Wie hier schon mehrfach festgestellt wurde, haben wir es hier nicht mit einem Versagen der FPL zu tun, sondern mit einem Versagen der Verantwortlichen, allen voran den beteiligten Trainern. Wenn aber Steini und Co. Recht haben, dann stinkt in der betroffenen Region der Fisch bezüglich der FPL wohl schon ziemlich vom Kopf her. Sehr schade... Wahrscheinlich wurde die FPL einfach angeordnet, ohne dass die Trainer oder Verantwortlichen im Kreis entsprechend geschult wurden. Dann sehe ich nicht wirklich ein, warum man die Vereine anschließend bestraft, wenn es nicht klappt. Man sollte einfach mal alle Personen, die als Verantwortliche im KiFu unterwegs sind, auf die entsprechenden Schulungen schicken. Da könnte man auch gleich noch auf die hier genannten Kurzschulungen Nr. 3 und 6 hinweisen.
ich denke das ein (guter) schiedsrichter das 'hochkochen' solcher situationen schon im vorfeld unterbinden kann.
Ein guter Schiri kann das, keine Frage. Aber in der F-Jugend hast du mit ziemlicher Sicherheit keinen solchen Schiri, bei uns zumindest nicht. Schiris vom Verband gibt es erst ab der D-Jugend, für die Kinderspiele reicht deren Zahl schlicht und ergreifend nicht. Also pfeifen Eltern oder Jugendliche. Eltern sind nicht selten nicht wirklich unparteiisch. Jugendliche sowie auch recht viele Eltern sind auch damit überfordert, wenn die Situation eskaliert. Da gibt es keinen Unterschied zwischen dem Spiel mit (nicht offiziellem) Schiri und der FPL: wenn die Situation zu eskalieren droht, sind unbedingt die Trainer gefragt. Agieren sie Hand in Hand, so bekommt man praktisch jede Situation in den Griff. Sind sie jedoch nicht zur Kooperation bereit, dann geht das Ding fast unweigerlich den Bach runter. Das kann eigentlich nur dadurch verhindert werden, dass ein erfahrener Vereinsverantwortlicher mit entsprechender Autorität anwesend ist, der die Situation in die Hand nimmt..
für solche eltern werden doch solche begebenheiten teilweise als 'regelfreier' raum angesehen und sie haben einfach das bedürfnis und sehen sich auch im recht dort einzugreifen, wenn keiner (also kein 'unparteiischer') gewisse strittige spielsituationen regelt.
Hast du die beiden Artikel gelesen? Mir kommt es viel eher so vor, als hätten die Spieler des TSV Meitingen überhart gespielt und die FPL ausgenutzt, ihr Trainer scheint auch nichts dagegen unternommen zu haben, zwischen den Zeilen kommt durch, dass, wenn überhaupt, eher das Gegenteil der Fall war. Und die Trainern des TSV Steppach scheint sich das zu lange tatenlos angeschaut zu haben.
Hier kann doch nachlsesen:
Zitat
Das Verhalten der Meitinger Verantwortlichen habe zu einer sich stets steigernden, aggressiven Stimmung seitens der Meitinger Spieler geführt, die grobe Fouls begingen oder Steppacher Spieler von hinten am Trikot rissen.
[...]
"Wir legen extrem viel Wert auf Fair Play", sagt Steffi Drechsel. Deshalb habe man sich zurückgehalten und die Kinder entscheiden lassen, wie das in der FairPlay Liga üblich sei. Das Geschehen eskalierte, als ein Steppacher Spieler verletzt und vor Schmerz brüllend am Boden lag. Drechsel: "Die Steppacher riefen 'Foul', doch das Spiel lief weiter." Da der gefoulte Spieler immer noch schrie und nicht aufstand, betrat seine Mutter bei der nächsten Unterbrechung den Platz, um sich um ihren Sohn zu kümmern. Daraufhin ist sie vom Meitinger Trainer mit den Worten "Schleich dich! Du hast vom Fußball keine Ahnung" bedacht worden. Ein Steppacher Zuschauer hat daraufhin gerufen: "So ein Bauer!" Steffi Drechsel ist entrüstet: "Und dafür sollen wir nun Strafe zahlen?"
Ich bin der Meinung, dass hier die FPL missverstanden wurde. Wenn einseitig und sich steigernd unfair gespielt wird, dann lasse ich das als Trainer nicht laufen. Wenn meine Spieler die Übeltäter sind, dann hole ich sie entweder, falls es nur einzelne sind, einzeln raus und erkläre ihnen, was nicht geht und warum, kurz später können sie dann wieder rein und ich schaue mir an, ob sich ihr Verhalten gebessert hat. Wenn nicht, hole ich sie wieder raus und werde deutlicher. Wenn es mehr als zwei meiner Spieler sind, dann unterbreche ich das Spiel, rufe alle Kids zusammen und erkläre dann meinen Spielern im Beisein der anderen Mannschaft sowie ihres Trainers, warum ich unterbreche, was ich gesehen habe, aber nicht mehr sehen will. Dann geht es weiter.
Spielt das andere Team unfair, so spreche ich zunächst den Trainer darauf an, freundlich aber bestimmt. Ich frage ihn also z.B. unmittelbar nach einer unfairen Aktion eines seiner Spieler, wie er diese Aktion beurteilt. meine Meinung äußere ich auch, fordere aber nicht seine Zustimmung oder überhaupt einen Konsens, ich teile erst mal nur meine Einschätzung mit. Das mache ich noch ein oder zwei mal, dann beschwere ich mich aber bei ihm und rufe ihn dazu auf, das gemeinsam mit mir zu unterbinden. Geht er nicht darauf ein, so kündige ich an, dass ich mir das nicht mehr lange anschauen werde. Und als letzte Maßnahme greife ich dann halt zum passiven Widerstand.
EDIT (hinzu gefügt): Hier gab es aber wohl einen Trainer, der tatenlos zugesehen hat, wie seine Spieler immer grober gespielt haben, und auf der anderen Seite eine Trainerin, die sich das angesehen hat und auch überhaupt nichts getan hat. Und zwar nicht mal, als ein Kind brüllend am Boden lag. Da fackele ich nicht lange, da laufe ich auf den Platz und kümmere mich um meinen Spieler. Ob das Spiel weiter läuft oder nicht, ist mir dabei zunächst egal, ich kümmere mich um meinen verletzten Spieler -- normalerweise unterbreche ich aber auch.
ich weiss nicht mehr wer es hier war, der der meinung war, das man halt im rahmen der fpl, wenn man mit den entscheidungen, oder vorgehensweisen seiner gegner (besser wäre wohl der begriff wettbewerbspartner) nicht einverstanden ist einfach seine jungs vom feld holen solle........... sowas finde ich einfach schlimm und dem sinne eines fairplay sehr abträglich.
Das war wahrscheinlich ich. Ich befürchte aber, dass du mich falsch verstanden hast. Ich würde nicht "einfach meine Jungs vom Feld holen", wenn ich mit der Vorgehensweise meines "Partners" nicht einverstanden bin, sondern erst, wenn er seiner Verantwortung nicht gerecht wird, sich absolut unkooperativ und unpartnerschaftlich verhält und damit grob gegen die Prinzipien der FPL verstößt, und ich außerdem befürchten muss, dass meine Schützlinge akut verletzungsgefährdet sind oder die Gesamtsituation droht, aus dem Ruder zu laufen. Da ich keine Handhabe gegenüber meinem Partner, der sich aber dieser Rolle tatsächlich verweigert, habe, kann ich die Situation dann doch nur retten, indem ich den Herd ausdrehe. Ich hole also meine Spieler an den Spielfeldrand, wohlgemerkt aber nicht vom Platz, ich breche also das Spiel nicht ab, lasse aber die unfaire Truppe alleine spielen. Dabei hoffe ich, dass der andere Trainer darüber vor allem verdutzt ist. Ich erkläre mich auch selbstverständlich dazu bereit, das Spiel wieder normal aufzunehmen, sobald seine Spieler ihr unfaires Spiel unterlassen. Gerne erkläre ich ihnen, was ich meine, und zwar natürlich auch, ohne einzelne Spieler dabei heraus zu picken und an den Pranger zu stellen. D.h. ich mache einfach mal fünf Minuten Regelkunde und Deeskalation. Ich lasse z.B. vielleicht auch alle Spieler sich noch mal und richtig die Hand geben, sie sich vielleicht sogar alle sich gegenseitig vorstellen. Und dann können wir gerne weiter spielen, selbst wenn inzwischen zwanzig Minuten verloren wurden und nur noch fünf übrig sind: lieber fünf gute Minuten als 25 schlechte.
Klappt das übrigens nicht und reagiert der andere Trainer negativ auf meine Aktion, so bleibe ich einfach standhaft und vermeide jegliche Provokation. Ich schicke meine Elternschaft weg und achte darauf, dass sie sich nicht auf einen Disput mit den anderen Eltern einlässt. Nach dem Spiel nehme ich einen Eintrag im Spielbericht vor, das sollen wir in einem solchen Fall machen, wie uns bei der FPL-Schulung mitgeteilt wurde. Dass es noch schlimmer wird, kann ich mir kaum vorstellen..
Der Fokus sollte nicht auf einem Spiel ohne Schiedsrichter liegen, sondern auf einem Spiel ohne Eltern.
Nein. Die Eltern sollen sich aus dem Spiel der Kinder raus halten, die Trainer sollen gemeinsam dafür, dass das Spiel funktioniert, Verantwortung übernehmen, sollen den Spielern die Verantwortung für die Leitung des Spiels im Rahmen ihrer Möglichkeiten übergeben, und sollen einschreiten, wenn ihre Möglichkeiten zur Regelung des Spiels nicht ausreichen.