Beiträge von tobn

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    So, wir haben es überstanden. Ich hatte vorhin auch schon mit einer ausführlicheren Antwort begonnen, dann fuhr mein Rechner aber unvermittelt herunter... :thumbdown: Da ich für diese ausführliche Antwort jetzt nicht mehr die Zeit habe, hoffe ich, sie noch nachreichen zu können. Aber noch eine Kurzfassung: wir haben 2:18 (0:6) verloren, die Jungs haben aber die stärkste kämpferische Leistung der Saison gezeigt. Die Einstimmung hat gut geklappt und gerade die Schwächeren haben sich, so mein Eindruck, von ihr sowie meinem Lob für alles, was auch nur im Ansatz geklappt hat, sowie dem Kleinreden von allen (offensichtlichen) Fehlern zu ihrem bisher besten Spiel der Saison motivieren können. Am Ende ging unserem Team deutlich erkennbar die Puste aus. Ich bin stolz auf die Jungs und habe ihnen das auch deutlich mitgeteilt. Ich hege die Hoffnung, dass sie alle an diesem Spiel ein Stück gewachsen sind. Alles in allem also fast der bestmögliche Ausgang.


    ich bin da ganz bei dir, aber... ich muss! :)
    bei uns gibt es ab sofort den elektronischen spielbericht, wo der kapitän festgelegt werden muss.


    Ich muss auch auf jedem Spielbericht den Spielführer unterstreichen. Da nehme ich halt irgendeinen. Bisher rotiere ich durch. Aber das ist nur für den Spielbericht, wie ich schon sagte, für die Formalitäten. Vielleicht ist es zu mühsam, in jedem elektronischen Spielbericht einen andere Spielführer anzugeben. Dann würde ich irgendeinen nehmen. Das hätte aber nichts mit einem offiziellen Amt zu tun, ich würde das den Kindern auch überhaupt nicht verraten. Bekommt denn überhaupt (außer dem Klassenleiter) irgendjemand den Spielbericht zu Gesicht?


    desweiteren gib es jetzt diese aktion - http://fvm.de/uploads/media/FVM_RITUALE_8_2011_WEB.pdf - ich werde halt nicht drum herum kommen, einen spielführer zu bestimmen bzw wählen zu lassen.


    Hmm, in dem PDF sehe ich aber nichts von einem Spielführer. Habe ich da etwas übersehen? Und, wie ebenfalls gesagt, nimm zum Repräsentieren der Mannschaft bei Platzwahl o.ä. wieder irgendeinen, mal diesen, mal jenen.


    einen hab ich, obwohl er erst 2003er ist, der alle kriterien erfüllen könnte, den ich ohne bohei sofort "bestimmen" würde, der nachteil an der sache, trainersohn. ;)


    Diese Möglichkeit hätte ich auch. Würde ich aber nicht machen, eben aus dem Grund.

    Andre: Ich bin mit dir einer Meinung, dass Pokalspiele in der E doof sind. Wir wurden mehr oder weniger automatisch gemeldet, sich abzumelden kostet eine Strafe, also nehmen wir die Spiele halt mit, was solls. Etwas erreichen können wir sowieso nicht, dazu ist die Truppe, objektiv betrachtet, einfach zu schwach.


    Ich bin ganz deiner Meinung, ich werde den Jungs sagen, dass sie nichts zu verlieren haben, das Spiel wird schwer, das ist klar, wenn wir gewinnen, ist es eine Sensation. Niemand erwartet von ihnen den Sieg, ich schon mal am wenigsten. Aber ich würde mich freuen, wenn sie alles geben, was sie haben, damit sie aus dem schweren Spiel den maximalen Spaß ziehen können. Und ich werde die Elternschaft bitten, jede auch nur halbwegs gelungene Aktion frenetisch zu bejubeln, das haben die Jungs verdient.


    Nach zwei Absagen, eine krankheits-, die andere verletzungsbedingt, habe ich nicht mal Auswechselspieler. Drückt mir die Daumen! Ich glaube, ich fahre noch mal beim Discounter vorbei und besorge eine Belohnung für alle..

    Nachdem ich nicht die jahrelange Erfahrung habe - können solche Kinder nochmal so einen Schub machen? Oder ist die Entwicklung da doch (fast) immer "linear".


    Nach meiner Erfahrung (habe den 2001er Jahrgang zur Mitte der G2 übernommen, jetzt sind sie E1, wobei die Zahlen als Jahrgänge zu verstehen sind), verläuft die Entwicklung der Kinder generell linear, zwischendrin gibt es aber immer mal wieder Schübe. Wann diese Schübe stattfinden, ist von Kind zu Kind verschieden. Die Steigung des linearen Anteils der 'Kurve' ist aber auch unterschiedlich, so dass, wie ich meine, die Schere zwischen den begabten und/oder engagierten Kindern und den schwächeren sich eher weiter öffnet als sich zu schließen, sofern sie in einer Gruppe trainiert werden. Ich hätte die Hoffnung, dass man den schwächeren Kindern besser gerecht werden kann, wenn man sie intensiver betreut, d.h. in kleineren Gruppen. Leider ist das wohl aufgrund von fehlenden Trainern nur selten möglich.


    Gestern hatte ich ein sehr ernüchterndes Training. Mein Co konnte nicht, ergo hatte ich achtzehn Spieler alleine zu betreuen, davon sogar zwei 'Schnupperkinder', die, wie sich zeigte, noch gar nichts konnten.. Und dann als derzeitiges Schwerpunktthema Pässe... Sehr schwierig, sehr stressig, sehr frustrierend.. Naja, solche Tage muss es halt auch mal geben.

    Und da kommen wir zur Frage, inwiefern E-Jugendliche überhaupt taktische Sonderaufgaben im Spiel umsetzen können.
    Ich behaupte: Wenn sie bislang nach den Alterszielen trainiert wurden, können es die wenigsten. Und das ist auch o.k. so. Natürlich gibt es die berühmten Ausnahmen. Aber das sind dann halt auch Ausnahmen.


    Richtig. Deshalb finde ich es auch überhaupt nicht bedauerlich, dass sie diese Anweisungen nicht befolgen können. Zumal es auch überhaupt nicht zu ihrer bisherigen Spielweise passt. Und tatsächlich würde ich befürchten, dass einige zunächst auch bei Ballbesitz der eigenen Mannschaft stur ihrem zugewiesenen Gegenspieler folgen würden. Wenn sie das nicht tun, würde ich befürchten, dass, sobald der Gegner in Ballbesitz gerät, es ein paar Sekunden dauert, bis jeder begriffen hat, dass er sich jetzt seinen Mann suchen muss. Und dann geht die große Suchereri los, keiner kümmert sich um den Ball, und der Gegner ist längst vorm Tor, bevor jeder meiner Spieler seinen Mann gefunden hat. Evtl. gibt es den sogar nicht mehr, weil er in der Zwischenzeit ausgewechselt wurde..


    Ich bin weiterhin dankbar für den gut gemeinten Ratschlag, halte ihn aber für eine E-Jugend leider für ungeeignet.

    Ich habe es verstanden, dass Du nichts von der Manndeckung hältst. Das kannst Du trotzdem probieren. Die Aufnahme passiert ab der eigenen Hälfte, jeder nimmt sich einen Gegenspieler auf seiner Seite vor (auf der Brust). An der Seitenlinie nur dann angreifen, wenn der Gegner die saubere Annahme nicht packt und selbstverständlich bei Flugball. Ansonsten einfach nur stellen (die offene Seite in Richtung der Seitenlinie anbieten).


    Diese Anweisungen kann von meinen Spielern einer, vielleicht maximal drei umsetzen. Und rein körperlich ist die Hälfte nicht in der Lage, ständig bei ihren Gegenspielern zu bleiben. Dann kommt noch dazu, dass bei dieser Hälfte des Teams ich damit rechnen muss, dass mindestens zwei Drittel der defensiven Zweikämpfe gegen die (mittlerweile) heutigen Gegner verloren geht. Da brauche ich dann unbedingt eine weitere Absicherung, die mir fehlt, wenn jeder andere Spieler an seinem Mann klebt.


    Daher danke ich dir für deinen Ratschlag, halte ihn aber für nicht umsetzbar.


    Bei Gegenangriff soll der Pass laufen mit maximal 3 oder 4 Kontakten. Sind die Jungs nicht technisch gut, so sollen sie nur kurze Pässe spielen. Dazu kannst Du ein Paar Situationen üben.


    Du willst, glaube ich, die gestrigen Passübungen der schwächeren Spieler nicht gesehen haben... :S Ehrlich, die beste Chance auf ein eigenes Tor wird bei uns darin liegen, dass unser stärkster Spieler den Ball im Alleingang zum gegnerischen Strafraum führt und versenkt, oder er einen langen Ball erläuft und ebenfalls zum Abschluss kommt. Ich hoffe, die Jungs sind in der Rückwunde so weit, das hin zu bekommen.


    Wenn Du damit nicht einverstanden bist, bleibt eines übrig: einfach die Mitte dicht machen. Einer der Jungs soll das ständig laut den anderen zurufen.


    Letztlich werde ich ihnen schon sagen, dass in der Mitte die größte Gefahr droht und dass ich ihnen raten würde, bei gegnerischem Ballbesitz diese dicht zu machen. Die Schwierigkeit steckt nun darin, dass Angriffe über die Flügel ja dennoch unterbunden werden müssen. Für die Kinder wird da ein Widerspruch entstehen. Naja, mal sehen, wie ich das löse.


    Der hauptsächliche Schlüssel wird aber, da bin ich einer Meinung mit Zodiak, im Engagement meiner Truppe liegen. Allerdings bin ich da leider nicht gänzlich zuversichtlich..

    tjo vor diesem problem stehe ich jetzt auch. habe kurzfristig eine E übernommen, die aus drei jahrgängen besteht und die sich im groben nur paarweise kennen.
    da am samstag das erste ME spiel ansteht, werde ich am donnerstag wohl auch wählen lassen, auch wenn ich mir davon nichts verspreche.


    In einer E-Jugend würde ich noch auf den Kapitän verzichten. Das hat noch Zeit bis zur C-Jugend. Im E-Alter sind die Kinder mit der Wahl evtl. noch überfordert. Und in diesem Alter braucht man auch keinen Spielführer auf dem Platz. Den Anstoß soll der Spieler vorne in der Mitte mit dem Schiri auswürfeln, für die Formalität wird der erste Spieler auf dem Spielbericht unterstrichen, fertig.

    Ich persönlich finde die Einstellung vom "gelben U-Boot" sehr gut - lieber mit wehenden Fahnen untergehen, als sich hinten rein stellen!


    Die Gefahr dabei ist halt, dass wir, wie gesagt, ins offene Messer laufen, es nach vier Minuten 0:5 steht, meine Mannschaft das Spiel innerlich abhakt und nicht nur mit wehenden Fahnen unter geht, sondern auch noch unter Wert.


    Dazu propagiert der DFB Offensivfußball - und viele dieser überstarken Gegner erwarten eben das du hinten drin stehst - wir haben das gleiche mal in einem Pokalspiel gegen einen höherklassigen Gegner gemacht - kurz vor der Halbzeit Rote Karte für uns beim stande von 0:0 und in der Pause haben wir auf einen 3er Sturm umgestellt und den Gegner damit total überfordert und konnten in der regulären Spielzeit mit 2:0 gewinnen!


    Glückwunsch, sowas macht natürlich Spaß. Der Leistungsunterschied scheint mir dann aber doch nicht so groß gewesen zu sein wie befürchtet. Andererseits: wer weiß, vielleich ist unser Gegner ja auch nicht so stark, wie ich ihn gerade rede.


    Ich denke, wir gehen mal offen in das Spiel, stellen uns hinten erst einmal solide auf, wenn auch noch ohne zu viel Beton. Und dann versuchen wir mal darauf zu reagieren, wie sie spielen. Vorher werde ich natürlich versuchen, meinen Jungs Mut zu machen und sie zu motivieren, alles zu geben.

    Schon mal danke für die Antworten bis hierher. Follkao spricht einen Punkt an, der bei mir auch schon Bedenken verursacht hat: demotiviere ich meine Spieler von vornherein, indem ich ihnen offenbare, dass ich den Gegner für, überspitzt gesagt, übermächtig halte? Oder nehmen sie es mir ab, wenn ich ihnen sage, dass der Gegner zwar stärker ("übermächtig" werde ich sicher nicht sagen) ist als wir, wir aber durchaus eine Chance haben und dazu eine solide Defensivleistung unerlässlich ist? Die Jungs in meinem Team kennen die Tabelle, einige besser als ich, ein Spieler aus dem gegnerischen Team ist bei ihnen in der Klasse, mehr noch, er ist einer ihrer besten Freunde.


    Was haltet Ihr von einer Kombinationstaktik: erst einmal versuchen, nicht gleich ins offene Messer zu laufen, und entsprechend defensiv spielen. Wenn wir zurück liegen, machen wir dann weiter auf.

    Werte Kollegen.


    Wir (E-Jugend, älterer Jahrgang) haben morgen ein Pokalspiel gegen eine Mannschaft vor uns, die uns deutlich überlegen sein dürfte -- ich sage nur deswegen nicht, dass sie es ist, weil wir noch nicht gegen sie gespielt haben. Die Tabelle spricht eine eindeutige Sprache, dazu noch sind zwei Spieler bei ihnen, die in der letzten Saison noch bei uns waren und zu unseren besten zählten. Mein Team ist eindeutig schwächer, wir haben zwei bis drei Spieler, die das Spiel in die Hand nehmen, daneben aber fünf, sechs reine Mitläufer, von denen die Hälfte auch noch relativ unerfahren ist. Ich meine das jetzt weniger als Rechtfertigung, sondern als Zusatzinfo, aber von den schwächeren Spielern sind zwei in der letzten Saison gänzlich neu dazu gestoßen, einer hatte zwei Jahre mit dem Fußball pausiert und hatte zuvor nur unregelmäßig trainiert, einer war umzugsbedingt ein Jahr lang in einem anderen Verein und hat sich dort offenbar leider kaum weiter entwickelt, und einer kam aus der Mannschaft über uns, die leider, wie ich in der Vergangenheit feststellen musste, suboptimal trainiert wurde, zu uns.


    Wir bemühen uns nach Kräften, diese schwächeren Spieler an das Leistungsniveau der anderen heran zu führen und sind da auch guter Dinge, nicht zuletzt weil wir (als Gesamtmannschaft) in dieser Saison zwei Neunermannschaften gemeldet haben und somit auch die schwächsten Spieler richtig viele Einsatzzeiten bekommen müssen, es geht gar nicht anders. Aber das dauert natürlich seine Zeit. Das Pokalspiel findet wiederum morgen statt.


    Nun blieben wir in den bisherigen Feldrundenspielen etwas hinter unseren Möglichkeiten, insbesondere im Abschluss und in der Konsequenz und der Einsatzbereitschaft im defensiven Bereich hapert es. Aber das ist nicht wild, die Tabelle ist ja sowieso unerheblich und, wie oben bereits erwähnt, wurde Rom ja auch nicht an einem Tag erbaut.


    Ihr nehmt mir hoffentlich ab, dass ich nicht ergebnisorientiert gepolt bin bzw. aktiv versuche, dieser meiner Meinung nach allzu menschlichen Neigung entgegen zu wirken. Ich frage mich nun aber, wie ich meine Kids am besten auf dieses schwere Spiel vorbereite. Aus meiner Sicht könnten wir die Niederlage in Grenzen halten, wenn wir so verfahren, wie es Underdogs im Erwachsenenfußball zu tun pflegen: defensiv spielen und auf Konter setzen.


    Daher meine Frage an Euch: soll ich meine Jungs spielen lassen, wie sie wollen? Soll ich ihnen stattdessen den Catenaccio vorschlagen?


    Ich bin hin- und hergerissen zwischen des Malus der Beeinflussung der Spieler und des Ratens zu einer unattraktiven und für sie wohl auch eher wenig Freude machenden, defensiven Spielweise auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite der Befürchtung, dass ich sie voll ins Messer laufen lasse und sie nach einer 0:14-Klatsche völlig gefrustet sind.


    Was meint Ihr?

    [...] weil ich mir das Buch von Horst Wein nicht leisten werde. Mein Kenntnisstand: um die 50ig Teuros...ist mir zuviel, [...]


    Mich hat es, wenn ich Amazon glauben darf, deutlich weniger gekostet, nämlich €19,95. Allerdings ist es dort momentan nicht verfügbar.. :(

    Ich kann Tirus nur beipflichten. Wir spielten früher (F1 und erste Saisonhälfte der E2) noch mit einem 2-3-1. Das war ergebnistechnisch sehr erfolgreich. Damals stellten wir aber auch noch deutlich ergebnisorientierter auf, wobei insbes. mein Co der Meinung war, den Kindern auch eher einen Gefallen damit zu tun, sie auf den ihnen am ehesten liegenden Positionen spielen zu lassen. Das Problem ist nur: das schleift sich schnell ein und es entwickeln sich Spezialisten. Wir haben damals aber halt auch viel zu wenig rotiert und haben dann später die Quittung bekommen. Es kann schon sein, dass man eine konsequente Rotation auch in einem 2-3-1 hinbekommt. Ich stelle es mir aber schwerer als im 3-3 vor, da die zwei Abwehrspieler und der Stürmer das ja auch tatsächlich sind, d.h. die Abwehr hat fast ausschließlich defensive Aufgaben und der Stürmer kommt selten weiter zurück als bis kurz vor die Mittellinie (vom eigenen Tor aus gesehen). Ich wünschte mir ein deutlich flexibleres Spiel meiner Mannschaft und hoffe, es mit einer flacheren und einfacheren Grundordnung hin zu bekommen.

    Diese Situation kenne ich auch, bei mir sind es allerdings nicht ältere, sondern Neueinsteiger und/oder jüngere Kinder (Jg. 2002), die in 'meiner' weitestgehend aus dem Jg. 2001 bestehenden Mannschaft dabei sind, weil vor ein paar Jahren der damalige 02'er-Jahrgang mit dem Trainer geschlossen den Verein gewechselt hat. Ich sehe es ähnlich wie Ihr, eigentlich bräuchten wir noch einen Trainer, der sich speziell diesen Spielern annimmt, um sie durch eine entsprechend intensive Betreuung an den Rest der Gruppe heran zu führen. Den haben wir aber nicht, wir trainieren derzeit 18 Kinder zu zweit, wobei ein Viertel bis die Hälfte der Trainings von nur einem von uns durchgeführt werden kann, weil halt auch mal berufliche Belange dazwischen funken. Wenn wir zu zweit sind, versuchen wir es schon oft so zu machen wie eingangs beschrieben, d.h. wir teilen die Kinder in Gruppen unterschiedlicher Leistungsstärke ein und modifizieren ggf. die Übungen etwas.


    Ansonsten würde ich ein Kind im Team behalten, solange es Spaß am Fußball hat und gerne zum Training kommt. Ich habe tatsächlich am Ende der letzten Saison ein Gespräch mit der Mutter eines Kindes geführt, dass zwar regelmäßig zum Training kam, das aber kein Interesse am Fußball hatte. Ich muss ihm dafür Respekt zollen, wie sehr es sich im Training zusammen genommen hat, aber ich habe darin auf Dauer keinen Sinn gesehen, nicht um meiner sondern um des Kindes willen. Die Motivation der verbesserten Sozialkompetenz durch das Ausüben einer Mannschaftssportart in allen Ehren, aber das ging mir in diesem Fall zu weit. Ein anderer Fall bei uns ist ein Kind mit Down-Syndrom, das seit Beginn der letzten Saison unregelmäßig ins Training kommt. Der Junge behindert die Übungen natürlich ganz massiv und wird auch nicht aufholen können, im Gegenteil, die Schere öffnet sich hier immer weiter. Da ihm der Fußball aber unheimlich viel Spaß macht, rate ich hier den Eltern dazu, ihn entweder bei uns mit jüngeren Kindern zusammen spielen zu lassen oder in einem Team des Behindertensports. Ich bin absolut pro Integration, aber der Junge hat nichts davon, wenn er bei uns mittlerweile hoffnungslos unterlegen ist und so gut wie nie den Ball berührt. Ich bin ja schon mächtig stolz darauf, dass einige meiner Spieler so sozial sind, dass sie ihm den Ball zuspielen oder ihn nicht attackieren, wenn er ihn mal hat. Aber auf Dauer bringt es das nicht, weder für ihn noch für die anderen Kids. Unwohl ist einem dabei dann aber dennoch..

    Du kennst deine Spieler, wir nicht, insofern musst du die Entscheidung treffen. Ich würde vermutlich eher zu einem Spieler des älteren Jahrgangs tendieren, da es wichtig ist, dass der Kapitän akzeptiert wird und Autorität hat, beides könnte ein Spieler des jüngeren Jahrgangs eher fehlen und ihm die Aufgabe deutlich erschweren. Außerdem würde ich versuchen, einen Spieler auszusuchen, der sich im Spiel stark einsetzt und mannschaftsdienlich spielt. Außerdem sollte er nur selten fehlen, wobei ich Krankheiten oder Verletzungen außen vor ließe. Eine gewisse Intelligenz würde ich auch suchen.


    Keine Ahnung. Wie viele müssten es aus Deiner Sicht denn sein, damit die € 325.000,-- gut angelegt sind?


    Eine gute Anzahl, wenn ich überlege, wieviele Sozialarbeiterstunden ich damit finanzieren könnte, die die Gefahr effektiver und nicht nur auf den Fußballverein bekämpfen könnten. Wobei ich auf diesem Feld kein Experte bin, ich würde tatsächlich, wenn ich das Geld auszugeben hätte, die mit dem Themenkreis wirklich Vertrauten fragen, wie man es am besten anlegt. Dabei natürlich nicht nur Vertreter einer Organisation, sondern möglichst alle.


    Sieben Trainer pro Verein... Macht bei 13 € pro Trainer also 91 €... Was lassen sich diese Vereine eigentlich ihre 1. Herren im Durchschnitt so kosten...? Ich kann viele Gegenargumente zu diesem Thema nachvollziehen oder zumindest verstehen. Bei einer Kosten-Nutzen-Relation kommen wir aber nicht auf einen Nenner.


    Dann sei es drum. Ich bin jedenfalls der Meinung, dass man mit den anderen Maßnahmen, die saschakummer genannt hat, umsetzt, und wenn man insbesondere den vorletzten Absatz in TW-Trainers Beitrag beherzigt, auf das Führungszeugnis verzichten kann, ohne eine Verringerung der Sicherheit der Kinder in Kauf zu nehmen, die höher als die Chance auf einen Sechser im Lotto mit Zusatzzahl liegt. Da würde ich die €91,- lieber in Trainingsmaterial investieren... Oder, wenn es um den Kinderschutz geht, an eine Organisation spenden, die sich mit der Prävention in diesem Bereich befasst.

    Auch wenn es kontrovers klingen mag, ich bin aber eigentlich der selben Meinung. Ich habe gemerkt das ich einige Sachen vorgeben habe und die im Endeffekt zwar umgesetzt wurden, aber in einer Absolutheit dass ich sofort gemerkt habe, oh was hast du da angestellt.


    So geht es mir in Teilen auch. Man muss daher wirklich darauf achten, was man wie sagt. Allerdings muss ich auch sagen, dass es auch andere Einflüsse auf die Kinder gibt. Ich habe z.B. keine Ahnung, wo ein paar meiner Kids die Idee der Manndeckung her haben, die sie teilweise praktizieren, von mir jedenfalls sicher nicht. Es gibt da aber halt z.B. auch durchaus einige Papas, die ihren Sprösslingen den Fußball erklären. Dagegen ist ja auch im Grunde nichts zu sagen, es bedeutet aber auch, dass man die Kinder durchaus auch dazu anregen sollte, sich weiter zu entwickeln. Sie einfach nur völlig frei spielen zu lassen, bringt sie auf Dauer nicht weiter, das will ja auch bspw. Horst Wein nicht.


    Ich würde übrigens zu seinem richtigen Buch: "Fußball kindgemäß trainieren" raten, statt das Heftchen zur Entwicklung der Spielintelligenz zu nehmen. Letzteres enthält zwar den Kern des Buches, aber das Buch bietet bei doppeltem Preis mehr als den doppelten Inhalt gegenüber dem Heftchen. Allerdings scheint es derzeit leider vergriffen zu sein..


    Mir ist bewusst, dass die Kinder eventuell überlegen wie hat sich der Trainer das jetzt vorgestellt, anstatt einfach spielen zu wollen wie sie möchten.


    Schon, aber, und da bin ich anderer Meinung als Andre, ich glaube nicht, dass Kinder sich selbstständig kreativ neue Inhalte erarbeiten. Aus meiner Erfahrung ermitteln sie eher eine Taktik, die gut funktioniert, und wenden sie immer wieder an. Schwieriges wird vernachlässigt, klappt ja nicht so. Auf Dauer wird das dann recht einseitig. Daher ist es schon an uns Trainern, die Kinder zu motivieren, Neues auszuprobieren, ihnen zu zeigen, wie es geht, und auch anzuregen, dass sie sich darin üben. Aber, und da bin ich wieder voll bei Andre, nicht mittels stupider Trockenübungen, sondern am besten über Spielformen mit entsprechend abgewandelten Regeln.


    Nur bin ich mir ebenso bewusst, dass ich genau diesen Ausbildungsweg zu Beginn nicht bestritten habe. Demzufolge können die Kinder nicht mehr so frei spielen, wie sie es, dneke ich auch nach deinen Vorstellungen, machen sollten.
    Und einen Zwischenweg gibt es hier aus meiner Sicht nicht. Entweder ich habe als Kind das Gefühl frei zu sein und spielen zu dürfen wie ich es will, oder der Trainer hat schonmal etwas vorgegeben.


    Hmm, nee, so absolut sehe ich das nicht. Es ist ja nicht so, dass Kinder nicht von den Erwachsenen lernen wollen. Im Gegenteil, sie übernehmen ja sogar eher noch ziemlich unkritisch unsere Vorstellungen, zumindest im F-Alter. Aber sicherlich ist es nachhaltiger, wenn sie selbst darauf kommen, wie man sich gut auf dem Platz verhält, anstatt es einfach nur vorgegeben zu bekommen. Und sie werden eher begreifen, dass das richtige Verhalten auch stark situationsabhängig ist.


    So ist es bei mir der Fall. Also gehe ich nun den Weg, dass ich im Spiel weiterhin nicht genaue Handlungsanweisung reinrufe sondern sie spielen lasse. Hilfen zum SPielaufbei werde ich aber weiter einbauen.


    Wie meinst du das, mit den Hilfen zum Spielaufbau?


    Beim Stützüunkttraining wird es sogar, so weit gemacht, dass die Kinder im Spiel korrigiert werden sie haben sich noch breiter und noch tiefer hinzustellen. Es wird auch sehr viel in die Richtung korrigiert und den Kindern zugerufen sie sollen sich breiter aufstellen.
    Ich bin selber erst seit knapp 15 Monaten Trainer und ich bin mir weiterhin von keinem Weg wirklich tausend Prozent überzeugt.


    Ich sehe das ganze auch nicht so eindeutig. Eigentlich meine ich auch, dass im Spiel weniger mehr ist, dass ich also nur vor dem Spiel, in der Halbzeitpause und danach eine (kindgerechte) Kritik und Anregungen abgebe. Andererseits habe ich durchaus das Gefühl, dass viele Kinder während des Spiels halt doch unbewusst in ihre gewohnten Verhaltensmuster zurück verfallen, obwohl sie eigentlich wissen, wie es besser ginge. Ich bin eigentlich nicht der Meinung, dass eine freundliche und sparsam eingesetzte Erinnerung daran ihnen schadet..


    Ich habe nur am letzten Wochenende gesehen wie uns der 2002 Jahrgang von Hansa ausgenommen hat. Und nicht nur das sie die taktischen Vorgaben des Trainers anscheinend verstanden haben, sie waren technisch einfach so perfekt ausgebildet. Es hat wirklich Spaß gemacht den Kindern beim Fußball zuzugucken. Aber frei spielen war das definitiv nicht. Zufälligerweise ist der Hansatrainer auch der Stützpunktrainer. Wenn man dann solche Mannschaften sieht, komme ich zumindestens ins Zweifeln, ob deren Weg wirklich der falsche ist.


    Hmm, naja, ich weiß ja nicht, wie das bei Hansa Rostock ist, aber wir haben auch mal gegen das Team von Eintracht Frankfurt gespielt. 0:17 verloren, wobei ich tatsächlich meinen gesamten 20'er-Kader habe spielen lassen, so dass unser Team nie seine maximale Stärke hatte. Und so einseitig, wie das Ergebnis glauben lassen mag, war es auch nicht, zwei 100%ige haben meine Jungs liegen lassen.. Ganz deutlich war die körperliche Überlegenheit der Eintracht-Spieler. Und sie waren im Abschluss unheimlich effektiv. Ansonsten haben sie auch hauptsächlich ein Passspiel aufgezogen, im 1-gegen-1, insbesondere dem offensiven, waren sie gar nicht so stark. Der Kader wird dort bewusst klein gehalten, ich glaube, er bestand aus 14 Spielern, die aber bereits die Republik bereisen. Ich gehe ganz schwer davon aus, dass da bereits ziemlich stark selektiert wird, für diese Mannschaften muss es ansonsten ja hunderte von Interessenten geben. Insofern würde ich sie nicht als Maßstab nehmen, wenn ich die vierzehn talentiertesten Spieler unseres Kreises in einer Mannschaft versammeln würde, sähe das Resultat auch schon viel mehr nach 'richtigem' Fußball aus, selbst ohne mein Zutun.