Beiträge von tobn

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    In der C-Jugend wird ein Spieler sich Gedanken machen, warum er eben im Spiel von den Mitspielern keinen Ball zugepasst bekommt und den einen oder anderen Spruch anhören muss. Ich spreche hier von der C-Jugend.


    Naja, darauf hat der C-Jugendtrainer doch auch immer noch einen gehörigen Einfluss, oder? Ich verlange von meinen Spielern, dass sie dazu bereit sind, jedem ihrer Mitspieler den Ball zuzuspielen. Tun das Einzelne systematisch nicht, so hole ich sie raus. Denn das, was sie da tun, ist Mobbing, schlicht und ergreifend, und das geht in einem Mannschsftssport überhaupt nicht.


    Und diese höhere Weihen muss man definieren.


    Naja, für die schwächsten Spieler wären diese höheren Weihen die niedrigste Spielklasse des geregelten Spielbetriebs. Ich bin durchaus der Meinung, dass jeder Spieler in der Spielklasse spielen sollte, die am besten zu seinen Fähigkeiten passt. Ich wehre mich aber vehement dagegen, dass es Menschen geben soll, die überhaupt nicht Fußball spielen dürfen sollen. Das sind nämlich bei vielen ehrgeizigen Trainern recht viele Kinder und Jugendliche, die ohne Probleme in den älteren Jugenden gutes Kreisklassen- oder Kreisliganiveau haben.


    Wieviele Spieler aus einer C-Jugend Mannschaft, die 4:94 Tore und 0 Punkte aus 7 Spielen hat, werden noch in der A-Jugend spielen?


    Keine Ahnung, aber da es in praktisch jeder Liga zwei, drei solcher Mannschaften gibt, denke ich mal, dass es schon ein paar sein werden. Siege sind nicht alles. Ich habe viel mehr Respekt vor einem Trainer, der es schafft, unter solchen Voraussetzungen einen Großteil seiner Truppe zu halten als vor demjenigen, der mit dem All-Star-Team des Kreises die Gruppenliga mit 2874:5 Toren gewinnt.


    Da muss man schon ein Stück weit real bleiben. Die Mannschaft wird irgendwann auseinanderbrechen. Sei es, weil die guten Spieler irgendwann zu einem anderen Verein wechseln, sei es weil die schwächeren aufhören.


    Das mag nicht selten der Fall sein, ich denke aber, dass ein wirklich guter Trainer und ein wirklich guter Verein in einer solchen Konstellation bessere Karten haben als solche, die sich nur bzw. hauptsächlich über Ergebnisse und Tabellenplatzierungen definieren. Gut heißt in diesem Zusammenhang, dass sich Spieler und Eltern wohl fühlen, dass es wirklich gutes Klima herrscht.


    Das mit den Noten ist vielleicht ein gutes Beispiel. Manche Länder haben gar keine Noten. Aber auch nur bis zu gewissen Altersstufen. Irgendwann trennt sich die Spreu vom Weizen.


    Schon recht, die Frage ist nur: was ist da in der Spreu noch an Weizen dabei und wieviel Spreu findet sich noch im Weizen. Und wie viel Kollateralschaden hat das Notensystem am Ende angerichtet?


    Erlaube mir die Frage: Hast du Kinder im schulpflichtigen Alter?


    ich bin der absoluten Überzeugung, dass das deutsche Schulsystem aber sowas von suboptimal ist... Und das, übrigens, obwohl beide meiner Kinder eine eindeutige Gymnasialempfehlung hatten und da auch sehr gut bzw. ziemlich gut mitkommen -- und da, wo es 'nur' ziemlich gut ist, ist der Zusammenhang zu den bescheuerten Noten glockenklar.


    Es ist da ganz genau so wie im Fußball: gute Noten und Lob wirken motivierend, schlechte Noten und Kritik demotivierend. Bekommt ein Kind mehr als eine Vier in Folge, so läuft es schon Gefahr, in einen Teufelskreis zu geraten: schlechte Note verursacht geringes Selbstbewusstsein, der ganz normale Verdrängungsprozess setzt ein und das Kind beschäftigt sich weniger und weniger gern mit dem schwierigen Fach, was dann zur nächsten schlechten Note führt, uswusf. Und im Fußball ist es ganz genauso.


    Ein Kind, das nicht für das Gymnasium geeignet ist, wird aber dennoch aufs Gymnasium geschickt. Weil die Eltern halt das Beste für ihr Kind wollen.


    Korrekt, und weil die Durchlässigkeit des deutschen Schulsystems so schlecht ist und auch wegen der nicht unerheblichen Fehlerquote der Pädagogen, die für die Empfehlung zuständig sind. Sind sich denn aber nicht die Bildungsexperten einig, dass in Deutschland viel zu früh und viel zu strikt getrennt wird, dass die Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems unter aller Sau ist und die soziale Herkunft eine viel zu große Rolle spielt? Es komme mir keiner mit dem deutschen Schulsystem als Vorbild für den Kinder- und Jugendfußball, dazu ist es beileibe nicht geeignet. Ich bin froh, wenn unsere Tochter am Ende ihrer Schullaufbahn Englisch und Französisch kann, und zwar nicht wegen ihres Schulbesuchs, sondern seiner zum Trotz.


    Ja, wenn du halt mal 2x = 3x-b nicht lösen kannst, hast Du auf der Schule nichts verloren.


    Wer das nicht lösen kann, der hat auch auf der Hauptschule nichts verloren. Sicher müssen Kinder auch etwas mitbringen, aber es ist die Aufgabe von Lehrern, ihnen das wichtige Wissen zu vermitteln. Und es ist Aufgabe von uns Trainern, den Kindern das Fußballspiel beizubringen. Ist es nicht gerade Zeichen von guten Lehrern wie Trainern, dass sie es schaffen, ihren Schülern den Stoff verständlich zu vermitteln und sie für ihn zu begeistern?


    Da gibt es dann eine andere Stufe. Dem Kind stehen ja später trotzdem alle Türen auf anderen Wegen auf.


    Wie bitte?! Das ist doch nicht dein Ernst, oder?


    So ist es mit dem Fussball auch. Wenn Du in einem Verein nicht zum Zug kommst, kannst Du auch in einem anderen Verein glücklich werden.


    Das mag in Ballungsräumen der Fall sein, aber bereits ein paar Kilometer außerhalb ist das nicht mehr der Fall. Und ich meine, dass wir hier nicht nur von Einzelfällen sprechen, sondern von einer erheblichen Zahl an Kindern.

    Klingt für meine Begriffe gut, Stannis74, wobei ich darauf hinweisen möchte, dass man da aufpassen muss, dass man sich da nicht zum Saisonende in Zwänge bringt, weil man vorher zu lässig mit den Einsatzzeiten umgegangen ist. Ich würde nicht dazu raten, ohne Not von der Prämisse abzuweichen und somit sich durch die Hintertür einfach aus der Affäre zu stehlen. Dazu dürfte man gut beraten sein, bereits in jedem Spiel dafür zu sorgen, dass jeder Spieler mindestens dreißig Minuten auf dem Platz verbringt. Die Zehnminutenhäppchen summieren sich sonst unheimlich schnell...

    PeterL: AKjfv hat auf deine erste Frage eigentlich schon adäquat geantwortet: Du brauchst später einfach mehr Spieler, um überhaupt noch Mannschaften melden zu können, ganz einfach weil die Zahl der Spieler pro Mannschaft steigt und ab der D sowohl die Zahl der Verletzungen zunimmt als auch die Zahl der Spiele. Außerdem hat man den größten Zulauf in G- und F-Jugend, zur E-Jugend lässt das schon nach, ab der D-Jugend fängt kaum noch ein Junge (bei Mädchen scheint das durchaus anders zu sein) mit dem Fußball an. D.h. dass man mit den Spielern, die man am Ende der E-Jugend hat, bis zum Ende der A so ziemlich auskommen muss, es sei denn, man bedient sich in der Umgebung -- damit bringt man dann aber die Nachbarvereine in Schwierigkeiten.


    Ich empfinde es übrigens auch als ziemlich vermessen, Kindern das Recht zum Ausüben des Fußballsports im Verein abzusprechen, weil sie in den Augen irgendeines Trainers nicht das Zeug für höhere Weihen mitbringen. Warum soll da zwangsläufig irgendwann "der Ofen aus" sein? Und wieso soll ein Kind, das in der E übergewichtig ist, nicht als Jugendlicher das Übergewicht verlieren und zum Top-Sportler werden? Mir ist klar, dass das wohl nicht allzu häufig vorkommt, aber liegt das nicht auch zu einem nicht unerheblichen Teil daran, dass den schwächeren Spielern einfach auch so oft vermittelt wird, dass sie schwächer sind und dass sie auch keine Perspektiven haben? Nicht nur in der Schule mit diesen unsäglichen Noten, wo die permanente Leistungsbewertung in Kombination mit schlechten Noten zur nachhaltigen Demotivation schwächerer Schüler führen, so gibt es diesen Teufelskreis doch im Vereinsmannschaftssport ebenso, wenn so verfahren wird, wie House es beschreibt und wie ich es im Nachbarverein bereits im KiFu-Alter und in der Mannschaft meines Sohnes sowie den weiteren Mannschaften seines Jahrgangs verstärkt erlebe, seit die Kooperation mit dem Nachbarverein greift (also D-Jugend) und dieser bzw. dessen Vertreter die Federführung übernommen haben.

    guenter, wenn ich dich falsch verstanden haben sollte, dann tut mir das Leid. Ich hatte dich so verstanden, dass du meintest, wenn die Leistungsvereine das dürfen, dann sollte es den Breitensport- bzw. Dorfvereinen (ich setze sie mal kurzerhand in diesem Zusammenhang gleich) doch auch erlaubt sein, die Leistung zum maßgeblichen Kriterium zu machen, zumindest ab der C und teilweise auch ab der D.


    Oder hast du nur provokativ fragen wollen, warum ein Verfahren für Leistungsvereine legitim sein soll, im unteren Bereich hingegen nicht?

    Du hast vollkommen Recht, House, und wir erleben aktuell bei uns auch hautnah, wozu ein solches Vorgehen führt. Da wurde nämlich in der D eine schwächere Mannschaft neu zusammen gewürfelt und dann gab es über die Saison hinweg extrem unterschiedliche Einsatzzeiten, inklusive der von dir beschriebenen Alibiminuten zur Genüge. Tja, da haben dann halt dadurch mindestens fünf Spieler das Weite gesucht, vier haben ganz aufgehört, einer den Verein gewechselt. In der C hat man nun ca. 24 Spieler des 2001er Jahrgangs, das reicht tatsächlich nicht für zwei C-Mannschaften, aber für eine sind das viel zu viele Spieler. Anstatt nun zu versuchen, z.B. verloren gegangene Spieler wieder hinzu zu holen, verfährt man scheinbar so, dass die schwächsten Spieler ziemlich deutlich zwar im Training geduldet werden, aber bisher noch keine einzige Sekunde gespielt haben. Und diejenigen im unteren Mittelfeld wurden bisher vielleicht einmal aufgestellt und durften dann für eine Viertelstunde ran, teilweise am Ende der Partie, als der Gegner (wg. zu kleinem Kader) in doppelter Unterzahl spielte und der Spielstand bereits 9:0 betrug...


    Ich könnte noch mehr aus dem Nähkästchen plaudern, lasse das aber lieber.

    Ich muss sagen, dass ich guenter nicht ganz zustimmen kann, dass es ab C, teilweise ab D in Ordnung ist, wenn die Leistung bei der Zuweisung von Einsatzzeiten den Egalitarismus (d.h. alle spielen annähernd gleich lang) völlig ablösen darf. Ich finde, dass auch alle Spieler im Jugendbereich eine gewisse Mindestspielzeit erhalten müssen, sonst kann man meiner Meinung nach als Trainer nicht behaupten, der Verpflichtung zur Ausbildung nachgekommen zu sein. Es gibt natürlich Unterschiede im Engagement der Spieler, das ist keine Frage, insofern gehe ich da mit z.B. Sir Alex durchaus konform, wenn er sagt, dass er über die Einsatzzeit auch Engagement in Training und Spiel belohnt. Aber dennoch finde ich, sollte auch der schwächste Spieler häufig und lang genug eingesetzt werden. Denn es sollte eigentlich nicht vorkommen, dass ein Spieler dauerhaft zu wenig Engagement zeigt -- das muss man ja auch immer individuell beurteilen. Wenn der Trainer einzelne Spieler generell bei Spielen außen vor lässt, obwohl sie gerne spielen möchten, so vergrault er sie doch über kurz oder lang. Das empfinde ich in einem Breitensportverein zwar als absolut unschicklich, wenn es aber doch so läuft, so sollte man dann doch zumindest so viel Mut und Anstand besitzen, das diesen Spielern auch zu sagen, damit sie schnell das Weite suchen können, anstatt sich über Wochen und Monate erniedrigen zu lassen.


    Ich selbst bin ja in einem Verein tätig, der ab der D in einer Kooperation mit dem Nachbarverein ist, und da gibt es dann ab der D auch "Leistungsmannschaften". Das finde ich grundsätzlich eigentlich auch eine gute Sache, ich finde aber auch, dass einen die Bildung von Leistungsmannschaften nicht folgender Pflichten enthebt:

    • Sich weiterhin um die Spieler zu kümmern, die es nicht in die Leistungsmannschaft schaffen -- ich finde, dass sie ebenso ein Recht auf gutes Training, geeignete Ressourcen und einen adäquaten Spielbetrieb haben.
    • Auch in den Leistungstruppen befindet man sich noch in der Ausbildungsphase, so dass Didaktik und Pädagogik weiterhin eine große Rolle spielen. Die Verteilung von Einsatzzeiten muss dem gerecht werden, man hat es auch in einer Leistungsmannschaft nicht mit erwachsenen Profis zu tun.


    PS: Im KiFu würde ich tatsächlich versuchen, die Einsatzzeiten möglichst gleichmäßig zu verteilen. Bei uns gibt es in G und F keine unterschiedlichen Spielklassen, so dass ich da auch noch gleich starke Mannschaften bilden würde, wenn der Kader für ein Team zu groß wird. In der E gibt es erstmals dann zwei Spielklassen, die man erbt. Wenn der Verein dann für die höhere Spielklasse qualifiziert ist, so würde ich dann eine stärkere Mannschaft für diese Liga bilden und die weiteren in der unteren Spielklasse melden. Ist man nur für niedrigere Spielklassen qualifiziert, so würde ich weiterhin ähnlich starke Teams bilden.

    Ich stimme dir zu M3rlin. Wobei es halt ein paar Spieler gibt, die dazu schon in der E-Jugend in der Lage sind. Der Anteil erhöht sich dann mit der Zeit und in der D-Jugend sind es ein paar mehr. Und es gibt auch welche, die dazu auch am Ende der D noch nicht in der Lage sind. Das ist sehr individuell. Aber F ist auf jeden Fall zu früh.


    Nur: wer hat da die Kommandos gegeben? Ich vermute, das warst du, oder? Das ist dann ja auch OK, quasi als Einführung unter etwas realistischeren Bedingungen, du teilst ihnen dann also in einer konkreten Situation deine Einschätzung mit, so dass sie später die ähnliche Situation wiedererkennen und dann entsprechend handeln können. Kann man machen. Ich selbst würde wahrscheinlich da aber eher dem Ansatz von Horst Wein folgen und das Thema weniger rein instruierend angehen als vielmehr gemeinsam mit den Kids erarbeiten. Konkret also vielleicht dieselbe Übung machen wie du, aber ohne Kommando. Und dann jeweils fragen, wie es denn lief, warum der Ball beim Versuch des Aufdrehens verloren ging, was die Alternative gewesen wäre, usw..


    Dennoch widersprichst du personalityX, wie ich finde, überhaupt nicht, denn es geht ja um die Frage, ob F-Junioren sich gegenseitig mittels "Dreh!" und "Klatsch!" coachen können. Und nein, das können sie nicht, das wird meiner Meinung nach erst in der E-Jugend halbwegs funktionieren, und auch da eher so in Richtung zweites Jahr.


    Das halte ich für absolut vertretbar und in vielen Fällen auch für sinnvoll, wobei wohl eher ab E-Jugend. Und da kommt es meiner Meinung nach auch entscheidend darauf an, wie ich dieses Vorgehen bei den Spielern rüber bringe. Da muss man nämlich aufpassen, dass die Kids das nicht als unfair empfinden oder anderweitig in den falschen Hals bekommen -- verschiedene Kinder sind da auch unterschiedlich empfindlich. Außerdem muss man als Trainer auch wirklich dazu in der Lage sein, zu erkennen, dass ein Kind tatsächlich zu faul ist, und dass es nicht z.B. an Zurückhaltung oder mangelndem Selbstbewusstsein liegt, dass es weniger tut, als es könnte. Ein guter Trainer kann solche Sachen sehen oder z.B. im Gespräch mit Kind und/oder Eltern heraus bekommen, und hat das entsprechende Fingerspitzengefühl und den Draht zu seinen Schützlingen, dass er so vorgehen kann, außerdem besitzt er das dazu erforderliche Vertrauen ihrerseits. All dies ist auch aus meiner Sich erforderlich, damit ein solches Vorgehen nicht ohne schlimmere negative Folgen bleibt als der Weg der sehr ähnlichen Einsatzzeiten.


    Außerdem gibt es noch andere Argumente, wie Überforderung bzw. Unterforderung, die dann eine Rolle spielen, wann welcher Spieler pausiert (was ja jeder Spieler regelmäßig muss.) Aber das auch nicht im Extrem, dh die schlechtesten spielen auch mal gegen die besten Gegner und umgekehrt. Aber eben nicht die schlechtesten 5 alle gleichzeitig gegen einen besseren Gegner, etc.


    Da stimme ich dir ebenfalls zu, ich denke, da gab es aber auch keinen bis wenig Widerspruch, oder? Aber auch das klappt am besten bei einem guten Trainer, der das Vertrauen seiner Spieler und deren Eltern genießt.

    Steini und personalityX, ich gebe Euch mit Eurer Kritik am Dreh&Klatsch insofern Recht, als es nicht zu exzessiv abgefordert und eingesetzt werden sollte -- der Passempfänger soll nicht grundsätzlich von der Verantwortung, sich der Spielsituation und seiner unmittelbaren Umgebung bewusst zu sein, befreit werden, außerdem fordert man ja weiterhin von ihm, dass er sich unmittelbar vor dem Pass entsprechend frei läuft und sich nicht passiv verhält, um sich dann auf das Kommando zu verlassen.


    Aber ich halte die Kommandos dennoch für sinnvoll, gerade im Mittelfeld, wo die Gegner aus allen Richtungen den Passempfänger angreifen können, wo der Ball häufig mit Rücken zum Tor angenommen werden muss (trotz des Bestrebens nach offener Stellung) und wo der Spieler, der ihm den Ball zuspielt, häufig einen besseren Überblick hat. Also z.B. wenn der Torwart, ein Innen- oder Außenverteidiger der Passgeber ist und Empfänger ein Mittelfeldspieler oder Stürmer. Da kann man den Passempfänger durchaus entlasten, wenn man ihm quasi ein weites Paar Augen spendiert, dass den Raum hinter ihm überblicken kann. Und da meiner Erfahrung nach die meisten Spieler im Kinder- und Jugendfußball von sich aus eher weniger als zu viel kommunizieren, halte ich es auch durchaus für geboten, das gegenseitige Coaching zu fördern, vielleicht sogar über ein paar Trainingseinheiten und Spiele explizit zu fordern, einfach, damit es für sie nicht mehr ungewohnt ist.


    Noch eine Situation, in der ich das Coaching durch die Mitspieler für absolut sinnvoll halte ist der eines schlecht gespielten Passes oder der eines Querschlägers: der Spieler, der diesen dann erlaufen muss, befindet sich ja in einer nicht antizipierten Situation und muss da ja oft dermaßen rennen, dass er sich eben keinen Überblick mehr verschaffen kann. Und da ist es sehr hilfreich, wenn seine Mitspieler ihm mitteilen, ob ihm ein Gegenspieler auf den Fersen ("Hintermann") ist oder nicht ("Zeit"). Übrigens rate ich meinen Spielern dazu, sich auch in letzterem Fall damit zu beeilen, zum Ball zu kommen, damit sie dann nämlich den Zeitvorteil maximal nutzen können. Viele Spieler neigen dazu, beim Zuruf "Zeit" hingegen vom Sprint in den gemütlichen Jog zu verfallen, so dass sie dann entweder doch von einem reaktionsschnellen Gegner überholt werden, oder aber direkt unter Gegnerdruck geraten, wenn sie beim Ball sind.

    Also, bei meiner alten F kannst du Kommandos fast völlig vergessen, es gibt vielleicht zwei, drei Kinder, die das könnten, aber dem Rest fehlt im Spiel dazu absolut die Übersicht. In dem Alter haben viele Kinder noch einen ziemlichen Tunnelblick..

    Ich pflichte open-minded bei: Klar ist, dass nicht getreten wird, Punkt. Aber bei deiner Schilderung des Gesprächs kam mir auch die Frage, was du damit bezweckt hast, als du auf seine Rechtfertigung eingegangen bist, was dann ja zur Folge hatte, dass das Vertrauen zwischen Euch einen empfindlichen Knacks erhalten hat. Das ist jetzt geschehen und es ist müßig, über verschüttete Milch zu klagen, aber ich würde daraus für das nächste mal mitnehmen, wozu open-minded bereits geraten hat: erstens nur das anführen, was unumstritten stattgefunden hat oder was du direkt gesehen oder gehört hast, zweitens: man darf nicht treten, es gibt dafür keine Rechtfertigung. Gründe, die das Kind anführt, sind zwar insofern von Belang, weil man ihm dann mitteilen kann, wie es sich verhalten soll, sollte diese oder eine ähnliche Situation nochmals auftreten. Aber ein absichtlicher Tritt ist einfach nicht zu entschuldigen.

    Wie ich ja oben schon sagte, muss man bei uns so ein bisschen die Kristallkugel bemühen, aber ich gehe derzeit davon aus, dass auch bei uns durchaus glatt rot gegeben werden kann. Nur gibt es halt kein Gelb-Rot, also in dem Sinne der Ahndung eines zweiten Vergehens, das zwar verwarnungs- aber nicht spielausschlusswürdig ist. Da gibt es bei uns von A bis C stattdessen die 5-Min-Strafe. Vergehen, die unmittelbar zum Spielausschluss führen, können aber mit glatt rot bestraft werden -- es würde mich nicht wundern, wenn dann nicht auch eine Sperre folgt.


    Was ich aber nicht weiß: was ist, wenn ein Spieler, der bereits eine Zeitstrafe verbüßt hat, sich erneut eines verwarnungswürdiges Vergehen schuldig macht. Das muss ich mal fragen.

    Ich kann SirAlex durchaus folgen, finde aber, dass eine rote Karte im vorliegenden Fall doch ziemlich hart gewesen wäre. Ich finde, dass dabei die erkennbare Absicht durchaus eine Rolle spielen sollte. Am Trikot zu ziehen oder nur in den Mann zu gehen, das ist immer Absicht. (Eindeutig) Zu spät zu kommen oder motorisch ungeschickt zu sein, das sind hingegen Unzulänglichkeiten, die oft genug mit dem ehrlichen und verzweifelten Bemühen zu tun haben und nicht mit böser Absicht..


    In Hessen gibt es bis zur C jugend keine Signalkarten.


    Bei uns im Kreis schon, da sind sie explizit in den Durchführungsbestimmungen vorgeschrieben: "Der Einsatz von Signalkarten bei den A- B- C-Junioren´innen ist vorgeschrieben. Abweichend vom Seniorenbereich kann hier Gelb/Rot nicht gezeigt werden, da die 5 Minuten-Zeitstrafe nach wie vor in Kraft ist."


    Leider wird aus dem zweiten Satz für die weniger erfahrenen Trainer nicht deutlich, was Sache ist, aber mir wäre auch neu, dass die Verantwortlichen bei uns im Kreis für klare Kommunikation bekannt sein sollten..


    Gelb-Rot gibt es bei uns im Kreis in der C-Jugend jedenfalls nicht, das weiß aber auch nicht jeder Schiri. So hat ein Spieler im Team meines Sohnes neulich kurz vor Schluss die gelbe Karte wegen Meckerns gezeigt bekommen, nachdem er nicht der Meinung war, dass der von ihm geführte Ball über die Torauslinie gegangen sei. War so schon in Ordnung, aber dann wurde er massiv von der eigenen Bank angebrüllt, er solle ver*** nochmal ruhig sein (oder eher so ähnlich... das haben wir jedenfalls noch auf der anderen Platzseite deutlich hören können). Er maulte dann wohl zurück, sie sollten ihn nicht anf***en. Dafür zeigte der Schiri, in dessen Nähe sich das abspielte, dann noch eine Karte, es herrschte Uneinigkeit darüber, ob es erneut die gelbe (geht ja eigentlich nicht) oder die rote war, vielleicht waren es auch beide hintereinander, jedenfalls flog er, soweit ich mich erinnere, vom Platz. Vielleicht hatte der Schiri ihn missverstanden und die sicher unerhörte, angesichts der Maulerei aber menschlich verständliche Äußerung auf sich bezogen. Wie auch immer, für das Spiel war es ohne Belang, da es 6:0 oder so stand und das Spiel dann auch gleich abgepfiffen wurde. Ein anwesender Schiri meinte aber gleich dazu, dass das Gelb-Rot keinen Bestand hätte, da es nicht vorgesehen ist. Der Spieler wurde dann tatsächlich auch nicht gesperrt, die Strafe wurde wohl als Fehler des Schiri annulliert.

    Ein paar alte Weisheiten:

    • "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus"
    • "Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst." (aka "Was du nicht willst, das man dir tu', das füg auch keinem andern zu.")


    Aber auch: "Wer nicht will, der hat schon."


    Ich würde nur vorab prüfen, ob ich bezüglich der ersten beiden Weisheiten sauber bin, bevor ich zur Konsequenz der dritten greife..


    kenn ich. vielleicht geht es dann wie dir, dass dich der Trainer in der Winterpause fragt, ob du doch nicht den Trainer wieder machen willst, und er dih dann als Co unterstützt.


    Ach was, das kannst du knicken. Ich hatte das Team ja noch bis vor etwas Anfang Oktober letzten Jahres mit trainiert, dann lief das Fass über, nachdem die Mannschaft ein Spiel gegen einen klassentieferen Gegner verloren hat, es hat geknallt und ich habe mich zurück gezogen. Und ganz ehrlich: weder er noch ich sind zum Co geeignet. Aber mehr möchte ich hier lieber nicht sagen..


    Greifts du nicht ein, wird dein Sohn irgendwann mit Wechselgedanken kommen.


    Er hat uns Eltern vor zwei Wochen gegenüber schon erklärt, dass er glaube, er höre mit dem Fußball auf, denn: "ich kann nicht ständig nicht zum Training gehen, aber ich gehe nicht zum Training, wenn ich mich immer auf danach freue, weil es dann vorbei ist." Er hätte am vergangenen Samstag spielen sollen, obwohl wir zuvor von Freitag bis Mittwoch weg waren und er daher eigentlich zu viele Trainingseinheiten verpasst hatte, um überhaupt berücksichtigt werden zu können. Er wollte aber nicht, hat lieber mit uns bei Bekannten ein Bundesligaspiel (im Fernsehen) angesehen, und hat dann mit der Begründung abgesagt, wir seien bereits vorher verabredet gewesen -- was auch stimmt, insofern hat er, wie auch bei seinen übrigen bisherigen Absagen, nicht gelogen. Aber er hat Einiges verschwiegen...


    Vor zwei Wochen hatte ich dann das Gespräch mit dem Trainer gesucht, ich hatte damals, als wir noch direkte Kollegen waren, schon kein Blatt vor den Mund genommen, das mache ich immer noch nicht. Ich habe ihm keine Vorwürfe gemacht, sondern geschildert, was unser Sohn und sagte, was ich selbst beobachte und was ich von anderen Eltern mit bekomme. Das hat dann immerhin dazu geführt, dass er in der nächsten Trainingseinheit eine recht lange Sitzung in der Kabine abgehalten hat, bei der dann die Spieler mitteilen durften, wass sie am Training stört. Klingt ja schon mal gut. Allerdings bin ich leider sehr skeptisch, ob eine nachhaltige Besserung eintreten wird, dazu passen die Überzeugungen einfach nicht. Ich mutmaße auch, dass die Reaktion anders gewesen wäre, wenn mein Sohn nicht einer der Stammspieler wäre.


    Gerade bei Kindern von Vätern, die ausnahmsweise mal gute Vatertrainer waren bestehen gewisse Ansprüche, die wenn nicht erfüllt, zum Wechseln oder auch Aufhören führen. solltest ein wachsames Auge haben.


    Keine Sorge. Ich denke, ich werde auch mal das Gespräch mit unserer Jugendleitung suchen, sind doch überproportional viele Spieler unseres Vereins betroffen, so dass von den zu befürchtenden Abgängen in erster Linie dieser betroffen wäre. Das kann der Jugendleitung eigentlich nicht egal sein.


    Einige Beobachter könnten das übrigens insgeheim als "Gesundschrumpfen" betrachten... :thumbdown:

    Für Teamsachen wie Mannschaftsfeier, Spieltermine etc ruf ich doch nicht mehr die Eltern an? Das kommt alles schön in die Whatsapp Gruppe. Zumal ich auch gerne auf Hochdeutsch kommuniziere.


    Mag sein, dass ich altmodisch bin, aber ich würde zur Mannschaftsfeier immer noch schriftlich einladen. Was die Spieltermine anbelangt, so habe ich zu Saisonbeginn darüber immer eine Tabelle angefertigt und ausgeteilt, in Papierform. Und wenn ich weiß, dass es da Pappenheimer gibt, die nur selten oder gar nicht in ihre elektronischen Mitteilungen rein gucken, dann teile ich Einladungen zu den Spielen auch per Zettel aus. So richtig riesig ist der Aufwand dazu nicht..


    Dass ich den gleichen Einsatz erwarte ist schlichtweg nicht so.


    Du äußerst dich aber deutlich unzufrieden und führst den Einsatz an, den du bringst und dein Papa gebracht hat. Wie soll man das anders verstehen?


    Ich erwarte bei Fehlen eine Begründung, das ist nicht zu viel verlangt.


    Ansichtssache. Ich erwarte eine Absage, die Begründung liefern die meisten von sich aus dazu, aber ich würde sie nicht verlangen. Da rutscht man zu schnell in die Schiene der kreativen Begründungen. Ich bin als Trainer daran interessiert, dass die Spieler gerne zum Training und zum Spiel kommen. Wenn es da gehäuft Absagen gibt, so ist das für mich ein Warnsignal, völlig unabhängig von der vorgebrachten Erklärung. Da suche ich das vertrauensvolle Gespräch, um die wahren Gründe zu ermitteln und zu sehen, ob es da ein Problem gibt, das gelöst werden kann.


    Und dass man mal mit Auto zu einem Spiel kommt, selbst wenn es nur zu jedem 3.


    Weißt du denn, warum sie nicht kommen? Beachte: weißt du es?


    Ist, völlig egal.


    Ach so?


    Hauptsache ich lerne die Eltern mal kennen


    Definitiv.

    Den Eltern ist es egal und ich finde es leichter mit den Jungs zu Kommunizieren, alt genug sind die ja eh schon.


    Ich möchte dir hier widersprechen: D-Junioren sind beileibe noch nicht alt genug, um über viele Themen zu sprechen, insbesondere zählt zu einem nicht unerheblichen Teil die Reflektion über sich selbst dazu. Sie kommen gerade erst in die Pubertät, bis diese abgeschlossen ist, ist die Persönlichkeit noch lange nicht soweit. Beachte: ich sage nicht, dass man mit ihnen gar nichts besprechen kann, dass sie völlig unmündig und 'doof' sind, beileibe nicht. Aber sie sind noch Kinder, die im Begriff sind, sich zu Jugendlichen zu wandeln, und müssen auch entsprechend behandelt werden.