Beiträge von tobn

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    (forts.)


    Aber die Vereine brauchen Geld, also wird -wie in unserem Fall- Druck auf die Jugendleitung ausgeübt, noch mehr Kinder aufzunehmen, auch wenn man keine zusätzlichen Trainer hat. Die mittleren (ab dem 6.-10.) sind jetzt total frustriert, weil sie mit den "schlechten/noch nicht so guten" gleichgestellt werden.


    OK, und hier fängt es nämlich an, dass die böse Saat der Ungleichbehandlung aufgeht. Nur die hofierten Stammspieler sind zufrieden, alle anderen nicht mehr. Es dürfte klar sein, was die langfristige Folge ist: am Ende bleibt nur noch der Stamm und ein paar völlig abgestumpfte Kinder. So geschehen übrigens in der der meines Sohnes entsprechenden Mannschaft im Nachbarverein. Da gab es so ein paar "Goldjungs" und am Ende der E waren von vormals deutlich über zwanzig Spielern noch ganze acht da.


    Am besten wäre es, Ihr würdet zusätzliche Trainer bekommen. Wenn das nicht geht, kann ein Aufnahmestopp die notwendige Maßnahme sein, aber dann muss man alle Interessenten, die kommen, wenn der Kader voll ist, abweisen, und kann keine stärkeren Spieler mehr aufnehmen. Das wollen viele Trainer und Vereinsverantwortliche dann wieder doch nicht, oder? Ich halte es auch nicht für sinnvoll, denn später braucht man die Spieler für die größeren Mannschaften. Deshalb finde ich, dass es ganz besonders wichtig ist, dass man sich darum kümmert, dass es von G bis E richtig läuft, dass im Zweifel eher da ein weiterer Trainer platziert wird als in der B, denn da wird das Fundament gebaut und werden die Weichen gestellt.


    Ich weiß auch, dass nur wenige Menschen in der Lage sind, ehrlich Ihre Meinung zu sagen. Schon im Restaurant, wenn es mir nicht geschmeckt hat und der Kellner fragt, ob alles O.K. war, sage ich: "Sorry, war zu viel." Statt: "Es war unter aller Kanone." Deswegen glaube ich, dass die Eltern Dir nicht sagen würden, wenn es an Dir liegen würde.


    Du hast leider Recht. Der Ton macht aber auch die Musik, egal wo. Und wenn das Essen wirklich schlecht war, dann sage ich auch, dass es leider nicht ganz die Erwartungen erfüllt hat und auch wieso. Wenn man dann noch dazu noch sagen kann, was es konkret war, dann finde ich das völlig in Ordnung. Man kann sowas auch auf höfliche und freundliche Art machen.


    Eltern wollen, dass Ihre Kinder sich bewegen und Spaß haben. Oft ist das eben nicht der Fall. Wir Eltern neigen dazu, unsere Kinder zu stark zu beschützen und alles Negative von Ihnen fernzuhalten. Bevor mein Kind also heulend und schlecht gelaunt zu Hause rumsitzt, überlegt man: Muss ich meinem Kind das antun? Da sagt man sich häufig. Nein, muss man nicht und wechselt.


    Aber warum redet man nicht vorher mit den Verantwortlichen. Mit ihnen reden, nicht meckern, wohlgemerkt. Hey, ich strebe als Trainer ein von Vertrauen geprägtes Verhältnis zu allen Spielern und ihren Eltern an, ich möchte unbedingt, dass sie mich ansprechen, wenn sie etwas auf dem Herzen haben.


    Mein Sohn muss am Sa aussetzen, ob wohl er zum Stammkader gehört, weil auch von den besten 5 immer nur 4 spielen und er jetzt eben dran ist mit aussetzen.


    Ist ja schön, dass sie auch ein bisschen verzichten müssen, aber mit Verlaub: ich käme mir als Elternteil eines der anderen Kinder verar***t vor, um es mal ganz unverblümt zu sagen.


    Er kommt zu jedem Training (außer wir sind in Urlaub), er hat am Mo im Training 7 von 8 Toren seiner Mannschaft geschossen und das, obwohl der beste Spieler in der gegnerischen Mannschaft ist. Er wäre wahrscheinlich in vielen anderen Mannschaften der beste und müsste nicht aussetzen.


    Du nimmst also Anstoß daran, dass er aussetzen musste?! Ernsthaft?!


    Ich befürchte so langsam, das Phänomen "it's every man for himself" greift bereits um sich... Na, dann gute Nacht... :thumbdown:


    Deswegen überlegen auch wir zu wechseln. Die mittleren Spielen überlegen auch zu wechseln, weil sie auf eine Stufe gestellt werden mit Kinder, die (noch) wesentlich schlechter sind.


    Ein weiteres Indiz.


    Glücklich ist momentan nur der beste: spielt immer, darf alles und die nicht so guten, weil die Eltern froh sind, dass sie überhaupt mal mitspielen dürfen.


    Ich hoffe inständig, dass bei Eurer Jugendleitung die Alarmglocken schrillen...

    Und ich schiebe noch was hinterher. Ich habe ja schon gesagt, dass ich finde, dass vieles von dem, was Euer Trainer macht, Trainer114, in meinen Augen Grütze ist, also da wären:


    Im Training langweilen sich die Kinder bei uns, weil sie aufgrund der Gruppengröße bei EINEM Trainer viel zu selten drankommen. Der Trainer legt das aber immer wieder als Unaufmerksamkeit (mit ggf. nachfolgender Bestrafung aus).


    Man kann zwar auch alleine 19 Kinder trainieren, das muss man aber gut vorbereiten, darf nicht zu viel erwarten, muss viel hin- und herspringen und es ist sehr anstrengend. Ich habe in dem anderen Thread ja schon geschrieben: ein geschickter Kindertrainer holt sich, so er keinen Co hat, da kurzfristig die Eltern dazu, die sich ja durchaus freuen, mit helfen zu können.


    Beim Spiel im Training spielen zu viele Kinder gegeneinander (8:8, 9:9) und das Ende vom Lied ist, dass sowieso nur einige mitspielen: Die nicht so guten werden fast nie angespielt und ziehen sich zurück (gehen nicht in Zweikämpfe etc.). Für 4 Gruppen, um 4:4 zu spielen, fehlt ein 2. Trainer, der das andere Spiel beaufsichtigen könnte.


    Wie gesagt: Eltern hinzu nehmen. Und wenn ich die Gruppen nicht völlig ungeschickt zusammen stelle, so kann ich auch als Trainer vier Felder alleine beaufsichtigen, ich stelle mich halt in die Mitte und wandere mit meiner Aufmerksamkeit bewusst alle halbe bis zwei Minuten zum nächsten Feld, und sehe zu, dass ich immer schnell dort bin, wo ich gerade gebraucht werde, also z.B. um die in diesem Alter recht häufigen Diskussionen zu regeln. Zwischendrin kommt bestimmt auch immer mal wieder ein Kind zu mir gelaufen, um sich die Schuhe binden zu lassen. :)


    Vorgestern haben wir übrigens auch nur auf zwei Feldern im 7:7 spielen lassen, da war die Zeit zum Aufbau von vier Feldern und dem Aufteilen in weitere Mannschaften nicht da. Aber das war auch OK, weil wir zu zweit waren, die Aufsicht in dem zweiten Feld hätte ich aber sonst einem Elternteil gegeben. Und weil bei 'meinem' Feld eine Mannschaft leider dann doch schwächer als die andere war, bin ich auf ihrer Seite eingestiegen und habe dann auch jeden Spieler mal angespielt, habe also auch selbst mit dafür gesorgt, dass die schwächeren Kinder den Ball bekommen -- dabei habe ich auch mal einen Fehlpass zu den schwächeren Gegnern gespielt, inklusive gespieltem Ärger und der Kunde, dass, wie sie sehen, auch mir ein Fehlpass unterlaufen kann.


    Lieber wäre mir funino gewesen, aber lieber fünfzehn Minuten 7:7 als nur fünf im funino.


    Bei den Punktspielen gibt es eine feste Stamm-Mannschaft (5 Spieler) und der Rest rotiert. Mit dem Ende, dass bei 16 spielberechtigten Personen die Ergänzungsspieler eigentlich nur 2 von 5 Spielen bestreiten können. Damit es nicht ganz so krass ist, nimmt der Trainer jetzt 13 Kinder !!! mit zum nächsten Spiel. Die Einsatzzeiten der nicht so guten Spieler werden folglich sehr gering sein.


    Ganz großer Bockmist und noch dazu eine Milchmädchenrechnung oder ein Taschenspielertrick, je nachdem, wie man es sehen will. Ein fester Stamm ist langfristig Gift für das Zusammengehörigkeitsgefühl, der Stamm wird einem zwar im besten Fall erhalten bleibe, drumherum wird es aber deutlich bröckeln. In der D kriegt man dann keine Mannschaft zusammen, wenn man Pech hat, haben die Stammspieler bereits vorher das Gefühl, zu höherem berufen zu sein und wechseln schon in der E-Jugend zu Vereinen, die eine Klasse höher spielen. Und die masochistisch veranlagten Spieler, die nicht zum Stamm gehören und trotzdem bis dahin geblieben sind, haben weder nennenswertes Selbstbewusstsein noch die Spielpraxis, um dann konkurrenzfähig zu sein. Was keine gute Prognose bedeutet, wenn es darum geht, ob sie am Ende der A-Jugend noch dabei sein werden...


    Dann sagen die Eltern und die Kinder: super, wegen 10 Min. muss ich am Sa um 7:00 Uhr aufstehen ??!! Nimmt er weniger mit, sind die Kinder auch frustriert, weil sie gar nicht mitfahren. Der Trainer hat also die Wahl zwischen Pest und Cholera.


    Eigentlich ist es aber einfach: Man nimmt so viele Kinder mit, dass alle genügend Spielzeit haben. Und diese gibt man ihnen auch, jeder spielt minimal die halbe zur Verfügung stehende Zeit. Da kann man dann ausrechnen, wie viele man mit nehmen kann. Wir haben deshalb zu den Spielen im Modus 6+1 nicht das Maximalkontingent von elf Spielern ausgeschöpft, sondern nur neun oder zehn mit genommen.


    Stattdessen muss man für mehr Spiele sorgen, entweder indem man eine zweite Mannschaft meldet oder indem man Freundschaftsspiele ausmacht und bei vielen Einladungsturnieren teilnimmt. Für mich als Trainer wurden das damals zu viele Termine, um sie alleine stemmen zu können, also habe ich sie mir mit meinem Co aufgeteilt und ab und an haben auch einzelne, von uns ausgesuchte Eltern die Betreuung übernommen. In einem gut geführten Laden ist das kein Problem, behaupte ich.


    Ich behaupte, dass in kleineren Gruppen die Fluktuation nicht so hoch wäre, weil die "schlechteren" Kinder mehr wertgeschätzt würden, weil man ja sonst evtl. mal nicht genügend hat. Sie wären viel häufiger am Ball und würden sich automatisch verbessern würde.


    Ja, absolut, wobei ich finde, dass es auch der ganz normale Respekt und die Achtung vor dem Mitmenschen erfordert, dass man den schwächeren Kindern genauso viel Wertschätzung entgegen bringt wie den stärkeren.


    (Fortsetzung folgt)

    Trainer114, so wie du hier und im anderen Thread Euren Trainer beschreibst, so würde ich vernutlich auch das Weite suchen. Als Jugendleitung wäre ich daran interessiert, von Euch zwar ehrlich und ungeschminkt, aber möglichst sachlich und wenig vorwurfsvoll zu erfahren, warum Ihr Euch mit Wechselabsichten tragt. Ich würde mir das dann auch mal ansehen und schauen, ob Eure Kritik angebracht und berechtigt ist. Und wenn dem so wäre, würde ich auch versuchen, etwas zu ändern. Findet Eure Jugendleitung aber keine Missstände oder äußert sie sich hilflos, und die Alternative, dass Ihr Euch konkret einbringt, scheidet aus, so würde ich mich nach anderen Vereinen umsehen.

    Das íst mir auch aufgefallen mit dem Mannschaftsgefühl. Das fängt schon bei den Eltern an und ist dann bei den Kindern auch so. Je mehr es sind desto weniger geht es.


    Das ist sicher eher die Regel als die Ausnahme. Umso wichtiger, finde ich, ist es deshalb, in den jüngeren Jahrgängen gezielt etwas dafür zu tun, dass möglichst viele Kinder und Eltern dieses Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln. Denn später braucht man mehr Spieler, man erhält aber nie mehr so viel Zulauf wie in der G und F. Später ist man eher froh, wenn möglichst wenige aufhören..


    Hab so nen festen Kern von 12 Spielern die fast immer da sind und sich reinhängen. Glaube das wird sich jetzt so langsam einpendeln das ein paar gehen und neue kommen aktuell wieder dazu. Könnte halt dann später zum Problem werden wenn die Mannschaft zu klein wird.


    Absolut, ich möchte dich im Interesse der Zukunft deiner Spieler darum bitten, diesen bestehenden Kern zwar wahrzunehmen und auch zu pflegen, aber auch zu versuchen, ihn zu erweitern, die Leute, die noch eher ein bisschen außen vor sind, zum Teil sicher auch selbstgewählt, aktiv mit einzubinden und -zubeziehen. In der D braucht das Team einen Kader von ~15 Spieler, ab der C eher 18. Bis dahin hören aber bestimmt noch ein paar Kids mit dem Fußball auf. Ihr müsst also, so meine Meinung, jetzt dafür sorgen, dass Ihr später genügend Spieler habt. Dazu würde ich eine Zahl von zwanzig oder noch mehr Kindern anstreben. Dazu braucht man aber natürlich auch mehrere Trainer und muss eigentlich auch mehrere Mannschaften melden, da sonst die Spielzeiten zu gering werden.

    Meiner Erfahrung nach ist eine nicht unerhebliche Fluktuation im Kinderbereich völlig normal. Zwar sind geschätzte 75% der Spieler, die ich damals in der G hatte (ich finde gerade auf die Schnelle keine Kaderliste von damals), inzwischen in der C-Jugend noch aktiv, das halte ich aber für eine recht hohe Quote, für die ich mir selbstverständlich gerne auf die Schulter klopfen würde, dieser Versuchung aber bewusst nicht erliege. Bei den Spielern, die später einstiegen, ist die Quote auch deutlich niedriger, wobei sie bis zum Ende der E, als ich mich dann als ihr Trainer verabschiedete, noch deutlich höher war -- also betreibe ich doch Selbstbeweihräucherung...(?) Wichtig ist, dass man sich als Trainer überlegt, warum die Kids aufhören. Bei mir war es glücklicherweise so, dass es keinen Spieler gab, der aufhörte, weil er mit mir oder meinen Methoden nicht zurecht kam -- außer einem, der es in der E-Jugend ablehnte, auch in der Defensive eingesetzt zu werden und dem Training und Spiel unter Beteiligung von auch schwächeren Spielern missfiel. Da ich das aber für zumutbar, ja, sogar sinnvoll hielt (und auch weiterhin dieser Meinung bin), war das für mich kein Grund, etwas zu ändern. Aber man sollte sich als Trainer schon immer mal wieder hinterfragen und Austritte von Spielern können da ein Anlass sein.


    Aber ich würde mir auch in deiner Situation nicht zu viele Sorgen machen, gerade wenn Kids nach nur ein paar Wochen oder Monaten aufhören, dann war es einfach nichts für sie (oder ihre Eltern).

    Super Beitrag, Steini, und gut gebrüllt, ich bin da voll bei dir -- auch beim letzten Absatz, obwohl ich ja Gordinho in diesem Punkt durchaus in Teilen widersprochen habe. Aber den Spielleiter finde ich durchaus sinnvoll, die Spieler sollen weiterhin selbstständig entscheiden, soweit sie dazu in der Lage (und willens) sind, aber es gibt auch eine Autorität für die etwas kniffligeren Fälle auf dem Platz. Wichtig dabei ist natürlich, dass diese Autorität die unbedingte Rückendeckung und Unterstützung durch die Trainer hat, er ist nämlich kein Schiedsrichter. Ich würde das vielleicht sogar so handhaben, dass der Spielleiter Trainer melden soll, die seine Autorität untergraben, auch wenn ich lieber ohne diese Regelung auskäme. Aber ich kenne zu viele Trainer, die den Schiedsrichtern das Leben bewusst schwer machen.


    Das ist falsch, keine Frage. Bei den Spielen nach FPL-Regeln, die ich bisher bei uns gesehen habe, war das angenehmerweise nicht so. Der Betreuer unseres Teams ist dabei ein Spielerpapa, der tatsächlich auch nur Betreuung am Spieltag übernimmt. Was das vorschnelle Eingreifen anbelangt, muss ich ihn ausdrücklich loben, das macht er nicht. Ihm fällt zwar, genau wie mir, auf, dass da ein paar Fouls ungeahndet bleiben, auch, dass gerade gefährliches Spiel (vornehmlich durch hohes Bein) eigentlich nie irgendein Kind juckt bis es dann mal weh tut, und das missfällt ihm ebenso wie mir. Und die fremden Trainer haben da bisher auch ähnlich agiert. In den Spielen, denen ich beigewohnt habe, hielt sich die Zahl der ungeahndeten Fouls auch so ziemlich die Waage.


    Dass die von dir genannten Trainer hier die Regel missachten wird übrigens aus dem Teil, den du nicht hervor gehoben hast, deutlich. Im Hoheitsgebiet welchen Landesverbands befindet Ihr Euch, wenn ich fragen darf?



    Tja, leider sind aber die Trainer die entscheidenden Elemente, wenn es um den Erfolg oder Misserfolg der FPL geht. Ich bin diesbezüglich sehr froh darüber, wie sehr bei uns in Hessen der Landesverband dahinter steht und darüber, dass er zum Ende der letzten Saison daher verpflichtende Schulungen hat durchführen lassen. Bisher läuft es, so mein Eindruck, zumindest bei uns ganz gut, auch wenn ich leider nicht sonderlich zuversichtlich darüber bin, wie es weiter gehen sollte, wenn es zu Probleme kommt und die Verantwortlichen im Kreis eingeschaltet werden, denn da ist, so meine Befürchtung, das Verständnis für die FPL noch fast am niedrigsten ausgeprägt... Vom Gegenteil lasse ich mich aber natürlich nur zu gerne überzeugen. 8)


    Wie wurde bei Euch denn die FPL eingeführt? Warum lehnen die Trainer sie ab?


    Falsch nicht um Punkte zu spielen? Wann würdest du denn damit anfangen?


    Ich selbst würde damit frühestens im zweiten Jahr der E anfangen. Und ich würde den Spielbetrieb so gestalten, dass ähnlich starke Mannschaften gegeneinander spielen. Ich habe da ja eine ganz eigene Vorstellung, nämlich eine einzige kreisweite Liga nach dem Turniermodus des Schweizer Systems, was wohl viel zu ungewöhnlich scheint, um akzeptiert zu werden, aber meine Mindestforderung wäre eine Quali-Phase vor Beginn der eigentlichen Runde, wahrscheinlich am zweckmäßigsten in Form von drei, vier Turnieren.



    Ohne Meisterschaftsspielbetrieb keine überergeizigen Eltern, das ist schlicht falsch. Zumindest bei uns.


    Nun, ich habe keinen Einblick in Eure Verhältnisse, aber es ist eigentlich allgemein anerkannt, dass die Abschaffung der Tabellen in den unteren Jahrgängen einen großen Beitrag dazu geleistet hat und immer noch leistet, den Überehrgeiz der Erwachsenen und den Druck auf die Kinder signifikant zu reduzieren. Wenn das bei Euch nicht so ist, dann sind, so meine Befürchtung, die Verantwortlichen, allen voran die Trainer noch nicht KiFu-geeignet. Denn mit der Abschaffung der Tabellen geben LV und Kreis dem richtig gepolten KiFu-Trainer ein scharfes Schwert für den Kampf gegen den Drachen des elterlichen übertriebenen Ehrgeizes in die Hand. Er muss es aber halt auch zu nutzen wissen.



    Du gehst doch nicht den Weg des geringsten Widerstandes wenn du dich an die Vorgaben des Verbandes hälst. Und wer sagt, das ich das so handhabe?


    Nun, darauf, was er gemeint hat, kann wohl nur kleincampino antworten, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass er damit meint, dass man den Weg des geringsten Widerstands geht, wenn man einfach auf die Vorschläge, Wünsche, oder wie auch immer man es nennen möchte, des anderen Trainers eingeht. Und bei ihm scheinen nicht wenige Trainer die FPL zumindest hinsichtlich der Schiri-Regel abzulehnen.


    Glaube mal nicht, dass es der Weg des geringsten Widerstands ist, auf die Einhaltung der Ausschreibungsregeln zu beharren. Ich habe mich in der Vergangenheit schon mehrfach anmachen lassen müssen, als ich auf zu schwere Bälle und zu große Felder hingewiesen habe. Tut mir leid, aber ein 50% zu schwerer Ball oder ein quadratisches Spielfeld halte ich für körperverletzend respektive sinnfrei. Aber ich kenne viele Trainer, die solchen potenziellen Konflikten lieber von vornherein aus dem Weg gehen.

    Übrigens, die Fair Play Liga funktioniert nicht, weil da ein Schiedsrichter ist oder nicht, sie funktioniert weil die anderen Dinge umgesetzt werden.


    Absolut richtig, eine Regel ist es nicht, die über Wohl und Wehe der FPL entscheidet. Aber die Schiri-Regel gehört nun mal dazu, sie ist sogar das am deutlichsten sichtbare Zeichen der FPL und das Spiel ohne Schiri ist letztlich der Lakmustest für beide Teams inklusive Trainer und Eltern. Wenn es gut funktioniert, dann ist alles gut, gibt es hingegen dabei Probleme, so gibt es auch bei mindestens einer der beiden beteiligten Mannschaften noch einiges zu tun...


    Eltern nicht an der Seitenlinie und Trainer Coachen gemeinsam.


    Ja bzw. fast, ich bin mal etwas kleinkariert und nehme Anstoß an dem Wort "coachen." Die Trainer leiten das Spiel gemeinsam, sie coachen ihre Spieler möglichst wenig, so sieht das die FPL vor. Das meintest du aber wahrscheinlich auch, denn du hattest wohl kaum im Sinn, dass die Trainer "gemeinsam" beide Mannschaften "coachen." :)


    Das funktioniert für mich aber nur bis zur Grundschule. Ab altem E Jugendjahrgang wo kaum noch Grundschüler rumlaufen geht das eher nicht mehr.


    Du meinst dann wahrscheinlich "bis zu dem Ende der Grundschule. Ich verstehe nicht, was das Alter der Spieler damit zu tun hat, ob sie nach den Regeln der FPL spielen können. Das tun wir, d.h. du und ich, doch auch, wenn wir uns zum Feierabendkick oder so treffen. Ich denke, eigentlich sollten das ältere Kinder und Jugendliche eigentlich sogar besser hin bekommen als Kinder, denn schließlich haben sie bereits viel mehr Erfahrung und können kniffligere Situationen bereits besser beurteilen. Außerdem können sie sich bereits besser in ihre Mitmenschen einfühlen, ihr eigenes Handeln reflektieren, sie haben ein ausgewogeneres ethisches Empfinden, sind weniger egozentrisch und bereits deutlich teamfähiger. Und da gerade im vor- und dann pübertären Alter ja das Thema Konfliktbewältigung und Gewaltprävention verstärkt in den Fokus gerät, und die Eigenverantwortlichkeit dabei, so zumindest meine Meinung, eine große Rolle spielt, kann ich mir schon vorstellen, dass die FPL auf jeden Fall in der E und auch in den Jugendjahrgängen durchaus durchführbar, wenn nicht sogar sinnvoll wäre.


    Beachte: das Spiel ohne Schiri ist mitnichten ein Spiel ohne Regeln oder ein Spiel, in dem sich der Stärkere durchsetzt. Die Autorität liegt bei beiden Trainern, sie sind letztlich, aber gemeinsam, dafür verantwortlich, dass das Spiel gut funktioniert. Wenn ich mir ansehe, wie sich so mancher Trainer bei den C-Jugendspielen, an denen mein Sohn teilnimmt, so an der Seitenlinie aufführt, nämlich in bester HB-Männchenmanier, so wünsche ich mir da manchmal die FPL-Regeln auch für diese Altersklasse.

    Ich glaube nicht, dass man selbst als DFB-Mitglied seine E-Jugend zum Ligabetrieb anmelden muss.


    Nein, das nicht. Es ist leider zu lange her und ich habe es nicht so abgelegt, dass ich es wieder finden würde. Kann gut sein, dass es nicht so konkret auf die Meldung von Mannschaften gemünzt war, aber das war letztlich die Konsequenz des Statuts, meine ich.


    In NRW melden ja z.B. die meisten NLZs ihre Teams erst ab U14 oder U15 am Ligabetrieb an. Davor spielen sie in der RSC-Runde, eine von Leverkusen organisierte freie Spielrunde.


    Interessant, danke für die Info. So, wie ich mich an dieses Status erinnere, aber das ist ja leider ziemlich schwach, hätte ich gedacht, dass sowas dagegen erst mal verstößt. Hier in unserer Gegend nehmen einige NLZ, vielleicht auch noch andere Mannschaften, ich finde im Web dazu leider nicht so viel, wohl am Süd-West-Cup teil. Vor ca. zwei Jahren hieß es dann, das sei einigen Teams untersagt worden, aber das kam via Stiller Post und mehrere Ecken zu mir, da war ich damals schon etwas skeptisch..


    Vor ein paar Jahren, als ich noch E-Jugend Trainer war, habe ich bewusst zumindest auf die Hallenrunde verzichtet. Dazu musste man sich extra abmelden, das ging aber.


    Ja, das geht bei uns auch, man muss keine Mannschaft melden, wenn man nicht will. Wobei man bei uns, wenn ich recht informiert bin, vor Saisonbeginn bereits für Feld- wie Hallenrunde melden muss, obwohl bis zum Start der Hallenrunde noch mal zwei bis drei Monate vergehen und da, gerade in den jüngeren Jahrgängen, sich noch einiges ändern kann... :|


    Da wir keinen Mangel an Freundschaftswettkämpfen haben und ich die Hallenrunde in vielen Punkten überflüssig hielt, habe ich mir lieber die passenden Turniere ausgesucht.


    Ich würde, wäre ich wieder hauptverantwortlich für eine Kindermannschaft, das auch in Betracht ziehen. Bei uns ist die Hallenrunde oft stressiger als Einladungsturniere, weil ja bereits ab der F für die Platzierungen bei den Hallenrundenturnieren Punkte verteilt werden, die zur Qualifikation für die Hallenkreismeisterschaft dienen -- bei den Bambini und F-Junioren nennt man das zwar anders, aber es ist, im Endeffekt, genau das selbe.. Ich sehe in den Bestimmungen gerade, dass dieser Modus jetzt bis runter in die G so gilt, früher war dieser "Stadt-in-der-die-Halle-für-die-Kreismeisterschaften-steht"-Cup bei den Bambini ein Einladungs- und "Schnupper"-Turnier. Jetzt spielt man in der G-Hallenrunde offenbar auch schon um Punkte.


    Und ich sehe gerade: tritt eine Mannschaft zu einem Turnier nicht an, wird sie nicht nur ausgeschlossen und muss eine Strafe zahlen, wie in den Jahren zuvor, sie wird auch noch von der Hallenrunde im Jahr darauf ausgeschlossen -- vermutlich betrifft das dann natürlich den Folgejahrgang.


    In G und F ist draußen übrigens die FPL vorgeschrieben. Passt überhaupt nicht zusammen, korrekt, das fiel auch einer ganzen Zahl an Teilnehmern auf der FPL-Schulung auf, an der, ich habe es bereits mehrfach im Forum erwähnt, auch der Kreisjugendwart teilnahm -- er saß mir sogar gegenüber... :thumbdown:


    Eieieieieiei, nee, Kelle nach (das soll hessisch sein), giepsbjanich... Eigentlich sollte man diesen, wie ich finde, Unfug boykottieren -- also diese Hallenrunde, nicht die FPL, von der ich ein großer Anhänger bin.

    Danke für die Zusatzinfos, Trainer114, das Bild wird klarer. Ich muss noch die Beiträge, die auf diesen deinen, den ich hier zitiere, folgen, lesen, daher ist von dem, was ich schreibe, vielleicht einiges schon gesagt worden.


    Ihr macht es komplizierter als es ist. Wenn ich "Foul" schreibe, unterstellt doch einfach den Fall, dass es auch so ist. Was bringen denn Spekulationen, ob die Kinder schon so koordiniert sind etc. Ich rede von glasklaren Fouls. Die strittigen Fälle können wir doch außer Acht lassen.


    Sehr schön. Da greife ich im Training definitiv als Trainer ein und bennene sie, gebe Freistoß und erkläre den Spielern, dass sie es jetzt wissen, nächstes mal bitte selber fest stellen (natürlich kindgerecht ausdrücken). Und zwar immer wieder. Ich bin dabei natürlich geduldig und mache den Kindern keine Vorwürfe, wenn es mit dem Verständnis etwas dauert. Aber so schwer sind die Fußballregeln nun wieder auch nicht, das kriegen sie schon recht bald hin.


    Wenn ich "Schlägerei" schreibe, meine ich auch "Schlägerei" (hier: X schreit Y an, weil er eine andere Entscheidung will, dann tritt Y ihm gegen das Bein.


    Und da bin ich als Trainer aber sowas von ruckizucki da, da brülle ich, wenn ich nicht in der Nähe bin, auch kurz, aber so laut "Stopp!", dass man es im Nachbarort noch hört, denn da bin ich mir sicher, dass die Situation unterbrochen wird und alle Augen auf dem Sportplatz auf mich gerichtet sind. Dann nehme ich mir die beiden Streithähne beiseite, also aus der Gruppe heraus, ich dazwischen, damit sie nicht aneinander heran kommen, hocke mich dann zwischen sie und dann wird die Situation geklärt. Am Ende geben sie sich die Hand und sehen sich dabei in die Augen (wichtig!) und dann geht es weiter. Dauer die Aussprache länger, so empfehle ich dem Rest der Gruppe, schon mal weiter zu spielen. Dazu werfe ich den Ball an die andere Seite, es gibt also keine Diskussion darum, wer den Ball zu bekommen hat.


    Darum ging es mir aber gar nicht. Ich wollte von Euch wissen, wie ich mich beim nächsten Mal verhalten soll, denn wir Eltern wissen ja genau, dass Trainer es nicht gut finden, wenn die Eltern reinreden. Deswegen haben wir es alle gelassen.


    Sobald die Auseinandersetzung körperlich wird, müsst Ihr einschreiten. Allein schon der Notwehr halber. Das hat nichts mit reinreden zu tun.


    Und ich würde jetzt das vertrauensvolle und konstruktive Gespräch mit dem Trainer führen. Er macht da gerade etwas falsch. Helft ihm dabei, das zu erkennen und den Fehler nicht zu wiederholen.


    Jemand wollte aus Neugier noch ein paar Infos. Der Trainer ist noch sehr jung, er hat keinen Trainerschein. Das Spiel ging von Anfang des Trainings bis zum Ende und noch darüber hinaus. Es wurde auf einem etwas größeren Feld als jetzt vorgeschrieben (32mx35m) gespielt, es gab keine Auswechselspieler und es waren mindestens 6 gegen 6.


    Ohne etwas grundsätzlich gegen junge Trainer sagen zu wollen, danke ich dir für diese Info, und ich finde sie auch hilfreich. Es gibt sicher Ausnahmen, aber ich habe bei der Mehrzahl der Jungtrainer (und übrigens auch Jungschiris), die mir bisher über den Weg gelaufen sind, fest gestellt, dass sie sich gerade zu Beginn mit ihrer Autorität schwer tun. Sie sind es nicht gewohnt, Anweisungen zu geben, sich Kraft natürlicher sowie durch das Traineramt verliehener Autorität durchzusetzen. Aber Kinder brauchen Anleitung, sie sind es auch so gewohnt. Zumindest in einem gewissen Maße.


    Deine Beschreibung passt zu vielen dieser Jungtrainer, die ich bisher erlebt habe, ich vermute mal, dass er noch nicht so richtig viel Erfahrung hat, da wundert mich das dann nicht und ich bin auch gerne bereit, ihm gegenüber da Nachsicht walten zu lassen. Auch bei mir gab es schon handgreifliche Auseinandersetzungen im Training, das lässt sich nie ganz ausschließen, manche Kinder haben eine sehr geringe Stress- und Frustrationstoleranz, da reicht schon mal eine Kleinigkeit und sie verlieren die Beherrschung. Aber das muss man sofort unterbinden und klipp und klar machen, dass das aber sowas von überhaupt nicht geht. Fünf Minuten zum Beruhigen an den Rand, nach zwei, drei Minuten dazu gehen und noch mal in Ruhe darüber reden. Hat er sich beruhigt, kann er nach Ablauf der fünf Minuten wieder mit machen. Falls er sich noch nicht entschuldigt hat, dann muss er das selbstverständlich nachholen. Damit ist die Sache gegessen.


    Im Wiederholungsfall würde ich nicht die Strafe erhöhen, sondern das Gespräch mit den Eltern suchen, zunächst ohne das Kind. Wenn man sich dann auf ein Vorgehen geeinigt hat, holt man das Kind dazu und erklärt es ihm. Gibt es kein Übereinkommen mit den Eltern, so stimmt man sich mit der Jugendleitung darüber ab, dass man Eltern und Kind noch eine letzte Chance gibt, beim nächsten Vorfall (des körperlichen Übergriffs) ist es raus. Das sollte aber wirklich nur bei ganz wenigen Kindern notwendig sein, denke ich.


    Ich selbst halte es -aus dem Bauch heraus- nicht für sinnvoll, da ich das Gefühl habe, dass die Jungs erstmal Ihre Power (um es mal positiv auszudrücken) ein bisschen loswerden müssen. Deswegen hätte ich erstmal was gemacht, damit sie ein bisschen ruhiger sind. Außerdem bin ich der Meinung, dass man mit weniger spielen sollte 4:4, damit alle mal den Ball bekommen und nicht nur immer die 2 besten.


    Ich bin ganz deiner Meinung, wobei es ja so ist, dass das Spiel im 4:4 oder 3:3 durchaus anstrengend genug ist, dass man sie sich nicht unbedingt vorher auspowern lassen muss. Die Einteilung der Teams muss halt schnell erfolgen und am besten sind die Spielfelder schon da. Ist das nicht so, so wäre tatsächlich die Bildung von Vierergruppen nach dem Zufallsprinzip und erst mal eine flugs aufgebaute Sprintstaffel oder sowas in der Art keine schlechte Idee, während man die Felder aufbaut. Dabei noch ein anwesendes Elternteil zur Aufsicht über die Staffel abkommandiert und ein oder zwei weitere zur Hilfe beim Aufbau der Felder rekrutiert und man ist schnell damit durch. Und Eltern helfen doch häufig gerne.


    Ich habe das mit dem Fair-Play ins Spiel gebracht, weil ich glaube, dass die Idee gut ist, aber es irgendwie falsch verstanden wurde. In der Broschüre vom hess. Fußballverband steht zur Schiedsrichter-Regel: "Die finale Einhaltung der Spielregeln obliegt den Trainern, die am Spielfeldrand gemeinsam in der Coachingzone stehen und gemeinsam bei strittigen Entscheidungen eingreifen."
    Später zur Trainer-Regel: "Die finale Einhaltung der Spielregeln obliegt den Trainern"


    Sollen die Trainer nur dann eingreifen, wenn die Kinder sich UNEINIG sind oder gemeinsam dafür sorgen, dass die Spielregeln eingehalten werden? Das ist nicht immer dasselbe.


    Nun, auf jeden Fall, wenn Uneinigkeit herrscht. In anderen Fällen ist Augenmaß gefragt. Ich halte es so: wenn die Kinder den Regelverstoß nicht bemerken, wenn er ihnen nicht bewusst ist und wenn er sie nicht stört, so lasse ich es beim Spiel gegen eine andere Mannschaft damit bewenden, da störe ich nicht. Liegt der Wiedrholungsfall eines eklatanten Regelverstoßes vor und spielt sich das Geschehen gerade im Mittelfeld ab, gibt es also keinen klaren Vorteil, ist vielleicht sogar mein Team in Ballbesitz: dann unterbreche ich vielleicht und erkläre den Kindern die Regel. Anschließend lasse ich meine Spieler den Ball zum Gegner spielen oder lasse meinen Torwart mit einem Abstoß fortsetzen oder so -- ich bin kein Freund des Schiedsrichterballs und gebe da lieber dem Gegner den Ball als zu riskieren, dass die Kids sich beim Schiriball treten.


    Besipiel 1: Klares Handspiel, alle Kinder bemerken es aber nicht (das andere Kind hat versucht, den Ball mit beiden Händen zu fangen- es war nicht der Torwart;) )Kinder haben weiter gespielt, keiner hat sich eingemischt.


    Weiterspielen lassen. Thematisieren, wenn die Situation im Training auftaucht, oder wenn sie sich im Spiel wiederholt und Uneinigkeit entsteht.


    Beispiel 2: Eckball, Verteidiger lenkt den Ball mit der Hand ins Tor. Kinder wollen 9-er, wäre aber eigentlich Tor. Was jetzt?


    Also erstmal: Eingreifen, weil Uneinigkeit vorhanden. Dann das Tor geben: Vorteil. Und die Vorteilsregel erklären -- sich aber auch dessen bewusst sein, dass gerade sie für Kids ziemlich schwierig ist. Zum 9er: Weil es den Kids Spaß macht, gibt es noch den 9er obendrauf, dessen Tor zählt aber nicht. Oder es gibt auf der anderen Seite auch einen. Oder man zählt das Tor, führt den 9er nicht durch, verspricht den Kids aber, dass es danach für alle ein 9-Meter-Schießen gibt.

    wir spielen mit der E-Jugend seit 1,5 Jahren FairPlayLiga. Leider wollen die Gegner oftmals mit Schiedsrichter spielen. Ich setzte mich dann aber immer durch und unsere Spiele finden ohne Schiedsrichter statt. Das zeigt mir aber, dass die FairPlayLiga, obwohl in der Ausschreibung fest verankert, bei uns im Kreis nicht wirklich gelebt wird. Aber das nur am Rande.


    Das ist aber eine interessante Information. Mich würde da interessieren, um welchen Landesverband es geht. Der Kreis eigentlich auch, aber ich könnte es verstehen, wenn du ihn nicht nennen wolltest.


    Als weitere wichtige Info. Wir spielen um Punkte.


    Tja, da hat es die FPL natürlich schwerer als wenn es keine Tabellen gibt. Eigentlich sollten E-Junioren dazu in der Lage sein, dennoch ziemlich zuverlässig festzustellen, was Foul ist und was nicht, aber wenn es darum geht, die Punkte einzufahren, wenn das Ergebnis des Spiels also eine nachhaltigere und unmittelbarere Wirkung hat als das faire Verhalten, so kann man schon verstehen, dass viele Spieler sich damit schwer tun, im Spiel auf einen Vorteil zu verzichten, zumal es ja auch Grenzfälle gibt und man da leicht in einen gewissen Sog geraten kann. Zumal die Einflüsse aus der Welt der Erwachsenen ja auch nicht immer vorbildlich sind, um es mal sehr zurückhaltend auszudrücken. Insbesondere wenn Punkte und Tabellenplätze ins Spiel kommen. Es ist doch immer noch so, dass ein Großteil der Trainer (und auch der Eltern) den Beleg für "gute Jugendarbeit", wie sie immer so schön genannt wird, in möglichst vielen Siegen und guten Tabellenplatzierungen sieht. Und es wird doch allgemein akzeptiert, dass hinterher nicht mehr gefragt wird, wie der Sieg zustande kam. Das finde ich ausgesprochen schade. Man setzt damit den Sport letztlich mit dem kriegerischen Konflikt gleich. Letzterer mag bei der Entstehung des Sports auch eine gewisse Rolle gespielt haben. Aber da geht es doch um das ganz elementare Überleben, die Sicherstellung der Fortexistenz der eigenen Sippe. Und beim Sport geht es vielmehr darum, freiwillig im Rahmen der Regeln zu wetteifern. Der Aspekt der Freiwilligkeit erfordert es doch, dass die Tätigkeit Spaß macht, sonst such ich mir, platt gesagt, doch lieber etwas anderes.


    In diesem Zusammenhang finde ich es übrigens durchaus diskussionswürdig, dass es Pflichtspiele gibt. Und ich meine auch irgendwo gelesen zu haben, dass die Landesverbände und die Kreise als ihre Organe ein Monopol auf den organisierten Fußballspielbetrieb beanspruchen. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass ein e.V., den ich (mit der notwendigen Anzahl an Mitstreitern) morgen gründete, dazu verpflichtet wäre, wenn er nicht dem Landesverband beitritt. Mich würde mal interessieren, so rein theoretisch, ob Vereine, die dem LV angehören, was ja praktisch 100% sein dürften, auch gegen Vereine spielen dürfen, die keinem (von ihnen anerkannten) Landesverband oder auch gar keinem angehören. Das hat jetzt aber mit der FPL überhaupt nichts mehr zu tun.


    Bisher habe ich nie (wirklich nie) Probleme mit den gegnerischen Mannschaften/Trainern/Kindern gehabt. Das spielen ohne Schiedsrichter funktioniert einwandfrei. Meine Kinder kommen da sehr gut mit klar.


    Glückwunsch, dann machst du offenbar einiges richtig.


    Folgendes Erlebnis hat mich ein wenig überfordert. Wir haben beim Tabellenführer gespielt. Es entwickelte sich ein tolles Spiel und die Kinder regelten alles selbst. Irgendwann bekam das Spiel eine eigenen Dynamik. Trotz einer 5:0 Führung des Gegners gingen die Kinder aufeinander los. Beide Mannschaften fühlten sich ungerecht behandelt und warfen der jeweils anderen Mannschaft unsportliches Verhalten vor. Zusätzlich gab es einige Foulspiele (auch auf beiden Seiten).


    Gab es diese Foulspiele bevor die Kinder (wie viele eigentlich) aufeinander los gingen oder danach? Wie habt Ihr Trainer agiert, als das Spiel begann aus dem Ruder zu laufen und als die Kinder "aufeinander los gingen?"


    Ich sah mich kurz vor dem Ende der Partie (noch ca. 10 Minuten zu spielen) dazu genötigt einzugreifen. Ich habe beide Mannschaften im Mittelkreis versammelt und an den FairPlay Gedanken erinnert.


    Wunderbar, in meinen Augen genau richtig. Höchstens verspätet, aber lieber spät als gar nicht, wie ja auch deutlich wurde, denn:


    Die letzen 10 Minuten gingen dann reibungslos ohne Schiedsrichter über die Bühne.


    Na also, Situation wieder in den Griff bekommen, damit ist doch alles gut. Im Nachgang kann man noch überlegen, was zu der Eskalation führte und was man tun kann, um das in Zukunft zu vermeiden, sprich das Risiko dafür, dass ein Spiel eskaliert, weiter zu verringern. Ganz ausschließen wird man es nie können, aber man kann die Situation evtl. mit der Mannschaft noch einmal thematisieren und schauen, ob man da selbst hätte besser agieren können, von Fehlern will ich da gar nicht unbedingt reden.


    Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob das in dem Moment richtig war. In dem Moment war ich ja wieder Schiedsrichter.


    Es war vollkommen richtig und du warst nicht Schiedsrichter, du bist deiner Verantwortung für das Gelingen des Spiels gerecht geworden. Im Gegensatz zu deinem Trainerpartner, übrigens. Du hast nichts davon geschrieben, dass du eine Situation entschieden hast, dann wärst du Schiedsrichter gewesen. Selbst das wäre aber gemäß FPL OK gewesen, wenn die Kids da gerade mit dem Konflikt überfordert waren. Wenn dem so ist, dann sind gemäß FPL-Trainerregel die Trainer gefordert, ihnen bei der Auflösung des Konflikts zu helfen. Nichts anderes hast du getan.


    Ich habe in einer ähnlichen Situation bzw. einem Spiel, in dem diese Situation hätte entstehen können, auch eingegriffen. Da hatte die "gegnerische" Mannschaft einen arg übermotivierten Spieler, der viele Zweikämpfe führte und diese Zweikämpfe endeten zwar nicht alle, aber doch regelmäßig damit, dass ein Spieler am Boden lag. Ich habe da dann mal das Spiel unterbrochen, als meine Mannschaft in Ballbesitz war, habe den anderen Trainer darum gebeten, mich auf den Platz zu diesem Spieler zu begleiten, bin vor ihm in die Hocke gegangen und habe mit ihm gesprochen, habe ihm gesagt, dass ich und bestimmt auch alle Zuschauer erkennen können, dass er ein wirklich guter Spieler ist, mit Sicherheit einer der besten seiner Mannschaft (stimmte auch), dass wir aber auch alle sehen, dass regelmäßig Spieler nach einem Zweikampf mit ihm auf dem Boden liegen und nicht wenige von ihnen dabei Schmerzen empfinden, ich ihn also darum bitte, sich ein wenig zurück zu nehmen. Danach habe ich meinen Spielern, sie waren ja in Ballbesitz, gesagt, sie sollen den Ball zur gegnerischen Abwehr spielen, und weiter gehts.


    Der andere Trainer fand es OK, und danach ging es auch deutlich angenehmer weiter. Dieser Spieler war gefrustet, das hatte man schon gemerkt, später erfuhr ich auch warum: er hatte in der Saison zuvor beim viel besseren und erfolgreicheren Jahrgang darüber gespielt, in seiner neuen Mannschaft lief es deutlich schlechter und er hatte auch nicht mehr so gute Mitspieler.


    Der Trainer des Gegners (ein echt vernünftiger Mann) machte mit am Ende der Partie in einem ruhigen Gespräch deutlich, dass er mit meiner "Aktion" nicht einverstanden war.


    Und warum?


    In Zukunft würde er gerne wieder mit Schiedsrichter spielen.


    Tja, damit stiehlt er sich aber aus seiner Verantwortung. Er mag ja vernünftig sein, aber seine Aufgabe im Zusammenhang mit dem Spielbetrieb nach FPL hat er entweder noch nicht begriffen oder er möchte sie nicht übernehmen.


    Wie hättet ihr reagiert? Hättet ihr das Spiel einfach so laufen lassen? Habt ihr eine andere Idee, wie man die Situation hätte lösen können?


    Wie oben deutlich wird: ich hätte noch früher eingegriffen. Ich hätte vermutlich auch einen Moment ausgesucht, in dem meine Mannschaft in Ballbesitz und das Spiel ruhig ist, um so gar nicht erst Gefahr zu laufen, dass der Gegner meint, ich hätte ihm einen Vorteil genommen oder den Spielfluss zerstört. Wahrscheinlich bietet sich da am ehesten ein Abstoß oder ein Einwurf auf der Seite der Coaching-Zone an.

    Aus meiner Erfahrung ist das im E-Jugendalter ein recht häufiger Vorgang: Waren sie vorher noch vornehmlich mit sich selbst beschäftigt, nehmen sie jetzt auch die Fähigkeiten ihrer Mitspieler wahr und setzen sie in Relation zu ihren eigenen Fähigkeiten. Damit einher geht eine Änderung der Motivation. Will ich mit meinen Kumpels kicken oder will ich fußballerisch mehr?


    Das kann ich für unseren Sohn bestätigen, wobei sich das vor allem im zweiten Jahr der E-Jugend zeigte, als ein paar der stärkeren Spieler und verließen (drei umzugsbedingt, zwei wollten woanders glücklicher werden) und wir den Kader in zwei Mannschaften aufteilten. Mit einem mal war er der herausragende Feldspieler der Mannschaft.. Das fand er insgesamt und letztendlich alles andere als toll..


    Wenn Dein Sohn talentiert ist, wird er in der Kreisauswahl (E-Jugend) oder im Stützpunkt (D-Jugend) landen. Dort wird er mit anderen talentierten Spielern spielen und trainieren.


    Das ist zu hoffen, aber darauf verlassen würde ich mich nicht. Zumindest bei uns im Kreis laufen sowohl die Sichtung für die Kreisauswahl (äh, welche Sichtung?) als auch für den Stützpunkt so, dass es eine recht große Zahl an Spielern gibt, die durch das Raster fallen, obwohl sie das Zeug für beides haben. So zumindest meine persönliche Meinung.


    Allerdings sollte man sich das nicht allzu sehr zu Herzen nehmen. Kreisauswahl und Stützpunkt machen noch lange nicht jedes Kind glücklich, schon gar nicht langfristig.

    Das habe ich nicht eindeutig formuliert: Der kurze Abstoß geht nicht regelmäßig zum zentralen Spieler, sondern auf einen der breitstehenden Verteidiger, dann ganz nach Spielsituation weiter.


    Dann passt ja alles. Denn natürlich sollen die Verteidiger breit, aber recht weit hinten stehen, um als alternative Anspielstationen für den Torwart zu dienen, falls die beste Option, nämlich das Spiel ins Zentrum, nicht zur Verfügung steht, weil der Gegner dort zu gefährlich ist. Wie du richtig vermutest, nahm ich ja 'nur' Anstoß daran, dass gesagt wurde, die Verteidiger stünden breit, es würde aber immer der Sechser angespielt. Es wurde überhaupt nicht die Option genannt, nach außen auf die Verteidiger zu spielen. Aber dann stehen sie da völlig sinnlos herum, sobald der Gegner begreift, dass er sie in keiner Weise decken muss. Und dann hat man letztendlich zwei Spieler weniger auf dem Platz. Außerdem müssen sie von dort nach dem Abstoß des Torwarts erst wieder nach innen und ein Stück nach vorne laufen, um wieder die Absicherung zu bilden. Bei Ballverlust des Sechsers im Aufbau können sie jedenfalls nicht mehr eingreifen..


    Es ist meiner Meinung nach auf jeden Fall sinnvoll, dass sich Verteidiger breit neben dem Strafraum anbieten. Aber sie müssen für den Torwart auch eine Option für seinen Abstoß sein.


    Gestern waren bei uns Stützpunktvergleiche 2002er auf 9er Feld. Unser Stützpunkt spielte 2:2:3:1. Sah aber aus wie 2:5:1...


    Naja, bei dem relativ kurzen Feld wundert mich das nicht wirklich... Bei einer solchen Aufstellung müsste man eigentlich über Diagonalbälle (durchaus flach) auf die Außenstürmer verwundbar sein, da sich ja in den Halb- und Außenräumen hinter dem Mittelfeld große Räume ergeben, die nicht im Abseits sind. Wurde das nicht ausgenutzt? Als das Team meines Sohnes D9 spielte, haben das spielstarke Mannschaften mit guten und schnellen offensiven Außenspielern sehr gut gemacht, da wurde es schon bestraft, wenn der Außenverteidiger in einer Viererkette kurzzeitig zu hoch stand und so den Raum hinter sich öffnete.

    Auch ein anderer Trainer berichtete mir, dass bei einem Punktspiel die zunächst noch erlaubte Härte in brutales Spiel umschlug, weil niemand da war, der mal regulierend (ggf. sogar Auszeit) eingriff.


    Das ist auf ein leider weit verbreitetes Missverständnis zurück zu führen, dass Trainer überhaupt nicht auf ihre Spieler einwirken sollen. Das ist so falsch. Richtig ist, dass sie die Kinder so spielen lassen sollen, wie ihnen die Zehen gewachsen sind, sie sollen also keine taktischen Anweisungen hinein rufen, sprich: möglichst wenig coachen. Aber sie sind die entscheidende Instanz, die für das Gelingen des Spiels verantwortlich sind, sie müssen eingreifen, wenn es Unstimmigkeiten zwischen den Kindern gibt, die diese selber nicht auflösen können. Und ich persönlich gehe einen Schritt weiter: wenn ich als Trainer erkenne, dass meine Spieler ein Verhalten zeigen, das den Fair Play widerspricht, so reagiere ich darauf, entweder, indem ich den betreffenden Spieler im Rahmen eines Wechselvorgangs raus hole und ihm erkläre, was ich da gerade befürchte, oder, wenn es zu bunt wird, indem ich die Partie kurz unterbreche, natürlich am besten, wenn meine Mannschaft in Ballbesitz ist, den fremden Trainer bitte, mich zu begleiten, alle Kinder zusammen hole und dann meiner Mannschaft in zwar freundlichem, aber bestimmtem Ton meine Beobachtung und Befürchtung schildere und sie dazu auffordere, sich ein wenig zu mäßigen. Macht man das früh genug, so ist noch keinem etwas passiert, man muss noch niemanden streng ansehen und auch keine Spieler direkt ansprechen. Und da man die eigene Mannschaft anspricht, sollte auch der andere Trainer kein Problem damit haben, er nimmt sich hoffentlich daran ein Beispiel und wirkt auf seine Spieler auf ähnliche Weise ein. Ganz gerissen ist, wer am Ende der eigenen Predigt ihn fragt, ob er das genau so sieht und ob er noch etwas hinzu fügen möchte.


    Schwieriger ist es, wenn bei einem Spiel die eigene Mannschaft vorbildlich agiert, die andere aber unter aller Sau, und dadurch die eigene Mannschaft leidet, also regelrecht mit völliger Unfairness untergebuttert wird. Ist der Trainer des anderen Teams ein Kandidat, wie du ihn beschreibst, also einer, der überhaupt nicht auf seine Mannschaft einwirkt, der sich völlig passiv verhält, so würde ich zunächst das freundliche Gespräch mit ihm suchen, in dem ich ihm aber deutlich mitteile, dass ich befürchte, dass das Spiel aus dem Ruder laufen könnte, dass ich seinen Spielern zwar keine Absicht unterstelle, dass da aber aus meiner Sicht deutlich gegen das Gebot der Fairness und evtl. auch gegen die Regeln verstoßen wird. Ich würde ihn eindringlich darum bitten, das Spiel gemeinsam zu unterbrechen, um die Kinder zur Räson zu bringen. Wie es dann weiter geht, hängt von seiner Reaktion ab. Im besten Fall wird unterbrochen, wir holen alle Kinder zusammen, ich halte meine Predigt und richte dabei das Wort an alle Spieler, also insbesondere nicht nur an seine, fasse mich dabei aber kurz und gebe ihm das Wort, in der Hoffnung, dass er sich etwas mehr an seine Spieler richten wird.


    Ist er nicht einverstanden, so wird es komplizierter. Je nach Grad seiner Ablehnung sowie der Begründung kann ich dann entweder zunächst sehen, ob sich die Lage vielleicht von selbst beruhigt, zu versuchen, ihn weiter zu überzeugen, ihm die FPL-Trainer-Regel noch mal zu erläutern, oder im Extremfall ankündigen, meine Mannschaft zu schützen und zu verhindern, dass die Situation soweit eskaliert, dass es für alle Parteien übel wird, indem ich meine Spieler dazu anweise, an den Rand zu kommen und das Spiel einzustellen -- dabei aber auf dem Feld zu bleiben, das Spiel also nicht mutwillig abzubrechen, sondern vielmehr in den passiven Widerstand zu treten. Genau dieses Vorgehen habe ich mit unseren Eltern im Elternabend besprochen, ich habe ihnen erklärt, wann und warum ich das machen würde, und habe sie eindringlich darum gebeten, sich in einer solchen Situation möglichst passiv zu verhalten. Und wenn der Gegner einer der übelsten Sorte ist, dann gehen wir mit einem 2:78 vom Platz, na und, ist mir egal, es ist schade um die verlorenen zwanzig Minuten, die die Kinder sinnlos am Feldrand sitzend verbringen mussten, aber da können wir ja z.B. eine Stein-Schere-Papier-Meisterschaft austragen. Und nach dem Spiel wird im Spielbericht vermerkt, dass der Trainer von Verein XY die Trainer-Regel nicht befolgt hat, indem er nicht dazu bereit war, eine gemeinsame Position zur Klärung von durch die Kinder nicht eigenständig aufzulösenden Unstmmigkeiten zu finden. Und fertig.


    Wie sind Eure Erfahrungen? Wie verhaltet Ihr Euch?


    Insgesamt sind meine Erfahrungen sehr gut, allerdings mit F-Junioren. Es gibt zwar häufig Regelverstöße, die nicht geahndet werden, aber nur selten ist das für die Kinder ein größeres Problem. Hohes Bein sieht man leider sehr oft, aus den oben beschriebenen Gründen, da halte ich regelmäßg die Luft an, und ab und zu tut sichauch jemand weh. Wenn sich ein Spieler weh tut, so unterbrechen die Kids meist auch das Spiel, und wenn nicht, so machen das dann die Trainer recht schnell. Ansonsten habe ich ausgesprochen gute Erfahrungen damit gemacht, wenn man, wie in der FPL ja auch vorgesehen, sich die Trainer tatsächlich dicht beieinander, am besten im häufigen Zwiegespräch, in der Coaching-Zone aufhalten. Wenn man sich gegenüber wohlgesonnen ist, dann ist man auch gerne bereit, auch mal im Sinne des Anderen zu entscheiden. Ich würde auf jeden Fall darauf bestehen, dass sich niemand in der Nähe der Tore aufhält. Und wenn es zu arg wird, würde ich auch zwar freundlich, aber deutlich um die Einhaltung des Gebots des minimalen Coachings bitten.

    Ich kenne weder dich, Trainer114, noch den Trainer deines Sohnes, außerdem habe ich das Spiel nicht gesehen, so dass ich mich alleine auf das stützen muss, was du mitteilst. Bitte beachte zur Reflektion den Beitrag von Steini, er stellt viele Fragen zum Hintergrund, die es erlauben würden, die Situation besser einzuschätzen.


    Aber, wie gesagt, wenn ich von dem ausgehe, was du sagst:

    [...] ich bin Vater [...], heute hat unser Trainer (G-Jugend) ausschließlich ein Spiel gemacht.


    Hier würde mich mal interessieren, aber eigentlich nur am Rande, ob dieses Spiel über das gesamte Training ging, dann wäre es ja deutlich länger als die reguläre Spielzeit der Altersklasse. Und in welchem Modus gespielt wurde, also wie groß die Mannschaften waren, ob gewechselt wurde, und auf welche Tore gespielt wurde. Die ungefähre Feldgröße wäre auch noch interessant. Das hat aber alles mit dem Punkt, auf den ich weiter unten letztlich hinaus will, nichts zu tun, sondern es geht nur um meine Neugier.


    Da wir in Hessen seit dieser Saison nach den Fair-Play-Regeln spielen (d.h. ohne Schiri etc.) hat unser Trainer sich total zurückgehalten und die Kinder entscheiden lassen.


    Das ist zunächst auch in Ordnung. Sie müssen es ja, wie du sagst, ohnehin bald selbst machen, und man kann sie mit dieser Maßnahme daran gewöhnen, dass nicht immer sofort die erwachsene Autorität einschreitet, sondern sie selbst im Rahmen der Regeln und der Fairness Herren über ihr Spiel sind. Man kann dabei auch das Ziel verfolgen, zu sehen, inwieweit die Regeln bereits verstanden werden und wie die einzelnen Spieler so ticken, um diese Erkenntnisse im Training und auch im Spiel zu nutzen.


    Das führte dazu, dass das Spiel immer brutaler wurde und zum Schluss sogar in einer Schlägerei zwischen 2 Kindern endete.


    Bei allem Verständnis für den Trainer hat er hier bzw. bereits zuvor in meinen Augen versagt und tatsächlich leider die FPL nicht richtig verstanden. Wichtig bei dem, was ich oben schrieb, ist nämlich folgender Einschub: "im Rahmen der Regeln und der Fairness." Ich bin zwar als Trainer einer FPL-Mannschaft dazu verpflichtet, möglichst wenig in das freie Spiel der Kinder einzugreifen, aber ich trage dennoch die Verantwortung für meine Mannschaft. Ich bin es, der als allererster dafür zuständig ist, ihnen die Regeln sowie den Fair-Play-Gedanken zu vermitteln. Und dazu nutze ich insbesondere das Training. Natürlich versuche ich gar nicht erst, ihnen jede Regel in jeder Feinheit zu erklären, sondern setze da Prioritäten. Aber ich muss auf jeden Fall darauf aufpassen, dass die Körperlichkeit nicht zu sehr zunimmt, gerade bei jüngeren Kindern führt das sonst ganz schnell dazu, dass es weh tut. Denn sie haben den Ball noch nicht so gut unter Kontrolle, da ihr Timing schlecht ist hüpft der Ball recht viel herum, dann haben sie einerseits Angst vor dem Körperkontakt, andererseits wollen sie aber den Ball treten, in Kombination führt das dann zu vielen ausgestreckten Beinen auf Magenhöhe oder sogar noch darüber. Durch die häufig anzutreffende und in dieser Altersklasse völlig normale Rudelbildung bildet sich auch schnell eine Traube, in der mehrere Spieler gleichzeitig nach dem Ball treten, dabei aber nicht selten häufiger die Beine ihrer Mit- und Gegenspieler treffen als die Kugel. Und manche Kinder loten bereits in diesem Alter die Grenzen der zulässigen Körperlichkeit aus, vielleicht sind das vermehrt solche mit fußballspielenden älteren Geschwistern, die also von ihnen eine etwas rauere Gangart bereits gewohnt sind.


    Da bin ich als Trainer gut beraten, das Risiko dafür, dass das Spiel aus dem Ruder laufen könnte, bereits im Vorfeld durch geschickte Gestaltung des Spielmodus zu verringern: kleine Felder, kleine Mannschaften, die Spielpaarungen möglichst leistungshomogen einteilen und das Feld und die Tore für die schwächeren Spieler ggf. größer machen als für die stärkeren. Da bei Euch ja mindestens ein Papa zugeschaut hat, würde ich diesen und ggf. weitere als Aufsichtspersonen für die Spielfelder rekrutieren, ich selbst (als Trainer) würde zwischen den Feldern pendeln und die Aufsichtspersonen unterstützen, ihnen dabei quasi die Leitlinien vermitteln. Ich setze mich nicht einfach nur auf die Wiese und gucke zu, sondern ich moderiere aktiv das Spiel der Kinder, sobald es zu Unstimmigkeiten kommt, kläre auch rasch Regeln, sobald es da zu Fragen kommt, und bin dabei für die erwachsene Aufsichtsperson auch automatisch Vorbild und Anschauungsobjekt. Klingt jetzt hochtrabender, als es gemeint ist: der Papa kriegt mit, worum es geht, und kann dann da kompetent weiter machen, wenn ich wieder zu einem anderen Spielfeld aufbreche.


    Das coole, wenn man zu Beginn mehr Einfluss nimmt, wohlgemerkt nicht darauf, was die Kids mit dem Ball machen oder wie sie laufen, sondern auf ihre Regelkenntnis, ihr Verhalten, was ihre Einhaltung sowie das Einfordern dessen von ihren Gegen-, aber auch Mitspielern (sic) anbelangt, sowie des fairen, respektvollen und rücksichtsvollen Umgangs miteinander, desto leichter hat man es später dann, weil die eigene Mannschaft einfach von ihrem Verhalten her ein angenehmer Spielpartner ist. Und man hat auch weniger Konflikte im Training.


    (Fortsetzung folgt, ich bin mal wieder bei über 10.000 Zeichen gelandet..)

    Du antwortest sehr differenziert.


    Stets zu Diensten. :)


    Deshalb bräuchte ich eigentlich mehr Zeit für eine Erwiderung.


    Kein Thema, lass dir Zeit. Ich bin bei dem Thema auch noch recht unentschlossen und derzeit noch in der Phase, in der ich vielfältige Informationen aufnehme. Zu einigen Aspekten habe ich schon eine Meinung, zumindest eine vorläufige. Aber ich bin weit davon entfernt zu glauben, ich hätte zum Thema optimaler Förderung von Kindern und Jugendlichen bereits den Stein der Weisen gefunden. Ich denke nur, und da sind wir bei der Differenziertheit, die du ansprichst, dass man recht viele Aspekte beachten und beleuchten muss, wenn man eine Lösung präsentieren will, die zwar bestimmt nicht als optimal, aber doch zumindest als durchdacht und objektiv ziemlich gut bezeichnet werden kann.


    Zunächst möchte widersprechen, dass eine NLZ-Breitensport-U8 (welch ein Wortungetüm, sorry) wirklich jede U9 weghaut. Das kenne ich anders. In den älteren Jahrgängen mag das dann eher zutreffen.


    Von mir aus nicht jede, ich denke, auch bin einer Quote von 95% ist das Argument stichhaltig. Oder ersetze meinetwegen "jede" mit "überwältigende oder große Mehrheit", auf die genauen Zahlen kommt es nicht an, sondern auf die statistische Relevanz. Die möchtest du wohl nicht abstreiten. :)


    Nun aber zu meinem Gedanken. Anlass des Gedanken war, dass der Vorwurf ja dahin geht, dass die NLZ die Kinder gnadenlos verheizen und dass die Kinder (und Eltern) eigentlich sogar Schaden nehmen, wenn sie früh dahin wechseln und dann wieder weg müssen.


    Einigen wird das unterstelt, ja, aber nicht der Mehrheit. Es ist wohl so, ich habe noch nicht gesehen, dass jemand etwas anderes behauptet hat, und es deckt sich auch mit den völlig unvollständigen und allerhöchstens stichprobenhaften, jedoch sämtlich deckungsgleichen Beobachten, die ich gemacht habe, dass die Quote der NLZ-Spieler in den höheren Jahrgängen, die bereits in den unteren Jahrgängen an diesem NLZ waren, sehr niedrig ist. Soweit ich erkennen kann, ist man sich zumindest hier im Forum einig, und zwar inklusive des von mir hoch geschätzten Sir Alex, dass also der Groß-, wenn nicht sogar der größte Teil der Spieler, die z.B. in der U8 am NLZ sind, aussortiert werden, bevor sie die A- oder B-Jugend erreichen.


    Übrigens: selbst wenn nicht, wie hoch ist denn die Quote der A-Junioren der NLZ, die anschließend den Sprung in den Profifußball schaffen? Ich verfolge ja als Anhänger verstärkt die Geschicke der Eintracht (aus Frankfurt), da kommen ja immer mal wieder einzelne Spieler von der A-Jugend in den Profikader, aber oft ja doch nur für ein Jahr, in dem sie dann vor allem mittrainieren dürfen. Ab und an sitzen sie mal auf der Bank, wenn sie großes Glück haben, verletzt sich einer der arrivierten Spieler oder fällt in ein Formtief, dann haben sie vielleicht mal die Gelegenheit, sich zu zeigen. Aber bis auf Sebastian Jung hat da, glaube ich, in den letzten Jahren keiner den Sprung geschafft.


    Nur so als Anekdote: im erweiterten Bekanntenkreis, d.h. wir kennen uns über die fußball spielenden Söhne und sind uns sehr sympathisch, haben aber sonst nichts miteinander zu tun, kenne ich einen Papa, dessen Sohn im selben Jahrgang wie meiner spielt und in seinem Team tatsächlich heraus ragt -- der Rest ist ähnlich stark wie das Team meines Sohnes. Sein älterer Sohn hat wohl mit Sebi Jung damals zusammen gespielt, ist auch bis zur A-Jugend dort gewesen. Spielt wohl auch noch, aber 'nur' als Amateur. Netter Kerl, habe ihn auch schon mal bei einem Spiel getroffen, aber nicht länger mit ihm gesprochen. Was ich wirklich toll finde: sie sind überhaupt nicht abgehoben, keine Allüren oder ähnliches.


    Weitere Überlegungen zu NLZn und ihrer Fluktuation: In den höheren Jahrgängen mag es deutliche Wanderbewegungen zwischen den NLZ geben, in den unteren dürfte das nur in Ballungsgebieten, wo es demnach mehrere NLZ in nicht allzu großer Entfernung voneinander gibt, der Fall sein. Teilweise gibt es das wohl, zumindest hat mir ein Forumsfreund, dessen Sohn an einem NLZ hier in der Region ist, sowas erzählt: da wurden dort wohl einige aussortiert, von denen einige bei einem anderen NLZ aufgenommen wurden. Wie sich das nun in Zahlen ausdrückt und inwieweit es sich auf die Gesamtheit der NLZ übertragen lässt, dazu kann ich nur spekulieren. In einem Ballungsgebiet wie dem hiesigen (Rhein-Main-Gebiet) ist, denke ich, das Angebot an talentierten Spielern nicht gerade klein.. Dennoch sehen sich die Teams mit den höchsten Ambitionen ja sogar bundesweit um -- sie werden ihre Gründe dafür haben, sich nicht auf ihre bereits kaum zu überbietende Strahlkraft zu verlassen...


    Bei Werder Bremen gibt es nun sehr viele D-Jugend-Mannschaften, ab (z. B.) D4 bis D 7 oder 8 firmieren die dann unter Breitensport, wo vermutlich viele Kinder Zugang haben, also auch die, die vorher aus dem NLZ "verabschiedet" wurden. Ist aber eigentlich eher ein "Luxusproblem".


    Naja, das finde ich ja eigentlich dann ganz gut, das entspricht dann ja vielleicht meiner kürzlich in diesem Forum formulierten Idealvorstellung, dass ein Verein, der in einer Altersklasse höherklassig unterwegs ist, am besten für jede Spielklasse darunter auch eine Mannschaft (oder mehrere) meldet, damit man eben allen Mitgliedern gerecht werden kann. Ausgenommen hatte ich dabei aber übrigens explizit NLZ, die ja per Definition einen kleinen, stark selektierten Kader haben.


    Die anderen NLZ-Modelle, wie sie in der von Dir zitierten ft Junior vorgestellt wurden, verlagern das "Aussortierungsproblem" ein wenig von U8 nach hinten, können es ja aber auch nicht verhindern.


    Ich fand, ohne aber, wie gesagt, in die Tiefe gegangen zu sein, das Modell mit den mehreren Partnervereinen in der Region, auch nicht so unsympathisch. Damit verlagert man das "Problem" zwar natürlich in die Kreise und es gibt dann sicher einen deutlich höheren Ansturm auf diese Partnervereine in den Kreisen. Deshalb fände ich es eigentlich besser, wenn es am Ende pro Kreis auch mehrere Vereine gäbe, die Partnerstatus haben, eben damit sich das ganze nicht so deutlich konzentriert. Aber auch so gäbe es schon eine Vervielfachung des "Adressatenkreises" um die Anzahl der Kreise im Einzugsgebiet des späteren NLZ, wozu ich mindestens mal den eigenen sowie die umliegenden Kreise zählen würde. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass das auch teurer wäre als das, was aktuell praktiziert wird.


    PS: Unabhängig von der Qualität des Trainers gibt es ja noch den Punkt, dass Kinder in NLZ sich im Training (welches wesentlich mehr Zeit als Spiele beinhalten dürfte) mit gleich starken Kindern messen ("Gegnerdruck"), von diesen Dinge abschauen, lernen usw. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Entwicklungspunkt.


    Gerade davon bin ich nicht so uneingeschränkt überzeugt, dazu habe ich mich auch schon geäußert. Ich finde übrigens auch nicht, dass man einzelne Spieler beurteilen kann, wenn man sie ein- oder zweimal spielen sieht. Soll heißen: letzten Winter sah ich die D-Junioren von Mainz 05 zwei mal in der Halle. Das sah toll aus, ich war wirklich angetan, und zwar rundum. Aber ich würde es durchaus einigen anderen Spielern zutrauen, da auch mit zu spielen, vielleicht nicht direkt jetzt, aber vom Potenzial her. Und anders herum war ich nicht sonderlich begeistert davon, dass am hiesigen Stützpunkt die Sichtung von empfohlenen Spielern aus einem einmaligen Mittrainieren bestand, bei dem die Kandidaten zum Teil so gut wie nicht beobachtet wurden.


    Bitte nicht falsch verstehen: die mir bekannten Spieler, die nicht bei Mainz 05 und nicht am Stützpunkt sind, halte ich nicht für besser als die dortigen. Aber auch nicht für schlechter. Es gibt nun mal nur eine begrenzte Zahl an Plätzen, so ist das nun mal. Und man muss schon so gut sein, dass man zumindest in die obere Hälfte des Kaders käme, denke ich, um da eindringen zu können. Und die untere Hälfte wird über kurz oder lang aussortiert werden, so meine Prognose.


    Deine "Spielertypisierung" (4. und 5. Absatz) finde ich im übrigen sehr gelungen.


    Danke für die Blumen, freut mich.

    Trotz dieser optimalen Bedingungen werden aber immer wieder unterschiedliche Interessen aufeinanderstossen, das wollte ich rüberbringen, nicht Konzept oder Trainer abwerten.


    Das ist richtig. Deshalb empfinde ich es als wichtig, dass sich ein Verein positioniert und eine Linie entwickelt, die dann auch durchgehend gelebt wird. Ich habe diesbezüglich, zumindest was den Kinder- und Jugendbereich anbelangt, durchaus auch eigene Überzeugungen und wünsche mir, dass möglichst viele Vereine Linien entwickeln und befolgen, die diesen entsprechen. Um es deutlich zu sagen, ich bevorzuge Vereine, die kind- und altersgerechtes Training und einen entsprechenden Spielbetrieb durchführen, wo ein Klima von Kooperation, Respekt und Freundschaft herrscht, wo gerne und von mir aus, wenn es sein muss, auch hart, aber fair miteinander umgegangen wird, wo man sich um alle Mitglieder gleichermaßen kümmert, wo der Gemeinsamkeit der Vorzug gegeben wird. Und ich lehne Vereine und Mannschaften ab, die meinen, im Kinder- und Jugendbereich die Attitüden und Verhaltensweisen des Profifußballs, die nicht zu Kindern und Jugendlichen passen, übernehmen zu müssen, ja, gar zu dürfen.


    Solchen Vereinen gegenüber übe ich zwar Toleranz, es fällt mir aber nicht immer leicht, sie zu akzeptieren, von respektieren mal ganz zu schweigen...


    Da nun aber in vielen Vereinen diese Vorraussetzunge erst gar nicht gegeben sind, weiss man was da überall los ist, da stossen dann die unterschiedlichen Interessen frontal ohne Vorwahrnung zusammen.


    Natürlich. Immer und immer wieder. Es ist schon arg ermüdend...

    Vielleicht sollte man die NLZ dazu verpflichten, zwingend auch eine Sparte "Breitensport" zu betreiben.


    Wozu? Ich widerspreche dir (noch) nicht, aber ich würde gerne wissen, wie du dir das in der Umsetzung genauer vorstellst.


    Tatsächlich hat doch eine U8-Mannschaft eines NLZ mit einer Breitensport-U8 überhaupt nichts gemeinsam. Eine im Ballungsraum zusammengestellte U8 haut dir noch jede U9 ohne Probleme weg, auch die stärkste von Vereinen, die vier U9-Mannschaften haben.


    Ich weiß nicht... Mir erschließt sich die Sinnhaftigkeit davon, dass Vereine mit NLZ in den Jahrgängen unterhalb der NLZ eigene Mannschaften betreiben, nicht wirklich. Ich bin dabei auch der Meinung, dass alle Trainer nur mit Wasser kochen können, dazu noch der Spruch zum Gras, das nicht schneller wächst, auch wenn man daran zieht. Ich bin mir nicht sicher, ob talentierte Kinder in Mannschaften, die aus lauter Talenten bestehen, wirklich mehr und schneller lernen als in anderen. Irgendwie glaube ich da mehr daran, dass ein guter Trainer mit qualifiziertem und interessanten Training, vielen Ballkontakten und interessanten Übungen und Spielen, sowie eines guten Verhätnisses von Trainern zu Spielern, sowohl sozial als auch in den Zahlen, wichtiger sind. Dabei ist es natürlich für keinen Spieler gut, wenn er als einziger deutlich nach oben oder nach unten heraus sticht. Aber ich weiß nicht, ob eine maximale Homogenität wirklich der bestmöglichen Entwicklung der jungen Fußballer zuträglich ist...


    Mein Sohn ist jetzt im ersten C-Jugendjahr angekommen. Ich selbst habe seine Mannschaft bis zum Beginn des zweiten D-Jugendjahrs trainiert, ich hatte einige Spieler, die mittlerweile recht hochklassig spielen, die meisten immer noch oder wieder bei dem Verein, wo ich sie auch trainierte, zwei bei anderen, ebenfalls in der jeweiligen Altersklasse recht hoch spielenden Vereinen. Außerdem habe ich schon viele Spieler, Trainer und Eltern anderer Vereine aus der Umgebung kennen gelernt, dabei vermehrt natürlich die stärkeren Spieler und ihre Eltern. Daher kenne und verstehe ich die Situation der stärkeren Spieler und ihrer Eltern ganz gut, ich war selbst gleichzeitig Trainer und Vater eines Kindes, das zu den stärkeren gehörte, ohne allerdings, das möchte ich betonen, unter ihnen deutlich hervor zu stechen.


    Und da muss ich halt sagen: wenn man aus unserem Kreis die stärksten dreißig Spieler eines Jahrgangs zusammen nimmt, dann hat man da viele ähnlich starke Spieler dabei, da mag es auch mal ein oder zwei geben, die insgesamt heraus ragen, das waren aber bei denen, die ich bisher gesehen habe, auch immer welche, die körperlich akzeleriert zu sein schienen. Bei denen, auf die das nicht zutrifft, gibt es dann unterschiedliche Eigenschaftsansammlungen, also z.B. die flinken Dribbler, die Organisatoren mit guter Übersicht, die Torschussmonster, etc. Und im Verlauf der Zeit entwickeln sich da alle Spieler individuell und eben auch unterschiedlich. Dabei habe ich bei vielen von ihnen den Eindruck, dass sie sich besser entwickeln könnten, wenn individueller auf sie eingegangen würde. Das passiert aber, soweit ich erkennen kann, nur sehr selten bis überhaupt nicht. Ein Kind und/oder Jugendlicher hat Glück, wenn der Trainer, das Umfeld und die Mannschaft zu ihm passen. Wenn dem nicht so ist, dann wird er sich nicht voll entfalten können und unter seinen Möglichkeiten bleiben. Ich verbinde damit gar keinen Vorwurf, das ist jetzt erst einmal nur eine Beobachtung, die ich meine gemacht zu haben. Ein wenig mehr zum Vorwurf wird sie dann, wenn ich sie mit der weiteren Beobachtung, die ich glaube, gemacht zu haben, verbinde, dass die Kinder und Jugendliche, die eher zurückhaltender und schüchterner, aber auch überlegter sind, eher zu denjenigen gehören, die nicht so gut ins Schema passen, und damit häufiger leiden.. Dabei lassen diese Eigenschaften keinen Rückschluss darauf zu, wieviel Einsatz und Eifer in dem Kind steckt und wie viel Selbstbewusstsein es entwickeln kann, wenn es entsprechend gefördert wird.


    Oder, Steini, meinst du nicht auch? ;)


    Was Werder Bremen da macht, gefällt mir eigentlich sehr gut....


    Es gibt da unterschiedliche Modelle, die ft Junior 2/2014 hat vier BuLi-Vereine diesbezüglich vorgestellt: Borussia Dortmund, Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach und SC Freiburg. Leider erfährt man über die Details nicht viel. Da können öffentliche Publikationen wie Artikel in Zeitschriften und Zeitungen oder auch Beiträge in Radio und Fernsehen nur einen ganz kleinen Einblick geben, wenn man wirklich wissen will, wie es wo abgeht, muss man es sich genauer ansehen und einiges an Zeit investieren..