Beiträge von Don Quijote

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    Habe mal auf der Website der "World Footbald Academy" geschaut. Ein kommerzieller Anbieter von Kursen und Unterlagen, der "Cheffe" ist Raymond Verheijen, also in erster Linie ein Fitnesscoach, hmmm. fussballschule_tirol Du arbeitest offenbar für diesen Anbieter. Damit will ich Dir gar nicht unterstellen, dass Du von den Ansätzen nicht überzeugt bist, aber das kommerzielle Interesse sollte man als Leser schon im Hinterkopf haben, gerade wenn es um subjektive oder objektive Wahrheiten geht.


    Generell bin ich offen für neue Ansätze, der Fussball entwickelt sich ja immer wieder weiter. Allerdings werde ich schon aus Prinzip skeptisch, wenn jemand daherkommt und der interessierten Öffentlichkeit sagt, "vergesst alles was bisher war, ich habe die neue und einzige Wahrheit". Das ist jetzt überspitzt, ich weiss, aber Du sprichst wörtlich von "neuen und bewiesenen Wegen". Also immer her mit den neuen Wegen und vor allem auch mit den Beweisen.


    Viele Grüße

    Oliver

    Eine gute Zusammenfassung der Rechtslage zum Fotografieren, aber Filmen ist ja letztlich auch nichts anderes :)

    https://www.rechtambild.de/201…-panikmache-unangebracht/


    Da ist auch eine Passage zur Rechtslage bei Veranstaltungen (wie z.B. einem Fussballspiel). Konkret würde ich deinem Sohn raten, dass er die Veröffentlichung nicht in seinem Namen macht, sondern im Namen des Vereins.


    Grüße

    Oliver

    Der Text auf Spielverlagerung ist sehr interessant, fokussiert sich aber auf die Deutung des Begriffs "Talent" und klammert dabei andere Dinge wie körperliche Voraussetzungen und Willen bewusst aus. Das hilft der Begriffsschärfung, hat aber den Effekt, dass ein (großes) Talent nicht immer mit einem guten Fussballer gleichgesetzt werden kann. Überspitzt gesagt, könnte ein tolles Talent (z.B. ein allwissendes) durch mangelnde körperliche oder technische Voraussetzungen konterkariert werden, so dass der Spieler kein guter Fussballer ist.


    Im Kinderfussball muss meines Erachtens eine allgemeine Ausbildung erfolgen, zu frühe Spezialisierung ist Mist. Ich gebe Dir Powerzwergenpapa aber Recht, dass die individuellen Stärken wieder mehr in den Blick genommen werden müssen. Nicht jeder Linksfuss muss auch perfekt beidfüssig werden. Ein Dribbler muss nicht zur Passmaschine werden. Aber natürlich ist es eine Schwäche, wenn der Spieler zu einseitig agiert und diese Schwäche kann nicht in jeder Situation durch die Stärke kompensiert werden. Daher sollten Trainer Schwächen UND Stärken im Auge haben. Nicht mit dem Ziel, vollkommen gleichartige Fussballer zu formen, sondern für jeden Spieler das Optimum aus Schwächen und Stärken zu herauszuarbeiten.


    Die Ausbootung Sanes hat mich auch überrascht. Allerdings hat er wieder sehr schlecht gespielt. Ja, er ist ein extrem guter Dribbler, der gegen eine massierte Abwehr helfen kann. Vom Spiel gegen Ö sind mir aber vor allem Kontersituationen in Erinnerung, wo er schnell hätte abspielen müssen, um in eine Überzahlsituation zu kommen. Stattdessen hat er den Ball gehalten, dadurch das Tempo verschleppt und der Vorteil war futsch. Und defensiv hat er auch nicht gut mitgearbeitet. Da sind wir wieder beim Punkt von oben, "alle verteidigen, alle greifen an", das gilt mMn im modernen Fussball immer, vollkommen unabhängig von den individuellen Stärken und Schwächen der Spieler. Sobald einer nicht mitmacht, hat der Gegner situativ Überzahl.


    Grüße

    Oliver

    Aus meiner Sicht ist der Umgang mit heterogenen Teams eine Riesenherausforderung, das sieht man ja auch an den Postings hier. Das gilt sowohl dann, wenn Spieler nach oben raus gucken als auch dann, wenn sie nach unten abfallen, wie hier diskutiert. Ein Patentrezept kenne ich nicht. Wenn man es kann, dann ist es sinnvoll, die Spieler in unterschiedliche Teams einzusortieren. Da würde ich ab der E auch weniger Rücksicht auf Geburtsjahre nehmen, als vielmehr die Jungs und Mädels strikt nach Leistungsvermögen einteilen. Aber das ist eine Sache, die sich der Verein überlegen muss.


    Wenn man aber nur ein Team hat, dann ist die einzige Möglichkeit, die Spieler in den Übungen möglichst nach Leistungsstand aufzuteilen und ggf. die Übungen anzupassen. Das ist aber immer eine Notlösung. Besonders für die Spieler, die dann mit dem Schwachen in der Gruppe landen, ist das demotivierend, das muss man als Trainer auffangen. Und man darf nicht den Fehler machen, die Einteilung immer gleich zu wählen. Dabei läuft man auch immer Gefahr, dass man überproportional Zeit und Energie in die schwächsten Spieler investiert, was den guten gegenüber nicht gerecht ist.


    Aus meiner Sicht ist das ein starkes Argument für die Bildung von großen Vereinen bzw. JSG. Das Thema entschärft sich massiv, wenn man 2 oder 3 Mannschaften pro Altersklasse hat. Mit nur einem Team kann man den Kindern sportlich kaum gerecht werden, da spätestens ab der E-Jugend die Unterschiede eklatant werden.


    Grüße

    Oliver

    "Nachwuchsleistungskicker", "bereit für den nächsten Schritt" klingt für mich ein wenig seltsam. Ich halte es für fast ausgeschlossen, dass dein Sohn durch die Lektüre egal welchen Buches ein besserer Kicker wird. Hat er denn aus "Dinge, die clevere Spieler tun" etwas mitnehmen können?


    Mein Sohn liest gerne

    Autobiografien aus dem Umfeld Fussball. Lahm, Ibrahimovic, Mrosko, aktuell Cruyff. Dadurch kriegt er sicher ein paar Eindrücke, wie die Profis so ticken. Aber das bringt ihn fussballerisch vermutlich nicht weiter, soll es aber auch gar nicht.


    Grüße

    Oliver

    Zitat aus der Jugendspielordnung

    http://www.badfv.de/files/Doku…_uns/Jugendordnung_JO.pdf


    Werden Eure Spieler in die D-Jugend wechseln? Wenn ja, dann zieht §2.1. Es hängt also in Baden-Württemberg an der Zustimmung des abgebenden Vereins. Ohne die Zustimmung gibt es eine Sperre für Pflichtspiele bis zum 1.11. Typischerweise wird die Zustimmung des abgebenden Vereins davon abhängen, ob der aufnehmende Verein eine Ausbildungsentschädigung zahlt.


    Wenn ihr aber noch in der E bleibt, dann §3, da gibt es keine Sperre.


    Grüße

    Oliver


    PS: Für meinen Geschmack sind diese Regularien zu stark auf die Interessen der Vereine ausgerichtet. Aber das tut nichts zur Sache...


    PPS: Wieso habt ihr denn jetzt erst euer "erstes Punktspiel"? Die Saison ist doch fast vorbei?!

    Der große Unterschied zwischen Breitensport und Leistungssport ist das Ziel bzw. der Anspruch (seitens des Vereins aber auch seitens des Sportlers). Es wird im Leistungssport öfter trainiert und es wird ernsthafter trainiert, aber die Grenzen sind fließend. So kann z.B. in ein und derselben Mannschaft ein Sportler sein, der sein Leben am Sport ausrichtet (keine Parties, Ernährung usw.) und ein anderer eben nicht. Daher sehe ich da einen fließenden Übergang. Im Jugendfussball fängt der Leistungssport nach meiner Einschätzung zwischen U13 und U15 an, wo sich die Ligen ziemlich weit aufspreizen. Laut DFB ist bis inkl. U15 noch Aufbaubereich, danach startet der Leistungsbereich (und da muss es dann logischerweise parallel einen Breitensportbereich geben).


    Grüße

    Oliver

    Einer der vielen Threads zum Thema "Wechsel ins NLZ sinnvoll?" stammt von mir. Mein Sohn ist damals in die U10 ins NLZ. Er wäre nicht gewechselt, wenn er in seinem Heimatverein weiter sinnvoll gefördert worden wäre. Aber diese Perspektive gab es nicht. Das ist aber bei deinem Sohn offenbar anders: Er spielt/trainiert ohnehin schon bei den Älteren, das passt doch. Da würde ich ihm (und Euch als Familie) den Fahrstress nicht antun., die Fussballschule ist ja schon ganz schön weit weg. Bis zur U12/13 spielen und trainieren viele kleine Vereine fast auf dem Niveau der NLZs. Insofern verpasst Dein Junge da nichts. Solange er Spass hat im Heimatverein und sich sportlich entwickelt, kannst Du einfach abwarten. Ein Vereinswechsel kann dann interessant werden, wenn ich ab Ende E, Anfang D die Ligen aufsplitten. Aber wenn Dein Sohn talentiert ist und bis dahin immer noch soviel Spaß am Fussball hat, dann kommen die Vereine von ganz alleine.


    Grüße

    Oliver

    Die Beiträge nachträglich zu löschen ist eine Respektlosigkeit gegenüber den Usern, die hier versuchen, Hilfe zu geben. Der Thread ist so vollkommen sinnlos geworden, schade.

    Grätsche Danke für den Link! Dass der RAE existiert, ist ja hoffentlich mittlerweile unstrittig. In Bezug auf die Auswirkungen auf die früh geförderten gibt es im Artikel widersprüchliche Aussagen.


    Zitat

    gibt Professor Lames zu bedenken. „Hier besteht die Gefahr, dass man, wenn man sehr früh - oft aufgrund von Akzeleration und Relativem Alterseffekt - in eine Auswahlmannschaft kommt und dort einem hoch spezialisierten Training unterworfen wird, um den momentanen Erfolg auf nationaler oder internationaler Ebene zu sichern. Diese ‚Frühspezialisierung‘ ist aber einer nachhaltigen Entwicklung der optimalen Leistungsfähigkeit im Höchstleistungsalter schädlich, was in den eher geringen Aufnahmen in den Profibereich dieser ‚Jugendstars‘ zum Ausdruck kommt.“

    Zitat

    Wenn Prof. Lames recht hat, dann ist das Problem des RAE, dass die (frühgeborenen) Talente verheizt werden. Wenn Christian Titz recht hat, dann führt der RAE vor allem dazu, dass Talente unerkannt bleiben. Ich bin da eher bei Christian Titz. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil, in dem es ja um Gegenmaßnahmen gehen soll.


    DenSen ich finde es verblüffend, dass die einfache Stichtagesverlegung im Ligabetrieb den RAE so massiv verhindert wie im Falle der Engländer. Das hätte ich nicht erwartet. Das ist ein interessanter Ansatz, der weiter beleuchtet werden sollte.


    Grüße

    Oliver

    HansMcMans

    Das System mit den Playoffs, dass Du beschreibst, ist doch überall anwendbar. Ich verstehe nicht, warum das nicht gemacht wird. Diese gravierenden Unterschiede in den Staffeln mit zweistelligen Ergebnissen verleiden doch den Kindern den Fussball. Die Gewinner sind gelangweilt und die Verlierer frustriert. Spaß macht das keinem...


    Grüße

    OLiver

    Das kenne ich nicht. In der Praxis geht es oft auch andersrum, z.B. für Spieler, die sich beim Bundesligisten nicht durchsetzen konnten. Es gab vor etlichen Jahren wohl mal die Absprache, dass generell keine Wechsel zwischen den NLZs stattfinden sollten. Das haben die Clubs aber nicht durchgehalten.


    Oben schrieb ich, dass ein Fördervertrag obligatorisch ist beim Wechsel zwischen NLZs. Ich habe jetzt nochmal die Statuten durchgelesen, finde aber keinen entsprechenden Passus. Da steht immer nur "Förderverträge können abgeschlossen werden". Insofern mache ich da mal ein Fragezeichen dahinter, ob das wirklich zwingend ist.


    Grüße

    Oliver

    Beim Wechsel von einem NLZ zum anderen ist der Fördervertrag vorgeschrieben. Aber halt nicht beim Wechsel vom "normalen" Verein ins NLZ. Dennoch hätte ich erwartet, dass Internatsspieler immer einen Vertrag bekommen. Zumal es ja auch im Interesse des Vereins ist. Schließlich investiert der Club ja nicht wenig in diese Spieler, da soll doch vermieden werden, dass die Spieler dann nach einem oder zwei Jahren zum nächsten NLZ weiter ziehen. Aber offenbar gibt es nichts, was es nicht gibt...


    Grüße

    Oliver