Beiträge von tobn

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    Bei uns gibt es Ballschränke aus Metall, die in der Art so aussehen, wie diejenigen, zu denen mich Google gerade bei Sport Thieme geführt hat. Bei uns haben einige aber keinen Griff, sondern werden mit einem Bügel, der mit einem Vorhängeschloss gesichert ist, verschlossen.

    Aus meiner Sicht sind Kollektivstrafen IMMER falsch.

    Ja, das sehe ich auch so. Ich hätte da vor den Ausnahmefall das Wort "absolutem" setzen sollen.


    Dass, was Du in der D Deines Sohnes beschreibst ist nur allzu klar und die logische Konsequenz. Kollektivstrafen hetzen die Kinder aufeinander und machen pädagogisch ohnehin keinen Sinn. Die Verfehlungen eines einzelnen dürfen nie dazu führen, dass die, die sich bemühen und anstrengen mitbestraft werden. Das ist zutiefst unfair und wird von den Kids auch so empfunden.

    Ganz genau. Sein Ex-Trainer, denn vor ca. zwei Monaten hat er die "Mannschaft", die man, zumindest meiner Meinung nach, nach gut zwei Jahren dieser Form der Behandlung kaum noch als solche bezeichnen kann, hat das aber ständig so gemacht, da gab es, wie gesagt, nach jeder, in den Augen vieler Spieler beschi*****en Übung, egal, ob es ums Aufwärmen, den Hauptteil oder das Spiel ging, eine Strafe für die Verlierer, meistens stupides Konditionszeugs wie die Sprintrunde, Diagonalläufe oder Liegestützen. Und dann war es noch so, dass er die Gruppen sich selbst bilden ließ. Naja, dann rate mal, wer immer die Strafen abbekam und wer nie. Inklusive hämischer Blicke der besseren Gruppe und ganz massiven Beschwerden und Anmachen gegenüber den schwächeren Spielern, wenn sich doch mal einer von ihnen in der Loser-Gruppe fand.


    Man muss vielmehr ein Klima schaffen, dass die Kids zusammenhalten, Teambuilding etc. Wer da ausschert bekommt eben eine kleine Strafe und dabei ist es fast egal welche. Bei mir sind's meist 5 Liegestützen. Das können meine E-Junioren alle bewältigen, dennoch will keiner 30 Liegestützen pro Training machen. Daher reicht diese Sanktion in der Regel.


    Sicher, in einer lockeren Spaßübung kann es auch mal Liegestütze für alle geben oder Kniebeugen, aber immer nur dann, wenn alle an dem entsprechenden Grund auch beteiligt sind.

    Klar, und dann bleibt es auch bei ein paar wenigen und man sorgt dafür, dass jede Gruppe, wenn sie sich entsprechend anstrengt, dem Schicksal, letzter zu sein, entgehen kann. Das sollte man aber auch nicht zu oft, sondern eher selten machen, denn es ist etwas anderes, erster sein zu wollen als Angst davor zu haben, letzter zu werden.


    Ich verfahre genau so. [...] Dazu haben wir intensive koordinative Einheiten gemacht [...]. Vorher habe ich der Gruppe erklärt, warum das was mit Schnelligkeit zu tun hat, weil [...]

    Super, und es hat gut geklappt. Wunderbar. :thumbup:


    Übrigens, @raicoon, weil du das D- und C-Jugendbuch des DFB erwähnst, da finde ich großartig, wie in den einleitenden Seiten zu der Altersklasse der C-Jugend auf die Bedeutung der weichen Faktoren eingegangen wird. Ich habe es gerade nicht bei mir, aber die Leitlinien, die da für den Trainer aufgezählt werden, sind richtig gut!

    Aus dem DFB-Buch für D/C-Jugend: "Spezielle Kräftigungs- und Beweglichkeitsprogramme sind für das Training der heranwachsenden C-Jugendlichen regelmäßig vorzusehen und zwar abgestimmt auf die muskulären Anforderungen des Fußballs"

    Ich muss deutlicher werden. Mit meiner Frage wollte ich darauf hinaus, dass bei deinen Jungs die Akzeptanz für die Krafttrainingsübungen vielleicht dann steigt, wenn du ihnen erklären kannst, wozu sie sie machen. Dazu musst du natürlich erst einmal wissen, wozu die einzelnen Übungen konkret gut sind. Dann kannst du versuchen, ihnen dieses Wissen zu vermitteln. Und dann würde ich vielleicht versuchen, erst einmal klein anzufangen, auch kleine Fortschritte zu loben, und die Intensität dann allmählich zu steigern. Wichtig: Positives Feedback, wenn sie etwas gut machen! Sollte nicht überschwenglich sein, aber halt anerkennend.

    Also bei den meisten Sparten geht es gut, nur bei Kraftübungen geht gar nix. Sowas wie Core-Übungen (halt diejenigen, die für C-Jugend vorgeschlagen sind). Da wird gar nicht erst versucht, sondern verweigert.

    Und wozu sind sie gut?


    Absolute Zustimmung, nur bei meinen nimmt man sich den Ball vom TW und versucht dann das 70m-Solo. Immer.

    OK, aber das wird ja nicht klappen, oder? Wie wäre es denn, wenn du eine Kleinspielform machst, in der die drei Solisten zufällig in einer Gruppe gegen drei defensivstarke Kooperativspieler in der anderen Gruppe antreten müssen. Könnte man daraus etwas machen?


    Übrigens: Ich verbiete es bereits meinen F-Junioren, sich den Ball direkt beim Torwart abzuholen, also aus kurzer Entfernung von ihm den Ball zu fordern. Der Torwart ist im Ballbesitz genauso ein Mitspieler wie jeder andere und man nimmt seinen Mitspielern nie den Ball weg. Wenn ich sowas sehe, dann halte ich das Spiel an, weise deutlich darauf hin, erkläre kurz, warum ich das nicht sehen will, und kündige an, dass es bei der nächsten solchen Aktion einen Freistoß für den Gegner gibt.


    Wenn dafür dann 3 von 15 verantwortlich sind, zieht das aber auch wieder den Unmut auf sich - ähnich wie bei Kollektivstrafen.

    Stimmt. Dann dürfen halt alle anderen mit dem Co weiter machen und diese drei müssen unter meiner Aufsicht so lange alleine weiter machen, bis sie das Ziel erreicht haben. Dann steigen sie dort ein, wo die anderen gerade sind. Und am Ende fängt für die anderen das Abschlusspiel an, während sie dann noch das nachholen müssen, was sie zwischendrin verpasst haben. Das wird dann typischerweise ja nicht so lange dauern, denn es geht ja, wie gesagt, nicht um die Härte der Bestrafung sondern um ihre Präsenz. Es geht mehr um die Wahrung der Autorität und die Aufrechterhaltung der Ordnung als darum, dass sie sich dir unbedingt unterordnen müssen und dir hilflos ausgeliefert sind. Im Gegenteil, fertig machen darfst du sie auf keinen Fall, sie müssen ihre Würde auf jeden Fall behalten.


    Wo? wo? wo?

    Hier.


    Aber erstmal danke für die superausführliche ANtwort, Top!

    Gern geschehen. Danke für die Wertschätzung. :thumbup:


    Problem bei meinen ist halt, dass die seit knapp einem halben Jahr nicht mehr gewonnen haben. Das geht voll auf die Motivation, aber negativ. Da haben die keinen Spaß. Und dementsprechend verhalten de sich dann auch im Training. Schöner Teufelskreis. Aber trotzdem darf und kann ich mir ja nicht alles gefallen lassen. Anstatt dagegenzuhalten, wird einfach der Kopf so tief in den Sand gesteckt wie es nur irgendwie geht.

    Ja, aber da siehst du ja, wo der tiefere Grund für ihr Verhalten liegt, sie sind einfach mit ihrem Selbstbewusstsein am Boden. Langfristig liegt der Schlüssel zum Erfolg demzufolge darin, ihnen wieder ein gesundes Selbstbewusstsein zu vermitteln. Bis dahin muss es Regeln geben, ja, sie müssen sie auch befolgen. Aber du musst sie vor allem dazu motivieren, aus eigenem Interesse mit zu ziehen, zu merken, dass es dann besser wird, dass sie dann besser und auch erfolgreicher spielen. Mit Strafen erzeugt man eine negative Stimmung, das ist aber genau das Gegenteil von dem, was deine Jungs und damit auch du brauchen. Klar ist aber natürlich auch, dass das für mich aus der Ferne viel leichter gesagt als für dich vor Ort getan ist.

    Was würdest du da präferieren?
    Wenn da 1 oder mehrer Quatsch machen? Einzelgespräche?

    Naja, der Grund für meine Warnung liegt in der Beobachtung der (inzwischen ehemaligen) Mannschaft meines Sohnes, 2001er. Der Trainer, den sie ab der D hatten, hat gerne zu Kollektivstrafen gegriffen, er versprach sich davon, dass die Spieler sich untereinander motivieren und sanktionieren, sich also quasi in der Gruppe selbst erziehen. Meiner Meinung nach ging das da grandios in die Hose und hat seinen Teil dazu beigetragen, dass die Mannschaft inzwischen gehörig zerbröselt ist. Denn die Kollektivstrafen führten dazu, dass die besonders ehrgeizigen Spieler die "Versager" nicht ermunterten, sondern ihnen die alleinige Schuld an der Strafe gaben und immer wieder nieder machten. Der Trainer übertrieb es auch mit den Kollektivstrafen gehörig, bei ihm gab es praktisch nach jeder Übung eine Kollektivstrafe für die unterlegene Gruppe, besondere Favoriten waren die Sprintrunde und soundsoviele Liegestützen. Jedenfalls haben die Kollektivstrafen keinen positiven, sondern nur negative Effekte gehabt: die stärkeren Spieler haben die "Loser" geschnitten und zunehmend ausgeschlossen, und die Strafen wurden als zunehmend ungerechter und gemeiner empfunden.


    Für die Verfehlungen eines Spielers würde ich nur im Ausnahmefall die Gruppe bestrafen. Und nach Übungen würde ich die Verlierer übrigens auch nicht bestrafen, das sind sie durch die Niederlage ja schon ausreichend. Vielleicht lasse ich sie die Übungsutensilien einsammeln, aber das war es dann schon auch.


    Was tun, fragst du. Du hast eine U15 und "1 oder mehrere machen Quatsch." Naja, das hängt dann davon ab, wie viel und wie oft sie Quatsch machen, außerdem davon, wie dein Training so abläuft. Auch in der U15 ist es, denke ich, zu viel von den Spielern verlangt, neunzig Minuten lang hochkonzentriert bei der Sache zu sein, das geht nicht. Als Trainer muss ich für Pausen sorgen oder für Phasen, in denen die Spieler den Kopf mal wieder frei kriegen können. Sorge ich aber ausreichend für Möglichkeiten zur Zerstreuung im Training, so kann ich schon verlangen, dass die Spieler in den Phasen, in denen es mir darauf ankommt, auch aufmerksam sind und ihr Bestes geben. Das würde ich mit ihnen auch besprechen, würde ihnen erklären, was ich von ihnen erwarte, wann sie sich auch mal gehen lassen können, wann ich aber fordere, dass sie bei mir sind und die Faxen lassen. Wenn das Verhältnis da stimmt, außerdem die Spieler sich von mir ernst genommen und respektiert fühlen, und ich natürlich auch von ihnen anerkannt werde, sollte das normalerweise gut laufen. Es kann natürlich auch mal einzelne Ausfälle geben, die sich aber hoffentlich mit einer kurzen Ansage und einem ernsten Blick schnell regeln lassen, ohne dass es einer Strafe bedarf. Es geht hier ums "Quatsch-Machen", wohlgemerkt. Wenn sich einer etwas Ernsteres erlaubt, so können natürlich Sanktionen notwendig sein.


    Zurück zu deiner Frage zu Beginn:

    Wie sanktioniert man welches Verhalten richtig? Also eher im negativen Sinne.


    Ich meine es gibt typische "Bestrafungen" wie Rundenlaufen, Abbauen, Liegestütze, Ausschluss vom Training (kurzzeitig/Abschlussspiel....), Geldstrafen (muss nicht sein, vor allem im Jugendfußball). Und auch zu unterscheiden ist zwischen Kollektivstrafen und Strafen, die nur einen einzelnen betreffen. Was hat bei euch nachhaltig funktioniert?

    Meiner Erfahrung nach ist die Härte der Strafe weniger entscheidend, da sollte man IMHO sogar aufpassen, dass man nicht zu schnell drakonisch wird, denn das wird dann als unverhältnismäßg und gemein angesehen. Außerdem nimmt man sich die Möglichkeit der Steigerung, wenn man vorschnell zur eigenen Ultima Ratio greift. Wichtig ist vielmehr, dass die Spieler wissen, wie die Spielregeln sind, was erlaubt ist und was nicht, und was von ihnen erwartet wird. Das sollten klare Regeln sein, die einen aber auch nicht zu sehr einschränken, die man also gut einhalten kann. So hat man nicht ständig Schiss, wieder gegen irgendeine Regel zu verstoßen, obwohl man sich eigentlich doch ganz normal verhält. Den Spielern müssen die Regeln auch einleuchten, sie müssen auch der Meinung sein, dass sie sinnvoll sind. Desweiteren ist wichtig, dass die Regeln für alle gleichermaßen gelten und auch konsequent sanktioniert werden. Dann kann die Sanktion auch weniger hart ausfallen, weil sie eher symbolischen Charakter haben und als Weckruf oder Erinnerung dienen.


    Kommen wir dazu, welches Verhalten du sanktionieren möchtest:

    - Konditionsübungen werden nicht richtig gemacht/gar nicht erst versucht (v.a.Ausdauer-, Kraft- und Stabilisationsübungen) -> Zwingen bis es klappt?

    Hmm.. Konditionsmängel dürften sich ja im Spiel zeigen. Ich weiß nicht mal, ob ich da im Training, wenn sie es nicht richtig machen, zur Strafe greifen würde. Ich würde sie auf jeden Fall darauf hinweisen, was sie nicht richtig machen und dass es mich nicht wundern würde, wenn ihnen das Spiel gegen Ende schwer fallen wird. Wenn es ein aktuelles Beispiel aus der Bundesliga gibt, würde ich wahrscheinlich auch mal darauf verweisen. Und vielleicht würde ich sie im Spiel eben nicht auswechseln, wenn sie beginnen abzubauen, sondern sie gezielt auf dem Platz lassen. Ggf. könnte man auch die Zahl der Auswechselspieler mutwillig reduzieren, so dass jeder Spieler mehr Zeit auf dem Platz verbringen muss. Wenn sie dann völlig abgekämpft sind, kann man sie ja positiv zum Konditionstraining motivieren, indem man ihnen glaubhaft versichert, dass sie künftig weniger abgekämpft sein werden, weil man im Training gezielt etwas für ihre Kondition tun wird.


    Wie betreibst du denn Konditionstraining? Macht es auch zumindest ein wenig Spaß oder ist es eher öde?


    - Übungen werden so gemacht, wie man es will ( Statt Ball hochwerfen wird er meilenweit durch die Gegend gebolzt) -> Also Traineranweisungen werden absichtlich missachtet.

    Da könnte man recht einfach sagen, dass man erst dann fortfährt, wenn jede Gruppe soundsoviele erfolgreiche Versuche absolviert hat. Das muss aber dann natürlich auch zu schaffen sein. Wenn sie dann durch ihre Faxen die Übung nicht schaffen oder zu lange brauchen, dann ist der Rest des Trainings, vor allem das Abschlussspiel, dementsprechend kürzer.


    - Im Abschlussspiel lässt man immer den Sandkastenronaldinho aus (egoistisches Spielverhalten)

    Das kann man mit entsprechenden Provokationsregeln in den Griff bekommen. Ansonsten sollten sich die Spieler aber auch mal ausleben und ausprobieren dürfen, solange es nicht Überhand nimmt.


    - Absolute Lustlosigkeit, sobald man den Fußballplatz betritt, sodass es jeder Zuschauer aus 589543745m Entfernung merkt.

    Naja, wenn einer deutlich macht, dass er keine Lust hat, dann kann man auch seinem Wunsch entsprechen und ihn von der lästigen Pflicht befreien..


    - Gegenseitige Beleidigungen

    Hoppla, na, das geht gar nicht, da bin ich ausgesprochen empfindlich und achte darauf wie der sprichwörtliche Schießhund. Da muss es sofort eine Entschuldigung und eine deutliche Strafe geben, aber nur eine persönliche und keine, die das Opfer in irgendeiner Art beinhaltet -- ich möchte nämlich nicht, dass der Täter durch die Strafe das Opfer noch weniger leiden kann. Bei sowas könnte es von mir die Forderung nach sofortigen zehn Liegestützen oder einer schnellen Halbplatzrunde geben, nachdem ich kurz, aber deutlich angesagt habe, was da aber überhaupt nicht geht. Anschließend gibt es die Entschuldigung gegenüber dem Beleidigten und die Bestätigung mir gegenüber, dass es verstanden und akzeptiert wurde.



    Wie handhabt ihr sowas, wenn das einer bei euch macht? Oder noch schlimmer: Wenn 75% der Mannschaft so drauf sind? Wie kriegt ihr Disziplin in eure Truppe oder sorgt dafür?

    Hatte dazu nicht neulich @Sir Alex einen guten Beitrag geschrieben?

    Interessanterweise kann ich all meinen Vorrednern zustimmen. Am wichtigsten bleiben individualtechnische und -taktische Inhalte. Aber auf gruppentaktische Basiselemente, wie z.B. das Verteidigen zu zweit oder das gegenseitige Absichern in der Defensive, oder der Doppelpass und das Hinterlaufen in der Offensive, wird man nicht verzichten können. Man kann sicherlich der Mannschaft auch mal an der Taktiktafel erklären, wie man sich so das Verhalten der Gesamtmannschaft in Offensive und Defensive vorstellt, oder auch z.B. beim eigenen Spielaufbau sowie bei dem des Gegners. Aber man führt keine mannschaftstaktischen Trainingseinheiten durch, übt auch keine festgelegten Spielzüge, Kombinationen oder Laufwege ein.

    Ganz sicher entspricht es nicht meinen Idealen, alle Spieler bis auf einen Stürmer hinten rein zu stellen und dann nur mit langen Bällen auf ihn spielen zu lassen. Aber ich habe im zweiten E-Jugendjahr meine damalige insgesamt mittelmäßige Mannschaft aber in einem Spiel ganz bewusst sehr defensiv aufgestellt und halte das auch nach wie vor für die damals richtige Entscheidung. Wir spielten gegen die unumstritten stärkste Mannschaft in der Gruppe, sie war zum damaligen Zeitpunkt, da bin ich mir ziemlich sicher, ziemlich eindeutig die stärkste Mannschaft im ganzen Kreis. Eine Woche zuvor hatten wir gegen sie im Pokal gespielt und ich hatte hier im Forum Rat gesucht. Das dann von meiner Mannschaft offen geführte Spiel ging 2:18 verloren, mein Team war chancenlos und wurde regelrecht vorgeführt. Als wir eine Woche später wieder auf sie trafen, schlug ich der Mannschaft daher eine deutlich defensivere Spielweise vor, nämlich einen Tannenbaum mit vorgezogenem Stürmer. Sie sollten sich, wenn die Gegner in Ballbesitz waren, fallen lassen, bis die hinteren drei Spieler am eigenen Strafraum angekommen waren, die zwei Spieler davor besetzten die Halbpositionen, so dass diese fünf Spieler einen Keil vor unserem Strafraum bilden sollten. Wir wollten es bewusst dort eng machen, damit die unheimlich spielstarken Spieler der gegnerischen Mannschaft sich da nicht so einfach durchkombinieren können, wie sie es eine Woche zuvor vielfach getan hatten. Hätten wir das auf dem gesamten Feld probiert, so hätten sie uns einfach ausgespielt -- so viel Laufarbeit, ständiges Mitdenken, -gucken und -laufen, sowie Disziplin, wie dazu notwendig gewesen wären, hätten meine Spieler niemals aufbringen können.


    Unsere Offensivtaktik bestand dann darin, den Ball nach der Eroberung zum Stürmer zu spielen, der versuchen sollte, ihn zu halten und mit Hilfe der zwei Mittelfeldspieler einen Gegenangriff zu starten. Die übrigen drei Spieler sollten eher zurück bleiben und sich als 2-1, also in einem Dreieck formieren, um den stets zu befürchtenden nächsten Angriff vom Zentrum fern halten und bremsen zu können.


    Wir hatten natürlich nicht gehofft, das Spiel gewinnen zu können. Wir wollten es nur durchstehen und nicht so schlimm untergehen wie bei der vorherigen Partie. Die Zahl der herausgespielten Gegentore aus dem torgefährlichsten Bereich, also zentral und kurz vor dem Tor, sank tatsächlich gegenüber dem vorherigen Spiel drastisch auf vielleicht noch drei oder vier. Die übrigen gegnerischen Treffer, insgesamt waren es neun, waren Distanzschüsse, die ich durchaus einkalkuliert hatte, weil sich unser Team ja so weit zurück zog, oder Abstauber. Bei zwei oder drei Distanzschüssen sah unser Keeper leider auch nicht gut aus, die hätte er an einem anderen Tag ganz sicher gehalten. Die Offensivtaktik ging leider deutlich schlechter auf, das lag aber in erster Linie an den Stürmern, die teilweise damit überfordert waren, den Ball lang genug zu halten, und zum anderen Teil kam diese Spielweise ihren Vorlieben auch nicht entgegen. Immerhin konnten wir noch den Ehrentreffer erzielen.


    Was ich damit sagen will ist, dass bei einem deutlichen Leistungsunterschied der unterlegenen Mannschaft nicht zum Vorwurf machen sollte, wenn sie eher versucht, den Schaden zu minimieren als mit wehenden Fahnen und ins offene Messer laufend unter zu gehen. Wenn die überlegene Mannschaft eine eher defensive Einstellung ihrer Gegner kritisiert, so kann das dann auch schnell arrogant und überheblich wirken.


    In allen übrigen Spielen hat mein Team damals offen mit gespielt, inklusive Rotation und allem Pipapo. Nur in diesem einen nicht, welches ich übrigens auch niemals z.B. als Freundschaftsspiel vereinbart hätte. Aber es war halt ein Pflichtspiel, was willste machen? Sie waren halt in der falschen Gruppe, das ist hier im Kreis mit den vererbten Spielklassen halt so.

    Ich hatte ja gedacht, dass die ganze Chose ja doch wieder im Sande verläuft, aber das Thema scheint derzeit ja tatsächlich stärker hoch zu kochen als bisher. Da bin ich also sehr gespannt darüber, wie die weitere Entwicklung aussehen wird. Über die Meldung auf Spiegel Online, dass Russland die USA für die Verhaftungen im vorliegenden Fall kritisierte, musste ich jedenfalls schon schmunzeln.

    betreuer72: Ach so, ich dachte, es sei stets der selbe Trainer. Ich weiß jetzt nicht mehr, welche deiner Klagen sich auf die F- und welche sich auf die G-Jugend bezogen, es ging bei dir ja auch mal um die ältere, mal um die jüngere Tochter. Aber überwiegend war das, wovon du berichtet hast, ziemlich negativ, und nun ja schon seit einiger Zeit. Ich wundere mich deshalb darüber, dass Ihr noch nicht die Konsequenzen gezogen habt.

    @betreuer72, ich verstehe immer weniger, warum Ihr Eure Mädels bei diesem Verein und diesem Trainer lasst.


    @Spieler-papa, Ihr könnt sicher das Gespräch mit dem Trainer suchen. Allerdings kommt es selten gut an, wenn man mit der Tür ins Haus fällt uns vor allem Kritik übt. Das klingt dann schnell nach Anspruchsdenken, worauf die meisten Trainer, die ja auch überwiegend ehrenamtlich tätig sind und jede Menge Zeit und Mühe investieren müssen, nicht sonderlich aufgeschlossen reagieren. Ihr könnt aber im Gespräch heraus bekommen, was die Ziele des Trainers sind, wie seine Vorstellungen so aussehen und wie er sie zu erreichen bzw. umzusetzen gedenkt. Ihr erfahrt das dann auch direkt von ihm und seid nicht auf Mutmaßungen aufgrund Eurer Beobachtungen angewiesen, welche sich im Übrigen wahrscheinlich ja hauptsächlich auf Spiele und Turniere konzentrieren -- das ist aber nur ein Teil dessen, was Euer Kind erlebt, und auch einer, der sich vom Training deutlich unterscheidet.


    Kommt Ihr dann zu dem Schluss, dass die An- und Absichten des Trainers sich nicht mit Euren Vorstellungen decken, dann müsst Ihr Euch überlegen, ob Ihr Eure Tochter bei ihm lassen wollt oder nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass er sich bzw. seine Meinungen ändert, würde ich nicht zu hoch ansetzen, darauf zu hoffen wäre in meinen Augen ziemlich fahrlässig.


    Ach, übrigens, sein Vorgehen halte ich persönlich für einen ziemlichen Mist. Aber ungewöhnlich ist es, leider gerade bei den Jüngsten, ganz und gar nicht, denn in dieser Altersklasse ist die Quote der unerfahrenen und ahnungslosen Trainer am größten.

    Ja, klingt mehr nach einer Zerrung, also nach der Schädigung von Sarkomeren oder Myofibrillen, ohne dass bereits ganze Muskelfasern oder gar ein ganzes Muskelbündel gerissen sind. Siehe zur Unterscheidung z.B. [url='http://www.apotheken-umschau.de/Muskelfaserriss']die Apothekenumschau[/i] oder Wikipedia. Diese Härchen oder Fasern dürften die Filamente sein.


    Jaja, wenn ich mich recht erinnere, war das bei uns damals Stoff im Biounterricht in der neunten Klasse. Ich glaube, im selben Jahr haben wir auch durchgenommen, wie die Übermittlung von Nervenbotschaften funktioniert. Lang ists her...

    Nö, zu dritten Mannschaften gibt es keine spezielle Regelung in der FPL. Die FPL beinhaltet nur drei (zusätzliche oder verändernde) Regeln, die das Spiel selbst betreffen. Zur Organisation eines Turniers sagen sie nichts.


    Wenn man aber in den FPL-Regeln danach sucht, wo sich eine Mannschaft während des Spiels zweier anderen Mannschaften aufhalten sollte, so müsste man sie den Zuschauern zurechnen, so dass sie sich in der Fan-Zone aufhalten müssten. Diese umfasst ja typischerweise sämtliche Bereiche, die einen Mindestabstand zum Spielfeld haben.


    Aber, wie gesagt, bei einem Kinderturnier würde ich meine Reaktion davon abhängig machen, wie sie sich dort verhalten. Wenn sie nicht stören, würde ich sie dort lassen. Wenn das dann Überhand nehmen und doch stören sollte, kann man als Turnierleitung das immer noch grundsätzlich verbieten und dann auch darauf achten. Das sollte, denke ich, kein Problem sein.

    @betreuer72, welche Kinder waren es denn, die sich da hinter den Toren aufhielten?


    Die Regeln der FPL gehen ja von einem Spiel aus. Was den Aufenthaltsort von Personen angeht, so gibt es da drei Gruppen:

    • Die gerade aktiv am Spiel beteiligten Spieler befinden sich auf dem Platz.
    • Trainer und Auswechselspieler befinden sich in der Coaching-Zone.
    • Zuschauer halten sich in der Fan-Zone auf.


    Dabei befindet sich demnach niemand direkt hinter dem Tor. Auswechselspieler würde ich als Trainer in die Coaching-Zone holen, denn von dort aus kann ich sie einwechseln. Und dort können sie sich, wenn es ihnen zu langweilig ist, dem Spiel ihrer Kameraden zu folgen, auch mit dem Ball beschäftigen und ich habe sie trotzdem "griffbereit", wenn ich sie dann einwechseln möchte.


    Da es hier um ein Turnier ging: wenn Spieler einer dritten Mannschaft sich hinter einem der Tore versammeln, so käme meine Reaktion darauf an, was sie dort tun. Wenn sie den Torhüter oder andere Spieler ablenken, oder das laufende Spiel stören, würde ich sie bitten, sich zu entfernen. Wenn sie sich dort aber z.B. in gesitteter Manier aufwärmen, und es dafür keinen genauso gut geeigneten und zumutbaren Platz gibt, würde ich sie dort lassen. Und wenn sie das Spiel verfolgen und einen gewissen Mindestabstand zur Auslinie einhalten, so würde ich sie auch dort lassen.

    @Sir Alex, du hast mit deinen Ausführungen absolut Recht. Um den RAE wirksam und nachhaltig zu bekämpfen, würde es natürlich nicht reichen, nur ältere und Auswahlmannschaften mit entsprechenden Gegenmaßnahmen zu versehen. Denn, wie du sagst, beginnt der Prozess, der später zum RAE führt, bereits mit dem Eintritt in den organisierten Fußball. Die schwächeren Kinder eines Teams, und dazu zählen nun einmal, wenn es auch stets Ausnahmen gibt, verstärkt auch die jüngeren, können in ihrer Mannschaft weniger glänzen und haben nahezu zwangsläufig auch weniger Erfolgserlebnisse als ihre stärkeren, häufig auch älteren Mitspieler. Das wirkt sich auf das Selbstbewusstsein und das Selbstverständnis sowohl als Fußballer als auch als Teil der Mannschaft aus, diese Kinder treten häufig ins zweite oder dritte Glied, agieren in der Folge weniger mutig und zeigen weniger Initiative. Man muss befürchten, dass sie auch geringere Fortschritte machen. Es reicht also nicht aus, nur NLZ und U-Auswahlmannschaften RAE-dämpfende Maßnahmen anzugedeihen, denn wenn die Spieler dort ankommen, hat sich der RAE bereits auf ihre tatsächliche relative Leistungsstärke ausgewirkt, sprich: dann sind die Dezemberkinder im Schnitt tatsächlich schwächer als die im Januar geborenen.


    Das heißt aber ja nicht, dass es falsch wäre, den RAE zu bekämpfen. Man müsste aber vielmehr diesen Kampf mit geeigneten Maßnahmen bis in den Kinderbereich hinunter und auch flächendeckend austragen. Mir ist völlig klar, dass das kein leichtes Unterfangen wäre.

    Die Auflösung von U23-Mannschaften hat doch nichts mit dem RAE-Effekt zu tun, oder? Ich kann zwar nur für Eintracht Frankfurt sprechen, bzw. für sie nicht wirklich, da habe ich aber die Meldungen rund um die Auflösung der U23 gelesen. Und die Gründe für die Auflösung der U23 sind wohl hauptsächlich wirtschaftliche: die U23 kostet Geld, aber kaum ein Spieler kommt über die U23 in den Bundesligakader. Die Nachwuchsspieler, die es in den Bundesligakader schaffen, kommen direkt aus der U19 dort hinein. Ich vermute, dass diese Überlegungen für einige der anderen "Vereine", die ihre U23 auflösen, letztlich auch der Grund für diese Entscheidung sind. Das Wort Vereine habe ich hier übrigens bewusst in Anführungsstriche gesetzt, denn die wenigsten Bundesligamannschaften laufen ja für einen Verein auf -- ist da der HSV nicht sogar der letzte Mohikaner, was in dessen Umfeld aber auch heiß diskutiert wird. Die meisten Vereine haben die Profimannschaft doch in eine andere Gesellschaftsform ausgelagert, sei es eine GmbH oder eine AG. Da sind die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen dem e.V. und der Profiabteilung wahrscheinlich ganz unterschiedlich gestaltet.


    Zum RAE: Je stärker man sich in den Wettbewerb der U-Mannschaften begibt, desto ausgeprägter dürfte sich der RAE niederschlagen. Zunehmende Selektion bzw. ein immer kleineres Verhältnis von Spielern in der Mannschaft zum Gesamtumfang des Pools, aus dem selektiert werden kann, müsste den RAE eigentlich erhöhen. Insofern dürfte er bei Jugendnationalmannschaften am deutlichsten ausgeprägt sein, da dort ja nochmal (zum allergrößten Teil) aus den bereits selektierten Spielern der NLZ ausgewählt wird. Ich denke, solange man Uxy-Wettkämpfe austrägt und der Erfolg in Form von Siegen bei diesen Wettkämpfen die entscheidende Rolle spielt, wird es den RAE weiterhin geben.


    Ich weiß nicht, ob der RAE für die Profivereine (ich bezeichne sie der EInfachheit halber jetzt doch mal so) und den DFB tatsächlich ein drängendes Problem darstellt. Wenn ich mir ansehe, wie viele Spieler für die Bundesligakader und die Nationalmannschaft benötigt werden, so ist die Auswahl doch bereits jetzt recht üppig.


    Nachtrag: das soll jetzt übrigens nicht heißen, dass ich ddas Vorhandensein des RAE entschuldigen möchte. Von meinen Überzeugungen bin ich schon viel eher bei TW-Trainer, alleine schon aus Gründen der Chancengleichheit finde ich es erstrebenswert, dass versucht wird, dem RAE entgegen zu wirken. Aber so wie das System ist, gibt es ihn zwangsläufig, und die Auswirkungen haben vor allem die nicht berücksichtigten Spieler zu tragen. Die etwas weniger talentierten oder in der zwischenzeitlichen Entwicklung akzelerierten Spieler profitieren hingegen davon. Für die NLZ und den DFB ist das Resultat unter dem RAE vermutlich aber nicht viel schlechter als es das wäre, wenn er nicht zum tragen käme.