Geschafft - mit ein bisschen gutem Willen seitens der Prüfer bin ich jetzt auch stolzer Inhaber der C-Lizenz Breitensport, Profil Kinder und Jugendliche. Für alle, die das noch vor sich haben, schreibe ich hier mal meine Eindrücke und Erfahrungen aus der Prüfungswoche in Oberhaching auf, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Allgemeingültigkeit (ich denke, es ist ziemlich vom Lehrgangsleiter abhängig).
Unser Lehrgangsleiter war Gérard Monin, der Vorsitzende der GFT Mittelfranken und ehemalige Vizepräsident des 1. FC Nürnberg, für uns ein absoluter Glücksfall, dazu später mehr. Kurz zum Wochenablauf:
-Anreise Sonntag Spätnachmittag, Abends gleich die erste Prüfung, Regelkunde: ein recht launiger Referent, so dass die Zeit schnell vergeht, die Prüfung ist kein Problem, wenn man sich die Fragen auf der bfv-Seite ein paar Mal durchgelesen hat, außerdem hat sie etwas von einer "Gruppenarbeit".
- Montag und Dienstag haben wir intensive "Probeläufe" für Lehrprobe und mündliche Prüfung gemacht. Bei den Lehrproben hat Gérard immer wieder kurz eingegriffen, anschaulich vermittelt, was man verbessern kann und worauf in der Lehrprobe Wert gelegt wird. Beim mündlichen denke ich, hat er in den Probeläufen schon ein Gespür entwickelt, wer wo seine Stärken und Schwächen hat und in der Prüfung dann auch entsprechend das passende gefragt. Außerdem hatten wir nach den Probeläufen wirklich alle möglichen Themen durch, so dass jeder, der da gut aufgepasst hat, später eigentlich nichts mehr falsch machen konnnte.
- Mittwoch und Donnerstag waren dann die großen Prüfungstage, zuerst schriftliche Klausur (Thema: Ablauf eines Spieltags; wer ein bisschen darauf geachtet hatte, worauf er in den Tagen vorher besonders herumgehackt hatte, konnte sich dieses Thema schon ausrechnen), Nachmittags mündliche Prüfung für die erste Hälfte, Abends Lehrprobe mit der U10/U11 des FC Bayern (der nächste Glücksfall, willige und disziplinierte Spieler, dazu natürlich auf einem technisch hohen und ausgeglichenen Niveau) für alle. Donnerstag Vormittag mündliche Prüfung für den Rest, Nachmittags Reflektion der Lehrprobe.
-Freitag Früh dann noch das Eigenkönnen (auch kein Problem, sogar ein doch recht schwacher "Hackstock" mit äußerst eckigem Bewegungsablauf und wenig technischen Fähigkeiten kam durch, auch die Mädels hatten keine Probleme; ich habe aber auch gehört, dass es Prüfer gibt, die da ein Spiel über 45 Minuten laufen lassen und strenger sind), danach Schlußbesprechung und Abreise.
Noch ein paar Tipps:
-sollte die Lehrprobe nicht optimal laufen (war bei mir so, die Spielform hat überhaupt nicht funktioniert und ich bekam es auch nicht in den Griff), kann man sich mit einer guten Reflektion (Selbstkritik) noch retten. Dazu bekamen wir frühzeitig den Tipp. als Team zu arbeiten, d.h. alle die gerade nicht dran sind, machen sich Notizen (v.a. was negativ war) über den Prüfling, die der dann als Basis für seine Reflektion nutzt. Außerdem ist es hilfreich, wenn man die Lehrproben in der Gruppe vorbereitet, die Mitstreiter drüberlesen lässt, etc.
- für mündliche und schriftliche Prüfung sollte man sich vorher mit den im Heft behandelten Themen beschäftigen, zumindest bei unserem Lehrgangsleiter war es aber nicht erforderlich, das alles perfekt auswendig zu können, wenn man bereit war, an den ersten beiden Tagen gut aufzupassen
-Hospitationsbögen braucht man vier Stück, ich hatte nur zwei, aber das Glück, mir die beiden fehlenden am Montagabend am Stützpunkt Oberhaching noch zu holen dürfen. Ist aber auch vom Lehrgangsleiter abhängig, ich habe auch schon gehört "kann man nachreichen" und "kannst Du nach Hause fahren".
- Falls es die Möglichkeit gibt, bei der Verlosung der Lehrprobenthemen etwas zu "mauscheln" oder untereinander auszutauschen, finde ich es hilfreich, sich diejenige zu organisieren, die man im "Probelauf" schon hatte. Zu den einfacheren würde ich auch "Schnelligkeitstraining mit Technikkopplung", "Koordination mit Hilfsmitteln" und "Spiele mit unterschiedlichem Ballmaterial" zählen.
Zusammenfassend würde ich sagen, das Ganze ist ziemlich vom Lehrgangsleiter abhängig (wie gesagt, Gérard Monin ist ein absoluter Glücksfall), man bekommt den Schein nicht geschenkt, wenn man sich aber ein bisschen auf die Woche vorbereitet, als Gruppe gut zusammenarbeitet und einen Lehrgangsleiter erwischt, der zielgerichtet auf die Prüfungsthemen vorbereitet und bei einem vernünftigen Gesamteindruck über kleinere Schwächen auch hinwegsieht, ist es auch kein Hexenwerk, die Prüfung zu bestehen.
Viel Erfolg an alle, die den Prüfungslehrgang noch vor sich haben!
BJL