Beiträge von Don Quijote

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Nach deiner Schilderung hast Du und vor allem Dein Sohn wirklich Pech mit dem Trainer gehabt. Ich hätte nicht gedacht, dass das in einem zertifizierten LZ überhaupt möglich ist. Aber offenbar schaut man bei den "Kleinen" eben nicht so genau hin. Schade, dass es so gelaufen ist.


    Ich hoffe, Niklas bekommt in seinem neuen Verein einen kompetenteren Trainer und hat wieder viel Spaß am Fussball.


    Grüße
    Oliver

    Ich persönlich finde es toll dass Amerika (wie auch andere Länder wie z.B. Japan) zeigen, dass es sehr wohl anders auch gut, wenn nicht sogar besser gehen kann als bei uns. Und das sowohl in der Breite (Mitgliederzahlen) als auch im Profifussball (Resultate bei int. Wettbewerben). Löblich vor allem auch die Fortschritte im Frauenfussball.
    Scheinbar entwickeln gewisse Leute hier im Forum, solange man Themen allein nur auf das ferne Amerika bezieht, in diesem Forum weniger Paranoia und Abwehrreflexe, und stehen den Dingen offener gegenüber, als wenn man genau dieselben Themen in unserem Kontext diskutieren würde.


    Jetzt schalte doch mal den Märtyrer-Modus aus ;). Natürlich wird jede Aussage auf ihrer jeweiligen Grundlage betrachtet. Wenn dann in den USA z.B. Vereins- und Schulsport ganz anders organisert sind als in D, dann muss man da schon differenzieren. Aber wenn Du ein super Modell hast, das in der Schweiz funktioniert, dann ist es doch sicher ein Leichtes, uns die Vorteile überzeugend näher zu bringen. Du erklärst Deine Standpunkte ja auch und das begrüße ich ganz ausdrücklich. Aber bitte nicht immer jammern, dass hier alle so borniert sind, dass sie Dir nicht zuhören mögen...Dein vorletzter Satz passt doch perfekt

    Somit ist es eine gute Sache auch mal über den Tellerrand zu schauen.


    Grüße
    Oliver

    @Günther
    Nicht schlapplachen, sondern nochmal nachlesen! Locutus hat Recht:


    Die Spielordnung des Hamburger FV (siehe http://www.hfv.de/_data/Spielordnung_stand_2011.pdf) definiert folgende Leistungsklassen:

    Und für diese Leistungsklassen gilt dann der der Festspiel-Paragraph:

    Also bei über 23-jährigen zwingend 48h "Schutzfrist" zwischen zwei Einsätzen.


    Grüße
    Oliver


    Das Zitat mit der F war ja ein Zitat aus einem Zitat, ich hatte das schon relativiert.


    Wir reden hier doch über Bambini (im Wesentlichen über 4-6jährige) und mindestens da darf es noch keine fußballspezifische Ausbildung geben.
    Dies ist schon allein der ganzheitlichen Ausbildung der Kinder geschuldet und kann einseitig auch gesundheitliche Schäden hervorrufen. Natürlich gibt es Vereine, die reine Spielstunden für Bambini anbieten. Leider sind es noch nicht genug, was aber kein Zeichen für die Richtigkeit der fußballspezifischen Ausbildung ist, sondern mangelndes Wissen über die körperliche und seelische Entwicklung von kleinen Kindern und die "Gier" der Erwachsenen nach richtigem Fußball.

    Danke für die Klarstellung, das kann ich so unterschreiben.


    Ja und es ist mangelnde soziale Kompetenz, denn LZ und Stützpunkte kommen sehr viel später.


    Wann ist "viel später"? Wann das LZ sinnvollerweise kommt, darüber haben wir ja schon öfters diskutiert. Mein Kleiner ist in der U10 ins LZ gewechselt. Ehrlich gesagt, bin ich immer noch unsicher, ob das die beste Entscheidung war. Sportlich war es das auf jeden Fall, ich sehe ja seine Entwicklung. Allerdings ist der Zeitaufwand schon sehr hoch, und das ist für einen 9 bis 10-jährigen schon sehr belastend.


    Grüße
    Oliver

    Ich sehe wie tobn das Problem, dass sich die Eintrittsbarriere zu immer jüngeren Jahren verschiebt. Fusballbaron, Du beschreibst, dass durch Eure Vorgaben alle Beteiligten "gezwungen" waren, sich sehr früh unterstützend um ihr Kind zu kümmern und das so das Niveau insgesamt angehoben wurde. Das halte ich für durchaus nachvollziehbar. Erkauft ist das aber andererseits mit Leistungsstress schon im Vorschulalter. Und zweitens (das ist weiterer Aspekt den tobn anspricht) lasst Ihr durch die frühe Selektion eine Menge potenzieller Leistungssträger liegen, nur weil diese zum Zeitpunkt Eurer Selektion noch nicht so weit waren. Offensichtlich könnt Ihr Euch das aktuell leisten, denn Ihr habt auch so ausreichend Nachfrage. Aber es könnte halt sein, dass Ihr zwar ein paar Pirmin Schweglers hervorbringt, aber den Messi aussondert...


    In Bezug auf die angehenden Leistungssportler wäre die Frage: Wann muss ein Spieler im LZ trainiert werden, wenn er sein Potenzial im Erwachsenenalter 100% ausschöpfen will? Im Bambinialter? Oder reicht das noch in der D oder C?


    Grüße
    Oliver

    Ich versuche, die Diskussion nochmal auf den von Fussballbaron angesprochenen Punkt zu bringen. Er zitiert ja folgende Aussage von Uwe (fälschlicherweise stehen im Zitat bei @FB andere Namen, aber egal):

    G- und F-Jugend sollen nicht fußballspezifisch trainiert werden, ab E-Jugend kommt die fußballerische Ballgewöhnung und ab D-Jugend beginnt der Fußball richtig.


    Das ist Uwes Aussage von oben und ich komme nicht umhin, Fussballbaron Recht zu geben: Das beschreibt nicht das, was ich sehe. Klar machen viele Teams auch mal nicht-fussballerische Übungen (Handball, Turnspiele o.ä.), aber die Regel ist doch, dass spätestens ab Altjahrgang Bambini oder junger F sehr wohl fußballspezifisch trainiert wird. Insofern weichen ALLE mir bekannten Teams von obigem Leitgedanken ab. Sieht das bei Euch wirklich anders aus? Die Frage stelle ich unabhängig davon, was man für gut und richtig hält...Oder verstehe ich Deine Aussage falsch, Uwe?


    Grüße
    Oliver

    Die NLZ der Bundesligisten haben in der Regel nur eine Mannschaft pro Jahrgang. Das heisst natürlich, dass ein Spieler, der nicht mithalten kann oder will, nicht in eine zweite Mannschaft runter kann, sondern der muss den Verein wechseln. Die NLZ unterhalten aber meist Partnerschaften mit anderen Vereinen in der Region, d.h. auch so ein Kind wird nicht einfach sich selbst überlassen, sondern in einen Partnerverein vermittelt. Dennoch ist das natürlich einer der gravierenden Unterschiede zum "Normalverein".


    Grüße
    Oliver

    Ja, Karl, Dein Gedankenmodell stimmt. Ein selektierender Verein ist (unabhängig von der Qualität der Trainingsarbeit) immer im Vorteil gegenüber einem Regionalverein, der nicht auswählt. Spannender ist der Vergleich zwischen verschiedenen Leistungszentren, die ja alle selektieren und daher vergleichbare Voraussetzungen haben.


    Was ich aktuell in der U10 beobachte ist ein deutlicher Leistungsunterschied zwischen Mannschaften, die schon seit U8 oder U9 exisitieren (z.B. Mainz, BVB, Eintracht Frankfurt) und Mannschaften, die erst als U10 neu zusammengestellt wurden (z.B. Hannover, FSV Frankfurt). Ich führe das genau auf den von Dir beschriebenen Effekt zurück: Die "erfahreneren" Teams spielen bereits als U10 wesentlich strukturierter als die "jungen Wilden". Ich bin gespannt, ob sich diese Unterschiede zukünftig nivellieren oder ob das sich vielleicht sogar ins Gegenteil verkehrt.


    Grüße
    Oliver

    Durch fehlende Information wurde hier einiges (so habe ich es zumindest empfunden) falsch interpretiert ich möchte die mir wichtigen Dinge kurz richtig stellen:...

    Was Du leider offen lässt ist die Begründung, warum Du vor dem Abschied nicht versucht hast, mit einem Jugendkoordinator zu sprechen.


    Was Du über den Trainer sagst (Vatertrainer, hat erst kürzlich Lizenz erworben und selbst bezahlt), spricht für meine obige Einschätzung, dass die U9 zwar formal zum LZ gehört, aber offensichtlich nicht so geführt wird.


    Grüße
    Oliver

    Ich hatte es oben ja schon beschrieben:

    in unserem LZ in U10 wird im Ligaalltag auf der TW-Position rotiert, bei Turnieren gegen andere LZ spielt der etatmäßige Torwart


    Wer unser Team nur bei Turnieren sieht, der sieht nix von der TW-Rotation. Und es entspricht meiner Beobachtung bei vielen LZ-Teams, dass sie nicht rotieren, sondern zumindest bei Turnieren mit festen Positionen spielen. Denn die LZ sehen die "großen" Turniere nicht als puren Spaß an der Freud, sondern wollen da auch gerne gut aussehen. Aber ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, warum wir das so detailliert diskutieren. Denn es geht ja eigentlich nicht um Rotation an sich. Sondern es geht darum, dass ein Spieler gegen seinen Willen ins Tor gestellt wird. Das ist aus meiner Sicht auch eine andere Qualität als einen "gefühlten Stürmer" als Verteidiger zu bringen.


    Grüße
    Oliver

    Nach der weiteren Beschreibung von crow stellt sich das Bild für mich weder schwarz noch weiss, sondern eher grau dar:


    Rotiert wurde auch auf der TW-Postion in den normalen Spielen. In den sehr stark besetzten Turnieren wollte der Trainer seinen besten Kader aufbieten und daher Niklas ins Tor stellen. Das halte ich noch nicht für verwerflich, sofern man das allen Beteiligten kommuniziert. Auch in unserem LZ in U10 wird im Ligaalltag auf der TW-Position rotiert, bei Turnieren gegen andere LZ spielt der etatmäßige Torwart. Der will das aber auch! Insofern wäre auch hier die Frage, ob der LZ-Trainer einen Spieler gegen seinen Willen ins Tor stellen darf und sollte.


    Was mir sauer aufstößt sind jedoch die ungleichen Spielzeiten. Ok, man könnte auch hier dem Trainer zugutehalten, dass er das bei den Turnieren so gemacht hat, um nicht unterzugehen und er das in den kommenden Spielen gegen schwächere Gegner ausgleichen will. Aber das könnte man auch so kommunizieren, aus meiner Sicht ein klares Defizit des Trainers. Was mir ebenfalls sauer aufstößt ist die Beschreibung des Verhalten des Trainers im Spiel, das ist schon sehr extrem. Und was mich sehr verblüfft ist, dass es offenbar ein Vatertrainer ist. Im LZ-Umfeld ist das nicht üblich, klingt für mich irgendwie so als würde die Mannschaft zwar formal zum LZ gehören, aber de facto doch eher so organisiert wie in "normalen" Vereinen (wer nicht schnell genug nein sagt, wird Trainer).


    crow
    Du hast die Trennung ja nun schon vollzogen. Schade, dass Du nicht erst noch (wie mehrfach vorgeschlagen) das Gespräch mit dem Jugend-Koordinator gesucht hast. Wenn das noch möglich ist, würde ich das in jedem Fall noch nachholen.


    Grüße
    Oliver

    Dass Mannschaften schnell mal den Kopf hängen lassen und dann eine hohe Niederlage kassieren, das ist in U9 doch nichts ungewöhnliches. Genausowenig ist es unüblich, dass die Kinder sich eher als Solokünstler verstehen denn als Teil eine Mannschaft. Insofern kann ich nicht einschätzen, ob überhaupt Handlungsbedarf besteht oder ob das nicht "normale" Lernprozesse sind, die das Team Deines Sohnes da durchmacht.


    Aber generell: Ein Team zu formen, das ist Aufgabe des Trainers. Wenn der gegenseitiges Anmeckern duldet, dann hast Du als Vater kaum eine Chance. Daher würde ich auch den von Dir ausgehenden "Arschtritt" tunlichst unterlassen, das ist nicht Dein Job als Spielervater! Teambuilding durch Aktivitäten wie Kletterpark ist eine Methode. Nach meiner Einschätzung sind das aber nur sporadische Aktionen, die oft keinen nachhaltigen Effekt haben. Viel wichtiger ist der ständige Umgang im Training. Und den muss der Trainer steuern. Aber schaden können so Teambuildings auch nicht, daher spricht auch nichts dagegen.


    Grüße
    Oliver