Ich bin da bei guenter, kann sogar mit eigenen Erfahrungen aufwarten. Wir haben drei Jahre lang mit einem Kader von ca. sechzehn bis achtzehn Spielern nur eine Mannschaft gemeldet, im zweiten Jahr wurden wir Trainer so unzufrieden mit den geringen Einsatzzeiten, dass wir die Bildung zweier Mannschaften vorschlugen. Haben dabei den Anfängerfehler gemacht, bereits eine Einteilung vorzuschlagen, und dann ging es nur noch darum. Da es aussichtslos war, dass die Eltern zu einer Einigung kommen würden, haben wir dann die Sache abgebrochen, für das dritte Jahr nur eine Mannschaft gemeldet, und haben versucht, nebenher noch viele Freundschaftsspiele auszumachen. Tja, letztlich haben wir ca. fünf Spiele ausgemacht gegen sage und schreibe zwei Mannschaften, weitere waren nicht aufzutreiben oder haben kurzfristig abgesagt, das war zumindest bei uns ein ziemlicher Aufwand mit nur sehr überschaubarem Ertrag. Gleichzeitig war bei einigen Familien eine deutliche DIfferenzierung zwischen Freundschafts- und Pflichtspiel, das sie natürlich als Punktspiel bezeichneten, festzustellen.
Als der Kader dann zum Ende der E-Jugend trotz des Abgangs von sechs Spielern (vier umzugsbedingt, zwei, weil sie anderswo grüneres Gras gesichtet hatten) bei achtzehn Spielern lag, haben wir zwei Mannschaften gemeldet und die Eltern dazu verpflichtet mit zu ziehen. Haben sie dann auch alle gemacht, bis auf eine Familie, bei der das von vornherein zu befürchten stand. Ich habe mit meinem Team drei Spiele ohne Auswechselspieler bestritten, bei einem hat ein Spieler des anderen Teams ausgeholfen -- wir hatten mit ihm aber dann zwei Auswechselspieler. War sehr stressig, vor allem für die Trainer, weil wir uns nicht, wie vorher, auch mal ein Spiel Pause gönnen konnten -- obwohl ich das sogar am letzten Spieltag gemacht habe, da haben dann zwei vetraute Papas die Betreuung übernommen.
Wir hatten aber dadurch bereits während der Saison eine Supertruppe, bei der (fast) jeder geholfen hat, das hat richtig Spaß gemacht. Wir hatten aber halt auch bereits in den Jahren zuvor und auch in diesem Jahr sehr viel Kommunikation betrieben, haben erklärt, was wir machen, wie wir es machen und warum wir es und zwar so machen. Und wir haben sie einbezogen, haben sie aktiv um ihre Unterstützung gebeten, haben betont, dass es uns um alle Kinder und um jeden Spieler geht, etc. pp. Ich habe alle Spieler sogar im Tor rotieren lassen, habe die Papas zu den Schiridiensten eingeteilt -- letzteres hat nicht immer geklappt, aber immerhin haben sich dadurch drei Papas beteiligt, die sich sonst bestimmt vornehm zurück gehalten hätten. Und ich habe im Folgejahr, als ich die Mannschaft bzw. einen großen Teil der Kinder nicht mehr trainierte, sowohl von 'meinen' alten Altern wie auch von anderen Leuten, denen eben das berichtet worden war, gehört, wie toll das doch gewesen sei und was wir da nicht alles gemeinsam gemacht hätten und wie da die Zusammengehörigkeit (trotz zweier Mannschaften!) doch so gut gewesen sei. Anstrengend? Ja, absolut. Hat sich aber gelohnt. In anderen Mannschaften, wo es den Stamm gibt und nicht auch offensiv mit Eltern umgegangen wird, die zu wenig Einsatz bringen, da beobachte ich, dass es ständig Missmut und Unzufriedenheit gibt. Wobei, zum Thema Einsatzbereitschaft der Eltern: es geht da, wie gesagt, um ein gewisses Minimum. Ich verstehe sehr gut, dass nicht alle Eltern jedes Wochenende auf einem Fußballplatz verbringen können oder wollen. Ich brauche ja aber auch in erster Linie ihre Kinder und nicht sie. Und die können ja auch bei anderen Kindern mit fahren, oder? Sie sollten sich zwar überlegen, ob es ihr Kind nicht freut, wenn die Eltern bei den Spielen auch zusehen, aber das ist eine nachgelagerte Frage.