Beiträge von tobn

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    Man könnte die Vereine, die kommen, einfach fragen, ob sie je 2 Minitore mitbringen können o. Nachbarn fragen.


    Das ist auch keine schlechte Idee. Ich habe Ende letzter Woche schon mal die Trainer angeschrieben, die mit mir zusammen den C-Breitentrainer gemacht haben, da kamen immerhin schon zwei Zusagen, nachzufragen, ob wir ihre Tore ausleihen können, zwei mussten vermelden, dass sie keine haben. Einer hat noch berichtet, sie hätten sich mal selbst welche gezimmert, sie seien aber mittlerweile verwittert. Was mich dazu inspiriert, das Projekt "Wir bauen uns unsere eigenen Minitore" als teambildende Maßnahme für unsere Mannschaft und die interessierte Elternschaft aus der Taufe zu heben.


    Bei Umbro habe ich mal vier sehr stabile Minitore aus Hartplastik für je 3 Euro inkl. Netz erworben, vielleicht gibt es die noch wo.


    Danach könnte man gucken, das ist ja fast geschenkt. Bei Plastik ist die Haltbarkeit halt so eine Sache..


    Ich habe übrigens immer 2 gegen 2 teamintern bei 8- bis 10-jährigen Miniturniere mit o.g. Toren und den im Verein vorhandenen gespielt, Champ-, Euro-, Bundes- und Ober-Liga. Wo nicht mal einfaches Passen beherrscht wird, bringt die Spielform ohne große Tore bei max. Ballkontakten, konsequentem Passen (kurz wie lang, immer flach) und ständig notwendigem Laufen (Freilaufen o. Raumdeckung) enorm viel.


    Völlig richtig, deshalb machen wir das ja auch so oft. :D Aber halt im Training üblicherweise auf Hütchentore, weil wir keine Minitore haben. Das ändert sich ja aber vielleicht bald.


    Genau richtig, was du planst, im Prinzip. Norde nur vorher die ehrgeizigen Gästetrainer ein: lernen statt siegen als Ziel. Wer das nicht teilen mag, sollte wegbleiben. Viel Glück!


    Danke. Ja, das Einnorden wird wichtig sein. Aber wir kennen die meisten der Trainer, die kommen, schon ganz gut, und pflegen zu ihnen und ihren Teams ein gutes Verhältnis. Bei einem behaupte ich sogar, dass sie sich bei uns gemeldet haben, weil sie an unserem Fair-Play-Hallenturnier teilgenommen haben.


    leg dir ein Kontaktbuch an.mit Trainern und Vereinen mit denen du kannst, die deinen Vorstelleungen ähneln,,da hast du schnell mit ausreichenden Adressen gefüllt, (Sommerturniere, Hallenturniere, Saisonspiele)


    Danke, wir haben tatsächlich schon einige gute Kontakte. Und da wir, auch wenn das nach Eigenlob klingen mag, tatsächlich immer fair und freundschaftlich auftreten, ist es gar nicht so schwer, zu guten Kontakten zu kommen. Wir bekommen so auch immer mehr Anfragen nach Freundschaftsspielen und Turnieren, als wir annehmen können.


    Auf Turnieren wie bei sonstigen Spielen kann man ja gut sehen, wer wie tickt oder offen für Kontakte neben dem Konkurrenzdenken ist. Wer auf (Freundschafts-)Turniere, wo die Zähne geflescht und die Faust geballt wird, wenig Lust hat, notiert sich einfach Trainer bzw. Teams und kann sich schon bei Turnieranmeldungen orientieren, wie wohl die Stimmung werden dürfte etc.


    Bei unserem Fair-Play-Turnier haben wir gezielt Teams eingeladen, die unserer Einstellung genehm waren. Das kommende Turnier wurde gleich veröffentlicht, dabei wurde von den Organisatoren leider versäumt, besonders angenehmen Teams die Möglichkeit zur Vorabanmeldung zu geben..


    Wichtig ist es ja generell, das Denken der Spieler wie Trainer vom Zwang zum Toreschießen und Siegen weg zu lenken auf das Wesentliche: die Kindesentwicklung, das Erlernen von Teamplay - schwierig, da der Thrill natürlich von Ersterem ausgeht. Das ist gerade das Problem - und Lernen ist bei den meisten eh nicht so attraktiv: man kann den zweiten Schritt des Erfolgs aber ohne den ersten nicht zielführend gehen, ein guter Teamgeist kostet Zeit und Mühe...


    Alles völlig richtig. Ich mache aber auch die Erfahrung, dass wir Trainer mit unserem Verhalten einen sehr großen Einfluss darauf haben, ob ein Spiel oder ein Turnier freundschaftlich oder feindselig über die Bühne geht. Eben indem wir auf die anderen Teams zugehen, fair und nett zu ihnen sind, uns mit ihnen unterhalten und auch ihre Spieler und Anhänger mit netten Worten und Gesten versehen.

    Ich meinte mit "Wer von uns hätte es wie Marius Ebbers gemacht?" nicht "Wer hätte den Ball auch mit der Hand gespielt" ( ;) ) , sondern "wer hätte das Handspiel zugegeben?"


    Ich habe mir eben erst die Situation angeguckt. Das Ding hätte ich zugegeben, wage ich zu behaupten. Er geht ja richtig mit der Hand zum Ball, das ist etwas anderes als den Arm angeschossen zu bekommen oder den Ball an die verlängerte Schulter zu bekommen, wenn man sich schützend vom Ball abwendet. Oder auch die Hand vor dem Gesicht hat -- letzteres ist natürlich ein klares Handspiel, dient aber letztlich ja nur dem Schutz des Gesichts und lenkt den Ball auch nicht anders als es die sprichwörtliche Fresse täte...

    Schwierige Sache:
    Beim Sparkassen-Cup in Niedersachsen soll auch, wenn nicht ausreichend Tore vorhanden sind, auf Hütchentore gespielt werden.
    Ich habe es aber in acht Jahren noch nie erlebt, dass das so gehandhabt wird. Jedesmal werden mit grossem Aufwand Tore herbeigeschafft, ...


    Welche Art Tore sind das? Jugendtore? Die gäbe es wohl immerhin bei den umliegenden Vereinen, wenn es auch, wie du sagst, ein Heidenaufwand wäre, sie zu uns zu transportieren.. Die Dinger sind ja leider nicht gerade wenig sperrig..


    ... weil zum einem die Kinder den Ball im Netz sehen wollen und zum anderen es sonst Riesendiskussionen gibt, ob der Ball nun im Tor wahr oder nicht (insbesondere bei Hochschüssen). Ich würde dir also von Hütchen- oder Stangentoren abraten, da leider für die meisten Trainer eher der Erfolg zählt und der Ball im Zweifel in 1,80 Meter Höhe im Tor war als in 2,10 Meter oben drüber. Traurig, ist aber leider so!


    Genau die Frage nach der Höhe, bis zu der ein Tor zählt, ist die entscheidende, da hat mein Co-Trainer die Befürchtung, dass es schwierig wird, da eine Linie zu verfolgen.. Ich selbst bin da etwas optimistischer und denke, die Kniehöhe des Schiri ist für beide Mannschaften gleich, so dass keine unbotmäßige Benachteiligung entstehen sollte. Würde man mit Stangen arbeiten, so könnte man sich evtl. mit Flatterband behelfen, was aber optisch nun auch nicht so toll ist. Immerhin wäre man in der Breite der Tore flexibler als mit Stangen als Latten, die sind ja meist nur ca. 1 m lang...

    wie wäre es dann einfach, nur soviel Mannschaften anzunehmen, wie es auch möglich ist?! Dafür vielleicht auf 2 Tage? Die einen Mannschaften an einem die anderen an einem anderen?


    Die Zahl der Mannschaften ist nicht das Problem. Es gäbe insgesamt acht, da könnte man ganz einfach zwei Vierergruppen bilden, auf beiden Platzhälften parallel die Gruppen im jeder-gegen-jeden austragen, um anschließend die beiden Gleichplatzierten die Plätze ausspielen zu lassen (als z.B. 4. Gruppe A gegen 4. Gruppe B, Sieger ist 7., Verlierer 8.). Da sich aber zwischen den Mannschaften, die sich angemeldet haben, ein ziemlicher Spalt in der Stärke auftut, mit fünf Teams auf der einen und drei auf der anderen Seite, finde ich es gerade für die schwächeren Mannschaften nicht sinnvoll, so zu spielen. Aus eigener Erfahrung weiß ich auch, dass diese klassischen Turniermodi schnell zu einer sagenhaften Verbissenheit führen, weil schon jedes Gruppenspiel für die spätere Platzierung so wichtig ist. Daher kam ich auf das Schweizer System. Das funktioniert aber nur, wenn man entsprechend viele Mannschaften hat, so kam ich auf Minifußball. Letzteres hat in meinen Augen den weiteren Vorteil, dass alle Kinder mehr Ballkontakte haben als im traditionellen 7er-Fußball.


    Es geht meiner Meinung nach einfach nicht mehr Mannschaften einzuladen, als mann es eigentlich möglich ist.


    Wie gesagt, zu viele sind es nicht, die Schere geht nur (für meinen Geschmack) zu weit auseinander. Mit der Ausschreibung des Turniers sowie den Mannschaftseinladungen, etc., hatte ich nichts zu tun, das hat ein Kommitee, dessen Existenz mir bis gestern unbekannt war, gemacht. Ich muss gucken, dass wir ein Turnier hin bekommen, bei dem möglichst alle zum Zuge kommen, vor allem natürlich die Kinder.

    Ein Problem ist nun aufgetaucht: die Minitore. Es bestehen Bedenken gegenüber Hütchentoren. Minitore haben wir aber nur zwei, bei vier bis fünf Plätzen bräuchten wir aber sechzehn bis zwanzig. Da die Dinger auch nicht ganz billig sind, wird der Verein sicher von ihrer Anschaffung Abstand nehmen. Hat hier jemand eine alternative Idee? Ich dachte schon an Stangentore, aber pro Feld braucht man da auch acht Füße, zwölf Stangen und acht Klammern. Für mehr als maximal zwei Plätze haben wir da auch nicht Material.. Kann man Minitore vielleicht irgendwo ausleihen?

    du erwartest jetzt hoffentlich nicht, dass ich auf alle Punkte eingehe.


    Sicher nicht auf alle Punkte, es ist ja wieder mal sehr umfangreich geworden. Vielen Dank auf jeden Fall schon mal dafür, dass du deine Ausführungen überhaupt niedergeschrieben hast, so wurde es doch deutlich plastischer und nachvollziehbarer. Letztlich komme ich ja zu dem Schluss, dass die Unterschiede nicht so groß sind, wie man meinen könnte. Wieder einmal ist das System bzw. seine Bezeichnung nur die halbe Wahrheit, es hängt immer davon ab, wie man es umsetzt.


    ein guter Trainer stellt nicht nur Fragen, sondern sucht selbst nach Lösungen, und meistens findet er sie auch.


    Natürlich, aber er ist auch am Austausch mit Anderen interessiert. Und wie heißt es so schön im Sesamstraßenlied: "Wer nicht fragt, bleibt dumm." =)


    nur soviel:


    selbstverständlich gab es die von dir angesprochene Problematik, die hab ich aber mehr oder weniger akzeptiert, ich wollte ja nicht die perfekte
    Lösung, sondern ein Grundgerüst für meine Dorfmannschaft. in der D-Jugend sind die Spieler ja erst am Anfang ihrer taktischen Entwicklung, da muss ja wohl noch was für die kommenden Jahre und kommende Trainer übrigbleiben.


    Klar. Wenn man sich die Ausführungen von David Niedermeier anguckt und anhört, könnte man ja auch meinen, er hat es mit D-Junioren zu tun, die das mannschaftstaktische Niveau der Profis von Borussia Mönchengladbach haben. Das eine ist die Idealvorstellung, das andere die Realität.


    die Weiterentwicklung hatte ich schon vor Augen, aber alles zu seiner Zeit. Kommt Zeit kommt Rat - alter Leitpruch von mir


    Schon recht, das passt so.

    Vielen Dank für den Zuspruch, Ralf. Ich muss zugeben, dass das Vorhaben nicht völlig altruitisch ist, denn unsere Teams werden bei dem Turnier eher zu den schwächeren gehören, vier oder fünf der Mannschaften, die sich angemeldet haben, vermöbeln uns auf einer Pobacke sitzend. Darüber hinaus hat sich ein weiteres, eher schwaches Team angemeldet. Ich habe mit der Idee des Schweizer Systems also durchaus 'meine' Kids im Blick. Wobei ich ja meine, dass wir damit auch den stärkeren Spielern gerecht würden. Vielmehr wäre es ja sogar so, dass es unproblematisch ist, leistungshomogene Teams zu bilden, da diese ja gegen ähnlich starke Teams spielen würden.


    Ich hoffe nur, dass die Spielform des Minifußballs auch bei den Gästen Akzeptanz findet. Und dann muss ich den Turnierplaner lizensieren, da bin ich mir nicht sicher, ob unser Verein die Kosten tragen wird..


    Was vielleicht unterstützend wirken könnte, wäre, wenn wir zur Einladung zu dem Turnier einen kurzen Beitrag von dir als FPL-Gründer beilegen könnten. Das würde sicher positiv wirken.

    Im normalfall spielen E-Junioren 7er Fussball.


    Eben, bei uns auch. Aber Minifußball hat ja auch was für sich. Kennst du es?


    Ich könnte mir aber so ein Miniturnier im 5er Fussball gut vorstellen.


    Minifußball wird im 3 gegen 3 gespielt, auf jeweils zwei Minitore (Breite: 2 m). Dabei dürfen Tore nur im Strafraum erzielt werden, der sich über die gesamte Breite des Spielfelds erstreckt (~20-25 m) und ca. 6 m tief ist. Die Gesamttiefe des Spielfelds beträgt ca. 32 m. Ein Team besteht aus vier Spielern, von denen drei gleichzeitig auf dem Platz sind. Nach jedem Tor wird in fester Reihenfolge von beiden Mannschaften rotiert, d.h. aus- und eingewechselt.


    Es gab zu Minifußball selbst auch schon einen Thread: Minifußball Das dort verlinkte PDF gibt es aber wohl nicht mehr..


    ABER; Ein Turnier ohne Tore? No way... Tore müssen sein. Kinder wollen den Nezt zappeln sehen.


    Stimmt, aber dazu haben wir nicht genügend Jugendtore. Die außen stehenden Tore fördern außerdem das Spiel in die Breite und schnelle Spielverlagerungen, zentral stehende Tore führen, gerade bei einem kleineren Feld, schnell zum Verklumpen der Mitte..


    Wobei ich im Training auch schon mal das Minifußballfeld verwendet habe, jeweils ein Jugendtore auf die Grundlinie, den Auswechselspieler zum Torwart gemacht, und nur Tore habe zählen lassen, die von außerhalb des Strafraums geschossen wurden. Eben weil unsere Kids zum Teil den Torschuss gar nicht mehr suchten..


    Wünsche Dir für dein Vorhaben alles Gute und viel Erfolg bei der Umsetzung.


    Danke fürs Feedback. Würdest du es angesichts der obigen Erklärungen noch ergänzen?

    Ich könnte mir bei dem Thema als Spielform vorstellen, dass man über das halbe Feld spielt, dabei ein normales Tor benutzt und ein weiteres auf die Mittellinie (des Großfelds) stellt. Außen markiert man mit Hütchen auf beiden Seiten eine max. fünf Meter breite Zone, und kennzeichnet dort dir Mittellinie. Dann zwei Mannschaften einteilen, jede stellt einen Torwart ab und entsendet zwei Flügelspieler in die für sie jeweils offensiven Außenzonen. Diese Flügelspieler dürfen dann nicht aus den Zonen heraus, es darf aber auch kein anderer Spieler hinein. Wenn du dann noch vorschreibst, dass ein Angriff erst dann abgeschlossen werden darf, wenn ein Flügelspieler am Ball war, und Kopfballtore nach deren Flanken durch entsprechende Höherwertung belohnst, dürfte das Thema deutlich heraus kommen.


    La Krizz: Eine Spielform ist näher am Spiel als eine Übungsform, aber noch nicht so frei wie das Abschlussspiel. Insbesondere sollte der Schwerpunkt der Trainingseinheit deutlich heraus gestellt werden, aber halt deutlich spielnäher als in der Übungsform.

    Hand aufs Herz: Wer von uns hätte es wie Marius Ebbers gemacht? In einer Situation, wo es um so viel geht?


    Handspiele finde ich oft schwierig. Ich behaupte, dass bei den allermeisten von mir verursachten Handspielentscheidungen keine Absicht meinerseits vorlag. Nichtsdestotrotz waren viele von ihnen tatsächlich nach gängiger Regelauslegung eben Handspiele.

    Hat er vielleicht sogar als Angestellter seines Vereins fahrlässig gehandelt?


    Das kann ich mir nicht vorstellen. Schließlich ist er den Regeln des Spiels verpflichtet. Und wenn der Schiri ihn etwas fragt, muss er doch auch wahrheitsgemäß antworten, oder? Daraus kann ihm, wie ich meine, keiner einen Strick drehen.


    Tobn, du widersprichst dich selbst, Vormachen ist doch Eigenkönnen


    Ja, aber soweit ich weiß, muss man bei den Leistungsscheinen konkret sein Eigenkönnen demonstrieren. Bei meinem Breitenfußballlehrgang war das nicht der Fall, da gab es einen Teilnehmer, der den ganzen Kurs über nicht ein einziges mal gegen den Ball getreten hat, und noch ein paar, die nur recht selten in den praktischen Einheiten die zu trainierenden Spieler gemimt haben. Bei diesem einen Extremfall gab es gesundheitliche Gründe. Leider habe ich seine Lehrprobe nicht gesehen, da bei uns immer zwei parallel stattfanden.


    Was du zitierst, ist meine Antwort auf die untenstehende Behauptung von Germancoach, das Eigenkönnen müsse ausreichend sein. Ich habe sie aufgenommen und die Interpretation angeboten, dass man auch für den Breitensportschein so viel Eigenkönnen haben muss, dass man den Inhalt der Lehrprobe einigermaßen korrekt demonstrieren können sollte. Ich gebe Germancoach insofern Recht, als dass die Prüfer vermutlich schon darauf achten, dass die Erklärungen korrekt sind, man also, wenn man z.B. die Ballannahme zum Thema hat, in der Zeitlupendemonstration selbst den Fuß richtig hält, sich richtig stellt, etc. Aber man muss, so meine ich, die Übung nicht selbst in Top-Speed und fehlerfrei durchlaufen können. Wenn man es dennoch kann, ist es aber sicher kein Nachteil.


    Aber explizit abgeprüft wurde bei uns nicht, wer wie oft den Ball hoch halten kann und wer auch mit dem schwachen Fuß einen Flugball ins Hütchenfeld kriegt.. Beim Jonglieren hätte ich fantastisch versagt, wenn ich nicht ausnahmsweise, das kommt gelegentlich vor, mal ein Korn gefunden hätte. Mein schwacher Fuß hat sich indes als stärker als erwartet heraus gestellt. Ein Trainerkollege, der eine regional spielende C-Jugend trainiert, meinte auch, als wir vom C-Leistungsschein sprachen -- einige Teilnehmer haben vor, ihn noch zu machen -- und ich ihm sagte, dass ich in meinem Fall das Eigenkönnen durchaus als Hürde ansehe, dass er einige Inhaber des C-Leistungsscheins kennt, die deutlich weniger Eigenkönnen als ich aufweisen. Wer weiß, vielleicht versuche ich mich in ein paar Jahren sogar an ihm. Für die nächsten drei Jahre habe ich aber erst einmal meiner Frau versprochen, nichts dergleichen zu unternehmen. ;)



    ja was denn nun? wahrscheinlich hängt es letztendlich doch wieder mal am Prüfer, welche Schwerpunkte der selbst setzt.


    Ich denke, die persönlichen Vorlieben der Prüfer spielen immer eine Rolle. Daher ist es sicher auch stets sinnvoll, in der Lehrprobe eher auf Nr. Sicher zu gehen und nicht zu fortschrittlich oder anspruchsvoll sein zu wollen.

    Unser Verein veranstaltet Anfang Juni ein Jubiläumsturnier, unsere Mannschaft zeichnet dabei für das E1-Turnier verantwortlich. Es haben sich bereits sechs Gäste angemeldet, unser Kader beträgt 18 Spieler, so dass wir zwei Teams bilden würden, wenn im konventionellen 6+1 gespielt würde.


    Aber ich bin ja nicht so konventionell eingestellt. Und ich finde einerseits Minifußball eine tolle Sache, andererseits würde ich unheimlich gerne mal das Schweizer System ausprobieren. Deshalb frage ich mich, ob wir das Turnier von der konventionellen Turnierform mit zwei Gruppen und Platzierungsspielen im E7-Format abbringen könnten, um stattdessen ein Minifußballturnier nach Schweizer System zu bestreiten. Von der typischen Kaderstärke einer E7-Mannschaft ausgehend würde ich vermuten, dass unsere Gäste dann ihren Kader in zwei oder drei Teams aufteilen würden, wir kämen sogar auf vier, so dass sich ca. 18 oder 20 Minifußball-, also Vierermannschaften ergeben würden. Auf dem Großfeld finden vier Minifußballfelder locker Platz, so dass vier Partien gleichzeitig stattfinden könnten. Aufgrund der Intensität von Minifußball würde ich nicht mehr als fünf Runden mit Spielen à zehn Minuten spielen lassen. Außerdem würde ich ein generelles Coaching-Verbot erteilen. Da wir keine Minitore haben, müssten Hütchentore zum Einsatz kommen, wobei ich sagen würde, dass ein Tor nur zählt, wenn kein Hütchen vom Ball umgestoßen wird.


    Was meint Ihr? Unsere Mannschaftsbetreuerin und offizielle Organisatorin scheut den Mut und befürchtet Unmut bei den Gästen. Wie fändet Ihr einen solchen Turniermodus?

    Die Spieleröffnung erfolgte überwiegend, über die 5 zu 6 oder 10 und von dort über die Aussen, oder zum offensiv werdenden Aussenverteidiger. alternativ ging es auch oft gerade durch die Mitte. 5,6 und 10 hatten das Potential diese Entscheidungen zu treffen.


    Diese Stelle finde ich besonders interessant. Wo hat sich die 5 denn postiert? Haben die Gegner nicht schnell spitz gekriegt, dass er meistens den Ball vom Torwart bekommt und ihn dementsprechend eng gedeckt? Wenn er dann noch zentral steht, ist sein Ballverlust gleichbedeutend mit einer Großchance für den Gegner. Ich hätte erwartet, dass deine AV sich beim Abstoß weit hinten beiderseits des Strafraums anbieten, während 5 mit dem direkten Spielaufbau recht wenig zu tun hat, weil er den gefährlichen Bereich vor dem Tor besetzt. Stattdessen würde der Ball eher zu einem AV gehen, dem sich dann 6/10 und der offensive Flügelspieler anbieten. Das wäre dem MFS-Spielaufbau wieder recht ähnlich, wenn 5 tatsächlich absichernd agiert, wäre es quasi eine Sicherheitsvariante dazu, die durchaus sinnvoll sein könnte, wenn die AV nicht übermäßig ballsicher sind.


    vermisst wird wahrscheinlich der Spielaufbau über die Aussenverteidiger, hierzu war das potentielle Vermögen doch stark eingeschränkt.


    Das kommt mir sehr bekannt vor. Nichtsdestotrotz versuche ich, meinen Spielern diese Form des Spielaufbaus zu vermitteln. Ab und zu klappt das auch, aber da bei uns in der E-Jugend die Rückpassregel noch nicht gilt, spielen sie den Ball leider oft noch direkt zum Torwart zurück, der den Ball dann in die Hände nimmt und per Abschlag weit nach vorne befördert. Da diese Option für sie durchaus legitim ist, sage ich auch nichts dagegen, in der D wird es aber nicht mehr funktionieren.


    Vor große Schwierigkeiten stellen meine Spieler Mannschaften, die bei unserem Abstoß unsere Defensivspieler eng decken. Da klappt die Bewegungsfinte und die Abstimmung mit dem Torhüter praktisch noch überhaupt nicht. Meistens bleibt dann nur der häufig sehr unpräzise Fernabstoß, bei dem der Ball dann leider häufig vom Gegner abgefangen wird..


    bei Ballverlust in der Offensive ging er nicht in seine eigendliche Verteidigerposition zurück (die hatte ja der 5er besetzt) sondern rückte kurzfristig den kürzern Weg ins Mittelfeld


    Hmm, aber wie wurde dann die Dreierkette wieder komplettiert? Nehmen wir mal an, deine AV haben Nummern 2 und 3. 2 schaltet sich über die rechte Seite in die Offensive ein, dann bleiben 3 und 5 als Abwehr. Angenommen, der Ball geht dann auf der linken Seite verloren, das passt erstmal besser zu deinen Ausführungen zur 5 weiter oben. Dann stellt 3 den Angreifer, 5 doppelt, 6 lässt sich fallen und sichert 3 und 5 ab. Dann müsste doch eigentlich 2 so schnell wie möglich wieder zurück kommen und die ballferne Position neben 6 einnehmen, oder?


    Zweite Situation, selbe Ausgangslage. Was passiert, wenn 2 den Ball verliert? Dann muss ja 5 den Angreifer stellen. Wer doppelt dann, 3 oder 2? 6 lässt sich wohl wieder in die Abwehr fallen. Aufgrund der zurück zu legenden Wege wäre es eigentlich sinnvoller, wenn 2 doppelt und 3 in der Absicherung verbleibt..


    ähnlich verhielt sich der Mittelstürmer, wenn einer der Mittelfeldspieler im Strafraum war.


    Das verstehe ich nicht, ließ er sich dann zurückfallen?


    die Grundformationspositionen waren praktisch immer besetzt, wenn auch von unterschiedlichen Spielern


    Ja, es klingt so, als hätte Euer Spiel sich sehr stark um 5, 6 und 10 gedreht. Was ich auch nachvollziehen kann, wenn ich auch der Idealvorstellung einer homogener besetzten Mannschaft anhänge. Von einem solchen Team gehen letztlich auch die ganzen theoretischen Überlegungen zur Mannschaftstaktik aus. Wobei ich, wie schon erwähnt, auch die schwächeren Spieler zu taktisch klugem Verhalten auf möglichst allen Positionen bringen möchte. Inwieweit das gelingt ist natürlich eine ganz andere Frage...


    ein Problem gab es jedoch:


    hatte der Gegner eine guten schnellen Stürmer, der vorne nur stehen blieb und auf lange Bälle wartete.


    Bei uns gilt in der D-Jugend erstmalig die Abseitsregel. Ich hoffe, dass sie das in der E noch häufig anzutreffende Ärgernis, dass ein gegnerischer Spieler ständig kurz vor unserem Strafraum herum lungert, ausmerzen wird..


    da meine 3 Abwehrspiele nicht die schnellsten waren, musste dann der 5er etwas zurückgezogen agieren.
    Igitt, einige können jetzt sagen, spielt mit Libero, aber das ist Auslegungssache, wie das gespielt wird.


    Der Libero wird ja erst zu solchem, indem auf Manndeckung gespielt wird und ihm eben kein Angreifer zugewiesen wird. So, wie du es gemacht hast, hat 5 einfach eine absichernde Funktion als IV. Das ist auch bei der ballorientierten Verteidigung völlig in Ordnung, wenn man sich BuLi-Mannschaften anguckt, ist es ja auch so, dass bei eigenem Ballbesitz fast immer zwei Mann in Breiten- und Tiefenstaffelung das Defensivzentrum besetzen. Und wenn ein IV marschiert, bleibt da ja auch immer ein Sechser hinten, um seinen Platz einzunehmen.


    Noch mal auf die Situation, die du ansprichst, eingehend, weise ich aber meine auch nicht gerade spritzigen Defensivspieler an, sich ja nicht zu tief zu stellen, weil sie sonst viel zu leicht von dem mit Tempo auf sie zu kommendem Angreifer ausgespielt werden, und dann nicht schnell genug Fahrt aufnehmen können. Stattdessen sollen sie möglichst schon seine Ballannahme stören, während ihre Mitspieler sich in absichernde Positionen begeben. Das klappt mal besser, mal schlechter..


    wie gesagt, das war auf meine Mannschaft zugeschnitten


    Ja, vor allem auf die drei besten Spieler. :)


    aber generell hat das 3-2-3 für mich Vorteile
    höchst flexibel, ständig Dreieckformationen, und personell in allen Spielfeldbereichen ausreichend vertreten.


    Die Dreiecke habe ich ja auch schon genannt, das sehe ich auch so. Da Ihr die Dreierkette in der Offensive auch aufgelöst habt, ist der Unterschied zu der MFS-Variante auch nicht so groß, wie man meinen könnte. Das einzige Problem, das ich weiterhin habe, ist der Spielaufbau über außen, wobei ich mittlerweile glaube, das zumindest für mich gelöst zu haben: die AV gehen nach außen, zentral bieten sich 5 und 6 gestaffelt an, dort, wo die MFS die AV haben will, befinden sich die offensiven Flügelspieler. 10 und Mittelstürmer ziehen die gegnerische Abwehr weit nach hinten (aus Sicht Letzterer). Das ist dann quasi das selbe in grün.

    Den Schuß ins Seitenaus würde ich nie propagieren. Spielerisch können vertrackte Situationen ebenfalls gelöst werden.


    Das ist mir eine viel zu pauschale Aussage. Wenn sich meine Defensivkräfte in Unterzahl befinden und dazu noch technisch den gegnerischen Angreifern unterlegen sind, wir evtl. noch in Führung liegen, dann ist es meiner Meinung nach völlig legitim, auch mal ins Aus zu klären. Das heißt ja noch lange nicht, dass ich es 'propagiere'. Aber ich werde meinem Spieler ganz sicher in einer solchen Situation keinen Vorwurf machen..


    so, ich will jetzt mal meine taktischen Überlegung zur D9 etwas genauer darlegen, hab die 2 Jahre lang durchgezogen.


    zum besseren Verständis muss ich jedoch vorab meine persönliche Ansicht zur Taktik bei einer dorfmannschaft (d. unterschiedliches Niveua bzw. Können
    der einzelnen Spieler, also starkes Leistungsgefälle)


    Diesbezüglich bin ich tatsächlich auf die nächste Saison gespannt, weil da bei uns erstmalig nach Leistung eingeteilt wird und wir dazu noch in eine Spielgemeinschaft mit dem Nachbarverein gehen. Dadurch dürfte das Niveau in der von mir betreuten Mannschaft insgesamt spürbar steigen und auch deutlich homogener sein, als es das zur Zeit ist.


    ich halte nichts von starren taktischen Vorgaben. deshalb rede ich lieber von einer Grundformation, die viele Varianten und persönlichen Spielraum für den einzelnen Spieler lässt. diese Grundformation wurde grundsätzlich bei Spielunterbrechungen vorgenommen (leicht begreif und erlernbar). diese Grundformation richtete sich bei mir immer nach den vorhandenen Spielermaterial aus. deshalb sind für mich die taktischen Vorstellungen für mich nur Richtschnur, die nicht 1:1 auf jede Mannschaft übertragbar sind.


    Grundsätzlich muss man sich natürlich den Fähigkeiten der Spieler anpassen. Andererseits möchte man als Trainer die Kinder ja auch möglichst so ausbilden, dass sie von ihren Fähigkeiten her in verschiedenen Systemen und auf unterschiedlichen Positionen spielen können. Sicher gibt es in jedem Spielsystem Schlüsselpositionen, welche die schwächeren Spieler eher nicht ausfüllen können und die sie daher überfordern. Das sind zumeist die zentralen Positionen. Wobei ich in meiner E1, die meistens im 3-3 spielt, auf der wichtigen mittleren Defensivposition durchaus rotiere. Dort kommen die stärkeren und mittleren Spieler hin, die schwächeren hingegen nicht.


    Ganz wichtig für mich ist die Berücksichtigung, dass durch Auswechselungen kein Bruch erfolgt.


    Das lässt sich bei meinem Team wiederum nicht vermeiden, da ich einen Spieler habe, der die anderen deutlich überragt. Man merkt unseren Partien ganz deutlich an, ob er auf dem Platz ist oder nicht. In der nächsten Saison, wenn es dann ums D9 geht, dürfte das aber besser sein.


    zur Grundformation


    Um meine 3 besten Spieler habe ich die Grundformation aufgebaut. jeder dieser 3 konnte die Position des anderen ohne Wertverlust übernehmen.
    Wichtig, da sie ja auch ausgewechselt werden. jedoch standen fast immer 2 von den 3 auf dem Platz


    Hier hoffe ich, dass wir in der D kein so ausgeprägtes Leistungsgefälle haben werden, dass es einen kleinen Kern an Unverzichtbaren gibt. Ich hatte im Gespräch mit der Jugendleitung des Nachbarvereins auch deutliche Bauchschmerzen, als sie davon sprach, dass es ein Gerüst von Stammspielern geben solle.. Das ist mir in diesem Alter noch zu starr und positionsfixiert, außerdem möchte ich es möglichst vermeiden, dass sich eine Zweiklassengesellschaft innerhalb des Teams entwickelt..


    meine Grundformation war nun 3:2:3
    einer dieser 3 (Nummer 5) spielte den Innenverteidiger, die beiden anderen (Nummer 6 und 10) die beiden Mittelfeldpositionen


    OK, also hast du die wichtigen zentralen Positionen mit deinen stärksten Spielern besetzt.


    die 5 hatte nun 4 Aufgaben:
    1. doppeln beim Verteidiger bei Angriffen über aussen, [...]


    Meinst du wirklich doppeln? Oder eher Absichern? Ich würde eher von der 6 oder der 10, je nach Seite, erwarten, dass sie zum Doppeln dazu kommen, während der IV den AV absichert. Moment, weiter unten schreibst du, dass 6 oder 10 sich auf die Position des IV fallen lassen. Das geht natürlich auch. Letztlich tauschen dann 5 und 6/10 Position und Aufgabe, d.h. 5 wird zum Mittelfeldspieler und 6/10 zum IV.


    2. bei eigenem Ballbesitz in der Abwehr sich zurückfallen lassen und als Anspielperson dann das Spiel aufzubauen, ...


    Er agiert dann aber ohne Absicherung, richtig? Was machen denn in dieser Situation die äußeren Verteidiger?


    3. immer wieder selbst sich ins Mittelfelspiel einzuschalten, ...


    Hmm, das kann er aber doch nur tun, wenn einer, besser beide anderen Verteidiger hinter ihm die Lücke schließen, oder?


    4. die Position des offensiven Aussenverteidigers einzunehmen


    Die letzten zwei Punkte klingen so, als wäre bei dir bei eigenem Ballbesitz die Abwehr von drei auf zwei Spieler geschrumpft, da häufig ein äußerer oder der Innenverteidiger die Offensive mit getragen hat. Das stimmt dann ja mit den Vorstellungen von David Niedermeier überein. Ich hätte mir vorstellen können, dass beim 3-2-3 in der Offensive die Abwehr zu einem einzigen Spieler zusammenschmilzt, wenn beide AV offensiv werden. Und das wäre mir zu riskant..


    die 6 und 10 hatten im Prinzip gleiche Aufgabenstellung, jedoch im ständigen Wechsel, beim Abwehrverhalten nahm einer die Position der Nr. 5, der ja nach aussen doppelt, ein, der andere übernahm praktisch die 6er Positon. wichtig noch, dass beide nicht auf gleicher Höhe sondern leicht seitlich und nach vorne versetzt agierten.


    Eine klassische Doppel-Sechs also.


    in der Offensive rückten 10 oder 6 hinter die Spitzen, mit Drang in den Strafraum, einer schirmte ab


    OK, wenn ich mir also das oben Gesagte dazu hole, dann war deine Offensivformation also auch ein 2-3-3 (od. 2-2-4 od. 2-2-3-1). Das entspricht ja auch der MFS-Denke. Und klar ist, dass in dieser Altersklasse man die Formationen so eindeutig sicher nicht erkennen wird. Man möchte den Kindern, wie du ja auch schon sagtest, keine taktischen Fesseln anlegen, gerade in der Offensive nicht, da soll es ja auch vorne durcheinander gehen, um die gegnerischen Abwehrspieler zu irritieren.

    guenter: Ich überlasse frank the tank die abschließende Antwort, aber beim Trainer C-Breitenfußball gibt es keine Prüfung des Eigenkönnens, insofern kann mangelndes Eigenkönnen an sich kein Grund für das Durchfallen sein. Sicher ist es aber eine Herausforderung, in der Lehrprobe korrekte Demonstrationen und Korrekturen (inkl. Vormachen) hin zu bekommen, wenn man selbst so gar nichts kann..


    Bei uns lag es bei einem Durchgefallenen übrigens daran, dass er, nach Ansicht der Prüfer, das Thema verfehlt hatte, indem er beim Thema des Angriffs über die Flügel die Übung zu weit innen aufbaute. Bei dem anderen war es, soweit ich weiß, eine Kombination aus schwachem Coaching in der Spielform und ungeeigneter Spielform. Vermutlich war da die Übungsform auch schon nicht so gut gewesen, denn wenn die gut war, kam es meistens auf die Spielform eigentlich nicht mehr großartig an. Bei uns, d.h. in Südhessen.

    Interessantes Thema, für mich wird es zum Saisonwechsel auch interessant, noch betreue ich ja eine E1, in der nächsten Saison wird es eine stärkere D-Jugend sein, die dann auch D9 spielt. David Niedermeier ist in seinen Ausführungen zum Spielaufbau sehr explizit, letztlich wird aus dem 4-4 zum Spielaufbau ein 2-3-3. Und verteidigt wird mit zwei klassischen Viererketten, einer im Mittelfeld und der anderen in der Abwehr. Wie du schon feststellst, ist es wichtig, dass der Sechser und die zwei IV gegen den Konterangriff absichern. Steht dabei der Rest der eigenen Mannschaft sehr hoch, so dürften sie dazu von mir aus den Ball ruhig auch ins Seitenaus spielen, damit die Mannschaft sich formieren kann.


    Ich möchte also behaupten, das D9-Konzept der MFS kapiert zu haben. Weniger klar ist mir, wie der DFB sich das vorstellt. Er propagiert ja die Systeme 3-3-2 und 3-2-3. Von diesen würde ich auf jeden Fall das 3-2-3 favorisieren, weil sich zwischen den drei Reihen automatisch Dreiecke ergeben. Außerdem ist die Mitte doppelt besetzt, die Mittelfeldspieler würden, wie ich es mir vorstelle, nämlich zentral und nicht am Flügel agieren. Dazu denke ich, dass die Flügelstürmer sich zurück fallen lassen müssten, wenn der Gegner in Ballbesitz ist, d.h. dann wird daraus ein 3-4-1. Das wird evtl. ähnlich gut funktionieren wie ein 4-4 und eine offensive Anspielstation bieten. Probleme sehe ich aber, wie David Niedermeier, im Spielaufbau. Dieses Problem haben ja eigentlich auch 11er-Mannschaften, die mit Dreierkette spielen, Außenverteidiger wie mit der Viererkette gibt es da ja nicht so richtig. AVs der Viererkette sollen sich ja in die Offensive einschalten, sie werden bei eigenem Ballbesitz ja zu Mittelfeldspielern. Bei einer Dreierkette kann das höchstens einer machen, denn man sichert das Zentrum ja praktisch nie mit nur einem Verteidiger ab..

    Die Frage ist am Ende doch immer welche Entscheidung im bestimmten Augenblick die richtige ist. So wie TW-Trainer auch geschrieben hat. Und darauf weise ich dann auch hin. Denn nicht immer treffen die Spieler die richtige Entscheidung. Ich sage dann: [...]


    Genau. Und dann gibt es ja noch den Klassiker, wie in unserem letzten Spiel. Wir hatten Anstoß, der dabei Angespielte (d.h. der allererste Ballempfänger, der sich direkt neben dem Anstoßenden befindet), hält den Ball und dreht sich, um einen Angriff abzuwehren, um 360° und gibt den Ball an den (zuvor) Anstoßenden zurück, der dann, zunächst mehr oder weniger notgedrungen, den Weg nach vorne sucht. Außen laufen unsere offensiven Flügelspieler mit bzw. vor. Und dann spielt unser mittlerer Offensivspieler drei Gegenspieler aus und versenkt das Ding auch noch. Beim zweiten, spätestens beim dritten Gegenspieler denke ich als Trainer: "Spiel nach außen, links und rechts sind deine Mitspieler frei!" Aber dann macht er das Ding, und gegen ein Tor kann man schließlich nie argumentieren. =)

    Ich selbst war auch nie der begabte Dribbler, was nicht zuletzt eventuell auch daran liegt, dass man sich damals bei meiner "Ausbildung" damit nicht wirklich beschäftigt hat. Und wahrscheinlich auch daran, dass ich in der Jugend mal eine lange Auszeit genommen habe. Meinen linken Fuß habe ich auch erst spät für mich "entdeckt". Diese Tatsachen haben mich aber irgendwann dazu gebracht über das Warum nachzudenken. Und dann dachte ich mir, dass meine Spieler diese Erkenntnis später möglichst nicht haben sollen.


    Das hätte so auch von mir stammen können, Toto2, danke dafür. Ich habe als Kind kaum gedribbelt, Finten waren bei uns sowieso völlig unbekannt. Dabei habe ich wenig gedribbelt, weil das zu riskant war, da verlor ich den Ball zu oft, der Pass zum Mitspieler geling viel häufiger. Außerdem spielte ich von mir aus auch sehr defensiv, war im defensiven Mittelfeld für meinen damaligen Trainer auch, selbst wenn Eigenlob stinken mag, unverzichtbar. Mit seiner Fachkompetenz haperte es leider ein wenig, so kommt es mir rückblickend vor, von ihm wurde ich zwar motiviert, aber nie dazu ermutigt, auch mal den Ball zu führen und das 1:1 zu suchen. Das bedaure ich im nachhinein, so baue ich mein Repertoire seit meinem 35. Lebensjahr auf.... ?(


    Ich bin der Ansicht, dass man das Fintieren recht früh trainieren sollte. Ich kann es nicht beweisen, doch ich denke, dass die E und D-Jugendzeit perfekt dafür ist.


    Ja, das würde ich auch so sehen. In der F kann man ihnen schon auch den einen oder anderen Trick zeigen, aber Trainingsinhalt ist es weniger..


    Ich bin nicht der Trainer, der das sogenannte "Fummeln" verbietet. Gerade zur D-Jugendzeit ( das waren in meinem Fall bisher 2 Saisons ) habe ich mich eigentlich immer ziemlich gefreut, wenn meine Spieler mal 2 bis 3 Gegner haben aussteigen lassen. Ich hatte und habe aber auch einen Spieler, der extrem ballverliebt ist, es oft übertreibt und dann den Ball verliert. Da kommen dann schon auch Einwände von meiner Seite, den Ball einfach mal an den freien Kollegen links oder rechts abzuspielen.


    Genau, so mache ich das auch. Je nach Spieler fällt die Kritik auch unterschiedlich aus. Bei meinen schwächeren Spielern lobe ich ausdrücklich die Alleingänge, selbst wenn sie hängen bleiben, eben weil sie sich dazu getraut haben. Von den stärkeren Spielern erwarte ich hingegen, dass sie versuchen, zu erkennen, ob die Situation ein Dribbling erfordert, oder ob ein Abspiel sinnvoller ist. Wenn letzteres der Fall ist, dann weise ich sie darauf auch hin. Natürlich immer freundlich. Es passt nicht mehr zum Thema Finten, aber einen schwächeren Spieler habe ich neulich auch, als er sich rechts durchgesetzt hatte, aber aus extrem spitzem Winkel dann aufs Tor hielt, wo der Keeper schon die kurze Ecke zu machte, und natürlich das Außennetz traf, obwohl zentral vor dem Tor ein (auch noch sehr guter) Mitspieler völlig frei stand, zugerufen: "<Name>, du darfst schon auch abspielen, dagegen habe ich nichts!". Da grinste er mich an und nickte.