Beiträge von Don Quijote

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    Kicker, Du willst die ganze Welt retten, ich weiss um meine Beschränktheit. Das unterscheidet uns.


    Meine Wunschvorstellung wäre gewesen, dass mein Sohn in die 2001er Mannschaft hochrutscht und ich weiter die 2003er als kommende E2 trainiere. Den Teamwechsel meines Sohnes hat der Verein abgelehnt, ebenso die Planung zweier E-Mannschaften. Wer lässt da wen im Stich? Es fällt mir nicht leicht, meine Spieler abzugeben. Das ist aber die Folge des Vereinswechsel meines Sohnes, denn da mein Tag nur 24h hat, musste ich mich entscheiden:
    - entweder weiter machen, aber damit meinem Sohn ein Stück weit den Spaß am Fussball zu nehmen, indem ich seine sportliche Entwicklung blockiere
    - oder das Team abzugeben, und dafür meinen Sohn optimal zu fördern


    Ich habe mich für letzteres entschieden. Jetzt verlasse ich mein Team und das macht mir natürlich Bauchschmerzen. Mein Nachfolger steht parat, der war die letzten 2 Jahre mein Co, insofern lasse ich sie nicht wirklich "im Stich". Aber klar, einer der Gründe war die unbefriedigende sportliche Perspektive, das macht mir schon Sorge, zumal mein Co noch weniger Fussballer ist als ich es bin. Aber mein Sohn ist sicher der, der sportlich in der Mannschaft in der kommenden Saison am schlechtesten aufgehoben wäre (da er wieder zu sehr nach oben raus sticht). Für die anderen passt das wesentlich besser. Ich habe versucht, die sportliche Perspektive für meinen Sohn und für das Team in meinem Sinn zu ändern, habe mir aber blutige Nasen geholt. Daraus ziehe ich jetzt die Konsequenz.


    Ganz deutlich auch nochmal: Ich habe mich darüber geärgert, dass der 2001er Trainer meinen Sohn nicht haben will. Dennoch gebe ich ihm als Trainer und als Jugendleiter keine "Schuld". Mir ist schon klar, dass wir in unserem Klein-Verein nur beschränkte Ressourcen/Möglichkeiten haben. Wahrscheinlich hat er aus seiner Sicht und aus Sicht des Vereins sinnvoll gehandelt. Ich habe nicht wirklich herausbekommen, WARUM er meinen Sohn nicht hochziehen wollte. Sportliche oder körperliche Gründe hat das sicher nicht. Begründet hat er es mir gegenüber damit, dass er "befürchtet, dass 2001er sich zurückgesetzt fühlen, wenn ein 2003er hochkommt und auch spielt". Für mich klingt das ein wenig so als würde er denken "Wenn der gut genug ist, 2 Jahrgänge höher mitzuhalten, geht er früher oder später ohnehin zu einem leistungsorientierten Verein. Da muss ich mir jetzt nicht 1 oder 2 Jahre Unruhe antun." Das ist aber nur meine Vermutung, explizit gesagt hate er mir das nicht.


    Grüße
    Oliver

    provinzler, es ist aber klar, dass ein Trainer nicht alle hausgemachten Probleme abfangen kann. Gerade bei noch relativ kleinen Kindern ist man auf die Unterstützung durch die Eltern angewiesen. Wenn die (aus welchen Gründen auch immer) ausbleibt, wird es problematisch.


    @all
    Danke für die angeregte und anregende Diskussion!


    Grüße
    Oliver

    Andre, Du hast ja vollkommen Recht. Und im Gegensatz zu Dir glaube ich, dass das hier im Forum die Mehrheitsmeinung ist (im echten leben sieht's vielleicht anders aus). Darüber muss man also gar nicht so lange diskutieren.


    Den Fall den Du dabei aber beharrlich ausschweigst, ist genau der, der meine Sohn den Spaß (!) in seinem Team verleidet. Sportlich kommt er in diesem Team nur schwer weiter, denn es fehlen ihm Mitspieler, die ihn im Training fordern und die mit ihm im Punktspiel zusammen die Mannschaft tragen. Die findet er hoffentlich im neuen Verein. Aktuell ist das eine ziemliche one-man-show und das ist für keinen der Beteiligten gut.


    Grüße
    Oliver

    Jetzt ist mir etwas passiert, was echt nicht oft vorkommt - ICH BIN SPRACHLOS! Deine Situation entspricht noch bis in das kleinste Detail der meinen....Einzige Ausnahme ist, dass ich in der kommenden Spielzeit die Bambinimannschaft meines 2. Sohnes übernehme.

    Und selbst die letzte Ausnahme hätte es fast nicht gegeben. Aber mein 2ter Sohn spielt jetzt erstmal Handball und die haben genug Trainer...


    Grüße
    Oliver

    Ich habe versucht, das langfristig zu planen (Spieltermine stehen ja für Monate fest, gilt auch für Turnierzusagen), habe aber die Erfahrung gemacht, dass viele Eltern entweder nicht gerne so weit voraus schauen wollen oder aber die gegebene Zusage dann kurz vorher doch widerrufen. Ausserdem hat man ja bei den Kindern (ich trainiere eine F1) oft kurzfristige Ausfälle durch Krankheit. Aktuell stelle ich also in der Woche vor dem Spiel die Mannschaft auf. Dann weiss ich auch, wer im Training gefehlt hat und kann reagieren. Turniere sage ich als Trainer zu und "verkaufe" die dann wie einen regulären Spieltermin. Allerdings kann ich mein F-linge auch alleine mitnehmen (ohne Eltern). Das geht bei Bambini nicht so ohne weiteres.


    Grüße
    Oliver

    @Don Oliver > Text gekürzt>

    Danke, Günter, für diesen verblüffenden Erfahrungsbericht! Solche Postings machen für mich das Forum hier sehr wertvoll! Ich drück Dir und Deinem Sohn die Daumen, dass es richtig so ist.


    Ja, ganz ehrlich, ich bin auch sehr unsicher, was für meinen Sohn die "richtige" Entscheidung ist und was mein Sohn wirklich will. Aber ich tröste mich mit dem Gedanken, dass man jede Entscheidung ja wieder korrigieren kann.


    Grüße
    Oliver

    wir sollten uns auch klar sein, dass wir einen Teil der Eltern und auch Kinder mit unseren Ansprüchen einfach überfordern.
    und auch, und das ist leider nicht unwesentlich, dass wir auch mit reduzierten Ansprüchen einen Teil der Eltern und Kinder nie erreichen werden.

    Den zweiten Satzteil habe ich nochmal hervorgehoben, denn das ist ein Punkt, den ich bisher so deutlich noch nicht gesehen habe. aber das trifft sehr gut die Probleme, die ich mit meinen zwei schwächsten Spielern habe: Ich erreiche sie nicht. Das zu akzeptieren fällt mir schwer, zumal wir als Dorfverein ja eigentlich auf jeden Spieler angewiesen sind.


    Grüße
    Oliver

    Mich persönlich würde es interessieren worauf Du selbst bei dem neuen Verein mehr Wert gelegt hast und worauf du besonders geachtet hast. Wie groß war der Wunsch Deines Sohnes auf genau den Verein und warum dieser?

    Ich hatte mir ohnehin vorgenommen, die Suche des neuen Vereins nochmal in einem separaten Thread zu beschreiben, aber schonmal kurz:


    Letztlich entscheidend war der Wunsch meiens Sohnes, sportlich möglichst optimal gefördert zu werden. Die Vereine im Kreis habe ich ja mittlerweile fast alle kennengelernt, daher kann ich einigermaßen einschätzen, ob die eine vernünftige Jugenarbeit machen oder nicht. Allerdings zeigt es sich, dass es hauptsächlich auf den individuellen Trainer ankommt, ob das ok ist oder nicht. Aus diesem Grund kam z.B. der "Platzhirsch" im Jugendfussball hier im Kreis nicht in Frage, da dort der Trainer der 2003er ein ziemlicher Brüllaffe ist. Letzlich habe ich also am grünen Tisch vorselektiert und mein Sohn hat dann nur bei einem einzigen Verein ein Probetraining gemacht. Das hat ihm gefallen und da geht`s jetzt hin. Ob das optimal ist, weiss ich nicht. Da ist sicher ein Schuss Zufall dabei - hätte ich erst ein Termin bei einem anderen Verein gemacht, hätte er vielleicht diesen ausgewählt. Aber ehrlich gesagt hätte ich Bedenken, ihn bei 3 Vereinen mit trainieren zu lassen und ihm dann die Entscheidung aufzubürden.


    Grüße
    Oliver

    mach dir klar, was du willst. ist es dein hobby? ist es ein alter ego? machst du es nur wg. deinem sohn? ...


    Noch ein Hinweis: Ich fühle mich als Trainer viel "freier" im Kopf, im Herzen und im Geiste, seitdem ich meinen Sohn nicht mehr trainiere. Und ich glaube, mein Sohn fühlt sich auch als Fußballer viel "freier" im Kopf, im Herzen, im Geiste und im Körper, seitdem ich ihn nicht mehr (mit)trainiere.

    Das ist ein sehr interessanter Punkt: Der Einstieg in den Trainerjob kam über meinen Sohn, ansonsten wäre ich eher im Volleyball als im Fussball gelandet. Jetzt nach 2 jahren merke ich, dass unser Vater-Sohn Verhältnis durch die Spieler-Trainer Konstellation eher leidet. Daher wäre meine Idealvorstellung, dass mein Sohn in einer anderen Mannschaft spielt und ich das Team weiter betreue. Leider klappt das bei uns im Verein nicht, hatte ich ja oben dargestellt. Dass mein Sohn in einem anderen Verein spielt (und gefahren werden muss) und ich im Dorfverein Trainer bleibe, kriege ich zeitlich nicht hin. Daher stecke ich jetzt hier zurück, weil ich denke, damit das Richtige für meinen Sohn zu tun.



    Ich habe aus Forumsbeiträgen und Beobachtungen an mir selbst den Eindruck, dass hoch engagierte Trainer mit wenig Erfahrung (damit meine ich junge Trainer oder "Vater-Trainer" mit vielleicht max. 4-5 Jahren Trainingserfahrung und wenig aktiver Fußballlaufbahn) ihr Umfeld etwas überfordern: Wir erwarten, dass alle Spieler, Eltern und Vereinsverantwortliche unseren Einsatz, unsere Weiterbildung, unser Know-how, unsere DFB-gemäße Ausbildung der Kinder, unsere vielen Stunden auf "trainertalk.de" und und und tagtäglich honorieren. Alle Kinder machen wir zu begeisterten Fußballern und holen aus jedem das Beste heraus, alle Eltern freuen sich ein Loch in den Bauch, was wir mit den Kindern Tolles anfangen und alle im Verein sind überglücklich, uns zu haben.


    Nochmal: Ich beobachte diese Haltung gelegentlich auch an mir. Das ist überhaupt kein Angriff gegen Dich und andere engagierte Trainer. Nur was uns anscheinend fehlt, ist eine entspanntere Haltung zu dem was wir tun. Wir sehen es fast als Nebenberuf an und nehmen es unglaublich ernst. Das ist auch richtig und wichtig. Aber für die meisten (oder zumindest viele) Spieler und Eltern ist es Hobby, Freizeit, Spaß, ein Aspekt des Gemein- und Sozialwesens und im Wortsinne "Nebensache". Erst wenn man als Trainer die Balance gefunden hat zwischen notwendigen eigenen Engagement und der Akzeptanz des gegebenen Umfeldes, ist man vermutlich ein "erfahrener" Trainer.

    Ja, ich habe mich auch schon gefragt, ob meine Ansprüche an die Kinder, Eltern und den Verein nicht zu ambitioniert sind. Aber ich bin (noch?) nicht soweit, dass ich alles mit buddhistischer Gelassenheit hinnehme und dennoch Spaß dabei habe. Ich gebe Dir völlig Recht: Etwas mehr Entspanntheit würde mir da sicher helfen. Und da spannt sich wieder der Bogen zum Punkt oben: Ich wäre sicher entspannter, wenn ich nicht als Vater merken würde, wie auch mein ehrgeiziger Sohn unter der Situation leidet. Wüsste ich ihn gut und angemessen aufgehoben in einer anderen Mannschaft, würde es mir sicher leichter fallen, die oben geschilderten Negativpunkte auch dauerhaft zu akzeptieren.


    Grüße
    Oliver

    Die Übung schult ausgezeichnet die Spielintelligenz: Man muss sich als Einzelner und als Team noch mehr als bei nur einem Ball eine sinnvolle Aufteilung zw. Offensiv- undf Defensivaufgaben überlegen. Die Situationen wechseln sehr schnell und oft unvorhersehbar, d.h. man muss sich blitzschnell auf neue Umstände einstellen. Nicht zuletzt wird auch die Wahrnehmung geschult, da man ja oft zwischen den Bällen ist und daher sowohl vorne als auch hinten Augen benötigt. Und es macht Laune.


    Die Übung habe ich übrigens bei einer DFB-Schulung kennengelernt (Lizenzlehrgang C-Breitenfußball, Kurzschulung Koordination).


    Grüße
    Oliver


    EDIT: GC war schneller...

    Ist für mich nachvollziehbar ...................... und wird dazu führen, dass sich die zurückgebliebenen Spieler schneller entwickeln werden. Ich spreche da aus Erfahrung.

    Ich glaube das auch - das ist das, was ich oben mit dem "verstecken hinter dem guten Spieler" meinte. Und ich wünsche es ihnen.


    1)
    Solche Eltern musst du direkt ansprechen. Sie wissen es vielleicht nicht besser? Nimm sie beiseite und kläre mit ihnen in einer Vernünftigen art und Weise wie du dir die Zusammenarbeit vorstellst. Vielleicht erfährst du dann auch (wenn nicht schon geschehen...) warum sie sich so wenig kümmern. Zu wenig Zeit? einfach dessinteresse?


    Wenig Zeit und wenig Interesse. Ich habe da viel versucht, laufe aber ins Leere.


    2)
    Es ist hart, aber du solltest akzeptieren das nicht alle Spieler den gleichen Ergeiz haben, sich verbessern zu wollen. Nicht jeder will ein Schweinsteiger werden, für sie ist es Spaß an der Gemeinschafft, Freunde zu treffen, Spiele zusammen zu spielen..

    Ja, ich akzeptiere das. Aber ich merke, dass es mich als Trainer nicht ausfüllt. Für mich ist das zuwenig Sport und zuviel Kinderbelustigung. Das klingt jetzt vielleicht härter als es gemeint ist, aber ich versuche da auch zu mir ehrlich zu sein.


    4)
    Trainersohn hin oder her, spielt keine Rolle. Ich halte es so, dass Technisch starke spieler in den oberen altersklassen eingesetzt werden um sich weiterzuentwickeln.
    Solchen Spielern nützt es rein garnichts wenn sie sich in ihrer Altersklasse langweilen und technisch auf der Strecke bleiben.
    Ein wechsel in einen Leistungstärkeren Verein ist natürlich nicht schlecht. Nur könnte es passieren das er dann einer von vielen guten ist und erstmal auf der bank sitzt, da er sich noch behaupten muss.

    Ja, aufrücken in das jahrgangsälter Team wäre optimal gewesen, aber ein 2002er Team gibt es ja nicht und ins 2001er Team wollte ihn dessen Trainer nicht aufnehmen. Nach dem Probetraining im neuen Verein habe ich wenig Zweifel, dass er sportlich im neuen Team gut aufgehoben sein wird. Hauptmanko ist eher das organisatorische: Zum neuen Verein müssen wir ihn mit dem Auto fahren, vorher konnten wir gemeinsam in 2min mit dem Fahrrad zum Sportplatz radeln.


    Danke soweit für die Kommentare!
    Oliver

    Aktuell trainiere ich die F1 (2003er) eines Stadtteilvereins. Insgesamt ist das ein prima Haufen, der sich auch gut weiter entwickelt. Die Jungs sind nett, wir haben viel Spaß zusammen. Dennoch werden ich nach dieser Saison als Trainer aufhören, und zwar aus folgenden Gründen:


    1) Ein Teil der Eltern ist sehr rührig und engagiert. Auch hat sich noch niemand der Eltern bei mir oder über mich beschwert. Ganz im Gegenteil, die Rückmeldung sind ausgesprochen positiv. Was mich aber mürbe macht ist, dass sich einige Eltern schlichtweg nicht um die Fussballaktivitäten ihrer Kinder kümmern. Sie kommen nie mit ins Training, fahren nie mit zum Spiel, helfen nie beim Kuchenstand. Permanent muss ich ihnen hinter her laufen und sie anrufen, um Termine abzuklären. Mich nervt das.


    2) Die Ansprüche der Spieler (und ihrer Eltern) klaffen weit auseinander. Zwei der Spieler haben in der kompletten Saison jeweils erst einen einzigen (!) Trainingstermin versäumt. Andere kommen ohnehin nur 1-mal pro Woche (wegen Schwimmkurs o.ä.) und fehlen auch mal kurzfristig bei einem Spiel, weil sie spontan doch zum Opa gefahren sind. Das ist auch vollkommen ok, aber ich merke, dass mein Spaß als Trainer nicht allein durch die Gemeinschaft mit den
    Kindern kommt, sondern dass ich durchaus auch sportlichen Fortschritte erzeugen will. Und das geht nicht bei Spielern, die weniger als 50% aller Trainings- und Spieltermine mitmachen.


    3) Das Leistungsgefälle innerhalb der Mannschaft ist extrem groß. Wir haben einen sehr starken Spieler (dazu unten mehr), mehrere gute bis durchschnittliche, aber auch einige sehr schwache. Im Training und in den Punktspielen muss ich immer sehr aufpassen, wo und wie ich meine schwächsten Spieler unterbringe. Mir war das klar, daher habe ich offensiv vor der Saison bei allen Eltern angekündigt, dass wir rotieren werden, auch wenn wir dadurch mehr Spiele verlieren als in Bestbesetzung. Die Eltern ziehen dabei voll mit, das ist also prima! Erfreulicherweise hat das im Laufe der Saison auch soweit geklappt, dass ich einige Spieler, die ich anfangs noch deutlich zu den schwachen gezählt habe, mittlerweile bedenkenlos einsetzen kann. Dennoch habe ich weiterhin drei Spieler, die sehr stark abfallen. Einer der drei ist noch neu, aber der wird sich entwickeln. Bei meinen 2 schwächsten allerdings beisse ich mir als Trainer die Zähne aus. Die Gründe will ich jetzt gar nicht en detail diskutieren, aber beide scheinen nicht wirklich Spaß am Fussball zu haben. Und ganz ehrlich: Ich habe auch keinen mit den beiden.


    4) Der oben erwähnte extrem gute Spieler ist mein Sohn (jaja, klassischer Trainersohn, ich weiss - aber ganz ehrlich, er war schon der herausragende Spieler seines Teams bevor ich Trainer wurde). Er ist ehrgeizig und leidet jetzt schon sehr unter der sportlich unbefriedigenden Situation. Glücklicherweise (Glück ist relativ...) motzt er nur mich an, wenn ich wieder mal aus seiner Sicht einen Sieg "weg-gecoacht" habe, weil ich unsere schwachen Spieler eingesetzt habe. Aber ich merke auch, dass die Situation auch für ihn alles andere als optimal ist.


    5) Auch sportlich ist mein Sohn für das Team nicht nur positiv. Zum einen "verstecken" sich alle sehr hinter ihm (merkt man immer, wenn er ausgewechselt wird oder fehlt), zum anderen sind wir druch seine Leistung relativ erfolgreich und spielen daher in der Feldrunde gegen eigentlich deutlich stärkere Mannschaften. Bei diesen Spielen sind dann die schwächeren Spieler meines Teams hoffungslos überfordert.


    6) Ich bin selbst kein Fussballer. Ich habe nie im Verein gespielt und merke zunehmend, wie mir da die Praxis fehlt. Zwar glaube ich, mich theoretisch schon einigermaßen fortgebildet zu haben (DFB-Lehrgänge, Bücher, trainertalk...), aber ich merke, dass meine Jungs auch mal einen "echten" Fussballer als Orientierungshilfe bräuchten.


    Seit einiger Zeit mache ich mir nun Gedanken über die kommende Saison. Wir haben in unserem Dorfverein keine 2002er Mannschaft. Die sechs 2002er in unserem Verein spielen aktuell mit den 2001er als E-Jugend. Diese Mannschaft ist sehr ambitioniert und wird aller Voraussicht nach Kreismeister werden. Der Leistungsgedanke in dieser Mannschaft führt leider dazu, dass die 2002er vom Trainer der E-Jugend wenig Einsatzzeiten bekommen. Auch dadurch ist es für 2002er aus anderen Vereinen sicher wenig attraktiv zu uns zu stoßen, d.h. die 2002er werden kaum jemals eine eigene Jahrgangsmannschaft bilden können, sondern bleiben das fünfte Rad am Wagen. Kommende Saison werden die mit den meinen 2003ern zusammen die neue E-Jugend bilden. Das Problem ist dann, dass wir dann ca. 18-20 Spieler haben, die leistungsmäßig extrem weit auseinander liegen. Einzige Möglichkeit wäre es, weiter Spieler anzuwerben, um 2 Teams E1+E2 zusammen zu bekommen. Aber dafür gibt es bei uns weder einen Trainer noch ausreichend Trainingszeiten (wir haben nur einen Platz). Dennoch wollte ich das versuchen und habe unseren Jugendleiter darauf angesprochen. Erste Antwort "Interessiert mich nicht, ich bin dann D-Jugend" (er ist zugleich der Trainer der 2001er). Das war vermutlich als Scherz gemeint, lustig fand ich es aber nicht. Zweite Antwort war dann "Wir warten bis Ende Juni, dann sehen wir, ob wir eine oder zwei E-Mannschaften melden". Also keinerlei Bereitschaft, sich in dieser Sache ins Zeug zu legen. Von alleine wird sich das aber nicht regeln. Ich tue mich schwer, unter diesen Voraussetzungen Spieler anzusprechen.


    Also wird es vermutlich keine zwei Teams geben, sondern nur eine E mit einem sehr heterogenen Mix aus 2002ern und 2003ern. Das sind 18 oder vielleicht 20 Spieler, die alle eingesetzt werden wollen. Ich sehe nicht, wie ich das als Trainer auffangen kann. Wir hatten dieselbe Situation in der Saison 2010/11, wo wir mit 20 Spielern als F-Jugend gespielt haben. Damals habe ich mit vorgenommen, das nicht nochmal zu machen. Dazu kommt jetzt noch meine Perspektive als Spielervater, der seinem Sohn eine zwischenmenschlich, aber auch sportlich optimale Förderung wünscht. Davon sind wir leider weit entfernt. Daher werde ich als Trainer eine Pause einlegen (und hoffentlich meinen Frust abbauen). Mein Sohn wird den Verein wechseln. Auch das entspricht jetzt wieder dem Klischee ("Protegierter Trainersohn wechselt zu leistungsstärkerem Verein"), aber ich hoffe die Gründe deutlich gemacht zu haben. Dem Forum bleibe ich erhalten, allerdings dann eher in der Rolle als Spielervater.


    Viele Grüße
    Oliver

    Günter, ich sehe das jetzt erstmal als "private" Definition im Rahmen dieser Umfrage. Die Definition "regelmäßiges Training mit dem Ziel der Leistungssteigerung und dem Gewinnen von Wettkämpfen" ist ja enorm weit, die schließt ja jeden Kreisligakicker mit ein, sofern er regelmäßig zuim Training kommt. Wenn mal Leistungssport so weit fasst, wird der Begriff fast sinnlos.


    Abgrenzung Leistungssport <-> Breitensport wurde hier im Board schonmal diskutiert.WAS ist Leistungsfußball in Relation zu: WAS ist Leistungsfußball im Jugendbereich/Gibt es einen Unterschied? Aus meiner Sicht hat insbes. Paul Breitner (schade, dass der nicht mehr aktiv ist!) in den Postings #5 und #13 die treffende Abgrenzung getroffen. Nicht alles, was leistungsorientiert ist, ist auch schon Leistungssport.


    Grüße
    Oliver

    Hmm, es haben ja mindestens 2 versagt: Der Gasttrainer und der Schiri. Blöd, wenn das ein. und dieselbe Person ist, dann hat man eine Chance weniger, dass es auch klappt. Aber im Ernst: Wenn das so eindeutig ist wie Du es beschreibst, muss der Schiri reagieren. Und eigentlich muss vorher schon der Trainer des Spielers diesen einbremsen oder ausdwechseln.


    Grüße
    Oliver

    Aller berechtiger Kritik am System Schule und den Lehrern zum Trotz: Verhauene Arbeiten sind zunächst mal ein Warnsignal und deuten nicht unmittelbar daraufhin, dass der junge Mann unterfordert ist. Regelmässig Hausaufgaben nicht machen, ist ebensowenig ok. Andererseits Notenschnitt zwischen 1 und 2, also kein Grund für Panik offenbar. Ich würde mit dem jungen Mann ein ernstes Wort reden. Fussballverbot finde ich aus den oben genannten Gründen nicht sinnvoll. Hast Du als Vater keine andere Möglichkeit der Einflussnahme auf Deinen Sohn?


    Grüße
    Oliver

    Hmm, "Lehrprobe zum Vereinsassistent" sagt mir nichts, was ist das denn für eine Ausbildung?


    Zu Deinen Übungen: Ja, hört sich so an als könnte ich die mit meiner F auch alle machen. Einzig das Spiel mit den vielen TW würde evtl. Diskussionen geben, denn ich habe ein paar Spieler, die auf keinen Fall ins Tor wollen (und ich zwinge sie auch nicht). Allerdings ist für mich im Training kein roter Faden erkennbar, das ist ziemlich durcheinander gemischt, Pass. Was würdest Du denn selbst als Trainingsschwerpunkt bezeichnen?


    Grüße
    Oliver