Beiträge von Don Quijote

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    So, die Vorrunde ist rum, mal wieder Zeit für ein kurzes Update: Sportlich läuft es bei meinem Sohn aktuell optimal, er spielt Stamm in der U17 Bundesliga und kann sich daher im Gegensatz zum Vorjahr über mangelnde Einsatzzeiten nicht beklagen. Zum Glück ist er bisher auch von Verletzungen fast komplett verschont geblieben. Es sind einige Spieler in seiner Mannschaft, die schon etliche Monate pausieren mussten, das ist ziemlich bitter für die.


    Seitens des Vereins wird ein riesiger Aufwand für die Mannschaft betrieben. Jedes Spiel wird gefilmt und jeder Spieler bekommt individuelle Sequenzen von 30-90 sec Dauer zusammengestellt, zu denen die Trainer dann kurze Kommentare notieren ("gute Aktion", "schlampig", "Chipball wäre besser gewesen"). Diese kommentierten Sequenzen können die Jungs per Computer oder Smartphone abrufen. Mein Sohn saugt das sehr stark auf, er findet das prima, auf diese Weise Rückmeldung zu bekommen.


    Es sind ja jetzt knapp 1,5 Jahre, dass unser Sohn ins Internat gezogen ist. Bisher geht es ganz gut auf mit den Besuchen am Wochenende. Mittlerweile gibt es aber einige Wochenenden, wo er zwar eigentlich Zeit hätte, mit nach Hause zu kommen, wo er aber über's Wochenende lieber im Internat bleibt und sich mit seinen Jungs (und vereinzelt auch Mädels) trifft oder ausgeht. Ich sehe das als Vater mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber das ist wohl der normale Ablösungsprozess, er wird bald ja 17. Durch die räumliche Entfernung fällt das nur stärker auf.

    Grüße

    Oliver

    Du wirst auf fussball.de nicht alle Spiele finden. Turniere (Halle im Winter, draußen im Sommer) sind meist nicht sichtbar, genausowenig etwaige Leistungsvergleiche. In manchen Regionen gibt es auch (wie du andeutest) separate Runden, die offiziell als "Freundschaftsspiele" laufen.


    Aber ehrlich gesagt, verstehe ich dein Problem nicht. Du kannst davon ausgehen, dass auch in Deutschland ein reger Spielbetrieb stattfindet. "Ambitionierte" Vereine trainieren in E-Jugend und D-Jugend 3-mal oder sogar 4-mal und spielen fast jedes Wochenende.


    Je nachdem, wie ambitioniert (und wie gut) deine Jungs sind, würde ich mir Vereine suchen, die in ihrer Altersklasse ein angemessenes Niveau anbieten. Optimal wäre es, wenn ihr schon im Frühjahr umzieht, dann könnt ihr Euch bis zum Sommer Vereine anschauen, mittrainieren und in Ruhe entscheiden. Hauptkriterien wären für mich da altersgerechtes Training und Spielzeiten. Zwar wird euch keiner eine Einsatzgarantie geben, aber es ist wenig sinnvoll, sich einem Bundesligisten anzuschließen und dann nur auf der Bank zu sitzen. Beim Probetraining bekommt man aber ein zumeist ein gutes Gefühl, ob das passt.


    Grüße

    Oliver

    Diese Lücke entstand vor ein paar Jahren als die NLZs anfingen die A2 (U18) Mannschaften nicht mehr zu besetzten. Dies führte aus meiner Sicht zu aufgeblähten Kader in der U19 - man kann nach der U17 ja nicht alle wegschicken und ein Jahr später wieder holen. Eine U18 würde das verhindern. Die Selektion wäre dann danach, wenn es keine U19 mehr gäbe.

    Wo gibt es denn aufgeblähte Kader in der U19? Für die NLZs gibt es da fixe Höchstgrenzen. Die werden ausgeschöpft. Eine Selektion findet nach der U17 statt, da grob nur 50% der Spieler in die U19 hochrutschen. Die weitere noch härtere Selektion gibt es dann nach der U19 beim Übergang in den Herrenbereich. Ersetzt man die U19 durch die U18, dann hat man in der Tat "nur noch" den Schnitt beim Übergang zu den Herren. Ob man den Spielern am unteren Ende der Leistungsskala damit einen Gefallen tut, ist mir nicht klar.


    Bayer04 hat schon die U16 abgeschafft, d.h. hier findet ein erster 50%-Schnitt schon beim Übergang U15->U17 statt.


    Was mich bei der aktuellen Diskussion sehr wundert: Soll das isoliert nur in Bayern passieren? Das fände ich extrem doof, da es ja durchaus Länder-übergreifende Spiele gibt (z.B. bei Turnieren). Wenn man das einführt, dann bitte bundesweit.


    Grüße

    Oliver

    Laut Webseite der Hoffenheimer gibt es 4 Mädchenteams:

    • U13 -> D-JUNIORINNEN LANDESLIGA ST.1 2019/20, derzeit Tabellenführer
    • U14 -> D-JUNIOREN KREISKLASSE A 2019/20, derzeit 2ter. Die U14 spielt also bei den Jungs, ist aber ein Jahr älter
    • U15 -> C-JUNIOREN KREISLIGA HD (U15) 2019/20, derzeit dritter. Also auch bei den Jungs, gleicher Jahrgang.
    • U17 -> B-JUNIORINNEN-BUNDESLIGA SÜD (U17) 2019/20, derzeit vierter.

    Also spielen U14 und U15 bei den Jungs.


    Grüße

    Oliver

    Hallo Holger,

    dumm gelaufen, das Kreisgericht hat alles richtig gemacht, so steht das nun mal in der Jugendordnung drin. Im idealen Fall hättet ihr das als Trainer eigentlich vorher wissen sollen.


    Nach dem Sinn dahinter darfst Du fragen - aber ob da eine Antwort kommt, wage ich zu bezweifeln. Das ist nicht der einzige Punkt in den Spielordnungen, der Fragen aufwirft. Du kannst das eigentlich nur zur Kenntnis nehmen und entsprechend Eure Einsätze planen. Nicht umsonst sieht die entsprechende Regelung in vielen Landesverbänden anders aus (aber auch nicht einheitlich anders). Da kocht jeder sein eigenes Süppchen.


    Wohl bekomm's!

    Oliver

    noch vergessen: Ausrüstung wird gestellt für Spiel und Training. Selbst kaufen müssen die Spieler oder deren Eltern die Fußballschuhe und Schienbeinschoner. Bei den Schuhen braucht unser Junge drei Paare, Stollen, Nocken und Halle. Wer da nicht immer ins unterste Regal greift, hat da schnell nochmal 500 Euro pro Jahr auf der Rechnung.

    Typisch ist nach meiner Wahrnehmung der Wechsel nach der U15, also zur U16. Bei uns sehe ich folgende Kostenblöcke. Ob das typisch ist, kann ich nicht sicher sagen, ich vermute es aber.

    • Ablöse bzw. Ausbildungsentschädigung beim Wechsel trägt der aufnehmende Verein.
    • Unterbringung und Verpflegung im Internat trägt der Verein.
    • Der Jugendspieler erhält einen Fördervertrag mit einer Mindestentlohnung von 250€ pro Monat (ist von der DFL so vorgeschrieben). Höhere Beträge kann man mit dem Verein aushandeln.
    • Die Eltern tragen die Kosten für die Fahrten zwischen Heimatwohnort und Internat. Hier kann man je nach Verein auch eine anteilige Kostenübernahme verhandeln. Das ist der Hauptkostenblock! In unserem Fall 200 km Entfernung einfach, ca. 50 Fahrten hin und rück im Jahr sind 20 Tsd. km im Jahr! Mal 0,30 € pro km sind 6000€ pro Jahr. Und mit den 30 Cent pro km kommt man vermutlich nicht hin. Vom Zorn Gretas will ich gar nicht reden :*
    • Manche Dinge werden doppelt benötigt, einmal im Internat und einmal weiterhin zuhause (Möbel, Zahnbürste, Computer, Kleidung), weil man die nicht ständig hin und her schleppen will. Einrichtung im Internat war bei uns knapp 2000€. Wir hätten auch Möbel gestellt bekommen, unser Sohn wollte aber lieber selbst einige Sachen aussuchen.

    Wie gesagt, entscheidend sind sicher die laufenden Fahrten zwischen Heimat und Internat.


    Grüße

    Oliver

    Wie oben bereits von anderen Usern dargestellt gibt es seitens des Verbands keine separate Sperre für das Zweitspielrecht.


    @Marianne Oben sagst Du doch schon, dass die beteiligten Vereine sich auf Januar geeinigt haben. Insofern sind die Vereine auch dein Ansprechpartner, wenn Du das beschleunigen willst.

    Spannendes Projekt, auch wenn ich es noch nicht vollkommen durchschaut habe.

    Mein Bauch sagt mir, dass wir den Kader erweitern sollten, damit wir den Jahrgang auch mittelfristig halten können. Trainermäßig würde es funktionieren.

    Dann würde ich das auch so machen. Ihr werdet immer wieder Kinder verlieren, daher würde ich jetzt nicht ohne Not einen Zugangsstopp erlassen, wenn ihr das von der Betreuung her hinbekommt. Du sagst, ihr seid "sportlich ambitioniert". Was heißt das denn? Wenn ihr in den höheren Jugenden in höheren Ligen spielen wollt, dann wird es Euch helfen, nicht nur ein Team pro Jahrgang zu haben. Oder wollt ihr die nicht so talentierten Kinder dann aussortieren? Auch das spricht gegen einen Aufnahmestopp.


    Grüße

    Oliver

    Da sich diese Akademien wohl eher mindestens auf Augenhöhe mit den NLZs sehen dürften, haben diese ja die zahlreichen Normalos nicht im Blick.

    Es ist halt die Frage, wen die privaten Schulen als zahlenden Kunden im Blick haben: Wenn es "nur" die talentiertesten Kinder sind (wie bei den NLZs), dann haben sie eine entsprechend kleine Basis an potenziellen Kunden. Für wahrscheinlicher halte ich, dass sie das "Talent" dann eher an der Zahlungsbereitschaft der Eltern messen...


    Aber egal ob das stimmt oder nicht, ich stimme dir zu, dass diese Fussballschulen eine vielleicht zeitgemäße Alternative zum traditionellen Verein sind.

    Danke für den Bericht. Wenn es sich so entwickelt, wie ihr es erwartet, dann hat sich die sicher stressige Suche nach dem "richtigen" verein gelohnt. Ich drücke Euch die Daumen!


    Grüße

    Oliver

    Im Handballverein meiner Kinder werden dafür immer die Eltern eingespannt, warum schließt du das von vorneherein aus?

    - Nudeln mit Tomatensoße -> Klassiker

    - Linsensuppe mit Fladenbrot -> kam erstaunlich gut an


    Auch Pizza gab es schonmal und auch vom Asiaten haben wir schonmal liefern lassen. Letzteres war aber ein Flop, das hat den Kids nicht so richtig geschmeckt.


    Grüße

    Oliver

    Aber technisch ist er von den anderen Kindern, die 2-3 Jahre früher angefangen haben, schon zu diesem frühen Zeitpunkt abgehängt.

    Es gehört nicht unmittelbar zum Thema, aber das will ich nicht unwidersprochen stehen lassen: Du sagst ernsthaft, dass ein F-ling technisch bereits abgehängt ist?! Das halte ich für Quatsch. bei entsprechender Begabung holt der das locker wieder auf. Es ist ja ein empirisches Ergebnis, dass es eher die Früheinsteiger im NLZ sind, die auch früh wieder raus fallen. Und die werden dann durch genau solche Spieler ersetzt. Siehe die Studie von Arne Güllich https://www.sportbund-pfalz.de…ball_-_Kaiserslautern.pdf

    Vollkommen nachvollziehbar. Unerfahren, wie man in dieser Situation sicherlich meistens ist, vermute ich, dass es schwierig ist, die Seriösen und die Unseriösen zu unterscheiden.

    Wäre das nicht auch ein Betätigungsfeld für die VDV?

    ich musste erst suchen, wofür VDV steht, Ich vermute, du meinst die Spielergewerkschaft https://www.spielergewerkschaft.de/de/VDV/Aufgaben.htm und nicht den Verband der Vermessungsingenieure =)


    Ja, das wäre eine gute Hilfe. Bei uns lief es über persönliche Kontakte, d.h. wir kennen Spieler/Familien, die bereits vom gleichen Team beraten werden und damit gute Erfahrungen gemacht haben und immer noch machen. Die Berater haben natürlich auch eigene Interessen, die aber hoffentlich oft deckungsgleich mit denen der Spieler sind. Entscheiden muss man immer noch selbst, aber die zusätzliche Meinung bzw. die Infos, die der Berater uns geben konnte, haben uns bei der Entscheidung geholfen.


    Jetzt nach dem Wechsel ist der Berater für unseren Sohn eine zusätzliche Anlaufstelle, gerade für sportliche Fragen/Probleme. Bisher läuft das gut. Wir haben übrigens mit dem Berater keinen formalen Vertrag, sondern uns lediglich mündlich vereinbart. Wir können die Zusammenarbeit jederzeit beenden, wenn uns etwas quer kommt. Für die Berater ist die Arbeit für die Jugendlichen quasi eine Geschäftsanbahnung in der Hoffnung, dass einer dabei ist, der auch mal einen Profi-Vertrag bekommt.


    Grüße

    Oliver

    Aber jetzt mal ehrlich: Jetzt ist er fast 14, aber mit fast 15 braucht er doch noch keinen Berater oder so ähnlich? Oder sind die in den Profi-NLZ so knallhart.? Denn das mit den Ablösesummen für Jugendspieler hat mich schon ein wenig geschockt.

    Die wichtigsten Ratgeber des Spielers sind sicher die Eltern. Dennoch muss ich hier auch mal eine Lanze für die "bösen" Berater brechen. Was uns in der Phase beim Wechsel ins NLZ-Internat komplett gefehlt hat, war ein unabhängiger Experte. Die Vereine verfolgen eigene Interessen, das muss man sich klar machen. Als Laie hat man keinen Einblick in die rechtlichen Rahmenbedingungen (Wechselbedingungen, Fördervertrag, Ablösen...). Und man weiß auch nicht, wie so ein Wechsel üblicherweise läuft und wie nicht. Unsere Familie hat sich in der Situation entschlossen, einen Berater hinzu zu ziehen. Das hat uns schon alleine geholfen, die Anfragen von Vereinen zu kanalisieren. Mit ein oder zwei Vereinen kann man sich als Familie auseinander setzen, aber wenn es mehr Anfragen gibt, muss man das vorfiltern. Oder man ist jedes Wochenende woanders in der Republik.

    Wir haben uns dann einen Berater gesucht, bei dem wir das Gefühl haben, dass er wirklich die langfristige Perspektive im Blick hat. Bisher klappt das gut. Für Berater sind Jugendspieler ohnehin immer nur eine Investition in die Zukunft, die bekommen erst Geld beim ersten Profi-Vertrag. Wenn man sich umhört, gibt es aber eine wirklich breite Palette von Beratern. Es lohnt sich daher, bei der Auswahl des Beraters umsichtig zu sein.


    Grüße

    Oliver