Beiträge von tobn

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    Um noch einmal auf vorherige Beiträge einzugehen. Was würdet Ihr denn machen, wenn Ihr gegen Mannschaften spielen müsstet, die 2-2-2 spielen, bei denen jeder Spieler fest auf eine Position festgelegt ist, immer der gleiche Torhüter und sogar der Kapitän immer der gleiche ist (es wurde schon von einem 7jährigen behauptet, dass er Führungsqualitäten hätte). Würdet Ihr darauf eingehen oder die Philosophie des Kinderfußballs zu 100% weiter umsetzen


    Ich würde es schon versuchen. Ich würde aber auch versuchen, zu analysieren, warum wir so hoch verlieren. In unserem letzten Spiel beobachtete ich, dass zu Beginn des Spiels der Gegner auch mächtig Passstafetten aufzog und meine Spieler wie der sprichwörtliche Hühnerhaufen herumliefen. Das Problem war aber, dass sie viel sinnlos gelaufen sind, da sie den Ballführenden nicht konsequent unter Druck gesetzt haben, sondern es ihm durch zaghafte Annäherung quasi nur angedroht haben, und dieser genug Zeit zum Abspielen hatte, das dann natürlich auch ankam. Als ich ihnen dann sagte, dass sie stattdessen richtig Druck machen sollen, dass es ihnen in ihren Aktionen doch darum gehen muss, den Ball zu erobern, wurde es deutlich besser, meine Spieler provozierten Fehler des Gegners. Vielleicht sind deine Spieler ob der hohen Niederlagen auch schon zu sehr gehemmt, um richtig in die Zweikämpfe zu gehen.
    Warum ist das 2-2-2 Eurem 3-3 überlegen? Und wie sieht es aus, wenn Ihr in Ballbesitz seid? Man würde ja hoffen, dass die individuelle Technik deiner Jungs besser ist als die der Gegner, müssten deine Spieler dann nicht einige Gegenspieler ausdribbeln können?

    Dauerhaft hohe Niederlagen sind sicher schwer zu bewältigen. Aber warum habt Ihr Eure Mannschaft in der Kreisliga gemeldet, wenn sie dort überfordert ist? Ich denke, die meisten hier sind mit mir der Ansicht, dass man am meisten lernt, wenn das Umfeld, in diesem Fall also die anderen Mannschaften, ein bisschen besser sind als man selbst. Wenn sie aber viel besser sind, dann demotiviert das doch, dann scheinen sie unerreichbar zu sein und man fühlt sich nur minderwertig. Und das kann dann zu einem Teufelskreis werden. Ich würde Euch also raten, Euch wieder in der Kreisklasse zu melden. Sollten deine Spieler übermütig werden, könnt Ihr daneben ja noch ein paar Freundschaftsspiele gegen Kreisliga-Teams machen, um sie wieder auf den Boden zu holen. ;)

    Die Ausgangsfrage ist aber durchaus interessant. Ich sähe es auch gerne, wenn sich meine E-Jugend (überwiegend älterer Jahrgang) beim Umschalten in den Angriff breit und tief machte, beim Umschalten in die Defensive hingegen eine kompakte Formation annähme. Natürlich gebe ich ihnen das aber auch nicht vor, sondern versuche auch, wie Lubi und Horst Wein, die Kinder dazu zu animieren, selbst dahinter zu kommen.


    Ich würde versuchen, die Fragen quasi rückwärts zu ermitteln. Am Anfang des Prozesses stünde also die Frage, warum es eigentlich gut ist, sich offensiv in Breite wie Tiefe zu staffeln. Warum die Tiefe sinnvoll ist, ist recht einfach, du sagst es ja selbst: näher an das gegnerische Tor kommen, gleichzeitig weiter weg vom eigenen. Wobei man dabei einschränken muss, dass zu große Tiefe wieder kontraproduktiv ist, weil der zu weit vorne stehende Mitspieler nicht erreichbar sein könnte und ggf. zu viel Laufweg investieren muss, um aus dem Deckungsschatten zu gelangen. Beim Spiel in die Breite ist die Argumentation tatsächlich nicht ganz so leicht, da geht es ja einerseits darum, den Ball aus der gefährlichen Mitte heraus zu bekommen, die das übrigens nicht nur wegen der geringeren Entfernung zum Tor sondern auch wegen dessen dort größerer Trefferfläche ist. Außerdem ist das Ziel, dass die Spieler der eigenen Mannschaft sich Raum verschaffen bzw. die Gegnerdichte in ihrer Nähe verringern. Stumpf nach außen rennen und dort stehen bleiben ist also nicht das Ziel. Vielmehr muss man versuchen, einen Raum einzunehmen, in dem sich kein Gegner befindet, der vom Ballführenden mit einem Pass erreicht werden kann, sowohl was die Entfernung betrifft als auch bezüglich etwaiger Hindernisse. Und am besten befindet er sich dazu noch weiter in Richtung des gegnerischen Tores als die augenblickliche Position des Balles.


    Dazu hat Horst Wein auch eine Übung in seinem Buch: S. 231: "Ballhalten 3:1 in zwei getrennten Spielzonen".

    [...] die Kinder sind meist eh nicht platt zu bekommen [...]


    Das wäre aber schön.. Und ist bei meinen leider überhaupt nicht der Fall... Und dadurch, dass von meinen neun Spielern vier oder fünf derzeit noch weder eine besonders ausgeprägte Kondition noch eine hohe Laufbereitschaft haben, müssen die laufbereiten entsprechend mehr laufen und sind dann auch schneller kaputt... Aber ich arbeite ja daran. 8)

    saschakummer: Macht es, wie Ihr es für richtig haltet. Ich finde es vorbildlich, dass Ihr eine Kinderschutzbeauftragte habt, ebenso den unterschriebenen Ehrenkodex, die Schulungen, die Sensibilisierungen, Einbeziehung der Eltern, offene Kabinentür. Alles ganz wunderbar, ehrlich, toll. Aber das reicht dann aus meiner Sicht auch völlig. Das Führungszeugnis trägt bei Euch, so meine ich, wenig, wenn überhaupt noch zur Erhöhung des Sicherheitsniveaus der Kinder bei. Wichtig ist vielmehr, dass das Thema Ernst genommen und das Konzept entsprechend gelebt wird. Meiner Meinung nach habt Ihr in diesem Punkt mehr als genug getan, Euer Fokus dürfte sich nun gerne anderen Themen zuwenden. =)


    Die Argumentation mit dem 'nichts zu verbergen' ist eine sehr riskante und meistens auch falsche. Siehe hierzu bspw. http://www.datenschutzbeauftra…-nichts-zu-verbergen-hat/. Leider ein immer wieder gerne gebrauchtes Totschlagargument.


    Bei uns beim SHFV (Schleswig-Holsteinischer Fussballverband) und beim HFV (Hamburger Fussballverband) ist es genauso.


    Und ich behaupte, dass dahinter eine Kombination aus CYA, Aktionismus und der Kapitulation vor der befürchteten Reaktion der Presse und damit dann auch der Öffentlichkeit seitens der Verbände steckt. Und dass es für sie einfach recht praktisch ist, ein erweitertes Führungszeugnis zu fordern, damit können sie etwas vorzeigen, das auch noch leicht nachprüfbar ist und eine binäre Entscheidung ermöglicht. Dass die dabei entstehenden Kosten aus Sicht der Verbände auch noch externe Kosten sind (s. https://secure.wikimedia.org/w…a/de/wiki/Externer_Effekt) macht die Maßnahme noch attraktiver. Ob sie insgesamt effektiv ist, insbesondere im Sinne des ausgelobten Ziels kosteneffektiv, ist aber eine ganz andere Frage.


    ..., worauf der Verein aber keinen Einfluss hat.


    Vielleicht doch, indem ich es bspw. schaffe, mehrere Trainer pro Mannschaft zu unterhalten. Vielleicht auch nicht, aber das ist aus meiner Sicht auch nicht relevant. Denn jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden, wenn der Verein ihn für eine Maßnahme mit Nutzen X ausgibt, steht er nicht mehr für die Maßnahme mit Nutzen X+Y zur Verfügung (X, Y seien positive natürliche Zahlen). Ich will hier auch die Vereine keinesfalls aus der Verantwortung nehmen, aber bezweifeln, ob das Führungszeugnis das geeignetste Mittel zur Erreichung des ausgelobten Ziels ist.


    Stell Dir vor Du bist Vorsitzender eines Sportvereins, in dem es einen Fall von Missbrauch durch einen Wiederholungstäter gab. Würdest Du Dir die Frage stellen, ob Du es hättest verhindern können? Würden andere Dir die Frage stellen?
    Würdest Du antworten "Wir haben nichts gemacht, weil wir die Kosten-Nutzen-Relation unattraktiv fanden."?


    CYA, sag ich doch. :P Ich könnte mich natürlich, hätte ich ein Führungszeugnis eingefordert, hinstellen und sagen, dass ich damit alles getan habe, um den Fall zu verhindern. Aber das glaube ich eben nicht. Ich könnte aber, wenn ich ein Team aus Betreuer(in) und Trainern einsetze, mich regelmäßig darum kümmere, mit diesem Team, möglicherweise auch Eltern zu sprechen, das Thema durchaus im Trainer- und Betreuerkreis offen anspreche und dafür sensibilisiere, diese Frage mit deutlich größerer Überzeugung bejahen. Auch ohne Führungszeugnis.


    In unserer Gegend ging vor ein paar Jahren ein Fall durch die Presse, wo ein wegen Kindesmissbrauchs Verurteilter erneut in einer Kindereinrichtung arbeitete und wieder Kinder missbrauchte. Hätte es diese Regelung damals schon gegeben, wären diese Kinder vor diesem Täter geschützt worden. Allein mit diesem Fall finde ich diese Selbstverständlichkeit schon gut begründet.


    Wie Bruce Schneier schon sagt: Fälle, die durch die Presse gehen, sind schon dadurch, dass sie durch die Presse gehen, als absolute Ausnahmefälle erkennbar. Im Original z.B. unter https://www.schneier.com/blog/archives/2009/01/#a002668 nachzulesen: "Remember, if it's in the news don't worry about it. The very definition of news is "something that almost never happens." When something is so common that it's no longer news—car crashes, domestic violence—that's when you should worry about it."


    Natürlich kommt Kindesmissbrauch vor und das ist furchtbar, schrecklich, abscheulich. Ich bin selbst Vater zweier Kinder, ich habe selbst schon das nagende Gefühl erlebt, wenn man nicht so genau weiß, wo sie sich gerade befinden. Ich kann mich aber auch an meine eigene Kindheit erinnern, in der meine Eltern das oftmals auch nicht wussten und wir Kinder zwischen neun und elf Jahren durch den Dschungel gestromert oder am Strand über Felsen geklettert sind, usw. Ich hatte auch mal eine Begegnung mit einem Exhibitionisten, der sein entblößtes Geschlechtsteil auf seinem Motorroller spazieren fuhr, und zu meinem Fahrrad aufschloss. Angenehm war das sicher nicht, aber vermutlich objektiv ungefährlich, vermutlich habe ich auch nicht schlecht reagiert, indem ich einfach in die übernächste Häusereinfahrt eingebogen bin und so getan habe, als sei ich dort zu Hause -- er ist dann abgedüst.


    Aber solche Fälle verhinderst du mit einer Führungszeugnispflicht für Trainer doch nicht. Wozu also?


    Eben, aber nicht mal im Ansatz. Die Größenordnung müsste wohl um mindestens einen Faktor reduziert werden, ich vermute eher noch mehr. Und dann büßt die Maßnahme doch deutlich an Attraktivität ein.


    Würdest Du das so auch den Eltern eines Kindes sagen, das von einem Wiederholungstäter missbraucht wurde?[/quote]
    Ich würde ihnen sagen, was ich dafür getan habe, dass solche Fälle nicht vorkommen, siehe oben. Ich bin aber auch der Meinung, dass solche Maßnahmen viel besser dazu geeignet sind, einen solchen Fall zu verhindern. Die Gefahr des Einholens eines Führungszeugnisses ist doch, dass man es dann dabei belässt und die wichtigeren, weil effektiveren Maßnahmen nicht umsetzt. CYA eben.


    Natürlich rechtskräftig verurteilt. Das Führungszeugnis ist doch keine Gerüchtesammlung.


    OK, gut, im umgekehrten Fall wäre ich tatsächlich auch schockiert gewesen. Dann könnte man jetzt ja mit belastbaren Zahlen arbeiten, wenn jemand die entsprechenden Quellen kennen würde. Da wäre dann interessant, wie viele einschlägig rechtskräftig Verurteilte es gibt. Dann wäre interessant, wie hoch der statistische Anteil dieses Personenkreises ist, der sich für die ehrenamtliche Tätigkeit im Jugendbereich interessiert, sofern er sich vom Durchschnitt der Gesamtbevölkerung unterscheidet. Und es wäre interessant, wie viele Trainer es im selben Raum gibt. Dazu noch die Kosten für ein Führungszeugnis sowie die durchschnittliche Verweildauer im Traineramt. Diese Zahlen könnte man dann einmal einander gegenüber stellen. Vielleicht hat ja jemand dazu die Muße.


    Bei uns im Verein wird ein solches Führungszeugnis nicht verlangt. Ich hätte aber kein Problem damit.


    Bei mir ist es in beiden Punkten genauso. Dennoch würde ich, würde über die Frage im Verein abgestimmt, dagegen votieren. Wie bereits gesagt.


    In unserem Ort wohnen gut 9.000 Menschen. Das sind also schon nahezu dörfliche Strukturen. Trotzdem haben sich im Umfeld unserer Sportanlage und unserer Grundschule immer wieder Gestalten herumgetrieben, die Kinder belästigt haben. Diese Menschen sind also da - und sie leben mitten unter uns!
    Vor diesen Menschen werden die Kinder natürlich nicht durch ein Führungszeugnis der Trainer geschützt.


    Du sagst es.


    Sie werden nur in einem bestimmten Lebensbereich vor Wiederholungstätern geschützt. Warum soll man da, wo ein solcher Schutz möglich ist, nicht auch einen solchen Schutz bieten?


    Aus dem selben Grund, weshalb die Abermilliarden Dollar, die die USA in die inländische Terrorbekämpfung gesteckt haben, zu einem großen Teil unnütz ausgegeben wurden. Man sollte das Geld da einsetzen, wo es am meisten bringt. Du sagst es ja selbst, die Fußballvereine decken nur einen Teil, sogar nur einen ziemlich kleinen Teil unserer Gesellschaft ab. Siehe https://www.schneier.com/blog/…9/10/the_futility_of.html. Bei dem bestehenden Verhältnis von rechtskräftig verurteilten Kinderschändern zu ehrenamtlich mit Jugendlichen und Kindern betrauten Personen halte ich es für falsch, bei letzteren anzusetzen. Das dafür benötigte Geld wäre deutlich effektiver angelegt, wenn wir bei ersteren ansetzen.


    Ach ja - was die Kosten angeht: Dass die Kosten für ein solches Führungszeugnis vom Verein getragen werden, finde ich eigentlich selbstverständlich. Mein Arbeitgeber übernimmt die Kosten dafür auch. Bei meiner Frau ist das nicht so - sie darf selbst zahlen. Wir reden hier übrigens von (bin mir nicht sicher) 13 oder 15 €...


    OK, nehmen wir mal nur €13 an. Laut http://www.dfb.de/index.php?id=11015 hat der DFB 25.727 Mitgliedsvereine mit 171.567 Mannschaften. Ich spekuliere lieber nicht darüber, wie sich diese Mannschaften in Erwachsenen, älteren und jüngeren Juniorenbereich gliedern, sondern nehme stattdessen und aus meiner Sicht konservativ an, dass jeder Verein im Bereich von G- bis D-Jugend, den ich für den besonders gefährdeten Altersbereich halte, jeweils pro Jahrgang eine Mannschaft und damit einen Trainer hat. Das macht also sieben Trainer in diesem Bereich pro Verein, zusammen sind das dann über €325.000,- für die Führungszeugnisse. Und wie viele Fälle durch Wiederholungstäter gibt es aus deiner Sicht?

    Relativ einfach - ein erstes Kind, kann "nur" von den Eltern lernen, wohingegen ein drittes Kind 4 Personen ständig um sich hat, die es mit Reizen jeglicher Art überfluten. [...]


    OK, verstehe.


    Und dann natürlich noch die Tatsache, das kleinere Kinder die größeren nachzuahmen versuchen - und jetzt mal ehrlich, wie oft hüpfst du Treppenstufen runter, Kletterst auf Bäume oder schlägst Räder, Purzelbäume, etc.


    Na gut, das mit den Rädern klappt nicht mehr so gut, aber bei dem Rest solltest du mich mal sehen. :D Aber mal im Ernst, tatsächlich nehme ich sogar für mich und meine Frau in Anspruch, dass wir bewegungstechnisch unseren Kindern durchaus gute Vorbilder sind. Das geht schon.

    Kosten-Nutzen-Relation ?(
    Diesen Begriff finde ich in diesem Zusammenhang befremdlich...
    Mal angenommen, alle Vereine in Deutschland würden von allen Trainern in allen Sportarten ein Führungszeugnis verlangen und dadurch würde auch nur ein einziges Kind vor Missbrauch bewahrt, hätte sich die Maßnahme in meinen Augen schon gelohnt.


    Eben nicht, wenn man die versenkte Kohle an anderer Stelle nutzenbringender hätte investieren können. Oder mit weniger Geld den gleichen Nutzen erzielt hätte.


    Meine Frau ist beruflich im pädagogischen Bereich tätig. Ein erweitertes Führungszeugnis ist für sie Pflicht. Das Wort Generalverdacht habe ich da noch nie gehört. Das Führungszeugnis ist da genauso selbstverständlich wie die Lohnsteuerkarte.


    Beide Dokumente haben aber nichts miteinander zu tun. Und nach den Gründen für vermeintliche Selbstverständlichkeiten darf man IMHO durchaus fragen, viele 'Selbstverständlichkeiten' sind doch eher gewohnheitsbedingt als gut begründet. Damit meine ich wohlgemerkt nicht speziell diesen Fall, ich warne nur wieder vor dem Heranziehen ungeeigneter Analogien.


    Das Führungszeugnis bringt natürlich keine 100%-ige Sicherheit.


    Eben, aber nicht mal im Ansatz. Die Größenordnung müsste wohl um mindestens einen Faktor reduziert werden, ich vermute eher noch mehr. Und dann büßt die Maßnahme doch deutlich an Attraktivität ein.


    Es stellt aber immerhin sicher, dass man niemanden, der schon einmal in einer bestimmten Richtung auffällig geworden ist, in bestimmten Funktionen beschäftigt. Und das ist doch schonmal was...


    Nur auffällig oder rechtskräftig verurteilt? Ersteres würde mich erschrecken, wenn ich so darüber nachdenke, wie schnell und intensiv hier die Gerüchteküche hochkocht, wenn angeblich mal wieder ein Kind nur knapp der Entführung entkommen ist. Und andererseits frage ich, wie viele potenzielle Trainer es gibt, auf die letzteres Kriterium zutrifft.

    Wann dein Kind geboren ist und wie es gefördert wird hat nichts mit seiner Entwicklung zu tun!
    Alle meine drei Kinder sind in der zweiten Jahreshälfte geboren und sind in ihrer Entwicklung sehr weit voran geschritten.
    Es hat viel damit zu tun was und wie du es ihnen mit auf den Weg gibst - so zumindest meine Erfahrung.


    Das kann ich nur unterstützen. Traut den Kindern etwas zu, lasst sie alleine klettern, springen, etc., ermuntert sie dazu, anstatt ihnen von vornherein und in vorauseilendem Gehorsam zu helfen und sie damit zu bevormunden. Zwingt sie andererseits natürlich nicht dazu, etwas zu tun, wovor sie Angst haben, und achtet darauf, dass sie sich nicht zu großen Gefahren aussetzen.


    Wobei das natürlich bei 2. und 3. Kindern anders ist als bei dem 1. Kind.


    Wieso?

    Meiner Meinung nach sollte die entscheidende Frage doch sein, wie effektiv die Maßnahme bei welchen Kosten gegen die Bedrohung wirkt, wobei die Kosten nicht nur die rein finanziellen Kosten für das Führungszeugnis selbst sind, sondern die nicht so leicht zu beziffernden Einbußen durch verprellte Trainer, evtl. nicht zur Verfügung stehende Trainer, etc. hier mit einbezogen werden müssen. Auf der Haben-Seite könnte man natürlich auch den zumindest erhofften Image-Gewinn berücksichtigen. Das Risiko für Kinder, im Verein Opfer eines Übergriffs oder anderer Form der sexuellen Belästigung zu werden, ist, ich denke, da sind sich alle einig, sehr gering. Verlangt man ein Führungszeugnis, so schließt man diejenigen aus, die bereits entsprechend auffällig wurden. Der betroffene Personenkreis dürfte noch viel kleiner ausfallen, so dass die Risikoreduktion entsprechend niedriger ausfällt. Die Kosten bleiben hingegen konstant. Oder, um es mit völlig hypothetischen bzw. bewusst falschen, weil deutlich überhöhten Zahlen auszudrücken: angenommen, jeder hundertste Trainer ist problematisch. Von diesen ist aber nur ein Fünftel so auffällig geworden, dass es zu einem Eintrag im Führungszeugnis kam. Diese wirst du wohl tatsächlich auch ausschließen können, vermutlich werden sie sich ja nicht einmal melden. Aber in diesem hypothetischen Fall hast du 500 Führungszeugnisse anfordern müssen, um einen Trainer auszuschließen, hast aber vier problematische Trainer aufgenommen. Die hier entstehende Kosten-Nutzen-Relation halte ich für ungünstig, mit wirklichkeitsnäheren Zahlen dürfte sie sich eher verschlechtern.


    Aus meiner Sicht viel besser ist es, wenn die Eltern ihren Kindern gegenüber aufmerksam sind und, wie in dem oben bereits verlinkten Thread gesagt, risikoträchtige Situationen vermieden werden oder offen mit ihnen umgegangen wird. Ersteres sollte nicht dazu führen, dass Eltern ihre Kinder ständig aushorchen und den Trainern gegenüber latent misstrauisch sind. Sie sollten aber nicht die Verantwortung für ihre Kinder am Vereinstor völlig abgeben. Das Element der sozialen Kontrolle funktioniert, wie ich meine, in unserem Umfeld (~25000-Einwohner-Stadt in einem Ballungsraum) noch ganz gut, in der Großstadt mag es evtl. nicht so gut greifen..


    Persönlich bedaure ich zutiefst, wie viel Panikmache heutzutage beim Thema Kinder gemacht wird. Und das schadet den Kindern meiner Meinung insgesamt deutlich mehr als es bringt. Siehe hierzu bspw. https://www.schneier.com/blog/…08/04/overestimating.html [1] und https://www.schneier.com/blog/…1/07/revenge_effects.html [2] -- sind allerdings englisch. Am erschreckendsten finde ich die in [1] auch referenzierte, beispielhafte Darstellung der Aktionsradien, die verschiedene Generationen unbeaufsichtigt erkunden durften: http://img.dailymail.co.uk/i/p…graphicDM1406_736x800.jpg


    Fazit: ich kann die Idee mit dem Führungszeugnis nachvollziehen und würde als Trainer auch eines vorzeigen. Ich würde allerdings erwarten, dass der Verein die Kosten dafür übernimmt. Und ich würde, wenn über die Einführung der Maßnahme abgestimmt würde, gegen sie votieren.

    Ich selbst bekomme Wadenkrämpfe meistens dann, wenn ich mich überanstrenge. Also bspw. abends noch Fußball spiele, obwohl ich am selben Tag bereits gelaufen oder relativ intensiv Fahrrad gefahren bin. Da wollen die Muskeln dann irgendwann nicht mehr, das lässt sich auch kurzfristig nicht beheben, zumindest soweit ich weiß. Der Trainingsstand beeinflusst allerdings, wie lange es dauert, bis es mit den Krämpfen losgeht.


    Ich kann dir nicht aus eigener Erfahrung sagen, ob ISO-Getränke oder Magnesiumtabletten präventiv wirken oder die Rekuperation beschleunigen. Bezüglich der Prävention gehe ich mal davon aus, dass man sich nicht mit Mineralien übersättigen kann, d.h. wenn du genug hast, bringt es nichts, noch mehr nachzufüllen, da läuft der sprichwörtliche Tank dann nur über. Dass sie zur Beschleunigung der Regeneration dienlich sein können, kann ich mir schon vorstellen. Ich weiß aber zu wenig darüber, um kompetent antworten zu können.

    Du hast als Trainer die Möglichkeit auch die Kinder miteinzubeziehen. Jedes Kind zählt für sich, oder
    vielleicht auch sogar für ein anderes Kind.


    OK, so mache ich es auch meistens. Oft vergessen sie aber das Mitzählen, da kommen dann evtl. übertriebene Schätzungen für sie selbst heraus bzw. ratlose Gesichter, wenn man wissen möchte, wie viele Punkte denn das andere Kind hat. :) Aber sicher, auch das lässt sich üben.

    Jepp, danke für die Antworten. Letztlich weiß ich das ja auch und bemühe mich auch, entsprechend zu agieren. Hoffentlich schaffe ich es auch meistens, das zu beurteilen überlasse ich aber lieber anderen. Mir ging es eher darum, in die Schilderungen der 'heilen Trainerwelt' mit 'dem perfekten Trainer' auch mal ein bisschen Realität einfließen zu lassen, um zu zeigen, dass es eben nicht immer so einfach ist und man sich von unerwarteten Enttäuschungen nicht entmutigen lassen darf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das allen so leicht fällt.

    Ich kann Storge nur recht geben - versuche im Training möglichst viele Wettkämpfe einzubauen.
    Wann immer die Kinder "etwas gewinnen" können sind sie nach meiner Erfahrung stets motivierter als wenn man eben diesen Wettkampfcharakter herauslässt.


    Wie macht Ihr das ganz praktisch bei Wettkämpfen mit der 'Buchführung', d.h. wie behaltet Ihr den Überblick über den Punktestand? Und wie vermeidet Ihr, dass der Schuss bei denjenigen, die die Wettkämpfe leider praktisch nie gewinnen können, nach hinten losgeht?