Also, guenter, wir haben zu Beginn des Jahres mit E-Junioren ein Hallenturnier nach Fair-Play-Regeln, d.h. insbesondere ohne Schiedsrichter durchgeführt. Die Kinder sind das alle nicht gewohnt gewesen und spielen teilweise seit vier oder fünf Jahren mit Schiedsrichtern. Die Vertreter der Gastvereine, ja sogar mein Co-Trainer und unsere Mannschaftsbetreuerin, waren hinter vorgehaltener Hand skeptisch, ob das gut gehen werde. Am Ende waren alle sehr angetan, es gab nur eine strittige Szene, die als reinigendes Gewitter wirkte. Insgesamt war das Turnier, vor allem unter Fair-Play-Gesichtspunkten, ein voller Erfolg.
Beiträge von tobn
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Abseits des Vereins
Würde ich es begrüssen, die ganzen Ausschüsse zu dezimieren.
Hierzu kann ich leider nicht viel sagen, da mir weder die Zahl der Ausschüsse noch die ihrer Mitglieder bekannt ist.Darüber hinaus würde ich mich wünschen, dass nur ein Verband bundesweit was zu sagen hat und nicht jeder für sich.
Ja, ich fände es auch besser, wenn der DFB eine größere Hoheit über die Landesverbände hätte. Nicht unbedingt eine vollständige, ich könnte mir schon vorstellen, dass der föderalistische Ansatz durchaus auch positive Aspekte hat, die man nicht vorschnell über Bord werfen sollte. Nicht zuletzt ist ein Gestaltungsfreiraum für die langfristige Motivation der Verantwortlichen sehr förderlich. Aber das Konkurrenzdenken, das ich meine zwischen den Landesverbänden und dem DFB ausgemacht zu haben, sollte unbedingt reduziert werden..Jedes Land, jeder Kreis sollte hier gewählte Vertreter -ähnlich wie im Bundestag- entsenden dürfen. Mehrheitsbeschlüsse werden bundesweit sofort und unmittelbar umgesetzt.
Hmm, also, einen DFB-Bundestag gibt es bereits: http://www.dfb.de/index.php?id=503935. Wie die Organisationsstruktur des DFB ist, welche Gremien er hat, welche Befugnisse diese haben und wo der Bundestag sich da einordnet, weiß ich allerdings nicht.DER VEREIN
-höhere kostendeckende Vereinsbeiträge um qualifizierte Trainer stundenmäßig zu bezahlen (soziale Komponenten einbauen wie...ab drittes Kind frei o.ä./Hartz IV usw.)
Man sollte sich aber bewusst sein, dass dadurch möglicherweise viele Kinder nicht mehr zum Fußball kommen, sondern sich anderen Angeboten zuwenden. Je teurer das Fußballhobby, desto kritischer werden es die Eltern prüfen. Eine signifikante Erhöhung des Vereinsbeitrags müsste, wie ich meine, aber durch eine Verbesserung des Angebots legitimiert werden. Dazu zählen bessere Sportstätten, materielle Ausstattung sowie qualifizierte Trainer in entsprechender Zahl. Aber insbesondere letztere sind ohnehin bereits jetzt Mangelware, wo wollen wir sie denn her zaubern?-die Qualifizierung der Trainer muß nicht mit einem Trainerschein, sondern mit einer Art Fortbildungsschein nachgewiesen sein. Hiervon muß der Trainer jährlich z.B. zweimal einen Nachweis bringen. Die Kosten trägt der Verein und werden über die Beiträge finanziert.
Eine Grundqualifikation sowie genügend Fortbildung, um am Ball zu bleiben, ist sicherlich erstrebenswert. Hier halte ich es aber, ähnlch wie guenter, für sinnvoller, wenn angehenden Kinder- und/oder Jugendtrainern z.B. in einem eintägigen Seminar die wichtigsten Themen nahe gebracht werden (und organisatorische Themen sind mir da weniger wichtig als die Erläuterungen darüber, was kindgerecht ist und was nicht, sowie die Unterschiede zwischen Erwachsenen- bzw. Fernseh- und Kinderfußball). Danach würde ich Fortbildung nur insoweit vorschreiben, wie Änderungen es notwendig machen. Oder man setzt die Grenze eher niedrig an. Das Angebot muss natürlich auch da sein. Ich halte es zumindest für nicht sonderlich effizient, wenn ein G-Trainer, der nie eine andere Altersklasse trainieren wird, gezwungen wird, sich zu Inhalten für A-Junioren fort zu bilden, weil er ein irgendwo festgelegtes Fortbildungskontingent erfüllen muss, aber schon alle Themen zu der von ihm betreuten Altersklasse abgehakt hat.Will sagen: bevor man vorschnell Regeln aufstellt, sollte man darauf achten, ob sie die Ziele erreichen, die man sich gesetzt hat, und dass sie keine unerwünschten Seiteneffekte haben. Außerdem sollte man auch nur Regeln einführen, wenn sie benötigt werden. Wie sagte Antoine de St Exupéry doch: "Il semble que la perfection soit atteinte non quand il n'y a plus rien à ajouter, mais quand il n'y a plus rien à retrancher", was ich mit meinem Schulfranzösisch wie folgt übersetzen würde: "Es scheint, als würde Vollkommenheit nicht erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn sich nichts mehr entfernen lässt."
-der Verein hat eine festgeschriebene Philosophie. Hierauf aufbauend benennt er sein Konzept. Er bindet nur Trainer, die sich dem Konzept hingeben. Besser kein Trainer, als einen...der die Brut oder den Ruf versaut.
Die Schwierigkeit, Trainer zu finden, ist, wie ich meine, die größte, mit der sich Jugendleiter konfrontiert sehen. Sie müssen Trainer nehmen, die gut genug sind. Und das misst sich typischerweise an den Minimalzielen, die du nennst, d.h. dass die Kinder nicht in Scharen den Verein verlassen und sein Ruf nicht über Gebühr leidet. Eine gewisse Fluktuation und auch ein gewisses Maß an individueller Unzufriedenheit und entsprechender Gerüchte und übler Nachrede ist, so mein Eindruck, hierbei völlig normal und auch nicht gänzlich zu vermeiden. Ich bezweifle aber, dass ein Verein es sich leisten kann, die Ansprüche an seine Trainer allzu hoch zu setzen. Zum Trainer-Job braucht es ein gehöriges Maß an Idealismus, machst du dich bei den Trainern mit (aus ihrer Sicht) überzogenen Ansprüchen unbeliebt, so wirst du sie bald los sein.Ich bin durchaus deiner Meinung, dass ein Verein eine festgeschriebene, gelebte Philosophie haben sollte, der alle Trainer verpflichtet sind. Allerdings sehe ich wiederum den Verein dazu verpflichtet, den Trainern eben das zu ermöglichen, z.B. indem er für sie ein entsprechendes Konzept hat, bspw. mit Hospitationsmöglichkeiten, entsprechender Unterstützung in Fortbildungsfragen, Informationsmaterial bereit stellt, bei der Organisation hilft, etc. Tatsächlich ist es doch die Regel, dass die Verantwortlichen sich zurück ziehen, sobald ein Trainer gefunden wurde. Er muss dann alleine gucken, wo er bleibt. Das ist sicherlich kein wünschenswerter Zustand.
-der Trainer -selbst im Bambinibereich- unterschreibt eine Art Arbeitsvertrag
Hmm, den müsste ich erst einmal sehen, bevor ich eine Bewertung abgebe. Ich weise noch mal darauf hin, dass der Trainerposten ein Ehrenamt ist, für das viel Idealismus und Engagement aufgebracht werden muss. Die Trainer zu sehr zu gängeln halte ich für den falschen Ansatz.-der Verein setzt mit Kompetenzen ausgestattete Vertreter in Form von Koordinatoren ein, die Bindeglied und Kontrollorgan zwischen Spielern, Trainern, Eltern und Verein sind. Die Koordinatoren sorgen sich auch um das Angebot von Fortbildungen für die Trainerschaft.
Das klingt nach einem anderen Begriff für Jugendleitung. Tatsächlich halte ich die direkte Kommunikation zwischen Spielern, Trainern und Eltern für zumeist sinnvoller als die ständige Einschaltung einer weiteren Instanz. -
Es gibt im gesamten Jugendspielbetrieb keine Regelungen mehr die eine Spieleranzahlbegrenzung vorschreiben. Warum soll nicht jeder Trainer selbst entscheiden dürfen wie viele Spieler er einsetzt? Ich behaupte im Regelfall wird er nicht mehr als 11 Kinder zu einem 7er Spiel mitnehmen. Falls doch und er kann jedem Kind eine ausreichende Spielzeit garantieren ist es doch seine Entscheidung ?!

Grundsätzlich bin ich deiner Meinung. Ich sehe aber durchaus die Gefahr, dass die siegesgeilen Trainer mit einem 40er-F-Kader (über beide Jahrgänge) die zwanzig besten Spieler mit nehmen, und davon fünfzehn einsetzen. Fünf spielen dann gar nicht, vierzehn bekommen von den 40 Minuten Spieldauer im rechnerischen Mittel jeweils 17 Minuten ab. Richtig siegesgeile Trainer werden dazu noch die zwei, drei stärksten Spieler durchspielen lassen, dann bleiben für die anderen (sagen wir mal) zwölf nur noch 20 Minuten im Schnitt übrig. Daher wäre mir der Appell an die Trainer, auf ausgewogene Spielzeiten zu achten, sehr wichtig, wenn man die Begrenzung komplett fallen ließe. Eine Alternative läge auch darin, dass man pro Spieler einen gewissen Anteil an der Spielzeit als Minimum ansetzt und so auf die Maximalzahl an Spielern kommt. Also bspw. als wünschenswerte Mindesteinsatzzeit ein Drittel der Spieldauer, wodurch man drei mal so viele Spieler mit nehmen kann, wie gleichzeitig auf dem Feld stehen.Kleines Beispiel hierfür vom vorletzten WE:
Wir haben 13 Spieler/innen im Kader. 12 dürfen maximal eingesetzt werden.
2 melden sich im Vorfeld ab da sie zu einem Schwimmwettkampf fahren.
Die restlichen 11 fahren somit mit.
Kurz vor Spielbeginn stehen plötzlich die anderen beiden Kinder freudestrahlend auf dem Spielfeld und berichten dass der Schwimmwettkampf unerwartet schon eher zu Ende war und sie jetzt doch noch mitspielen könnten.
Die Eltern sind gerade 30km gefahren um die Jungs noch her zu bringen. Was macht der Trainer jetzt?
Sich bei den Eltern der nachgekommenen Kindern dafür entschuldigen, dass er ihnen nicht mitgeteilt hat, dass er umdisponiert hat und nun andere Spieler eingesetzt werden. Der Trainer hat die Zwölferregel nicht gemacht, er muss für sie also nicht die Verantwortung übernehmen. Aber er sollte ihre Existenz den Eltern und Kindern mitteilen und ihnen erklären, dass es daher nicht möglich ist, alle Spieler in jedem Spiel einzusetzen. Und dann rotiert man bei den Einsätzen. Bei Eurem Verhältnis von 13 einsatzbereiten zu 12 einsatzberechtigten Spielern geht das doch noch ganz gut. Wir haben vier Jahre lang bei maximal elf Spielern auf dem Spielbericht einen Kader von zwischen fünfzehn und zwanzig Spielern gehabt. Das erfordert dann richtig Planung.. -
So wie Ranwie geht es mir bei diesem Thema auch.
Mir auch. Die von Andre gestellte Aufgabe ist zu mächtig.. In vielen meiner Beiträge finden sich Teilantworten, aber für einen umfassenden Beitrag zu dem Thema bräuchte ich mehr Zeit, als ich typischerweise habe. Bzw. eigentlich nicht immer habe, aber das ist eine andere Geschichte...Ein guter Ansatz wären hier Regeländerungen. Vieles finde ich überflüssig, wie zum Beispiel die Regel, dass ich in der D nur vier Spieler einwechseln darf.
Diese Regel könnte man von mir aus auch streichen, allerdings finde ich auch, dass man nicht zu viele Auswechselspieler mit nehmen sollte, damit alle Spieler, die kommen, auch entsprechende Einsatzzeiten bekommen. Wir haben bspw. zu unseren E7-Spielen meistens nur neun statt der erlaubten elf Spieler mit genommen, damit die Quote von Einsatz- zu Spielzeit hoch genug ist. Wenn mehrere konditionsschwächere Spieler dabei waren, haben wir das Kontingent auf zehn Spieler erhöht. Da in der D mit neun gegenüber sieben Spielern agiert wird, könnte man die zulässige Zahl an Ersatzspielern meiner Ansicht nach auf fünf oder sechs erhöhen. Mich würde es auch nicht stören, wenn die Beschränkung ganz weg fiele, ich würde mir aber einen Hinweis auf den verantwortungsvollen Umgang mit der Einsatzzeit wünschen.Abseits würde ich überall dort abschaffen, wo kein Linienrichter anwesend ist.
Ich nicht, wobei ich dazu sagen muss, dass es das Abseits bei uns erst in der nächsten Saison gibt, vielleicht ändert sich meine Meinung dann ja noch. Ich empfinde jedoch das Abseits im Zusammenhang mit der ballorientierten Verteidigung als fast schon notwendig. Man trifft unterhalb der D immer wieder auf Teams, die einen oder zwei Stürmer tief in der gegnerischen Hälfte parken und mit dem Rest verteidigen. Dazu muss man dann einen Spieler zur Absicherung abstellen, was, wenn der Stürmer sich tatsächlich sehr tief oder weit außen postiert, wie es ja durchaus geschickt ist, letztlich einer Manndeckung entspricht. Da ist es dann ziemlich schwierig, auf gemeinsames Verteidigen hin zu arbeiten...Auch verbindliche Regeln, die bundesweit gelten, würde ich begrüßen.
Absolut, sofern sie gut und sinnvoll wären. Ich weiß aber nicht, ob ich nicht die Möglichkeit zur Korrektur im Detail gerne behielte. Kleinere Einheiten sind typischerweise beweglicher und flexibler..Fairplay-Liga fände ich gut, bis auf das Fehlen von Schiedsrichtern. Hier würde mir aber besser gefallen, wenn unabhängige Jungschiris pfeifen würden statt der Trainer.
Ich bin eigentlich recht zuversichtlich, dass es im G- und F-Bereich auch ohne Schiedsrichter gut laufen kann, wenn die Ziele und Methoden der FPL entsprechend vermittelt werden und die Kids von vornherein das eigenverantwortliche Spiel ohne Schiri kennen lernen. Da gibt es dann gar nicht erst die Meinung, dass es erst ein Foul oder Aus oder was auch immer ist, wenn der Schiri pfeift. Für die E-Jugend sieht die FPL ja bereits den Spielleiter vor, mit entsprechend FPL-erfahrenen Mannschaften und Trainern sehe ich da keine Schwierigkeiten. Trainer sollten ja jetzt bereits möglichst nicht pfeifen, das ist ja auch der deutliche Rat des DFB. -
Stell Dir mal vor, Du hättest einen Sohn, der vollkommen fußballgeil ist.
Das muss ich mir nicht erst vorstellen, dieser Zustand liegt vor.
Für ihn gibt´s nur Fußball und Schule ist Nebensache. Und jetzt stell Dir mal vor, die schulischen Leistungen dieses Kindes sacken ab, ...
Na gut, hier hört die Übereinstimmung dann auf.... und das nicht zuletzt, weil das Kind sich zu viel um Fußball und zu wenig um die Schule kümmert. Würdest Du diesem Kind eher eine Woche Fußballpause oder eine Woche Schulpause verordnen?
Ich würde zunächst einmal die Frage stellen, ob das Absacken in der Schule tatsächlich dem Fußball oder, genauer gesagt, dem Fußballtraining geschuldet ist. Deinen weiteren Äußerungen im weiteren Verlauf des Threads nach, stimmen wir ja darin überein, dass es i.d.R. nicht an dem Zeitaufwand für das Training liegt, wenn ein Kind in schulische Schwierigkeiten gerät. Es mag sein, dass es mal den akuten Fall gibt, in dem am Tag vor der Arbeit, der Abgabe der Projektarbeit oder dem Referat jede Minute zählt, das sind Ausnahmen, in denen jeder. der sich an diesem Thread beteiligt, wohl keine Einwände dagegen hätte, dass nicht zum Training erschienen wird. Das müsste aber die Ausnahme bleiben, außerdem sollte daraus gelernt werden, dass man eben nicht alles auf den letzten Drücker machen sollte.Wenn nun tatsächlich ein Kind sich so sehr mit Fußball beschäftigt, dass zu wenig Zeit für die Schule bleibt, so würde ich mir als Trainer wünschen, dass zuerst die Tätigkeiten gestrichen werden, die nicht mit dem Training zu tun haben, also bspw. die von Don Quijote bereits genannten PSP- und Fernseh-Sessions. Falls das Kind sich nur auf dem Bolzplatz aufhalten sollte, so würde ich durchaus auch die Regel begrüßen, dass der Bolzplatz erst nach den Hausaufgaben dran ist. Ich kenne allerdings kein Kind, auf das diese Beschreibung zutrifft, ich dachte, das sei eine mittlerweile extinkte Spezies..
Letztlich müssen die Eltern sich einfach darum kümmern, wie es ihren Kindern in der Schule geht, und sich kontinuierlich um das Thema kümmern. Kinder fallen selten unvermittelt in den Brunnen, meistens balancieren sie zuvor eine Zeit lang auf dem Rand herum. In dieser Phase sollte man bereits reagieren, dann muss man auch kein Trainingsverbot aussprechen.
Das kann man so direkt Eltern natürlich vorhalten, sie werden es als unberechtigten Vorwurf und Einmischung in ihre erzieherische Verantwortung verstehen, was auch durchaus nachvollziehbar ist. Dennoch kann man, denke ich, seinen Standpunkt zum Thema Einhalten von Trainingszeiten, an einem Elternabend darlegen. Man kann auch durchaus damit argumentieren, dass die Erfahrung zeigt, dass es Kindern, die seltener zum Training kommt, schwerer fällt, sich zu integrieren, und dass sie auch vermehrt verfrüht aussteigen.
Du musst diese Eltern verstehen. Fußball ist oft genug der einzige Punkt, an dem sie die Kinder packen können.
In vielen Fällen ist es, wie ich meine, für die Eltern aber auch einfach die offensichtlichste und daher bequemste Möglichkeit. Ich behaupte, es ist in nur wenigen Fällen der einzige Ansatzpunkt.Bei schulischen Problemen helfen Strafen aus meiner Sicht ohnehin so gut wie nie weiter. Die Ausnahme mag darin liegen, dass ein Schüler behauptet hat, etwas zu tun, und sich dann heraus stellt, dass das nicht zutraf, und dadurch eine Arbeit, ein Referat oder etwas Ähnliches daneben ging. Dann halte ich eine Strafe für die vorsätzliche Täuschung für angebracht. Noten kann man aber nicht mit Strafen und Repressalien dauerhaft verbessern, zumindest nicht im Kinderalter, ebensowenig wie ich ein Kind fußballersich zu mehr Leistung anspornen kann, indem ich es zur Strafe auf die Bank setze. Vielmehr muss man durch genaue Beobachtung und evtl. auch mit dem Kind gemeinsam nach den Ursachen der schwachen Leistungen forschen und diese bekämpfen. Das ist deutlich aufwendiger als das Aussprechen eines Fußballverbots. Aber auch deutlich effektiver. Wie im Fußball auch sollte man sich dabei auch fragen, ob das elterliche Ziel evtl. zu hoch gesteckt sein könnte.
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Aber Fussballverbot als Druckmittel finde ich doof - und zwar als Trainer und als Vater.
Das sehe ich auch so, zumal, und das kann ich nachvollziehen, es heutzutage in Erziehungsratgebern heißt, Strafen sollten, wenn sie denn tatsächlich notwendig sind, einen Bezug zur Regelverletzung haben. Beim Fußballtraining dürfte dieser Bezug nur selten gegeben sein... -
Ich kann nicht mit solch langjährigen Erfahrungswerten aufwarten wie du, Andre, die Kids, die ich trainiere, begleite ich noch, inzwischen gegen Ende der E1-Jugend. Und da sehe ich große Unterschiede. So gibt es tatsächlich diejenigen, die du vermehrt siehst, die so spielen, wie ihnen die Füße gewachsen sind, wenn man sie lässt, und die hauptsächlich in den Übungen zeigen, dass sie doch die Technik drauf haben, der Eine mehr, der Andere weniger. Es gibt Spieler, die sich viel abgucken, die interessiert sind und die Weisheiten, die der Trainer verkündet, wenn ich das mal hochtrabender als gemeint ausdrücken darf, auch bereitwillig aufnehmen. Und dann gibt es die, die das weniger interessiert, aus welchem Grund auch immer. Manchen fehlen die Grundlagen, manche sind zu ichbezogen, andere trauen es sich nicht zu, einige hören schlicht nicht zu oder sind nicht aufmerksam. In einigen Fällen habe ich sehr gute Erfahrungen mit detaillierten Einzelkorrekturen gemacht, d.h. damit, dass ich einen Spieler beiseite nahm und mit ihm im Detail durchgegangen bin, wie z.B. die Fußhaltung beim Spannstoß optimalerweise ist, damit der Ball den richtigen Wumms kriegt und nicht über das Tor fliegt. Da ist dann so mancher Spieler danach so begeistert davon, was er kann, dass er mit einem mal viel mehr zeigt als zuvor.
Ich denke, es ist wichtig, dass man die Spieler auch im Jugendalter weiter ermuntert, sich auszuprobieren und nicht nur das anzuwenden, was sich bei ihnen scheinbar bewährt, denn sonst verkümmern ihre Fähigkeiten in den übrigen Bereichen. Dazu müssen sie unbedingt auch Fehler machen dürfen. In diesem Zusammenhang bin ich durchaus reserviert gegenüber dem Drang, "möglichst weit oben" zu spielen, wenn das zur Folge hat, dass in D- bis A-Jugend Positionsidioten heran gezogen werden. Aber da habe ich noch nicht genügend eigene Erfahrungen gesammelt, um kompetent mit reden zu können, das kommt bei mir erst noch, so dass ich nur spekulieren kann.
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Doch, Andre, wir bilden schon aus. Wie viel von dem, was wir vermitteln, dann aber hängen bleibt, hängt nicht zuletzt von dem einzelnen Spieler ab.
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Mit der Mutter zu sprechen, ist sicher kein Fehler.
Das denke ich auch. Ich hatte auch einen Fall in meinem Team, bei dem das Gespräch mit der Mutter letztlich zu der Entscheidung führte, dass der Junge mit dem Fußball aufhört. Das war allerdings zum Ende des ersten E-Jugendjahrs und noch nicht in der G. Bei ihm war es so, dass er sich ganz offensichtlich für Fußball kaum interessierte, seine Mutter wollte, dass er eine Sportart betreibt, am liebsten eine Mannschaftssportart, und er dann im zweiten F-Jugendjahr bei uns anfing, weil viele seiner Kumpels und Klassenkameraden in unserem Team sind. Da er 2000 geboren ist, während der Rest des Teams aus 2001ern besteht, durfte er an den Rundenspielen nicht teilnehmen. Als wir dann in die E-Jugend wechselten, durfte er auch bei den Pflichtspielen dabei sein und war es auch. Interesse am Fußball zeigte er kaum, eigentlich gar nicht. Da er in der Klasse meines Sohnes war (und noch ist), kannte ich ihn und seine Mutter auch außerhalb des Fußballplatzes ganz gut. Und dafür, dass er auch in der Schule ein notorischer Hans-Guck-in-die-Luft, Klassenkasper und genereller (wenn auch liebenswerter) Störenfried war, und für Fußball selbst tatsächlich so gut wie gar nichts übrig hatte, benahm er sich im Training erstaunlich gut. Ich musste ihn zwar am häufigsten ermahnen, aber er ließ sich eigentlich gut zur Raison rufen und störte den Betrieb nicht vorsätzlich.Allerdings habe ich nach zwei Jahren, in denen sich bezüglich innerem Engagement und Begeisterung für den Fußball und an dem Sport nichts, aber auch gar nichts getan hatte, dann doch das Gespräch mit seiner Mutter gesucht, weil ich der Meinung war und bin, dass es nicht viel gebracht hätte, wenn er beim Fußball geblieben wäre. Hätte er es gewollt, ich hätte ihn natürlich im Team behalten. So habe ich aber dazu geraten, dass sie weiter nach etwas suchen sollten, für das er sich begeistern kann.
Ich weiß noch nicht, ob es die richtige Entscheidung war. Gerade weil ich den Jungen ganz gut kenne, habe ich mich das gefragt. Man möchte ja auch kein Kind benachteiligen. Ich weiß auch nicht, wie intensiv und engagiert die Suche nach anderen sportlichen Beschäftigungen läuft. Noch dazu ist er ein Scheidungskind und seine Mutter hat seit einigen Jahren einen neuen Partner und mit diesem auch ein weiteres Kind. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Konstellation für ihn auch nicht ganz einfach ist, obwohl sein Stiefvater ein sehr netter Kerl ist. Sein leiblicher Papa ist da evtl. etwas problematischer, auch ein ganz lieber Kerl, aber halt noch ein richtiger Kindskopf. Allerdings muss man auch erkennen, wo die eigenen Grenzen erreicht sind und wo die Familienangelegenheiten der Anderen einen nichts mehr angehen. Dem Jungen wird kein Leid angetan, insofern gebührt es mit nicht, mich da einzumischen..
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Toller Beitrag, Ralf.

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Es gibt da auch von Kreis zu Kreis Unterschiede. Einige Vorgaben werden in der Praxis auch ignoriert, wenn beide Teams sich einig sind. Bei uns (auch Hessen, nicht weit von Don Quijote entfernt) gibt der Kreis bis zur E-Jugend kurze Ecken vor, viele führen sie aber lang aus. Dann gibt es bei uns noch die Regel, dass ein Abstoß des Torhüters die Mittellinie nicht überschreiten darf, ohne von einem Spieler berührt worden zu sein. Letztere wird eher selten beachtet, wobei es auch nicht viele Torhüter gibt, die den ruhenden Ball über die Mittellinie bekommen. Typischerweise wird fliegend gewechselt. In Pokalspielen (von denen ich persönlich nichts halte) kommen offizielle Schiedsrichter, da wurde bei uns bisher die Ecken immer lang ausgeführt und Auswechslungen fanden in Spielpausen nach Bitte an den Schiedsrichter, also den Ruf: "Schiri, Wechsel!", und dessen anschließender Aufforderung, statt.
Ansonsten kann ich Don's Tipp aber bekräftigen: am besten trifft man sich vor dem Spiel zu dritt, d.h. beide Trainer und der Schiri, und klärt die fraglichen Punkte. Allerdings nicht bei offiziellen Schiris, letztere wissen, was sie wollen, da gibt es keine Verhandlungen..
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Der Spieler ist aber überhaupt nicht gealtert, daher habe ich das nicht gleich erkannt. Nun, da du es sagst, fällt mir auf, dass seine Mode nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Auf sowas gucke ich halt nicht, mir fällt es ja auch nie auf, wenn meine Frau was Neues trägt oder beim Friseur war...

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Tja, Uwe, in der Animation klebt dem Spieler der Ball irgendwie am Fuß, was weiß ich, wie er das hin bekommt.. Aber OK, wenn 'über XY dribbeln' mit 'über XY lupfen' gleich zu setzen ist, verstehe ich es. Gut, dann lasse ich meine Kids das heute mal probieren. Vielen Dank für die Aufklärung.
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Danke für die prompte Antwort, guenter, aber mir geht es um die mittlere der drei Übungen. Du hast mir die dritte erklärt, die ich, genau wie die erste, einwandfrei verstehe. Bis auf diesen ominösen Torschuss, vielleicht findet sich dazu aber ja noch ein Experte.

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Ich grübele darüber, wie folgende Anweisung in der Übung zu verstehen ist, die unter http://www.soccerdrills.de/Tor…seiten/torschuss%2025.htm zu finden ist: "Der Spieler dribbelt über die Hütchen (Hürde) und schießt dann aus dem Lauf aufs Tor."
Wie dribbelt man über ein Hindernis? Vom Lupfen wird hier erst in den Variationen gesprochen...
Viele Grüße,
tobn -
Wobei, und das sei ergänzend gesagt, ein Kind durchaus auch ein verlorenes Spiel als persönlichen Sieg erleben kann, wenn es bspw. sein erstes Tor schoss.
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Ärgerlich. Aber, um einen ob dieses Spruchs in zweifelhaftem Ruhm verbliebenen Trainer zu zitieren: "Lebbe geht weider.."
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Vor ein paar Wochen selbst erlebt, mein 8 jähriger Sohn, der gerne mit mir zu den Spielen fährt, durfte sich nicht mit auf die Bank setzen. Er musste hinter die Absperrung auf die Tribühne.
Mit welcher Begründung? Lass mich raten: Versicherung und/oder Verletzungsgefahr. Lächerlich.. -
Was empfehlt ihr, wie man gegen ein 4:2:3:1 am besten verteidigt? Wie spielen gewöhnlich im 4:4:2.
Wie Gladbach, würde ich meinen. Wenn man das kann. -
Auf keinen Fall würde ich ein Team in eine Staffel melden, in der es nur, und oft noch hoch, verliert, nicht im Kinderalter. Dann lieber wie DQ es propagiert: niedriger melden und schwerere Freundschaftsspielgegner oder Turniere suchen. Wenn man die D9-Taktikvideos der Münchner Fußballschule anguckt, erfährt man, dass sie es dort in der D-Jugend gezielt so machen. Sie melden ihre D-Jugend gezielt niedrig, um dann schon gruppentaktische Inhalte wie z.B. das Hinterlaufen oder den Spielaufbau mit Viererkette in den Pflichtspielen umsetzen zu können.
