Ich bin auch der Meinung, der Kapitän muss ein Stammspieler sein, eine hohe Trainingsbeteiligung aufweisen und genügend Selbstvertrauen haben, auch heikle Themen aus der Mannschaft gegenüber den Trainern zu vertreten. Anerkennung in der Mannschaft ist wichtig, weil er hin und wieder (wenn ich alleine bin), Teile des Aufwärmens übernehmen muss und für die Mannschaftskasse verantwortlich ist. Da mir das Risiko, einen in meinen Augen ungeeigneten Kapitän (Klassenclown) gewählt zu bekommen, zu hoch ist, bestimme ich immer kurz vor Beginn der Punktrunde im Herbst den Kapitän und einen oder zwei Stellvertreter. Einen Wechsel während der Saison würde ich nur bei gravierenden Verfehlungen vornehmen. Meist war mein Kapitän auch Bestandteil der zentralen Achse der Mannschaft, das würde ich aber nicht als Voraussetztung nehmen. Auch alter oder junger Jahrgang ist kein Kriterium, ich habe schon sehr gute Erfahrungen mit einem der jünsten Spieler im Team (junger Jahrgang, geboren Ende November) gemacht. Der Spieler ist heute absoluter Führungsspieler in der B-Jugend, seit dieser Saison Co-Trainer der D-Jugend und engagiert sich auch bei allen außersportlichen Themen im Verein.
Beiträge von BJL
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Bei uns bekommt jeder Jugendtrainer 750,- € pro Jahr, davon behält er 150,- € und spendet (gegen Spendenquittung) 600,- € dem Verein zurück. Das deckt in etwa die Sprit- und Telefonkosten. Der Zeitaufwand kann von einem kleinen Verein natürlich nicht vergütet werden, aber aus finanziellen Gründen sollte man eh nicht Jugendtrainer werden.
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Ich habe gerade ein Buch zum Thema Konditionstraining im Fußball gelesen, da heißt es, der Körper benötigt 48 Stunden, um sich von den kleinen Verletzungen, die bei Belastung in der Muskulatur entstehen, zu erholen. Das gilt meiner Meinung nach aber eher für Erwachsene, Kinder erholen sich erfahrungsgemäß deutlich schneller. Ich konnte als Kind und Jugendlicher auch problemlos jeden tag stundenlang bolzen, man muss sie im Training ja nicht bis zum äußersten belasten. Das Problem mit den schlechten Leistungen bei Wochentagsspielen kenne ich nicht, dafür sehen meine Mannschaften vormittags grundsätzlich schlecht aus.
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Die Beschreibung klingt für mich so, als ob nicht die Motivation das Problem wäre, sondern eher mangelndes Selbstvertrauen. Vielleicht hilft es, den Spieler schon im Training auch für kleinere gelungene Aktion bewusst zu loben. Beim Thema Motivation bin ich grundsätzlich der Ansicht, dass es sich schnell abnutzt, wenn man permanent pusht, ich versuche immer, mich auf die wichtigsten Spiele zu konzentrieren, da dann aber wirklich alles zu geben und in den restlichen Partien die Spieler eher sachlich einzustimmen.
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Ich möchte im nächsten Hallentraining gern ein paar Übungen zu Koordination / Gleichgewichtssinn auf Weichbodenmatten machen. Hat damit jemand Erfahrung bzw. Übungen in petto?
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Bei Auswärtsspielen wird natürlich kein Kind am gegnerischen Sportplatz zurückgelassen und wenn ein Kind nicht zum Treffpunkt erscheint, telefoniere ich in diesem Fall auch hinterher. Bei Heimspielen beende ich für mich persönlich die Aufsicht mit dem Verlassen der Kabine, wenn sich Spieler danach noch auf dem Gelände /Spielplatz, Gaststätte etc. ) aufhalten, ist das für mich Privatinteresse. Im Training kann ich die Kinder sogar nur bis zum Verlassen des Platzes beaufsichtigen, weil ich fast immer direkt im Anschluß als aktiver Spieler selbst Training habe. Wir sind aber auch auf dem Land, die meisten Kinder kommen mit dem Fahrrad zum Training.
Wenn ich die vorangegangenen Beiträge lese, scheint es aber tatsächlich so zu sein, dass "böswillige" Eltern dem Trainer, sollte wirklich etwas passieren, gravierende rechtliche Probleme machen können. Insofern würde mich eine definitive Einschätzung eines Fachmann sehr interessieren.
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Mir geht es da ähnlich wie den Vorrednern, es passiert nur noch höchst selten, dass ich quer über das Spielfeld brülle, ich versuche eher, hin und wieder einen Spieler an die Auslinie kommen zu lassen und kurz zu erklären, was er in der vorangegangenen Spielsituation besser hätte lösen können. Im Training versuche ich, nicht so sehr auf Stärken und Schwächen im letzten Spiel zu reagieren, sondern den vorher festgelegten lang- und mittelfristigen Plan beizubehalten. Die Fortbildung über Veranstaltungen und Fachliteratur gehört auch dazu. Auch für die Zukunft gilt: Stillstand ist Rückschritt, ich kann und muss mich permanent weiterentwickeln.
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Ich hab die Übung am WE eine halbe Stunde in der Halle probiert, mit Seilen (und der Vorgabe, die Seile immer gespannt zu halten) und ohne vorherige Erklärung über die Ziele, um zu sehen, ob sie von selber merken, worauf es ankommt. Man merkt schnell, die "besseren" Spieler passen quer, um die Lücke zu finden, die "schwächeren" bolzen eher planlos durch die Gegend. Mal sehen, was passiert, wenn ich die Übung noch Mal mache und genau erkläre, was ich sehen möchte und warum.
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Hallo, mich würde das Ganze auch interessieren. @ Zodiak: Hast Du eine PN von mir bekommen?
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Sorry, ich kann euch das wirklich nicht in Metern ausdrücken. Es kommt auch auf die Altersstufe und das Können der Spieler an. Bei 5 gegen 5 würde ich sagen, nicht zu groß und die Spielverlagerung durch Flachpässe fordern. Bei mehreren Spielern natürlich größer und ggf. die Spielverlagerung durch Flugbälle, was voraussetzt, dass immer einige Spieler auch in der Hälft ohne Ball stehen bleiben.
Wenn das Feld zu klein ist, wird das ganze - zumindest bei mir, wir spielen in der untersten Klasse - schnell billiardartig und der Ballbesitz wechselt alle paar Sekunden, ohne dass das Trainingsziel Spielverlagerung umgesetzt wird.
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Mir gefällt diese Idee als Abwechslung beim Hallentraining. Vielleicht probiere ich das morgen mit meiner C-Jugend mal für eine halbe Stunde aus.
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@ Tom Bombadil
ich vermute, das ist wieder von Landesverband zu Landesverband unterschiedlich: bei uns in Bayern braucht man keine Durchschläge, es gibt einen Spielberichtsbogen, den der SR am Ende mitnimmt und zum Spielgruppenleiter schickt.
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Wir verfügen über keinen Kunstrasen, man hört aber, dass die umliegenden Vereine etwa 300 - 400 TEUR investiert haben. Diese Vereine vermieten ihre Plätze auch häufig, Kosten bis zu 200 EUR für ein Spiel, angeblich reichen diese Einnahmen gerade, um die Pflege des Platzes zu bestreiten. Kennt ihr die Seite stadionwelt.de ? Dort gibt es im Bereich Business auch Infos zum Thema Kunstrasen, ich habe mich aber nicht näher damit befasst, kann also nicht sagen, wie tiefgreifend die sind.
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@ Tom Bombadil
Ich trainiere eine C-Jugend, die Spielfeldgröße mache ich nach Gefühl und Anzahl der Spieler. Das mit dem Spielberichtsbogen klingt toller, als es ist: ich habe mir eine Excel-Tabelle so angepasst, dass ich auf den offiziellen bfv-Spielbericht drucken kann.
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Da halt ich´s mit Günter: alles anhören, aber die Entscheidungen treffen allein die Trainer. Solange ich nicht direkt angesprochen werde, begründe ich Entscheidungen auch nicht gegenüber Eltern, sondern nur gegenüber den Spielern, die sind als Teil des Mannschaftsgefüges ohnehin oft besser in der Lage, Entscheidungen nachzuvollziehen, als die eher "außenstehenden" Eltern.
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Den Spielbericht drucke ich bei Heimspielen kurz bevor ich zum Sportplatz fahre am PC aus, auswärts schreibt ihn in der Regel unsere Betreuerin.
Aber zurück zur Lieblingsübung: ich lasse regelmäßig in einem quadratischen Feld ohne Tore spielen. Fünf Ballkontakte innerhalb der eigenen Mannschaft sind ein Punkt. Das besondere daran ist, das Feld ist in zwei Hälften unterteilt, die Ballkontakte von Team A zählen nur in der einen, die von Team B nur in der anderen Hälfte, so dass nach der Balleroberung meistens erst das Spiel verlagert werden muss. Diese Übung eignet sich auch zum Warmmachen.
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Hier in Südbayern kennen wir Ascheplätze gar nicht. Es gibt eigentlich nur Rasenplätze, die etwas "wohlhabenderen" Vereine haben zusätzlich noch Kunstrasen, was vor allem im Winter - zumindest auf den neueren Plätzen - eine tolle Sache ist.
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Um wieder auf die ursprüngliche Thematik zu kommen: ich bin jetzt im 8. Jahr C-Jugend-Trainer und der Meinung, dass es zumindest bei Vereinen ohne konkrete Vorgaben, was in welcher Altersstufe zu trainieren ist, besser ist, wenn der Trainer nicht mit der Mannschaft mitgeht. Schließlich hat jeder seine eigenen Trainingsmethoden- und übungen, einen anderen Umgangston und auch andere Vorstellungen über die Idealpositionen der Spieler. Und auch wenn es vielleicht nicht so sein sollte, jeder Trainer hat seine "Lieblinge" und Spieler, mit denen er weniger gut kann. Durch den regelmäßigen Wechsel der Trainer müsste die Ausbildung der Spieler viel umfassender sein.
