Kicker, es sind 2 separate Punkte:
a) der Mannschaftswechsel meines Sohnes
b) mein Trainerjob
a entscheidet letztlich mein Sohn. Der Wechsel ist von ihm gewollt, am liebsten Vereinsintern, aber das geht nicht (s.o.), also -extern.
b ist meine Entscheidung, aber die hängt am Punkt a dran. Wenn mein Sohn den Verein wechselt, kann ich aus Zeitgründen die Mannschaft nicht weiter trainieren. Das ist meine Konsequenz. Bitte nicht vermischen.
Es ist nicht MEIN Ehrgeiz, meinen Sohn möglichst hochklassig spielen zu lassen - bitte unterstelle mir das nicht! Er ist unzufrieden in seinem jetzigen Team (sportlich, nicht menschlich!), das sagt er, das zeigt er und das sehe ich auch. Bevor jetzt der Einwand kommt: Ja, es ist sauschwer, bei einem 9-jährigen zu klären, was er will. Ich habe mich bemüht, laufe aber natürlich Gefahr, ihm da etwas aufzudrücken. Günther hat davon ja auch berichtet. Aber ich tue, was ich kann.
Wieso sollte es keine Weg zurück geben? Ich verlasse beim Heimatverein keine verbrannte Erde und kann auch nach wie vor mit dem Jugendleiter ganz normal reden. Wir sind uns nicht einig geworden, daher trennen sich unsere Wege, aber wir gehen nicht im Streit auseinander. Wenn es beim neuen Verein nicht klappt, ist Rückkehr sicher eine Option. Aktuell halte ich das allerdings für unwahrscheinlich.
Immer wieder wird zitiert "beim Heimatverein bleiben bis zur D". Aus meiner Sicht vollkommen korrekt, aber man muss dazu sagen, welche Bedingungen der Heimatverein bieten muss, damit das sinnvoll ist: Leistungsgerechte/leistungshomogene Teams. Das kann unser Verein im Falle meines Sohnes nicht. Es macht einen Unterschied, ob mein "Heimatverein" 4 E-Jugenden hat, in die er die Jungs sportlich sinnvoll einteilen kann oder ob er mit Müh und Not eine E zusammen kratzt, in der noch 3 F-Jugendliche aushelfen. Aus meiner Trainererfahrung ist das der entscheidende Nachteil, den ein Dorfverein hat. Man kann viel kompensieren, aber wenn das Team leistungsmäßig zu inhomogen wird, wird es schwierig.
Das Papas ihr Söhne immer für etwas besonderes halten, das hat die Evolution sicher geschickt so angelegt. Schwierig wird das Leben dadurch, dass es ja allem Anschein nach wirklich besondere Söhne gibt. Ein kluger Mann hat mal gesagt "Nur wer Großes will/wagt, der kann auch groß scheitern/irren..."
Grüße
Oliver