Beiträge von tobn

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    Vorab: der Hinweis zur Suchfunktion ist sehr gut, dieses Thema ist hier tatsächlich schon desöfteren behandelt worden.


    Ich (Marcel, 18 Jahre alt) betreue derzeit eine F-Jugend (2006/07er Spieler) und habe diesbezüglich eine Frage an euch. Heute beim Spiel ist mir mal wieder konkret aufgefallen, wie ungeordnet wir stehen.


    Das ist erst einmal überhaupt kein Problem und völlig normal. Und ich würde auch nicht versuchen, das über die Zuweisung von festen Positionen abzustellen. Ich gehe mal davon aus, dass es dir um das Abwehrverhalten geht. Da sieht mein Vorgehen derzeit so aus, dass ich möchte, dass sich alle Spieler daran beteiligen, den Ball zu erobern. Da der Gegner den Ball in unserem Tor unterbringen möchte, heißt das, dass alle unsere Spieler dazu hinter den Ball kommen müssen. Wenn sie das tun und noch dazu beherzt und mutig in die Zweikämpfe gehen, dann ist alles tuffig, die Ordnung spielt nur eine geringere Rolle, der Gegner wird es aber sehr schwer haben, ein Tor zu erzielen. Natürlich stelle ich die Kids auch in einer Grundformation auf den Platz, da bevorzuge ich aber ein flaches System, also ein 3:3.


    Wir geben den Kindern vor dem Spiel ihre jeweiligen Position mit [...]


    Welche Positionen sind das denn?


    (Sollte man Kindern eigentlich in dem Alter schon Abwehr, Mittelfeld oder Sturm als Position mit auf den Weg geben?), [...]


    Ich vermeide bewusst diese Begriffe, weil sie mir im Kleinfeld- und noch mehr im Kinderfußball zu eindimensional sind. Wenn ich einem Sechsjährigen sage, dass er in der Abwehr spielt, dann tut er auch nur das, er bleibt also hinten stehen. Und der Stürmer bleibt vorne. Das will ich aber nicht, sie sollen alle gemeinsam angreifen und auch alle gemeinsam verteidigen. Deshalb spreche ich im Kinderbereich gezielt nicht von Stürmern und Abwehrspielern. Und wenn doch, dann erkläre ich den Kindern dabei, dass ich den Begriff nur situationsbezogen verwende.


    Vielleicht könnte man zwischen den zwei Situationen Angriff und Abwehr unterscheiden. Man könnte also sagen, dass bei eigenem Ballbesitz die hintere Reihe das Mittelfeld und die vordere der Sturn ist, und sobald der Gegner den Ball erobert, ist die hintere Reihe die Abwehr und die vordere das (defensive) Mittelfeld.


    [...] und dennoch gehen im Spiel meist alle auf den Ball und sind daher nur in geringem Maße positionstreu.


    Das ist gut, freue dich darüber. In vielen F-Mannschaften, die ich kenne, interessiert sich ein gutes Drittel der Spieler mal nullkommanix für Abwehrarbeit... Und dann gibt es noch eine ganze Reihe von Kindern, die Angst vor dem Defensivzweikampf haben. Da geht es dann erst mal darum, ihnen zu vermitteln, dass zum Toreschießen auch das Verhindern von Gegentoren dazu gehört, und außerdem bietet man ihnen viele 1:1-Situationen, damit sie die Angst ablegen. Wenn sie soweit sind, dass sich (fast) alle an der Defensive beteiligen, dann kann man anfangen, ihnen eine situativ sinnvolle Raumaufteilung nahe zu bringen. Dazu braucht man aber keine Positionen, das Ziel für jeden Spieler ist ja vielmehr, die Situation zu erfassen und die sinnvollste eigene Aktion zu ermitteln. Die Positionen sorgen nur dafür, dass die Wahrscheinlichkeit, sich in bestimmten Situationen zu finden, unterschiedlich sind.


    Auf der einen Seite ist mir natürlich bewusst, dass man von solch kleinen Kindern noch keine Formationen, etc. erwarten kann. Dennoch würde mich interessieren, wie es andere Trainer machen. Sollte ich im Training verstärkt üben, dass die Kinder ihre ungefähre Position und Seite einhalten?


    Von mir hierzu ein klares nein. Im Spiel gegen den Ball ist es sinnvoll, (viel) später wird das Verdichten des Raums um den ballführenden Gegner ja sogar dediziertes Trainingsthema. Möchtest du die Raumaufteilung und die Wahrnehmung des Raums deiner Spieler fördern, so verwende Spielformen, die dazu animieren, den Raum zu nutzen, also bspw. das Spiel auf vier Tore. Mit der Zuweisung von Positionen und dem Hinweis darauf an die Kinder habe ich persönlich (leider) ganz schlechte Erfahrungen gemacht.

    Das Titelthema der aktuellen ft Junior (Ausgabe 02/2014) ist übrigens: "Dortmund, Bremen, M'Gladbach, Freiburg: Zu Besuch in den Bundesliga-Talentzentren". Darüber hinaus gibt es einen Bericht mit dem Titel: "Talent-Scouting: Wie Schalke 04 die Stars von morgen sucht!" sowie einen Beitrag von Paul Schomann mit der Überschrift: "Gefahren des Vereinswechsels: Hoch gehandelter Profi-Nachwuchs... ...und die negativen Seiten, ein kleiner 'Star' zu sein!"

    Ich habe versucht, zu Distanzschüssen zu animieren, indem ich ein funino-/Minifußballfeld (à la Horst Wein) aufgebaut habe und Jugendtore (5 m x 2 m) anstelle der Minitore auf die Grundlinien gestellt habe. Dann habe ich funino/Minifußball spielen lassen, wobei der vierte Spieler ins Tor gegangen ist anstatt als Auswechselspieler zu fungieren. Und dann habe ich Tore doppelt gezählt, wenn sie von außerhalb des Strafraums erzielt wurden. Im Prinzip ist es ja so, dass man, wenn man Tore nur aus der Schusszone erlaubt, und zusätzlich noch Minitore mit einer entsprechend kleinen Trefferfläche verwendet, man das Kombinieren bis sehr kurz vor das Tor fördert, also praktisch das Hineintragen des Balls ins Tor. Ich habe das umgedreht, also große Tore genommen und Tore stärker belohnt, die aus der Distanz erzielt wurden -- Tore aus kurzer Distanz sollten aber natürlich trotzdem zählen.

    Ja, Nela, dann hat die FPL es naturgemäß schwer, weil gerade die Trainer sich stark umorientieren müssen. Beim Spiel mit Schiedsrichter ist dieser dafür zuständig, dafür zu sorgen, dass es gerecht zugeht, dass keine der beiden Parteien benachteiligt oder bevorzugt wird. Der Trainer ist dabei nur für das Wohl seiner eigenen Mannschaft zuständig. Und zumeist ist er sehr daran interessiert, dass das Spiel für sie gut läuft, die meisten Trainer sehen das Spiel durch eine stark gefärbte Brille. Oft fehlt die Distanz zu dem Geschehen auf dem Platz völlig.


    Die FPL verlangt nun eigentlich von beiden Trainern, dass sie unparteiisch agieren und nur im Sinne aller Kinder auf dem Platz handeln, d.h. dass sie eben keinen Unterschied zwischen den Spielern ihrer Mannschaft und den anderen Spielern machen. Sie müssen sich innerlich von ihrer Mannschaft ein Stück weit distanzieren und müssen sich die Anliegen der anderen Mannschaft genauso zu eigen machen wie die der eigenen. Sie sollten nicht anstreben, dass eine bestimmte der beiden Mannschaften den Sieg erringt, sondern vielmehr, dass es ein möglichst gutes Spiel wird. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine..

    Siehst du, Fußballbaron, und die FPL erwartet von den Trainern genügend Reife, dass sie das selbst gemeinsam hinbekommen. Das entspricht eigentlich auch meinen Vorstellungen. Eine solche Rolle wäre vielleicht zu Beginn der FPL tatsächlich sinnvoll, ich denke aber, dass er nach einer Weile obsolet wäre, wenn dann nämlich die Trainer kapiert haben, wie der Hase läuft. Das sollte eigentlich kaum mehr als zwei oder drei Spiele dauern. Das Problem ist nur: wo willst du diese Leute her nehmen? Du bräuchtest du Saisonbeginn bei uns davon ca. zwanzig, da es pro Jahrgang bei uns im Kreis ca. vierzig Mannschaften gibt. Willst du das auch noch in den anderen Jahrgängen, in denen die FPL gilt, auch machen, so brauchst du entsprechend mehr Leute -- einige werden zwar mehrere FPL-Spiele pro Tag leiten können, aber einige werden auch verhindert sein... Sagen wir also mal, dass du vierzig Leute brauchst. Die kriegst du nie und nimmer zusammen. Und nach anderthalb Monaten brauchst du sie schon wieder nicht mehr...


    Letztlich wären diese Leute doch Schiedsrichter, die halt als Spielleiter fungieren. Klappt in der Realität aber nicht, weil es davon nicht genügend gibt. Deshalb gibt es ja in den unteren Jahrgängen keine offiziellen Schiedsrichter, sondern stattdessen Laien, die sich zwar überwiegend Mühe geben, aber halt in schwierigen Partien völlig überfordert sind. Da nimmt die FPL halt die Trainer in die Verantwortung.


    Es ist aber tatsächlich so, dass die Einführungsphase bei der FPL ungeheuer wichtig ist. Ich finde es daher schon mal sehr gut, dass bei uns in Hessen flächendeckend Schulungen zu dem Thema durchgeführt wurden. Ich würde mir zwar wünschen, dass es darüber hinaus noch einen verpflichtenden Praxistag gibt, in dem die FPL auch mal praktisch durchgeführt wird. Da könnte man dann tatsächlich mal pro Platz einen Aufseher haben, der den Kandidaten dann erklärt, wie die ganze Chose abläuft, was sie tun sollten und was nicht. Das würde, denke ich, noch viel mehr bringen als die rein theoretischen Schulungen.

    Wie hier schon mehrfach festgestellt wurde, haben wir es hier nicht mit einem Versagen der FPL zu tun, sondern mit einem Versagen der Verantwortlichen, allen voran den beteiligten Trainern. Wenn aber Steini und Co. Recht haben, dann stinkt in der betroffenen Region der Fisch bezüglich der FPL wohl schon ziemlich vom Kopf her. Sehr schade... Wahrscheinlich wurde die FPL einfach angeordnet, ohne dass die Trainer oder Verantwortlichen im Kreis entsprechend geschult wurden. Dann sehe ich nicht wirklich ein, warum man die Vereine anschließend bestraft, wenn es nicht klappt. Man sollte einfach mal alle Personen, die als Verantwortliche im KiFu unterwegs sind, auf die entsprechenden Schulungen schicken. Da könnte man auch gleich noch auf die hier genannten Kurzschulungen Nr. 3 und 6 hinweisen.


    ich denke das ein (guter) schiedsrichter das 'hochkochen' solcher situationen schon im vorfeld unterbinden kann.


    Ein guter Schiri kann das, keine Frage. Aber in der F-Jugend hast du mit ziemlicher Sicherheit keinen solchen Schiri, bei uns zumindest nicht. Schiris vom Verband gibt es erst ab der D-Jugend, für die Kinderspiele reicht deren Zahl schlicht und ergreifend nicht. Also pfeifen Eltern oder Jugendliche. Eltern sind nicht selten nicht wirklich unparteiisch. Jugendliche sowie auch recht viele Eltern sind auch damit überfordert, wenn die Situation eskaliert. Da gibt es keinen Unterschied zwischen dem Spiel mit (nicht offiziellem) Schiri und der FPL: wenn die Situation zu eskalieren droht, sind unbedingt die Trainer gefragt. Agieren sie Hand in Hand, so bekommt man praktisch jede Situation in den Griff. Sind sie jedoch nicht zur Kooperation bereit, dann geht das Ding fast unweigerlich den Bach runter. Das kann eigentlich nur dadurch verhindert werden, dass ein erfahrener Vereinsverantwortlicher mit entsprechender Autorität anwesend ist, der die Situation in die Hand nimmt..


    für solche eltern werden doch solche begebenheiten teilweise als 'regelfreier' raum angesehen und sie haben einfach das bedürfnis und sehen sich auch im recht dort einzugreifen, wenn keiner (also kein 'unparteiischer') gewisse strittige spielsituationen regelt.


    Hast du die beiden Artikel gelesen? Mir kommt es viel eher so vor, als hätten die Spieler des TSV Meitingen überhart gespielt und die FPL ausgenutzt, ihr Trainer scheint auch nichts dagegen unternommen zu haben, zwischen den Zeilen kommt durch, dass, wenn überhaupt, eher das Gegenteil der Fall war. Und die Trainern des TSV Steppach scheint sich das zu lange tatenlos angeschaut zu haben.


    Hier kann doch nachlsesen:

    Zitat

    Das Verhalten der Meitinger Verantwortlichen habe zu einer sich stets steigernden, aggressiven Stimmung seitens der Meitinger Spieler geführt, die grobe Fouls begingen oder Steppacher Spieler von hinten am Trikot rissen.
    [...]
    "Wir legen extrem viel Wert auf Fair Play", sagt Steffi Drechsel. Deshalb habe man sich zurückgehalten und die Kinder entscheiden lassen, wie das in der FairPlay Liga üblich sei. Das Geschehen eskalierte, als ein Steppacher Spieler verletzt und vor Schmerz brüllend am Boden lag. Drechsel: "Die Steppacher riefen 'Foul', doch das Spiel lief weiter." Da der gefoulte Spieler immer noch schrie und nicht aufstand, betrat seine Mutter bei der nächsten Unterbrechung den Platz, um sich um ihren Sohn zu kümmern. Daraufhin ist sie vom Meitinger Trainer mit den Worten "Schleich dich! Du hast vom Fußball keine Ahnung" bedacht worden. Ein Steppacher Zuschauer hat daraufhin gerufen: "So ein Bauer!" Steffi Drechsel ist entrüstet: "Und dafür sollen wir nun Strafe zahlen?"


    Ich bin der Meinung, dass hier die FPL missverstanden wurde. Wenn einseitig und sich steigernd unfair gespielt wird, dann lasse ich das als Trainer nicht laufen. Wenn meine Spieler die Übeltäter sind, dann hole ich sie entweder, falls es nur einzelne sind, einzeln raus und erkläre ihnen, was nicht geht und warum, kurz später können sie dann wieder rein und ich schaue mir an, ob sich ihr Verhalten gebessert hat. Wenn nicht, hole ich sie wieder raus und werde deutlicher. Wenn es mehr als zwei meiner Spieler sind, dann unterbreche ich das Spiel, rufe alle Kids zusammen und erkläre dann meinen Spielern im Beisein der anderen Mannschaft sowie ihres Trainers, warum ich unterbreche, was ich gesehen habe, aber nicht mehr sehen will. Dann geht es weiter.


    Spielt das andere Team unfair, so spreche ich zunächst den Trainer darauf an, freundlich aber bestimmt. Ich frage ihn also z.B. unmittelbar nach einer unfairen Aktion eines seiner Spieler, wie er diese Aktion beurteilt. meine Meinung äußere ich auch, fordere aber nicht seine Zustimmung oder überhaupt einen Konsens, ich teile erst mal nur meine Einschätzung mit. Das mache ich noch ein oder zwei mal, dann beschwere ich mich aber bei ihm und rufe ihn dazu auf, das gemeinsam mit mir zu unterbinden. Geht er nicht darauf ein, so kündige ich an, dass ich mir das nicht mehr lange anschauen werde. Und als letzte Maßnahme greife ich dann halt zum passiven Widerstand.


    EDIT (hinzu gefügt): Hier gab es aber wohl einen Trainer, der tatenlos zugesehen hat, wie seine Spieler immer grober gespielt haben, und auf der anderen Seite eine Trainerin, die sich das angesehen hat und auch überhaupt nichts getan hat. Und zwar nicht mal, als ein Kind brüllend am Boden lag. Da fackele ich nicht lange, da laufe ich auf den Platz und kümmere mich um meinen Spieler. Ob das Spiel weiter läuft oder nicht, ist mir dabei zunächst egal, ich kümmere mich um meinen verletzten Spieler -- normalerweise unterbreche ich aber auch.


    ich weiss nicht mehr wer es hier war, der der meinung war, das man halt im rahmen der fpl, wenn man mit den entscheidungen, oder vorgehensweisen seiner gegner (besser wäre wohl der begriff wettbewerbspartner) nicht einverstanden ist einfach seine jungs vom feld holen solle........... sowas finde ich einfach schlimm und dem sinne eines fairplay sehr abträglich.


    Das war wahrscheinlich ich. Ich befürchte aber, dass du mich falsch verstanden hast. Ich würde nicht "einfach meine Jungs vom Feld holen", wenn ich mit der Vorgehensweise meines "Partners" nicht einverstanden bin, sondern erst, wenn er seiner Verantwortung nicht gerecht wird, sich absolut unkooperativ und unpartnerschaftlich verhält und damit grob gegen die Prinzipien der FPL verstößt, und ich außerdem befürchten muss, dass meine Schützlinge akut verletzungsgefährdet sind oder die Gesamtsituation droht, aus dem Ruder zu laufen. Da ich keine Handhabe gegenüber meinem Partner, der sich aber dieser Rolle tatsächlich verweigert, habe, kann ich die Situation dann doch nur retten, indem ich den Herd ausdrehe. Ich hole also meine Spieler an den Spielfeldrand, wohlgemerkt aber nicht vom Platz, ich breche also das Spiel nicht ab, lasse aber die unfaire Truppe alleine spielen. Dabei hoffe ich, dass der andere Trainer darüber vor allem verdutzt ist. Ich erkläre mich auch selbstverständlich dazu bereit, das Spiel wieder normal aufzunehmen, sobald seine Spieler ihr unfaires Spiel unterlassen. Gerne erkläre ich ihnen, was ich meine, und zwar natürlich auch, ohne einzelne Spieler dabei heraus zu picken und an den Pranger zu stellen. D.h. ich mache einfach mal fünf Minuten Regelkunde und Deeskalation. Ich lasse z.B. vielleicht auch alle Spieler sich noch mal und richtig die Hand geben, sie sich vielleicht sogar alle sich gegenseitig vorstellen. Und dann können wir gerne weiter spielen, selbst wenn inzwischen zwanzig Minuten verloren wurden und nur noch fünf übrig sind: lieber fünf gute Minuten als 25 schlechte.


    Klappt das übrigens nicht und reagiert der andere Trainer negativ auf meine Aktion, so bleibe ich einfach standhaft und vermeide jegliche Provokation. Ich schicke meine Elternschaft weg und achte darauf, dass sie sich nicht auf einen Disput mit den anderen Eltern einlässt. Nach dem Spiel nehme ich einen Eintrag im Spielbericht vor, das sollen wir in einem solchen Fall machen, wie uns bei der FPL-Schulung mitgeteilt wurde. Dass es noch schlimmer wird, kann ich mir kaum vorstellen..


    Der Fokus sollte nicht auf einem Spiel ohne Schiedsrichter liegen, sondern auf einem Spiel ohne Eltern.


    Nein. Die Eltern sollen sich aus dem Spiel der Kinder raus halten, die Trainer sollen gemeinsam dafür, dass das Spiel funktioniert, Verantwortung übernehmen, sollen den Spielern die Verantwortung für die Leitung des Spiels im Rahmen ihrer Möglichkeiten übergeben, und sollen einschreiten, wenn ihre Möglichkeiten zur Regelung des Spiels nicht ausreichen.

    wo sich mir dann die frage stellt was wichtiger ist, der individuelle erfolg eines spielers, oder der erfolg des teams, des kollektivs, der mannschaft...............


    Der individuelle Erfolg aller einzelnen Spieler ist in G und F wichtiger als der Erfolg des Teams. Als Trainer versucht man, beides in Einklang zu bringen, und man kann sich dabei durchaus ganz geschickt anstellen. Wenn beides aber nicht gemeinsam erreicht werden kann, so sind die einzelnen Erfolgserlebnisse der Spieler wichtiger als der Sieg des Teams. D.h. z.B. dass ich nicht darauf verzichte, einen schwächeren Spieler, den ich mit genommen habe, lang genug einzusetzen, auch wenn dadurch meine Mannschaft schwächer ist. Geschickterweise setze ich diesen Spieler bereits recht früh ein, so kommt er vor der evtl. heißen Schlussphase des Spiels auf seine Kosten.

    in dieser Rückrunde fällt mir verstärkt auf, dass sich unsere Mannschaft dadurch eher selbst schlägt als dass es der Gegner tut, weil sie schlecht verteidigen bzw. abwehren.


    Lasse die Ergebnisse mal lieber ein wenig mehr außer acht..


    Beispiel von gestern abend: drei Leute bei einem Gegenspieler, zwei andere können frei aufs Tor zulaufen.


    Wo war denn der Ball? Wenn der Gegenspieler, den Eure drei Spieler angriffen, den Ball führte, war das doch in Ordnung. Welches Verhalten hättest du dir gewünscht?


    Wie trainiert man so etwas und ab welcher Altersklasse ?


    Jedenfalls nocht nicht in der G. Die Frage ist aber: welches Verhalten strebst du am Ende an? Heutzutage wünscht man sich für gewöhnlich nicht, dass Manndeckung in Reinkultur gespielt wird, also in Eurem Beispiel nur ein Spieler den ballführenden Gegner angegriffen hätte, während die anderen zwei Spieler die anderen zwei Gegenspieler eng gedeckt hätten. Ich versuche, das Grundprinzip meinen Spielern mit den Regeln zu erklären, auf denen das ganze Spiel beruht: es gibt ein Gegentor, wenn der Ball im eigenen Tor landet. Deshalb ist immer der Spieler mit dem Ball der gefährlichste, ihn muss man angreifen, um den Ball selbst zu erobern. Wenn das die Kids konsequent und mutig tun, bin ich erst einmal froh über diesen ersten Schritt. Danach versuche ich zu erreichen, dass sich alle Spieler an der Abwehrarbeit beteiligen, d.h. bei deinem Beispiel auch die anderen drei Spieler hinter den Ball zurück kommen, so schnell sie können. Dann werden wahrscheinlich auch die beiden Angreifer nicht mehr gefährlich werden können. Das Verteidigen in der Gruppe ist eigentlich erst Thema ab der D, ich habe Teile davon in der E schon mal behandelt, wenn es sich anbot. Aber in der G hat das noch nichts verloren.


    Danke für Tipps - mir tut es immer so leid, wenn die Kinder vorne Tore machen und nicht dafür belohnt werden...


    Wieso werden sie denn nicht belohnt? Sie haben doch ihre Tore gemacht.

    Nö, guenter, das passt schon. Die Schwierigkeit bei F-Junioren ist dabei halt, dass sie sehr egozentrisch sind. Das ist völlig normal für dieses Alter, aber es steht halt dem Verständnis für den Mannschftsgedanken und der Bereitschaft zur Einordnung in die Gruppe entgegen. In diesem Alter sind Kinder untereinander auch ziemlich schonungslos, da wird offen dem anderen gesagt, was man von ihm hält. Die Fähigkeit, sich selbst in den anderen hinein zu versetzen, entwickelt sich erst. Das muss der Kindertrainer berücksichtigen. Er muss es also einerseits allen Kindern ermöglich, eigene Erfolge zu haben, um ihren normalen und gesunden Egoismus zu befriedigen, was dann ja auch zum Aufbau von Selbstbewusstsein führt, andererseits muss er aber auch ihre sozialen Sinne schärfen, und die Eingliederung aller Kinder in die Gruppe sowie gegenseitigen Respekt, Achtung und Unterstützung fördern. Beides in Einklang zu bringen ist vielleicht die schwerste Aufgabe im KiFu. Dagegen ist es viel einfacher, Siege einzufahren, indem man einfach die stärksten Spieler nach vorne stellt und ein oder zwei furchtlose und rustikale Kinder nach hinten, und dann noch mit dem Rest die Vakanzen auffüllt. Nur bringt das keinem der Spieler etwas und zwei Jahre später werden sie von den Gegnern, die sie in der F noch besiegt haben, gnadenlos ausgespielt.

    Wir reden hier von einer jungen F-Jugend, nicht wahr? Ich trainiere seit Anfang des Jahres selbst so eine, ich kenne also diese Truppe sehr gut und habe auch eine ganze Reihe anderer Mannschaften dieser Altersklasse erlebt. Da ist es überhaupt nicht vorstellbar, die Spielweise der Kinder von einem zum nächsten Spiel zu verändern, es sei denn, man trichtert es ihnen entsprechend ein. Insgesamt klingt dein Beitrag so, Jantosch, als hättest du eine eher starke Mannschaft, aber auch so, als würdest du mit ihnen Inhalte praktizieren, die erst ab älterer E verstärkt zum Tragen kommen. Wie Steini hier gut formuliert hat, ist man im Kinderfußball vor allem Individualtrainer, der Erfolg der Mannschaft in den Spielen darf sich gerne einstellen, Priorität hat aber die ganzheitliche Entwicklung der einzelnen Spieler. Daher ist es sinnvoller, sich zu überlegen, in welchen Schritten man vorgehen möchte, um den besten Lernerfolg zu haben. Am besten steckt man sich da Ziele für das Ende jeder Altersklasse und überlegt sich dann, wie man sie am besten erreichen kann. Dabei geht es stets um Ausbildungsziele, nicht um Tabellenplätze.


    Um deine Frage zu beantworten: spielt einfach ganz normal, so wie die Kids es gewohnt sind.

    Nicht, dass ich wüsste, aber dafür ist, soweit ich weiß, der Heímverein zuständig. Bei uns werden Zuschauer üblicherweise hinter die Absperrungen geschickt, die für Großfeldspiele gelten. Auf dem Platz stehen nur der Schiri, die Spieler, die Trainer und die zwei Assistenten.

    tobn
    Jetzt sollte Dir klar sein, in welchem Trikot ich ihn lieber sehen würde.


    Ach so, Herne-West^H^H^H^H^H^H^H^H^H königsblau. Kannst dir da ja gemeinsam mit Andre die Karten holen.


    Ich bin übrigens noch geneigt, TW-Trainer in seinen Ausführungen zur Niederlande und Deutschland zu folgen. Ich denke auch, dass der Großteil der ganz jungen Spieler, die sich jetzt überraschend im 30er-Kader finden, nicht mit nach Brasilien fliegen wird. Über die jetzige Anerkennung sollten sie sich aber dennoch freuen.

    Tobn, glaub auch, dass die meisten Mannschaften auf Konter spielen werden, würde sicherlich auch uns gut stehen.aber wie willst du auf Konter spielen, wenn du in Rückstand liegst?


    Das geht dann natürlich nicht mehr so gut. Wobei es auch ein bisschen darauf ankommt. Die in Führung liegende Mannschaft kann natürlich versuchen, ein 1:0 über die Zeit zu retten, das ist aber doch ein ziemlich riskantes Unterfangen, wenn der Niveauunterschied zwischen den Teams nicht sehr deutlich ist. Den meisten Teams fällt es schon schwer, über 70 Minuten oder mehr gegen eine gute Truppe defensiv permanent hochkonzentriert zu sein und keine Fehler zu machen. Mehr noch, wenn die Mannschaft nicht so sehr eingespielt ist, wie es ja bei einigen Nationalmannschaften der Fall ist -- will sagen: viele von ihnen sind weniger eingespielt als hochklassige Proficlubs. Also wird die in Führung liegende Mannschaft normalerweise recht normal weiter spielen, wahrscheinlich sogar versuchen, gleich einen zweiten Treffer nachzusetzen, solange der Gegner sich noch nicht wieder vom Gegentreffer erholt hat. Mit einer Zweitoreführung oder ab der 75. Minute sieht es sicher anders aus, da wird man versuchen, auch eine Führung mit nur einem Tor ins Ziel zu retten.


    Bin ausserdem auf das Fussballspiel gespannt, wo beide Mannschaften mit 2 4er Ketten vor dem Strafraum bleiben, und beide nur auf Konter spielen wollen (überspitzt jetzt), lass mal Arsenal gegen Arsenal spielen, ich schalte dann um.


    Das würde ich auch. Ich glaube aber nicht, dass es sowas oft geben wird.


    ist doch jetzt schon stinklangweilig, wenn 2 Mannschaften voll auf Ballbesitz spielen, die das auch gut beherrschen.


    Hmm, an wen denkst du denn da? Guardiola lässt die Bayern auf Ballbesitz spielen und Barca macht das traditionell. Aber wer denn noch? Ich finde es ziemlich öde, wenn ein Team auf Ballbesitz spielt und das andere ein Abwehrpressing dagegen auffährt, also wie bei der letzten EM im Gruppenspiel von Spanien gegen Italien. Die Italiener haben das sehr geschickt gemacht, keine Frage, aus mannschaftstaktischer Sicht hat das durchaus erst einmal Spaß gemacht, das war aber nur ein Strohfeuer, denn an der Ausrichtung hat sich ja, wenn ich mich recht erinnere, das ganze Spiel über nichts verändert. Trotzdem ist mir ein solches Spiel lieber als so mancher Grottenkick -- ich erinnere mich da an ein Gruppenspiel mit englischer Beteiligung bei der WM 2010. Da lief auf beiden Seiten so wenig zusammen, es war so uninspiriert, das fand ich noch schlimmer..


    Als Bayernsympathisant freue ich mich da ja direkt auf Dortmund.


    Ich bin auf das Spiel gespannt. Der BVB ist sicher nicht Real Madrid, aber durchaus nicht ungefährlich für die Bayern. Die Bienchen sahen gegen die Galaktischen im Rückspiel des CL-Viertelfinales jedenfalls besser aus als die Bayern, trotz schlechterer Ausgangslage. Aber Real hat sich wahrscheinlich auch nach dem Hinspiel zu sicher gefühlt.


    Sammer war es übrigens, der vor einiger Zeit sagte, dass in den Nachwuchsmannschaften des DFB wieder etwas mehr Wert auf die Ausbildung von Spezialisten gelegt werden sollte. Er hatte glaube ich damals die Innenverteidiger im Blick.


    Darüber wurde hier ja schon diskutiert. An körperlichen Attributen kann keiner etwas drehen, da ist Philipp Lahm z.B. einfach als Innenverteidiger ungeeignet, da braucht man schon eine gewisse Größe. Aber ansonsten ist es heutzutage ja gerade wegen der sehr gut funktionierenden Defensivkonzepte wichtig, mit möglichst vielen Spielern angreifen zu können, um überhaupt Lücken reißen und lokal Überzahl herstellen zu können. Und dazu braucht man Spieler, die auf engem Raum und unter hohem Zeitdruck super mit dem Ball umgehen können. Torhüter, Innenverteidiger und Stürmer sind wohl tatsächlich ziemliche Spezialisten, d.h. Spieler, bei denen eine bestimmte Teilaufgabe deutlich dominiert. Aber ansonsten müssen doch alle sowohl offensiv als auch defensiv in allen taktischen Bereichen qualifiziert sein, sonst muss das Team von vornherein mehr arbeiten und laufen, um dieses Manko zu kompensieren.


    Ich glaube, dass Spieler wie Reus, Schürrle, Özil und Podolski von ihren Anlagen her auch wunderbar defensive Aufgaben erfüllen können: sie sind schnell, reaktionsschnell und können auch gut antizipieren. Außerdem, und das sage ich selbst als einer, der im Fußball selber überwiegend Defensivaufgaben bekleidet hat und immer noch tut, sind die Anforderungen, die man erfüllen muss, um defensiv gut zu spielen, doch tatsächlich geringere als die für ein wirklich gutes Offensivspiel -- dabei denke ich übrigens aber nicht an den lauernden Knipser im Strafraum, sondern eher an Spieler wie Reus, Ribery, Messi, etc. Ich glaube eher, dass bei den von mir anfangs dieses Absatzes genannten Spielern die innere Bereitschaft dazu fehlt, nach hinten zu arbeiten, sie haben, schlicht und ergreifend, keinen Bock darauf. Aber das geht halt nicht, das rächt sich gegen spielstarke Kontermannschaften.


    Aber es ist, wie du sagst: wir werden sehen.

    Ist es denn aber nicht auch so, dass heutzutage Innenverteidiger in der Regel so kopfballstark sind, dass sie mit einem einzigen Kopfballspieler keine wirklichen Probleme haben? Siehe z.B. Mandzukic gegen Ramos und Pepe. Gegen kopfballstarke Gegner unterstützen deshalb doch die ebenfalls kopfballstarken Innenverteidiger oft nicht mehr die Außenverteidiger beim Doppeln sondern überlassen das einem Mittelfeldspieler. Mein Eindruck ist, dass lange, hohe Bälle heutzutage nur noch selten gespielt werden, weil die Erfolsaussichten eben nicht sonderlich gut sind: die Abwehrspieler sind meist in der Überzahl und können besser zum Kopfball gehen als die Angreifer, zumindest bei Situationen aus dem Spiel heraus. Daher greifen die meisten Mannschaften ja erst zu langen Bällen und hohen Flanken in den Strafraum, wenn die Zeit so knapp wird, dass man einfach nicht mehr die Zeit hat, die gegnerische Defensive mit anderen Mitteln zu knacken. Mit gruppen- und mannschaftstaktischen Angriffszügen würde man zwar eigentlich Chancen mit höherer Erfolgswahrscheinlichkeit ausspielen, es dauert aber, bis man gegen eine gute Abwehr eine Lücke gerissen hat. Die langen Bälle hingegen haben eine viel geringere Erfolgswahrscheinlichkeit, haben aber keine lange Vorbereitungsphase.


    Weil die langen Bälle in den Strafraum gegen eine formierte Abwehr so relativ wenig vielversprechend sind und gleichzeitig die spielerischen Lösungen gegen eine solche Defensive nur von Mannschaften mit vielen technisch versierten und spielintelligenten Spielern erfolgreich gefunden werden können, könnte ich mir vorstellen, dass einige Mannschaften sich Real Madrid zum Vorbild nehmen und vor allem auf Konter spielen. Hatte die deutsche Nationalmannschaft nicht bei den letzten zwei Turnieren ähnlich gespielt? Schwierig für Löw könnte in diesem Zusammenhang werden, dass er recht viele Spieler hat, die sehr offensiv orientiert sind, aber (zumindest in der Nationalmannschaft) nicht so konsequent nach hinten arbeiten. Dabei denke ich z.B. an Reus (der das beim BVB hingegen wohl ganz gut macht), Kroos, Özil, Podolski und Schürrle, Götze vielleicht auch. Ich bin gespannt, ob die Balance gefunden wird.