...der Rest sei nichts wert
Das ist ein vollkommen falscher Rückschluss! Durch die Sichtung werden für`s Stützpunkttraining ausreichend viele Talente ausgewählt. Dass dabei talente NICHT erwischt werden, wird niemand bestreiten.
Nach dem was ich bisher mitbekommen habe, versuchen die Sichter im Gutfall aktuelles Leistungsvermögen und Leistungspotenzial einzuschätzen. Dass das nur unvollkommen funktioniert und dass da oft auch andere Kriterien eine Rolle spielen sei unbenommen. Stichpunkte dazu sind Interessenverquickung (Stürzpunkttrainer, die zugleich Vereinstrainer sind) und unzureichende Berücksichtigung des RAE-Effektes (mehrfach von TW-Trainer thematisiert). Wobei die von Dir, Kicker, erwartete Sichtungstiefe in der Praxis nicht geben kann. Eine echte Talenteinschätzung kann wohl nur der qualifizierte Heimtrainer
Unlängst war ich bei der Sichtung einer Nachwuchsleistungszentrums. Erst wurden recht komplexe koordinative Übungen gemacht (Schrittfolgen auf der Koord.leiter). Es begann einfach, wurde dann aber immer schwieriger, bis zum Schluss keiner der Spieler die Übungen noch "unfallfrei" bewältigen konnte. Aber das war offenbar Absicht. ich hatte den Eindruck, dass hier vor allem Konzentrations- und Lernfähigkeit geprüft werden sollte. Danach wurde gespielt 6:6 ohne TW (Dribbeltore) und anschließend 6.6. mit TW auf sehr kleinem Feld. Die Mannschaften waren gewürfelt, d.h. die Spieler kannten sich nicht. Hier stachen natürlich die Spieler heraus, die aktuell schon leistungsstark sind. Bei der Sichtung waren dennoch einige nach meinem Eindruck "besseren" Spieler nicht dabei. Dafür wurde auch ein Spieler ausgewählt, der körperlich komplett unterlegen war (1 Kopf kleiner als die meisten anderen) und der im Spiel aktuell deswegen sicher einen schweren Stand hat.
Grüße
Oliver