Beiträge von MichaMittelfeld

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    Hallo wiktori,


    wenn die Situation durch Gespräche nicht zu klären ist, der Co-Trainer dies zunehmend als Belastung empfindet, und der Ärger die positiven Momente überwiegt (s. auch Sonstiges Nur Last und Frust???), sollte der Co-Trainer konsequent sei und aufhören.


    Irgendwo in diesem Forum hat vor ein paar Wochen jemand sinngemäß geschrieben: wenn man als Trainer keinen Spaß daran hat, hat alles keinen Zweck.
    Das ist die wichtigste Grundvoraussetzung, auf der alles andere aufbaut.


    Meine Frage:
    Wie handhabt ihr das, ist es sinnvoll einen Haupttrainer und weitere Co-Trainer zu haben? Sollte es diese Hierarchie geben oder sind gleichberechtigte Trainer sinnvoller. Habt ihr einen (gemeinsamen) Trainingsplan für die nächsten vier Wochen?

    Ich bin ein Freund von Hierarchien. Nicht weil ich ein autoritärer Typ bin, sondern weil es sehr wahrscheinlich ist, dass sich in einem gleichberechtigtem "Trainerteam", das irgendwie zusammengekommen ist, jedes Teammitglied in Teilbereichen mit der Vorgehensweise der anderen nicht einverstanden ist. Das sind so Punkte wie:


    • Trainingsgestaltung
    • Ansprache der Kinder im Training
    • Ansprache der Kinder am Spieltag (vor allem auch die Länge und Komplexität)
    • Mannschaftsaufstellung, Spielzeiten einzelner Spieler, einzel-, gruppen- oder mannschaftstaktische Vorgaben
    • Disziplinarmaßnahmen, Regel"kataloge"

    Dabei fühlt sich jeder Trainer in den kritischen Teilbereichen kompetenter als der andere/die anderen. Die Begründungen für die gefühlt höhere Kompetenz kommen aus den unterschiedlichsten Ecken. Sie werden selten offen diskutiert, aber jedes Trainerteam-Mitglied hat "seine" Wahrheit:

    • größere Erfahrung/alter: "Ich mach das ja nun schon ein paar Jahre"
    • (vermeintlich) höhere fußballerische Qualifikation: "Ich habe Kreisauswahl gespielt!"
    • (vermeintlich) fachlich höhere Qualikation: "Ich habe immerhin den Trainerschein"
    • ein wie auch immer gearteter pädagogischer Hintergrund: "Ich betreu ja manchmal auch Jugendliche bei uns in der Gemeinde, da kann man auch nicht so einfach zack zack sagen"
    • eigene Überzeugungen und gute oder schlechte Erfahrungen aus der eigenen aktiven Fußballerzeit: "Das habe ich schon gehasst als Kind."

    Das macht es sehr schwer, wenn die Konstellation am Anfang nicht sauber geklärt ist und es im Verlauf der Saison zu Unstimmigkeiten kommt. Bei drei Trainern wird es richtig schwer, vor allem wenn jeder auch am Spieltag sich adäquat einbringen will. Mehr als zwei Trainer sollten nicht auf die Spieler einreden, je nach Alter reicht die Konzentration noch nicht mal für die Ansprache eines Trainers.


    Übrigens: Ein Trainingsplan ist schon fast kontraproduktiv, wenn er nicht von allen mit ausgearbeitet und getragen wird: Derjenige, der die meiste Arbeit reinsteckt, will dann auch seine Philosophie am Spieltag umgesetzt sehen. Damit spreche ich aber nicht gegen einen Trainingsplan, ich würde nicht mehr ohne arbeiten.


    Es gibt sicher viele Beispiele für funktionierende Teams ohne Hierarchie. Das Team ist dann aber "gewachsen" und von aufrichtigem Respekt geprägt für die Kompetenz des jeweiligen anderen, ggf. ist auch stillschweigend klar, wer das letzte Wort hat.

    dabei gibt es die schönen Momente, die Erlebnisse, die einen für viel Aufwand entschädigen, letzendlich Freude machen und Befriedigung bringen.

    Eigentlich hat man diese Momente andauernd:



    - Jungs*, die das Training kaum erwarten können
    - Jungs*, die mit strahlenden Augen fragen: "Wann machen wir nochmal die Übung xy?"
    - Übungen, die einfach super funktionieren. Die Jungs* sind heiß, der Ball läuft, einige wollen für die Fortsetzung der Übung sogar auf das Abschlussspiel verzichten.
    - Der mimosenhafte Spieler mit wenig Selbstbewusstsein, der plötzlich in einem Spiel wie selbstverständlich mehrere Tempodribblings mit Finten und Sohlenzieher hinlegt.
    - Der mäßig Begabte, der plötzlich einen derartigen Entwicklungsschub hinlegt, dass ihn die Zuschauer kaum noch wiedererkennen.
    - Die Freude der Eltern daran, wenn die Jungs* richtig gut kicken - unabhängig vom Ergebnis.


    Man muss sich nur daran mehr erfreuen können als man sich über die Schwierigkeiten, Probleme, Rückschritte etc. ärgert.


    :* Vermutlich ( ;) ) funktioniert das Ganze auch für Mädels, nur damit habe ich keine Erfahrungen

    Spielervater zu mir am Montag:"Mein Junge liebt Dich"



    Noch zwei Geschichten aus der jüngeren Vergangenheit, die - ich gebe es zu - meiner Eitelkeit schmeichelten (Ich brauche das gerade mal wieder, s. mein Post von vor einem Monat im Thread "Trainingsplan": Trainingsplan)


    Ein ehemaliger Spieler von mir (C-Jugend) begrüßt mich auf dem Vereinsgelände strahlend. Ich flachse:"So freundlich hast Du mich nie begrüßt, als ich Dein Trainer war." Seine Antwort: Da wusste ich noch nicht , was wir an Dir hatten."


    Unser D 2-Spiel am Wochenende: Hinspiel hoch verloren, diesmal knapp verloren, sehr ausgeglichenes Spiel. Gegnerischer Trainer nach dem Abpfiff: " Mann, da hast Du aber fantastische Arbeit geleistet im letzten Halben Jahr"

    Vielleicht ist bei mir aktuell die Ausgangslage "komfortabler": Wir spielen in einer 7er-Staffel, das ist im Kreis praktisch "Rudis Resterampe" aller zweiten Mannschaften, die für die 11er und 9er-Staffeln nicht mehr genug Spieler hatten. Tabellenstand ist mir, meinen Jungs und offensichtlich auch allen anderen Mannschaften in der Staffel egal, ich habe noch nie in dieser Saison einen Brüllaffen mit Schaum vorm Mund am Spielfeldrand gesehen. Alle Spiele laufen bemerkenswert fair ab.


    Bei einer 3-2-1-Aufstellung habe ich meist einen Auswechselspieler für die Abwehr, und ein bis zwei für Mittelfeld/Sturm (wir rotieren in den Mannschaftsteilen spielübergreifend, aber möglichst wenig während eines Spiels).


    Meine Ansage geht ungefähr so:


    "wir beginnen mit der Abwehr mit Tick, Trick und Track. Nach 15 Minuten darf dann Truck ran, wir schauen mal, wer in der Abwehr heute vielleicht ein bisschen Schwierigkeiten hat. Sollten alle drei Abwehrspieler sehr gut spielen, muss Truck natürlich trotzdem rein. Falls einer heute nicht gut drauf ist, wird er aber trotzdem auch wieder eingewechselt. Ihr könnt Euch wie immer drauf verlassen, dass jeder Spieler mindestens 40 Minuten spielt. Wir wechseln während des Spiels alle mal aus."


    Wenn Truck zu den stärkeren Spielern, gleichwohl empfindlicheren Spielern gehört (und davon habe ich einige), habe ich ihn schon vor der Mannschaftsansprache vorbereitet:"Hör mal, ich würde gerne mit Tick, Trick und Track in der Abwehr anfangen, dann habe ich mit Dir noch eine starke Alternative, die ich bedenkenlos auf jeder Abwehrposition einsetzen kann, wenn einer der drei heute Schwierigkeiten hat".


    Es ist ja nur eine Leitlinie, die mir aber im Sinne der Verlässlichkeit, klaren Kommunikation und Einheitlichkeit wichtig ist. Ich möchte, dass alle Spieler einigermaßen abschätzen können, wo sie bei mir dran sind. Falls ich Pläne tatsächlich massiv ändern muss (kam in dieser Saison noch nicht vor), bekommt ein evtl. zu kurz Gekommener von mir noch während des Spiels das Versprechen, beim nächsten Mal länger spielen zu dürfen. Und das Versprechen wird dann auch gehalten.

    Mein Riesenfehler war, dass ich sofort nach dem Spiel gesagt habe, dass er raus ist und das auch den anderen Spielern mitgeteilt. Anschließend habe ich einem anderen Spielervater gebeten, dem Vater des Jungen zu sagen, er solle mit mir ein Gespräch führen.
    Ich hätte an dem Tag nichts sagen sollen, ausgeruht und mit kühlen Kopf den Vater anrufen und mit ihm direkt reden sollen.
    Aber in dem Augenblick war ich so sauer, weil ich vor dem Spiel ihm nochmal seine Lage klar erklärt habe und er dann so lustlos spielt und nach seiner Auswechslung seine Mitspieler im Stich lässt.
    Und das nicht zum ersten Mal. Alle, mit denen ich geredet habe, haben gesagt, dass viel eher hätte reagieren müssen. Wahrscheinlich gibt es auch viele, die meiner Aktion nicht zustimmen, sagen es nur nicht.


    Ich bin echt hin- und hergerissen, weil ich nicht so ein Trainer sein wollte. Aber ich muss auch das Teamklima im Auge behalten.

    Erstmal denke ich, dass Dir hier absolut die richtige Einstellung verrätst. Auch ich habe bei meinen kleinen Quertreibern in der D2 schon mal etwas gesagt, was ich im Nachhinein als "überzogene Reaktion" gewertet habe.


    Ich habe Deine Postings nochmal durchgelesen und hoffe die Situation zutreffend zu beurteilen:


    Du schreibst Ihr seid knapp mit Spielern. also ist der Ausschluss keine wirkliche Option (wäre es für mich zumindest nicht, ich würde ihn unbedingt halten wollen). Auch ich habe Kinder, die mir anfangs permanent erzählt haben, dass sie keinen Bock mehr auf den Verein oder die Mannschaft haben. D-Jugendliche sind wirklich empfindlich und - nach Erwachsenenmaßstäben - unausgeglichen. Und dass sich Spieler nach der Auswechslung ganz weit abseits stellen, habe ich auch schon gehabt. Ich war dann auch sauer ("Mannschaft im Stich lassen etc.") aber da kommst Du am Spieltag nicht gegen an.


    Wenn Du schon selber erkennst, auch Fehler gemacht zu haben, würde ich mit dem Jungen kurz sprechen. Tenor: "Hör mal, bisher hat das nicht funktioniert, wir werden das aber hinkriegen"


    • Ich würde ihn weiterhin regelmäßig zu den Spielen "einladen", seine Zusage zur Kenntnis nehmen.
    • Wenn er kommt: Gut
    • Beim nächsten unentschuldigten Fehlen: Auch gut, erstmal nicht kommentieren.
    • Dann am nächsten Spieltag, bei dem er auftaucht, wäre ich überrascht. "Och, Du doch da? Mit Dir habe ich jetzt gar nicht gerechnet . Ich habe mir ja schon Gedanken mit der Aufstellung gemacht und Dich jetzt nicht eingeplant, weil Du ja auch letzte Woche nicht da warst. Ich muss wirklich mal sehen, was ich machen kann." Dann setzt Du ihn mind. 15 Minuten ein, je nach dem wie viele Spieltage er gefehlt hat, auch nicht mehr.

    Setz in seine Leistung im Spiel nicht zu viel Hoffnung. Nur fummeln und vorne rumstehen tun auch weniger "verhaltensauffällige" Spieler in der D. Sein Können sollte bei der Beurteilung des Verhaltens "Unzuverlässigkeit" außen vor bleiben.


    Und zum Teamgeist:
    Ich bin ein Freund davon, Spielern schon bei der Mannschaftsaufstellung zu erläutern, wen ich wann einsetze und welche Auswechselungen ich plane. Wenn ich disziplinarische Gründe habe, einen Spieler weniger einzusetzen, sage und begründe ich das ebenfalls. So erkennt die ganze Mannschaft, ob mein Umgang konsequent und gerecht ist.


    Wie gesagt, alles unter der Voraussetzung: Du willst den Spieler halten. Nach Deinem letzten Posting habe ich die Vermutung 8)

    Das wären für mich - einigermaßen spontan - folgende Leitlinien, wenn ich eine Kindermannschaft trainieren müsste:
    (Ich habe nur die Mikrokosmos-Sicht, für umfassende Systemveränderungen fehlt mir der Einblick)


    1. Absolut kindgerechtes Training (d.h. ein Gefühl dafür haben, was Kinder in einem bestimmten Alter denken, fühlen, können, wollen, was ihnen Spaß macht und was ihrem unbändigen Bewegungs- und Lerndrang gerecht wird). Dabei auch in der Lage sein, unterschiedliche Leistungsfähigkeiten zu erkennen, zu fördern und zu fordern
    2. Kindgerechte Ansprache: Ich muss mit 5 jährigen anders sprechen können als mit 9jährigen.
    3. Allgemein kindgerechter Umgang mit der Mannschaft, dabei müssen Konzentrationsfähigkeit und (notwendige) Teamregeln beachtet werden.
    4. Sich selber als Person zurücknehmen können, undogmatisch oder zumindest flexibel bleiben.
    5. Einen Ausbildungsleitgedanken haben, der sich weniger an kurzfristigen Ergebnissen misst.
    6. Diese Überzeugungen und Vorgehensweisen auch proaktiv gegenüber den Eltern kommunizieren, nicht als Prediger, sondern mit möglichst natürlicher Autorität, die sich auf Sachkunde gründet. Dabei absolut partnerschaftlicher Umgang mit den Eltern.
    7. Genauso partnerschaftlicher, respektvoller Umgang mit anderen Trainern und Mannschaften bei allen Gelegenheiten.
    8. Das Schwierigste: Den Spaß am Fußball fördern und fordern. Das ist deshalb schwierig, weil auch die Kinder völlig unterschiedliche Vorstellungen davon haben, warum ihnen Fußball Spaß macht und diese Vorstellungen zum Teil kollidieren: wenn Du zwei Knirpse hast, die nur Spaß haben, wenn sie selber die meisten Tor schießen, hast Du schon das erste große Problem.


    1.-3. Kann ich definitiv selber nicht erfüllen, deshalb halte ich mich für G- bis E-Jugend für ungeeignet. Auch mit 8. hätte ich vermutlich Schwierigkeiten. Ob ich die Punkte 4.-7 erfülle oder nicht, spielt dann auch keine Rolle mehr.

    Handspiele finde ich oft schwierig. Ich behaupte, dass bei den allermeisten von mir verursachten Handspielentscheidungen keine Absicht meinerseits vorlag. Nichtsdestotrotz waren viele von ihnen tatsächlich nach gängiger Regelauslegung eben Handspiele.

    Ich meinte mit "Wer von uns hätte es wie Marius Ebbers gemacht?" nicht "Wer hätte den Ball auch mit der Hand gespielt" ( ;) ) , sondern "wer hätte das Handspiel zugegeben?"

    Wobei es mich wundert, dass der Schiri überhaupt fragt. In meiner Ausbildung zum Volleyball-Schiri habe ich beigebracht bekommen, dass man die Spieler eben gerade NICHT fragen soll, da man entweder angelogen wird oder aber die Ehrlichen bestraft, die Ihr Vergehen zugeben. Da ist es insgesamt gerechter, wenn man nur nach seiner eigenen Wahrnehmung urteilt, auch wenn dabei im Einzelfall mal die falsche Entscheidung rauskommt.

    Die Begründung, warum der Schiri nicht fragen soll, finde ich sehr gut.


    Trotzdem kommt es immer wieder vor. Ich meine mich zu erinnern, dass wir in dieser Bundesligasaison schon 1-2 Fälle hatten, wo der Schiedsrichter in besonders strittigen Situationen den Spieler befragt hat. Es scheint durchaus üblich geworden zu sein. Bei Oliver Held 1998 hat der Schiedsrichter definitiv nachgefragt, s. auch http://www.ksta.de/html/artikel/1312975148788.shtml.

    Der Lehrgangsleiter hatte uns im Vorfeld gesagt, dass der Kreis kein Interesse hat, die
    Prüfung zu verweigern. Man solle es nur nicht durch zu viele Fehlstunden
    und absolute Ignoranz bei den Prüfungen darauf ankommen lassen.


    Zwei haben es dann darauf ankommen lassen und mussten in die "Nachprüfung". Die hatten am Tag vor der schriftlichen Prüfung bis 6.00 Uhr morgens eine Karnevalsveranstaltung gehabt und dann wohl nichts Wesentliches zu Papier gebracht.


    Die Nachprüfung wurde in unserem Falle direkt im Anschluss an die praktische Prüfung abgehalten - als weitere mündliche Prüfung. Bei einem war es wohl knapp, weil er offenbar aus dem ganzen Lehrgang fast nix mitgenommen hatte . . .


    Aber bei halbwegs ernsthaftem "Mitmachen" war es wirklich kein Problem.

    Einen Übersteiger macht doch kaum ein Spieler!

    Das ist richtig, aber "kaum ein Spieler" heißt ja, der ein oder andere macht ihn mal. Wie soll denn ein Fußballspiel in der A-Jugend aussehen, wo alle Spieler andauernd Übersteiger zeigen ^^


    Finten mache ich eigentlich weniger zum Selbstzweck, sondern um den Spielern Ballfertigkeiten und daraus resultierend das Selbstvertrauen zu geben, irgendwann einmal für alle Situationen ein möglichst umfassendes "Instrumentarium" zu haben. Ich habe Finten nie gelernt, mit dem Ergebnis, dass ich mich kaum in ein Dribbling getraut habe. Und wenn ich es getan habe, brüllte irgend einer immer "Lass die Fummelei sein". Und so habe ich denn meine bescheidene Karriere als Fußballer mit einer einzigen taktischen Anweisung überstanden: "Bleib an Deinem Mann dran".


    Mir fehlt die Erfahrung als Trainer, meine bisherigen Spieler über einen längeren Zeitraum beobachtet zu haben. Aber mein früherer Torwart (hat den Verein gewechselt, spielt ältere C-Jugend), lässt auch heute noch anstürmende Gegner regelmäßig mit 1-2 Finten aus seinem "Repertoire" ins Leere laufen ("habe ich damals bei Euch in der D gelernt!"). Sein Trainer sagt auch nix - meistens geht es gut. Den Rest der früheren Mannschaft (jetzt ältere C) kann ich leider selten bei Spielen sehen, kenne aber den Trainer und weiß, dass der seine Spieler kaum in Ruhe spielen und Entscheidungen treffen lässt. Wer traut sich denn da noch zu, eine Finte auszuprobieren, wenn es schon bei der Ballannahme heißt: "Gib ab" "Nach außen", "schieß"?


    Noch etwas: Ich glaube bei meiner aktuellen D2 zu beobachten, dass die konzentrierte Beschäftigung mit Finten im Training bei einigen auch die Neugier weckt, in der Freizeit bzw. vor dem Training selber mal was auszuprobieren. "Finten" sind Zeichen der Spielfreude und der wichtigste Bereich bei Kindern/Jugendlichen, wo sie ihren Idolen besonders gerne nacheifern.

    Wir trainieren Finten aus folgendem Grund: Im Rahmen der technischen Ausbildung sind die Finten die "höchste" Form der Ballbeherrschung. Und selbst beim gepflegtesten Kurzpassspiel (wovon meine und wahrscheinlich die meisten D2-Mannschaften noch weit weg sind) kommt es regelmäßig zu 1:1 Situationen, die auch mal überraschend gelöst werden dürfen. Insofern gehört das Fintentraining unbedingt dazu. Die Ziele des Fintentrainings im Hinblick auf einzelne Spieler sind aber unterschiedlich: Bei den besseren Spielern und/oder denen mit Spielfreude steht tatsächlich die Idee im Hintergrund, dass die irgendwann auch mal im Spiel (von mir aus erstmal nur im Trainingsspiel) erlernte Finten zeigen - einfach weil es passt und ihnen danach ist. Bei den schlechteren Technikern (Fußballanfängern) steht die Verbesserung der Koordination und Ballbeherrschung im Vordergrund. Man kann über die Zeit hinweg sehen, dass in der D erlernte (oder eingeschliffene) Techniken tatsächlich ab C-Jugend "abrufbar" sind in der Form, dass Spieler zumindest ein - zwei Finten mit einer gewissen Selbstverständlichkeit regelmäßig und sinnvoll anwenden.


    Da Fintentraining tatsächlich durch Wiederholung und einen gewissen "Drill" funktioniert, konzentrieren wir uns schon aus Zeitgründen auf drei Finten, deren Namen mir bis auf den Übersteiger gar nicht geläufig sind:
    1. Übersteiger
    2. Mit der Sohle kurz nach innen ziehen um dann mit dem Außenrist den Ball am Gegner vorbeizuziehen (funktioniert bei allen ziemlich gut)
    3. "Tempowechsel": Ball wird beim Dribbbling am Gegner vorbei kurz gestoppt, um dann doch in die ursprüngliche Richtung weiterzusprinten (diese Finte passt thematisch auch ganz gut zu unserem Training des 1:1 in der Defensive mit dem Ablaufen)


    Spielerisch fördern wir Finten in den Spielformen, in dem wir für jede gelungene Finte (d.h. Finte mit erfolgter Folgeaktion (Torschuss, Pass)) 1 Punkt geben, jedes Tor zählt aber drei Punkte. Dadurch belohnen wir erfolgreiche Finten, rücken deren Bedeutung aber auch in den "Gesamtzusammenhang". Die Spieler treffen so eigene Entscheidungen über den Einsatz von Finten. Na ja, sollen in den Zustand versetzt werden, eigene Entscheidungen über den Einsatz von Finten treffen zu können.

    Hallo zusammen,


    beim ersten Tor der Bayern durch Gomez urteilten sowohl der Kommentator als auch Franz Beckenbauer, dass der Torhüter zu weit vor dem Tor stand.


    In der 2. Halbzeit gab es eine Szene , wo der französische Stürmer das Duell gegen den bayerischen Verteidiger gewinnt, aber an Neuer scheitert , der vor ihm auftaucht. Auch hier waren sich die Fachleute einig: Klasse von Neuer!


    Ich habe beide Szenen für den Torhüter ähnlich gesehen und sehe keinen Stellungsfehler des französischen Torhüters beim 0:1. Dass der Ball haltbar wirkte, ist unbestritten, aber darum geht es mir nicht.
    Wie seht Ihr das?


    P.S.: Ich bin keiner, der ewig über Profi-Fußball diskutieren möchte, aber diese Frage ist mir aus folgendem Grund wichtig: Ich (auch wenn ich selber keine vernünftige Torspieler-Ausbildung anbieten kann) ermuntere (wie ich denke) schon in der Jugend meine Torhüter zum aktiven Mitspielen. Vor dem Hintergrund verfolge ich die immer wieder kehrenden Diskussionen über "Da steht er aber zu weit vor dem Tor" oft mit Unverständnis.

    Erfahrungsbericht
    Trainingsplan – Training gut, aber Spiele werden schlechter?


    Hallo zusammen,


    trotz eigentlich positiver Eindrücke aus der Umsetzung des Trainingsplans ist die spielerische Leistung in der Rückrunde ohne Fortschritte, wenn nicht sogar schlechter geworden.


    Zwar sind die Ergebnisse von Hin- und Rückspiel nicht ohne weiteres zu vergleichen, denn einige Mannschaften in der Staffel haben sich durch Auflösung/Abmeldung der D1 oder starken Zuwachs an Spielern erheblich verändert. Aber dass die Ergebnisse zum Teil deutlich schlechter ausfallen als die Hinspiele, ärgert mich ein bisschen. Und dass die spielerische Leistung keine Fortschritte erkennen lässt, beunruhigt mich sogar richtig. Von bisher 5 Spielen seit der Winterpause war ein Spiel sehr gut, eins mäßig und drei richtig schlecht.


    Insofern stelle ich meine ganzen Erfahrungen zum „Trainingsplan“ unter Vorbehalt. Training läuft gut, aber wann sehen wir (und die Jungs) Ergebnisse? Oder mache ich mir nur was vor, und das Training läuft zwar gut, taugt aber nicht.


    Wir haben die vier Schwerpunkte Passen, Dribbling, Ballannahme und –weiterleitung sowie Fintieren bis zur Weihnachtspause einmal „komplett“ durchgeführt. Für die „Rückrunde“ (Training ab Januar/Februar, soweit möglich), haben wir die einzelnen technischen Schwerpunkte länger geplant. Tirus hat völlig recht: 6 Trainingseinheiten sind zu kurz, warum ich mich für den Herbst trotzdem dafür entschieden habe, hatte ich ja ausgeführt.


    Wir haben in den ersten Schwerpunktblöcken noch relativ stark auf die saubere technische Ausführung geachtet. Auch bei den „guten“ Fußballern sind Verbesserungen der Grundtechniken noch notwendig, vor allem aufgrund von Schwächen bei der Bein- und Fußarbeit. In den zweiten Blöcken verschärfen wir die Übungen durch mehr Raum-/Zeit- und Gegnerdruck.


    Gespielt wird eigentlich immer - Spielformen mit Provokationsregeln machen wir in fast allen Trainings - mindestens eine halbe Stunde. Die Jungs finden toll, wieviel wir spielen. Wegen des kleinen Kaders (12 Spieler, i.d.R. 9-11 Spieler beim Training) spielen wir meist nur mit zwei, manchmal 3 (z.B „Tschechenrolle“) Mannschaften, hier will ich in den nächsten Monaten noch mehr Spielformen mit 2er oder 3er Mannschaften einbauen.


    Schusstraining kam anfangs etwas kurz (ich hatte es ja befürchtet, auch von den Spielern wurde es als Verbesserungsvorschlag gebracht), wir haben es aber mittlerweile deutlich häufiger einbinden können.


    Koordinationsübungen machen wir oft, Übungen zum allgemeinen Muskelaufbau und zur körperlichen Entwicklung kommen leider noch etwas zu kurz.



    Positive Erfahrungen
    Die Trainingsbeteiligung ist wohl im Vergleich zu den Vorjahren (ich habe die Truppe ja erst seit September) deutlich besser, einzelne Spieler oder Eltern haben uns die Rückmeldung gegeben, dass die Jungs den systematischen und konsequenten Trainingsaufbau schätzen. Einer D2 kann man die Trainingsgestaltung anhand der Schwerpunkte gut erklären. Die Jungs werden einbezogen, sie „verstehen“ was wir im Training warum machen – es lässt sich einfach alles in die Perspektive rücken. Diese positive Rückmeldung der Spieler (und Eltern) ist für mich eine besonders angenehme Überraschung an der ganzen Planerei.


    Der Trainer, der die Jungs ein Jahr letztes Jahr in der E betreute, kibitzt ab und zu beim Training und gibt die Rückmeldung, dass er (im Training) deutliche Fortschritte im Einsatz, Agilität, Lauffreude feststellt.


    Die Probleme mit den etwas schwierigen Persönlichkeiten haben wir zwar noch nicht komplett in den Griff bekommen, es gibt aber deutlich weniger „Ausfälle“ und „Störungen“ im Training und im Spielbetrieb. Komplettverweigerung hatten wir seit Monaten nicht mehr. Das liegt zwar weniger am "Trainingsplan", sondern eher an diziplinarischen Maßnahmen. Aber es ist sicher auch so, dass die notorischen Störenfriede das Gefühl haben, etwas zu verpassen, wenn sie nicht so konzentriert mitmachen.


    Nachteile/Schwierigkeiten:
    Ich hatte es schon im ersten Erfahrungsbericht geschrieben: Der relative Fortschritt ist schwer überprüfbar, und vor dem Hintergrund meiner Posting-Eröffnung sogar zweifelhaft. Was hat man davon, wenn Übungen immer besser klappen, aber im Spiel keine Verbesserungen erkennbar sind? Ich hänge gerade etwas durch. Aber vielleicht kommt ja noch die Leistungsexplosion, von der Tirus schrieb.


    Also zurzeit ein etwas ernüchtertes Fazit, aber ich wollte auch das nicht vorenthalten.