Beiträge von tobn

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    Aus meiner Familie ist mir das völlig fremd. Mein Vater war jahrelang Trainer, jz Schatzmeister. Alles Ehrenamtlich. Ist zu jedem Spiel gefahren manchmal mit 2 Autos. Ohne fahrtkostenerstattung.


    Auch aus einigen deiner anderen Beiträge geht hervor, dass du von deinen Spielern und ihren Eltern einen ähnlichen Einsatz verlangst, wie du ihn bereit bist zu geben. Und du reagierst mit praktisch keinem Verständnis darauf, dass die Bereitschaft dazu nicht oder nur mehr oder weniger eingeschränkt vorhanden ist. Da sind erhebliche Konflikte vorprogrammiert. Mal ganz unabhängig von der Frage nach der mangelnden Einsatzbereitschaft der Eltern ist deine Position meiner Meinung nach auch nicht haltbar: du verlangst zu viel und zeigst zu wenig Verständnis. Ich würde dir dazu raten, in beiden Punkten etwas nachzugeben und ein Stück weit auf Spieler und Eltern zuzugehen.

    Ich verfolge durchaus die weitere Entwicklung meiner alten Mannschaft, da mein Sohn ja noch in ihr spielt. Und ich bin aktuell sehr traurig darüber, dass eine ganze Zahl an Kindern, die bei mir noch mit Freude ins Training kamen, das teilweise gar nicht mehr tun oder mit deutlich weniger Elan, teilweise sogar ziemlich unwillig...

    Beim Handball unserer Tochter ist die Quote an Schiedsrichterinnen deutlich höher als im Fußball -- da ist mir bisher noch keine einzige untergekommen. Jedenfalls hat die Qualität des Schiri bei den Spielen, die ich da bisher gesehen habe, nichts mit dem Geschlecht zu tun gehabt, da gab es bei beiden eine ausreichend große Bandbreite, bei der ich keine Muster habe erkennen können, die auf das Geschlechtsmerkmal hinwiesen..

    Müsste da nicht, wenn der Schiri in seinem Bericht explizit mitteilt und es eben so eindeutig ist, von welcher Partei bzw. deren Anhängern er bedroht wurde, eine andere Entscheidung gefällt werden? Ich hatte zum Glücknoch nie mit der Sportgerichtsbarkeit zu tun, aber kann man da nicht auch mal Fragen stellen? Werden die Entscheidungen begründet und wie ausführlich sind diese Begründungen?

    mal überlegt, was du alles an Verrenkungen vorschlägst, damit ein Spiel nach FPL-Regeln vernünftig ablaufen soll.


    Nein, denn da gibt es keinen Unterschied zwischen FPL und Spiel mit Schiri. Ich spinne einfach mal vor mich hin, wie man als Trainer positiv auf das Gelingen des Spieltags hin wirken kann, und zwar im Angesicht zunächst widriger Umstände.


    Und würde man sich um die Umsetzung soviel Gedanken machen, wie bei der Einführung gäbe es sicherlich dazu gangbare Wege.. Eingeführt ist für mich noch lange nicht gleichbedeutend mit Umgesetzt..


    Da bin ich absolut bei dir. Nur muss man, und da halte ich dir mal den Spiegel vor, halt die Welt auch so nehmen, wie man sie eben vorfindet. Bei uns in Hessen gab es in der letzten Saison verpflichtende Schulungen zur FPL, ich behaupte, dass es dennoch recht viele Trainer gibt, die der Angelegenheit zumindest skeptisch gegenüber stehen. Wenn man jetzt noch die Möglichkeit in Betracht zieht, dass es Kreise gibt, in denen die Verantwortlichen der FPL bestenfalls indifferent gegenüber stehen, so kommt man doch wieder zu dem Punkt, dass man als Trainer halt versucht, zumindest mal seinen eigenen Beitrag zu leisten.

    Ja, so eine Situation ist nicht leicht zu erdulden, von ihrem meistern ganz zu schweigen. Vielleicht hätte man bei einer Spielunterbrechung durch Ball im Aus mal die Kinder innehalten lassen können und das Gespräch mit dem gegnerischen Trainer und seiner Elternschaft suchen. Am besten halt noch bevor die Gemüter erhitzt sind. Man hätte z.B. den Trainer fragen können, warum denn die Eltern zu nah am Spielfeld stehen, und ob er das gut findet, dass sie so viel ins Spiel hinein rufen, was sie ja gemäß FPL nicht machen dürfen.


    Wie lief es denn vor Spielbeginn statt und wo fand das Spiel statt? Ich kann nur empfehlen, neben dem gegnerischen Trainer auch alle übrigen Vertreter und Anhänger des gegnerischen Teams zu begrüßen, ggf. sogar mit Handschlag. Dadurch ist dann von vornherein ein großes Stück der Anonymität genommen und man ist schon mal auf sie zu gegangen. Im FVM empfehlen sie auch, zu Spielbeginn ein Einlaufritual zu befolgen, ich denke auch, dass das eine gute Idee ist. Mir fiel ebenfalls am Wochenende ein, dass man das sogar recht opulent gestalten könnte, um bereits vor Spielbeginn für eine gute Stimmung zu sorgen. Ich dachte dabei daran, dass beide Teams gemeinsam auflaufen und sich in einer Reihe auf den Platz stellen, wie man es aus dem Fernsehen kennt. Dann würde ich als Gastgeber mit lauter Stimme alle Zuschauer begrüßen und herzlich zu unserem Spiel, das nach den Regeln der Fair-Play-Liga stattfindet, begrüßen. Und dann, dachte ich mir, gehe ich nach und nach die Kinder der Gastmannschaft ab, frage sie nach ihren Namen, und rufe dann: "Mit der Nummer 8: Paul!" ins Publikum, anschließend macht das der Gästetrainer mit meinen Kids. Zum Abschluss wünsche ich allen Beteiligten ein schönes und faires Spiel, alle geben sich die Hände und los gehts.

    Was mich halt in dem Moment geärgert hat war das der gefoulte Spieler selber sagte es war außerhalb. Aber nur durch einwirken der Trainer und Eltern er doch zum Ende sagte das es drinnen war. Du hast den Eltern undf Trainern. richtig angemerkt das sie ihre Kids zum Sieg peitschen wollten. Von mir aus ich habe da eine andere Philosophie


    Wenn es nicht eigentlich auch unsportlich wäre, könnte ich ja auf die Idee kommen, ihnen den Strafstoß zu geben und meinem Torwart zu sagen, er soll sich doch bitte neben das Tor stellen, den Ball also rein lassen. Aber das wäre schon ziemlich zickig, insofern würde ich das vielleicht nur dann machen, wenn ich davon überzeugt bin, dass es kein Strafstoß war und mein ganzes Team (also die Kids) auch dieser Meinung sind, der Gegner aber unbedingt darauf besteht. Dann würde ich vielleicht sagen: "OK, mach halt dein Tor, und dann lass uns weiter spielen." und dem Torhüter sagen, er soll den Ball nicht halten, soll sich halt an den Pfosten stellen -- wenn denen dieses Tor so wichtig ist, dass ihnen egal ist, wie sie es erzielen, dann sollen sie es haben. Aber ich habe keine Lust, sie in ihrer Selbstlüge zu unterstützen, das Tor sei regulär gewesen. Das hat übrigens auch nichts damit zu tun, ich könne selbst nicht verlieren oder würde es zu verbissen sehen, denn das ist wahrlich nicht so. Ich kann nur Unfairness und Unehrlichkeit überhaupt nicht ausstehen.

    Was kann/darf man eigentlich machen wenn der gegnerische Trainer darauf besteht einen Schiedsrichter einzusetzen?


    Bei uns ist für G- und F-Jugend die FPL vorgeschrieben, insofern kann er gar nicht darauf bestehen. Womit will er das denn begründen? Am ehesten wird er das doch damit begründen, dass die FPL 'offensichtlich ja nicht funktioniert' und man deshalb doch lieber, wie gewohnt, mit Schiri spielen solle. Das würde ja bestätigen, dass er von der FPL nichts hält. Dem will ich aber als FPL-Befürworter keinesfalls nachgeben. Also werde ich dabei bleiben, nach FPL-Regeln zu spielen zu wollen.


    In den letzten Jahren war es oft so, dass unsere Gäste Eltern als Trainer eingesetzt hatten. Oftmals hatten die keinerlei Ahnung von Regeln und standen oftmals nur untätig in der Mitte des Spielfeldes und haben mehr Fehlentscheidung getroffen als dem Spiel geholfen.


    Genau. Durchaus einige der Laienschiedsrichter haben kaum bessere Entscheidungen getroffen als die Kinder selbst, da gibt es die ganze Bandbreite, natürlich gibt es ganz gute Schiris, aber es gibt auch diejenigen, die eine der beiden Mannschaften bevorteilen, diejenigen, die drei mal mehr Fehlentscheidungen treffen als die Kids alleine, diejenigen, die die Maßstäbe der Bundesliga bzw. der Fernsehkommentatoren anlegen, diejenigen, die jede dritte Entscheidung zurück nehmen und sich überhaupt unheimlich von außen beeinflussen lassen, und noch ein paar mehr...

    es war eine 04er E Jugend.


    Ich dachte mir schon, dass es keine F-Jugend war. Wobei ich der Meinung bin, dass neben dem Elternhaus auch der Trainer versagt hat, wenn sich Spieler sowas erlauben (und der Trainer sie bereits eine Zeitlang trainiert).


    Jedoch war der Trainer auch etwas krass drauf und vor solchen Spielen graust es mir


    Ich habe mal deine entscheidende Aussage hervor gehoben. Genau das ist es, der Fisch stinkt vom Kopf her. Solche Kandidaten sind es tatsächlich, die den anderen Trainern das Leben ungeheuer schwer bzw. unangenehm machen, ob mit Schiri oder FPL ist da zweitrangig. Wenn es aber die FPL gibt, so muss man als anderer Trainer sich dann unbedingt im Griff haben, besonnen, höflich und kooperativ, aber durchaus selbstbewusst und bestimmt auftreten, und auch zu der letzten Konsequenz des Eintrags im Spielbericht und des passiven Widerstands bereit sein, in dem man das Spiel zwar nicht abbricht, aber dem Gegner das Spielfeld völlig überlässt. Ist mir doch lieber, der Gegner schießt 58 mal ins leere Tor als dass meine Kids so einen Mist ertragen müssen. Ach so, ja, Anstoß muss man zwischendrin immer mal wieder machen, da kann man ja jeweils einen anderen Spieler hin schicken, um ihn quasi als Freistoß in des Gegners Hälfte auszuführen.


    was habt ihr denn für spielfeldgrößen in einer f-jugend?????


    Ich denke mal, dass Robert1982 den Strafraum meint, wenn er vom 16er schreibt. Den gibt es ja auch auf den verkleinerten Spielfeldern. Wir sehen bei unserer F-Jugend allerdings regelmäßig davon ab, ihn zu markieren, und gehen damit recht großzügig um -- es kommt eigentlich da sowieso so gut wie nie zu Problemen, weil die Torhüter in dieser Altersklasse typischerweise (und zum Verdruss ihrer Trainer) ziemlich auf der Linie kleben. Und was Handspiel anbelangt, das geben die Kids sich gegenseitig nur sehr selten, zumal in diesem Alter der Ball doch noch recht häufig an den Arm oder die Hand gerät, da beides ja deutlich näher am Boden ist, der Ball dazu noch im Vergleich viel größer und dieser dazu noch ziemlich häufig stark herum hüpft. Und viele Kinder reißen die Arme halt auch instinktiv hoch, damit der Ball nicht ihr Gesicht trifft. Da wäre es auch Quatsch, jedesmal auf Handspiel zu entscheiden.

    Erzähl doch bitte ein bisschen mehr dazu. Welcher Altersklasse gehörte dieser Spieler denn an? Ging es da um eine D-Jugend?


    Die FPL wird ja üblicherweise in den Jahrgängen bis inkl. E eingeführt, wobei es für die E auch das Modell des Spielleiters gibt, also quasi einem "Schirit light". Zwar kann man sicherlich auch in den höheren Altersklassen nach FPL-Regeln spielen, das dürfte vermutlich dort am besten funktionieren, wo bereits in den Jahren zuvor die FPL erfolgreich praktiziert wurde.


    Wie in einem anderen Thread kürzlich hoffentlich klar wurde: das Element, das am stärksten zum Erfolg oder Misserfolg der FPL beiträgt, ist der Trainer. Leider sind es aber viele Trainer, ich würde mutmaßen, dass gerade bei Trainern mit eigenem Fußballhintergrund der Anteil sogar besonders hoch ist, gewöhnt, sich quasi hinter dem Schiri zu verstecken bzw. ihm die volle Verantwortung dafür zu übertragen, dass das Spiel funktioniert und im erlaubten Rahmen bleibt. Sie sind so ja auch jahrelang konditioniert worden. Da setzt sich dann mit der Zeit die Überzeugung durch, es sei eigentlich nur dann ein Foul, wenn der Schiri peift. Tut er das nicht, so war man halt clever oder, wenn man doch ein bisschen Gewissensbisse hat, sei es ja nicht so schlimm, könnten die Anderen ja auch machen. Tatsächlich ist es die Aufgabe des Trainers dafür zu sorgen, dass seine Spieler entsprechend der Regeln und fair spielen.


    Um auf deine Fragen zu antworten:

    • Versuch des absichtlichen Handspiels: wird wahrscheinlich nicht geahndet, ist ja nicht passiert. Ich kann aber sehr wohl den Spieler als Trainer auswechseln und ihm klar machen, dass ich sowas nicht sehen will und er das zu unterlassen hat. Ich kann da z.B. androhen, ihn beim nächsten mal raus zu holen bis zum Ende des Spiels auf der Bank zu lassen. Ich gehe hier von einer D-Jugend aus und einer eindeutigen Situation.
    • Beleidigung des Gegners: Kann man im Spielbericht eintragen, ich weiß aber nicht, was dann passiert. Als Trainer des Spielers kann ich ihn aber selbst, d.h. inoffiziell für einige Spiele sperren, wenn ich das für angemessen halte.
    • Nachtreten: Da müssen eigentlich die Trainer diesen Spieler sofort vom Platz holen, wie in den FPL-Regeln ja steht: ihnen obliegt die finale Einhaltung der Spielregeln. Geht es um meinen Spieler, so kann ich im Nachgang eine mannschaftsinterne Sperre verhängen. Und man könnte auch eine Meldung in den Spielbericht schreiben. Das würde ich aber wahrscheinlich nur tun, wenn auch der Rest der Mannschaft und vor allem der Trainer sehr unsympathisch sind -- da besteht dann die Frage, ob er den Spieler überhaupt vom Platz geholt hätte. Es kann vielmehr gut sein, dass ich dann das Mittel des passiven Widerstands wählen würde und eben einen Vermerk im Spielbericht vornehmen würde.

    Problem ist nur das immer die gleichen fehlen bzw. immer die gleichen dabei sind.


    Da halte ich es wie mein alter Mathe-Lehrer, der zu sagen pflegte: "Wer nicht will, der hat schon." Wir machen also Angebote, wir preisen sie vielleicht auch ab und zu an wie Sauerbier, aber wer sie nicht annehmen will, der lässt es dann letztlich halt. Ich stimme guenter zu, häufig hören die Kinder solcher Eltern ohnehin früher oder später mit dem Vereinssport auf -- dieses Phänomen gibt es ja nicht nur beim Fußball, beim Handball, den unsere Tochter spielt, ist es genauso.. Das ist zwar schade und tut einem um sie leid, aber guenter hat wieder Recht: wir sind nicht Mutter Theresa und außerdem sollten wir auch nicht meinen, Jedermann zu seinem Glück zwingen zu müssen. Wir müssen zumindest beachten, dass die Eltern die Erziehungsberechtigten sind und nicht wir.


    Ich würde also versuchen, die fraglichen Kinder ganz normal zu behandeln und zumindest nicht von dir aus bereits abzuschreiben. Aber ansonsten scheinst du dir eigentlich keine Sorgen machen zu müssen, das wird schon.


    Einen Nachtrag noch: Bei einer Mannschaft bei uns im Verein hörte ich über ein paar Jahre lang Ähnliches, wie du berichtest. Zwei gut befreundete Familien haben Söhne in diesem Team. Da gab es aber halt auch einen Stamm, der eigentlich immer gespielt hat, dann ein Mittelfeld, von dem immer mal wieder ein paar Spieler mit spielen durften, und dann die, ich nenne sie bewusst provokativ mal so, Aussätzigen, die zwar im Training geduldet wurden, aber nie eingeplant wurde. Wenn ich da nachgefragt habe, hieß es auch immer, ja, das sei ja eigentlich nicht gut, aber da seien auch einige Unzuverlässige darunter, die dann einfach nicht erschienen. Aber diese Stammgeschichte und die Unzufriedenheit darüber brodelte offenbar unter Oberfläche weiter, so dass inzwischen, im zweiten Jahr der E-Jugend, dann doch eine zweite Mannschaft gemeldet wurde und auch ein zweigeteiltes Training durchgeführt wird: der schon sportlich zumindest etwas ehrgeizige Trainer trainiert und spielt mit der besseren Hälfte, die andere wird derzeit noch von meiner damaligen Betreuerin trainiert und bestreitet ihre eigenen Spiele. Mal sehen, wie das läuft, bisher musste sie zumindest noch nicht abgemeldet werden...

    Stelle mir halt immer nur die Frage wie ich es schaffe das sie mehr die Mannschaft sehen wie nur das eigene Wohl oder das des Kindes.


    Das wird schon, mach dir da mal nicht so den Kopp. Wichtig ist, dass sich alle gerecht behandelt und gleichermaßen beachtet fühlen. Dann ist es noch gut, wenn sie sich alle kennen lernen, dafür kann man vielleicht auch mal gemeinsam etwas machen. Ich habe z.B. ganz gerne einmal in der Hallensaison, wenn die anderen Mannschaften auf Turnieren waren und daher einige Hallenzeiten am Stück verfügbar waren, ein Eltern-und-Kinder-Turnier (und Geschwister, falls da vereinzelte mit kommen) in der Halle zu machen. Das war immer eine schöne Sache, nicht zuletzt, weil da ja typischerweise dann auch zwei Papas, die sich evtl. noch nicht kennen, in einer Mannschaft sind.


    Ansonsten ist es völlig OK und normal, dass Eltern primär ihr Kind sehen. Dafür, dass das Team genügend Beachtung findet, bist du zuständig, und dafür, wie gesagt, dass alle Kinder und Eltern gleichermaßen zu ihrem Recht kommen. Dann wird das auch passen, da bin ich mir sicher.

    Und da wären wir wieder beim alten Thema (Egal welche Jugend). Und 1-2 Eltern sind dann ausgerechnet Spendierer, und erwarten/verlangen das ihr Kind trotzdem spielt. Da kannst Du reden wie Du willst.


    Äh, nee, verstehe ich jetzt nicht. Da habe ich mich offenbar missverständlich ausgedrückt. Ich hatte bei meinem Absatz eigentlich ein Kind aus unserer aktuellen Truppe im Sinn, das, wie gesagt, sehr unregelmäßig kommt, von den Eltern habe ich noch nie jemanden gesehen -- ich bin aber auch erst zu dieser Mannschaft hinzu gestoßen, es gibt noch einen Trainer, der die Kids schon länger kennt und auch in dieser Truppe mehr für den Kontakt mit den Eltern und die Organisation usw. zuständig ist, ich kümmere mich hauptsächlich ums Training und gebe Ratschläge, die auf meiner Erfahrung beruhen. Ich hatte auch mal in meiner vorherigen Mannschaft ein oder zwei Kinder, die eine Zeit lang unregelmäßig zum Training kamen und dann aber letztlich wieder ganz weg blieben. An solche Fälle dachte ich. Zu viele dieser Art kann man nicht aufnehmen, aber ein oder zwei sind schon OK, zumindest wenn sie liebe Kinder sind und nicht die Gruppe aufmischen.


    Eventuell ist es bei Dir und 2-3 anderen nicht der Fall, aber das ist die Mehrheit, und so läuft es halt ab im KIFU.


    Nee, das war bei mir tatsächlich nicht der Fall. Ich habe da meine Prinzipien gehabt, was die Einteilung zu den Spielen anbelangt, und sie haben für alle gleichermaßen gegolten. Es war aber schon so, dass wenn z.B. ein Spieler kurzfristig abgesagt hat und ich Ersatz gesucht habe, diejenigen, die sich schneller gemeldet haben oder mir als erstes zugesagt haben, dadurch am Ende dann auch ein oder zwei Spiele mehr hatten. Gerade gegen Saisonende kann man Absagen nicht mehr kompensieren, dazu gibt es dann einfach nicht mehr genügend Gelegenheiten. Und ich war dann doch auch nicht noch dazu bereit, die Einteilungen des Saisonendes gänzlich über den Haufen zu schmeißen, weil ein paar Familien dann doch noch kurzfristig dieses oder jenes Wochenende weg gefahren sind. Aber die Spendierer hatten bei mir keine Vorteile, außer, dass ich mich ausdrücklich bei ihnen bedankt habe.

    Ich würde auch keinen Flyer erstellen, sehe es da eher wie guenter, im Gespräch kann man das besser rüber bringen, kann auch sofort auf Rückfragen eingehen oder Dinge erklären, die nicht gleich verstanden würden. Schriftliches wirkt demgegenüber häufig distanzierter.


    Mir sind damals halt unter der Saison auch immer mal wieder Dinge eingefallen. Die habe ich dann per E-Mail herum geschickt und bei den Spielen und/oder vor oder (vor allem) nach dem Training noch mal kurz mit den dort dann anwesenden Eltern besprochen. Gerade in der Hallensaison ist man ja auch immer wieder mal auf Turnieren und hat dort dann zwischen den Spielen etwas Leerlauf und kann das eine oder andere mit den Eltern bequatschen.


    Was ich auf dem Elternabend auf jeden Fall besprechen bzw. eher verkünden würde, ist, wie Einteilung für die Spiele erfolgt, wann man mitteilt, wer spielt, dann muss man auf möglichst frühzeitige Absagen bestehen. Man bittet um regelmäßiges und pünktliches Erscheinen zum Training, ich habe da auch um Absagen (ohne Angabe des Grundes) gebeten. Wenn man möchte, kann man auch kurz etwas dazu erzählen, was so im Training gemacht werden wird, wie so die Schwerpunkte aussehen, worum es bei den Spielen geht, warum man alle Kinder spielen lässt uswusf. Gerade in die Trainingslehre würde ich aber nicht zu tief einsteigen, das interessiert nur wenige im Detail, und mit denen kann man sich ja im Anschluss oder bei anderer Gelegenheit noch austauschen. Ich habe zum letzten Elternabend auch ein paar Ausgaben der ft Junior und ein paar Bücher mit genommen, da konnten dann Interessierte mal rein schauen. Und die Eltern sind beruhigt, weil du ja offenbar weißt, was du da machst. Aber übertreiben sollte man das auch nicht, sondern nur einen kleinen Teil des Regals mitnehmen. :)

    Diese Kinder, von denen wir hier reden, wirst du erfahrungsgemäss sehr wenig auf dem Bolzplatz antreffen, denn deren Intersse am fussball ist doch gar nicht so gross, sonst würden sie sich anders verhalten.


    Ich dachte dabei daran, dass sie das machen anstatt ins Training zu gehen. Es wäre ein Angebot, das ohne Verpflichtung wahrgenommen werden kann. Wollen sie aber mit trainieren, dann gehören sie zur Mannschaft und dann erwarte ich auch, dass sie den Mindesteinsatz bringen. Und da gehört meiner Meinung nach auch dazu, dass sie mit ihren Mannschaftskameraden gemeinsam gegen andere Teams spielen.


    PS: Natürlich schmeiße ich das arme Kind, dessen Eltern sich überhaupt nicht für den Sport interessieren und das auch nur unregelmäßig zum Training kommt, nicht raus. Es trainiert, wenn es da ist, mit, ganz normal, wie alle anderen auch. Spielt halt überhaupt nicht, und ich spreche die Eltern an. Ich versuche zu überzeugen und es passiert nichts. Na gut, das ist dann halt mein Beitrag zum Weltfrieden und wahrscheinlich wird dieses Kind irgendwann einfach gar nicht mehr kommen. Dann habe ich immerhin einen weiteren netten Menschen kennen gelernt, den ich dann grüßen kann, wenn ich durch den Ort laufe. :) Solche Leute sind aber, zumindest bei uns, die absolute Ausnahme.

    Ich hab es sicherlich versäumt darüber mit den Eltern zu reden. Aber sicherlich werde ich das dieses Jahr bei einem Elternabend noch tun bzw. bei einzelnen Gesprächen.


    Ja, unbedingt, das ist ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz wichtig. Nimm sie mit und begeistere sie, aber fordere auch das von ihnen, was du musst und kannst!

    Ich bin da bei guenter, kann sogar mit eigenen Erfahrungen aufwarten. Wir haben drei Jahre lang mit einem Kader von ca. sechzehn bis achtzehn Spielern nur eine Mannschaft gemeldet, im zweiten Jahr wurden wir Trainer so unzufrieden mit den geringen Einsatzzeiten, dass wir die Bildung zweier Mannschaften vorschlugen. Haben dabei den Anfängerfehler gemacht, bereits eine Einteilung vorzuschlagen, und dann ging es nur noch darum. Da es aussichtslos war, dass die Eltern zu einer Einigung kommen würden, haben wir dann die Sache abgebrochen, für das dritte Jahr nur eine Mannschaft gemeldet, und haben versucht, nebenher noch viele Freundschaftsspiele auszumachen. Tja, letztlich haben wir ca. fünf Spiele ausgemacht gegen sage und schreibe zwei Mannschaften, weitere waren nicht aufzutreiben oder haben kurzfristig abgesagt, das war zumindest bei uns ein ziemlicher Aufwand mit nur sehr überschaubarem Ertrag. Gleichzeitig war bei einigen Familien eine deutliche DIfferenzierung zwischen Freundschafts- und Pflichtspiel, das sie natürlich als Punktspiel bezeichneten, festzustellen.


    Als der Kader dann zum Ende der E-Jugend trotz des Abgangs von sechs Spielern (vier umzugsbedingt, zwei, weil sie anderswo grüneres Gras gesichtet hatten) bei achtzehn Spielern lag, haben wir zwei Mannschaften gemeldet und die Eltern dazu verpflichtet mit zu ziehen. Haben sie dann auch alle gemacht, bis auf eine Familie, bei der das von vornherein zu befürchten stand. Ich habe mit meinem Team drei Spiele ohne Auswechselspieler bestritten, bei einem hat ein Spieler des anderen Teams ausgeholfen -- wir hatten mit ihm aber dann zwei Auswechselspieler. War sehr stressig, vor allem für die Trainer, weil wir uns nicht, wie vorher, auch mal ein Spiel Pause gönnen konnten -- obwohl ich das sogar am letzten Spieltag gemacht habe, da haben dann zwei vetraute Papas die Betreuung übernommen.


    Wir hatten aber dadurch bereits während der Saison eine Supertruppe, bei der (fast) jeder geholfen hat, das hat richtig Spaß gemacht. Wir hatten aber halt auch bereits in den Jahren zuvor und auch in diesem Jahr sehr viel Kommunikation betrieben, haben erklärt, was wir machen, wie wir es machen und warum wir es und zwar so machen. Und wir haben sie einbezogen, haben sie aktiv um ihre Unterstützung gebeten, haben betont, dass es uns um alle Kinder und um jeden Spieler geht, etc. pp. Ich habe alle Spieler sogar im Tor rotieren lassen, habe die Papas zu den Schiridiensten eingeteilt -- letzteres hat nicht immer geklappt, aber immerhin haben sich dadurch drei Papas beteiligt, die sich sonst bestimmt vornehm zurück gehalten hätten. Und ich habe im Folgejahr, als ich die Mannschaft bzw. einen großen Teil der Kinder nicht mehr trainierte, sowohl von 'meinen' alten Altern wie auch von anderen Leuten, denen eben das berichtet worden war, gehört, wie toll das doch gewesen sei und was wir da nicht alles gemeinsam gemacht hätten und wie da die Zusammengehörigkeit (trotz zweier Mannschaften!) doch so gut gewesen sei. Anstrengend? Ja, absolut. Hat sich aber gelohnt. In anderen Mannschaften, wo es den Stamm gibt und nicht auch offensiv mit Eltern umgegangen wird, die zu wenig Einsatz bringen, da beobachte ich, dass es ständig Missmut und Unzufriedenheit gibt. Wobei, zum Thema Einsatzbereitschaft der Eltern: es geht da, wie gesagt, um ein gewisses Minimum. Ich verstehe sehr gut, dass nicht alle Eltern jedes Wochenende auf einem Fußballplatz verbringen können oder wollen. Ich brauche ja aber auch in erster Linie ihre Kinder und nicht sie. Und die können ja auch bei anderen Kindern mit fahren, oder? Sie sollten sich zwar überlegen, ob es ihr Kind nicht freut, wenn die Eltern bei den Spielen auch zusehen, aber das ist eine nachgelagerte Frage.

    Robert1982, meiner Erfahrung nach bringt es auf Dauer nichts, wenn man bei einem Kader von über vierzehn Kindern nur eine Mannschaft hat oder nur die Pflichtspiele bestreitet, das ist, zumindest bei uns, in F- und E-Jugend, wo die Gruppen sieben bis zehn Mannschaften umfassen, einfach zu wenig, da liegen dann regelmäßig für einige Kids mehrere Wochen zwischen zwei Spielen. Ich weiß, dass es viele Eltern gibt, die vor den Terminen am Wochenende zurück schrecken, ich weiß auch, dass es gerade für die Trainer eine enorme zeitliche Belastung ist, wenn man da alles selbst macht. Aber so schmalspurmäßig geht es halt auch nicht, dann muss man den Eltern, die sich da nicht zu den Spielen verpflichten wollen, auch offen sagen, dass das für ihre Kinder nicht gut ist und auf Dauer nicht gut geht, denn dadurch fehlt ihnen ein wichtiger Teil des Vereinsfußballs, mit dem hochtrabenden Wort Ausbildung will ich jetzt gar nicht kommen, aber es ist natürlich auch so, dass sie die elementar wichtigen Erfahrungen des Wettspiels eben nicht oder nur sehr eingeschränkt machen. Dadurch machen natürlich die anderen Spieler deutlichere Fortschritte als sie.


    Außerdem, und das finde ich fast noch wichtiger, geraten diese Kinder immer weiter an den Rand der sozialen Gruppe, und das ist eine Fußballmannschaft nun einmal. Wer nicht regelmäßig ins Training kommt und wer nicht regelmäßig spielt wie alle anderen auch, der ist außen vor, vielleicht nicht gleich vollkommen, aber mit der Zeit immer mehr, man muss da immer mehr Energie und dazu noch sinnlos aufwenden, um das Kind halbwegs im Sozialgefüge zu halten, aber irgendwann ist damit auch Schluss, so sehr man sich auch bemüht.


    Aus diesen beiden Gründen ist eigentlich schon fast vorprogrammiert, dass diese Kids innerhalb der nächsten zwei, drei Jahre mit dem Fußball aufhören. Das würde ich den Eltern klipp und klar so sagen, das ist die nahezu unausweichliche Folge. Wollen sie das? Verlangen sie von mir als Trainer und von dem Verein, dass wir ihre Kinder unter diesen Voraussetzungen noch zwei, drei Jahre mit ziehen? Ist das gut für ihre Kinder, von den anderen Kindern mal ganz abgesehen? Verstehe mich bitte nicht falsch, ich bin absolut dafür, jedes interessierte Kind aufzunehmen. Aber wenn ich den Fußballsport im Verein betreiben möchte, dann muss ich auch einen gewissen Mindesteinsatz bringen. Ansonsten hat es keinen Taug.


    Was der Verein natürlich machen könnte, wäre eine offene Spielstunde oder ähnliches anzubieten, also den Platz an einem bestimmten Termin in der Woche zur Nutzung von allen Vereinsmitgliedern frei zu geben, gerne auch irgendwie organisiert mit verantwortlichen Aufsichtspersonen, die auch Mannschaften einteilen können und so. Und dann wird halt eine Stunde oder zwei gebolzt und dann ist wieder Feierabend.