Beiträge von Don Quijote

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    Das Thema kommt hier immer wieder hoch, ich verlinke mal eine alte Diskussionen:
    Gibt es ein moralisches "STOPP" wenn eine Mannschaft total überlegen ist?



    Ganz wichtig: Alle "Tricks", die man anwendet, um das Ergebnis nicht ausufern zu lassen, sollte man möglichst unauffällig umsetzen, also weder reinrufen, noch damit beim gegnerischen Trainer "prahlen". Die besten Tricks sind die, die man von außen nicht erkennt. Ansonsten wirkt das schnell arrogant und kommt - trotz gutem Willen - selten gut an.

    Das kann ich zu 100% unterstreichen.


    Grüße
    Oliver

    Hallo Christof,


    ich kann sagen, was man definitiv NICHT machen darf: Sich als Trainer lautstark über Schiedsrichter-Entscheidungen aufregen. Im Umkehrschluss heißt das dann wohl, dass man jede Entscheidung unaufgeregt erdulden sollte und so den Fokus der Spieler vom Schiri weghält. Ich habe meine Jungs immer ermahnt, die Entscheidung wegzustecken und weiter zu spielen. Steter Tropfen höhlt den Stein....


    Thomas Tuchel hat wohl in Mainz öfters mal im Training bewusst falsch gepfiffen, um die Spieler an diese Ungerechtigkeiten zu gewöhnen. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch mit U12 funktioniert, habe das aber nie selbst ausprobiert.


    Grüße
    Oliver

    Konkret auf die Frage des Threaderstellers:
    Eine Statistik kenne ich nicht. Im Bekanntenkreis gibt es Kinder, die nach dem Wechsel auf's Gymnasium mit dem Vereinssport aufgehört haben. Als Hauptgrund genannt wurde vor allem Zeitmangel wegen Nachmittagsunterricht mit vielen Hausaufgaben. Aber das waren immer einzelne Kinder, die Mehrheit hat den Sport weiter betrieben. Von daher stimmt die Aussage "die meisten hören dann auf" zumindest in meinem Umfeld nicht.


    Hier in Hessen wurde zudem jetzt flächendeckend wieder zu G9 zurück gewechselt, so dass sich die Situation mit dem Nachmittagsunterricht deutlich entspannt hat. Meine Wahrnehmung ist, dass die Teilnahme am Training/Spiel von Eltern manchmal als Druckmittel verwendet wird. So nach dem Motto: "Schon wieder eine 4, jetzt wird aber am Wochenende gelernt und nicht gekickt"! Ob das funktioniert, wage ich zu bezweifeln. Wie oben schon angemerkt, macht die körperliche Betätigung vielleicht auch erstmal den Kopf frei.


    Grüße
    Oliver

    Der Verein meines Sohnes nutzt "kickers11". Das bietet etliche Verwaltungsfunktionen. Nachrichten können per Mail versendet werden, alternativ kann man die auch im Browser anschauen. Was das kostet, weiss ich aber nicht.


    Grüße
    Oli

    @TW-Trainer
    Das kann nicht stimmen. Die Regularien in NRW sind sogar noch ein bisschen strenger als in Hessen:

    Bei den D-Junioren und jünger ist es erlaubt, gemischte Mannschaften ausJunioren und Juniorinnen dieser Altersklasse zu bilden. Die Landesverbändekönnen eine entsprechende Ausnahmeregelung bei den B- und C-Junioren inihren Durchführungsbestimmungen gestatten. Dabei müssen die Eltern bzw.der gesetzliche Vertreter der Junioren zustimmen.

    C und B als Ausnahme, aber A ist definitiv nicht erlaubt.


    Grüße
    Oliver

    In Hessen dürfen Juniorinnen bis max. B-Jugend in Junioreteams mitspielen, siehe

    . Das Spielen von Juniorinnen in Juniorenmannschaften ist bis einschließlich der B-Junioren gestattet. In denAltersklassen bis einschließlich C-Junioren dürfen Spielerinnen ein Jahr älter sein als die männlichen Spieler.

    Offenbar ist das (mal wieder) in jedem Landesverband separat geregelt, aber Dein Beispiel von oben (U17 Nationalspielering spielt in der A mit) wäre hier nicht erlaubt gewesen.


    Grüße
    Oliver

    Bin noch nicht so sicher, ob ich das gut finde. Warum fasst man überhaupt 2 Jahrgänge zusammen? Mein Vorschlag wäre:
    - es werden Jahrgangsmannschaften gebildet (U7, U8, U9 usw.)
    - die Mannschaften können mit jüngeren aufgefüllt werden
    - pro Team sind auch 3 max. 3 (oder 6?) Monate ältere spielberechtigt


    Konkret für meinen Junior hieße das (bei Umsetzung in 2017/2018), dass er aus C2 direkt in die B2 wechsel würde. D.h. er wäre 2 Jahre hintereinander Jungjahrgang. Hmmm....


    Grüße
    Oliver

    Steinigen muss ich dich sicher nicht, @Zodiak, aber Du hast meinen Punkt nicht verstanden: Es geht nicht drum, dass zuviele keinen Preis kriegen, sondern mir geht es darum, dass die Wahlen falsch ablaufen.


    Ich bin also nicht gegen Wettkampf, sondern für faire Ausgangsbedingungen. Die Wahl des Weltfussballers ist da aber ein gutes Beispiel. Auch da geht es eigentlich nur um Stürmer. So eindimensional ist Fussball doch gar nicht, zum Glück!


    Grüße
    Oliver

    Bei den Turnieren, bei denen mein Junior mitspielt, gibt es auch fast immer die Individualauszeichnungen. Für die Jungs, die die Pokale gewinnen, ist das eine tolle Sache. Dennoch würde ich das abschaffen, denn es funktioniert aus folgenden Gründen nicht (und gibt so die falschen Signale):


    Bester TW wird eigentlich immer der TW des zweit bis viertplatzierten. Der TW des Turniersiegers hat oft keine rechte Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Ab dem fünftplatzierten sind die Mannschaften meist früher raus. bei der Bewertung wird auch fast immer der "spektakulärste Hechter" gewählt und nicht unbedingt der, der mit guten Spielaufbau seiner Mannschaft vielleicht viel mehr hilft.


    Bester Torschütze ist oft der Knipser der Mannschaft, die durch Losglück in der Vorrunde auf eine komplett unterlegene Mannschaft trifft. Wer in so einem Spiel 4- oder 5-mal trifft, hat den Pokal schon halb gewonnen.


    Bester Spieler wird eigentlich immer ein auffälliger Offensivspieler. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Verteidiger ausgezeichnet wurde.


    Fazit: Ich würde es lassen.


    Grüße
    Oliver

    Ja, kenne ich so wie @fak


    Für Frankfurt findet man z.B. folgende Bestimmungen:



    5. Spielbericht –Online (elektronischer Spielbericht)...
    Alle zum Einsatz kommenden Spieler sollen vor Spielbeginn in den elektronischen Spielbericht
    (höchstens 18 inklusive 2. TW) eingetragen werden.
    Die Schiedsrichter, auch die nicht offiziellen Schiedsrichter, sind verpflichtet, den elektronischen
    Spielbericht ordnungsgemäß auszufüllen, d.h. auch die Einwechselungen der Spieler sind einzutragen.


    Und dazu gibt es noch Durchführungsbestimmungen des Kreises (hier z.B. Frankfurt):




    Grüße
    Oliver

    Einen angesetzten offiziellen Schiedsrichter gab es bei Meisterschaftsspielen soviel wie ich in über 20 jahren sagen kann , bei Bambini und F-Jugend,noch nie. Und die wird es auch nicht geben, wo sollen die her kommen, selbst bei der E-Jugend ist es ja schon was besonderes wenn da einer aufkreuzt.

    Nur der Vollständigkeit halber: In dieser Allgemeinheit ist die Aussage falsch. Als mein Junior mit Fußball anfing, gab es noch keine FPL. Aber zu jedem Bambini-Spiel (ebenso wie bei F, E und höher) kam ein externer Schiri (der auch bezahlt werden musste). Pfeifende Trainer/Eltern kenne ich nicht, zum Glück. Mittlerweile habe ich mitbekommen, dass unser Fußballkreis da so ein bisschen eine Ausnahme ist. Aber es geht offenbar, auch für die unteren Klassen Schiris zu gewinnen.


    Grüße
    Oliver

    Die Eltern hast Du ja schon angesprochen - viel mehr kannst Du nicht tun.


    Vielleicht kannst Du ihn als Trainer aber ein bisschen über die sportliche Schiene "packen", indem Du ihm saqst, was sportgerechte Ernährung ist und wie sehr dass seiner Leistung zugute kommen würde. Aber zuviel würde ich mir davon nicht versprechen. Als Trainer hast Du bei so einem Thema nur sehr begrenzt Einfluss.


    Grüße
    Oliver

    Hehehe @CokeFreak, das was Du da beschreibst, passt 1:1 auf die Whatsapp-Gruppe der Eltern unserer Mannschaft. Ich war schon drauf und dran, wieder raus zu gehen, weil da so unglaublich viele "lustige" Meldungen kommen, so dass man da die wichtigen Infos gar nicht mehr sieht. Heute z.B. : Kurzfristige Spielabsage, aber die ist eingebettet in rund 30 andere Meldungen ("Liegt bei Euch auch Schnee?", "Hier ein Foto aus unserem Vorgarten"...). Sag Bescheid, wenn ihr da eine Lösung gefunden habt, würde mich sehr interessieren.


    Grüße
    Oliver

    Der Grund der hohen Intensität in den NLZ liegt IMHO hauptsächlich darin begründet, dass man das Spiel des Gegners "zerstört", also eine reine Ergebnisfokussierung. Dass das auch funktioniert steht außer Frage, aber bekanntermaßen ist der Mannschaftserfolg in diesem Alter zweitrangig bzw. darf nicht auf Kosten der individuellen Entwicklung gehen. Ich bin der Meinung, dass "Spiel zerstören" für zehnjährige Kinder nicht der Hauptaspekt sein sollte, Fussball zu spielen. Natürlich gehört das zum Fussball dazu (gerade wenn es irgendwann im Erwachsenenfussball um Karrieren, Geld, Vereinsinteressen, Arbeitsplätze, Auf- und Abstieg geht). Aber ich denke, ein zehnjähriges Kind sollte Fussball hauptsächlich spielen, um sich selbst zu entfalten und Erfahrungen mit dem Ball und nicht gegen den Ball zu sammeln.


    Genauso bin ich halt skeptisch, ob diese Intensität nicht zu Lasten der spielintellektuellen Entwicklung geht. Natürlich ist es gut, wenn man lernt unter erhöhtem Gegner-, Zeit- und Raumdruck zu spielen, aber ist es auch gut, wenn man nur "balljagend" unterwegs ist?

    Christoph, ich verstehe Dich so:


    Du unterstellst, dass das "Draufgehen"
    a) alleine der Ergebnisorientierung dient
    und b) das Jagen bei gegnerischem Ballbesitz die Kinder davon abhält, bei eigenem Ballbesitz konstruktiv zu sein und so die "Intensität zu Lasten der spielintellektuellen Entwicklung geht".


    Am Punkt a) ist sicher viel Wahres, d.h. zu 90% ist das der Grund. Allerdings dient das Draufgehen auch dazu, den Ball zu erobern, um dann überhaupt mal die Gelegenheit zu haben, sich selbst mit Ball entfalten zu können. Ohne Ballbesitz geht das nicht. Zum anderen helfen gute Ergebnisse auch mit, den Kindern Druck zu nehmen. Auch wenn man bewußt im Team wenig auf die Ergbnisse schaut, kommt der Druck nämlich oft von außen (Eltern, Geschwister, Klassenkameraden). Wenn es da eine einfache Möglichkeit gibt, diesen Druck wegzunehmen, dann halte ich das für legitim. Klassisches Beispiel ist das Zustellen der Anspielstationen beim gegnerischen Abschlag in der Halle. Bringt spielerisch nix, aber es fallen oft leichte Tore und man kann damit das Ergebnis oft sehr verbessern.


    Punkt b) kapiere ich nicht. Ich betrachte jetzt die verteidigende Mannschaft. Die hat die Option, die ballführende Mannschaft zu attackieren oder sie erstmal kommen zu lassen. In beiden Fällen ist sie erstmal nicht in Ballbesitz. Wieso hemmt dann diese Phase (egal wie die Mannschaft sich verhält) die spielerische Entwicklung der verteidigenden Mannschaft? Verstehe ich nicht. Oder beziehst Du Dich auf die angreifende Mannschaft? Die kommt bei einem pressenden Gegner natürlich nicht so zur Entfaltung. Aber genau das zwingt deren Spieler, einen Ticken schneller, präziser und schlauer zu spielen als ohne diesen Druck. Das sind doch genau die Reize, die man haben will. So hatte ich mein letztes Posting gemeint. Kapiere also auch so nicht, wieso Du die beiden Punkte "Jagen des Gegners" und "Spielintellektuelle Entwicklung" so in den Gegensatz stellst.


    Bei NLZs gibt es allerdings nur kaum eine Diskussion, ob auf Grossfeld gespielt wird. Nein, hier wird sogar das 8:8 für E-Jugendliche empfohlen, damit die Handlungsschnelligkeit und Druckressistenz verbessert wird.

    @schroeppke0815
    Da Du Dich offenbar u.a. auf mein Posting beziehst, möchte ich das richtig stellen: Kein mir bekanntes NLZ spielt in der E schon Großfeld. Einige spielen aber speziell im Alt-Jahrgang E-Jugend schon auf dem 9er Feld, das vom DFB erst für die D-Jugend vorgesehen ist. Das kann man gut oder schlecht finden, beide Standpunkte finden sich hier im Thread.
    Das 8:8 habe ich als beispielhafte Trainingsübung erwähnt, weil ich das in der U13 meines Sohnes beobachtet habe. Es war nicht meine Absicht, das für eine U11 unangepasst zu empfehlen. Denkbar wäre z.B. aber ein 3:3 oder 4:4 auf sehr engem Raum. Ich kann Dich dahingehend beruhigen, dass auch im NLZ in der U11 das 1:1 extrem großen Raum einnimmt. Zumindest war das bei meinem Sohn so, und es hat ihm gut getan. Auch in der U13 ist das immer noch ein ganz wesentliches Thema.
    Den Rest Deines Postings kann ich unterschreiben. Insbesondere der Vorbildfunktion sollten sich alle Leistungsvereine bewusst sein - und da ist noch viel Luft nach oben.


    Grüße
    Oliver