Stellt sich autoamatische die Frage, ob nicht generell zu hohe Ansprüche an Trainer von allen möglichen Seiten gestellt werden?
Wenn du sie so stellst, ist mir diese Frage noch zu diffus. Ich bin zwar geneigt, dir darin zuzustimmen, dass aktuell viele Trainer sich vielerlei und teilweise auch zu hoher, aber auch in Teilen falscher Ansprüche ausgesetzt sehen. Aber einfach nur zu sagen, dass "alle möglichen Seiten" "generell zu hohe Ansprüche an Trainer" stellen hilft da meiner Meinung nach leider nicht viel. Stattdessen müsste man doch die einzelnen interessierten und betroffenen Parteien, im Business-Sprech nennt man sie die Stakeholder, zusammen mit ihren Interessen und Motivationspunkte identifizieren, die tatsächlichen Aufgaben des Trainers in den verschiedenen Altersstufen beleuchten, und dann daraus vor allem dem Neutrainer etwas an die Hand geben, mit dem er sich gegenüber den fehlgeleiteten Interessen der Stakeholdern gegenüber treten kann und sich auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren.
Und das fängt bei mir schon in der Trainerausbildung an, die ich in der heutigen Zeit in der derzeitigen Konzeption als schwachsinnig und absolut renovierungsbedürftig ansehe.
Vielleicht konkretisierst du hier deine Kritikpunkte ein wenig. Ich finde zwar, dass der Trainer C-Breitenfußball, der ja ab dem 1.1.2015 zum C-Trainer umbenannt wird, mit den 120 Lerneinheiten (eine LE entspricht 45 Minuten) tatsächlich einen recht happigen Umfang hat, man kann ihn ja aber dezentral durchführen, was bei einem bis zwei Abenden in der Woche (bei uns von 18 bis 22 Uhr) dann auf einen Zeitraum von zwischen drei Monaten und einem halben Jahr heraus kommt -- bei uns war z.B. um die Weihnachtszeit einige Wochen Pause. Dadurch wird das schon erträglicher. Man kann auch die einzelnen Teile der Qualifizierung (also die Module Basiswissen, Kinder und Jugend) einzeln, d.h. getrennt belegen, wobei ich es nicht empfehlen würde.. Außerdem kann man auch nur das Modul Basiswissen belegen, das gilt offiziell als Lizenzvorstufe, über die man auch ein Zertifikat erhält.
Wem sogar das zu aufwendig ist, kann auch Kurzschulungen besuchen, da gibt es für verschiedene Altersklassen und/oder Spezialthemen Angebote. Diese umfassen jeweils nur einen Abend, man erhält auch ein Teilnahmezertifikat und die allerwichtigsten Punkte werden da durchaus auch vermittelt.
Was fehlt dir da jetzt noch?
Mir geht es tatsächlich eher so, dass ich finde, dass die Vereine typischerweise ihre Neutrainer zu wenig auf die Angebote des DFB und ggf. der Landesverbände aufmerksam machen und sie zu wenig dazu anhalten, die Veranstaltungen, die durchaus angeboten werden, auch zu besuchen.
Für mich passen da die Ziele des DFB und die Bedürfnisse und Möglichkeitender Vereine und den möglichen Trainerinteressenten nicht mehr zusammen. Ich sehe da ein dringenden Reformbedarf, ausgerichet nach dem jeweiligen Kundenkreis.
Wie gesagt: Mag sein, aber gib hier doch mal bitte auch was an Butter bei die Fische, damit wir schauen können, ob dem wirklich so ist.
