Beiträge von tobn

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    Kröte, wie viel Ihr auf meine Meinung gebt, überlasse ich unbedingt Euch, aber es klingt für mich so, als würdet Ihr vieles richtig machen, das passt schon. Und natürlich sind allen Kindern natürliche Grenzen gesetzt, das ist so, ich möchte keineswegs behaupten, man könne aus jedem Kind einen Superfußballer machen. Ich plädiere 'nur' für ein langfristig angelegtes, altersgerechtes Training und einen ebensolchen Spielbetrieb. In dem Zusammenhang tut jeder Kindertrainer meiner Meinung nach gut daran, sich um die schwächeren Spieler ebenso zu kümmern wie um die stärkeren.


    @Sir Alex: Zusammenspiel/ Passspiel: Vermutlich habe ich mich da tatsächlich verlesen. Magisches Dreieck trainieren wir jedenfalls nicht.


    Diese Verwechslung ist auch nicht ungewöhnlich. Ich bin auch der Meinung, dass man den Kids beibringen soll, wie man einen Pass spielt. Den kann man auch in Spielformen gut 'einfordern', indem man z.B. auf ein bis zwei Meter hinter den Grundlinien befindliche Passtore spielen lässt, welche die Spieler dazu zwingen, diese aus einer gewissen Entfernung zu treffen -- sinnvollerweise bietet man ihnen dafür dann zwei (oder vielleicht sogar drei) solcher Tore pro Grundlinie und beschränkt die zulässige Höhe. Wer kann, baut dazu ein Stangentor mit Querstange. Über die Breite der Tore und die Entfernung zur Grundlinie kann man den Schwierigkeitsgrad steuern.


    Aber ich wünsche mir, das der ballführende Spieler mitgelaufene, freistehende Spieler auch mal sieht und anspielt, anstelle stur das 1:1 zu suchen und es im Alleingang zu versuchen.


    Ja, das wünsche ich mir auch. Aber ich bin mir der Tatsache bewusst, dass das eigentlich der Natur der meisten F-Junioren zuwider ist, denn sie sind überwiegend hochgradig egozentrisch. Dazu kommt, dass viele Spieler, die bereitwillig den Ball an ihre Mitspieler abgeben, das weniger aus der Überzeugung heraus tun, dass es so für den gemeinsamen Erfolg besser ist, sondern eher, weil sie befürchten, den Ball sonst bald wieder zu verlieren. So getreu dem Motto, das hinter dem Spruch meines früheren Co-Trainers steckt: "Was ist der natürliche Feind des Manndeckers? Der Ball! Immer schnell weg damit!" Das finde ich schade, ich möchte nämlich, dass jeder meiner Spieler gerne den Ball hat. Ich möchte auch, dass jeder meiner Spieler sich zutraut, den Ball nicht gleich wieder zu verlieren, dass er sich dazu in der Lage fühlt, den Ball auch eine Zeit lang behaupten zu können. Die Erkenntnis, dass man gemeinsam eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit hat als wenn man stets alleine agiert, ist eine gute, eine, auf die ich unbedingt hinarbeiten und die ich fördern möchte. Aber die Kinder müssen sowohl kognitiv als auch technisch dazu in der Lage sein, den Vorteil zu erkennen und ihn tatsächlich auch zu nutzen.


    Bei unserer sehr heterogenen Altjahrgang-F-Jugend stelle ich fest, dass einige der kognitiv wie koordinativ und technisch am fortgeschrittensten Spieler im 3:3 von sich aus bereits (für ihr Alter) sehr geschickt kombinieren und neben den egoistischen Alleingängen auch immer mal wieder kluge Pässe einstreuen. Aber man erkennt auch, dass sie weiterhin auch selbst glänzen wollen -- wer will ihnen das auch verübeln.


    Wenn die schwächeren Spieler, bei denen der Anteil derjenigen, die noch nicht so lange den Fußball praktizieren, auch höher ist, unter sich spielen, sehe ich übrigens noch viel stärker den Drang zum Egoismus. Das finde ich auch völlig normal, diese Kids kommen, dadurch, dass sie in einer schwächeren Gruppe spielen, überhaupt erst einmal dazu, sich am Ball behaupten zu können, da ist es doch nur natürlich, dass sie diesen, für sie befriedigenden Drang erst einmal ausleben möchten. Bei ihnen und auch einigen der Kinder, die eher aufgrund ihres Kampfgeistes und überdurchschnittlichen körperlichen Attribute als ihrer Technik im Mittelfeld befindlichen Kinder, ist der Pass zum Mitspieler aufgrund der noch deutlich ausgeprägten Streuung sowie der Neigung, statt eines Innenseitstoßes dazu den Spann oder die Pike zu benutzen, nur bedingt eine sinnvolle Option...


    Daher möchte ich zwar schon zu einem sinnvollen Zusammenspiel kommen, aber vorher müssen die Voraussetzungen dafür gegeben sein, sowohl kognitiv als auch technisch. Ich frage mich aktuell, wann wir sinnvollerweise mit dem gezielten Training des Zusammenspiels, das ich mittels Horst Weins kooperativ erarbeitender Methodik angehen möchte, beginnen sollten. Einige unserer Spieler wären vermutlich schon so weit, andere noch lange nicht. Als ich vorgestern in seinem Buch nachschlug, sah ich dann, dass Horst Wein selbst damit auch erst im E-Jugendalter beginnt.

    Interessante und lebhafte Diskussion. :thumbup:


    Sir Alex, ich würde auch bei uns keine F und wahrscheinlich auch keine junge E zur Hallenrunde des Kreises anmelden. Hinzu kommt die Drangsaliererei bei uns, da gibt es jetzt nicht nur eine Geldstrafe, wenn man seine Mannschaft von der Hallenrunde zurück zieht oder nicht antritt, sondern der Verein ist in dieser Altersklasse in der Folgesaison von der Teilnahme ausgeschlossen. Dazu noch die bescheuerte Regel, dass der Torhüter seinen Strafraum nicht verlassen darf, der blöde Filzball (zum Thema Futsalball bin ich einer etwas differenzierterer Meinung und deutlich mehr pro Futsalball eingestellt) und vor allem die Dreckspunkte, die bei den ambitionierten Teams zu einem Wahnsinnsdruck führen, denn der große Dotzeball muss ja innerhalb der teilweise nur zehn Minuten Spielzeit unbedingt in jedes Gegners Tor, denn um zur Hallenkreismeisterschaft zu kommen, muss man oft genug Erster werden, schon zweite Plätze kann man sich nur wenige leisten. Dementsprechend geht es in den Hallen dann immer mal wieder auch ab.


    Zu den schwächeren Gegnern: Ja, eine jüngere Mannschaft wäre eine Möglichkeit. Schulmannschaften gibt es hier hingegen keine..

    1:1 und Manndeckung gehören für mich irgendwie zusammen, wenn man unter Manndeckung nicht das ständige Hinterherlaufen sieht.
    Gerade in der Halle ist dies ständig erforderlich, und somit auch gut zu vermitteln.


    Ja, aber man muss den Kids halt beibringen, wie und wann es sinnvoll und richtig ist.


    Versteh nicht, wo du da das Problem siehst. Bei mir war die Manndeckung ein Ziel in der Halle.


    Nun, ich würde nirgendwo auf reine Manndeckung spielen, eben so, wie es, wie du sagst, vor 50 Jahren üblich war. Aber das ist es eben, was man häufiger bei den Kindermannschaften sieht, in denen jeder Spielern seinen Mann zugewiesen bekommt. Das will ich nicht..


    Zur Verdeutlichung komme ich wieder auf funino zurück. Da müssen drei Spieler zwei Tore verteidigen, die aber nur aus kurzer Entfernung getroffen werden dürfen (und können, da sie ja recht klein sind). Dadurch, dass der Angreifer die Möglichkeit hat, das Spiel schnell von einer Seite zur anderen zu verlagern, kann man keines der Tore ungeschützt lassen. Dadurch ist je ein verteidigender Spieler gebunden. Der dritte kann nun dort, wo der Ball sich tatsächlich befindet, für Überzahl sorgen. Der Verteidiger vor dem Tor, das nicht angegriffen wird, bleibt natürlich nicht direkt vor diesem stehen, sondern reizt den möglichen Abstand natürlich auch aus, das Prinzip ist da das selbe wie bei der beim Angriff über den Flügel zur Ballseite verschiebenden Viererkette, wo der ballferne Außenverteidiger ja so weit einschiebt, wie er kann, um aber immer noch bei der potenziellen Verlagerung auf seine Seite möglichst gleichzeitig mit dem Ball dort eintreffen zu können.


    Und so in der Art würde ich auch in der Halle mit konventionellen Toren verteidigen: der ballführende Spieler ist immer der gefährlichste, ihm gilt das Hauptaugenmerk. Weitere Angreifer in Tornähe sind auch gefährlich. In doppleter Unterzahl ist der Verteidiger ein armes Würstchen, wenn die Angreifer nicht völlig dämlich agieren. In einfacher Unterzahl muss der Verteidiger versuchen, den Passweg zum zweiten Angreifer dicht zu kriegen und so aus dem 2:1 ein 1:1 machen. Da er nahe am eigenen Tor den Torhüter zur Unterstützung hat und außerdem dort die Entfernung zum zweiten Angreifer geringer ist und dieser auch weniger freien Raum vorfindet, ist es sinnvoll, den ballführenden Angreifer dorthin bremsend und den Abstand langsam verringernd zurück zu weichen. Darüber hinaus möchte man damit den Mitspielern die Möglichkeit geben, zurück zu spurten und zu helfen. Für den ersten Mitspieler, der zur Unterstützung eintrifft, gilt es nun abzuwägen, ob er den freien Angreifer decken sollte oder ob es wichtiger ist, seinen Kameraden abzusichern. Das hängt davon ab, wo man sich auf dem Feld befindet und wo sich der freie Angreifer aufhält. Es muss nicht die beste Lösung sein, diesen zu decken. Wenn die zwei Verteidger es schaffen, den ballführenden Angreifer zu isolieren und ihm die Möglichkeit zum Pass zu seinem Kameraden zu nehmen, ist dieser ungefährlich und kann ignoriert werden. Weitere zurückeilende Verteidiger sollten sich natürlich darum kümmern, dass er zu keiner Gefahr wird..


    Platzspiel ist wieder was anderes, so dass die Umstellung schnell gegeben war.


    Aber wieso ist Platzspiel etwas anderes?


    der Raum in der Halle, wo Manndeckung gespielt wird, ist doch praktisch identisch mit dem Raum, wo auf dem Platz in Manndeckung übergangen werden soll.


    Hmm... es ist eine Ähnlichkeit da, ja, wobei ich diesen Bereich in der Halle auf die Hälfte der verteidigenden Mannschaft beschränkt sehe. Und ich sehe es nicht als Ziel, dass in der Halle mit Manndeckung gespielt wird. Vielmehr ist das Ziel der Verteidigung, das Risiko eines Gegentores zunächst möglichst rasch und effektiv zu verringern, um dann zu versuchen, den Ball zu erobern. Je näher man dem eigenen Tor ist, desto weniger Raum dürfen die Gegenspieler haben. Aber am gefährlichsten bleibt der Ball selbst.


    Wegen der kleineren Halle mit 3:3 oder 4.4 auf Kastentore gespielt.


    Das entspricht letztlich ja Minitoren. Wir kommen leider in der Halle, in der wir trainieren, an überhaupt kein Material heran, das wir nicht selbst mitbringen... :thumbdown:


    ständige 1;1 Situatione was praktisch zur Manndeckung in der eigenen Hälfte führte, permanentes Umschalten, kein Gebolze, ständige Konzentration


    Korrekt. Wenn sich eine Manndeckung ergibt, wenn die Kids das selbstständig entwickeln, ist das auch OK, ja, sogar gut. Dann wünsche ich mir aber auch die Weiterentwicklung, dass nämlich der Verteidiger, der sich noch in der gegnerischen Hälfte befindet, den dort absichernden Spieler verlässt, da er keine Gefahr darstellt, und stattdessen in Ballnähe Überzahl herstellt.


    So sehe ich sozusagen die methodische Reihe der Entwicklung des Abwehrverhaltens. Natürlich bringe ich sie den F-Junioren nicht bei, mir geht es vielmehr darum zu erkennen, wie ich sie durch geeignete Spielformen dorthin bekomme. Naja, ab und an kann man auch mal einen kleinen Fingerzeig geben oder so.


    Da brauchts du keine Hallenliga, hatten wir auch nicht. Eigendlich genügt da das Training. Da lässt sich sogar vieles mehr steuern.


    Nein, im Kinderfußball bitte keine weitere Liga. Bei uns wird ja in den Hallenrunden von F und E um Punkte gespielt, die zur Teilnahme an der Hallenkreismeisterschaft qualifizieren. Vollkommen verkehrt, vollkommen verkehrt...

    Ich weill deinen Beitrag gar nicht auseinanderdiskutieren, weil wir da verschiedener Meinung sind, das hatten wir ja schon festgestellt.


    Hmm, weiß ich nicht, damals ging es doch vor allem um das Thema der taktischen Fouls, oder? Das sehe ich hier nicht betroffen.


    Was mich aber stört ist das Gleichsetzen von Passen mit schnellem Erfolg. Ich setze sehr viel auf Passen, Zusammenspiel, Raumaufteilung, balloffene Annahme und schnelle Weitergabe mit E/D/C-Juniorinnen in der C-Jugend. Der Erfolg und Spaß gibt uns recht. Darauf, worauf ich besonders stolz bin, ist dass wir in einem 13-Mädchen-Kader 9 verschiedene Torschützinnen haben und jede Spielerin schon mindestens eine Vorlage hat.


    Du musst die Altersklasse beachten, um die es geht, also die F-Jugend. Um die Altersklassen, in denen deine Mädels unterwegs sind, wiederum überhaupt nicht. Passen ist eine essentielle Grundtechnik, ich habe überhaupt nichts gegen das Passen an sich und auch die weiteren Themen, die du nennst, sind ganz wichtige Ausbildungsziele. Aber eben noch nicht in der F. Und mir ging es darum, dass viele Kindertrainer im Anfängerstadium, die sich in der G- und (frühen) F-Jugend befinden, sich dazu treiben lassen, bereits in der G und F dem vermeintlichen Passspiel sowie die Positionsorientierung den Vorzug gegenüber den Themen der Ballbeherrschung und dem 1:1 zu geben.


    Bei älteren Kindern ist das anders, wenn z.B. ein Mädchen mit zwölf Jahren den Fußballsport für sich entdeckt, dann wird sie viel schneller dazu in der Lage sein, den Ball mit ihrem starken Bein geeignet über zehn bis zwanzig Meter zu passen als ein erfolgreiches offensives 1:1 zu bestreiten. Außerdem wird sie viel eher die Übersicht und den Blick für Mit- und Gegenspieler haben, um durch einen Pass einem wenig erfolgversprechenden Zweikampf aus dem Weg gehen zu können. Das reifere Spiel kommt ihr entgegen, es entspricht ihrem geistigen Stand. Dem Kindergartenkind hingegen überhaupt nicht.


    Und darum geht es, ich plädiere entschieden dafür, ein unbedingt altersgerechtes Training und einen ebensolchen Spielbetrieb durchzuführen. Ich habe überhaupt nichts gegen das Passen. Aber es ist in den beiden untersten Altersklassen nicht so wichtig.

    Um entsprechend tobns Gedankengang nachhaltig ausbilden zu können, benötigt man hin und wieder Erfolgserlebnisse für die Mannschaft, sprich Siege. Und zwar nicht, um das eigene Gewissen oder das eigene Trainerego zu stärken, sondern um Ruhe im Umfeld, bei Eltern und Spielern zu haben. Eben, damit man keine Nebenkriegsplätze hat und den Fokus vollumfänglich auf die Ausbildung legen kann.


    Das ist vollkommen richtig, man muss auf jeden Fall darauf achten, dass die Kids motiviert bleiben, und das ist nun mal unheimlich schwer, wenn sie nur verlieren. Ja, schon eine Niederlagenserie von drei oder vier Spielen kann sich dramatisch auf das Selbstvertrauen der Kinder auswirken. Ein überaus geschickter Trainer erkennt die im Spielplan drohende Gefahr und plant entsprechend.. :D


    Es ergibt sich nur die Frage, was man machen soll, wenn die eigene Truppe so schwach ist, dass sie gegen alle anderen Mannschaften chancenlos ist -- eine solche Truppe findet sich ja in fast jeder Spielklasse, oder? Mir fiele da ein, dass man dann Spiele gegen das Kanonenfutter aus den anderen Staffeln/Ligen ausmacht. Hat man auch da keine Chance, so würde ich erwägen, die Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden und erst mal nur Training zu betreiben.

    [...]Dazu zählt übrigens auch die oft verpönte Manndeckung. Durch die Manndeckung hat man zwangsläufig viele 1:1-Situationen und genau das ist gut für die Ausbildung. Ich sehe gerade bei vielen NLZ-Teams sehr starke Pärchenbildung, vermutlich aus Ergebnisgründen, aber nebenbei schult man auch extrem das Finitieren und den Defensivzweikampf. Das heisst jetzt nicht, dass ich Manndeckung befürworte oder mit aller Macht einfordere, aber "nah am Mann sein" im übergeordneten Kontext des ballorientierten Deckung ist kein verkehrter Ansatz.


    Da stimme ich dir zu. Ich hatte vor einer Weile auch mal berichtet, dass beim Handball, den unsere Tochter spielt, in der F- und E-Jugend die Manndeckung gefordert wird, vom Verband ist die offensive Abwehr verordnet und die Schiedsrichter sind angehalten, die uns aus dem Fernsehen geläufigen Abwehrmuster des 6-0 oder 5-1 zu unterbinden. Wie gesagt, du hast Recht, durch eine Mannorientierung ergeben sich zwangsläufig viele 1:1-Situationen, insofern hat sie auch etwas gutes. Im Hallenfußball und im Futsal sieht man übrigens auch recht häufig die Manndeckung. Mir fiel auch bei unserem Irlandurlaub auf, dass beim Hurling Manndeckung stark vorherrscht und es da zumeist dann noch einen Ausputzer-Libero im Strafraum oder kurz davor gibt. Im Profifußball wird ja heutzutage auch zentral vor dem Tor Manndeckung praktiziert, wobei man dennoch versucht, den Raum zu verdichten und Überzahl herzustellen. Ich denke, der Grund für die Manndeckung sowohl im Hurling als auch bei Fußball im Zentrum vor dem Tor liegt darin, dass die Passempfänger so gefährlich sind, wenn sie den Ball unter Kontrolle haben, dass man eben diesen Zustand zu verhindern sucht, wozu man aber bereits sehr nah an ihm dran sein muss, wenn der Ball gespielt wird.


    Zurück aber zu den Altersklassen F und E. Ich finde das 1:1 in diesem Alter ja sehr wichtig und sehe es wie du, Schimanski, dass eine Mannorientierung dabei durchaus förderlich wäre. Das Problem ist nur: wie kriege ich das später wieder aus den Köpfen der Kinder raus? Denn ich sehe leider unheimlich oft sowohl Kinder, die in bester Nibelungentreue auf ihrer zugewiesenen Position auf dem Feld versauern, als auch solche, die ihren zugewiesenen, jedoch völlig ungefährlichen, weil am gegnerischen Angriff überhaupt nicht beteiligten Spieler decken..


    Meine aktuelle Prämisse zur Lösung dieses Konflikts liegt darin, die Zahl der Spieler sehr gering zu halten, also viel funino (drei gegen drei) oder funino mit Jugendtoren (also 3+1 vs. 3+1) zu spielen. Da haben die Spieler viele Ballkontakte, außerdem ergeben sich viele 1:1,- 2:1- und 1:2-Situationen. Und sollte es mal eine 1:3-Situation geben, so lässt sich damit super demonstrieren, wie man mit einem oder zwei Pässen zu einem leichten Tor kommt. Außerdem können die Kids selbst mal ausprobieren, wie sie verteidigen wollen. Man kann da, finde ich, sogar methodisch erarbeiten, wie man in verschiedenen Phasen des Spiels und in den unterschiedlichen Zonen, in denen sich Ball, Mit- und Gegenspieler befinden, am besten verhält -- natürlich noch nicht in vollem Umfang in der F, das ist hoffentlich klar..


    Die "großen" Spielformen des Regelspielbetriebs, bei uns in der G schon das 6+1, halte ich hingegen für ausbildungstechnisch kontraproduktiv. Ich finde es auch schade, dass bei uns in G und F in der Halle im 5+1 gespielt wird, erst ab der E ist es dann 4+1. Ich würde da eher mit drei Spielern ohne oder plus Torhüter spielen, wahrscheinlich auf ein verkleinerstes Feld, also in der G vermutlich quer und auf (nicht ganz so kleine) Minitore.

    Es freut mich sehr, dass mein Beitrag auf so viel positive Resonanz stößt, vielen Dank, Leute.


    Du hast mit deiner Ergänzung natürlich Recht, Sir Alex, ich hatte gegen Ende des Beitrags ja auch angedeutet (oder zumindest den Versuch unternommen), dass es sein kann, dass man auch einzelne Spieler verlieren kann, wenn man sich weniger vom kurzfristigen Erfolg leiten lässt und stattdessen die Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellt, was nun mal ziemlich zwangsläufig bedingt, dass das Spiel anderer Mannschaften gerade für weniger erfahrene Zuschauer zunächst 'besser' aussieht und durchaus auch erfolgreicher ist. Man kann viel durch Überzeugungsarbeit erreichen, aber es wird immer mal wieder Einzelne geben, die es anders sehen -- auf die mutmaßlichen Gründe möchte ich jetzt gar nicht eingehen. Dein Hinweis ist aber sehr wertvoll, weil er Trainerneulingen deutlich macht, dass die Welt nicht zusammen bricht, wenn einen auch mal gute Spieler verlassen. Es ist sicher für keinen Trainer angenehm, wenn Spieler sich verabschieden, vor allem dann nicht, wenn sie es tun, weil sie oder ihre Eltern nicht zufrieden sind. Das sollte man auch als Anlass zur Selbstreflektion nehmen, und seine Ansichten und Methoden kritisch hinterfragen. Aber wenn man sich da weiterhin gut im Spiegel gegenüber treten kann, dann ist sowas kein Problem. Ich fand es übrigens, das als Anregung an die Eltern, die hier mit lesen, von einigen Eltern von Kindern, die unsere Mannschaft verließen, wenn sie sich kurz bei uns Trainern verabschiedeten. Zwei Mails bleiben mir da in besonders angenehmer Erinnerung. Eine war von den Eltern eines Mädchens, das so Ende der F1 oder Anfang E2 zu uns kam, und uns dann ca. ein Jahr später wieder verließ, weil ihr Klettern mehr Spaß machte. Ihre Eltern bedankten sich herzlich für die schöne Zeit und betonten, dass sie sich immer wohl gefühlt hätten, alles schön, aber Klettern ist halt interessanter. Die andere kam vom Papa eines Jungen, der die E-Jugend bei uns verbrachte und dann zum Wechsel des restlichen Teams in die D-Jugend in eine von seinem Jahrgang her passende E-Jugendmannschaft wechselte. Er bedankte sich ebenfalls herzlich und stellte sogar die Bedeutung hervor, die damals sein Trainer gehabt hatte.


    Das sind Dinge, die einen als Trainer nachhaltig motivieren, die einen wirklich freuen. Wenn ich daran denke, bekomme ich gerade feuchte Augen, ohne Mist.


    Ich fand es übrigens auch gut, dass der Papa des Spielers, der uns aufgrund Unzufriedenheit am Ende des ersten E-Jugendjahrs verließ, das Gespräch mit mir suchte, wir uns dann drei Stunden unterhielten, offen und freundlich. Er erklärte mir, warum es seinem Sohn bei uns nicht so viel Spaß macht wie woanders, ich konnte das nachvollziehen, hatte aber halt Gründe für mein Vorgehen, wir stellten also fest, dass wir da verschiedene Vorstellungen haben. Glücklicherweise konnte ich glaubhaft vermitteln, dass ich mich durch ihre Entscheidung zum Vereinswechsel nicht persönlich angegriffen fühle, dass mir nach wie vor am Wohlergehen ihres Sohnes gelegen ist, und dass wenn er sich in einer anderen Mannschaft wohler fühlt als bei uns, dann sei es vernünftig zu wechseln.


    Nach diesem Exkurs möchte ich noch kurz darauf kommen, was ich mit meinem Beitrag eigentlich bezweckte. Das war es nämlich, Trainerneulingen und Eltern, die mit ihren Kindern die Welt des Kinderfußballs kennen lernen, einen Blick über den zeitlichen Tellerrand zu ermöglichen, und das, was sie bei Turnieren und Spielen sehen, hoffentlich ein bisschen besser einschätzen zu können.

    Wie unterscheidet sich die FPL vom Straßenfußball? So gut wie gar nicht, oder?


    Naja, doch, ganz schön sogar. Einen großen Unterschied nennst du ja schon: es spielt ein Jahrgang unter sich. Außerdem fallen mir auf die Schnelle und daher auch in keiner besonderen Reihenfolge ein:

    • Man spielt in Trikots.
    • Die Mannschaften sind stets gleich zusammengestellt bzw. jede Mannschaft bedient sich aus ihrem eigenen Kader.
    • Es gibt offizielle, festgeschriebene Regeln.
    • Es gucken jede Menge Erwachsener, vor allem Eltern, zu.
    • Das Spiel findet auf einem richtigen Fußballplatz mit richtigen Toren statt.
    • Die Dauer des Spiels ist festgelegt und es gibt eine Halbzeitpause.
    • Es gibt einen Trainer.


    Essenz des Beitrages: Kann es sein, dass viele Kinder gerade deshalb in einen Verein wollen um zu spielen "wie die Großen"?


    Das glaube ich nicht. Kinder gehen in den Verein, weil sie vom Fußball der Nationalmannschaft, des lokalen oder in der Familie üblichen Bundesligavereins oder den Bayern ( :wacko: ) begeistert sind, und auch gegen den Ball treten wollen. Und dann fangen im Kindergarten die ersten an, in den Verein zu gehen, das bekommen die anderen Eltern mit, und so zieht es dann diese Kindergartengruppe in den einen, die andere in jenen Verein. Die Kinder selbst wollen vor allem Fußball spielen, großteils jedoch noch ohne zu wissen, was das überhaupt ist, abgesehen davon, dass man gegen den Ball tritt und er ins Tor muss. Der Vergleich mit den Großen kommt erst viel später. Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass Kinder viel öfter von Erwachsenen, denen der Kinderfußball fremd ist, auf die Unterschiede zum Erwachsenensport hingewiesen werden. Die meisten Kids stellen doch von sich aus die Gegebenheiten, die sie vorfinden, überhaupt nicht in Frage, sondern nehmen sie als gegeben (und richtig) hin.

    Pulli 10,00, Wappen 3,00, Vereinsname 3,00


    Macht also pro Spieler 16 Euro.


    200 Mitglieder in der Jugend = 3.200,00 bei 10,00 Beitrag im Monat. Wer soll den Unsinn bezahlen? Strom Wasser Gas Reparaturen Platzwart Material Trainingsanzüge Telefonanschluss ist das bei euch alles umsonst?


    Sicherlich nicht, aber mich würden, bevor ich mir ein Urteil bilde, die dadurch verursachten Kosten tatsächlich auch interessieren, wenn du schon diejenigen der Sweats nennst. 3.200 Euro klingen natürlich nach viel Geld, aber du hast ja vorher bereits gesagt, dass da pro Spieler sechzehn Euro anfallen. Bei zehn Euro Monatsbeitrag, das sind im Jahr 120 Euro pro Spieler. Er hat also nach gut eineinhalb Monaten das Sweat mit seinem Beitrag bezahlt, und er verrichtet bis zum Ende des Jahres weitere 104 Euro. Bei zweihundert Mitgliedern sind das 20.800 Euro, das ist doch eine ganze Stange Geld, oder?


    Trainingsanzüge werden bei uns übrigens nicht vom Verein bezahlt, jeder muss sie sich selbst besorgen, wenn dabei auch Sammelbestellungen eher die Regel als die Ausnahme sind. Bei uns kostet die Mitgliedschaft für Kinder aber auch nur EUR 5,75 pro Monat, die sich aus EUR 3,75 für den Verein und EUR 2,- für die Abteilung zusammen setzen. Erwachsene sind mit EUR 8,- dabei, Familien mit EUR 14,25. Außerdem gibt es eine Aufnahmegebühr der Fußballabteilung in Höhe von EUR 10,-.

    Ja, fak hat da schon eine gute Analyse erstellt. Für nicht wenige Trainerneulinge ist es einfach nur selbstverständlich, dass jedes Fußballtraining darauf abzielt, den Spielbetrieb ergebnistechnisch möglichst erfolgreich zu bestreiten, da wird dann teilweise bereits bei den Bambini, vielfach ab der F-Jugend, irgendwann muss ja schließlich der Ernst des Lebens beginnen und in die Schule gehen die Kinder ja inzwischen auch, einfach den Bayern und dem BVB nachgeeifert. Daneben gibt es aber auch viele Trainerneulinge, die das Gefühl haben, beweisen oder belegen zu müssen, dass sie ihre Sache gut machen. Und am naheliegendsten ist es da natürlich, wenn Spiele und Turniere gewonnen werden oder wenn das Spiel der Kinder schon möglichst bald ästhetisch befriedigend wirkt. Außerdem neigen Neulinge dazu, egal ob es jetzt Trainer oder Eltern sind, ihre Mannschaft und ihre Kinder mit anderen zu vergleichen: "Die junge F-Jugend des des FC Entenhausen spielt ja schon unheimlich abgeklärt, da läuft die Kugel ja wie an der Schnur gezogen und sie schießen ein ums andere Tor, während unsere Kinder noch herumlaufen wie ein Bienenschwarm und selbst die guten Spieler sich nur in Einzelaktionen verlieren." Vielleicht kommt das dem Einen oder Anderen hier auch bekannt vor. Wenn man es dann nicht besser weiß, so lässt man sich als Trainer davon natürlich beeindrucken, lässt daraufhin vor allem die stärkeren Spieler fast nur noch dort spielen, wo sie derzeit am besten zur Geltung kommen, und weist ihnen umfangreichere Spielzeiten zu als ihren Mannschaftskameraden. Wahrscheinlich forciert man sogar das Passen gegenüber dem Dribbling und dem offensiven 1:1, weil das ja das reifere Spiel ist. Um den hässlichen Schwarm einzudämmen und damit das Passspiel funktioniert, müssen auch unbedingt Positionen den Kindern zugewiesen und von ihnen eingehalten werden.


    Zunächst sieht das dann auch viel besser aus. Aber dieses Vorgehen rächt sich nach bereits wenigen Jahren, denn:

    • die mittelmäßigen und schwächeren Spieler haben den Anschluss verloren, sie haben an Selbstbewusstsein eingebüßt und hatten auch nur weniger Gelegenheit, ihre Fähigkeiten zu verbessern. Ihnen ist klar, dass sie 'nicht viel können.' Das Mannschaftsklima hat gelitten, sobald die Erfolge ausbleiben fängt es im Gebälk mächtig an zu knirschen. Viele der damals schwächeren Kinder und wahrscheinlich auch einige derjenigen aus dem Mittelfeld haben enttäuscht den Verein wieder verlassen.
    • In Sachen Ballbeherrschung sind mittlerweile einige Mannschaften an der eigenen vorbei gezogen, vielleicht nicht bei den vier oder fünf Spitzenspielern, aber bei dem Rest. Haben die eigenen Spieler nun nicht mehr so viel Platz und Zeit für die Ballannahme, weil die Gegner es mittlerweile verstehen, geschickter und resoluter zu verteidigen, so bricht die Herrlichkeit des vermeintlichen Passspiels in sich zusammen. Und da man nur selten das 1:1 praktiziert hat, werden die eigenen Spieler von den anderen auf dem sprichwörtlichen Bierdeckel ausgespielt.
    • Die Fixierung auf Positionen führt außerdem dazu, dass die eigenen Spieler praktisch überall auf dem Platz in Unterzahl sind, weil ihnen eingetrichtert wurde, ihre Position zu halten. Dadurch helfen sie einander auch nicht, schließlich sind sie ja nur für ihre Position zuständig.


    Sicher trifft das nicht auf alle Mannschaften da draußen zu, in vielen Gesprächen mit Kollegen und Eltern bin ich jedoch zu der Überzeugung gekommen, dass man unheimlich schnell in dieses Muster hinein rutschen kann. Ich vergleiche es ganz gerne mit der Dunklen Seite der Macht aus dem Krieg der Sterne, dessen ursprüngliche Trilogie meine Kindheit erheblich prägte. Dieser Weg wird von vielen als angenehmer empfunden, man stößt zunächst auf weniger Widerstand und erntet Erfolge und anerkennende Schulterklopfer. Das dicke Ende kommt aber später, wenn die Erfolge ausbleiben und die erfolgsverwöhnten stärkeren Spieler zu grüneren Weiden weiter ziehen. Vielleicht reicht es dann noch für eine schwache Kleinfeldmannschaft, aber wenn es dann in die D-Jugend geht, können einem bereits die die Spieler für eine eigene Mannschaft fehlen. Zwei Jahre später braucht man dann wieder mehr Spieler und die Zeit, in der das Drop-Out-Risiko von vielen für am höchsten gehalten wird, beginnt. Spätestens da dürfte dann Schluss sein. Man hat dann dem kurzfristigen Erfolg die Nachhaltigkeit und die langfristige Existenz der Mannschaft geopfert.


    Ich weiß, ich male den Teufel an die Wand, und Ihr habt Recht, so schlimm muss es nicht unbedingt kommen. Aber ich nenne bewusst den möglichen schlechten Ausgang der Geschichte, um alle Trainer dazu zu animieren, ihr Tun regelmäßig selbstkritisch zu reflektieren und stets das Wohl von Kindern und Mannschaft in den Vordergrund zu stellen. Dabei gilt es, die Interessen jedes einzelnen Kindes mit dem der Mannschaft möglichst gut in Einklang zu bringen. Ich warne auch in diesem Zusammenhang davor, der Versuchung zu erliegen, sich in die eigene Tasche zu lügen.


    Zum Schluss sei noch erwähnt, dass ich selbst diesen Prozess zu einem Teil durchlebt habe. Zum Glück hatte ich ganz gute Voraussetzungen und habe rechtzeitig, nicht zuletzt auch in diesem Forum, gemerkt, dass ich dabei war, auf den Holzweg zu geraten. Dadurch konnte ich noch das Ruder herumreißen und habe nur geringe Verluste hinnehmen müssen -- Verluste zumal, die mich, so denke ich heute, vermutlich ohnehin ereilt hätten.

    Dann kann ich deine Äußerung verstehen, 16aufmrücken. Ich musste aber ein bisschen an meinen alten, leider viel zu früh verstorbenen Klassenlehrer denken, der zu sagen pflegte: "Erst gugge, dann dengge, dann schwätze." Ich hoffe, die Frankfurter Mundart kommt ein wenig rüber.


    Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ich viel mehr den Vorteil bei Coever sehe, dass es abwechslungsreich ist. Viele Wettkampfsituationen und neue Bewegungen -> Steigerung der Motivation der Spieler


    Das ist auch meine Erfahrung, zumindest was die Spielformen (mit Full Pressure) anbelangt, da geht meistens so richtig der Punk ab. Deshalb fragte ich ja auch bei 16aufmrücken nach, ob er wirklich die Coerver-Sachen meint.


    Die Passübung im 'Coerver-Grid', die Dirk uns bei der Trainertech zeigte, fand ich auch gut, wenn auch noch nicht für F-Junioren geeignet. Aber dadurch, dass viele Spieler und Bälle gleichzeitig in Aktion waren, hatte man als Beteiligter sehr viele Ballkontakte, eine große Anzahl an Wiederholungen und war ständig unterwegs. Wenn ich eine geeignete Beschreibung formuliert habe, kann ich sie ja hier posten.


    In diesem Zusammenhang: Sind Euch übrigen Teilnehmern der Trainertech Variationen der Grid-Übung eingefallen, mit denen man andere Inhalte trainieren könnte als den Kurzpass in den Fuß und die Ballan- und -mitnahme nach hinten mit Auftaktbewegung/-finte?

    Erst mal willkommen im Forum, Wolfi TSV, da ich sehe, dass dies dein erster Beitrag ist. Hoffentlich wirst du dich wohl fühlen, etwas Hilfreiches für dich finden und im besten Fall auch noch selbst zu seinem Erfolg beitragen können.


    Ich bin Trainer einer F2 Mannschaft (Jg. 2007) und möchte meine ersten Erfahrungen über Fairplay kundtun.


    Gerne. Darf ich fragen, zu welchem Landesverband Ihr gehört und wie die Einführung der FPL bei Euch lief?


    Jede Medaille hat ja bekanntlich zwei Seiten und so ist es klar, dass es viele verschiedene Meinungen und Erfahrungen gibt.
    Aber egal ob nun FPL oder nicht, entscheidend ist doch, wie wir Erwachsenen damit umgehen.


    Absolut, damit triffst du auch gleich den Nagel auf den Kopf: die FPL wurde erfunden, um die Erwachsenen wieder ein Stück weit aus dem Kinderfußball raus zu bekommen. Ralf hat erkannt, dass beim herkömmlichen Spielbetrieb die Erwachsenen einen zu großen und dabei leider auch häufig negativen Einfluss auf das Spiel der Kinder nehmen. Darunter leiden, so seine Beobachtung, die Kinder, aber auch die Schiedsrichter. Die FPL-Regeln sollen folgende Wirkungen entfalten:
    [list][*]Fan-Regel: Dadurch, dass die Eltern einen größeren Abstand halten müssen, sind sie ruhiger -- das ist einfach so, je weiter man von dem Geschehen entfernt ist, desto geringer fühlt man sich emotional einbezogen. Eltern von noch jüngeren Kindern sind ihnen emotional noch hochgradig verbunden, es würde mich wundern, wenn da nicht unsere Urinstinkte noch massiven Einfluss auf uns nehmen. Dazu kommt die Begeisterung für das Spiel an sich. Beide Komponenten führen dazu, dass sich viele Eltern lautstark am Spielfeldrand beteiligen, und es ist (so meine Erfahrung) eher die Regel als die Ausnahme, dass da dann auch Unmengen an konkreten Anweisungen und Tipps auf die Kinder einprasseln. Durch den Abstand wird das deutlich reduziert, erstens aus dem bereits genannten Grund, zweitens weil die Kinder zu weit weg sind, um die Anweisungen verstehen zu können. Noch besser klappt es mit den Eltern, wenn der Trainer ihnen erklärt, warum es nicht sinnvoll ist, wenn sie ihren Kindern Kommandos zurufen, und dass es für alle Beteiligten viel besser ist, wenn sie sich auch daran beteiligen, eine freundliche, kooperative und bei Heimspielen gastfreundliche Atmosphäre zu schaffen.
    [*]Schiri-Regel: Man entfernt einfach den Schiri, dann entlädt sich auch kein Frust über den Spielverlauf oder irgendwelche (unvermeidbaren) Fehlentscheidungen an ihm. In den Kinderaltersklassen legt man das Fundament für das Verhalten und die Einstellung zum Fair-Play. Kinder haben neben einer sehr egozentrischen Sicht auf die Welt auch ein sehr ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Und Kinder wollen auch die Regeln des Spiels lernen und achten auch gerne darauf, dass sie eingehalten werden. Kinder sind also durchaus auch geborene Petzen. Das ist alles OK, und es ist Aufgabe für Trainer und Eltern, den Kindern da das richtige Verhalten und die richtigen Ansichten zu vermitteln. Dazu braucht man keinen Schiri, der einfach nur entscheidet und eben in vielen Fällen den Kindern nicht erklärt, warum er so entschieden hat. Nein, dazu braucht man Trainer, die den Kindern die Regeln vermitteln, sie dazu animieren, ehrlich und aufrichtig zu sein, aber auch ihr Recht einzufordern. Auch mal zurück stecken zu können, gelegentlich Fünfe gerade sein zu lassen gehört dazu. Natürlich muss man auch eingestehen können, dass man etwas falsch gemacht hat, hoffentlich unabsichtlich, aber vielleicht sogar auch mal gemein oder fies. Und dann um Verzeihung bitten, um fest zu stellen, dass man sich wieder vertragen kann.
    [*]Trainer-Regel: Die Trainer sind am Spieltag die entscheidenden Vorbilder für die Kinder. Ihnen wird bei der FPL die finale Verantwortung für das Gelingen des Spiels übertragen, sie müssen beweisen, dass sie kooperieren können, so wie man es von den Kindern auf dem Platz ja auch erwartet. Entscheidend finde ich dabei die Erkenntnis, dass jeder der beiden Trainer gleichermaßen für den erfolgreichen Ablauf des Spiels ist. Vor der FPL konnten viele Trainer der Ansicht sein, sie seien nur für die Belange ihrer Mannschaft verantwortlich, ihre Aufgabe sei es, die (vermeintlichen) Interessen ihrer Mannschaft zu vetreten und nicht zuletzt auch gegen die Interessen der gegnerischen Mannschaft durchzusetzen. Zuständig für die Regeln war ja der Schiri, ihm wurde quasi die Rolle des Dorfpolizisten oder Sheriffs zugewiesen. Das klappt aber nicht gut, zumindest nicht bei uns, wo in den Kinderaltersklassen der Heimverein den Laien-Schiri stellt und öfters auch noch Jugendliche pfeifen, die großteils nicht dazu in der Lage sind, Erwachsenen die Stirn zu bieten.


    Es klingt so, als würdet Ihr vieles im Umgang mit den Kindern richtig machen.


    Mit dieser Einstellung bei den Trainern und Eltern ist es kein Problem, wenn eine Tabelle geführt wird (Das gehört doch eigentlich zum sportlichen Wettkampf dazu, dass ein Sieger hervorgeht.)


    Hier möchte ich dir widersprechen. Wir hatten zwar keine Tabellen, als ich mit meinem Jg. 2001 in F- und E-Jugend unterwegs waren, aber der Kreis erklärte niemandem, was der Grund dafür ist. Es kam nur die lapidare Begründung des Kinderwohls. Wir dachten damals wie du und pflegten unsere eigene Tabelle. Zwar sorgte ich damals schon dafür, dass alle Spieler auf ähnlich viele Einsätze kommen, aber ich ließ mich von den sportlichen Erfolgen dennoch zu sehr leiten. Ich bereue immer noch, im letzten Spiel, zwar auch auf Drängen meines Co-Trainers, aber ich habe letztlich die Entscheidung getroffen, zwei Spieler zu früh wieder raus genommen zu haben, weil der Gegner aufkam und sie zu diesem Zeitpunkt den größten Anteil daran hatten. Sie kamen später wieder rein, aber sie waren in dem Moment sichtlich enttäuscht. Ich sage dir, da fühlt man sich mal so richtig schäbig... Ach ja, wir gewannen das Spiel und wurden somit zum imaginären Staffelsieger. Mein Sohn, der damals dabei war, kann sich daran aber überhaupt nicht mehr erinnern. Er kann sich sehr wohl noch an das sehr schöne Tor erinnern, an dem er in diesem Spiel beteiligt war.


    Man braucht keine Tabellen. Sie richten deutlich mehr Schaden als Nutzen an, denn sie reduzieren das Fußballspiel auf das reine Ergebnis. Das hat im Kinderfußball viele negative Folgen.


    Wir sprechen von 6 und 7jährigen Kindern. Sie alle sind gerade in die Schule gekommen und müssen viel lernen.


    Hier verstehe ich leider nicht, worauf du hinaus willst. Lernt man eigentlich nicht ein Leben lang?


    Fußball spielen sie, weil es Ihnen einfach nur Spaß macht. Diesen Spaß gibt es zu erhalten. Und das kann man auch, obwohl ein Schiri auf dem Platz steht und ein Foul pfeift.


    Aber der Schiri leistet keinen Beitrag dazu, er schadet meinetwegen nicht, aber er hilft dabei auch nicht. Es sei denn, er entspricht dem Idealbild, das man zwar ab und an in Näherung, aber eben nicht in der Regel antrifft.


    Ja, es funktioniert auch ohne Schiri. Wenn aber eine unfaire Mannschaft aufläuft und der Trainer greift nie ein und pfeift seine Jungs nie zurück, ist der Fairplay Gedanke nicht erfüllt. Die Kinder stoßen Gegenspieler zur Seite, es passiert nichts, das Spiel läuft weiter. Was lernt dadurch der Spieler?


    Das hängt einzig und alleine davon ab, wie sein Trainer mit der Situation umgeht. Siehe oben, du möchtest offenbar die Verantwortung des Trainers wieder gerne an den Schiedsrichter übertragen.


    Auch ich als Trainer finde es doof, wenn ich ständig den Trainer der gegnerischen Mannschaft auf Fouls von seinem Team hinzuweisen. Ein Fairplay gehört bei uns zum Trainingsinhalt.


    Ich kann dich gut verstehen, aber, so leid es mit tut, das gehört nun mal zu deinen Aufgaben als Trainer. Du hast vollkommen Recht, auch bei den anderen sollte Fairplay im Training gelehrt werden. Leider kannst du sie nicht dazu verpflichten. Du musst aber eingreifen, wenn das Spiel unfair wird, sonst kommst du deiner von der FPL zugewiesenen Aufgabe als Trainer nicht nach. Zunächst versucht man sicher, freundlich auf den Partnertrainer einzuwirken. Aber wenn das nichts hilft, muss man deutlicher werden. Ich habe das hier im Forum bereits mehrfach beschrieben, um mich nicht wiederholen zu müssen, möchte ich dich bitten, die Suchfunktion zu bemühen.


    Wir Trainer müssen uns der Verantwortung stellen und sollten nicht erwarten, dass sie uns irgendwer abnimmt. Ich bin für das Wohlergehen meiner Kids verantwortlich und nicht der Schiri. Ich bin auch dafür verantwortlich, dass meine Kids ihre Spielpartner fair, respektvoll und anständig behandeln. Ich fühle mich auch ihrem Wohlergehen verpflichtet.

    die unterste Pyramidenstufe bei Coerver sieht ja die Ballbeherrschung vor, [...] Coerver spricht da auch von nahezu perfekter Ballbeherrschung vor dem Übergang in die nächste Stufe.


    Das war auch mein Stand bis zur Trainertech, was ich etwas verwirrend fand, denn immer nur Ball Mastery ist auf Dauer ganz schön öde, und ich fragte mich, wie gut denn die Ballbeherrschung sein muss, um die nächste Stufe erklimmen zu dürfen.


    Mittlerweile glaube ich nicht, dass das tatsächlich so dogmatisch praktiziert wird. Ich denke eher, dass Coerver meint, dass die Ballbeherrschung die Basis darstellt, ohne sie geht auch nichts anderes, zumindest nicht gut. Das passt auch zu der Meinung vieler erfahrener Trainer hier im Forum, dass man in den jüngeren Jahrgängen den Schwerpunkt auf Technik, Technik und nochmal Technik legen sollte. Die Ballbeherrschung durch Ball Mastery zielt ja vor allem auf die Koordination und Motorik der Füße (aber nicht nur, natürlich gehört der gesamte Körper dazu) ab, so dass man Ballkontakte mit der passenden Fußstellung und dem richtigen Druck hin bekommt, der Ball einem also gehorcht. Je besser nun die Ballbeherrschung, desto besser gelingt auch "Passing & Receiving", also Passen und Ballannahme. Das leuchtet mir noch ein. Bei den nächsten drei Stufen kommt mir die Coerver-Pyramide allerdings etwas konstruiert und bemüht vor, denn ich kann nicht erkennen, dass z.B. das Passen in irgendeiner Form die Grundlage für das 1gg1 darstellt. Und Schnelligkeit hat zwar etwas mit Ballbeherrschung und Ballannahme zu tun, aber auch nur teilweise, und der Zusammenhang mit dem 1gg1 drängt sich mir jetzt nicht unmittelbar auf.. Ich verstehe auch nicht, wieso der Abschluss dann oberhalb der Schnelligkeit kommt, denn ihn brauche ich ja in jedem Fußballspiel. Zum Schluss kann ich aber wiederum nachvollziehen, dass das Gruppenspiel obenauf thront.


    Ich weiß schon, was in den verschiedenen Coerver-Stufen die Themen sind. Wie diese miteinander in Zusammenhang gebracht werden verstehe ich hingegen nicht so recht...


    Leider habe ich noch nirgendwo gelesen, mit welcher Alterstufe die Pyramide von Coerver beginnt. Ist die Ballbeherrschung ein Ziel, also Schwerpunkt im Training bei 6 und gar 5 jährigen?


    Ich denke, sie könnte es sein, wenn sie die motorischen und koordinativen Voraussetzungen dafür erfüllen. Das dürfte aber nur bei sehr wenigern 5- und 6-Jährigen der Fall sein. In den Videos sieht man ja durchaus einige Kinder im höheren F-Alter, so zumindest meine Einschätzung.


    Ich sehe hier auch weniger jetzt Coerver diskussionswürdig sondern dieThematik,die hier ja immer wieder schon ausgiebigst diskutiert wurde. Ist es richtig und sinnvoll mit 5 und 6 jährigen bereits ein fussballspezifisches Training abzuhalten? Und wenn ich das richtig interpretiere, hat @Francesco das vor oder handelt schon so.. Meine persönliche Einstellung dazu ist eine andere, ohne Anspruch die richtige zu sein.


    Ich bin da auch durchaus bei dir, wobei die Bambini ja schon Fußball spielen wollen, wenn sie ins Training kommen. Und das kann man dann ja auch machen, halt auf altersgerechte Art und mit einem reichhaltigen, eben nicht fußballspezifischen Begleitprogramm. Einige Übungen aus dem Ball-Mastery-Programm von Coerver kann man da durchaus auch verwenden, sie ja durchaus eine gewisse koordinative Herausforderung dar. Aber halt mehr so häppchenweise und ohne Anspruch an auch nur den Ansatz von Perfektion. Sondern halt eher als interessante und zunächst ungewohnte Bewegungsmuster.

    Ich denke schon, dass ich dich verstehe. Und ich verwende auch gerne einige Inhalte des Coerver-Coaching, viele ihrer Spielformen sind hervorragend für das 1:1 und schnelle Richtungswechsel geeignet, und wenn dann mehrere Spieler pro Partei auf den Platz geschickt werden, dann kommt auch noch Übersicht, Passtechnik und Ballan- und -mitnahme hinzu -- letztere spielt auch bei einigen 1:1-Spielformen bereits eine Rolle. Auch die Ball-Mastery-Übungen sowie einige der Tricks finde ich recht hilfreich.


    Allerdings weiß ich selbst nicht, wie bei Coerver das Training methodisch aufgebaut wird, da habe ich bisher nur einen recht knappen Eindruck auf der Trainertech gewonnen, als Dirk mit uns den Zidane in Einzelschritten zerlegt beibrachte. Ich weiß aber nicht, ob bei Coerver generell so vorgegangen wird und welche Zerlegungen für die verschiedenen Moves sinnvoll ist. Dirk sagte uns auch, dass er sich pro Jahr auf einen Trick beschränken würde -- mir kommt es zumindest so vor, als habe Coerver aber deutlich mehr Tricks im Repertoire, so dass man hier entweder eine Auswahl treffen würde, oder doch mehrere, ähnliche Tricks innerhalb eines Jahres durchnehmen könnte.


    Dirk sagte auch, dass bei Coerver in einer Trainingseinheit generell alle Themen der Coerver-Pyramide behandelt werden. Da sehe ich einen gewissen Gegensatz zum Konzept des DFB, in dem der Trainer ja eher dazu angehalten wird, einen Schwerpunkt zu setzen und diesen auch über ein paar Trainingseinheiten beizubehalten.


    Was mich anbelangt, so kommt neben dem DFB-Konzept und Coerver auch noch Horst Wein als bedeutender Einfluss hinzu. Und dann führe ich auch noch ganz gerne ab und an mal ein Kooperationsspiel zur Stärkung des Gruppengefühls durch. Dann hole mir auch ganz gerne von der Münchner Fußballschule Anregungen in puncto Schnelligkeitsübungen, aber auch was Übungen und Spielformen anbelangt. Naja, und dann habe ich noch zwei Bücher zur Koordination, das ist ja auch wichtig. Soccerdrills ist auch eine gute Quelle.


    Tja, und aus diesen ganzen Inhalten stelle ich immer wieder aufs Neue meine Trainingspläne zusammen. Ich würde zwar ganz gerne einen längerfristigen Plan erstellen, aber das habe ich noch nicht geschafft...


    PS: guenter hat mit seinem Hinweis auf das Alter deiner Kids Recht, mache da nicht schon zu viel Fußball, sondern achte vor allem darauf, dass sie sich viel und vielfältig bewegen. Dirk erzählte uns auch auf der Trainertech, dass Coerver neuerdings erst ab der F los geht, weil heutzutage die meisten Kinder im Bambinialter noch nicht die notwendigen bzw. sinnvollen motorischen Voraussetzungen mitbringen.


    Hier findest du das Interview mit Dirk auf der Trainertech:

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    Hier ist sein Vortrag:

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    Und hier schließlich sein Warm-Up-Fungame mit uns Teilnehmern in den Nebenrollen:

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    Wenn du Glück hast, Francesco1912, dann antwortet Dirk (Coerverfan), er kann das sicherlich hier mit Abstand am kompetentesten, ist er doch seit vielen Jahren Coerver-Coach.

    der Schiri hat nicht die Zeit gross zu überlegen, er muss kurzfristig entscheiden, die wenn und aber kann er nicht abwägen [...]


    Naja, wenn er das Spiel unterbricht, weil ein Spieler auf dem Boden liegt, dann hat er schon ein wenig Zeit..


    und die Regel lautet nun mal eindeutig: Ein zuvor wegern Rot verwiesener Spieler darf das Spielfeld nicht mehr betreten. Da gibt es keine wenn dann, oder aber...


    Stimmt schon, aber wenn es um den Fall der Ersten Hilfe geht, dann überstimmt das den Fußballregeln eindeutig übergeordnete Bundesgesetz, das jeden Bürger zur Ersten Hilfe verpflichtet.


    Ein Schiri, der dagegen verstösst verhindert möglicherwiese schlimme Folgen, bekommt aber vom Schiedsrichterbeobachter einen Minuspunkt.


    Kann schon sein. Aber na und?


    Und wer will immer unterscheiden, ob eine Verletzung wesentlich ist, oder nicht? Und wenn der Schiri von Aussen Hilfe anfordert, kann es schon mal nicht immer ganz unbedeutend sein.


    Kann es nicht aber auch sein, dass Schiris gehalten sind, nie selbst Hand an einen verletzten Spieler zu legen (und damit meine ich natürlich nicht Gewalt)?


    Wie auch immer es sei, es ist, denke ich, unstrittig, dass es im Fußball jede Menge knifflige Situationen für Schiedsrichter geben kann, das weiß jeder, der mal eine Regelkundeschulung durchgemacht hat.


    Kannst du dich noch an meinen geschilderten Fall erinnern. Es hatte sich herausgestellt, dass mein Sohn ganz knapp an einer grösseren Operation vorbeigekommen ist. [...] Also die Einschätzung einer Verletzung kann man nicht immer einem Schiri überlassen.


    Nein, natürlich nicht, meine ich doch. Wenn du glaubst, einem Spieler ist etwas Schlimmes zugestoßen, was eine Sofortmaßnahme erfordert, dann wartest du nicht, sondern du kümmerst dich sofort darum. Und natürlich am besten mit deutlichen, klaren Rufen, in denen du um Unterstützung bittest.


    Jetzt mal ehrlich: wann macht man denn sowas? Mir fallen eigentlich nur zwei Situationen ein:

    • Ein Spieler bricht ohne Einwirkung des Gegners und vermutlich sogar Abseits des Spielgeschehens zusammen.
    • Ein Spieler verletzt sich so schwer, dass er bewusstlos ist oder wie am Spieß schreit.


    In diesen Situationen ist es klar, dass es da gut um etwas Ernstes gehen könnte und man keine Zeit damit verlieren darf, auf die Einladung des Schiri zu warten. Eine Strafe wäre mir da piepegal.


    Das Thema Fingerspitzengefühl ist leider kein Bestandteil beim Schirilehrgang.


    Naja, sie haben es auch nicht leicht...