Beiträge von BJL

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    Ich möchte ein kurzes Zwischenfazit nach einem halben Jahr Viererkette und ballorientierter Spielweise geben: das 4-4-2 mit flacher Vier, mit dem wir aufgrund der Empfehlungen in den einschlägigen Medien angefangen haben, haben wir noch während der Vorbereitung wieder aufgegeben. Zwar klappte das Verschieben zur Seite ziemlich schnell recht ordentlich, das Rausrücken aus der Kette und nach hinten doppeln klappte aber gar nicht, so dass wir viel zu große Abstände zwischen den Mannschaftsteilen hatten und gar kein Land sahen. Wir spielen jetzt 4-2-3-1.


    In diesem System sehe ich deutliche Fortschritte im Laufe der Vorrunde, leider schlägt sich dies ergebnismäßig noch zu wenig nieder. Vor allem am Anfang hatten wir trotz ordentlicher Leistung große Probleme gegen Mannschaften, die zwei oder drei sehr starke Einzelspieler hatten. Ich habe aber Hoffnung, in der Rückrunde auch da vielleicht punkten zu können, weil ich aufgrund der Entwicklung und vor allem des letzten Spiels (zum ersten Mal in absoluter Wunschbesetzung aufgestellt, haben wir einem gleichwertigen Gegner vor allem durch Verschieben und Pressing beim 4:0 keine einzige Torchance gestattet) glaube, langsam aber sicher durch richtiges Agieren im Mannschaftsverbund auch überragende Einzelkönner stoppen zu können.


    Somit bin ich insgesamt mit dem Lernfortschritt der Mannschaft absolut zufrieden, selbst wenn sich die passenden Ergebnisse nicht einstellen sollten, haben die Spieler die Grundlagen des ballorientierten Spiels verstanden und werden nach einer Verfeinerung in der A- und B-Jugend als deutlich besser geschulte Spieler als die Aktuellen zu den Herrenmannschaften stoßen.

    Schau Dir doch mal die Homepage vom Stettenhof in Mödingen an, vielleicht ist das was für euch. Das müssten von Augsburg etwa 85 km zu fahren sein, einen Sportplatz haben die dabei.

    Ich verfüge über den Luxus von drei Trainerkollegen, so dass wir sehr häufig in Gruppen trainieren können. Wir teilen aber nicht immer nach Qualität, die Kinder merken ja ziemlich schnell, wenn sie immer in der "Blindengruppe" trainieren müssen. Ja nach Übung teilen wir willkürlich, nach Spielposition, nach Trainingsbeteiligung, nach körperlichen Merkmalen oder eben nach Qualität.

    Prinzipiell versuche ich, das bei sämtlichen Spielformen immer wieder zu fordern. Außerdem habe ich eine spezielle Übung dafür, die ich hin und wieder zum Aufwärmen mache, hoffentlich kann ich die halbwegs verständlich in Worten beschreiben: 3 Spieler, 3 Hütchen, 1 Ball; 2 Spieler (vorderer mit Ball) am Hütchen 1, 1 Spieler (Blick Richtung Hütchen 1) am Hütchen 2 (Abstand ca. 6 m), Hütchen 3 steht 2 m hinter Hütchen2; Spieler mit Ball dribbelt in Richtung Spieler 2, der gleichzeitig rückwärts zum Hütchen 3 läuft. Am Hütchen 3 startet Spieler 2 explosiv nach vorne, bekommt in diesem Moment den Pass und führt den Ball zurück zum Ausgangspunkt.

    Kaufmännischer Angestellter, nach Absprache mit Chef und Kollegen kann ich in der Regel zwei Mal die Woche um 15:45 Uhr gehen, dann knapp 1 1/4 Stunden Heimweg, Trainingsbeginn 17:30 Uhr, dafür arbeite ich halt die anderen Tage etwas länger oder fange Mal früher an (Gleitzeit). Wochenende frei, auch Spiel am Freitagabend normalerweise kein Problem, wir arbeiten freitags nur bis 15:00 Uhr. Wenn ich es dennoch Mal nicht schaffe, ist es auch kein Problem, wir leisten uns den Luxus einer 4er-Trainer-Teams. Trotzdem ist natürlich die komplette zeitliche Planung auf das Hobby Jugendtrainer ausgerichtet, unter anderem deswegen werde ich nach elf Jahren zum Saisonende (zumindest vorübergehend) aufhören.

    Ich weiß jetzt nicht, was Quali bedeutet, bei uns in Bayern gibt es das nicht. Wenn ihr zwei Jahre keine A-Jugend hattet, denke ich, dass ihr in der untersten Klasse anfangt und mangels Abstiegsmöglichkeit keinen Ergebnisdruck habt. In diesem Fall würde ich in den ersten Wochen konsequent nur Spieler aufstellen, die auch trainieren, notfalls auch zu neunt oder zehnt antreten und Klatschen in Kauf nehmen. Wenn Du jetzt nicht lauter Spieler hast, denen der Fußball eigentlich egal ist, werden Dir vielleicht zwei oder drei Spieler komplett aufhören (auf die kannst Du aber auch verzichten), die anderen werden aber nach und nach alle regelmäßig ins Training kommen. Dann kannst Du nach und nach mehr nach Leistungsvermögen aufstellen.

    Bei uns hat jede Mannschaft ihre eigenen Bälle in einem abgeschlossenen Ballschrank. Bei den inzwischen vorgeschriebenen unterschiedlichen Größen und Gewichten ist das meines Erachtens sinnvoll. Ich möchte auch nicht "teilen", bei manchen Kollegen habe ich doch Zweifel am verantwortungsvollen Umgang, außerdem will ich bei meinem Trainingsrhythmus Di-Do die Bälle am Montagabend im Schrank liegen haben, weil ich sie in der Regel da für die Woche aufpumpe, um am Dienstag Zeit zu sparen. Erfahrungsgemäß tausche ich pro Saison etwa vier Bälle aus, zwei gewinnt man ohnehin bei irgendwelchen Turnieren, den Rest bezahlt der Verein.


    Leibchen hat inzwischen eigentlich auch jede Mannschaft eigene, das hat sich im Lauf der Zeit so eingebürgert, halte ich auch für sinnvoll, die Dinger müssen ja regelmäßig gewaschen werden, ich gebe sie alle paar Wochen mit den Trikots zum Waschen, dann sind sie zum nächsten Training wieder da.


    Trikots hat auch jede Mannschaft eigene (wir haben je zwei Kurz- und Langarmsätze). Hier wird bei Neubestellungen versucht, entweder welche zu gewinnen oder einen Sponsor zu finden, wenn´s hart auf hart kommt, bezahlt auch der Verein. Wenn Hosen oder Stutzen ersetzt werden müssen, zahlt natürlich auch der Verein. Gegebenenfalls hilft man natürlich der nächsthöheren oder -tieferen Mannschaft aus.


    Der Rest (Hütchen, Stangen, Hürden, ein Football, Medizinbälle etc.) lagert in einem für alle offenen Raum. Davon ist eigentlich genügend da, sollte es doch einmal knapp werden, sprechen sich die Trainer eben ab und tauschen ggf. die Reihenfolge ihrer Übungen und geben meinetwegen die Stangen nach einer halben Stunde an die andere Mannschaft weiter.


    Meine Trainertasche und eine kleine Tafel mit Magneten habe ich mir selbst gekauft, wenn ich wollte, würde der Verein das aber auch bezahlen. Literatur kaufe ich auch selbst, weil ich die Bücher als Nachschlagewerk permanent verfügbar haben möchte.

    Wir trainieren das schon gesondert, heuer haben wir im letzten Training vor dem Punktspielstart drei Ecken (eine kurz gespielte, eine mit Verlängerung am ersten Pfosten, eine mit Reinlaufen vom 16er) einstudiert, das kostet gar nicht so viel Zeit: abgesehen vom Schützen haben wir die Mannschaft in zwei Gruppen geteilt, eine hat die Ecken einstudiert, die andere eine Passpiel-Übung absolviert und die Gruppen nach 25 Minuten getauscht. Im Gegensatz zu dem, was wir sonst alles trainieren, hat sich der Erfolg hier sehr schnell eingestellt, in jedem der drei bisherigen Punktspiele hat einer unserer Innenverteidiger nach einer Ecke getroffen. Wir werden das etwa einmal im Monat für eine Viertelstunde wiederholen, damit die Laufwege nicht vergessen werden.


    Freistöße werden wir nicht gesondert trainieren, die von außen funktionieren ohnehin analog zu den Ecken, über Einwürfe denken wir noch nach, vielleicht ergibt sich ja Mal eine Viertelstunde im Training, um zumindest das Grundsätzliche (einer kurz, einer lang) zu demonstrieren.

    Ich möchte kurz über den Stand der Dinge berichten: von den 22 Spielern sind 16 in unserem Forum registriert. Parallel haben wir nun doch noch eine Facebook-Gruppe eingerichtet, dort sind ebenfalls 16 Spieler drin, jeder Spieler ist entweder in der einen oder der anderen Gruppe vertreten. Die Kommunikation klappt gut, mein Aufwand hält sich in Grenzen, weil ich einfach die identischen Texte poste. Häufiger genutzt wird Facebook, weil das vermutlich eh zum "Tagesgeschäft" der Jungs gehört und von den Funktionen her umfangreicher ist.

    Wir haben jetzt die Nummer 3) als Kapitän bestimmt, mit den Stellvertretern 1) und 4). Die drei haben sich auch gleich zusammengetan und einen Strafenkatalog entworfen, der jetzt noch in der kompletten Mannschaft besprochen werden muss. Im ersten Punktspiel liefs ergebnismäßig leider gar nicht, trotzden hat die Mannschaft einen guten Eindruck hinterlassen und der Kapitän feierte nach einer Ecke sein erstes Pflichtspieltor in der C-Jugend, ich hoffe, das gibt ihm weiteres Selbstvertrauen.

    Ich mache es natürlich nicht von dieser Übung abhängig, es ist nur ein Mosaikstein. Aber es muss bei dieser Übung einer das Kommando geben, damit alle gleichzeitig werfen und es ist schon interessant zu sehen, wer das ist und wie sich die Mannschaft auf denjenigen Spieler einigt.

    Ergänzend zu meinem Beitrag von gerade eben (deswegen auch hier, obwohl es eigentlich nicht zu "Training" gehört) beschreibe ich euch kurze meine Kandidaten als Spielführer. Mich würde eure Meinung interessieren, wen ihr (zugegeben, nicht ganz einfach als Außenstehender) als Kapitän aussuchen würdet:


    1) Ein Defensiv-Allrounder aus dem alten Jahrgang, der sich letzte Saison vom Ersatz- zum Stammspieler gemausert hat, bei dem ich aber nicht sicher bin, ob er ohne die älteren Spieler an seiner Seite das Niveau halten kann. Absolut zuverlässig, traut sich auch, innerhalb der Mannschaft seine Meinung zu vertreten. Eigentlich der geborene Stellvertreter und Kassenwart.


    2) Junger Jahrgang, letzte Saison Kapitän der D-Jugend. Als Innenverteidiger gesetzt, traut sich aber noch nicht richtig, den anderen, zum Teil älteren Spielern Kommandos zu geben. Noch nicht 100% einzuschätzen, da er urlaubsbedingt einige Einheiten verpasst hat.


    3) Der zweite Innenverteidiger, unser stärkster Defensiv-Akteur, alter Jahrgang, hat alle Einheiten in der Vorbereitung bestritten. Vom Typ her sehr ruhig, hat die Aufgabe als Abwehrchef akzeptiert, gibt auch die entsprechenden Kommandos, könnte das für meinen Geschmack aber noch viel lauter tun. Etwas nah am Wasser gebaut, wenn man ihn mit ungewohnten Aufgaben betraut, fließen vor Aufregung gern Mal kurz die Tränen (z. B. als er letzte Saison einmal im Tor aushelfen musste).


    4) Alter Jahrgang, unser technisch bester Spieler, von dem in der Offensive sehr viel abhängen wird. Eher schmächtiger Spieler, leider etwas anfällig für Krankheiten und mit einer Mutter, die ihn dann übervorsichtig schon Mal aus dem Training nimmt. Ist letzte Saison nicht als Führungsspieler aufgefallen, konnte aber heuer von einem kurzen Urlaub abgesehen, die Vorbereitung komplett durchziehen und ließ zum ersten Mal Tendenzen Richtung Führungsspieler erkennen.


    5) Alter Jahrgang, 6er, tolle Entwicklung in der Rückrunde der letzten Saison. Zu Beginn mein Favorit, hat jetzt aber sportlich eine schwache Vorbereitung absolviert, fehlte auch einige Male, weil er parallel in einer Jugendkapelle musiziert und konnte in den Spielen (im Gegensatz zur letzten Rückrunde) unser Spiel nicht lenken, weil er Probleme mit der eigenen Leistung hatte. Insgesamt auch ein zuverlässiger, aber eher ruhiger Spieler.


    Ich bin gespannt auf eure Einschätzungen


    BJL

    Hallo,


    ich tue mich heuer relativ schwer, den Spielführer zu bestimmen. Die Spieler sind bis auf wenige Ausnahmen (die aber aus Gründen der Trainingsbeteiligung keinesfalls als Kapitän infrage kommen) größtenteils zurückhaltende Charaktere, den einzigen klaren Führungsspieler haben wir im Sinne seiner sportlichen Entwicklung in die B-Jugend hochgeschoben.


    Ich mache jedes Jahr, um meine Gesamteindrücke zu bestätigen, eine spezielle Übung, um zu sehen, wer "der Chef im Ring" ist: alle Spieler stehen im Kreis, haben einen Ball in der Hand und die andere Hand auf dem Rücken. Jetzt müssen alle gleichzeitig den Ball zum Nebenmann werfen. Ich achte darauf, welcher Spieler das ganze koordiniert. Daher meine Frage: kennt jemand weitere Übungen in dieser Richtung?


    Danke & viele Grüße


    BJL

    Meine Anregung ist jetzt vielleicht nicht ganz passend und deckt auch nicht den ganzen Abend ab: wir waren heuer mit einer größeren Gruppe (B- und C-Jugend) auf einem Ausflug. Nach dem Essen haben wir ein 7-Meter-Schießen veranstaltet, der Verlierer musste abspülen. Gottseidank habe wir Trainer gewonnen, insgesamt waren die Jungs dadurch eine gute Stunde beschäftigt.

    Hallo Steven,


    klasse Homepage, die ihr da gebaut habt!


    Zu Deinen Fragen: ich halte Internetauftritte für absolut unverzichtbar. Bei uns gibt es zwar in der Lokalzeitung jede Woche Jugendberichte, aber mit Außnahme des größten Vereins (der Sportredakteur hat da gewisse Verbindungen) kürzen die fast immer alles auf Ergebnis und Torschützen zusammen. Wir haben zum Glück einen unglaublich engagierten Homepage-Administrator im Gesamtverein, so dass wir dort eine hochaktuelle und sehr umfangreiche HP anbieten können, auf der jeder Trainer Spielberichte veröffentlichen kann. Dies nutze ich, um viele Spieler auch namentlich zu erwähnen, das kann der Motivation nur förderlich sein. Auch Kritik (die aber nicht namentlich) kann ich dort anbringen. Manchmal macht ein Spielervater mir ein paar Fotos von den Spielen, die betten wir dann in die Berichte ein.


    Organisatorisches regeln wir seit dieser Saison zum einen über Facebook und parallel (gottseidank sind nicht alle bei Facebook) über einen internen Bereich im Forum. Wir sind zwar noch in der Vorbereitung, so dass ich das nicht abschließend bewerten möchte, aber bisher bin ich recht zufrieden. Ich habe vor der Saison angekündigt, dass ich keine Rundrufe oder Rund-SMS mehr starten werde, wer einen Termin verpasst hat, muss sich selbst informieren.

    Das ist ein Problem, für das ich keine Patentlösung sehe. Ich kann nur aus der Erfahrung bei uns berichten: ein Jahr "Prügel" stehen eine Mannschaft und die zugehörigen Trainer in der Regel durch, im folgenden Jahr sollte man aber dann schon versuchen, sowohl Trainer als auch Spieler in einer konkurrenzfähigen Mannschaft unterzubringen.


    Ich habe letztes Jahr auch viele Spieler (und einen Trainerkollegen) aus der D2-Jugend, die viele zweistellige Pleiten hinter sich hatte und das ganze Spiel eigentlich immer nur damit beschäftigt war, eventuell eroberte Bälle möglichst weit nach vorne oder ins Aus zu schlagen, in die C-Jugend bekommen. Mit dem Trainerkollegen arbeite ich ohnehin hervorragend zusammen, aber auch diese genannten Spieler haben sich an der Seite von stärkeren Spielern deutlich weiterentwickelt. Natürlich nicht alle in gleichem Maße, aber zwei Stück haben sich dadurch, dass sie am Anfang ohne größere eigene Verantwortung sich an den Nebenleuten orientieren konnten, im Laufe der Saison zu Leistungsträgern entwickelt.


    Vielleicht wäre auch bei euch eine Möglichkeit, abwechselnd einen oder zwei Spieler in der 1er- oder 2er-Mannschaft mitspieln zu lassen, um ihnen Erfolgserlebnisse zu verschaffen und von den besseren Spielern lernen zu lassen.

    Wenn man das "taktische Vorgabe" nennen kann, haben wir je nach Gegner entweder versucht, schon weit vorne draufzugehen und das Spiel komplett in die gegnerische Hälfte zu verlagern, oder bei starken Gegnern haben wir oft mit drei 6ern und mehr auf Konter agiert. Außerdem haben wir ein großes Augenmerk darauf gelegt, möglichst viel mit schnellem Flachpasspiel zu agieren.


    Mit flacher Vier im Mittelfeld meine ich, dass auch die Mittelfeldspieler als Kette agieren, wir also weder mit Raute noch mit verkappten Außenstürmern spielen. Das müsste für den Anfang leichter einzuüben sein, weil das Mittelfeld genauso formiert ist wie die Abwehr.


    Wir beginnen heute mit der Vorbereitung und haben bis zum Rundenstart Mitte September 24 Einheiten geplant. Diese Woche, wenn wegen der Schule im Prinzip noch alle Spieler da sind, trainieren wir Di., Do., Fr. und Sa. Die ersten drei Einheiten werden noch grundlegende Elemente (Verhalten im 1 gegen 1, Gegner nach außen abdrängen, richtiger Zeitpunkt für die Attacke auf den Ball,...) im Vordergrund stehen, daneben auch ein paar vorbereitende Übungen, in denen z.B. wichtig ist, vertikal und horizontal einen konstanten Abstand zum Mitspieler zu halten. Am Samstag werden wir einen "Crashkurs Viererkette" mit Theorieteilen über drei bis vier Stunden durchführen.


    Nächste Woche stehen dann zwei weitere Trainings an, die werden wir aber erst konkret planen, wenn wir wissen, wie die Jungs das in dieser Woche trainierte umsetzen. Nächsten Freitag folgt das erste Vorbereitungsspiel, in dem wir das neue System zum ersten Mal probieren wollen. In den einschlägigen Büchern und Internetseiten, heißt es, dass nach dem Crashkurs jede Mannschaft in der Lage sein sollte, das ballorientierte System mit der Viererkette zumindest in den Grundzügen zu spielen. Nach zwei bis drei Wochen sollte eine Qualität wie beim Spiel mit Libero erreicht sein, danach müsste man eigentlich nur noch Vorteile haben. Ich halte diesen Zeitplan für sehr optimistisch, lasse mich aber gerne überraschen.


    Leider habe ich weder als Trainer noch als Spieler größere Erfahrungswerte in Sachen Taktiktraining, da ich selbst eigentlich erst von unserem aktuellen Trainer der Aktiven zumindest ansatzweise taktisch geschult werde und Taktik gerade in meiner Jugendzeit gar keine Rolle spielte. Daher bin ich im Prinzip ein reiner Instinktfußballer und muss mich bei dem, was ich den Jungs vermitteln möchte, auf Hilfsmittel wie Bücher und Internet stützen.

    Schiedsrichter werden vom Verband angesetzt, Linienrichter haben wir keine (zumindest nicht für Abseits, es steht je ein Trainer an der Seitenlinie und zeigt an, wenn der Ball aus ist). Viererkette bedeutet ja nicht, dass man jetzt verstärkt auf Abseits spielt, die Kette soll ja bis zum sicheren Abstand zurückweichen.


    Als wir das System bei den Aktiven eingeführt haben, hatte ich auch die Befürchtung, dass wir verstärkt Gegentore aus Abseitsposition bekommen würden. Promt haben wir auch gleich im ersten Punktspiel eines bekommen, von dem ich glaube, dass es mit Libero nicht passiert wäre, das lag aber weniger am System Viererkette, sondern daran, dass wir zu weit aufgerückt waren und die beiden 6er das Zentrum offen gelassen hatten, so dass ein Gegner ohne Probleme einen Steilpass durch die Schnittstelle spielen konnte, den der Stürmer (aus zumindest sehr abseitsverdächtiger Position) verwerten konnte. Seitdem kann ich mich an kein Gegentor erinnern, das ein Libero sicher verhindert hätte.