Beiträge von tobn

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    Lieber Namensvetter


    Ich kann gut verstehen, dass sich die unvermittelte Abmeldung von zwei weiteren Spielern in dieser Situation anfühlen muss, wie ein Schlag ins Gesicht, und dann auch noch von hinten (auch wenn das in der Realität ziemlich schwierig sein dürfte..). Da müht man sich ab, investiert viel, es kommt dann die erhoffte positive Resonanz, und ein paar Tage später dann so was. Es hat ja auch noch den Anschein, dass Eltern dieser zwei weiteren Spieler auch nicht den Mumm hatten, das persönliche Gespräch zu suchen und ihren Schritt zu erklären. Das ist schon schade und spricht nicht für sie.


    Aber was ist mit den sechs Kindern, die übrig sind, und ihren Eltern? Ziehen sie denn nicht mit, haben sie dich auch enttäuscht? Würdest du nicht sie enttäuschen, wenn du aufhörst, und sie für das, was zwei andere getan haben, bestrafen? Sie könnten es schnell so empfinden, und dazu noch, dass du sie im Stich lässt. Daher würde ich dir raten, nicht dem ersten Impuls zu folgen, so verständlich er auch ist, sondern noch eine oder zwei Nächte darüber zu schlafen.


    Bleibst du bei deiner Meinung, dann solltest du dir meiner Meinung nach ein paar Gedanken dazu machen, welche Perspektive die verbleibenden Spieler haben könnten. Dazu könntest und solltest du auch mit Eurer Jugendleitung sprechen.


    Alles Gute,
    tobn

    Stella: Es wäre ja witzig, wenn die drohende Langeweile tatsächlich das Problem wäre. Und dann wäre es ja nicht so wild, einfach einen auszudeuten, oder? Da muss man natürlich dick auftragen, wie toll das wäre und so..


    Günter, Stella: Auch wenn man 'feste' Torhüter hat, kann kurzfristig etwas passieren, so dass ein anderer Spieler ins Tor muss. Und bei 'meiner' Rotation ist es auch so, dass die Spieler es vor dem Spieltag wissen, dass sie im Tor spielen werden, ich kündige es ihnen schon rechtzeitig an. Es gibt da also keine Überraschung für den Spieler.


    Ich lasse die Kinder zur Halbzeit den Posten im Tor tauschen, weil die meisten sich halt doch auch gerne verausgaben. Und dann habe ich noch die zwei oder drei Spieler, denen es reicht, sich eine Halbzeit lang zu verausgaben, und die dann ganz gerne die zweite Halbzeit im Tor verbringen... :D

    So, unser Fair-Play-Turnier haben wir gestern gespielt. Wir haben einen Junioren-Futsalball (290g) benutzt, es wurde nach Seitenaus eingekickt. Und wir haben die drei Grundregeln aus der Fair-Play-Liga übernommen: kein Schiri, Trainer kooperieren und entscheiden Konfliktsituationen gemeinsam, Eltern halten Abstand. Wir selbst haben aus den fünfzehn einsatzbereiten Spielern zwei ähnlich starke Teams gebildet und hatten noch vier Mannschaften zu Gast. Es wurde jeder-gegen-jeden gespielt, aber es gab keine Platzierungen und keine Siegerehrung. Am Ende bekam jeder Gast einen Junioren-Futsalball. Wir hatten ein Startgeld von EUR 10,- erhoben.


    Die anderen Trainer waren ob des Fehlens von Schiedsrichtern zwar etwas erstaunt, es waren aber alle davon angetan, dass die Kids dann tatsächlich nahezu alle Situationen selbst regeln konnten. Eine einzige schwierige Situation gab es, als unmittelbar am Spielende beim Stand von 2:2 es zu einem Zweikampf direkt an einem Strafraum kam. Die Trainer zeigten sich leider etwas überfordert, deshalb entschied unsere Turnierleitung auf Strafstoß -- wie ich meine auch korrekt. In dieser Situation zeigte sich, dass die Kids das schiedsrichterlose Spiel halt noch nicht gewöhnt sind, denn da beschwerte sich dann das eine Team, das andere hätte 'die ganze Zeit schon' unfair gespielt. Das war aber, so mein Eindruck, auch so ein bisschen ein reinigendes Gewitter, denn danach lief alles sehr fair ab. Am Ende waren alle zufrieden, das Experiment also absolut geglückt.


    Es handelte sich um ein E-Junioren-Turnier, d.h. es traten Spieler der Jahrgänge 2001 und 2002 an. Sie haben zum Großteil schon vier bis fünf Jahre mit schiri-geführten Spielen hinter sich.


    Danke nochmal an Euch alle, die ihr mir hier mit Rat geholfen habt.


    Viele Grüße,
    tobn

    Ich könnte mir auch vorstellen, dass da irgendwas vorgefallen ist, wenn der Sinneswandel so plötzlich und bei so vielen Spielern gleichzeitig eintritt. Habt Ihr z.B. ein Spiel deutlich verloren oder lief es zuletzt unglücklich für die Torhüter? Das muss vielleicht mal kurz aufgearbeitet werden. Viele Kinder sind sehr sensibel und lassen sich von Rückschlägen oder negativen Erlebnissen deutlich einschüchtern..


    Ansonsten würde ich weiter rotieren, ich würde das mittlerweile auch machen, wenn ich ein paar Kids hätte, die sich gegenüber den anderen im Tor hervor tun. Wenn Kinder nämlich nie im Tor spielen, bekommen sie mit der Zeit, so mein Eindruck, einen viel zu großen Respekt davor und haben irgendwann regelrecht Angst davor. Deshalb bin ich dazu übergegangen, auch in den Rundenspielen fast jedes mal einen anderen Spieler als Torwart einzusetzen, oft wechseln wir sogar noch in der Pause. Sicher gibt es auch ein paar, für die es so gar nichts ist, sie würde ich auch nicht dazu zwingen. Und die Spieler, die im Tor eher schwächer sind, setze ich auch gegen eher schwächere Teams ein.


    Früher hatten wir auch drei Spieler, die sich im Tor abgewechselt haben, gelegentlich musste mal ein anderer Spieler einspringen, das war aber eher die Ausnahme. Dann zogen zwei dieser Torhüter fort, schon hatten wir nur noch einen... Der aber auch nicht nur im Tor spielen wollte. Dazu wollten wir dann zwei Teams melden, brauchten daher plötzlich und dringend neue Torleute. Heute würde ich versuchen, dem von vornherein aus dem Weg zu gehen und finde es auch für alle Kids besser, wenn jeder mal im Tor spielt.


    Wir hatten gestern ja unser Fair-Play-Turnier. Da ging bei unseren zwei Teams auch in fast jedem Spiel ein anderer Spieler ins Tor -- mein Team hatte in den fünf Spielen 'nur' vier Torhüter..

    Wir haben als F1 auch schon mal gegen die Eintracht U8 gespielt, sie verhielten sich auch, wie du sagtest. Da das Spiel im normalen Training bei uns stattfand, habe ich alle meine damals siebzehn oder achtzehn Spieler eingesetzt, so, dass nie unsere allerschwächste Mannschaft auf dem Platz stand, aber so gab es dann halt auch nie die stärkste Formation. Wir haben dann 0:17 verloren, wobei das Spiel weit weniger deutlich war, als das Ergebnis es vermittelt. Und unser damals stärkstes Team hätte deutlich besser mithalten können, auch wenn sie mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren hätten. Vom Verhalten her waren die Eintrachtler vorbildlich. Was die Spielweise anbelangte, war ich aber nicht restlos überzeugt. Da wurde vor allem sehr viel mit Pässen gearbeitet, das auch sehr gut, aber bei der individuellen Technik fand ich einige von ihnen nicht so toll.. Und sie waren konditionell schon sehr weit, überhaupt körperlich alle schon recht weit entwickelt. War OK, hat meinen Kids überwiegend Spaß gemacht, war aber auch ein Freundschaftsspiel.


    Naja, wie auch immer. Jedenfalls haben die Junioren-Teams von Profivereinen so grundverschiedene Rahmenbedingungen gegenüber den Breitensportvereinen, dass man sehr genau überlegen sollte, was man von ihnen übernimmt. Insbesondere wird die eigene Truppe nicht ihrer ebenbürtig, wenn man alle ihre Methoden anwendet.

    Ich kann mir nach Lektüre des Artikels noch keine Meinung bilden. Sicher scheint ja, dass er seine Macht missbraucht hat, um einem Dritten einen Vorteil zu verschaffen. Dafür sind die oligarchistischen Strukturen im Fußball natürlich besonders anfällig. Wie weit es mit dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs her ist, welcher selbstverständlich aufs schärfste zu verurteilen ist, wird sich vielleicht noch zeigen. Leider haftet diesem Vorwurf der Makel bei, besonders hysteriefördernd zu sein... Zunächst einmal gilt aber wohl noch diesbezüglich in dubio pro reo.

    PS: Wie wäre es denn mit einer Info-Mappe für neue Trainer, kostlos und mit vielen Informationen? Neue Trainer müssen vom Verein mit Anschrift gemeldet werden und dann kommt die Infopost.


    Das wäre großartig, sie könnte auch gezielt auf die Bedürfnisse des Trainerneulings zugeschnitten sein. Denn so, wie es ist, sieht man ja auf www.dfb.de erst einmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ich habe damals auch eine Weile gebraucht, um zu erkennen, dass sich die Info-Abende erst an Mannschaften ab D-Junioren wenden. Wobei das bei den neuen Broschüren glücklicherweise endlich auch einigermaßen deutlich wird.

    Vorab: ich habe in diesem Bereich keine praktische Erfahrung, alles, was ich sage, kommt vom grünen Tisch.


    Jop es ist ein 4-2-3-1.


    Gut, in der Offensive würden sich ja sonst deine Mittelfeldspieler im 4-5-1 gegenseitig auf den Fußen stehen. =)


    Defensiv bietet das 4-4-2 eine bessere, gleichmäßigere Raumaufteilung (breite ist besser abgedeckt, doppeln zur Seite und nach hinten einfacher)...


    Soweit ich weiß, liegt die Attraktivität der Viererkette im Mittelfeld in der Defensive vor allem darin, dass sie leichter zu spielen ist, man kann quasi allen Spielern das richtige Verhalten in einer Viererkette beibringen, das können sie dann auf ihr Defensivverhalten im Mittelfeld und in der Abwehr anwenden. Wichtig ist aus meiner Sicht die Feststellung, dass man in der ballorientierten Verteidigung nicht darauf aus ist, die gesamte Breite des Spielfelds abzudecken. Stattdessen verschiebt ja die ganze Mannschaft in Richtung des Balles und lässt bewusst den Raum auf der ballfernen Seite frei. Das Ziel ist es ja, im ballnahen Raum Überzahl herzustellen, um den Ball erobern zu können. Eine Verlagerung des Spiels auf die andere, freie Seite, braucht Zeit, selbst ein direkter Flugball ist eine ganze Weile unterwegs. Der ballferne Außenverteidiger muss diesen Flugball gar nicht abfangen können, er muss nur den Empfänger unmittelbar nach der Ballannahme stellen können.


    Gebe ich im 4-4-2 nicht die Vorteile eines 5er Mittelfeldes auf (überzahl im Zentrum...)?


    Sprichst du von der Offensive oder der Defensive? In der Defensive versucht man, in Ballnähe Überzahl herzustellen, unabhängig davon, ob sich dieser auf dem Flügel oder im Zentrum befindet.. Das stark besetzte Mittelfeld ist eher in der Offensive ein Vorteil, da, wenn die Verteidiger dort einen Mann weniger haben, theoretisch immer ein Spieler zum Anspiel frei sein müsste. Dieser Vorteil wird vor allem beim 3-5-2 (mit Dreierkette) betont.


    Wie kann ich das kompensieren? Mittelstürmer lenkt und 10er (ballfern) kippt ab und verstärkt das Zentrum?


    Ich befürchte, so pauschal lässt sich das nicht sagen. Es muss ja die ganze Mannschaft im Verbund verteidigen. Es wird ja nicht jeder Gegner versuchen, durch die Mitte zu kommen. Je nachdem, was deiner Mannschaft liegt, solltest du, so denke ich, versuchen, den Gegner entsprechend zu lenken. Macht dein Team bspw. zunächst die Mitte dicht und lässt bewusst links etwas mehr Abstand zum gegnerischen Außenverteidiger, so kann sie den IV dazu verleiten, über diesen den Spielaufbau zu versuchen. Dein Mittelstürmer könnte dann unter Versperren des Passwegs zu den IV den AV attackieren, der gleichzeitig vom linken Mittelfeldspieler bedrängt wird, dein übriges Mittelfeld verschiebt so, dass die übrigen Passwege des AV zu gestellt werden, dein LAV rückt an der Linie heran. Wenn sie es gut machen, bleibt dem gegnerischen RAV (in Gedanken bin ich auf deiner linken Seite) nur der Rückpass zum Torhüter oder der recht blinde Flugball.


    Alternativ könntest du das Zuspiel zum ZM zulassen, um diesen sogleich einzukreisen.


    Oder, wenn du eine eher konterstarke Mannschaft hast, könntest du den Gegner auch mal kommen lassen, das Zentrum dabei dicht machen, und erst ab einer bestimmten Höhe, dann aber konsequent attackieren. So ähnlich hatte es wohl Hyballa mit Alemannia Aachen vor, zu einem entsprechenden Beitrag in 'fußballtraining' gab es hier im Forum zu Saisonbeginn mal einen Link.


    Kennst du diese Buch: http://www.amazon.de/Fussball-von-morgen-ballorientierten-Abwehrspiels/dp/389417160X/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1328869010&sr=1-1?


    Wie sollte man sich im Umschaltprozess bei Ballverlust im 4-2-3-1 verhalten?


    Schnelles Umschalten auf die Defensive ist immer angesagt. Alles weitere hängt von der Spielsituation ab. Grundsätzlich versucht man ja, wenn man den Ball nicht gleich zurück holen kann, den Gegner erst einmal zu bremsen und vom schnellen Angriff abzuhalten, damit sich der eigene Defensivverbund aufbauen kann. Dabei muss dann häufig auch mal ein Spieler eine andere Position besetzen, als diejenige, die ihm zugewiesen wurde, um die gefährlichste Lücke zu stopfen.


    Wann sollte man ins Gegenpressing gehen (mit wie vielen spielern?)


    Das hängt von deinem Team ab, davon, welche Spielweise ihm eher entgegen kommt. Und natürlich auch vom Spielstand.


    und wann fallen lassen?


    Wenn der Schiri guckt und es einen Körperkontakt gibt. :D

    Die U10/11-Mannschaft des VfL Wolfsburg in der Staffelhinrundentabelle: http://ergebnisdienst.fussball…n/M01S1112W015615Atabelle. Acht Spiele, acht Siege, Torverhätnis 68:1.


    Was soll denn der Unsinn? Ja, sie spielen die Rückrunde in der Kreisliga, immerhin ist das besser als bei uns (da spielte der nächste Jahrgang in der Kreisliga... :wacko: ). Aber brauchte man acht Spiele und eine halbe Saison, um heraus zu finden, dass sie stärkere Gegner brauchen?

    ich habe ein problem damit, dass der trainer die "absolute respektperson" ist, ähnlich wie ein arbeitgeber.
    jungs in diesem alter müssen nicht funktionieren wie angestellte oder soldaten.


    Ich sehe das genauso und gehe sogar noch einen Schritt weiter: auch als Arbeitgeber muss ich mich um ein kooperatives Klima bemühen, anstatt den Laden wie eine Armee zu führen. Zumindest dürfte das langfristig deutlich erfolgversprechender sein... Im Sport gilt das noch viel mehr, als Arbeitnehmer bin ich schließlich eine vertragliche Verpflichtung eingegangen, aber Fußball spielen die Jungs vollkommen freiwillig und für sich selbst und das Team, nicht für irgendeinen Drill Instructor des US Marine Corps...


    einem solch denkenden trainer würde ich mein kind nicht anvertrauen wollen, da hätte ich ein problem mit.


    Hätte ich als Jugendlicher solch einen Trainer gehabt, ich hätte mit Sicherheit aufgehört. Gerade in diesem Alter geht man doch sowieso auf Konfrontationskurs, da entwickelt sich die eigene Persönlichkeit und man emanzipiert sich von den bisherigen Wertvorstellungen, muss unbedingt sein eigenes Ding machen. Die Einhaltung gewisser Grundregeln muss ich als Trainer auch in diesem Alter natürlich einfordern, ich würde aber die Zügel nicht zu eng anziehen wollen, sonst würde ich befürchten, kaum noch Pferde zu haben..

    In den von dir genannten Dorfvereinen gibt es oft gar keine andere Möglichkeit, als ein jahrgangsübergreifendes Team pro Altersstufe zu melden. Obwohl wir uns in einem Ballungsraum befinden, geht es zwei Ortsteilvereinen (Gesamtstadtgröße: ~27.000 Einwohner, verteilt auf sechs Ortsteile) bei uns auch so..


    Ansonsten kommt es sehr auf die Zahl der Kids pro Jahrgang und die Verteilung des Leistungsniveaus innerhalb der Jahrgänge an. Wobei ich bei Kindern, d.h. vom G- bis E-Bereich generell zunächst einmal von Jahrgangseinteilungen ausgehen würde. Meistens passt das von der Entwicklung nämlich ganz gut und der soziale Aspekt ist auch sehr wichtig: die Kids wollen mit ihren Freunden zusammen spielen und diese rekrutieren sich schulbedingt hauptsächlich aus einem Jahrgang. Zu berücksichtigen ist aber auch, dass Fußball- und Schuljahrgänge ja nicht deckungsgleich sind. Sehr schwache Spieler des Altjahrgangs und absolute Überflieger des Jungjahrgangs könnte man auch in der für sie jeweils eigentlich fremden Mannschaft einsetzen, wenn es ihnen entgegen kommt.


    Ich gehe hier davon aus, dass man pro Jahrgang eine Mannschaft hat. Hat der Verein hingegen richtig viele Kinder, so wie derjenige, bei dem Andre war, also 25 bis 30 Kinder pro Jahrgang oder noch mehr, dann könnte ich mir vorstellen, dass eine Sichtung und Einteilung, wie sie in der Vergangenheit schon mal beschrieben wurde, sinnvoll sein könnte, verbunden mit der Regelung, dass es jedem Spieler frei steht, auf Wunsch in eine tiefere Mannschaft zu wechseln.


    Jugendmannschaften von Profivereinen wie den VW ... äh, ich meine VfL Wolfsburg würde ich überhaupt nicht beachten, dazu sind die Voraussetzungen einfach viel zu unterschiedlich. Wenn diese Vereine ihre Pforten öffnen würden, hätten sie doch hunderte von Spielern pro Jahrgang, sie können sich also schon im Kinderbereich nahezu frei im Pool des Großraums bedienen. Ich gehe davon aus, dass dort die Kaderstärke nicht davon bestimmt wird, wie viele Kinder sich anmelden, sondern davon, wie viele der Verein nimmt. Dadurch kann ein Profiverein einfach festlegen, wie er verfahren möchte, genug Kinder, die da mitmachen, findet er sowieso. Wobei da die Eltern sicher mindestens genauso wichtig sind...


    Zusammenfassung: Es kommt darauf an, aber am VfL WOB würde ich mich an deiner Stelle auf keinen Fall orientieren. Genauso wenig, wie wir uns an Eintracht Frankfurt orientieren können (oder wollen).

    Ich spiele mit meiner Mannschaft offensiv ein 4-5-1.


    Ich glaube, ich würde es eher als 4-2-3-1 bezeichnen. Oder, falls einer deiner Sechser recht offensiv agiert, als 4-1-4-1.


    Defensiv lassen sich die beiden offensiven Flügelspieler auf Höhe der 6er fallen, sodass 2 Viererketten entstehen.


    Das dürfte das normale Verhalten in einem 4-2-3-1 sein, wobei bei Ballverlust in der Offensive und einem Konter über außen oft zunächst ein Sechser für den ggf. noch weit vor dem Ball befindlichen Flügelspieler einspringt, während dieser zurück kommt.


    Wie sollte der zentral-offensive (10er) defensiv agieren? Sollte man defensiv 4-4-2 oder 4-4-1-1 spielen?


    Wo siehst du denn da den Unterschied?

    Ich habe keine Erfahrung mit C-Junioren und kann dir daher leider nur beschränkt helfen. Ich weiß aber noch aus meiner eigenen Jugendzeit, dass mich das persönliche Gespräch unter vier Augen stets deutlich mehr und nachhaltliger motiviert hat als die Ansprache in der Gruppe. Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Mathestunde, da bat mich der Lehrer, an deren Ende doch noch zu bleiben, um mir dann einfach nur kurz zu sagen, ich könne deutlich besser sein, wenn ich mich von meinem Sitznachbarn nicht so sehr ablenken ließe. Da habe ich erst gemerkt, dass und wie er mich einschätzt. Es ist sehr wichtig, eine persönliche Beziehung zu jedem deiner Spieler aufzubauen, ich denke, das gilt in jeder Altersstufe.

    Es gibt einige Trainer, wie Toto2 sie beschreibt. Ich sehe aber auch immer noch viele bekannte Gesichter, wenn ich mich bei Turnieren o.ä. umschaue, es leiben schon einige Vatertrainer durchaus länger dabei. Ich selbst ja nun auch schon fünf Jahre..


    @Uwe: Ich hatte dich auch nicht so verstanden, dass du den Basiswissen-Kurs als Zugangsvoraussetzung siehst. Er passt aber thematisch, ist nur, wie du ja auch schreibst, viel zu aufwendig. Ihn müsste man gehörig eindampfen und eine schriftliche Prüfung dazu packen.

    Ich finde Uwes Idee mit dem 'Kindertrainerführerschein' gar nicht schlecht, nur müsste man halt darauf achten, dass der Rahmen stimmt. Denn es ist schon so, dass bei uns im Verein das, wie mir scheint, größte Problem der Jugendleitung das zu sein scheint, Trainer für die Jugendmannschaften zusammen zu bekommen. Das scheint bei unseren Nachbarvereinen auch nicht anders zu sein. Und es ist schon eine ganz schön aufwendige Verpflichtung, auf die man sich einlässt. Natürlich macht der Trainerjob auch Spaß, sonst würde ihn wohl kaum einer mehr machen, bezahlt wird er ja schließlich im Breitensport praktisch nie (und der Steuervorteil der gespendeten Übungsleiterpauschale kommt auch eher einer Aufwandsentschädigung nahe). Eine gute Dosis Idealismus und natürlich auch die Begeisterung für den Fußball dürften wohl die Hauptantriebsfaktoren der meisten Trainer im Breitensport sein.


    Nun ging es vermutlich den meisten ja so wie Toto2 und mir, man kam zu der Mannschaft mehr oder weniger wie die Jungfrau zum Kind. Ich weiß jetzt nicht, wie das bei Euch war, aber bei mir gab es dann damals als Unterstützung des Vereins ... äh, lasst mich überlegen, .... ach ja: rein gar nichts. Trainer sind kostenlos Mitglied, das wars. Unsere Betreuerin bekam einen Schlüssel für den Nebenplatz, einen Satz abgetragener Trikots und ein Ballnetz mit einem Sammelsurium an Bällen. Ein Jahr später hab es dann einen neuen Satz Bälle. Unterstützung in Form von Informationen zum Thema Training? Nö, nix. Was gab es stattdessen: Einteilung zum Grilldienst beim Spiel der ersten Mannschaft und die Verpflichtung (!), zwei Turniere der Hallenrunde auszurichten und zu bewirten. Wobei unsere Mannschaft nur an einem teilnahm... Und ein Jahr später nahm man uns die zwischenzeitlich ergatterte Trainingszeit auf dem Kunstrasenplatz wieder weg und wir mussten wieder auf den Acker... Ehrlich, dagegen ist das, was der DFB macht, paradiesisch..


    Und wie sieht es beim Kreis aus? Da gab es zu Beginn der Saison sogar eine Kurzschulung, zu der alle eingeladen wurden: "Ich spiele im Feld, ich spiele im Tor" oder so ähnlich, Thema jedenfalls ist das Training mit F- und E-Junioren. Das wurde dann zur Pflichtveranstaltung erklärt, d.h. die Trainer wurden unter Androhung einer Strafe dorthin beordert. Zitat: "Die Kurzschulung gilt als Pflichtveranstaltung für euren Verein. Nichterscheinen wird daher satzungsgemäß bestraft." Angeblich kam die Order dazu vom Landesverband... Es war eine gute Veranstaltung, keine Frage, die anschließende Diskussion unter den Trainern und mit dem Dozenten behandelte auch viele Themen, die in diesem Forum vorkamen und weiterhin -kommen. Aber die Art und Weise, wie hier mit den Trainern umgegangen wird, halte ich für unterste Schublade.


    Nichtsdestotrotz: ich hielte einen verpflichtenden Kindertrainerführerschein für sinnvoll. Ein Verein sollte für jede Mannschaft, die er meldet, einen Trainer vorweisen müssen, der diesen Schein hat. Es sollte aber möglich sein, für eine gewisse Zeit ohne diesen Schein arbeiten zu können, damit man den entsprechenden Kurs und die Prüfung ein paar mal im Jahr anbieten kann. Er sollte auch nicht zu aufwendig sein, das bestehende "Basiswissen" ist mit 30 Lehreinheiten dafür schon viel zu umfangreich. Mir würde es auch reichen, wenn man es so machen würde, dass man nicht mal zu allen Terminen erscheinen muss. Denn entscheidend wäre, dass die Prüfung die wichtigen Punkte abfragt. Sie muss dazu auch nicht schwer sein, sie muss nur die richtigen Fragen stellen und eine hohe Quote an richtigen Antworten fordern.

    Es gibt vom DFB für B- und A-Jugend zumindest auch eine Kurzschulung, siehe http://www.training-wissen.dfb.de/index.php?id=507665. Desweiteren soll der Trainer C-Breitenfußball, wenn man ihn im Profil "Kinder und Jugend" 'macht', eigentlich auch für diese Altersklassen qualifizieren, wie man http://www.training-wissen.dfb.de/index.php?id=507547 entnehmen kann. Und es gibt auch ein Teamleiter-Profil Jugend, siehe http://www.training-wissen.dfb.de/index.php?id=507546. In Training Online gibt es einen eigenen Abschnitt für B- und A-Junioren. Und dann bietet der DFB auf seiner Seite auch noch einige Hilfsmittel für die Trainer an. Untätigkeit kann man ihm daher, meiner Meinung nach, auch in dieser Altersklasse nicht vorwerfen.

    Richtig, siebener, wir müssen als Trainer die Sache auch mal aus der Sicht der Eltern sehen. Hier sind Vater- oder Muttertrainer im Vorteil, denn sie sind ja sowohl Trainer als auch Elternteil. Leider verstehen sie ihre Motive des Trainers aber auch immer gleich, ohne dass man er sie ihnen mitteilen muss... 8)


    naja, mal umgekehrt gesehen ist es für die eltern ja auch schwer aussen vor zu bleiben.
    ob jetzt in der schule oder von mir aus im sportverein. man trägt die verantwortung für den sprössling ja nahezu ein leben lang...


    Das stimmt, deshalb ist ihr Engagement auch unbedingt zu würdigen. Und deshalb ist es auch wichtig, sie mit ins Boot zu nehmen, eben indem man sie überzeugt. Ein Trainer, dem die Eltern vertrauen, hat es unendlich viel leichter als einer, der permanent angezweifelt wird, weil er den Eltern quasi unbekannt ist.


    und im sportverein soll ich dann meine klappe halten?


    Eben nicht, du sollst mit ziehen, mit einem guten Trainer, von dem du gemerkt hast, dass er das Beste für dein Kind will und sich auch ehrlich und gut darum bemüht, das zu erreichen. Es gibt ja auch gute Lehrer, wir haben da mit unseren Kindern bisher, was die Klassenlehrerinnen anbelangt, bisher nur Glück gehabt. Der eine oder andere faule Fachapfel war aber leider schon dabei...


    ist schon schwierig, was mir als vater dann alles vorgeschrieben wird, wenn mein sohn unbedingt fußball spielen will:


    OK, dann schauen wir doch mal:


    zu auswärtsspielen fahren darf ich, soll ich auch.


    Im Kinderalter willst du das ja auch.


    die trikots muss ich waschen, von allen reihum.


    Das machen wir schon lange anders, jeder Spieler hat sein Trikot, das dann daheim gewaschen wird. Der Trainer hat für den Fall, dass es einer mal vergisst, noch zwei in Reserve. Dieses Vorgehen kann ich nur empfehlen, der Waschdienst hat bei uns nur Zwist in die Elternschaft gebracht.


    rauchen darf ich nicht am rande, kein bierchen dazu.


    Doch, musst aber den Kunstrasenplatz verlassen. Und gegen das Bierchen der Eltern habe ich persönlich auch nichts.


    maul halten und die fäuste in der tasche soll ich machen, wenn die großen groben gegenspieler meinen sohn umtreten.
    schreien darf ich nicht, nur positives in blümchensprache.


    In der Tat. Als Erwachsener solltest du versuchen, dich am Riemen zu reißen und deine negativen Emotionen im Griff zu haben.


    dem trainer ist nicht zu widersprechen, auch wenn er mir unsympathisch ist und meinen jungen anbrüllt.


    Höflicher Widerspruch unter vier Augen sollte kein Problem sein, damit muss der Trainer klar kommen. Aber man sollte das Thema, wenn keine Einigkeit herrscht, dann lieber ein andermal vertiefen. Der Spielfeldrand ist nicht der geeignete Ort und das Spiel nicht er richtige Zeitpunkt für Diskussionen. Das sollte sowohl dem Trainer als auch den Eltern bewusst sein. Ein kluger Trainer sucht in einer solchen Situation allerdings auch das Gespräch nach dem Spiel.


    spenden soll ich für den verein für die umkleide, für die mannschaftskasse und den beitrag pünktlich bezahlen.


    Den Beitrag sollst du pünktlich zahlen, klar. Spenden darfst du, musst du natürlich nicht.


    ein woche vorher soll ich spätestens den geburtstag von oma anmelden wg. des spiels.


    Gerade bei der Oma liegen doch genügend Erfahrungswerte darüber vor, wann der Geburtstag so ca. zu erwarten ist...


    stubenarrest ja, nur das training darf nicht darunter fallen.


    Stubenarrest? Das halte ich von vornherein für eine fragwürdige Maßnahme.. Aber meine Kinder sind auch erst acht und zehn Jahre alt...


    hausaufgaben sind vorm training oder später dann zu machen.


    Ja, schon. Wenn es mal mehr sind als sonst, ist das etwas anderes. Sind sie regelmäßig so umfangreich, dass ein Trainingsbesuch sehr schwierig wird, sollte das Gespräch mit den Lehrern gesucht werden. Oder überprüfen, ob das Kind vielleicht azu neigt, die Hausaufgaben erst auf den letzten Drücker zu machen, so dass sich am Trainingstag zu viel aufgestaut hat. Bei uns gibt es von Lehrerseite aus auch Angaben dazu, wie lange die Kinder an den Hausaufgaben sitzen sollten. Schaffen sie die Hausaufgaben innerhalb dieser Zeit nicht, so dürfen sie damit aufhören, wenn die Eltern das bestätigen. Das nutzt dann der Lehrer auch als Feedback.


    für arbeiten lernen soll mein sohn, nur nicht am trainingsabend vorher, denn da muss er sich mal so richtig auspowern,
    um auf andere gedanken zu kommen. was er dann nicht kann, lernt er eh nicht, sagt der trainer.


    Wir fragen ohnehin nicht nach dem Grund, wenn jemand sein Fehlen ankündigt. Bei vielen Kindern kann das aber durchaus zutreffen, was dein kolportierter Trainer meint.


    regen, hitze und schnee sind hinzunehmen, draussen sein ist gut für kinder.


    Ja, draußen sein ist tatsächlich gut für sie, in den allermeisten Fällen zumindest. Ein verantwortungsvoller Trainer sagt das Trainer bei gesundheitlich bedenklichen Witterungsverhältnissen ab.


    da kommt schon einiges zusammen, was wir unseren eltern so zumuten, oder?


    Manche schon. Und es ist auch wichtig, sich als Trainer dessen bewusst zu sein, dass es die Eltern sind, die für die Kinder verantwortlich sind. Der Konfrontationskurs ist der falsche. Man sollte versuchen, sie zu verstehen, und sie dazu zu bringen, dass sie einen verstehen.