Beiträge von tobn

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    Nur mal der Vollständigkeit halber: ich bin mir ziemlich sicher, dass Björn meine Anmerkungen nicht als Kritik an seinem Training aufgefasst hat. Stimmt doch, oder?


    PS: Schöne Grüße an deine (älteste) Tochter und den Werder-Fan von gegenüber.

    Warum stellst du nicht gegenüber vom Tor ein zweites Tor auf. Dann hast du einen Rundlauf und doppelt soviele motivierende Torschüsse

    Diese Frage verstehe ich nicht. Er hat doch einen Rundlauf. Und nach jedem Durchlauf des Parcours hat das Kind einen Torschuss.


    Man kann sowas übrigens schon auch ohne Torwart machen. Ich führe z.B. gerne einige der Schnelligkeitsübungen der MFS durch, da treten dann oft zwei Kids gegeneinander an, die dann aufs selbe leere Tor schießen -- da das nächste Spielerpaar aber gleichzeitig und erst nach meinem Kommando startet, ist da praktisch immer das Tor schon geräumt, wenn sie zum Schuss kommen. Um die Standzeiten kurz zu halten, müssen die Gruppen da eher klein sein, ich würde sagen maximal zweimal vier, also acht Spieler. Da es keinen Torhüter gibt, zählt da dann erst mal jeder Treffer, und der erste noch einen mehr. Manchmal stelle ich auch zwei Stangen ins Tor, dann zählen Tore zwischen Stange und Pfosten mehr als ein Treffer in der Mitte.

    Danke für dein Verständnis, Sir Alex. Den bisher von mir trainierten Spielern wäre das für diese Dauer zu monoton. Nicht falsch verstehen, ich finde den Aufbau richtig gut und möchte ihn baldmöglichst auch mal anwenden. Deshalb habe ich gestern auch eine Wendetechnik zum Thema gemacht, diese wird jetzt noch ein- bis zweimal geübt und dann baue ich Zodiaks Parcours mal nach. Aber ich denke, ich werde das auf 2 x 10 min beschränken (oder vielleicht 4 x 5 min). Aber Zodiaks Truppe kommt ja scheinbar gut damit klar. Bei meiner würde wahrscheinlich nach der Hälfte der Zeit die Unruhe völlig übernehmen und den weiteren Verlauf sowohl für die Kids als auch die Trainer sehr anstrengend werden lassen. Das hat ja auch etwas damit zu tun, wie lange die Kids sich konzentrieren können und eben der Anstrengung, die mit den Technikübungen verbunden sind.


    Was das Abschießen anbelangt, so gehört es sicherlich zum Fußball dazu, auch mal vom Ball getroffen zu werden, und ja, ich sehe es auch so, dass der Spieler, der gerade geschossen hat und dann zum Tor läuft, auch dafür verantwortlich ist, auf den Ball des ihm folgenden Spielers zu achten. Wenn aber in so recht kurzer Folge aufs Tor geschossen wird wie auf Zodiaks Video würde ich den Kids zumindest empfehlen, nach dem Schuss im Bogen (oder auch rückwärts) auf das Tor zu zu laufen, einfach um die Gefahr zu verringern, abgeschossen zu werden. Und ich würde wahrscheinlich auch einen Torhüter einsetzen, das kann dann entweder ein Spieler für eine bestimmte Anzahl an Runden sein, oder jeder Spieler geht nach seinem Schuss ins Tor -- wenn der Takt so hoch ist, dass der Wechsel des Torhüters dann zu Verzögerungen führt, kann man da ja einen gewissen Versatz einbauen, z.B. in der Form, dass jeder Spieler nach seinem Schuss zum Tor läuft, wo mindestens einer bereits darauf wartet, als nächster ins Tor zu gehen. Nachdem man dann einen Schuss aufs Tor bekam, verlässt man das Tor gleich wieder.


    Gestern musste ich übrigens feststellen, dass ich meinen Kids einige Grundregeln des Anstellens in der Schlange noch mal erklären muss. Vordrängeln ist das eine. Aber gestern kam es wohl vor, dass ein Spieler seine besseren Freunde vor sich in die (leider und zugegebenermaßen auch etwa zwei Kinder zu lange) Schlange rein gelassen hat. Das kenne ich zwar von der Schlange vor dem Kiosk im Freibad, beim Training habe ich es aber zum ersten mal erlebt..

    Ein Ansatz zur Bekämpfung des RAE könnte natürlich sein, das Jahr weiter zu unterteilen, bspw. in Trimester oder Quartale, und mehrfach im Jahr durch zu schieben. Das würde natürlich auch bedeuten, dass die Mannschaftszusammensetzungen sich alle drei oder vier Monate ändern. Aber es käme jeder Spieler in den "Genuss", für einen Teil des Jahres zu den jüngeren, dann den mittleren und schließlich den älteren zu gehören. Das würde natürlich aber bedingen, dass die Trainingspläne der Mannschaften recht eng aufeinander abgestimmt sind. Gegebenenfalls wäre es sogar sinnvoll, den Spielplan anzupassen und die Saison zu verkürzen, sonst wären die Spieler in den einzelnen Saisonphasen ja doch immer wieder in der selben Altersgruppe. Damit meine ich, dass, mal angenommen man würde das Jahr in Trimester aufteilen, eine Saison jeweils zwei Trimester lang ist, so dass das Saisonende im ersten Jahr am Ende des zweiten Trimesters stattfindet, die nächste Saison nach dem ersten Trimester des zweiten Jahres und schließlich die dritte Saison am Ende des zweiten Jahres.


    Mir ist klar, dass das eine tiefgreifende Änderung wäre, und mit vielen organisatorischen Umstellungen verbunden. Die Verweilzeit der einzelnen Spieler in einer Mannschaft und bei einem Trainergespann bliebe allerdings gleich, die Mannschaftszusammensetzung würde sich halt öfters ändern. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass dieses System funktionieren würde. Aber so war das Konzept auf der Grundschule, auf die ich ging, und da hat es damals, wenn ich mich recht erinnere, sehr gut geklappt.

    Ich finde holzis Tipps gut. Tröstet sie, erklärt ihr, dass es halt auch mal solche Tage gibt, an denen gar nichts so richtig funktionieren will, und dass man sich nach solchen Tagen halt auch richtig bescheiden fühlt. Aber es gibt ja immer wieder die nächste Chance. Und was die Torschüsse anbelangt, so ist es ja so, dass nur der, der aufs Tor schießt, es auch treffen kann. Insofern soll sie das unbedingt weiter machen, das Ding geht schon noch wieder rein.


    Unser Sohn war auch immer sehr leidenschaftlich beim Spiel dabei und hat in der F-Jugend ein paar mal den Platz mit völlig versteinerter Miene verlassen und sich in irgendein den Platz umgebendes Gebüsch begeben, wenn das Fass der Anspannung überlief oder es eine aus seiner Sicht richtig miese Situation gab. Ich erinnere mich da z.B. noch daran, dass er mal einen hohen Ball zum Torhüter zurück spielen wollte und nicht mitbekommen hatte, dass dieser aus dem Tor heraus auf ihn (und den Ball) zu kam. Tja, der Ball ging in einem richtig schönen Bogen über den verdutzten Torwart hinweg ins eigene Tor. Jeder hat gesehen, was für ein Missgeschick das war, die gesamte Elternschaft blieb totenstill, es war fast etwas unwirklich. Naja, das war dann in dem Moment zu viel. Er hat sich selbst auch immer sehr unter Druck gesetzt, und wenn es dann nicht so lief und der Gegner vielleicht sogar noch etwas unfair gespielt hat oder ein bisschen gehässig war, dann konnte er damit nur sehr schlecht umgehen. Im Endeffekt hilft da vor allem viel Geduld. Und vielleicht die eine oder andere Anekdote aus der eigenen Erfahrung, mit der man dem Kind deutlich machen kann, dass man da schon durch kommt und es einem auch wieder gut gehen wird.

    Ja, Grätsche, an deinen Erlebnissen erkennt man die Notwendigkeit, die Eltern auf Abstand zum Spielfeld zu halten. Diese Maßnahme nimmt ganz deutlich viel Anspannung und Hektik aus dem Spiel.


    Was nun die schwierigen Charaktere und die voraussichtlichen Probleme mit ihnen anbelangt, nun, da ist es die gemeinsame Sache der Trainer, dafür zu sorgen, dass die Kinder ein schönes Fußballspiel erleben. Sie müssen sich da zusammen raufen und es kann halt nicht mehr jeder nur die Interessen seines Teams vertreten, sondern es müssen beide den Erfolg des ganzen Spiels im Sinn haben. Da muss dann der sonst eher zurückhaltende Trainer halt auch mal seinen Mann stehen. Und wenn es nicht anders geht, dann muss man halt auch zum Schutz der eigenen Mannschaft die Konsequenzen ziehen, wie Kalinka es ja zum Schluss seines letzten Beitrags schreibt. Ich würde übrigens nicht das Spielfeld verlassen, denn als Verursacher eines Spielabbruchs wird einem ja der schwarze Peter zugeschoben und man wird auch noch bestraft. Stattdessen würde ich alle meine Spieler an die Seitenlinie rufen, wo sie dann zwar auf dem Spielfeld bleiben, sich aber auf den Boden setzen und das Spiel einstellen. Da wird der gegnerische Trainer aber blöd gucken, da bin ich mir sicher.


    Wobei ich glaube, dass das eigentlich nie notwendig sein wird, wenn man entsprechend mit dem anderen Trainer umgeht. Damit meine ich, dass man bereits vor dem Spiel den Kontakt sucht, ihn begrüßt, ein bisschen plaudert, usw. Und dann sollte man sich während des Spiels natürlich nebeneinander stellen und das Spiel tatsächlich gemeinsam leiten. Für viele Trainer ist das zwar ungewohnt, aber sie können es.

    Hmmm , als Alternative wäre hier in Hamburg die Teilnahme an den vom FC St. Pauli ausgerichteten Funino Turnieren und zusätzlich von Freundschaftspielen.Keine Ahnung.

    Geht es bei dir um die G2-Jugend? Dann würde ich ganz sicher funino-Turniere dem Regelspielbetrieb, an dem mutmaßlich im 6+1 gespielt wird, vorziehen. Gar keine Frage, wie sehr ich mir diese Möglichkeit für meine Kids wünschen würde...


    Ich glaube halt das, entweder der Stärkere entscheidet, oder das es unnötig lange Diskussion gibt , was auf Kosten der Spielzeit geht.

    Das hängt entscheidend von den Trainern ab. Natürlich wird es in der Anfangsphase sowas geben, aber es liegt eben an den Trainern, einerseits dafür zu sorgen, dass die Kids den Mund aufmachen und sich nicht ständig übervorteilen lassen, und andererseits auch dafür, dass sie nach und nach die Spielregeln immer besser beherrschen und schwierige Situationen einschätzen lernen. Mit der Zeit muss man dann immer weniger eingreifen und das Spiel läuft ganz überwiegend wie von selbst. So ist das zumindest in den FPL-Spielen, die ich bisher gesehen habe.


    Die Tugenden , die durch das Spielen ohne Schiri vermittelt werden sollen sind eigentlich alles Sachen die die Kinder auch von anderer Seite vermittelt bekommen sollten .

    Natürlich. Sie werden maßgeblich im Training vermittelt, das Spiel ist dann die Probe aufs Exempel. Wobei man das Spiel ja durchaus auch nutzen kann, um nachzujustieren..


    Nun ja, ich bin kein unfairer Spieler und ich bin Verteidiger und ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, das ich nicht mal ein Bein stehen lassen würde oder mal am Trikot zerre. Das passiert aber reflexartig und ich würde das nie trainieren lassen, falls Du das meinst.

    OK, die Dinge, die du nennst, sind ja solche, die du dir über die Zeit angewöhnt hast, zum Teil auch weil sie einfach üblich sind. Aber möchtest du sie auch in F- und E-Jugend schon sehen? Bist du dir nicht auch darüber im Klaren, dass es sich bei diesen Aktionen um Regelverstöße handelt, die eigentlich alle mit einem Freistoß für den Gegner geahndet werden müssten? Es ist doch auch unsere Aufgabe, den Kindern beizubringen, sich an Regeln zu halten und sie zu akzeptieren, zu begreifen, dass Fußball nur dann Spaß macht, wenn sich alle an die Regeln halten. Und die FPL ermächtigt sie dazu, selbst dafür zu sorgen, dass die Regeln eingehalten werden.


    Ich habe mal bei Stand von 1:2 gegen uns auf das gegnerische Tor geschossen und ein Gegner blockt ab, der Schiri pfeift Elfer wegen Handspiel, Gegner protestiert ich geh zum Schiri und sage kein Handspiel, ich fühlte mich toll bis zum Gang in die Kabine wo ich von meiner Mannschaft mal so richtig ausgezählt wurde.

    Was 'ne Truppe von Idioten, ehrlich gesagt. Du hast das vollkommen richtig gemacht. Wenn es kein Handspiel war, dann wäre der Elfmeter ermogelt gewesen, zumindest dann, wenn du dir ziemlich sicher warst, dass es keiner war. Wie sahen denn das deine Mannschafts-"Kameraden"?


    Ich habe wahrscheinlich genau wie viele andere einen Engel und einen Teufel auf der Schulter sitzen und nicht immer gewinnt der Engel, wobei ich meinen Kindern eigentlich immer erkläre das der Engel gewinnen muss, aber Trainer sein und Spieler sein unterscheidet sich da doch schon sehr.

    Hmm, das finde ich nicht. Natürlich ist man als Spieler noch mehr vom Geschehen ergriffen, man ist ja auch mittendrin und agiert unmittelbar, während der Trainer ja nicht direkt eingreifen kann, zumal er noch mehr das große Ganze sehen muss, während der Spieler ja nur für seinen eigenen Aktionsradius verantwortlich ist. Aber die Einstellung zur Fairness ist doch bei beiden vergleichbar, sie wirkt sich auch ähnlich aus. Als Spieler aber halt vor allem den anderen Spielern gegenüber, als Trainer eher der gesamten gegnerischen Mannschaft.


    Sehe ich genauso. Die FPL gibt es auf freiwilligen Basis jetzt seit 2 Jahren mit jeweils einer Staffel in den in Frage kommenden Jahrgängen, nun wurde ein Antrag für den Jugendverbandstag gestellt das es Pflicht wird, dieser wurde angenommen und mit einer Meldung auf der Webseite angekündigt. Das wars!

    Tja, das ist sicherlich, zumindest wie ich finde, zu wenig.. Bei uns gab es immerhin eine verpflichtende Schulung für alle G- und F-Mannschaften. Allerdings sind die Hälfte der F-Teilnehmer dann ja zum Saisonwechsel in die FPL-lose E hoch gegangen, während unten ja neue Trainer nachkamen, die keine FPL-Schulung mit gemacht hatten. Und ob diejenigen, die in den Schulungen saßen, auch diejenigen sind, die jetzt am Spielfeldrand stehen, wird auch nicht überprüft. Soweit ich es mitbekomme, läuft die FPL übrigens aber dennoch ziemlich reibungslos. Und zwar obwohl sie bei uns auch viele Trainer und Jugendleiter für ausgemachten Blödsinn hielten.


    Ich finde Die Veränderungen nicht marginal , sondern schon einschneidend, es gibt keine Tabellen mehr , es gibt keine Schiedsrichter mehr, es muss eine Fanzone abgesperrt werden.Marginal ist es nicht.

    Die Abschaffung der Tabellen hat nichts mit der FPL zu tun. Und sie ist eine absolute Notwendigkeit im Kinderbereich, wenn Ihr sie immer noch habt, dann ist es aber allerhöchste Zeit, dass das geändert wird. Ansonsten ja, es gibt keinen Schiri mehr, aber den braucht Ihr ja auch nicht wirklich. Was die Fanzone anbelangt, so würde ich mir darüber keine grauen Haare wachsen lassen. Ich habe noch nie mitbekommen, dass sie tatsächlich abgesperrt wurde. Wohl wird aber dafür gesorgt, dass die Eltern einen Mindestabstand zum Spielfeldrand einhalten. Das geschieht hier dadurch, dass kein Zuschauer auf den Platz darf und dass verkleinerte Spielfeld in Richtung Spielfeldmitte aufgebaut wird. In der F-Jugend wird z.B. das Feld seitlich durch die Mittellinie und den Sechzehner begrenzt, es ist auch genauso lang wie der Großfeldstrafraum. Dadurch ergibt sich von selbst ein Abstand von mindestens sechzehn Metern. Daher ist eine Kennzeichnung der Fanzone nicht notwendig.


    Ich habe keine Probleme ohne Tabelle und ohne Ergebnis zu spielen , [...]

    Nun, ein Ergebnis sollte es schon geben, genauso wie einen Sieger und einen Verlierer, das gehört schon dazu. Aber das Ergebnis hat nur an diesem Tag eine Bedeutung, für die nächsten Spiele ist es unerheblich.


    Nächstes Jahr ist noch freiwillig, also bleibt für meine Truppe ja nur die F-Jugend wo man dann halt mal 2 Jahre durch muss, vielleicht werde ich ja positiv überrascht.

    Deine letzte Aussage gefällt mir, zeigt sie doch, dass du ja doch dazu bereit bist, der FPL eine Chance zu geben. Wenn du magst, dann probiere es doch einfach mal in einem Freundschaftsspiel aus.

    das weiß ich manchmal auch nicht... ich persönlich vermisse beim Großteil einen gewissen Ehrgeiz. Will das nicht zu hoch hängen, aber wir hatten z.b. vor ein paar Wochen ein rundenspiel und der Gegner hat ohne Wechsler gespielt. Bei meiner Truppe kannst Du das vergessen, das sind zum Teil auch durch die Eltern verweichlichte Kinder.

    Hmm, OK, ich würde die Kids mal genauer beobachten und gucken, woran es liegt. Mangelnder Ehrgeiz kann oft als Ursache haben, dass man sich sowieso keine großen Chancen ausrechnet, wozu sich dann also anstrengen, wenn es bisher nie geklappt hat. Deshalb ist es wichtig, in ganz kleinen Teams spielen zu lassen, dabei sollte man auch regelmäßig die stärkeren wie die schwächeren Spieler unter sich spielen lassen. Denn gegen die stärkeren Spieler sehen die einzelnen schwachen ja kein Land, wohingegen sie gegen ihresgleichen durchaus bestehen können.


    Was deine Anekdote anbelangt, so ist es gar nicht so verkehrt, nur wenige Auswechselspieler zu haben, oder sogar gar keine. Da ist dann nämlich klar, dass es wirklich auf jeden einzelnen Spieler ankommt, da kann dann keiner nur so tun als ob und sich dann, wie immer, auswechseln lassen. In der jungen E hat das Team meiner Tochter mal ein ganzes Turnier in einfacher Unterzahl spielen müssen. Da sie 2x3:3 spielten, durfte dann einer der fünf Spieler die Mittellinie, die sonst kein Spieler überschreiten darf, das eben doch -- er (oder sie, je nachdem) war dann halt entsprechend viel unterwegs. Wenn ich mich recht entsinne, fehlten dazu noch die drei sonst stärksten Spieler. Die Sechse haben aber echt sensationell gespielt, so viel Einsatz hatte man von ihnen bis dahin noch nie gesehen. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch im Fußball gemacht: wenn die Spieler gemerkt haben, dass es auf jeden einzelnen von ihnen ankommt, dann haben viele von ihnen wesentlich mehr gebracht als sonst. Da gehört natürlich auch die positive Motivation des Trainers dazu, die ausdrückliche Bestärkung darin, dass sie was können.


    Beispiel: Habe Anfang des Jahres mal im Training extrem Zweikämpfe üben lassen (mach ich normalerweise nie, aber das ist die zweite große Baustelle). Ein Tag vor einem spiel ruft dann eine Mutter an, dass ihr Kind nicht spielen möchte... Da bist du als Trainer ne arme Sau...

    Wie hast du darauf reagiert? Hast du gefragt, warum es nicht spielen möchte? Ohne Vorwurf, meine ich, nur aus ehrlichem Interesse. Ich versuche bei solchen Gelegenheiten eigentlich immer, die Eltern in ein Gespräch zu verwickeln, um mehr über die Hintergründe zu erfahren, mir ein besseres Bild machen zu können. Aber auch, um zu erklären, wie ich das Training und das Spiel sehe, auch, um so ein bisschen über die Eigenschaften des Kindes zu reden und so. Was ich nicht wollte ist, dass ein Kind nicht zum Spiel kommen will, weil es Angst davor hat, oder ein ungutes Gefühl. Es soll Spaß machen. Klar, wenn man klar unterlegen zum Tabellenführer fährt, um sich eine Klatsche abzuholen, hat man davor Schiss, wie sollte das anders sein. Das sollte dann ja aber auch kein Tabu sein, ich finde, dass man damit rechnen sollte und das Thema offensiv angehen. Also den Kids erzählen, dass man selbst früher vor solchen Begegnungen auch Angst hatte. Dass man sich aber nur auf sich selbst konzentrieren sollte, darauf, was man kann, und das ist eine Menge. Und das zeigt man dann, und strengt sich sowieso die ganze Zeit an. Und nach jedem Gegentor steht es immer wieder in Gedanken null zu null und man konzentriert sich nur auf die aktuelle oder unmittelbar bevorstehende Aktion. Und wenn man am Ende sich selbst ehrlich sagen kann, dass man Alles gegeben hat, dann war es ein gutes Spiel. Nicht dem Eltern, dem Trainer oder den anderen Spielern, sondern sich selbst, denn sich selbst kann man nicht belügen. Wenn der Trainer aber sagt, dass es gut war, dann war es auf jeden Fall gut.


    Meine neue Truppe zeiht da mit, die wollen sich verbessern, meine aktuelle Truppe will nur ein wenig kicken...

    Ich habe auch ein paar solcher Kids in der Truppe. Ein paar sind schon länger dabei, ich bilde mir ein, dass man bei ihnen schon deutliche Verbesserungen sehen kann. Bei denen, die erst in dieser Saison angefangen haben, ist noch einiges an Arbeit erforderlich.. Ich bin aber davon überzeugt, dass das am besten darüber funktioniert, dass sie merken, dass es sie voran bringt, wenn sie sich anstrengen. Als Trainer müssen wir ihnen genügend Gelegenheiten dazu geben, sich diesbezüglich auszuzeichnen.

    Ich schrieb von reinem Sprinttraining ohne Ball.

    Jepp. Ich meinte meinen Beitrag auch eher als Ergänzung zu deinem, nicht als Widerspruch. Das Spiel in kleinen bis kleinsten Gruppen ist ganz wichtig und hinsichtlich des Problems des Thread-Erstellers auch sehr hilfreich.


    Die "kurzen Spurts" dienen doch nicht dem Selbstzweck, sondern sind Mittel zum Zweck (zum Ball, zum Gegner, vom Gegner weg). Mit einem Antritt den Ball erreichen, um ihn dann kontrolliert an- und mitzunehmen oder zu passen.

    Vollkommen richtig, deshalb nannte ich sie ja auch essenziell. :thumbup: Ich meine auch, dass kleine Kinder doch gerne mal so richtig rennen, einfach mal ausprobieren, wie schnell sie denn wirklich rennen können. Das macht doch auch Böcke!! Vor allem, wenn dann der Trainer daneben steht und Rennautogeräusche macht, wenn der Spieler an ihm vorbei schießt.


    Wie sind denn deine Erfahrungen mit isolierten Sprints im Zeitraum vor der Pubertät (Muskelwachstum)?

    Naja, ich führe ja keine Messungen durch, und selbst wenn, dann wüsste ich nicht, wodurch die Verbesserungen verursacht werden, denn die Kids werden ja mit dem Alter von sich aus schneller -- wie soll ich ermitteln, ob und inwiefern das Training eine weitere Verbesserung gebracht hat. Dazu bräuchte ich eine Kontrollgruppe und beide Gruppen müssten auch groß genug sein, um den Anforderungen der empirischen Forschung zu genügen. Mein vorrangiges Ziel ist es aber auch nicht, nur die Vmax der Kids zu verbessern. Ich möchte sie vielmehr dazu animieren, auf dem Platz Vollgas zu gehen und dann, wenn es sinnvoll ist, und das ist relativ häufig der Fall, eben nicht nur zu joggen, sondern ins Maximaltempo zu gehen. Viele Kids machen das überhaupt nicht, haben es nie kennen gelernt. Aber es ist, wie du ja schon sagst, ganz wichtig, um eben eher am Ball zu sein als der Gegner, oder um den Gegner abzuhängen, wenn man in den freien Raum startet, etc.


    In einem gewissen Rahmen kann man übrigens auch Kindern vor der Pubertät dabei helfen, im Sprint schneller zu werden. Ich selbst bin vom Lauftyp her Sprinter und habe das in Kindheit und Jugend auch gerne gemacht, zwar nie im Verein, aber man trifft ja ab und an auch mal auf kompetente Sportlehrer... Jedenfalls ist die Körper- und Laufhaltung ja nicht unwichtig. So neigen viele Kinder ja dazu, kerzengerade und mit ziemlich durchgedrückten Knien herum zu stehen oder über den Platz zu spazieren, wenn der Ball mehr als fünf Meter entfernt ist. Und auch, wenn der Ball auf sie zukommt, egal ob im Spiel oder bei einer Passübung, stehen sie nur (wieder ziemlich gerade) da und warten. Ich versuche ihnen zu vermitteln, dass man eigentlich permanent in Bewegung sein sollte, und wenn man aktiv wird, dann mit einem niedrigen Schwerpunkt und dem Gewicht auf dem Vorderfuß. Wenn man eine reine Sprintpendelstaffel macht, dann kann man auch noch nach und nach weitere Dinge erklären, also z.B. dass man in der Beschleunigung praktisch nur mit dem Ballen und den Zehen aufsetzt, dass man die Arme anzieht und zwar kraftvoll, aber eben mit kleinem Radius mit zieht, dass man nicht hin- und herpendelt und auch nicht den Kopf (vor zur Schau gestellter Anstrengung) in den Nacken fallen lässt, sondern stattdessen greifvogelartig das Ziel anvisiert und die volle Kraft und Aufmerksamkeit in jeden Schritt legt... Das kann man meiner Meinung nach auch mal isoliert ohne Ball machen, mal einfach zehn Minuten reines Sprinttraining mit individueller Korrektur. Zum Anfang rennt jeder einfach so, dann erklärt der Trainer ein bisschen was, vielleicht sogar schon die ersten Sachen, bevor alle Kids gelaufen sind, dann macht es der Trainer noch mal vor, vielleicht demonstriert er sogar mal den Start aus der Hocke, denn auch wenn er im Fußball nie vorkommt, so interessiert er viele Kids ja doch und ist ja auch ganz witzig, denn wenn man ihn richtig macht, dann bewegt man sich dabei ja direkt an der Grenze zum auf die Fresse fliegen -- da ist also durchaus was an Adrenalin dabei. :) Naja, und dann rennen sie alle noch einmal und der Trainer lobt bei jedem die deutliche Verbesserung. Sowas würde ich aber eigentlich nur einmal machen, vielleicht in abgekürzter Form bei einem weiteren Termin, damit die Kids, die beim ersten gefehlt haben, es auch erleben.


    Damit sich die Anstrengung, und das ist ja nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale, denn sie müssen ja auch ständig aufmerksam sein, sich lohnt, müssen sie dann aber auch oft genug den Ball bekommen, und da kommen die von dir angesprochenen Spiele in kleinen Gruppen wieder ins Spiel. Um wiederum zu vermeiden, dass sie zu sehr ermüden, wird regelmäßig und häufig ausgewechselt, üblicherweise bei jedem Tor. Das Spiel dazu nennt sich übrigens funino. ;)

    Eben habe ich aus Versehen die Untertitel aktiviert -- das ist ja hochinteressant. :P


    Ich glaube übrigens, dass zwanzig Minuten unseren Kids dabei zu lang wären -- ich bilde mir ein, dass man das bei Euren Spielern so ab der fünfzehnten Minute auch deutlich anmerkt. Ihr motiviert sie ja auch anschließend noch mal explizit.


    Außerdem hätte ich die Gruppen nach der Hälfte der Zeit die Seiten tauschen lassen, damit sie alle Techniken mit beiden Seiten ausführen müssen.


    Übrigens bin ich mir sicher, dass sich jede Menge Kritikpunkte finden ließen, wenn ich so mutig wäre und einen Teil eines meiner Trainings veröffentlichen würde.. :whistling:

    Ich kam eben erst dazu, mir das Video anzusehen. Ich finde es gut, habe jetzt aber erst mal bei 6:16 angehalten, ich kann mir durchaus vorstellen, diese Einheit auch mit unseren F-Junioren durchzuführen. Dazu muss ich ihnen aber noch alle der verwendeten Bewegungen beibringen -- mein Mittrainer, der die Jungs bis vor einem guten Jahr noch alleine trainierte, ist eher ein Abräumer der alten Schule und hat ihnen daher gar keine Tricks oder Wenden beigebracht. Inzwischen habe ich ihnen immerhin das Abkappen mit außen und innen, den Rivelino und den Übersteiger beigebracht.


    Mir ist übrigens sehr positiv aufgefallen ist, dass du dich eben um jeden Spieler kümmerst, da bekommt jeder von der Aufmerksamkeit des Trainers ab. Natürlich nicht bei jedem Durchgang, aber nach und nach eben halt doch jeder. Und jeder wird entsprechend seines Niveaus gelobt und korrigiert. Genau so muss das sein. Ein paar mal habe ich allerdings unweigerlich die Luft angehalten, weil die Kids ja gnadenlos auf das Tor bolzen, obwohl sich da gerade zwei Spieler nach dem Ball bücken und ein weiterer mit dem Rücken zu ihnen gerade dorthin spaziert... Ich würde wahrscheinlich versuchen, darauf hinzuwirken, dass die Schüsse erst erfolgen, wenn das Tor frei bzw. nur vom Torhüter besetzt ist. Ggf. könnte man das erreichen, indem der Schütze zum Torhüter für den nächsten Torschützen wird. Oder für den übernächsten, es also heißt: "Nach dem Schuss rennt ihr um die Stange herum (diese befände sich zwischen den weißen und den Starthütchen zum Torpfosten und werdet der Torwart, wenn der Spieler vor Euch das Tor verlässt. Jeder ist nur für einen Schuss im Tor." Das könnte sich aber störend auf den Fluss auswirken, weshalb man auch probieren könnte, sie einfach nur um die Stange und so im Bogen und damit außerhalb des Schussfeldes zum Tor zu laufen, um ihren Ball zu holen.


    Dabei fällt mir auf, dass ich unseren Kids auch mal sagen muss, dass sie, wenn sie einen Ball aus dem Tor holen, immer auch aufmerksam bleiben und gucken sollen, ob da jemand aufs Tor latzt. Zwar habe ich schon sehr deutlich gesagt, dass kein Spieler aufs Tor ballern darf, wenn sich da eine Gruppe von Kindern oder auch nur ein unaufmerksamer Spieler befindet. Aber es ist natürlich auch sinnvoll, wenn die Spieler, die ihre Bälle aus dem Tor holen wollen, dabei aufmerksam bleiben -- manchmal rennt ja auch einer unvermittelt rein, ohne dass der Schütze damit rechnet.. Oder sie laufen, wie bei dir, nach ihrem Abschluss in Spaziergängermanier und unter völliger Ausblendung ihrer Umgebung und halt als riesengroßes Hindernis, ins Tor...

    Ich würde durchaus E-Junioren, ja auch Bambini sprinten lassen, da heißt das dann halt "so schnell rennen wie Ihr könnt!" Das kann man auch wunderbar ins Aufwärmprogramm integrieren, bspw. bei einer Pendelstaffel. Auf den Schnelligkeits-DVDs der Münchner Fußballschule sind auch einige Einheiten dabei, die ich gerne auch mit F-Junioren mache. Da ist zum Abschluss auch i.d.R. der Ball dabei, oft wird er dem Spieler, nachdem er den Parcours durchlaufen hat, zugespielt, und er muss ihn dann unter Kontrolle bringen, ggf. auch noch einen Trick oder eine bestimmte Form der Ballannahme durchführen, und dann aufs Tor schießen. Gerade letzteres motiviert die Kids sehr. Und wenn man dann noch zwei Gruppen gleichzeitig den beiderseits des Tores aufgebauten Parcours gleichzeitig durchlaufen lässt und für den Spieler, der zuerst aufs Tor schießt, einen Sonderpunkt zusätzlich zu dem für das erzielte Tor vergibt, so ist da auch richtig Feuer drin.


    Kurze Spurts sind doch beim Fußball essenziell, wieso sollte man sie weg lassen?

    Wieso, nur weil ich das Stilmittel FPL nicht unterstütze, heißt das nicht zwangsläufig, das ich ungeeignet bin , Kindermannschaften zu trainieren

    Nein, das heißt es nicht, da stimme ich dir zu. Aber da die Spiele ein essenzieller Teil des organisierten Fußballs sind, könnte es besser sein, wenn du ihn in dieser Altersklasse auslässt, wenn dir die FPL-Regularien so sehr gegen den Strich gehen.


    Wie soll das gehen. ich kann ja wohl schlecht mit einer G-Jugend in der E-Jugend antreten?

    Natürlich müsste ein anderer Trainer deine jetzige Mannschaft übernehmen und du stattdessen eine ältere.


    All das was Du beschreibst, machen wir auch ohne FPL . die Elten dürfen beim Training und auch bei Spielen den Rasen nicht betreten, der Schiri wird in Ruhe gelassen und es wird im Training darauf geachtet , das man untereinander, aber auch mit dem Gegner fair umgeht.

    Na also, wo ist dann also der große Unterschied zur FPL? Bleibt doch nur noch der Schiedsrichter, oder? Und wenn Ihr es so gut schafft, den Schiri in Ruhe zu lassen und auf Respekt und Fairness gepolte Spieler habt, wo ist das Problem damit, dass der fehlt und sie selbstständig (und mit der Hilfe der Trainer) entscheiden?


    All das, einen gesunden Verstand vorausgesetzt funktioniert auch ohne das etwas von oben durchgedrückt wird.

    Ist das denn der eigentliche Stein deines Anstoßes? Dass dir etwas diktiert wird, das du für unnötig, ja vielleicht sogar als lästig empfindest?


    Niemals habe ich im Zusammenhang mit Fußball den Begriffe Schlachtfeld und Schlacht benutzt, [...]

    Das stimmt, aus deiner Bezeichnung der FPL als Weichspülliga schloss ich, dass du es auf dem Platz lieber etwas zünftiger hast. Findest du denn, dass man als Spieler auf dem Platz ruhig mal austesten sollte, wie weit der Schiedsrichter einen gehen lässt? Ernsthafte Frage jetzt, ich kenne durchaus ein paar ehemalige Fußball- und Handballspieler, die davon berichten, selber so verfahren zu haben.


    [...] für einige Gegner kann ich allerdings nicht sprechen, die lassen sich aber auch von einer FPL und deren Regularien nicht beindrucken, das diese leider meist sprachlich gar nicht in der Lage sind zu verstehen, was dort umgesetzt werden soll. An diesen Leuten und davon gibt es in der Großstadt zu viel wird auch eine von oben durchgeboxte Fair Play Liga vorbeigehen

    Nun, das ist, so meine Meinung, Aufgabe der Verantwortlichen im Kreis. Wenn sie damit überfordert sind, sollten sie die Möglichkeit haben, sich Hilfe vom Verband zu holen. Nicht nur ich habe schon mehrfach hier im Forum geschrieben, dass es eigentlich auch vor der Einführung der FPL mindestens eine verpflichtende Schulung aller Trainer der fraglichen Jahrgänge geben müsste, ich würde das ganze sogar noch etwas größer aufziehen. Und ich meine auch, dass die Einhaltung der FPL-Regeln stichprobenartig überprüft werden sollte -- ich denke da an anfänglich zwei oder drei Spiele pro Spieltag, später dann noch einer und gegen Ende der Saison vielleicht nur noch alle zwei Spieltage ein Spiel.


    Wer ist denn ein ungeeigneter Trainer, jemand wie ich , der die FPL ablehnt aber ansonsten den Fairplay Gedanken lebt und Kindgerecht trainiert oder wer soll aus dem Traineramt entfernt werden, Alternativen vorrausgesetzt?

    Mir fällt es schwer nachzuvollziehen, wie ein Trainer gleichzeitig in der Art, wie du es beschreibst, absolut als Kindertrainer geeignet sein kann, aber gleichzeitig die dann marginalen Änderungen der FPL ablehnen kann. Wenn du so ein guter Kindertrainer bist, was ich in keiner Weise in Frage stellen möchte, kommt dann nicht die FPL deinen eigenen Überzeugungen nahe, entspricht sie nicht in stärkerem Maße deinen Idealvorstellungen als der konventionelle Spielbetrieb? Ich meine heraus gelesen zu haben, dass du meinst, dass die FPL angesichts Eurer Realitäten zu einer Verschlechterung der Lage führt. Das kann ich nachvollziehen. Aber das liegt ja an den Vereinen, Trainern und Mannschaften, nicht an der FPL, oder? Stimmst du mir nicht darin zu, dass die FPL wunderbar funktioniert, wenn alle Beteiligten halbwegs vernünftig sind? Und ist es nicht auch so, dass sie "versagt", wenn das nicht der Fall ist, wenn also die Problemfälle auftauchen? Aber ist es denn nicht eigentlich eine gute Sache, dass dann auffällt, dass es mit diesen Subjekten nicht funktioniert? Ist es nicht sinnvoll, dass dann Spiele auch mal abgebrochen werden, dass es deutliche Beschwerden gibt, wenn einige meinen, die Regeln missachten zu können und ihr Gegenüber übervorteilen zu können? Wenn anstelle des Balles die grundlegenden Ideale des Fußballs mit Füßen getreten werden?


    Wenn man hier immer mal wieder liest, wie es in einigen Gegenden so zu geht, wäre es doch wünschenswert, wenn da mal deutlich wird, wie verkommen der Kinder- und Jugendfußball mancherortens tatsächlich ist.

    Ich habe mit unserem Sohn damals öfters mal auf der Straße einfach den Ball hin- und hergekickt, also in allen Variationen gepasst, aber auch mal dosiert hohe Bälle gespielt. Da wir in einer Sackgasse wohnen, haben uns da nur selten Autos gestört. Aber die Hecke, welche die Straße auf der einen Seite begrenzt, hat sicherlich ein Dutzend Bälle gekostet: Feuerdorn hat ganz fiese Stacheln..


    Ansonsten haben wir ab und an mal, und vor allem in Urlauben, einfach so Fußball gespielt, auf einem örtlichen Bolzplatz oder eben, wenn im Urlaub, auf demjenigen des Campingplatzes. Wenn man da zu zweit gegen andere spielt, kann man dem Filius auch so einiges an Spielverständnis vermitteln. Aber immer wohldosiert, verständlich und nie fordernd.


    Könnte ich es selbst, so hätte ich vielleicht auch einfach so zwischendrin mal mit ihm Jonglieren und Tricks gemacht, einfach nur die Bewegungsabläufe gezeigt und ihn mal machen lassen. Tricks machen den Kids nämlich viel Spaß. Man muss ihnen aber die Zeit geben, sie zu lernen, und dabei immer positiv bleiben. Überhaupt will man den Spaß des Kindes ja fördern, da sollte man immer darauf achten, dass es vorgibt, wie oft und wie lange man da was macht.


    Reine Dribbelparcours finden übrigens viele Kids langweilig, sie sind ja auch recht anstrengend, vor allem wegen der erforderlichen Konzentration. Deshalb kommt bei mir im Training zum Abschluss an einen Dribbelparcours auch immer ein Torschuss.

    Was bleibt mir anderes über, übernächste Saison ist es Pflicht, wenn ich bis dahin die Möglichkeit bekomme einen Jahrgang zu trainieren der mit dem Fair Play Liga Kram nichts mehr zu tun hat, wäre ich auch nicht traurig.

    Hmm, also, wenn das deine Einstellung zur FPL ist, dann wäre es mir persönlich lieber, wenn du die Jahrgänge, in denen nach FPL gespielt wird, als Trainer sein lässt und dich stattdessen um eine B-Jugend oder so kümmerst.


    Wahrscheinlich ist der Prozentsatz der Problem Spiele gleich, wage ich einfach mal zu behaupten und wenn dem so ist, kann man es gleich lassen.

    Was die kurzfristige Prognose anbelangt, so bin ich bei dir, da dürfte der Anteil der problematischen Spiele ähnlich sein, vielleicht sogar noch ein wenig höher, weil die FPL eben ungewohnt bis unbekannt ist, und die Trainer sie erst einmal kennen lernen müssen. Ich denke aber, dass bereits mittelfristig, und ganz sicher langfristig die FPL eine gute Sache ist, die, wenn richtig umgesetzt, dazu beitragen kann, dass es dem Kinder- und Jugendfußball in Deutschland künftig besser geht. Und darin liegt die Motivation, es eben nicht gleich zu lassen, sondern dran zu bleiben und den Kinderfußball weiter zu verbessern, z.B. auch indem man die Erfahrungen mit der FPL nutzt, um die Zahl der Probleme weiter zu reduzieren, also vor allem ungeeignete Trainer entweder auf die richtige Spur zu bringen oder, wenn das nicht geht, zu entfernen.


    Ich finde die FPL in 99 Prozent der Spiele unnötig und das restliche 1 Prozent kriegt man mit so einer Weichspül Liga auch nicht in Griff, bestätigst Du ja oben auch.

    Was hat denn FPL mit Weichspülliga zu tun?! Hier wurde sich beschwert, dass es in einigen FPL-Spielen härter zur Sache geht als in solchen mit Schiri. Nochmal: es geht bei der FPL darum, dass die unmittelbar am Spiel beteiligten, also Spieler und Trainer, verstärkt Verantwortung übernehmen. Sie können das nicht mehr auf den Schiedsrichter übertragen. Und die Eltern bzw. Zuschauer werden als Störgröße in ihren Einflussmöglichkeiten beschränkt. Mit Weichspülerei hat das überhaupt nichts zu tun, wohl aber damit, dass man kameradschaftlich und kooperativ mit seinem Gegner umgeht. Siehst du ein Fußballspiel etwa als eine Schlacht an und den Platz als Schlachtfeld?


    Nicht falsch verstehen, ich vermittle meinen Mannschaften Fair Play und mein Training ist Kinderfussball-Orientiert aber ich habe auf FPL ehrlich gesagt kein Bock.

    Wenn du dich so gar nicht damit anfreunden kannst, dann überspringe sie doch einfach.

    Jetzt hast du eine Ahnung davon, wie sich z.B. Marco Reus vor einem knappen Jahr fühlte. Und unzählige andere vor ihm.. Es ist blöd unf ärgerlich, aber halt nicht zu ändern. Das Problem ist, dass er, wenn er zu früh in die Belastung geht, also wenn die Zerrung noch nicht ausgeheilt ist, er tatsächlich einen Muskelfaserriss riskiert. Und dann muss er noch länger aussetzen.

    Das lernen Sie doch auch, wenn von Anfang an ein Schiedsrichter auf dem Platz steht und meiner Meinung nach viel besser.

    Nein, sie lernen das, wenn von Anfang an ein guter Schiedsrichter auf dem Platz steht. Nur gibt es davon viel zu wenige, es gibt bei uns sogar zu wenige Schiedsrichter, um Spiele unterhalb der D-Jugend mit Schiedsrichtern versorgen zu können. Da machen das also Laien, i.d.R. Väter oder Opas, die der Heimverein stellt. Die meisten von ihnen geben sicherlich ihr bestes, aber die Qualität ist natürlich sehr unterschiedlich..


    Die Logik warum mich ein Spiel ohne Schiri am besten darauf vorbereitet mal mit Schiedsrichter zu spielen , leuchtet mir nicht ein??

    Sie lernen es kennen, selbst Entscheidungen treffen zu müssen, selber schwierige und strittige Situationen klären zu müssen. Sie erfahren, dass das eben nicht immer so leicht ist, es aber sinnvoll ist, sich dann doch wieder zusammen zu raufen, damit man weiterhin das machen kann, was einem so viel Spaß macht, nämlich Fußball spielen. Wenn es gut läuft, sehen sie ein, dass es besser ist, ehrlich und fair zu sein und nicht stets nur den maximalen eigenen Vorteil zu suchen. Und sie akzeptieren Entscheidungen des Schiedsrichters hoffentlich eher, wenn sie erfahren haben, dass es eben nicht so leicht ist, permanent und in Sekundenbruchteilen Entscheidungen treffen zu müssen.


    Die Kompetenz zu vermitteln traue ich mir ohne weiteres zu, ebenso wie den willigen(ganz wichtig) Eltern zu vermitteln das der Impact einer Niederlage im Kinderfussball vergleichbar ist mit den Auswirkungen eines Ameisenpfurzes.
    Da brauche ich ein enges Korsett wie die FPL nicht wirklich

    Naja, ich behaupte, dass die FPL überhaupt kein Korsett ist, wenn man schon alles richtig macht... Verstehe das bitte nicht als versteckten Hieb auf dich, also als Unterstellung, dass du dann ja wohl nicht alles richtig machen kannst. So ist es nicht gemeint, sondern wirklich nur so, wie es da steht.