Beiträge von BJL

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    Zur ersten Frage möchte ich mich nicht äußern, solche Sachen finde ich aus der Ferne ziemlich schwer einzuschätzen und der große Taktik-Guru bin ich jetzt auch nicht.


    Die zweite Frage finde ich recht einfach zu lösen: Aufteilen in zwei Gruppen, Wechsel der Gruppen nach 30 Minuten oder einer Dir angemessen erscheinenden Zeit. Wenn Du und Dein Co der Meinung seid, dass sich der Co auch in taktischer Hinsicht einbringen sollte, macht er eine andere Übung zum selben Thema, wenn Du taktische Themen lieber nur selber coachst, macht er halt eine andere Übung, sei es Passpiel, Torschuss, eine Spielform oder was auch immer.

    Ich arbeite auch mit der Hand. Zum einen hefte ich mir alle Trainingspläne ab, um auch nachvollziehen zu können, wie der langfristige Trainingsaufbau war.


    Zum anderen habe ich mir DinA5-Karteikarten besorgt, da skizziere und beschreibe ich auf der Vorderseite die Übung und notiere mir auf der Rückseite die zugehörigen Trainingsziele. Dazu habe ich ein Laminiergerät, damit schweiße ich die Dinger ein, kann also auch mal so eine Karte mit auf den Platz nehmen und sie wenn sie dreckig wird, hinterher einfach abwischen. Die sind prima, wenn ich mal wenig Zeit habe für die Planung, einfach anhand der Rückseite Übungen zum geplanten Schwerpunkt suchen und dann aufgrund der Vorderseite die konkrete Übung rauspicken.

    1. Gibt es bei euch jährlich eine genügend große Anzahl von gut
    ausgebildeten Jugendlichen, die den Sprung ins Seniorenteam schaffen
    oder gelingt es kaum einem jungen Spieler, sich dort zu etabieren?
    Bei uns kommen im Schnitt etwa 5 Spieler aus der A-Jugend raus, die dann auch im Aktivenbereich weitermachen (2013 kam unser starker Jahrgang 1994 raus mit über 10 Spielern). Wenn ein richtig Guter dabei ist, schafft der es manchmal auch direkt, sich in der 1. Mannschaft zu etablieren (2013: 1 Spieler), der Rest nimmt den Weg über die 2. Mannschaft, einige Spieler schaffen meistens nach 2-3 Jahren den Sprung in die 1. Mannschaft, der Rest bleibt in der 2.


    2. Finden bei euch rechtzeitig Gespräche mit den Jugendlichen, die zur
    kommenden Saison aufgrund ihres Alters im Seniorenbereich
    spielberechtigt sind?
    Kommt auf die Trainer an, unsere derzeitigen (1. Mannschaft) haben am Anfang in den Gesprächen großen Wert auf die Jugendarbeit gelegt, sich in den eineinhalb Jahren aber noch kein einziges A-Jugend-Spiel angeschaut und soweit ich das mitbekomme, zumindest von sich aus keine Gespräche geführt. Die Trainer der 2. Mannschaft zeigen auch kein großes Interesse.


    3. Dürfen bei euch die talentierten Jugendlichen bereits im letzten A-Jugendjahr bei den Senioren mittrainieren?
    Sie können jederzeit bei der 2. Mannschaft mittrainieren, wenn sie Eigeninitiative zeigen, dazu aufgefordert werden sie nicht (das, und auch Punkt 2 war als ich in den Seniorenbereich kam noch deutlich besser, der damalige Trainer identifizierte sich auch deutlich mehr mit der Aufgabe, sah das Ganze nicht nur als Job)


    4. Bekommen bei euch diese Spieler bereits vereinzelt Einsätze?
    In der Regel nur, wenn Personalmangel herrscht und auch nur in der 2. Mannschaft, d.h. letzte Saison häufiger, nachdem im Sommer wie erwähnt über 10 Spieler dazugekommen sind, musste heuer nur einmal mein A-Jugend-Kapitän in der 2. Mannschaft aushelfen, als größere Urlaubs- und Verletzungsprobleme herrschten.


    5. Wer hilft in eurem Verein, dass möglichst viele Jugendliche in den Seniorenbereich wechseln?
    Zur Zeit würde ich sagen, sind ich und der B-Jugend-Trainer die Bindeglieder (wir sind beide langjährige Spieler der 1. Mannschaft, die sich inzwischen in die 2. Mannschaft zurückgezogen haben und spielen dort inzwischen teilweise mit Leuten zusammen, die wir selbst schon trainiert haben)


    6. Wer blockiert diesen Wechsel in den Seniorenbereich aus welchen Motiven heraus?
    Blockieren würde ich nicht sagen, aktiv dazu beitragen oder den Jungs frühzeitig Wertschätzung vermitteln seitens der Verantwortlichen im Aktivenbereich aber ganz sicher auch nicht.


    7. Gibt es weitere, wichtige Punkte, die in diesem Zusammenhang genannt werden sollten?
    Fällt mir auf die schnelle jetzt gerade nichts ein.

    Beim Training trage ich immer Sommer kurze Klamotten, manchmal Vereins-T-Shirts, manchmal neutrale und Fußballschuhe, wenn´s kälter wird entsprechend Trainingsanzug und bei Schnee dann warme Schuhe statt der Fußballschuhe (ist für´s eventuelle Vor-/Mitmachen nicht optimal, aber förderlich für die Gesundheit).


    Zum Spiel trage ich eine schwarze Präsentationsanzug-Hose aus meinem Fundus als aktiver Spieler und ein kurzes oder langes Oberteil, das die Spieler auch bei Treffpunkt zum Spiel anhaben. Zusätzlich haben wir noch einheitliche warme Stadion-Jacken für die Trainer.

    Grundsätzlich bin ich schon der Meinung, dass ich hier zumindest in den Grundzügen mitkomme. Ob das ganze auf unserem Level (sowohl meines als Trainer als auch das meiner Spieler) in der untersten Klasse in dem Maße umsetzbar ist, wie das von einigen Kollegen hier beschrieben wird, ist wieder eine andere Frage. Mein Anspruch ist aber auch nicht Perfektion, sondern Weiterentwicklung der Einzelspieler und der Mannschaft (vielleicht nicht wie Jürgen Klinsmann jeden Spieler jeden Tag besser machen ;) aber in diese Richtung). Von daher bin ich für jeden Post dankbar und versuche, das jeweils passende für mich rauszuziehen.


    Dani2: natürlich gibt es in der Theorie im 4-4-2 flach keine Räume zwischen den Ketten. In der Praxis sind die aber nunmal da, genauso wie wir in jedem anderen System auch unsere Fehler machen werden (kleinere und größere; welche die mir auffallen und die ich vielleicht sogar abstellen kann und welche, die ich mangels Expertise und Videoaufzeichnung mit Zeitlupe gar nicht bemerke). Die 20-25 Meter zwischen IV und ST halte ich übrigens für reines Wunschdenken. Ich habe erst vor ein paar Monaten einen Text dazu gelesen (leider weiß ich nicht mehr wo, so dass ich nicht zitieren kann und weiß auch die Zahlen nicht mehr exakt): demzufolge liegt der durchschnittliche Abstand zwischen vorderstem und hinterstem Spieler in der Bundesliga irgendwo um die 30 Meter, in der 2. Liga schon deutlich höher. Ich nehme mir aber Deine Bedenken bezüglich der Lenkung nach innen auf eher geringem Level zu Herzen.

    Danke für die intensive Diskussion und die vielen Meinungen. Ich möchte nicht auf alles eingehen (vor allem das kurzzeitige Abschweifen in die Halle und kleinere persönliche Animositäten), daher kurz


    Toto2: 4-4-2 flach möchte ich nicht spielen, zwar habe ich es mit dieser Mannschaft gar nicht probiert, aber vor zwei Jahren mit der C-Jugend. Da habe ich es nicht geschafft, den Jungs beizubringen, die Räume zwischen den beiden Viererketten abzudecken, so dass das gar nicht funktioniert hat.


    TRPietro: danke für die konstuktiven Tipps, so hatte ich mir die Variante mit Lenkung zur Mitte auch gedacht. Ich muss das ganze natürlich noch gründlicher durchdenken, wenn ich mich letztlich dafür entscheiden sollte, brauche ich ja auch einige dazu passende Übungen, ich denke da an einige Spielformen mit seitlichen Durchgangstoren für die Ballbesitzmannschaft, was die Pressingmannschaft verhindern soll.


    Die Variante nach außen zu lenken zieht ja wie befürchtet niemand ernsthaft in Betracht.

    Danke für die bisherigen Anregungen, die Tendenz geht ja klar Richtung Zentrum.


    TW-Trainer:


    - mein taktisches Wissen muss ich mir mühsam im Internet etc. zusammensuchen, es ist also einigermaßen rudimentär. Andererseits denke ich mir oft, die meisten Trainer in meiner Umgebung (örtlich wie auch von den Spielklassen her) beschäftigen sich gar nicht mit taktischen Themen.
    - ich habe eine Breitensportlizenz, meine eigene "Karriere" (die noch läuft, auch wenn ich sicherlich schon im Herbst bin) fand fast komplett in der Kreisklasse statt, nachdem wir mit der ersten Mannschaft letzte Saison in die Kreisliga aufgestiegen sind, habe ich mich in die 2. Mannschaft zurückgezogen, aushilfsweise kamen noch ein paar Kreisliga-Einsätze dazu, taktisch ausgebildet wurde ich allerdings auch sehr wenig und das erst in den letzten Jahren, ich bin eher "Instinktfußballer"
    - Jugendtrainer bin ich seit 2001, lange Zeit war das aber eher ein "Beschäftigen" als ein "Trainieren" der Jungs, seit 2011 versuche ich, ballorientiertes Spiel zu vermitteln
    - taktische Fähigkeiten der Spieler sind entsprechend der Spielklasse und ihrer Vorbildung natürlich auch ausbaufähig
    - dass sich meine Spieler bisher bewusst/intensiv mit Mannschaftstaktik befasst haben, glaube ich eher nicht

    Hallo,


    ich möchte bei meiner A-Jugend der untersten Spielklasse (kein Ergebnisdruck, da Mittelfeldplatz) zur Rückrunde aus diversen Gründen von 4-2-3-1 auf 4-4-2 mit Raute umstellen.


    Zur umfassenden Beschreibung meine Hauptgründe:
    - nächste Saison kommt zu meinem schon vorhandenen ein weiterer sehr guter Stürmer aus der B-Jugend dazu, daher sind spätestens ab da zwei Stürmer fast Pflicht.
    - der Großteil der jetztigen Mannschaft spielt auch nächste Saison noch A-Jugend.
    - momentan habe ich nur einen klassischen Mittelfeldaußen, schnell und laufstark, aber nicht allzu torgefährlich, den möchte ich zum Außenverteidiger umfunktionieren.
    - die restlichen Mittelfeldspieler sind eigentlich alle eher "zentrale" Typen.
    - einer meiner beiden bisherigen Stamm-6er hat ziemlichen Offensivdrang, ist also auf der Halbposition vielleicht besser aufgehoben.
    - nach längerer Verletzungspause kommt ein Allrounder zurück, den ich mir gut als zweiten offensiven Außenverteidiger vorstellen kann, der bisherige Stammspieler dort macht das zwar solide, denkt aber vorrangig defensiv und könnte alternativ auch Innenverteidiger oder 6er spielen.


    Nun aber zum eigentlichen Anliegen: ich fühle mich einfach wohler, wenn wir versuchen, das Spiel des Gegners nach außen zu lenken. Jetzt ist 4-4-2 mit Raute aber ein System, das mehr das Zentrum besetzt. Haltet ihr die Steuerung des Gegners nach außen (mit offensiven Außenverteidigern) trotzdem für machbar und den Spielern vermittelbar, oder sagt ihr "totaler Blödsinn"?


    Viele Grüße


    BJL

    Wenn es keine organisatorischen Gründe gibt (bei der Jugend-Lizenz die beiden ersten Teile auch dezentral angeboten, bei der Erwachsenen-Lizenz nicht), musst Di Dich entscheiden, was Dir wichtiger ist: bei der Jugend-Lizenz liegen die Schwerpunkte schon im technischen Bereich, taktisch geht es nur um Individualtaktik. Man lernt auch recht intensiv, was man in welcher Altersstufe vermitteln soll. Die Erwachsenen-Lizenz legt den Schwerpunkt, soweit ich das beurteilen kann, mehr auf gruppen- und mannschaftstaktische Inhalte. Meine Aussagen gelten übrigens für Bayern, wie das in anderen Bundesländern/Verbänden aussieht, weiß ich nicht.

    Ich habe im Novembr den Breitensport-Schein in Oberhaching gemacht. Die möglichen Themen stehen im Heft bzw. Odner, je nachdem, was Du erhalten hast. Wir hatten "Gestaltung eines Spieltags", was der Lehrgangsleiter zwar nicht angekündigt, aber durch das ständige Herumreiten auf diesem Thema in den Tagen zuvor, sehr deutlich angedeutet hatte. Ist aber vermutlich abhängig vom Lehrgangsleiter, inwiefern er das Thema durchblicken lässt und wie intensiv er euch vorbereitet. Wir hatten Gérard Monin, ein absoluter Glücksfall.

    Ich habe nur die ursprüngliche Beschreibung der Situation genau gelesen und die Antworten nur überflogen. Aber ich muss mich hier schon wundern, wie sehr die meisten das verharmlosen. Bei allem Verständnis: wenn jemand andere mit einem Messer bedroht oder mit einem Luftgewehr auf jemanden schießt, gehört der nicht nur aus dem Verein geschmissen, sondern angezeigt, das sind doch Straftaten. Und bei einen Verein, der solche Vorfälle als "normal" ansieht, liegt meiner Meinung nach einiges im Argen.

    Steuerrechtliche Fragen sind immer recht heikel, von daher möchte ich mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, ich bin allerdings bei uns auch Kassier und glaube, dass die Infos von Steve-o zumindest nicht ganz zufreffend sind.
    1. Es gibt eine sogenannte Ehrenamtspauschale (bis 31.12.2012 2.100,- € p.a., seit 01.01.2013 2.400,- € p.a.), die man ehrenamtlich verdienen darf, ohne dass Steuern und Sozialversicherungsbeiträge fällig werden. Dein Verein kann Dir also ohne weiteres 200,- € monatlich zahlen.
    2. Unabhängig davon kann ein Verein, wenn er als gemeinnützig anerkannt ist (und davon gehe ich bei allen Breitensportvereinen aus), Spendenbescheinigungen ausstellen. Aber nicht einfach so, sondern natürlich nur gegen eine Geld- oder Sachspende. Geldspenden können in bar oder per Überweisung an den Verein getätigt werden. Bei Sachspenden ist eine Quittung erforderlich (Bsp.: Du kaufst einen Ball für 100,- €, spendest den dem Verein und gibst den Kassenzettel über 100,- € eurem Kassier, dann bekommst Du eine Spendenquittung über 100,- €).
    3. Um die ersten beiden Punkte miteinander zu verknüpfen, könnte man es so machen, dass Du einen Vertrag über ein Jahresgehalt X (max. 2.400,- €) mit Deinem Verein machst, diesen Betrag auch erhältst und dann einfach eine Spende machst, für die Du eine Spendenquittung erhältst, die Du dann in der Steuererklärung angeben kannst. Dein zu versteuerndes Einkommen wird dann um den Spendenbetrag gekürzt (bei einem angenommenen Steuersatz von 20% und 2.400,- € Spende wären das 480,- Steuerersparnis). Es gibt allerdings steuerrechtlich Höchstgrenzen für Spenden, ich weiß aber nicht genau wie hoch. Es ist aber zu beachten, dass Spenden immer freiwillig und nicht zweckgebunden sind. Das heißt, Dein Verein geht ein Risiko ein, weil er Dich nicht zwingen kann, das Geld zurückzuspenden und Du theoretisch auch die 2.400,- € einfach behalten könntest.

    Was hat es gebracht? Ich würde sagen, für die tägliche Arbeit als A-Jugend-Trainer eher Kleinigkeiten, weil ich hier ja schon recht nahe am Erwachsenenfußball bin. Sehr interessant fand ich das Thema "körperliche und psychische Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen" und daraus resultierend die schwerpunktmäßigen Trainingsinhalte in den unterschiedlichen Altersstufen. Zum Beispiel würde ich mir jetzt auch zutrauen, eine F-Jugend zu trainieren, was vor dem Lehrgang wahrscheinlich eher nicht sinnvoll gewesen wäre. Ich glaube, hier liegt bei vielen Vereinen noch einiges im Argen, es wird zu viel "reduziertes Erwachsenentraining" gemacht, weil die Trainer hauptsächlich auf ihre eigenen Erfahrungen im Erwachsenenfußball zurückgreifen.


    Ansonsten wie gesagt hauptsächlich Kleinigkeiten, etwa das Aufwärmprogramm nicht selbst zu leiten, sondern etwa den Spielführer machen lassen, selbst nur beobachten, Spieler zu kurzen Einzel- oder Gruppengesprächen auf die Seite nehmen und auf ihre Aufgabe vorbereiten.


    Insgesamt wurden meine Erwartungen erfüllt, wenn ich den kompletten Lehrgang betrachte. In den beiden dezentralen Teilen war ich mit der Theorie und Prüfungsvorbereitung nicht zufrieden (ich wusste nicht recht, was in Oberhaching auf mich zukommt und was ich konkret lernen sollte), dafür waren die Praxisteile sehr gut, sowohl im Hinblick auf die korrekte Art und Weise, Fähigkeiten zu vermitteln, als auch in Buzug auf einzelne Übungen, die man für das eigenen Training übernehmen kann. Die Woche Oberhaching war dann reine, sehr konkrete und richtig gute Prüfungsvorbereitung, glich damit die Schwächen der ersten beiden Teile aus. Für den "Traineralltag" wurde hier nicht mehr viel gemacht, war mir aber auch recht so.


    Es hängt immer sehr viel an der Person des Lehrgangsleiters. Wenn ich es nochmal machen müsste, würde ich eher dazu tendieren, alle drei Teile zentral zu absolvieren. Zum einen glaube ich, dass die Referenten dort einfach besser im Thema sind, weil sie das öfter machen, zum anderen fand ich den zeitlichen Aufwand mit jeweils etwa fünf mehr oder weniger komplett verplanten Wochenenden in zwei aufeinanderfolgenden Sommerpausen auch recht anstengend. Jeweils eine kompakte Woche Oberhaching würde ich im Nachhinein vorziehen, hat aber natürlich den Nachteil, dass man dafür viel Urlaub opfern muss.

    Geschafft - mit ein bisschen gutem Willen seitens der Prüfer bin ich jetzt auch stolzer Inhaber der C-Lizenz Breitensport, Profil Kinder und Jugendliche. Für alle, die das noch vor sich haben, schreibe ich hier mal meine Eindrücke und Erfahrungen aus der Prüfungswoche in Oberhaching auf, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Allgemeingültigkeit (ich denke, es ist ziemlich vom Lehrgangsleiter abhängig).


    Unser Lehrgangsleiter war Gérard Monin, der Vorsitzende der GFT Mittelfranken und ehemalige Vizepräsident des 1. FC Nürnberg, für uns ein absoluter Glücksfall, dazu später mehr. Kurz zum Wochenablauf:


    -Anreise Sonntag Spätnachmittag, Abends gleich die erste Prüfung, Regelkunde: ein recht launiger Referent, so dass die Zeit schnell vergeht, die Prüfung ist kein Problem, wenn man sich die Fragen auf der bfv-Seite ein paar Mal durchgelesen hat, außerdem hat sie etwas von einer "Gruppenarbeit".
    - Montag und Dienstag haben wir intensive "Probeläufe" für Lehrprobe und mündliche Prüfung gemacht. Bei den Lehrproben hat Gérard immer wieder kurz eingegriffen, anschaulich vermittelt, was man verbessern kann und worauf in der Lehrprobe Wert gelegt wird. Beim mündlichen denke ich, hat er in den Probeläufen schon ein Gespür entwickelt, wer wo seine Stärken und Schwächen hat und in der Prüfung dann auch entsprechend das passende gefragt. Außerdem hatten wir nach den Probeläufen wirklich alle möglichen Themen durch, so dass jeder, der da gut aufgepasst hat, später eigentlich nichts mehr falsch machen konnnte.
    - Mittwoch und Donnerstag waren dann die großen Prüfungstage, zuerst schriftliche Klausur (Thema: Ablauf eines Spieltags; wer ein bisschen darauf geachtet hatte, worauf er in den Tagen vorher besonders herumgehackt hatte, konnte sich dieses Thema schon ausrechnen), Nachmittags mündliche Prüfung für die erste Hälfte, Abends Lehrprobe mit der U10/U11 des FC Bayern (der nächste Glücksfall, willige und disziplinierte Spieler, dazu natürlich auf einem technisch hohen und ausgeglichenen Niveau) für alle. Donnerstag Vormittag mündliche Prüfung für den Rest, Nachmittags Reflektion der Lehrprobe.
    -Freitag Früh dann noch das Eigenkönnen (auch kein Problem, sogar ein doch recht schwacher "Hackstock" mit äußerst eckigem Bewegungsablauf und wenig technischen Fähigkeiten kam durch, auch die Mädels hatten keine Probleme; ich habe aber auch gehört, dass es Prüfer gibt, die da ein Spiel über 45 Minuten laufen lassen und strenger sind), danach Schlußbesprechung und Abreise.


    Noch ein paar Tipps:


    -sollte die Lehrprobe nicht optimal laufen (war bei mir so, die Spielform hat überhaupt nicht funktioniert und ich bekam es auch nicht in den Griff), kann man sich mit einer guten Reflektion (Selbstkritik) noch retten. Dazu bekamen wir frühzeitig den Tipp. als Team zu arbeiten, d.h. alle die gerade nicht dran sind, machen sich Notizen (v.a. was negativ war) über den Prüfling, die der dann als Basis für seine Reflektion nutzt. Außerdem ist es hilfreich, wenn man die Lehrproben in der Gruppe vorbereitet, die Mitstreiter drüberlesen lässt, etc.
    - für mündliche und schriftliche Prüfung sollte man sich vorher mit den im Heft behandelten Themen beschäftigen, zumindest bei unserem Lehrgangsleiter war es aber nicht erforderlich, das alles perfekt auswendig zu können, wenn man bereit war, an den ersten beiden Tagen gut aufzupassen
    -Hospitationsbögen braucht man vier Stück, ich hatte nur zwei, aber das Glück, mir die beiden fehlenden am Montagabend am Stützpunkt Oberhaching noch zu holen dürfen. Ist aber auch vom Lehrgangsleiter abhängig, ich habe auch schon gehört "kann man nachreichen" und "kannst Du nach Hause fahren".
    - Falls es die Möglichkeit gibt, bei der Verlosung der Lehrprobenthemen etwas zu "mauscheln" oder untereinander auszutauschen, finde ich es hilfreich, sich diejenige zu organisieren, die man im "Probelauf" schon hatte. Zu den einfacheren würde ich auch "Schnelligkeitstraining mit Technikkopplung", "Koordination mit Hilfsmitteln" und "Spiele mit unterschiedlichem Ballmaterial" zählen.


    Zusammenfassend würde ich sagen, das Ganze ist ziemlich vom Lehrgangsleiter abhängig (wie gesagt, Gérard Monin ist ein absoluter Glücksfall), man bekommt den Schein nicht geschenkt, wenn man sich aber ein bisschen auf die Woche vorbereitet, als Gruppe gut zusammenarbeitet und einen Lehrgangsleiter erwischt, der zielgerichtet auf die Prüfungsthemen vorbereitet und bei einem vernünftigen Gesamteindruck über kleinere Schwächen auch hinwegsieht, ist es auch kein Hexenwerk, die Prüfung zu bestehen.


    Viel Erfolg an alle, die den Prüfungslehrgang noch vor sich haben!


    BJL

    Danke für die schnelle Antwort. Dezentral war ich bei Franz Vida. Ich habe natürlich keinen Vergleich, hatte aber bei der Theorie immer ein bisschen das Gefühl, er will uns zwar was für das weitere Trainerleben beibringen, bereitet uns aber nicht zielgerichtet auf das vor, was im Prüfungslehrgang gefragt ist. Praxis war dafür echt überzeugend. Diese Zwischenprüfung haben wir zwar alle bestanden, ich denke aber, viele nur mit Hängen und Würgen, sowohl vom Umfang als auch von der Tiefe des verlangten Wissens war ich doch ziemlich überfordert.


    Welche Teile genau beinhaltet den die Prüfungswoche? Schiedsrichtertest, Praxis, schriftlicher Teil (Aufsatz zu einem Thema aus dem Traineralltag?), mündlicher Teil und Eigenkönnen, oder kommt da noch was anderes?


    Und noch eine konkrete Frage: die Hospitation habe ich auch noch nicht erledigt, weil ich bis einschließlich diese Woche montags Training mit meiner Mannschaft hatte. Der Referent hat gesagt, wir müssen zwei Trainingseinheiten, also einen (Mon-)Tag hospitieren. Als ich mir gerade den Hospitationsbogen runtergeladen habe, stand dort vier Einheiten, also zwei Tage. Was stimmt denn nun?

    Hallo zusammen,


    ich werde Ende des Monats versuchen, in Oberhaching die C-Lizenz Breitensport, Profil Kinder und Jugendliche zu erwerben. Nachdem ich die ersten beiden Teile dezentral gemacht habe, bin ich doch einugermaßen unsicher, was auf mich zukommt. Ein Gespräch mit einem Kollegen aus dem LG II, der den Prüfungslehrgang bereits erfolgreich hinter sich gebracht hat, bestätigt meine leichten Zweifel an der Vermittlung der theoretischen Inhalte durch unseren Referenten aus den Lehrgängen I und II.


    Ich würde mich daher freuen, wenn jemand, der dort (oder in einer anderen Sportschule) war, mir einfach ein paar Hinweise zum Ablauf der Woche, Tipps, worauf man sich einstellen muss, was man perfekt auswendig wissen sollte, wo es reicht, wenn man die Unterlagen aus LG I und II konzentriert durcharbeitet, etc. geben könnte.


    Ich suche keine ausgearbeitete Lehrprobe.


    Danke & Grüße


    BJL

    Bei mir waren Schienbeinschoner in der C-Jugend Pflicht und ich habe es auch kontrolliert, ohne aber jemanden heimzuschicken, wenn er ausnahmsweise keine dabeihatte. Jetzt als A-Jugend-Trainer habe ich im Vorbereitungsplan darauf hingewiesen, dass Schienbeinschoner vorgeschrieben sind. Ich kontrolliere es aber nicht, der Großteil hat keine an.

    Was mich ier etwas wundert, ist das Thema "Aufpumpen". Teilweise habe ich den Eindruck, die Bälle werden nur einmal im Jahr aufgepumt. Da kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die am Ende noch einen vernünftigen Druck haben, noch, dass alle Bälle gleich viel Luft haben. Ich pumpe meine Bälle jede Woche vor der ersten Trainingseinheit auf. Natürlich brauchen die da nicht viel Luft, aber jeder ein bisschen was, der eine etwas mehr, der andere etwas weniger, je nachdem wie intensiv sie in der Vorwoche genutzt wurden und wie ihr grundsätzlicher Zustand ist. Dadurch bekommen meine Spieler aber auch immer lauter identisch harte Bälle.