Bsp.:
Eigene Ecke, Ball kommt vor das Tor, dort etwas - bambinitypisch - wilde Wolke. Da bekommt ein Gegner den Ball an den Fuß, dreht sich zu unserem Tor und läuft los.
Jetzt kommt die "Abwehr eines angreifenden Spielers", sprich mein Torwart rennt los - und zwar von der Strafraumlinie an die er bei der Ecke schon vorgegangen war - , erwischt den Gegener noch vor der Mittellinie in dessen Hälfte, erobert den Ball. Der weitere Ablauf ist hier egal.
Ergebnis: Zulässig, nach meiner Meinung. Weil eben dieDefinition nur auf "Abwehr eines angreifenden Spielers" lautet, sprich jeder Gegner will ja angreifen, also darf der Torwart auch raus.
Und dann kommt noch hinzu, dass der Gegner aus seiner Hälfte ja kein Tor erzielen darf, somit es für diesen keinen Sinn macht den Ball über oder am Torwart vorbei ins unser Tor zu schießen.
Faktisch schaffe ich mir so aber eine Überzahl.
Ich glaube, dass der TW das in 99% aller Fälle abgepfiffen bekommt, mMn auch zu Recht. Was der TW in Deinem Beispiel macht, ist den Spielaufbau zu verhindern, nicht den Angriff. Wobei ein alleine durchbrechender Spieler schon als Angreifer gewertet werden kann...
Aber machen wir mal die Sache leichter:
Gegner läuft mit Ball in unserer Hälfte, Torwart rennt raus, erobert den Ball. Was ist jetzt gefordert? Was darf der Torwart machen? Jetzt ist er ja quasi "Spielaufbauer", somit verstößt er gegen die Regeln, oder darf er den Ball direkt passen, oder sogar in der eigenen Hälfte laufen und dribbeln?
Ergebnis: Auch hier denke ich dass der Torwart zumindest in unserer Hälfte mit dem Ball alles machen darf.
Bin auf eure Meinungen gespannt.
Nach der (seltsamen) Regel müsste er eigentlch den Ball liegen lassen und schleunigst in seinen Torraum zurück. Aber ich habe noch nie erlebt, dass ein kontrolliertes Abspiel (da ruhig auch ein paar Sekunden dauern darf) abgepfiffen wurde. Meist endet so eine Rettungstat aber mit einem Befreiungsschlag nach vorne oder ins Aus (oder einem Tor, wenn's aus Sicht des TW daneben ging).
@ Don
Bis letztes Jahr haben wir ohne Rückpassregel gespielt. Ab D mit. Gebolze hast Du leider bei beiden Regeln. Die wenigsten Mannschaften spielen von hinten heraus. Ist zuviel Risiko. Die andere "Taktik" hat drinnen wie draußen mehr Erfolg im Sinne von Gewinnen. Ich sagte ja, liegt daran wie der Trainer das vermittelt. Besonders ab der Zwischenrunde in der Halle wird dies oft als Mittel zum Zeitschinden genutzt. Da habe ich schon fürchterliches Ballgeschiebe als Mittel zum Zweck gesehen. Vielleicht ist das ja nur in unserer Region so, aber ich habe da so meine Zweifel.Bei der Rückpassregel siehst Du aber sehr schnell und gut die technischen Fertigkeiten eines Keepers und auch sein Selbstvertrauen, diese einzusetzen.
Vermutlich hast Du Recht. Dem Trainer kommt da eine Schlüsselrolle zu. Je nachdem wie er sein Team instruiert, lernen die einen vernüftigen Spielaufbau oder halt nicht.
Grüße
Oliver
