Beiträge von anakiny

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    Jetzt weiss ich, warum viele Leute (aber die Minderheit) gegen die Ausbildungseinteilung sind; Weil diese Leute keine Ahnung haben was da alles inbegriffen ist.
    Man versucht hier dieses Konzept auf negative Sachen zurückzuführen wie zB. "es würde den Spassfaktor verderben", die nicht mal annähernd den Fakten entsprechen. Der Spassfaktor steht und fallt mit dem Trainer, mit den Teamspielern, mit den Eltern und unter umständen sogar mit der Vereinsleitung.... und bestimmt nicht durch einen Konzept. Da wurde einfach eine falsche Information kommuniziert weil gewisse Personen einfach von etwas schreiben, ohne eine Ahnung davon zu haben.


    Es ist wie, wenn ein Russe der noch nie in Deutschland war, einem Deutschen die deutsche Sprache beibringen möchte... ist doch einfach lächerlich.


    Grüsse
    TRPietro

    Also hey, TRPietro, Du solltest nicht immer denen keine Ahnung unterstellen, die nicht Deine Meinung teilen.


    Diese Diskussion zeigt doch eindrucksvoll, dass es ein stetes Abwägen ist und es ein Für und Wider gibt.


    Einfach zu sagen, die haben alle keine Annung, ist, mit Verlaub, albern.


    Klar kann ein jüngeres Kind auch Spass in der älteren Mannschaft haben. Aber es kann auch den Spass genommen bekommen, eben weil es dort meist körperlich unterlegen ist und auch ein Jahr weniger Ausblidung genossen hat, nur Mitläufer sein kann.


    Warum soll aber ein guter Spieler in seinem Jahrgang, wo er, salopp gesagt, der King ist, den Spass verlieren? Weil er manchmal Spiele verliert? Wenn dem so wäre müsste man wieder hinterfragen, was der Trainer von den Spielern eigentlich erwartet.

    Ja, und diesen Behauptungen würde ich gerne widersprechen. Ich, als Befürworter der Jahrgangstrennung, sehe zwar auch die soziale Komponente, doch die hängt für mich ganz entscheidend mit der Ausbildung zusammen.


    Ich glaube, dass gute Spieler in ihren Jahrgängen eine größere Chance zur Entwicklung haben, wenn sie dort Führungsspieler werden und Selbstvertrauen tanken, als wenn sie in die ältere 1er Mannschaft gehen und unter ferner liefen spielen.


    Fussball ist oft Kopfsache, gerade bei Kindern: Was traue ich mir zu, wie ist meine Stellung innerhalb der Mannschaft, braucht man mich, kann ich überhaupt Fussball spielen etc.?


    Ich widerspreche auch TRPietro und Karl, die genau das sagen, was koeppchen im zweiten Absatz schreibt. Außerdem finde ich auch nicht, dass bei solchen Entscheidungen zwischen großem und kleinem Klub unterschieden werden kann.
    In fast jedem Dortklub kann es innerhalb eines Jahrganges zwei Mannschaften geben, dann steht man vor so einem Problem.


    Aber Andre hat eigentlich den Kompromiss angesprochen, den ich sehr gut finde.


    Ergänzend dazu, hier meine Ideen, die ich aus dieser angeregten Diskussionen im Augenblick ziehe.


    - Jahrgänge trennen bis einschließlich D.
    - Ausschließliches Augenmerk auf Freude, Grundlagen Ausbildung, Selbstvertrauen und Freundschaften richten.
    - Mindestens einmal im Monat ein gemeinsames, jahrgangsübergreifendes Training, z.B. der E1 und E2, ausrichten. Mit pfiffigen Turnieren, Statistiken und einem oder zwei Trainer, die ausschließlich beobachten, um sich ein Bild über das Leistungsniveau zu machen.


    Ganz wichtig erscheint mir auch, dass die Trainerschaft im ganzen Verein an den selben Zielen arbeitet. Zumindest bei uns ist das ein Problem.


    Und eins noch, weil hier viele "Leistungseinteilungsbefürworter" immer konkrete Beispiele aus ihrem Verein als Beweis ihrer Meinung anbringen (und einen anderen Fall "noch nie erlebt haben".).


    Bei uns im Verein sind mindestens 3 Spieler in meiner Mannschaft, die letztes Jahr mit stärkeren, älteren Spielern im Team waren. Dort waren sie Mitläufer, kamen in den Spielen mal zu Einsatz, mal auch nicht. Bekamen sie in den Spielen mal den Ball, haben sie ihn nach 0,8 Sekunden irgendwo hin geschossen, weil die Älteren sofort den Ball forderten und den Kleinen nichts zutrauten.


    Jetzt, nur 6 Monate später spielen diese 3 Spieler in ihrem Jahrgang, was Zufall ist, da wir im Verein ja noch keine Jahrgangstrennung machen. Und es sind andere Spieler, die sich enorm (und ich meine "enorm") entwickelt haben und in wirklich allen Bereichen mit Riesenschritten weiterkommen (Technik, Dribbling, Selbstbewusstsein, Zweikampf etc.). Man könnte fast meinen sie wären befreit.


    Klar, das mag auch an anderen Dingen liegen (Training, normale Altersentwicklung), aber es kann auch sein, dass solche Talente gerade in ihren Jahrgängen aufblühen.

    Ich möchte hier nochmal ein paar Kontrapunkte zur Einteilung nach Leistung und nicht nach Jahrgängen setzen.


    Zu behaupten, dass die Leistungsträger grundsätzlich mehr gefördert werden, wenn sie in der besseren (und älteren) Mannschaft spielen ist aus meiner Sicht zu kurz gedacht. Es kann auch genau andersherum laufen: Blüht der Spieler in seinem Jahrgang auf und wird zum absoluten Führungsspieler, so kann er beim Wechsel in die 1er Mannschaft einen Leistungseinbruch erleben, oft auf der Bank sitzen und seine Stärken nicht mehr einbringen können, somit stagnieren.


    Alles müsste dann über das Training laufen und, nicht zu unterschätzen, über die Beobachtungsgabe des Trainers.


    Und genau das ist der nächste Kritikpunkt: Es bedarf großer Fähigkeiten der jeweiligen Trainer, die "Leistungsmannschaft" auch wirklich zu finden. Bei uns sind das ausufernde Diskussionen, wer denn nun wirklich in der 1. und wer in der 2. Mannschaft spielen soll. Oft gehen hier die Meinungen weit auseinander......und alle sind nachvollziehbar.


    Wer soll das dann entscheiden und wer sagt, dass die "schlummernden Talente" des in die 2. eingeteilten Spielers auch entdeckt werden, wenn der in einer durchweg schwachen Mannschaft spielt. Für mich klingt das zu sehr nach früher Selektion auf Kosten der Kinder.


    Ich denke TRPietro nat den alles entscheidenen Punkt geschrieben "Im KIFU sind die Junioren wie Blumen. Jede Blume öffnet sich an einem verschiedenen Zeitpunkt."


    Nun kann man sich fragen: Welche Förderung ist sinnvoller, damit sich die Blume öffnet:
    - Ist es für ein schlummerndes Talent besser, in der 2., (schwachen) und gemixten Mannschaft rumzudümpeln oder in seinem Jahrgang eine gute Truppe zu haben?
    - Oder ist es doch besser, ausschließlich nach Leistung einzuteilen und eben nur die Kinder in die 1. zu nehmen, die der Trainer für die Besten hält und die am meisten auffallen?

    Hallo Karl

    In vielen Vereinen sieht es aber mit dem Angebot an Kindern etwas anders aus. Und dort halte ich eine leistungsmäßig so weit wie möglich homogen zusammengestellte Mannschaft für optimaler, als eine "Jahrgangsmannschaft" mit meist sehr großen Unterschieden, was den Leistungsstand und die Leistungsfähigkeit angeht. Auch sehe ich nicht unbedingt einen Vorteil darin, wenn ein und derselbe Trainer die Mannschaft über viele Jahre trainiert.Auch eignet sich nicht unbedingt jeder F - Jugend-Trainer für eine C-Jugend,- oder umgekehrt.

    Ja, deswegen habe ich ja auch geschrieben "zumindest bis zur C".


    Ich denke, dass ein und der selbe Trainer, bei vorhandener Spielphilosophie und qualifizierter Trainingsarbeit, von der F bis einschließlich D optimal wäre. Dann übergibt er gut ausgebildete Jungs an den C Trainer, der dann den nächsten Schritt einleitet: die Ausbildung auf dem Großfeld mit 11 gegen 11. Da könnten (muss aber nicht) neue Impulse eines neuen Trainers förderlich sein.


    Hast Du zerwürfelte Mannschaften, wechselt ab der G der Trainer jedes Jahr und zwar für beiden Mannschaften. So ist es zumindest bei uns.

    Ich denke auch nicht, dass ein Kind traumatisiert wird, wenn es nicht in der leistungsstärksten Mannschaft spielen darf. Es gibt auch verschiedene Schulen. Nicht jeder schafft es aufs Gymnasium und manch einer landet in einer Förderschule. Das ist doch keine Ungerechtigkeit. Letztendlich geht es doch darum, jedes Kind optimal zu fördern. Im schulischen Bereich genauso, wie im sportlichen.


    Letzlich sollte uns die Entwicklung der einzelnen Kinder wichtiger sein, als an Spielergebnissen und Tabellenständen festgemachte Mannschaftserfolge. Das sehe ich jedenfalls so.

    Ich denke Du widersprichst Dir hier. Frühe Selektion in gut und schlecht (wie in der Schule) ist absolut kontraproduktiv und sehr wohl demotivierend. Wie in der Schule, besteht auch im Fussball die Gefahr, dass diese Kinder ihr eigentlich vorhandenes Potential nicht abrufen können, weil sie frustriert sind und früh annehmen müssen, nicht gut genug zu sein.


    Wenn Du also schreibst "Die Entwicklung der einzelnen Kinder muss wichtiger sein, als Spielergebnisse und Tabellenstände", dann muss man eben genau das Gegenteil machen. Nach Leistung selektieren ja, aber innerhalb des Jahrgangs, wo dann jeder seine faire Chance hat.


    Ich bin mir sicher, dass es viele Kinder gibt, die ein zunächst nicht zu erkennendes Potential zeigen, wenn sie richtig gefördert werden.


    Anakiny

    Es ist wohl wie bei vielen Themen, dass keine "einheitliche" Lösung möglich ist 8|


    In den kleinen Dorfvereinen wird man wohl jedes Jahr neu entscheiden müssen...
    - wie viele Kinder gibt es
    - wie groß ist der Unterschied zwischen "gut und schlecht"
    - usw.

    Ja, richtig, wir sind hier ein Dorfverein, im nahen Umkreis von großen Städten. Wir treten mit unseren zusammengewürfelten Mannschaften oft gegen Jahrgangsmannschaften aus der Stadt an. Es ist dann saisonübergreifend zu beobachten, dass sich diese Teams manchmal enorm entwickeln, während bei uns besonderes die Kinder, die wenig oder in der "schwachen" Mannschaft spielen (auch höhere Jahrgänge in der schwächeren Mannschaft) jede Woche die Hütte voll kriegen und oft auch frustriert sind.


    Das Problem ist doch, dass im Jahr darauf dann viele 1er Spieler hochgehen und dann die Kinder die Mannschaft voranbringen sollen, die vorher alles verloren haben und als zu schwach galten.


    Außerdem müssen auch die hohen Jahrgänge rauf in die nächste Jugend, die vorher in der schwächeren Mannschaft spielten. Das sind dann die potentiellen "Abbrecher".


    In Jahrgangsteams gibt es in jeder Mannschaft gute Spieler, sodass sich hier eine gewisse Balance ergibt. Und wenn man mit Glück einen sehr guten Jahrgang erwischt, kann man auch gegen sehr starke Mannschaften bestehen.

    Sehr richtig. Ich würde auch nie ein Kind aus einem jüngeren Jahrgang in den höheren schmeißen, wenn es das nicht will.
    Wobei bei der F und E die Eltern auch noch ein Wörtchen mitzureden haben.
    Ob das gut ist? Wer weiß....

    Zuerst kommt die Qualität der KiFu-Ausbildung ....... und wenn genau die paßt .... selten genug, selbst bei semi-ambitionierten "Mittelschicht-Vereinen" ...... dann kann man sich um die Luxus-Fragestellung Jahrgangs-/Leistungseinteilung gedanken machen.
    ..... einer der beliebtesten "Nebenkriegsschauplätze" im KiFu

    Hm, entschuldige, aber das ist ziemlicher Quatsch. Das eine schließt das andere doch nicht aus, oder besser: Die KiFu Ausbildung steht in keinem Gegensatz zu vereinsinternen Organisationsformen.


    Man muss eben seriös entscheiden, wie man den Kinderfussball in seinem Verein organisieren will und ich finde es sehr interessant zu lesen, wie das bei anderen gehandhabt wird.


    Sonst spielen wir alle durcheinander, groß und klein, jung und alt, dick und dünn und feiern dann mit ner Wurst und nem Bier, dass das die beste Ausbildung ist.
    :D

    Siehst Du in der homogenen Spielereinteilung, auch Vorteile?


    - Es gibt kein Gut oder Schlecht, die, die da sind sind eben da und spielen in der Mannschaft.
    Bemerkung: Ja, man könnte die schlechteren Traumatisieren... ich gehörte als Spieler auch zu den schlechteren, darum bin ich jetzt ein Doppelmörder, war 35 Jahre im Knast etc. :D Jetzt im Ernst; Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und sollten die Kids möglichst früh beibringen damit klar zu kommen.

    Nun, "Leistungsdruck" gibt es ja auch innerhalb des Jahrgangs, hier sehe ich keinen Widerspruch.


    In den Zusammengewürfelten haben die jüngeren Jahrgänge tendenziell einfach einen biologischen Nachteil, weil sie Jünger sind und in der Regel ein Jahr weniger Ausbildung. Das macht oft sehr viel aus (gilt natürlich nicht für Überflieger).


    Ich glaube sie können sich besser entwickeln, wenn sie mit ihrer Alterklasse spielen.


    Mit "homogener Spielereinteilung" meinst Du wahrscheinlich, die Jahränge zu mischen.
    Ich sehe hier nur einen "Vorteil": mit der besten Mannschaft die Spiele zu gewinnen. Das ist alles.


    Anakiny

    Vielen Dank Bayernmuch, das macht mir Mut es zu versuchen.


    Allerdings finde ich es bemerkenswert, dass Du schreibst "Da wir ein leistungsorientierter Verein sind, macht es auch Sinn, die Jungs so zusammen zu lassen", während TRPietro meinst, dass die Entwickling der Spielerfähigkeiten besser in zusammengewürfelten "Gut und weniger Gut"-Mannschaften wäre. Für mich sind das zwei absolut unterschiedliche Meinungen.

    Wenn du 8 Spieler Jg. 2002 und 11 Spieler 2001 hast, würde ich die Teams genauso spielen lassen. Evtl. gibt es einen 2001 von den 11 der zu den 2002 will,.aber prinzipiell hast du in einem Jahr das gleiche Problem. Der eine 2001 muss dann raus vom 2002 Team. Daher schaue ob du einen 9 Spieler findest oder du spielst die Runde mit 8 und leihst dir bei Krankheit usw. beim Spiel einen 2001 aus.
    Es gäbe auch noch den Fall, dass du dir einen sehr guten 2003 zu den 2002 holst. Der kann dann zumindestens immer bei den 2002 bleiben.
    Er spielt halt dann immer gegen ältere Kinder, aber wenn er rein passt würde ich diese Variante bevorzugen. Aber Vorsicht bei einem jüngeren Spieler. Ich habe das Problem derzeit selbst und der Kleine ( auch noch mein Sohn) muss für die Leistung schon heftig kämpfen, aber er ist voll im Team integriert. Nachteil ist für den Kleinen evtl. auch den Schritt irgendwann in seinen eigenen Jahrgang zu machen und so ist er raus aus dem Team....
    Fazit: Spiele bei deiner Konstellation mit einem Jahrgangsteam und schau ob du nicht noch irgendwo einen 2002 findest. Mit 11 Spielern kann man auch super in der E-Jugend spielen. Ich persönlich finde 10 Spieler genau richtig, wobei beim Spiel 9 reichen damit auch jeder genügend Spielzeit bekommt.

    Okay, wir haben sogar ein 2003 Kind, was fussballerisch locker mit 2002ern zusammenspielen kann. Aber was sagst Du zu folgendem Einwand. Wenn der 2003er hoch zu den 8 2002ern geht, verpasst er dann nicht einen entscheidenden Schub, den er als Leistungsträger in der neuen 2003er F hätte?


    Stattdessen wäre er in der E2 Mitläufer.

    Mit Interesse verfolge ich Andre's "Ich habe nicht das Spielerpotenzial!"- Thread.
    Eigentlich wurde dort dann fast nur über Coerver diskutiert. Als Off-Topic wurde diese Diskussion dann eingestellt.


    Da mich das Thema extrem interessiert, mache ich daher mal einen neuen Coerver Thread auf mit dem Hinweis, es sachlich auf die "Pro und Contra" Thematik zu konzentrieren.


    Vorneweg dies. Ich lese seit vielen Monaten in diesem Forum und Sir Alex spricht mir bei vielen Dingen oft aus der Seele. Nicht so beim Thema Coerver.


    - Sir Alex bemängelt an der Methode, dass es keinen Gegnerdruck gibt. Mich würde interessieren, wie Du, Sir Alex, den Gegnerdruck im Allgemeinen und in Deinem Training definierst und warum Du das bei Coerver kritisierst. Ich sehe einen erheblichen Gegnerdruck (pro-Coerver) bei nahezu allen 1vs.1 oder 2vs.2 Übungen.


    - Sir Alex bemängelt, dass das automatisieren der technischen Übungen vor der Schnelligkeit und dem Tempo der Aktion kommt.
    Mich würde interessieren, welche konkreten Kritikpunkte Du hier an den Coerver Übungen hast, an was machst Du Dein Contra fest? Ich denke, dass technische Versiertheit nur über die richtige und genaue Ausführung funktioniert. Und die beginnt immer erstmal langsam. Aber nur in Schritt eins, schon im nächsten Training kann dann diese Technik im Spiel auf dem Kleinfeld bei hohem Tempo angewendet bzw. vom Trainer angeregt werden.


    Im übrigen gibt es bei Coerver sehr viele Schnelligkeitsübungen, ob mit oder ohne Ball, oft gekoppelt mit Finten und Tricks.


    - Sir Alex kritisiert, dass das automatisieren der technischen Übungen vor der Schnelligkeit und dem Tempo der Aktion kommt.
    Mich würde interessieren, welche konkreten Kritikpunkte Du hier an den Coerver Übungen hast, an was machst Du Dein Contra fest? Ich denke, dass technische Versiertheit nur über die richtige und genaue Ausführung funktioniert. Und die beginnt immer erstmal langsam. Aber nur in Schritt eins, schon im nächsten Training kann dann diese Technik im Spiel auf dem Kleinfeld bei hohem Tempo angewendet bzw. vom Trainer angeregt werden.


    Für mich ist das große Plus an Coerver, dass alle Bestandteile der Pyramide ineinander übergehen und zwar nicht von unten nach oben, sondern querbeet, mit hartem Gegnerdruck und ganz viel Spaß bei den Kindern. Meine jedenfalls blühen bei den Coerver Übungen immer auf. Zweites großes Pro ist für mich, dass Coerver eine offensiv angelegte Methode ist, dass es in fast allen Übungen darum geht, in eine Offensivaktion zu gehen. Halte ich für sehr gut, auch für Verteidiger.


    Und an Dirk Coerverfan: Was ist beim heutigen Training ganz grundsätzlich für Dich das große Plus Deiner Methode? Gibt es für Dich an Coerver überhaupt nichts zu kritisieren?


    8)

    Liebe Trainergemeinde,
    wir stehen in unserem Verein vor der Entscheidung, wie wir die Junioren Mannschaften in den kommenden Jahren organisieren.
    Zur Zeit werden die Jahrgänge zusammengewürfelt, es gibt beispielsweise eine E1 mit den "Guten" und eine E2 mit den "weniger Guten". Jahrgänge spielen hierbei keine Rolle.


    Ich finde das eigentlich nicht gut, da jedes Jahr eine neue Zerwürfelung stattfindet. Auch das Einteilen in Gut und Schlecht gefällt mir nicht.
    Für mich hat die Jahrgangstrennung nur Vorteile.
    - Eine Mannschaft findet sich und kann wachsen.
    - Der Trainer kann stets mitgehen (zumindest bis zur C) und mit der Mannschaft eine Spielphilosophie aufbauen.
    - Es gibt kein Gut oder Schlecht, die, die da sind sind eben da und spielen in der Mannschaft.


    Bei uns gehen nächstes Jahr 8 F-Junioren in die E und wären dann die E2 (2002er). Das ist eine Mannschaft aber eben haargenau. In der E1 (2001er) wären es zur Zeit 11. Sicher kommt noch der ein oder andere dazu, aber es wird eng bleiben.


    Wie sind Eure Erfahrungen? Wie macht Ihr das in Eurem Verein? Jahrgangstrennung, auch wenn es knapp wird mit den Spielern?


    Man könte noch mehr dazu sagen, aber ich warte mal die Diskussion ab.


    Anakiny

    Anakiny, ...finde ich alles o.k. bei dir, hört sich gut an.


    Der Unterschied zwischen uns liegt wohl in der Philosophie, weil ich -bis auf Koordinationsübungen im Warmmachteil- alles in einem -ich sage immer...ganzheitlich in Spieletrainings.....versuche zu verpacken.


    Das hat Vor.-und Nachteile. Die Wiederholungsfrequenz ist geringer, dafür appelliere ich mehr an die Spielintelligenz und die ist mir persönlich das Wichtigste.

    Ich glaube das widerspricht sich nicht und ganzheitliche Spieltrainings sind natürlich absolut gut.


    Bin ja ein Coerver Sympathisant (kein Fanatiker) und tendiere daher immer zur spielerischen Offensivlösung, auch für die Verteidiger, die ja, nach dem Ballgewinn, irgendwas produktives machen sollen und eben nicht nur den Ball wegschlagen.


    Siebener, ...da muß ich ehrlich sein....ich habe die Übung -ich glaube auf Dfb- vor Jahren ausgesucht und verfeinert, ...und hier als Idee angeboten, ...ist also nicht wirklich meine Geschichte. Gruß Andre

    Interessant.
    Diese Übung sieht für den Angreifer erneut gut aus, allerdings hat der Verteidiger auch hier nur den Angriff abzublocken und kann nichts konstruktives aus dem Ballgewinn machen.


    Und ja, der dritte Verteidiger könnte ziemlich lange rumstehen, wenn die vorderen alles abwehren. Die dürfen also nicht so gut sein..... ;)

    Zwei Bemerkungen dazu.
    1.) Möglicherweise interpretieren wir beide die Übung von Toto2 etwas anders. Ich finde sie deswegen besonderes, weil das Ganze in einem Affenzahn und abwechselnd von beiden Seiten abläuft. Mein Feld ist hierbei sehr groß und nach 2 Minuten ist die ganze Truppe in Bewegung und der Verteidiger muss an die Grenze gehen um alle 10 bis 15 Sekunden einen Angriff abzuwehren. Nach 5 Minuten ist der völlig aus der Puste und hat 25 Zweikämpfe bestritten, also so viel (oder mehr) wie in einem ganzen Wochenendspiel.
    Ich finde das ist der Unterscheid zum "normalen" 1vs.1 was Du ansprichst, beispielsweise auf einem Kleinstfeld mit zwei Toren. Da gibt es eine kurze Zweikampfphase, dann kommen die nächsten beiden Kinder. Das ist auch gut, läuft aber ruhiger.


    2.) Torlinie überdribblen gehört zu meinen Standardübungen in nahezu jeder Einheit. Halte ich für sehr sinnvoll, sogar für die beste Art, in der F mit Toren zu spielen z.B. 2 vs.2 auf 4 Tore, alle Tore zählen für beide Mannschaften etc.
    Bei dieser Übung von Toto2 halte ich das für die F aber für zu schwer für den Verteidiger, weil er dann alle Angriffe zu Ende spielen muss und aus meiner Sicht überfordert werden würde.



    Man könnte hier auch noch andere Aufgaben einbauen, auch passend für eine F, z.B.


    -in der Feldmitte steht ein Dribbeltor, dass vom Angreifer durchdribbelt werden muß, um danach ins freie Spiele zu kommen

    Ja, auch das klingt gut. Hast ja schon Ideen, Andre.
    8)
    Da ich ja ein großes Feld habe, könnte man in der Mitte ein Hütchentor hinstellen. Da muss der Angreifer durch, danach darf er schießen.
    Aber eigentlich geht es mir ja um das Konstruktive beim Verteidiger.

    -der Trainer wirft mittig einen Ball ins Feld und die Spieler -wartend an ihren jeweiligen Toren- durchlaufen einen Koordinationsparcours, ...wer kommt zuerst an den Ball, ...um so unter Spannung auszukämpfen, wer Angreifer oder Verteidiger wird


    -Spiel mit nur einem Tor..... jeder Spieler muß den Ball dreimal oder fünfmal oder wie auch immer hochhalten....um dann auf den Ball zu eilen,....dann zurück auf das eine Tor, dessen Mittellinie überdribbelt werden muß. Zwischenzeitlich dürfte der andere Spieler auch schon auf dem Feld sein, um seine Verteidigerrolle einzunehmen, die er sich durch die langsamere oder unsauberere Aktion beim Ballhalten ...oder was auch immer....erspielt hat....einzunehmen.

    Übung 1 ist gut, habe ich im Repertuar und ähnliches bereits oft gemacht.
    Übung 2 ist auch gut, wobei wir diese koordinativen, technischen Sachen (Ball hochhalten) eigentlich lieber separat und zielgenauer machen (im abgesteckten Rechteck und individuell begleitend).


    Toto2, sag Du doch nochmal was dazu.

    Liegt hier vielleicht ein Irrtum vor. Ich habe mir die von Toto2 geschilderte Übung mal intensiv durchgelesen. Er schreibt -gehe ich von aus- von einer D. Anakiny steht für den Bereich einer F und E. Toto2 beschreibt hier nichts anderes als eine Übung für zwei Spieler, ...nämlich eines Angreifers und eines Verteidigers, welche jeweils von ihren Toren aus ins Kleinfeld starten. Statt ein Tor zu schießen, durchdribbeln sie die Torlinie.


    Es handelt sich entsprechend um ein Zweikampfthema (Angriff und Abwehr) + Dribbelthema mit Fintenmöglichkeit,....also für die F und E.


    Richtig. Aber ich sehe hier keinen Irrtum. Ich denke das interessante an der Übung (auch für die F) ist zweierlei.
    1.) Dass der Verteidiger stark unter Druck gerät und permamant angreifen muss.
    2.) Dass der Angreifer Tricks und Finten anwenden kann, obendrei sich ebenfalls offensiv durchsetzen muss.


    Sollte man in der D fordern, weil es zum 1:1 gehört -also fordern, weil dieser Stoff in diesem Alter sitzen muß- sowohl weit vorm Tor, als auch nahe. In der F und E, ...naja...wohl nicht schädlich, ....aber fordern gehört nach meiner Philosophie dort nicht hin, ....sondern...empfehlen vielleicht eher und dann eben nicht fordern.


    Sehr richtig, Andre. Ich fordere das Entgegengehen von meinen Kindern ausdrücklich nicht, im Grunde fordere ich bei der Übung für die F nur, dass die Kinder sich durchsetzen (Angreifer und Verteidiger) und Finten probieren (Angreifer).


    Im übrigen mache ich die Übung mit anschliessendem Torschuss und Torwart.



    Nun -und deshalb eigentlich mein Statement, ....wird die Mehrzahl benutzt. Bis hierher ist es ein normales 1:1 mit der Besonderheit, dass man über die Torlinie dribbelt, statt schießt. 1:1 gleich zwei Spieler. Ein Angreifer, ein Abwehrender.


    Nun wird von Angreifern gesprochen, also mindestens 2, was die Übung wieder in einem ganz anderen Licht aussehen läßt, denn wenn nur einer angreift und der andere verteidigt, ....stehen die weiteren Spieler da nur rum oder dürfen die in das Geschehen eingreifen?


    Mit Angreifern meint Toto2 sicherlich die Angreifer im allgemeinen, die ja abwechselnd loslaufen. Also keine gleichzeitige Aktion von 2 gegen 1.


    Die Idee könnte sein, dass er bei Balleroberung nun über die Torlinie seines "Gegner" dribbeln muß, weil sie die Rollen tauschen. Man schult so versteckt und untergründig das schnelle Umschalten mit. Man könnte auch den Balleroberer nun über seine eigene Torlinie dribbeln lassen, ....und so den ehemaligen Angreifer versteckt animieren, nun noch mehr "Gas" geben zu müssen, weil er den Balleroberer noch "erlaufen" muß....


    Ja, kann man machen......werde ich sicher mal ausprobieren. Könnte für die F aber zu anspruchsvoll sein. Der Verteidiger gerät ja enorm unter Druck und spätestens nach dem 5 Angreifer ist ein gezielter Konter höchst schwierig.


    Dennoch möchte ich nochmal sagen, dass das eine tolle 1vs.1 Einheit ist, und zwar auch anzuwenden bei der F, wenn man, wie Andre richtig sagt, die Kinder instinktiv ran lässt, also ohne viel Vorgaben und Forderungen.


    Anakiny

    Hey Toto2 und alle anderen,
    die Übung klang sehr interessant, habe sie daher ein paar mal im Training gemacht.


    Mein Fazit sieht so aus:


    Den Kindern macht diese Trainingseinheit sehr viel Spass. Wenn ich frage, wer Abwehrspieler sein möchte, gehen alle Hände nach oben. Auch den Lernerfolg (1vs.1) sehe ich und selbst die etwas zarteren Spieler, auch unser Mädchen, zeigen als Abwehrspieler(in) vollen Einsatz. Die Stürmer tricksen und haben ebenfalls Spass.


    Aber, mir gefallt an der Übung nicht, dass der Abwehrspieler nichts produktives mit dem gewonnen Ball anfangen soll. Einfach weghauen ist nicht das, was wir als Trainer sehen wollen. In der Übung bleibt ihm aber nichts anderes übrig.


    Daher frage ich mal in die Runde, ob jemand eine Idee hat, wie der Abwehrspieler konstruktiv kontern kann. Denn eigentlich ist diese Einheit, bis auf das angesprochene Defizit, ziemlich gut.


    Hatte mal an zwei Hütchentore links und rechts vom Spielfeld gedacht, durch die der Abwehrspieler den gewonnen Ball schießen soll.


    Ideen?


    Anakiny

    Ich bin kein Schalker (ein Glück), habe aber letzte Woche das Spiel Eintracht gegen Schalke gesehen.
    Ich finde, dass das alles so ja nicht stimmt, was Du schreibst.


    Schalke war über Jahre eine spielschwache Mannschaft mit wenig Esprit. Da kam viel über Kampf und über eine Betonabwehr. Außerdem stimmte die Chemie innerhalb des Teams nicht. Das führt zwangläufig in die Sackgasse.


    Magath versucht dies langsam zu ändern, hin zu einer spielstarken Mannschaft. Und die spielen auch ganz anders, einen völlig anderen Stil.


    Ob das gut ist oder nicht, wer weiss, gegen Eintracht wars nicht gut, zum Glück! (Man Altintop muss den einfach reinmachen :rolleyes: )


    Übrigens *spielt* sich Dortmund nach oben.

    -Koordinationsübungen habe ich auch vor dem Spiel praktiziert


    was quatsch war, weil ich habe es gemacht, um sie im Kopf wach zu bekommen. Wachbekommen wollte ich sie aber nur aus dem Grund, weil mir der Sieg wichtig war. Ferner wollte ich Idiot den gegnerischen Trainer und seine Truppe beeindrucken :O , was wohl auch gelegentlich geschah.


    :D


    HEUTE würde ich zum Gelächter des Gegenübers bei einer F eher kleine Fangspiele machen.


    Darin erkenne ich bei einer F den FUN. Sie hätten Spass vor dem Spiel und Ende.


    Ich denke nicht, dass meine obig benannten Übungen ein Verbrechen waren oder geschadet haben, ...aber der Logik der Disussion folgend und alles heruntergebrochen auf den Nenner, ....wären für mich die Fangspiele u.ä. Funsachen -bezogen auf die F- das was übrig bleibt. Gruß Andre


    Klasse, vielen Dank für den Beitrag, Andre.


    Fangspiele, interessant, daran habe ich noch gar nicht gedacht.
    Irgendwie hatte ich bisher noch keinen innovativen Gedanken, was man vor einem Spiel macht. Habe dann eben immer solche Standardsachen gemacht, aber, wenn ich ehrlich bin, meist mit dem Gefühl, dass es eigentlich Quatsch ist.
    8)

    Liebe Trainerkollegen,
    nun, wir befinden uns unmittelbar vor dem Spiel, das Umziehen ist geschafft, die kurze Ansprache vorbei, dann geht's auf den Platz.


    Ja......und dann?


    Mich würde mal interessieren, was Ihr alle in den 15, 20 Minuten vor dem Spiel mit Euren Kindern trainiert? Ich mache meist einen Kreis mit einfachem Zuspielen, Torwart extra mit dem anderen Trainer, rede dann noch viel mit den Kindern und versuche zu motivieren.


    Habe bei anderen Mannschaften schon gesehen, dass da nochmal komplizierte Passpielvarianten geübt werden (in der F!), oder ausgiebiges Warmlaufen, auch einfaches 9 Meter schießen.


    Was haltet Ihr unmitelbar vor dem Spiel für sinnvoll, was für Quatsch?


    Anakiny

    Ich denke es gibt nur einen sinnvollen taktischen Tipp für die F-Junioren.


    "Wenn ihr den Ball habt versucht, ein Tor zu erzielen, wenn der Gegner den Ball hat versucht, ihn euch schnell wiederzuholen und ein Tor zu verhindern."


    Das wars.


    Sage ich eigentlich immer vor jedem Spiel.


    Und wisst ihr was: Es funktioniert sehr oft, die Kinder haben offensichtlich das Gefühl, sich an beiden Spielsituationen (Angriff und Verteidigung) beteiligen zu müssen. Rumstehende Verteidiger, die beim eigenen Angriff zuschauen und frieren gibt es bei uns nicht.
    ;)