Beiträge von tobn

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    Stellt sich autoamatische die Frage, ob nicht generell zu hohe Ansprüche an Trainer von allen möglichen Seiten gestellt werden?


    Wenn du sie so stellst, ist mir diese Frage noch zu diffus. Ich bin zwar geneigt, dir darin zuzustimmen, dass aktuell viele Trainer sich vielerlei und teilweise auch zu hoher, aber auch in Teilen falscher Ansprüche ausgesetzt sehen. Aber einfach nur zu sagen, dass "alle möglichen Seiten" "generell zu hohe Ansprüche an Trainer" stellen hilft da meiner Meinung nach leider nicht viel. Stattdessen müsste man doch die einzelnen interessierten und betroffenen Parteien, im Business-Sprech nennt man sie die Stakeholder, zusammen mit ihren Interessen und Motivationspunkte identifizieren, die tatsächlichen Aufgaben des Trainers in den verschiedenen Altersstufen beleuchten, und dann daraus vor allem dem Neutrainer etwas an die Hand geben, mit dem er sich gegenüber den fehlgeleiteten Interessen der Stakeholdern gegenüber treten kann und sich auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren.


    Und das fängt bei mir schon in der Trainerausbildung an, die ich in der heutigen Zeit in der derzeitigen Konzeption als schwachsinnig und absolut renovierungsbedürftig ansehe.


    Vielleicht konkretisierst du hier deine Kritikpunkte ein wenig. Ich finde zwar, dass der Trainer C-Breitenfußball, der ja ab dem 1.1.2015 zum C-Trainer umbenannt wird, mit den 120 Lerneinheiten (eine LE entspricht 45 Minuten) tatsächlich einen recht happigen Umfang hat, man kann ihn ja aber dezentral durchführen, was bei einem bis zwei Abenden in der Woche (bei uns von 18 bis 22 Uhr) dann auf einen Zeitraum von zwischen drei Monaten und einem halben Jahr heraus kommt -- bei uns war z.B. um die Weihnachtszeit einige Wochen Pause. Dadurch wird das schon erträglicher. Man kann auch die einzelnen Teile der Qualifizierung (also die Module Basiswissen, Kinder und Jugend) einzeln, d.h. getrennt belegen, wobei ich es nicht empfehlen würde.. Außerdem kann man auch nur das Modul Basiswissen belegen, das gilt offiziell als Lizenzvorstufe, über die man auch ein Zertifikat erhält.


    Wem sogar das zu aufwendig ist, kann auch Kurzschulungen besuchen, da gibt es für verschiedene Altersklassen und/oder Spezialthemen Angebote. Diese umfassen jeweils nur einen Abend, man erhält auch ein Teilnahmezertifikat und die allerwichtigsten Punkte werden da durchaus auch vermittelt.


    Was fehlt dir da jetzt noch?


    Mir geht es tatsächlich eher so, dass ich finde, dass die Vereine typischerweise ihre Neutrainer zu wenig auf die Angebote des DFB und ggf. der Landesverbände aufmerksam machen und sie zu wenig dazu anhalten, die Veranstaltungen, die durchaus angeboten werden, auch zu besuchen.


    Für mich passen da die Ziele des DFB und die Bedürfnisse und Möglichkeitender Vereine und den möglichen Trainerinteressenten nicht mehr zusammen. Ich sehe da ein dringenden Reformbedarf, ausgerichet nach dem jeweiligen Kundenkreis.


    Wie gesagt: Mag sein, aber gib hier doch mal bitte auch was an Butter bei die Fische, damit wir schauen können, ob dem wirklich so ist.

    Auch ein gut geführter Verein, der ihr ja offensichtlich seit, ist also nicht in der Lage aus eigenem Nachwuchs eine entsprechend
    leistungsstarke D-Jugend zusammenzustellen. Überall so, und ich finde dafür keine Erklärung.


    Bei der recht hohen Dichte an Fußballvereinen ist das wohl in den meisten Regionen so. In der Mannschaft meines Sohnes war es immerhin so, dass fast alle Spieler in der D1, die damals auch Gruppenliga (höchste Spielklasse) spielte, aus dem selben Ort (inkl. Stadtteile) oder dem Nachbarort kamen, und die gingen dann mit den anderen auf dieselbe Schule. Nur einer war tatsächlich ganz von außerhalb. Wenn man ein entsprechendes Einzugsgebiet hat, kann es also vwahrscheinlich schon eher funktionieren, wobei man dazu sagen muss, dass diese Mannschaft quasi eine Spielgemeinschaft von zwei Vereinen des Ortes darstellt, daneben gibt es noch zwei andere Vereine in Stadtteilen, die es im Jugendbereich deutlich schwerer haben. Beim einen sammeln sich aktuell einige der bei 'uns' Enttäuschten, der andere krebst halt so vor sich hin.. Wobei letzteres weniger an 'uns' liegt, das Einzugsgebiet dieses Vereins ist einfach zu klein und die Abgeschiedenheit des Stadtteils macht ihn für Auswärtige halt eher unattraktiv.


    Unsere zwei Vereine haben ~19.000 Einwohner in ihrem Einzugsgebiet und dabei als Hauptkonkurrenz einen dritten Verein mit einem attraktiven Handballangebot -- tatsächlich spielt eine gewisse Zahl meiner aktuellen F-Junioren noch sowohl Fußball als auch Handball im Verein. Ein solches Einzugsgebiet scheint zu reichen, um mit der jeweils ersten Mannschaft der Altersklasse ab der D-Jugend so im mittleren bis höheren Bereich mitspielen zu können. Aktuell schafft man es sogar, zumindest innerhalb einiger Altersklassen eine Mannschaft des geschlossenen Jungjahrgangs zu bilden, die im zweiten Jahr dann in der höchsten Spielklasse, für die der Verein qualifiziert ist, spielen.


    Die Auffangmannschaften, wie Chris sie durchaus treffend nennt, sind aber, so mein bisheriger Eindruck, durchaus nicht immer unproblematisch...


    Oder spielt die Art und Förderung im KIFU-Alter doch nicht die Rolle, die viele sehen?


    Hui, provokante Frage. Meiner Meinung nach spielt die "Art und Förerung im KiFu-Alter" doch eine sehr große Rolle. Aber! Aber es ist nun mal so, dass man, wie man so schön sagt, aus einem Kamel kein Rennpferd machen kann. Das meine ich jetzt wirklich in keiner Weise despektierlich oder abwertend, aber es gibt nun einmal unterschiedlich talentierte Kinder, da beißt die Maus keinen Faden ab und diese Aussage nimmt mir hoffentlich hier auch keiner übel. Kinder haben ganz unterschiedliche Eigenschaften und Talente, da wird mir wohl jeder zustimmen. Und es gibt halt Kinder, bei denen die Summe der ererbten und/oder vom Elternhaus geförderten Eigenschaften sich im Fußballsport positiv bemerkbar machen, und solche, bei denen das halt in geringerem Maße der Fall ist. Und da gibt es nicht nur schwarz und weiß, sondern ganz viele Zwischentöne.


    Wenn man sich nun eine Reihe von hundert Kinder vorstellt, die nebeneinander stehen, ganz links ein Hypertalent und ganz rechts einen in jeder Hinsicht völlig untalentierten Spieler, dann ist klar, dass jeder noch so gute Trainer den Spieler am rechten Ende sowie vermutlich noch die zwanzig Spieler neben ihm nie aus der Kreisklasse hinaus bekommen würde. Aber er würde es vielleicht schaffen, sie immerhin dem Fußball zu erhalten und sie würden sich in der Kreisklasse immerhin wohl fühlen -- das ist eine nicht zu unterschätzende Leistung. Gleichzeitig würde wohl auch ein schlechter Trainer die besten zehn Spieler nicht völlig versauen können, sie hätten immer noch das Potenzial für eine hohe Jugendspielklasse. Aber beim guten Trainer wären demgegenüber vielleicht dreißig Spieler oder noch ein paar mehr dort konkurrenzfähig. Und beim schlechten Trainer hätten mindestens die Hälfte der Spieler nach spätestens drei Jahren mit dem Fußball, wenn nicht sogar mit jeglicher Form des Sports aufgehört.


    Dabeigeblieben und auch Zufrieden sind die, die über die Jahre zu den wirklich starken, also leistungsmässig,
    zu den besseren 8-10 Spielern zählten. Also praktisch Stammspieler waren, die auch sicher waren, in den bedeutenderen
    Spielen zum einsatz zu kommen. Hin und wieder ist auch einer dabei, der sich mit der Statistenrolle zufriedengibt, und einfach froh
    ist, in diesem Verein zu sein.


    Genau, und deshalb ist es meiner Meinung nach auch so wichtig, dass die "Auffangmannschaften" ernst genommen werden, dass bei ihnen genauso darauf geachtet wird, dass es gutes und qualifiziertes Training gibt, dass es für alle Spieler dieselben Förder- und Entfaltungsmöglichkeiten gibt wie für diejenigen in den höherklassig spielenden Mannschaften. Meiner Beobachtung nach haben viele Jugendliche nicht so sehr ein Problem damit, dass sie nicht gut genug sind, in der ersten Mannschaft mit zu spielen. Sie haben aber schon ein Problem damit, wenn es in ihrer Mannschaft halt schlechter läuft und wenn sie spürbar weniger Anerkennung bekommen.


    Ich würde mir wünschen, dass Vereine, die in den höheren Spielklassen mitstinken wollen, das nur dann tun, wenn sie entsprechende Kapazitäten haben, um zumindest den Spielern aus ihrem Einzugsgebiet, die das Zeug für diese höhere Spielklasse nicht haben, ein Angebot machen zu können, das ihrem Leistungsstand entspricht. Für die zwei Vereine, die sich hier bei uns zusammen getan haben, müsste das meiner Meinung nach heißen, dass sie pro Altersklasse jeweils eine Mannschaft in den drei bis vier Spielklassen, die es da halt gibt, melden. In größeren Städten, wo es alternative Vereine in der Nähe gibt, mag man sich auch auf die stärkeren zwei Spielklassen beschränken können, bei uns halte ich das nicht für eine redliche Option..

    AKjfv: Deinem Beitrag #64 kann ich voll zustimmen. Und was die Eigenschaft anbelangt, dass du es als Trainer nicht schaffst, am Spielfeldrand unengagiert zu sein, so ist das per se ja nicht schlimm, es kommt da ja entscheidend auf das Wie an. Wenn man sein Team anfeuert und positiv motiviert und das vielleicht ein wenig übertreibt, so ist das sicher besser als wenn man die Kids auch in schwierigen Situationen alleine lässt oder, wie guenter schildert, nicht eingreift, wenn das eigene Team beginnt, aus dem Ruder zu laufen. Tatsächlich ist die Begeisterung des Trainers für das Spiel der Kinder und Jugendlichen doch sogar positiv und es ist doch gut, wenn sie sich auf die Spieler überträgt. Es ist aber nicht gut, wenn man als Trainer die Spieler nieder macht, wenn man jede Aktion abfällig kommentiert, wenn man eben herum meckert.


    Und "Funktionärsdummheit" ist ein sehr schöner Begriff. =)


    guenter: Bezüglich deines Beitrags #65 würde ich diese beiden Verhaltensweisen nicht vergleichen wollen, ich halte es für falsch zu sagen, das eine sei weniger schlecht als das andere -- ich meine, es ist einfach beides schlecht, ich würde da einem Schreitrainer nicht erlauben wollen, zu behaupten, sein Verhalten sei 'ja nicht so schlimm'... Ich gebe dir Recht, als Trainer muss man Autoritätsperson sein und seine Mannschaft wieder in den Griff bekommen, wenn sie droht, aus dem Ruder zu laufen. Aber das hat nichts damit zu tun, dass man permanent seine Spieler nieder macht.

    reden wir aneinader vorbei? ich hatte dich so verstanden, dass einheitliche gute Bedingungen überall sein könnten.


    Wir reden wahrscheinlich aneinander vorbei, ja, sind uns dessen aber bewusst. =)


    Ich hatte die Frage in den Raum gestellt, ob es einen Satz an Bedingungen geben könnte, der überall gleichermaßen das Optimum darstellen würde. Im Klartext: einen optimalen Verein und einen optimalen Trainer, ein optimales Vorgehen und optimale Randbedingungen, und das alles unabhängig vom Klientel. Dieses Optimum wäre sowohl für das Dorf wie die Stadt richtig, für die Talente genauso wie für die motorisch Benachteiligten.


    Ich meine: es wäre wünschenswert und ich denke eigentlich auch, dass es so ist. Wir werden dieses Optimum zwar vermutlich nie erreichen, aber ich denke schon, dass das, was zumindest auf übergeordneter Ebene für das eine Kind gut ist, ist es auch für das andere. Im Detail mag es da zwar Unterschiede geben, aber ich sehe es so, dass sie eigentlich nur vom einzelnen Kind vorgegeben sind, nicht vom Verein oder der Spielklasse oder anderen übergeordneten Dingen.


    Um es zu konkretisieren finde ich z.B., dass sowohl in G- wie F-Jugend die Spiele i.d.R. bis maximal 4 gegen 4 stattfinden sollten, und dass unbedingt rotiert werden sollte. Da gibt es keinen Unterschied zwischen stärkeren und schwächeren Spielern. Ich halte es z.B. auch nicht für sinnvoll, dass, wie ich es bereits mehrfach mitbekommen habe, sog. Leistungsmannschaften, wie du sie nennst, ihre Kids länger spielen lassen, auf größeren Feldern oder mit schwereren Bällen -- die beiden ersten Punkte habe ich bei Kinder-Teams eines Bundesligisten selbst erlebt.


    dehsahlb meine Meinung: Könnten und Wünschenswert ja, jedoch nicht möglich, wegen halt den unterschiedlichen Bedingungen.


    Aktuell nicht möglich, weil die Vorschriften es eben nicht erlauben, so meine Meinung. Und weil man vielerorts zu viel auf einmal verändern müsste. Für wünschenswert hielte ich viele Reformen allerdings schon..


    das war so, das ist so, und ich bin überzeugt, dass das auch in Zukunft so sein wird. der Leistungsträger wird immer anders behandelt, wie der Ergänzungsspieler.


    Aber sollte das denn so sein? Im Kinder- und Jugendbereich? Und im unterklassigen Seniorenbereich?


    aktuelles Beispiel: [...]


    Ich sehe genügend Beispiele, vielen Dank, es besteht kein weiterer Bedarf. Ist nicht gegen dich gemeint, das ist klar, denke ich.


    Man mag das kritisieren wie man will, aber sobald es um was geht (Punkte) ist es halt die deutlich überwiegende Realität.
    Leider, und das finde ich schlimm, ist das auch im unteren Jugendfussball so.


    Eben, genau. Ich finde das aber auch schlimm, wenn man sich die D-Juniorengruppenliga anschaut. Und eigentlich sind doch C-, B- und A-Jugenden noch jahre der Ausbildung, oder? Da sollte doch eigentlich immer noch die Priorität darauf liegen, alle Spieler individuell zu fördern, und es sollte weniger darum gehen, erster in der Landesliga zu werden.


    Wünschenswert wäre es da eigentlich, dass nicht nur der sportliche Erfolg zum Aufstieg in bestimmte Ligen berechtigt, sondern dass vielmehr ein entsprechender Unterbau und entsprechende Strukturen nachgewiesen werden. Denn ich bin durchaus dazu bereit, einem Verein die Teilnahme an der Landesliga zu gönnen, wenn die Spieler, die das dafür notwendige Niveau einfach nicht haben, eine Alternative haben.


    Ich bin ja Trainer in einem von zwei Vereinen, die eine Kooperation geschlossen haben, um schon ein bisschen höher mitstinken zu können -- mein Sohn spielt auch in der "Leistungsmannschaft", die nicht so genannt werden darf. Ziel war es wohl, auch den talentierteren Spielern aus dem gemeinsamen Einzugsgebiet -- beide Vereine sind in derselben Stadt beheimatet und fischen tatsächlich im selben Teich -- eine sportliche Perspektive zu bieten, ohne den Verein bzw. die Vereine verlassen zu müssen. Alles schön und gut, aber man muss sich dennoch auch um die weniger talentierten Spieler kümmern, sie haben genau so ein Recht auf bestmögliche Förderung wie die besseren. Und eigentlich bräuchte man eine bestimmte Anzahl Mannschaften, die sich aus der höchsten Spielklasse, in der man vertreten ist, ergeben. Wenn man also z.B. in der D-Jugend Gruppenliga spielt, dann müsste man eigentlich noch mindestens zwei Mannschaften haben, nämlich eine in der Kreisliga und eine in der Kreisklasse -- da ist bei uns dann nach unten Schluss. Oder ich muss wieder selektieren und Spieler zu anderen Vereinen schicken... Das passt aber nicht zum Breitensport.

    auf der anderen Seite dann eine totale Regulierung, mit allen ,nicht erforderlichen, Verordnungen, Vorschriften, Massnahmen usw..,
    auf die dann auch noch die angesprochenen Paragraphenreiter aufspringen und darauf herumreiten.


    Wenn es denn wenigstens Regelungen wären, die im Sinne der Kinder sind, hätte ich gar nicht so viel dagegen. Mir erschließt sich allerdings in keiner Weise, was die Kinder davon haben, dass ihr Freundschaftsspiel angemeldet wird. Ich weiß noch, dass ich damals völlig baff war, als ich erfuhr, dass der Verein Strafen zahlen muss, wenn der Spielbericht im F-Jugendbereich einen Tag zu spät beim Klassenleiter ist oder da ein Kreuzchen an der falschen Stelle, oder wenn eine Mannschaft nicht zu einem Hallenturnier antritt. Ich habe da echt gedacht: "Geldstrafen?! Wollt Ihr mich verar***en?! Im Kindefußball?!"


    Mann, was war ich damals noch naiv. Ich habe es damals doch tatsächlich gewagt, als Trainer beim Kreisjugendwart anzurufen und zu fargen, ob es Absicht ist, dass bei allen unseren Hallenturnieren unter den drei bis vier anderen Teams zwei immer gleich waren -- ich dachte mir nur: "Das soll doch zufällig sein, das sieht mir aber nicht nach einem Zufall aus, das ist ihm vielleicht aber nicht aufgefallen." Mir wurde in einem barschen Ton erklärt, das sei zufällig so, tschüss! OK, nichts dagegen, meinetwegen, kann er mir zwar nicht erzählen, man kann ausrechnen, wie wahrscheinlich bzw. unwahrscheinlich sowas ist, aber sei es darum. Ein paar Tage später spricht mich die Jugendleitung an, man habe sich bei ihr beschwert und sie möge doch darauf achten, dass die Kommunikationswege eingehalten werden: Der KJW möchte bitte schön auf Vereinsseite nur mit den Jugendleitern kommunizieren. Heieiei, da sind manche aber wichtig...

    Nein, das meint Günter sicherlich nicht. Günter meint, dass die derzeitigen Verhältnisse und somit auch die Bedingungen überall anders sind.


    Du sagst doch dann aber auch immer wieder, dass dadurch in verschiedenen Vereinen und Mannschaften unterschiedlich agiert werden sollte, oder?


    Andererseits sehe ich aber auch keinen Weg, wie bei diesen untershiedlichen derzeitigen Vorraussetzungen einheitlich gute Bedingungen erreicht werden können.


    Also doch -- wo ist denn da jetzt der Unterschied zu der Aussage, die ich dir in den Mund gelegt habe, bis auf das Wörtchen "derzeitig"?


    An der Stelle, die du anspricht, hatte ich ähnliches im Sinn wie Andre immer mal wieder: gibt es ein optimales Kinder- und Jugendfußballtraining? Eines, das sowohl den stärkeren wie schwächeren Spielern gleichermaßen bestmöglich fördert. Ich denke da an die verschiedenen Ansätze in der Kindererziehung, die es in der Vergangenheit gegeben hat und die es auch rund um den Globus auch immer noch gibt. Und dann gibt es immer noch die Frage, woran man denn den Erfolg fest machen will. Beim Fußball ist es ja herkömmlicherweise ganz einfach: die Ergebnisse. Bei Schulfragen werden immer wieder gerne die Notendurchschnitte heran gezogen. Ich finde, dass das zu kurz gedacht ist, allerdings habe zumindest noch ich keine Alternative, außer dem Rat, sich das ganze Zeug selbst genau anzusehen und sich eine eigene Meinung zu bilden.


    zum Leistungsverein: für mich beginnt der Jugenleistungsverein bei den offiziellen NLZ , also überwiegend 1. und 2. Buli.


    Genau danach, was eigentlich einen Leistungsverein darstellt, hatte ich vor zwei Jahren mal hier im Forum gefragt. Hintergrund war eben, dass mein Sohn in eine D-Jugend kam (Kooperation mit Nachbarverein), die ab der D-Jugend aufwärts in eher höheren Spielklassen unterwegs ist -- die ersten Mannschaften beider Vereine spielen aber nur im Kreis und die Jugendarbeit unterscheidet sich nicht wirklich von derjenigen anderer Vereine in der Umgebung. Ich habe damals das Team noch mit trainiert, war aber der Meinung, dass man eigentlich stärkere wie schwächere Mannschaften ähnlich trainieren müsste, zumindest nach den selben Prinzipien. Natürlich können die besseren Spieler bereits schwierigere Übungen machen, man kann da vermutlich auch im taktischen Bereich etwas schneller vorangehen, weil man auf die Technik nicht ganz so viel Zeit verwenden muss. Bei nicht wenigen Leuten, die im Fußball unterwegs sind, herrscht aber die Meinung vor, dass gewisse Dinge, die man aus dem Profigeschäft kennt, für Mannschaften, die in einer höheren Spielklasse unterwegs sind, nicht nur legitim, sondern sogar geboten sind. Damit meine ich insbesondere die Verteilung von Spiel- und Einsatzzeiten, die Menge von Lob und Kritik, etc. pp. Ich erlebe ständig, dass die "Leistungsträger" gepudert werden und nahezu unantastbar sind, während die "Ergänzungsspieler" froh sein dürfen, wenn sie mal zwanzig Minuten am Stück auf dem Platz stehen dürfen. Der Grund ist eindeutig: es geht darum, möglichst viele Spiele zu gewinnen.

    Guter Beitrag, Nitram!


    Als ich angefangen habe, hat sich der JL zwei Trainings angeschaut, ob ich nicht zu leistungsorientiert bin und wie ich mit den Kindern umgehe. Das finde ich auch vollkommen in Ordnung.


    Lob an deinen JL. Ich befürchte, dass viele nicht einmal diese minimale Sorgfalt leisten, sondern einfach froh sind, überhaupt einen Trainer zu haben.


    Es ist wie bei der Fair Play Liga. Wenn wir Erwachsene uns mehr zurücknehmen würden, wäre dies für die Kinder oftmals besser. Ich beziehe mich da ein und erwische mich manchmal selber zu viel zu wollen.


    Du hast Recht, mit beiden Aussagen -- es ist auch in der Tat gar nicht so leicht, sich zwar zu interessieren und zu unterstützen, sich aber nicht zu sehr rein zu hängen. Man will ja für sein Kind nur das Beste..


    Warum eigentlich nicht?
    Mich würde schon einmal interessieren, was genau die Gründe sind, weshalb die Kindermannschaften der genannten Clubs im Vergleich zu den Breitensportvereinen die - unbestritten - besseren Ergebnisse im oft hohen zweistelligen Bereich erzielen. Ich denke mir manchmal, dass die dortigen Übungsleiter Grundsätze des Kinderfußballs (DFB, Horst Wein) eher kennen und umsetzen als Übungsleiter in "Breitensportvereinen".


    Welche Teams meinst du jetzt? Diejenigen mit Profiseniorenmannschaft, also da oben z.B. RB Leipzig. Oder die anderen?


    Ich bin heute noch mehr als zu Beginn meiner Trainerkarriere der Meinung, dass Ergebnisse alleine überhaupt keinen Rückschluss auf die Qualität der Trainer zulassen. Da muss man schon viel genauer hinsehen. Und machen wir uns hier in unserer Zunft mal nichts vor: sich entwickeln können nur die Kinder und Jugendliche selbst, wir können ihnen ledlglich möglichst gute Bedingungen dazu geben. Dazu muss auch gesagt werden, dass nicht unbedingt Einigkeit darüber besteht, wie diese möglichst guten Bedingungen aussehen -- guenter wird gleich wieder meinen, diese müssten, je nach Umgebung, unterschiedlich sein, ich bezweifle das, gebe aber unumwunden zu, dass der Stein der Weisen noch nicht gefunden wurde.


    Viele Trainer fühlen sich von Mannschaften mit einem überdurchschnittlichen Leistungsniveau angezogen. Auf ehrgeizige Trainer, so mein Eindruck, trifft dies sogar noch stärker zu als auf die Gesamtheit der Trainerschaft. Ich denke auch, dass ehrgeizige Trainer sich selbst und dadurch auch ihre Mannschaft tendenziell stärker unter Druck setzen als der Durchschnittstrainer. Insofern würde es mich nicht wundern, wenn die Spieler in überdurchschnittlichen Truppen einem stärkeren Druck durch den Trainer ausgesetzt sind. Dem kann eine gute Ausbildung und ein kinder- und jugendfreundliches Konzept entgegen wirken. Das wird man aber wohl eher in Vereinen mit Profiabteilung finden. Insofern erwarte ich, und meine Beobachtungen bestätigen dies bislang auch, dass viele Spieler in 'ambitionierten' Mannschaften unter einem nicht unerheblichen Leistungs- und Erfolgsdruck stehen, der durchaus auch vom Trainer (und dem übrigen Verein) kommt. Mir sind auch einige Trainer von Mannschaften aus Vereinen mit Profiabteilung tatsächlich ausgesprochen positiv aufgefallen, einige Trainer aber auch ziemlich negativ, und da waren auch Teams mit Profikader dabei..


    Fazit: "Drum prüfe, wer sich (ewig) bindet..." und "es ist nicht alles Gold was glänzt."


    Ansonsten stimme ich deinem Beitrag durchaus zu, das obige ist als Ergänzung, nicht als Einwand zu verstehen.

    Aber die Tabelle ist doch immer tückisch da man immer mit einem Auge darauf schaut.


    Davon musst vor allem aber du dich frei machen. Wenn du das kannst, dann kannst du es auch gegenüber den Kindern und vor allem den Eltern vertreten. In diesem Alter sind Kinder noch sehr stark beeinflussbar, da haben Erwachsene noch einen großen Einfluss. Den müssen wir auch ab und an nutzen, denn sie neigen ganz erheblich dazu, sich zu vergleichen, wenn sie untereinander sind oder z.B. in der Schule mit Kindern aus anderen Mannschaften zu tun haben. Und Kinder sind oft direkt und nur wenig einfühlsam, da wird dem schwächeren Spieler unumwunden ins Gesicht gesagt, er könne kein Fußball spielen. Oder eine unterlegene Mannschaft eben damit aufgezogen, dass sie ja so schlecht seien. Wir als Trainer und die Eltern haben, so meine Meinung, dabei den Auftrag, einerseits dafür zu sorgen, dass unsere eigenen Schützlinge eben nicht andere Kinder auszählen, egal aus welchem Grund, und andererseits, dass es ihnen möglichst wenig ausmacht, wenn die in dieser Hinsicht zum Opfer werden. Das ist nicht leicht, ich habe da gerade selbst eine Truppe, die in diesem Zusammenhang eine große Herausforderung darstellt, und wir haben da sicher noch einen weiten Weg vor uns...


    Aber zurück zur Tabelle und, damit zusammenhängend, den Ergebnissen der Spiele: da sagt ja sogar der eher zurückhaltende DFB, dass man als Kindertrainer nach dem Spiel das Ergebnis relativieren sollte, und zwar sowohl die Niederlage als auch den Sieg. Natürlich dürfen und sollen die Kinder sich freuen, aber wir sollten sie als Trainer ruhig wieder erden, sonst werden sie schnell überheblich. Ich finde es durchaus auch angebracht, darauf hinzuweisen, dass die andere Mannschaft sich gerade nicht so sehr freuen kann, eben um die Empathie bei meinen Spielern zu fördern. Das auch vor dem Hintergrund, dass mit heutzutage zu viele Leute insbesondere darauf Wert legen, selbst nicht zu kurz zu kommen, dass man sich immer und überall als in Konkurrenz zu den anderen befindlich sieht. Und das greiift auch auf die Fußballplätze über, da sind die Eltern vornehmlich daran interessiert, dass ihr eigenes Kind ja nicht zu kurz kommen möge, häufig sensieren sie dabei vermeintliche Benachteiligungen ihres Kindes dann auch viel deutlicher als wenn es andere trifft, und analog gilt das für Eltern und Trainer die eigene Mannschaft betreffend. Dabei muss es doch gerade im Kinderfußball um höhere Dinge gehen...


    So, und nun bin ich wieder ruhig.

    Na siehste, das klingt doch gar nicht so schlecht und durchaus vielversprechend. Du kannst ja ein paar der Anregungen aus diesem Thread in dein Training einbauen, und dann zwischendrin durchaus mal das Gespräch mit dem Team darüber suchen, warum sie denn Tore kassieren und dass du hoffst, mittels dieser Übungs- und Spielformen etwas dagegen machen zu können. In der E-Jugend, ich glaube, deine Mannschaft befindet sich da sogar schon im zweiten Jahr, kann man ihnen auch sagen, dass es letztlich sie alle gemeinsam sind, die auf dem Platz stehen -- du als Trainer darfst da ja nicht mit spielen. Und wenn es sie stört, dass sie Gegentore kassieren und verlieren, dann müssen sie ihr möglichstes tun, um das zu verhindern. Für sich selbst, wohlgemerkt, und nicht für dich. Passe aber dabei auf, dass du nicht zu viel Druck aufbaust und sie Angst davor bekommen, Fehler zu machen. Kannst ihnen auch sagen, dass du Engagement, Einsatzbereitschaft und Willen sehen möchtest, dass dann Fußball auch am meisten Spaß macht, wenn man es schafft, alles aus sich heraus zu holen. Und dass sie keine Angst vor Fehlern bzw. falschen Entscheidungen haben sollen: sie sollen ruhig mutig Sachen probieren, und wenn es schief geht, dann macht das nichts -- dann überlegt man halt gemeinsam, warum es nicht klappte und ob man da etwas besser machen kann.


    Das wird schon. Aber mache dich von der Tabelle frei. Schaue darauf, was sie jetzt können und wie sie jetzt spielen, und schaue in zwei Monaten wieder.

    renek, vergiss jetzt mal ganz schnell die Tabelle und die Spielergebnisse. Du hast eine Mannschaft neu übernommen, wenn ich mich recht entsinne, und diese ist momentan noch nicht dazu in der Lage, jedes Spiel für sich zu entscheiden. Vielleicht ist sie ja zu hoch eingestuft oder Ihr seid zufällig bisher auf die schweren Gegner in Eurer Staffel getroffen.


    Ich verstehe, dass sowohl dich als auch die Jungs die Gegentore nerven. Wenn du aber schreibst, dass es vier Fernschüsse gab und alle drin waren, dann erzähle doch bitte noch mal kurz, woran das lag: wo war der gegnerische Schütze, wie groß war die Entfernung zum Tor, in welcher Situation kam er zum Schuss, wie flog der Ball, wo schlug er ein und warum?


    Ich frage deshalb nach, weil sich Distanzschüsse nur schwerlich völlig unterbinden lassen, schon gar nicht im Kinderbereich. Wenn dann der Ball noch einen hohen Bogen nimmt und der Torhüter vielleicht sogar noch in Sonnennähe gucken muss, geht das Ding halt einfach rein. Noch in der E-Jugend kann man durchaus recht viele Tore schießen, wenn man ein paar Spieler hat, die den Ball hart und zielgerichtet aus mehr als zehn Metern auf das Tor bringen können.


    Auch fallen Tore ja recht häufig nach Fehlern der verteidigenden Mannschaft. Und davon sieht man im Kinderbereich noch jede Menge, so viele, dass man gar nicht erst versuchen sollte, sie alle innerhalb kurzer Zeit abzustellen. Ein Problem ist dir ja schon aufgefallen: das Umschaltspiel ist nicht sonderlich ausgeprägt und ohne Ball wird nicht viel mit gespielt. Lass mich erst einmal sagen: das ist völlig normal, sieht man sehr oft. Der Tipp mit der Positionsrotation war gut, außerdem kann man da im Trainingsspiel damit arbeiten, dass man das Zurückkommen und Mit-Aufrücken belohnt: also z.B. Tore verdoppelt, wenn alle eigenen Spieler in der gegnerischen Hälfte sind, auch verdoppeln, wenn noch ein Gegner in der eigenen Hälfte war -- ich kumuliere das auch, wenn also Team A ein Tor schießt und alle Spieler von A sind in der Hälfte von B, ein oder mehrere Spieler von B aber noch in der Hälfte von A, so gibt es vier Tore.


    Außerdem würde ich im Training viel in kleinen Mannschaft spielen lassen.


    Kassiert Ihr hauptsächlich diese Distanzschüsse oder auch andere Arten von Gegentoren?

    Wenn Sie partout nicht wollen, würde ich sie nicht dazu zwingen, auch keine Strafen erheben. Ich finde das Duschen sinnvoll, wenn aus Kindern Jugendliche werden, daher würde ich es auch z.B. ab der D-Jugend als Standardverhalten anregen: einfach den Spielern und den Eltern mitteilen, dass nach Training und Spiel geduscht werden sollte. Ich gehe davon aus, dass die allermeisten Kinder nach einer kurzen Eingewöhnungszeit damit kein Problem haben und die Eltern es überwiegend begrüßen.


    Als Aktiver, d.h. als Volljähriger, würde ich es mir verbitten, dass mir vorgeschrieben wird, wann und wo ich zu duschen habe. Ich dusche aus eigenem Antrieb nach dem Training und habe da auch keine Probleme mit dem gemeinsamen Duschen, aber bekäme ich es vorgeschrieben, so könnte das eine Protestreaktion meinerseits hervor rufen.


    Insofern ergänze ich meine zuvor gemachten Aussagen: von einer Duschpflicht im Sinne eines Duschzwangs würde ich absehen, damit bringt man sich zumindest im Breitensportbereich nur unnötig in eine Zwangssituation -- im Leistungsbereich, wo die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt, mag eine Verpflichtung durchsetzbar sein und als sinnvoll erachtet werden -- ich kann dazu selbst nichts sagen. Ab dem Jugendbereich halte ich es aber für sinnvoll, nach Training und Spiel zu duschen und würde das als Trainer auch als Normverhalten deklarieren. Ich würde aber, wie sonst auch, am Ende niemanden zu seinem Glück zwingen.

    Hast du schon mal mit den Verantwortlichen darüber gesprochen und ihnen deine Meinung dargelegt?


    Bei uns ist die FPL-Welt auch nicht so richtig in Ordnung -- die Feldrunde für F-Junioren nach FPL-Regeln hat gerade begonnen, das scheint wohl bei dem ersten Spiel unserer zwei F-Teams des älteren Jahrgangs ganz gut geklappt zu haben, wobei da wohl ein recht forscher Vetreter unserer Mannschaft so ziemlich das Heft in die Hand genommen zu haben scheint.. mal sehen, ob ich mir dieses Kandidaten mal annehmen muss.. Aber das ist ja hier nicht das Thema.


    Jedenfalls wird es weiterhin eine Hallenrunde mit Schiedsrichtern geben, und bei diesen vom Kreis eingeteilten Turnieren erwirbt man je nach Patzierung Punkte, die zehn Teams mit den meisten Punkten von typischerweise vierzig bis fünfzig, tragen dann Anfang nächsten Jahres die Hallenkreismeisterschaft der F-Junioren aus. Na Hallelujah! :thumbdown::thumbdown::thumbdown:

    Ich stimme dir zu, Gordinho, dass die Verantwortlichen in der Pflicht stehen, dafür zu sorgen, dass die Regeln FPL sukzessive immer mehr befolgt werden. Ralf verweist in diesem Beitrag auf einen Artikel aus der Offenbach-Post, dort hat es scheinbar ganz gut geklappt. Die dortigen Verantwortlichen haben es aber auch geschickt gemacht (und übrigens so, wie ich es hier im Forum auch mal vorgeschlagen hatte): sie haben erst einmal Turniere abgehalten, bei denen die Verantwortlichen, in Offenbach der Kreisjugendwart, viele Trainer beieinander hat und direkt auf sie einwirken kann.


    Zitat aus dem Artikel:

    Zitat

    Zu Beginn der Veranstaltung schreitet Jürgen Uhlein, Offenbachs Kreisjugendwart und Mit-Initiator der Fairplay-Liga, immer wieder zwischen den zwei Spielfeldern auf dem Sportplatz des HFC Bürgel hin und her und hebt beschwichtigend die Arme in Richtung Coachingzone. Nach drei Spielen ruft Uhlein sämtliche Übungsleiter zusammen und erinnert die Trainer daran, nicht zu sehr in das Geschehen einzugreifen. Je länger das Turnier dauert, umso kürzer werden seine Kontrollgänge.


    Wie aus dem Artikel auch hervor geht: am wichtigsten sind die Trainer. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, gewöhnen die Eltern sich schnell an die FPL, die Kinder ebenso. Und zwar am schnellsten und besten, wenn der Trainer dahinter steht und kompetent und souverän mit den auftretenden Herausforderungen umgehen kann. Man erleichtert ihm dies, wenn man dafür sorgt, dass alle Trainer wirklich gut über die FPL informiert sind und eben wie in Offenbach gemeinsam und unter Anleitung Erfahrungen sammeln und Fragen stellen können.

    Ein befreundeter Trainer (C-Lizenz) sagte mir, dass er kein Freund von solcher Art von Rotation ist, da die Kinder überfordert wären. Und auch der DFB würde nach seiner Aussage davon abraten. Das beschriebene Bsp. würde für seine These sprechen. Als Konsequenz und nach Austausch mit einem User hier habe ich die Rotationsrichtung geändert und dies hat beim letzten Spiel schon besser geklappt.


    Letztgenannter User war ja, so meine Vermutung, meine Wenigkeit. =) Ich hatte diese Form des Blockwechsels zum Ende des ersten E-Jugendjahres in unserem letzten Pflichtspiel ausprobiert, nachdem es Andre hier im Forum vorgeschlagen hatte. Der Gegner war jetzt nicht so der Hammer, aber auch nicht schlecht: hätte ich meine bestmögliche Truppe auf den Platz geschickt, so hätten wir deutlich gewonnen, hätte ich zwei meiner (damals ca. fünf) Spieler mit Auswahlniveau auf den Platz geschickt, so wäre es wohl ausgeglichen gewesen.


    Dieser Dreierrottenwechsel hat bei mir dann aber auch ganz gut geklappt, ich habe aber halt auch ein paar recht gute Spieler zur Verfügung gehabt und habe recht viel Zeit in den Entwurf der Reihen investiert. Ich hatte zwei Spieler, die von sich aus die eigene Mannschaft ungeheuer gut zusammen halten konnten, wenn sie zentral defensiv gespielt haben, sie habe ich also zu den zentralen Spielern von zwei Reihen gemacht und ihnen einen mittelmäßigen sowie einen schwächeren Spieler zur Seite gestellt. Bei der letzten Reihe hatte ich außen recht offensivstarke Spieler mit Defiziten in der Rückwärtsbewegung und dann einen Spieler dazwischen gesetzt, der damals noch jede Rolle eher defensiv interpretierte. Das klappte so recht gut, zumal ich eben aus der defensiven in die offensive Reihe wechseln ließ. Hätte ich eine Reihe gehabt, die schwächer gewesen wäre, und dann davor eine Reihe lauter selbsterklärter Stürmer, dann hätten wir in dieser Phase sicher jede Menge Gegentore kassiert. Ich muss aber auch dazu sagen, dass meine Spieler damals die Rotation noch nicht so sehr gewohnt waren, ich habe sie erst anschließend mit deutlich mehr Konsequenz verfolgt. Ich weiß nicht, wie das bei deinen Spielern aussieht.


    Das war ja damals unser letztes Saisonspiel, in der nächsten Saison hatten wir zwei Mannschaften à neun Spieler gemeldet, da schied diese Form des Wechsels von vornherein aus.


    Lasse dich von der C-Lizenz mal nicht so sehr blenden, ich habe sie auch und ich kann die Behauptung deines Bekannten nicht bestätigen, dass der DFB von dieser Form des Wechsels abraten würde. Vom DFB habe ich hierzu noch nichts konkretes gefunden, ich würde erst einmal davon ausgehen, dass es sich dabei um seine persönliche Meinung oder diejenige seines Referenten handelt.


    Diese Form des Wechsels hat den Vorteil, dass sie sich am Spieltag recht einfach umsetzen lässt und dafür sorgt, dass jeder Spieler ähnlich lang sowohl in der Offensive wie der Defensive dran ist. Wenn deine Kids damit zurecht kommen und du stets zehn Spieler hast, ist das eine gute Sache. Wenn zu viele deiner Spieler damit noch Schwierigkeiten haben und du dir sicher bist, dass du mit individuellen und dadurch zumeist häufigeren Wechselvorgängen klar kommst, kannst du selbstverständlich auch individuell wechseln. Meiner Erfahrung nach merken sich Kinder aber sehr wohl, ob sie zuletzt in der Startformation standen, wie lange sie auf den Wechsel warten mussten, etc. Da würde ich sehr darauf achten, dass ich nicht unbeabsichtigt und unbewusst ein paar Spieler benach- oder -vorteilige.


    EDIT: Noch ganz wichtig: Übe viel mit rotierenden Positionen im Training und gib deinen Kids Zeit, sich darauf einzustellen, überall auf dem Platz spielen zu können. Am wichtigsten bei F-lingen dürfte dabei noch sein, dass sie begreifen, dass sie alle angreifen wie verteidigen sollen. Speziell wenn der Gegner den Ball hat müssen die vorderen Spieler unbedingt mit nach hinten arbeiten, sonst fängt man Gegentore. Und das ist noch frustrierender als wenn man sich ein wenig schwer tut, eigene zu schießen.