Liga spricht. Ja, es gibt immer mal wieder Ausreißer nach oben und unten, aber das sind Ausnahmen von der Regel. Im Mittelfeld, d.h. bei den Vereinen, die es mal in die Euro-League schaffen und ab und an mal abstiegsbedroht sind, geht es ein bisschen rauf und runter, darüber ist aber recht wenig Bewegung drin, und ganz unten kommt mal ein neuer, der sich dann aber ja häufig nach einer Saison wieder verabschiedet. So ist das halt bei den gegebenen Spielregeln im Zusammenhang mit der Finanzierung der Erstligisten. Eintracht Braunschweig hat einfach nicht die Möglichkeiten, so zu handeln wie der FC Bayern, sie können mit ihrem Geld noch so gut umgehen, auf ihrer Einnahmenseite wird es einfach nie auch nur ansatzweise so viele Stellen vor dem Komma geben wie bei den Kollegen von der Säbener Straße. Die haben zwar auch andere Ausgaben, aber auch nach Abzug aller Kosten bleibt da einfach ein Volumen einer ganz anderen Größenordnung übrig, das sie einsetzen können.


    Was soll man machen? Ich weiß es nicht. Es kommt darauf an, was man will. Möchte man ausgeglichene Ligen und spannende Spiele, deren Ausgang schwer vorherzusagen ist, so müsste man die Gelder gleichmäßig oder vielleicht sogar umgekehrt proportional zum sportlichen Erfolg verteilen. Dann wird es aber keine absoluten Spitzenmannschaften mehr geben, was viele Leute aber mögen. Es ist ja auch tatsächlich ganz großes Kino, wenn man die Bayern, Barca oder Real Madrid Fußball spielen sieht, keine Frage. Will man (man = UEFA) möglichst viel Geld verdienen, so ist es hingegen geboten, eine Reihe von Spitzenclubs zu fördern, die dann eine globale Strahlkraft entwickeln, so kommt man auch an das Geld der übrigen Kontinente. Und da liegt letztlich der Hase im Pfeffer begraben: wir haben ein globalisiertes Wirtschaftssystem, das auf Konkurrenz basiert, und der Fußball ist Teil dieses Wirtschaftssystems. Die UEFA sieht sich also in (wirtschaftlicher) Konkurrenz zu den anderen Verbänden und will ihre Spitzenstellung behaupten. Daher wird sich substanziell am jetzigen System nicht sonderlich viel ändern. Was wir davon halten ist irrelevant.


    Noch nachgeschoben zu den Bayern: was mir tatsächlich missfällt ist die Arroganz, die da so aus München heraus wabert. Und dass viele sog. Fans, welche ich im übrigen zu einem deutlich höheren Teil als bei anderen 'Vereinen' nicht als wahre Fans, sondern als Fähnchenschwenker bezeichne, meinen, die anderen müssten sich doch nur auch mal anstrengen und es so machen wie die Bayern, dann würden sie auch ähnlich erfolgreich. Und das in völliger Unkenntnis eben der wirtschaftlichen Hintergründe.


    So, ich bin fertig.

    Zunächst einmal unterstreiche ich guenters Aussagen, dass der Trainingsaufbau und die Art der Durchführung bei uns in der Lehrprobe wichtiger war als die im einzelnen ausgewählten Übungen. Bei letzteren muss man nur darauf achten, dass sie zum Thema passen. Ansonsten hat guenter zu deiner Situation offenbar ein paar Infos, die ich nicht hatte, aber das ist ja für dich von Vorteil.


    Kurzer Einwurf an guenter: Ich hatte mit meinen Ausführungen zur Begrenzung des Raums auf eine recht allgemein formulierte Frage von PiaNo geantwortet. Du wirst erkennen, dass ich dabei keinen direkten Bezug zur Situation der Lehrprobe genommen habe. Vielmehr habe ich versucht zu vermitteln, warum der Raum begrenzt sein muss, wenn die Übung richtig laufen soll, d.h. damit sich ein fließender Ablauf ergibt. Eine Begrenzung durch Abstecken eines Feldes ist hingegen bei der Übungsform meiner Meinung nach unnötig bzw. eine Zeitverschwendung. Bei einer Spielform hingegen durchaus sinnvoll.


    tobn: Meine Frage zuvor zum freien/begrenzten Raum war auf die Übungen im Hauptteil der DFB-Trainingseinheit bezogen (sieh Link oben von MichaMittelfeld). Beim einem frontalen 1gegen1 am Flügel könnte man z.B. den direkten Weg zum Tor kleiner machen, so wäre der Angreifer gezwungen, den Weg über Außen zu nehmen und so hätten wir einen begrenzten Raum, wo die Aktion stattfinden soll. Deinen Hinweis für den Angreifer, dass er schnellstmöglich zum Torabschluss kommen soll finde ich gut. Ich habe ihn natürlich gleich notiert :)


    Ich habe noch nicht verstanden, was du damit meinst, wenn du davon schreibst, man könne "den direkten Weg zum Tor kleiner machen". Welche Übung meinst du denn aus der Broschüre genau, d.h. welche Seite und welche Übung dort? Ich schaue mir das gerne mal an.


    Es freut mich, dass der Hinweis für den Angreifer für dich hilfreich ist. Ich würde diesen Hinweis in die Ansprache zu Beginn integrieren und kurz, aber prägnant wieder bringen, wenn es sich häuft, dass Angreifer sich 'falsch' verhalten. Da es aber um die Schulung des defensiven 1:1 geht, sollte dieser Hinweis, der sich ja ans Offensivverhalten richtet, wirklich kurz bleiben.


    Ganz generell fand ich es damals ganz hilfreich, meine Lehrprobe vorab im Training mit meinen Spielern mal auszuprobieren. Das war bei mir zwar eine andere Altersklasse (E statt C), so dass man zwar nicht wirklich erkennen kann, wie gut der Schwierigkeitsgrad passt, aber man lernt den Übungsablauf kennen. Das ist natürlich gerade dann praktisch, wenn man in der Lehrprobe persönliches Neuland betritt.


    Ich schrieb nicht zu Horst Wein, dass er nicht in Altersgruppen einteilte, sondern dass er das in älteren Büchern wohl nicht tat, in neueren dann doch. Ich schrieb das er nicht in F und E einteilt...sondern seine Grenzen hier fließender sind. [...]


    Verzeihe bitte, ich hätte zitieren sollen. Mir ging es um deine folgende Aussage:

    Die Bücher die ich von ihm habe sind so aufgebaut, dass sie -da älter- keinen Altersunterschied benennen...jedenfalls finde ich keine Differenzierung.
    In einem späteren Buch...macht er das...er differenziert und die Passübungen für die Kleinen sind Passübungen...locker Übungen...aber kein Kombinationspassen.


    Ich muss gestehen, dass ich deine Anmerkung zu "einem späteren Buch" übersehen habe. Allerdings kenne ich von Horst Wein nur die Bücher "Fußball kindgemäß trainieren" und "Spielintelligenz im Fußball kindgemäß trainieren". In beiden benennt er identisch die Fußballentwicklungsstufen. Ich kenne kein älteres Buch von ihm.


    Es war übrigens nicht meine Absicht, dich insgesamt zu belehren, sondern dich darauf hinzuweisen, dass eine deiner Behauptungen so nicht stimmt. Was beim Buch von Horst Wein, wie gesagt, auch schnell passieren kann, da der rote Faden in ihm nicht überall und ganz so deutlich zu erkennen ist... Es bleibt aber ein überaus wertvolles Buch.


    Ich schrieb, dass mir seine Philosophie in Sachen stimulieren, statt instruieren gut gefällt.
    Ich schrieb auch, dass mir Horsti [...]
    Ich schrieb auch, dass [...]
    Also bitte nicht verfälschen...ist in diesem Thread schon wichti und richtig.


    Ich bestreite überhaupt nicht, dass du auch anderes geschrieben hast, darauf gehe ich aber nicht ein, ich hatte lediglich einen Einwand zu deiner Behauptung der fehlenden Altersstufen. Diese wollte ich korrigieren. Ich sehe darin keinerlei Verfälschung deiner Aussagen.

    Ich kenne leider keine Möglichkeit, Trainingsmaterial auszuleihen. Selbst würde ich vermutlich das benötigte Material mitnehmen. Gibt es dadurch Engpässe mit anderen Mannschaften, die daheim trainieren, so würde ich versuchen, mich mit ihnen darauf zu einigen, dass ich zumindest einen Teil des Materials, den ich gerne hätte, mit nehmen kann. Wobei man eigentlich ja auch schon nur mit Hütchen und Leibchen durchaus so einiges anstellen kann.

    Andre: Zur Info, Horst Wein unterscheidet in seinen Büchern durchaus verschiedene Altersstufen, dadurch, dass er aber immer wieder Einschübe hinein bringt, die allgemeinerer Natur zu sein scheinen, wird das nicht ganz so deutlich. Ich habe hier auf meinem Schreibtisch nur das neuere Buch, also "Spielintelligenz im Fußball kindgemäß trainieren", es scheint aber größtenteils deckungsgleich mit dem älteren "Fußball kindgemäß trainieren" zu sein, auf jeden Fall gibt es in beiden vier "Fußballentwicklungsstufen" (im Folgenden "FES"), siehe beigefügte Abbildungen des Inhaltsverzeichnisses des älteren Buches aus Amazon's "Blick ins Buch":
    [list=1][*]FES: Spiele für grundlegende Fertigkeiten und Fähigkeiten - Sie wendet sich an Spieler ab 7 Jahren (s. Tabelle in ebenfalls beigefügtem Bild) -- also ab F-Jugend (U8)
    [*]FES: Spiele für Minifußball/funino: Ab 8 Jahre -- also ab zweitem F-Jahr (U9)
    [*]FES: Spiele für Fußball 5 (Futsal, Anm. des Verf.) und Fußball 7: Ab 10 Jahre -- also in der E-Jugend, zweites Jahr (U11)
    [*]FES: Vereinfachte Spiele für Fußball 8 (das kommt dem D9 recht nahe, Anm. des Verf.): Ab 13 Jahre -- also ab zweitem D-Jahr (U13)
    [*]FES: Spiele für Fußball 11:11: Ab 14 Jahren -- also ab C-Jugend. Diese Stufe wird in seinem Buch aber nicht mehr behandelt.

    Schade, dass der Beitrag von Sir Alex, den ich leider erst mit einem Tag Verspätung lesen kann, nicht so viel Beachtung fand, wie Steini finde ich ihn nämlich sehr gut, und auch aus dem Breitensport kann ich seine Beobachtungen und Thesen bestätigen. Bei uns war es so, dass in der F, ich bin mir zwar nicht mehr sicher in welchem, tendiere aber zum Ende des ersten Jahres, die Mannschaft des Nachbarorts alle anderen Teams in der Gruppe hoch besiegte, eben indem sie ein Passspiel aufzog. Das klappte auch gegen uns hervorragend: unsere Spieler rannten quasi immer von Mann zu Mann, aber der Ball war ja natürlich schneller und trotz aufopferungsvollem Kampf war dann halt immer wieder ein gegnerischer Spieler frei vor dem Tor und schob ein. Für unerfahrene Zuschauer, zu denen damals ich auch noch zählte, sah das sehr beeindruckend aus.


    Nun, ein oder zwei Jahre später war es mit der Herrlichkeit aber schon wieder vorbei, diese zuvor so überragende Mannschaft war nur noch im Mittelfeld zu finden, eine unter vielen grauen Mäusen. Dieser Wandel hat mich so sehr gewundert, dass ich schon dachte, dass sich ihre Zusammensetzung geändert hätte, was aber, wie mir auf Anfrage berichtet wurde, nicht der Fall war. Als wir dann gegen sie spielte, meinte ich, den Grund heraus gefunden zu haben: unser Team war an Erfahrungen reicher geworden und hatte im Defensivverhalten zugelegt, d.h. sie standen kompakter und konnten die Gegenspieler schneller und geschickter unter Druck setzen, wenn sie in Ballbesitz kamen. Und da zeigte sich dann, dass diese Spieler sich eben sehr schwer damit taten, im 1:1 den Ball zu behaupten. Ich würde im Nachhinein behaupten, dass dort zu früh der Fokus auf das Passspiel gesetzt wurde und zu wenig Ballbehandlung und Dribbling thematisiert wurde.


    Einmal spielten wir auch gegen die jahrgangsgleiche Mannschaft von Eintracht Frankfurt. Da ich allen unseren Spielern die Gelegenheit geben wollte, an diesem Highlight teilzunehmen, und die Spieler der SGE eben das von Sir Alex beobachtete Passspiel aufzogen, war das Ergebnis am Ende mit 17:0 übderdeutlich, spiegelte aber das tatsächliche Spielgeschehen nicht wirklich wieder. Natürlich war die Eintracht uns hoch überlegen, aber es war halt, wie von Sir Alex beschrieben: sie hatten es gegen uns insofern mit dem Toreschießen leicht, dass es ihnen alleine dadurch, dass sie den Ball laufen ließen, gelang, einen Spieler im torgefährlichen Bereich frei zu spielen. Schafften es unsere Spieler aber mal, ihre Gegner in Zweikämpfe zu verwickeln, so zeigte sich, dass der Unterschied in der eigentlichen spielerischen Klasse deutlich geringer war als es das Spielergebnis vermuten lässt. Ich behaupte auch nach wie vor, dass die stärksten vier, fünf unserer Spieler sich vor ihren Gegnern an diesem Tag nicht zu verstecken brauchten. Sie standen aber nie alle gemeinsam auf dem Platz, und selbst wenn sie es getan hätten, so hätten die ein oder zwei (demgegenüber) schwächeren Spieler dem Gegner gereicht, um uns trotzdem scheinbar vorzuführen. Ich hoffe, Ihr interpretiert meine Aussagen jetzt nicht falsch, ich habe überhaupt kein Problem damit, in diesem Spiel so deutlich verloren zu haben, ich muss den Gegner nicht schlecht reden, um mein Gesicht als Trainer zu wahren. Nein, mir geht es darum, dass man genauer hinsehen muss, als es viele tun.


    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es völlig normal ist, wenn Kinder im F-Alter noch sehr egozentrisch sind. Man beachte den Unterschied zu egoistisch. Ich finde es auch positiv, wenn sich die Kinder ins Dribbling und den offensiven Zweikampf trauen, das spricht für ein gesundes Selbstbewusstsein und dafür, dass sie die Inititative ergreifen und dem Spiel auch ihren Stempel aufdrücken wollen. Das ist für mich erklärtes Ziel, ich möchte, dass jeder meiner Spieler gerne in Ballbesitz ist. Ist das der Fall, so geht es dann neben der Vermittlung der technischen Fähigkeiten sowohl im Dribbling wie im Passen, in der Folge um die Spielintelligenz, d.h. darum, zu entscheiden, wann welche der zur Verfügung stehenden Optionen die beste ist. Mal ist das das Dribbling, mal der Pass, manchmal auch der Abbruch der Offensivaktion, obwohl man letzteres Kindern wohl nur ganz schwer begreiflich machen kann und es daher in vielen Fällen gar nicht erst versuchen sollte. Ich habe vor, unseren noch jungen F-lingen das Zusammenspiel zunächst aber nur in sehr kleinen Gruppen, also im ersten Schritt Pärchen, beizubringen, später wird dann die Dreiergruppe daraus. Ich bin mal gespannt, ob und wie das klappt, aber eigentlich recht zuversichtlich.


    Noch was: wenn Spieler ihren Mitspielern den Ball abnehmen, so geht das gar nicht. Darüber herrscht hier mittlerweile ja Konsens. Ich werde auch versuchen, unseren F-lingen zu vermitteln, dass man nicht im Weg des ballführenden Mitspielers stehen bleibt, sondern ihm pronto Platz machen sollte.

    Passen ist etwas anderes als einfach nur den Ball zu treten. Letzteres ist aber das, was die Zwerge in deinen Beispielen tun. Sobald die Kids über das Stadium hinaus sind, in dem sie den Ball einfach nur treten, wollen sie dribbeln. Das sieht dann im ersten Schritt so aus, dass sie den Ball treten und hinter ihm her rennen, um ihn wieder zu treten, wenn sie ihn eingeholt haben. Typischerweise stören andere Personen dabei mehr als dass sie willkommene Spielpartner sind. Das ist so das, was ich bei den meisten kleinen Kindern sehe.