Beiträge von tobn

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    Naja, sagen wir es mal so: "Wer nicht die Beherrschung hat, den Kindern und Jugendlichen Zeit zu lassen, die sie individuell eben benötigen, der ist nicht geeignet für die Trainerstelle!"


    Richtig. Man sollte aber halt auf Ernüchterungen vorbereitet sein.. Und nicht beim Blick auf all die Fehler die Flinte ins Korn werfen, sondern es als Herausforderung sehen. Wobei es wirklich nicht immer leicht ist, später daheim keinen Frust zu schieben, wenn nur ca. 10% der Schüsse auf ein leeres Tor reingehen... Ich vermute mal, die meisten der hier Anwesenden haben diese Situation auch schon mal erlebt..


    Es gibt Kinder die lernen langsamer, aber auch Kinder die lernen schneller. Ob es an der Lernart und -förderung liegt, muss herausgefunden werden, wenn man ein optimales und wirklich gutes Training mit den Kindern machen möchte. Es ist nicht unmöglich alleine 14 Kinder zu trainieren und dabei trotzdem noch individuell auf einzelne einzugehen und nach deren Leistungsstand zu trainieren. Mit einer top Organisation fängt es schonmal an. ;)


    Es mag nicht unmöglich sein, aber einfach ist es sicher nicht, zumal wenn in einer Gruppe dieser Größe noch ein recht breites Leistungsspektrum vertreten ist. Wenn du da jeden mal nach seinem Torschuss herausholen willst, um ihm Korrekturen auf den Weg zu geben, die du dann ja auch in seinem nächsten und ggf. übernächsten Schuss wieder beobachten musst, wird die Übung zu lange dauern und für die meisten Kids zu langweilig werden...

    Trainieren wir nun den Torschuss im Training auch mit Gegenspieler, wie zum Beispiel einem nachstartenden Verteidiger, so sollte sich die prozentuale Torausbeute erhöhen.


    Oder, wie es zu Beginn dann meistens ist, es werden auch im Training keine Tore erzielt... :S Da muss man dann wohl Geduld haben...

    Was ich selber nicht nachvollziehen kann, sind z.B kunstvolle Diskussionen über Systeme, wenn man dabei übersieht, dass die Kinder in diesem Alter ziemlich schnell komplizierte Anweisungen und Philosophien vergessen. Sie verstehen das nicht mal, geschweige denn Räume situationsabhängig zu decken.


    Du verstehst mich miss, ich will keinem F-ling beibringen, wie er sich zu verschieben hat, um in der Gruppe optimal im Raum verteidigen zu können. Ich sage nur, dass das das Ziel darstellt, das in der C hoffentlich erreicht wird. Und, dass Bambini und F-linge sich von vornherein nur zum Ball orientieren. Wenn man sie dann zur Manndeckung bringen will, muss man sie komplett umpolen. Und dabei geht dann die Ballorientierung verloren, die man später wieder antrainieren muss.. Deshalb sage ich, bei Ballverlust sollen alle auf Abwehr umschalten, indem sie zusehen, dass sie näher an unser Tor kommen als der Gegner mit dem Ball. Das können IMHO F-linge noch gut verstehen, damit überfordere ich sie hoffentlich nicht und bewirke gleichzeitig, dass die stark offensiv orientierten sich auch an der Abwehrarbeit beteiligen.


    Hinzu kommt noch das Geschrei der Elternschaft


    Die Eltern dürfen nicht reinschreien, zumindest keine taktischen Anweisungen. Sie dürfen und sollen loben und aufmuntern, sonst nichts, fertig, aus. Ist schwer, schaffen 'meine' Eltern so auch nie ganz, aber es ist für die Kinder besser und deshalb sollte man an diesem Thema auch dranbleiben und die Eltern immer wieder ermahnen (und auch loben =) ).


    ... und die Verwirrung ist komplett. Zwei Beispiele zeigen hier deutlich um was es geht:


    http://www.youtube.com/watch?v=48M3YqweSRg
    http://www.youtube.com/watch?v=wzL59I30Rh4


    Es ist klar zu sehen, dass immer wieder Räume entstehen und viele Anspielstationen. Manchmal laufen sie sogar zu zweit weit weg vom Ballführenden Gegner und schauen zu, was passiert. Zum Glück checkt die Ballführende Mannschaft diese Situation auch nicht ganz.


    Ich habe jetzt die Videos nicht komplett angesehen, dazu waren sie mir zu lang und ich sah darin jetzt auch nichts, was ich nicht schon recht häufig auf den Sportplätzen in unserer Umgebung gesehen habe: ein F-Spiel. Da ist dieses Verhalten völlig normal. Ich fand sogar, dass einige der Spieler in dem ersten Video schon ziemlich gut mit dem Ball umgingen und ihre Gegenspieler ziemlich gekonnt ausgespielt haben.


    An Deiner Stelle würde ich diese ganzen Systeme vergessen und mich auf die Technik der einzelnen Spieler konzentrieren.


    Genau. In der F ist insbesondere die Individualtechnik wichtig.


    Parallel dazu würde ich ihnen beibringen, den Ball immer schneller zu passen. Der Ball muss laufen!


    Das sehe ich wiederum anders. Viele F-Spieler sind noch nicht in der Lage dazu, Pässe so sinnvoll einzusetzen. Dazu fehlt es ihnen einfach an den Fähigkeiten sowohl bei der Passabgabe als auch bei der Ballannahme und -verarbeitung. Man muss in diesem Alter unverhältnismäßig viel Zeit investieren, um ein halbwegs funktionierendes Passspiel zu vermitteln. Diese Zeit fehlt dir aber für die weitere Ausbildung der Technik am Ball. Und es kommt noch eins dazu, nämlich:


    Die Kinder tendieren dazu, sich auf einen Haufen zu sammeln. Jeder will den Ball erobern, um einen Tor zu schießen und jeder will selbstverständlich im Sturm spielen.


    Wie du sagst, die F-linge sehen vor allem sich selbst, jeder will Tore schießen, das ist in diesem Alter völlig normal. Es entspricht nicht ihrem Entwicklungsstand, eine so komplexe Aufgabe wie den Gewinn eines Fußballspiels gemeinsam lösen zu wollen. Du musst ihnen das im Gegenteil quasi aberziehen, und zwar wiederum mit viel Blut, Schweiß und Tränen. Da ist es sinnvoller, sich nicht gegen die Natur zu stellen und stattdessen verstärkt Individualtechnik zu üben, um später, wenn sie dazu noch den Vorteil eines guten Ballgefühls haben, ins Passspiel einzusteigen, wenn sie dessen Vorteile auch wirklich erkennen und ausnutzen können.


    Damit sind die meisten Mannschaften eigentlich leicht zu durchschauen und die Manndeckung hat in diesem Fall nichts mit weiten Strecken zu tun. Probiere es doch mal im Training aus und dann reden wir erneut darüber.


    Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass ein Team, das in der F2 haushoch gegen uns und auch andere gewonnen hat, weil es damals eben schon ein Passspiel zum Zungeschnalzen (für F-Verhältnisse) aufzog, in der F1 und E2 nur noch im Mittelfeld rangierte, weil seine Spieler nicht die Technik fürs 1:1 hatten, die anderen Teams aber mittlerweile defensiv aufgeholt hatten und ihnen die Bälle auch abnehmen konnten. Und dann sahen sie alt aus..


    Vielleicht noch eine Kleinigkeit: ich lese keine Bücher über Fußball, um dann an komplizierte Diskussionen teilzunehmen. Das diktiert mir meine Erfahrung als ehemaliger Höchstklassenspieler.


    Soll das jetzt ein Totschlagargument sein?

    so wie ich das jetzt raushöre sollen alle spieler stürmer und verteidiger sein?


    Exakt.


    Das sieht dann aus wie in der G-Jugend ja alle auf den Ball ( Hühnerhaufen)


    Andre hatte vorgeschlagen, dieses Phänomen zu reduzieren, indem man den Kids vermittelt, dass nur derjenige Spieler, der den geringsten Abstand zum ballführenden Gegner hat, diesen tatsächlich angreift. Ansonsten sieht er (und nicht nur er) die Bambini-typische Kindertraube um den Ball als Grundform des ballorientierten Spiels. Tatsächlich zeigt nicht nur meine Erfahrung, dass es im F-Alter unheimlich schwer ist, den Kindern zu vermitteln, dass sie einerseits eine bestimmte Position haben, sich andererseits aber durchaus noch bewegen dürfen und sollen. Häufig artet das ganze Bemühen in viele Ermahnungen an die Kinder aus, die es immer und immer wieder 'falsch' machen, so à la "Guck mal, Max wo stehst du denn gerade? Ist das deine Seite? Nee, ist die von Paul, nicht wahr?" -- und das ist dann wohl noch die netteste Variante. Und bei vielen Kindern führt das, wie von Uwe beschrieben, dazu, dass sie nur noch auf ihrer Position kleben und kaum noch am Spiel teilnehmen, denn das können sie ja nur, wenn der Ball zufällig mal bei ihnen vorbeikommt, dann stehen sie aber völlig falsch, können nicht rechtzetig Tempo aufnehmen, etc., weil sie ja nie am Spiel beteiligt sind.
    Für viel vielversprechender halte ich da Ansätze wie die von Horst Wein oder auch des DFB: reduziere in Spielformen im Training die Zahl der Spieler, und du erreichst von vornherein eine Begrenzung des Traubenbildungseffekts. Und außerdem ist jeder Spieler oft am Ball, gerade im Bambini- und F-Bereich ist es ja ansonsten oft so, dass die Stärkeren im Spiel gefühlt fünf mal so viele Ballkontakte haben wie die Schwächeren, teilweise wahrscheinlich sogar noch mehr..


    Das finde ich, ist nicht der Sinn eines Fußballspieles.


    Nun, Sinn ist aus meiner Sicht in diesem Zusammenhang nicht wirklich ein geeigneter Begriff. Der Sinn des Fußballspiels, wenn man mit Sinn seine Daseinsberechtigung meint, ist, dass es, in seiner Grundeigenschaft als Spiel, Spaß macht. Über die Art der Ausführung sagt der Begriff selbst überhaupt nichts. Und tatsächlich findet man ja auch in den vielen Bereichen, in denen Fußball gespielt wird, ganz unterschiedliche Gewichtungen der Elelemente, die ein im Sinne des Spaßes erfolgreiches Spiel ausmachen. Im Kinderbereich ist die Meinung des DFB, die ich auch teile, dass es den Spielern vor allem darum geht, sich auszutoben und Tore zu schießen. Und ein F-ling sieht erst einmal sich selbst, dann eine Weile nichts, und dann kommt der Rest (also vor allem Mama, Papa und Freunde). Das F-Alter ist vor allem dazu geeignet, ihnen die Individualtechnik zu vermitteln, es ist auf jeden Fall noch zu früh, mannschaftliches Zusammenspiel abzuverlangen. Nichtsdestotrotz kann man die Spielintelligenz von F-lingen fördern, indem man sie in kleinen Gruppen spielen lässt und die Regeln entsprechend der Ziele abwandelt (kleine Tore, mehrere davon, verschiedene Bedingungen für den Torerfolg, etc.).


    Genau so wie wenn ich sage ich habe einen sehr guten spieler und der räumt alles ab und schießt 10 tore pro spiel und wir gewinnen nur. Das ist für mich kein Fußball da Spiele ich lieber ein 3-3 und verliere auch mal bevor ich alle spieler nach Vorne schicke und keiner es rechtzeitig schaft nachhinten zukommen und der ball vom gegen spieler vor mein tor geschlagen wird und dann ist dort ein stürmer von den Gegnern und schon ist es passiert. 0-1 hinten =(


    Hmm, nun ja, ich vertrete da halt eher die Position, dass man die Kinder im Spiel einfach spielen lassen sollte. Sie sollen da das ausprobieren, was sie im Training gelernt haben. Ich würde sie auch in einem 3-3 aufstellen, was sie dann aber daraus machen, wenn der Ball rollt, bleibt ihnen überlassen. Das kann ergebnistechnisch fürchterlich in die Hose gehen, wenn dann tatsächlich die hintere Reihe aus rein offensiv orientierten Spielern besteht, die alle nach vorne rennen und nie den Rückwärtsgang einlegen. Aber vielleicht lernen gerade sie aus einer solchen Erfahrung viel mehr, als wenn du ihnen vorschreibst, nur hinten zu bleiben. Und durch so ein Spiel muss dann halt leider auch mal durch, denn während des Spiels lässt sich dieses Verhalten mit ziemlicher Sicherheit nicht adäquat korrigieren, d.h. so, dass es die Kinder auch verstehen. Stattdessen wirst du Gefahr laufen, zum Joystick-Trainer (so, da isses, das Schreckgespenst) zu mutieren.


    Also: Lass' die Kids spielen, versuche, sie im Training dazu zu bringen, zu verstehen, warum es nicht sinnvoll ist, wenn jeder zu jedem Zeitpunkt zum Ball rennt. Vermittle das aber in Spielformen, nicht in Verhaltensregeln, die die Kinder nicht nachvollziehen können. Sprich mit ihnen, frage sie nach ihren Erfahrungen. Du wirst erstaunt sein, diese Prognose wage ich, wie sehr sich ihre Erfahrungen und ihr Erlebnishorizont noch von deinem unterscheidet.

    Warum kalter Schauer?


    Wegen der Manndeckung.


    In der einfachsten Form werden 1:1 und 2:2 Spiele auf einem kleinen Feld mit kleinen Toren geübt. Dort geht es darum, schnell zwischen Angriff und Verteidigung umzuschalten.


    Ja, aber nicht um Manndeckung. Im 1:1 kann es ja gar keine Deckung geben. Im 2:2 will ich nicht, dass der Spieler, der weiter vom Ballführenden entfernt ist, den freien Gegenspieler deckt. Veliert dann der andere Verteidiger das 1:1, dann ist die Sache verloren. Vielmehr muss er den anderen Verteidiger doch absichern und sich dabei möglichst so geschickt postieren, dass er gleichzeitig den anderen Angreifer schnell unter Druck setzen kann, sollte der Ball zu ihm kommen. Keinesfalls soll er aber zu ihm hin laufen und ihn in eine Manndeckung nehmen.


    Bei Ballverlust sollen die Kinder lernen, dass Fußball mit viel Laufarbeit verbunden ist. Damit werden sie auch insgesamt schneller.


    Ich kann den Zusammenhang zwischen Manndeckung und Laufarbeit nicht erkennen. Meine Philosophie wäre, dass bei Ballverlust sofort in eine defensive Aufstellung gewechselt werden sollte. Nun gibt es unzählige Spielsituationen, auf die man hier nicht im Einzelnen eingehen sollte, aber ganz grundsätzlich heißt das, dass alle Spieler versuchen, hinter den Ball zu kommen und der ballführende Gegner unter Druck gesetzt wird, wobei der Raum in Ballnähe eng gemacht wird. Ein Verteidiger sollte den Ballführenden angehen, dahinter muss von einem weiteren Verteidiger gesichert werden, ein weiterer kommt zum Doppeln hinzu. Sprich: man versucht, eine Überzahlsituation aufzubauen, sollte der Angreifer sie überwinden können, so ist noch ein Spieler zwischen ihm und dem Tor, um ihn zu bremsen, bis Hilfe da ist.


    Am Anfang können sie die Manndeckung ab der eigenen Hälfte aufnehmen (zurücklaufen, Manndeckung aufteilen). Später, wenn sie schneller geworden sind, können sie das sofort tun


    Ich möchte keine Manndeckung sehen. Natürlich sollen sie die anderen Gegenspieler möglichst in ihre Defensivaktionen einbeziehen, sie sollen aber die gefährlichen Passwege zu diesen zustellen, anstatt zu ihnen hin zu rennen.

    Du wirst einige Threads finden, in denen dieses Thema recht ausführlich diskutiert wurde. Ich kann mich insofern wiederholen, dass wir damals in den dunklen Zeiten der F2 die Kids haben in einem 1-3-2 spielen lassen, später in einem 2-1-2-1 oder 2-3-1. Ich bin in der E zum 3-3 gekommen und würde auch nicht mehr zu Systemen mit drei Reihen zurückkehren.


    Ich glaube, bei dir das Problem zu erkennen, dass die vordere Reihe für den Angriff zuständig ist und die hintere für die Abwehr. Sprich, deine Kids halten sich für Stürmer oder Abwehrspieler. Das ist nix, sie sollen alle den Angriff mit tragen, wenn ihr in Ballbesitz seid, aber sich auch alle an der Balleroberung beteiligen, wenn er beim Gegner ist. Ich habe dazu die Worte "Stürmer/Sturm" und "Abwehrspieler/Abwehr" aus meinem Vokabular gestrichen. Es gibt die vordere und die hintere Reihe und alle sind Mittelfeldspieler. Es ist wichtig, dass auch die hintere Reihe aufrückt, wenn es nach vorne geht, und, dass die vordere Reihe mit zurück kommt, wenn das Spiel sich in Eure Hälfte verlagert. Das kannst du mit Provokationsregeln in Trainingsspielen anregen, bspw. indem Tore nur zählen, wenn alle Mitspieler in der gegnerischen Hälfte sind. Oder dass Gegentore doppelt zählen, wenn nicht alle Spieler der verteidigenden Mannschaft in der eigenen Hälfte sind.

    Wie meinst du das: "dieses System zahlt sich nicht aus im Mittelfeld"? Hier herrscht die Meinung vor, dass man in der F-Jugend noch nicht mit einem richtigen taktischen System spielen sollte, sowie, dass das vom DFB empohlene 3-3 den Kindern entgegen kommt und für sie am ehesten geeignet ist. Gemäß Ausbildungskonzept des DFB spielen mannschaftstaktische Inhalte in der F-Jugend noch überhaupt keine Rolle, daher sollte auch ein taktisches System nicht trainiert werden. Mittels Spielformen kannst du die Kids in Richtung Zusammenspiel schieben, s. hierzu den kürzlich eröffneten Thread zum Buch "Fußball kindgemäß trainieren" von Horst Wein. Ganz wichtig ist aber die Entwicklung der individuellen Technik und die Förderung des Spaßes an der sportlichen Betätigung. Dribbling und Finten sind also in der F mindestens so wichtig, wie die Passtechnik, wenn nicht sogar noch wichtiger. Freilaufen, Zusammenspiel, etc. ist erst einmal weniger wichtig, das kommt dann in der E verstärkt.


    Falls du noch nicht so viel Erfahrung als Kindertrainer hast, möchte ich dir auch raten, die Seiten hierzu auf dfb.de intensiv zu studieren und evtl. auch ein bisschen Geld in das Buch "Fußball von morgen, Bd 1: Kinderfußball" zu investieren.

    Aber auch mit 19 SPielern, wird eine E4 sehr schwierig. Wir spielen 6-1. Ich nehme zum Spiel 10 mit. Bei der anderen Mannschaft dürften also jedes mal nur 2 Kinder ausfallen. Bei deinen beschriebenen 18, sogar nur einer. Somit hast du viel zu viele SPielausfälle.


    Wir probieren in dieser Saison, mit insgesamt 18 Kindern zwei 6+1-Mannschaften im Spielbetrieb zu halten. Und das bei einer 'Festspielregel', die sagt, dass ein Spieler, der am vorherigen Spieltag in der 'ersten' Mannschaft gespielt hat, in der 'zweiten' Mannschaft eingesetzt werden darf. Das hat uns neulich bei einem kurzfristig angesetzten Pokalspiel fast das Genick gebrochen: am Samstag zuvor hatte die E1/1 einen Spieler der E1/2 ausgeliehen, damit beide Teams mit acht Mann anreisen. Alles kein Problem, am nächsten Spieltag waren ja alle Spieler verfügbar. Am Sonntag merkt dann der E1/2-Trainer, dass im Ergebnisdienst ein Pokalspiel am Mittwoch für seine Mannschaft im Plan ist, wo vorher ein Freilos für die zweite Runde stand.. Bei so einem kurzfristig anberaumten Termin unter der Woche kann man nicht unbedingt davon ausgehen, dass alle Spieler eines Teams dann auch können... War dann zum Glück doch so, aber wir haben kurzzeitig ganz schön geschwitzt..


    Dennoch halte ich es noch für besser für die Kinder, dass wir zwei Teams gemeldet haben, so kommen alle richtig oft dran, ich verknüpfe damit die Hoffnung, dass gerade die schwächeren Spieler viel Spielpraxis sammeln und sich dadurch verbessern. Die aus der Siegesorientierung entstandenen Regelungen sind es, die ich als wenig hilfreich empfinde.

    Aber er schreibt doch das die Beteiligung relativ hoch ist - hat also eigentlich nichts mit seiner Frage zu tun!


    Stimmt, wir haben uns da von der Frage des OP entfernt. Um diese zu beantworten, würde ich keinen Unterschied zwischen alten Hasen und den Neulingen machen. Die alten Hasen sollten aus meiner Sicht keine Vorrechte gegenüber den Neulingen haben. Ich setzte neue Spieler zwar nicht unmittelbar in den sogleich nächsten Spielen ein, als wir noch nur einen Teil des Kaders zu den Spielen mitnehmen konnten, aber das war mehr aus Gründen der Eingewöhnung, etc., außerdem kommen ja viele erst mal schnuppern, bevor sie sich anmelden, und dann muss man noch auf den Pass warten. Ab dem Zeitpunkt sind sie dann aber vollwertiges Mannschaftsmitglied.


    Generell hast du aber absolut recht - nur würde ich solche Spieler nicht "rausschmeißen" sondern in eine schwächere Mannschaft stecken um ihnen weiterhin sportliche Förderung zukommen zu lassen!


    Ja, das wäre eine gute Lösung, falls sich herausstellt, dass sie durchaus Spaß am Fußball haben. Was passiert, sollte sich aus dem Gespräch ergeben. Und wenn ein Kind eigentlich gar keine Lust zu Fußball hat, würde ich auch dazu raten, es damit aufhören zu lassen. Ich hatte einen Fall, in dem eine Mama aus pädagogischer Überzeugung wollte, dass ihr Kind eine Mannschaftssportart betreibt. Das Ziel mag ja auch ein hehres sein, aber wenn das dem Kind nicht liegt, tut man niemandem einen Gefallen, wenn man darauf besteht..


    Übrigens: auch bei einem Wechsel in die schwächere Mannschaft müsste sich, gesetzt den Fall, die Trainingsbeteiligung verbessern, sonst ist der nächste Wechsel ja schon vorprogrammiert.


    Und bei uns speziell ist das Problem, dass uns aktuell der jüngere E-Jahrgang fehlt, den hat ein Ex-Trainer mal geschlossen zu einem anderen Verein mitgenommen. Ich selbst kann also Spieler nicht oder nur recht eingeschränkt nach unten geben.. Aber das muss ich zum Glück auch nicht, ich habe zwar durchaus einige schwächere Spieler, ihre Trainingsbeteiligung ist aber durchweg einwandfrei.


    Und man sollte immer bedenken, das jedes Mitglied dem Verein gut tut ...


    In ihrer Absolutheit eine gewagte These. Aber ich weiß schon, was du meinst.


    ... - sei es finanziell oder ob der schlechte Fußballspieler sich nach vielen Jahren als guter Trainer, Schiedsrichter, Platzwart, Vorstand, Sponsor etc. herauskristallisiert :)


    Das kann ja alles auch noch werden. Der Junge soll auch Sport treiben. Aber halt nicht Fußball, wenn ihn diese Sportart nun mal überhaupt nicht interessiert,,

    Wer nur sporadisch trainiert, spielt auch nur sporadisch. So verstehe ich auch die von Dir zitierte "Theorie". Es kann nicht sein, dass einer immer da ist und sich anstrengt - und dann lässt Du den zuhause für jemanden, der nur alle 4 Wochen mal beim Training aufkreuzt.


    Genau, aber diese Regelung musst du bzw. solltest du auch deutlich kommunizieren. Ich würde auch, zumindest nachdem es eine Weile lang so läuft, die Eltern der sporadischen Teilnehmer mal ansprechen und nach den Gründen dafür fragen. Auf Dauer bringt eine nur sporadische Trainingsbeteiligung nichts, das Kind kommt nicht voran, integriert sich nicht in die Gruppe, hält sie im Gegenzug aber auf.. Ich bin nun wahrlich keiner, der gerne Kinder rausschmeißt, aber ein gewisses, minimales Engagement sollte man schon einfordern dürfen.

    Ich trainiere eine D1-Junioren. Nachdem wir mit der Mannschaft im letzten Jahr einen guten Schritt nach vorne gemacht haben, sieht es jetzt so aus, als sei auf einmal wieder alles weg!


    Vermutlich hat bei Euch die neue Saison gerade wieder begonnen. Dann warte lieber noch zwei, drei Wochen, bevor du dir ein Urteil bildest, die Jungs müssen auch erst wieder zum Fußball zurückfinden.


    Ich habe da 2 große Baustellen im Team, wo ich nicht so recht weiß wie das ganze am besten zu lösen ist!


    Baustelle 1 - Laufbereitschaft (Fitness):
    Wenn man sich die die Spiele von außen anguckt, sieht das bei im Durchschnitt 6 von 8 Feldspielern so aus, als hätten diese gar keine Lust sich zu bewegen!


    Ich habe gestern mit meiner E1 Mini-Fußball (d.h. ein 3 gegen 3 auf einem verkleinerten Feld mit zwei Toren pro Grundlinie, die ziemlich weit auseinander stehen) mit der Sonderregel gespielt, dass jeder Spieler eines Teams am Ball gewesen sein muss, bevor ein Tor erzielt werden darf. Ist ein Gegner dazwischen, so fängt die Zählerei wieder von vorne an. Das hat den für mich positiven Effekt gehabt, dass auch die lauffauleren und weniger einsatzfreudigen Spieler dazu gezwungen wurden, mit zu spielen. Es ist für ihre Mitspieler erst mal ein wenig frustrierend, aber der Lerneffekt ist, so mein Eindruck, ziemlich groß.


    Man kann von der Seitenlinie noch so viel motivieren etc. , aber es bessert sich nicht!


    Vielleicht wäre hier weniger mehr. Weniger reinrufen, dafür gezielt. Besser noch wäre es, die Bedeutung der Einsatz- und Laufbereitschaft vor Spielbeginn zu betonen, dann wissen die Jungs, was du von ihnen erwartest, und es fällt dir im Spiel leichter, sie daran zu erinnern. Wenn du nur am krakeelen bist, schalten deine Spieler evtl. irgendwann einfach ab, weil sie dir nicht folgen können. Ich weiß natürlich nicht, ob das bei dir so ist, ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass man sich da schnell hineinsteigern kann.


    Grund dafür ist meiner Meinung nach, dass viele Kinder sich zu ungesund ernähren und Übergewicht haben! Ungesunde Ernährung führt zu lustlosigkeit / kein Bewegungsdrang.


    Der Schluss ist mir zu kurz. Ernährung führt Energie zu, Übergewicht entwickelt sich dann, wenn dauerhaft mehr Energie zugeführt wird, als der Körper benötigt. Ungesunde Ernährung führt nicht automatisch zu Lustlosigkeit, diese Erklärung wäre mir zu einfach. Sicher spielt die Ernährung eine Rolle, aber allein ist sie sicher nicht schuld.


    Aber wie löse ich das Problem? Normal müsste man so etwas mit den Eltern besprechen. Jedoch bezweifle ich, dass sich die Eltern von einem 19-jährigen sagen lassen, was das Kind zuhause essen darf und was nicht! Aber was soll ich sonst tun?


    Ich würde versuchen, für eine gesündere Ernährung und allgemein mehr Bewegung zu werben. Und zwar nicht, indem du den Spielern Vorwürfe machst, sondern ihnen die Vorteile eines anderen Verhaltens als des jetzigen aufzeigst. Kennst du den Film "Super Size Me"? Wenn das Problem tatsächlich deutlich ausgeprägt ist, könnte er für manche ein Weckruf sein. Ansonsten sind Ernährungsprobleme heutzutage doch ein viel diskutiertes Thema, da sollte es möglich sein, fachkundigen Rat aufzutreiben. Bei uns wird das Thema bspw. auch in den Schulen behandelt, da kommt dann meistens eine kundige Person von außen rein. Vielleicht kannst du da ja mal um Rat fragen.


    Baustelle 2 - kein Mitdenken
    Zudem muss ich als Trainer (selbst wenn es z.B. vor dem Anpfiff schon mit Rückennummern klare Anweisunge bzgl. Manndeckung gibt) noch während des Spieles tausend mal sagen welcher Spieler von wem zu decken ist wenn der Gegner im Ballbesitz ist!


    Vergiss nicht, du bist neunzehn und deine Schützlinge erst zwölf. Du stehst an der Seitenlinie, sie mittendrin. Du musst dich kaum bewegen, sie müssen das tun und auf den Ball achten, dazu noch auf die Gegner, den Ball innerhalb kurzer Zeit annehmen und verarbeiten. Und dann sollen sie auch noch auf das achten, was du reinrufst, es sofort verstehen und dann auch noch umsetzen.. Vielleicht erwartest du hier etwas zu viel. Viele in diesem Forum, mich eingeschlossen, halten übrigens von der Manndeckung nicht so viel und bevorzugen die ballorientierte Verteidigung. Ich halte sie eigentlich auch für intuitiver und daher leichter zu befolgen als das oftmals sinnfreie Verfolgen eines Gegners, der den Ball dann doch nie bekommt, während anderswo das gegnerische Team durchbricht..


    Doch oft ist es dann zu spät, da der Gegenspieler bereits enteilt ist!


    Auch hier halte ich das ballorientierte Spiel für intuitiver und sinnvoller. Meine E-Junioren tendieren momentan leider verstärkt zur Manndeckung, warum, weiß ich im Moment noch nicht, von mir haben sie das jedenfalls nicht. Wahrscheinlich haben es ein paar Spieler von ihren Eltern oder von anderer Stelle, und weisen jetzt ihre Mitspieler an. Das führt dann zu solch kuriosen Phänomenen, dass ein Spieler beim Minifußball (s.o.) von dem Ballführenden, der einen freien Weg zum Tor hat, weg läuft, um den vermeintlich gefährlicheren Spieler zu decken, der das andere Tor ansteuert.


    Nächstes Bsp: Im Training üben wir Doppelpässe, Hinterlaufen o.ä. Im Spiel wenn wir den Ball haben spielt derjenige den richtigen Pass, hakt die Situation aber dann für sich ab und startet auch nicht in die Gasse! (Selbst wenn man ihn noch darauf hinweist vor dem Pass)


    Probiere mal, weniger während des Spiels coachen zu wollen, als davor und in der Halbzeitpause. Suche dir dabei nur ein paar Dinge aus, die einfach zu vermitteln sind. Erwarte dann nicht, dass deine Korrekturen sofort und zu 100% umgesetzt werden, denn wenn der Ball rollt, wird von den meisten nicht so viel nachgedacht. Dann erinnere sie (freundlich) daran, was ihr besprochen habt, wenn sie sich in einer Situation wieder verkehrt verhalten. Wenn sie das kapieren, wirst du es an ihrem Gesichtsausdruck erkennen. :) Und dann solltest du auch mal beobachten können, dass sie es entsprechend machen oder es zumindest versuchen.


    Dann hätte ich da noch eine Frage bezüglich Formation/Taktik! Welche bevorzugt ihr bei einer 9er Mannschaft D-Jugend und warum?


    Vergiss übrigens bitte nicht, dass du nicht Jürgen Klopp und deine Spieler nicht der BVB sind. Nimm dir nicht zu viel vor, man rutscht leider unheimlich schnell da rein, dass man jetzt all das, was die Experten im Fernsehen so erzählen, auch umsetzen möchte. Deine Jungs sind noch nicht soweit, Mannschaftstaktiken richtig umsetzen zu können. Lies dir mal http://www.dfb.de/uploads/media/dfb_rtk_flyer_A4_quer_01.pdf intensiv durch, schaue dir dabei Seite 12 an, da geht es um D-Junioren. Vergleiche das aber auch mit den Inhalten der anderen Altersstufen, um besser erkennen zu können, was nicht Thema sein sollte und was du nicht erwarten solltest.


    Ansonsten wünsche ich dir und deinen Jungs vor allem viel Spaß beim Fußballspiel. Denn man sollte auch nie vergessen, dass Fußball eben ein Spiel ist und dass es bei Spielen zu einem ganz großen Teil um den Spaß geht. Dass dieser typischerweise mit steigenden Fähigkeiten zunimmt, ist natürlich auch wahr, und stellt keinen Widerspruch dar.

    Die Herbstrunde ist die Qulifikationsgruppe für die Frühjahrseinteilung. Die besten aus jeder Herbstgruppe spielen im Frühjahr gegeneinander. Im Herbst wird nur einmal gegen jeden Gegner gespielt. Im Frühjahr dann mit Hin- und Rückrunde.


    Hach, wäre das fein, bei uns wird noch ziemlich zufällig auf die Gruppen verteilt. Dementsprechend fallen die Ergebnisse aus, bspw. am ersten Spieltag der Saison 11/12 in der Gruppe meiner eigenen Mannschaft: 1:8, 6:4, 13:3, 8:1 und 0:10. Die Abschlusstabelle einer E1-Gruppe sah am Ende der letzten Saison dann so aus, dass die ersten zwei Teams in fünfzehn Spielen 45 bzw. 41 Punkte einfuhren und Tordifferenzen von +79 und +76 aufwiesen, während die letzten zwei Mannschaften immerhin 4 bzw. 9 Punkte bei -67 bzw. -35 Toren ergattern konnten... Aber so ist das wahrscheinlich fast überall.

    Bei uns in Hessen ging die Schule ja schon am 8.8. wieder los, in der Woche war bei uns dann auch Trainingsbeginn. Unser erstes Feldrundenspiel hatten wir am 20.8., am kommenden Samstag findet das dritte statt.