Kröte, wie viel Ihr auf meine Meinung gebt, überlasse ich unbedingt Euch, aber es klingt für mich so, als würdet Ihr vieles richtig machen, das passt schon. Und natürlich sind allen Kindern natürliche Grenzen gesetzt, das ist so, ich möchte keineswegs behaupten, man könne aus jedem Kind einen Superfußballer machen. Ich plädiere 'nur' für ein langfristig angelegtes, altersgerechtes Training und einen ebensolchen Spielbetrieb. In dem Zusammenhang tut jeder Kindertrainer meiner Meinung nach gut daran, sich um die schwächeren Spieler ebenso zu kümmern wie um die stärkeren.
@Sir Alex: Zusammenspiel/ Passspiel: Vermutlich habe ich mich da tatsächlich verlesen. Magisches Dreieck trainieren wir jedenfalls nicht.
Diese Verwechslung ist auch nicht ungewöhnlich. Ich bin auch der Meinung, dass man den Kids beibringen soll, wie man einen Pass spielt. Den kann man auch in Spielformen gut 'einfordern', indem man z.B. auf ein bis zwei Meter hinter den Grundlinien befindliche Passtore spielen lässt, welche die Spieler dazu zwingen, diese aus einer gewissen Entfernung zu treffen -- sinnvollerweise bietet man ihnen dafür dann zwei (oder vielleicht sogar drei) solcher Tore pro Grundlinie und beschränkt die zulässige Höhe. Wer kann, baut dazu ein Stangentor mit Querstange. Über die Breite der Tore und die Entfernung zur Grundlinie kann man den Schwierigkeitsgrad steuern.
Aber ich wünsche mir, das der ballführende Spieler mitgelaufene, freistehende Spieler auch mal sieht und anspielt, anstelle stur das 1:1 zu suchen und es im Alleingang zu versuchen.
Ja, das wünsche ich mir auch. Aber ich bin mir der Tatsache bewusst, dass das eigentlich der Natur der meisten F-Junioren zuwider ist, denn sie sind überwiegend hochgradig egozentrisch. Dazu kommt, dass viele Spieler, die bereitwillig den Ball an ihre Mitspieler abgeben, das weniger aus der Überzeugung heraus tun, dass es so für den gemeinsamen Erfolg besser ist, sondern eher, weil sie befürchten, den Ball sonst bald wieder zu verlieren. So getreu dem Motto, das hinter dem Spruch meines früheren Co-Trainers steckt: "Was ist der natürliche Feind des Manndeckers? Der Ball! Immer schnell weg damit!" Das finde ich schade, ich möchte nämlich, dass jeder meiner Spieler gerne den Ball hat. Ich möchte auch, dass jeder meiner Spieler sich zutraut, den Ball nicht gleich wieder zu verlieren, dass er sich dazu in der Lage fühlt, den Ball auch eine Zeit lang behaupten zu können. Die Erkenntnis, dass man gemeinsam eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit hat als wenn man stets alleine agiert, ist eine gute, eine, auf die ich unbedingt hinarbeiten und die ich fördern möchte. Aber die Kinder müssen sowohl kognitiv als auch technisch dazu in der Lage sein, den Vorteil zu erkennen und ihn tatsächlich auch zu nutzen.
Bei unserer sehr heterogenen Altjahrgang-F-Jugend stelle ich fest, dass einige der kognitiv wie koordinativ und technisch am fortgeschrittensten Spieler im 3:3 von sich aus bereits (für ihr Alter) sehr geschickt kombinieren und neben den egoistischen Alleingängen auch immer mal wieder kluge Pässe einstreuen. Aber man erkennt auch, dass sie weiterhin auch selbst glänzen wollen -- wer will ihnen das auch verübeln.
Wenn die schwächeren Spieler, bei denen der Anteil derjenigen, die noch nicht so lange den Fußball praktizieren, auch höher ist, unter sich spielen, sehe ich übrigens noch viel stärker den Drang zum Egoismus. Das finde ich auch völlig normal, diese Kids kommen, dadurch, dass sie in einer schwächeren Gruppe spielen, überhaupt erst einmal dazu, sich am Ball behaupten zu können, da ist es doch nur natürlich, dass sie diesen, für sie befriedigenden Drang erst einmal ausleben möchten. Bei ihnen und auch einigen der Kinder, die eher aufgrund ihres Kampfgeistes und überdurchschnittlichen körperlichen Attribute als ihrer Technik im Mittelfeld befindlichen Kinder, ist der Pass zum Mitspieler aufgrund der noch deutlich ausgeprägten Streuung sowie der Neigung, statt eines Innenseitstoßes dazu den Spann oder die Pike zu benutzen, nur bedingt eine sinnvolle Option...
Daher möchte ich zwar schon zu einem sinnvollen Zusammenspiel kommen, aber vorher müssen die Voraussetzungen dafür gegeben sein, sowohl kognitiv als auch technisch. Ich frage mich aktuell, wann wir sinnvollerweise mit dem gezielten Training des Zusammenspiels, das ich mittels Horst Weins kooperativ erarbeitender Methodik angehen möchte, beginnen sollten. Einige unserer Spieler wären vermutlich schon so weit, andere noch lange nicht. Als ich vorgestern in seinem Buch nachschlug, sah ich dann, dass Horst Wein selbst damit auch erst im E-Jugendalter beginnt.

) begeistert sind, und auch gegen den Ball treten wollen. Und dann fangen im Kindergarten die ersten an, in den Verein zu gehen, das bekommen die anderen Eltern mit, und so zieht es dann diese Kindergartengruppe in den einen, die andere in jenen Verein. Die Kinder selbst wollen vor allem Fußball spielen, großteils jedoch noch ohne zu wissen, was das überhaupt ist, abgesehen davon, dass man gegen den Ball tritt und er ins Tor muss. Der Vergleich mit den Großen kommt erst viel später. Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass Kinder viel öfter von Erwachsenen, denen der Kinderfußball fremd ist, auf die Unterschiede zum Erwachsenensport hingewiesen werden. Die meisten Kids stellen doch von sich aus die Gegebenheiten, die sie vorfinden, überhaupt nicht in Frage, sondern nehmen sie als gegeben (und richtig) hin.