Alle sprechen von den Prinzipien des KiFu, und meinen etwas anderes...
Die Befürworter der Jahrgangstrennung - meinen die soziale Komponente. Die Spieler spielen mit ihren Kumpels, können als Mannschaft über Jahre wachsen und die Rollenverteilung "starke - schwache Spieler" entwickelt sich optimalerweise so, dass jeder nach seinen Fähigkeiten eingesetzt und akzeptiert wird. Man geht davon aus, dass der Haupt-Sinn des Jugendfußballs der gemeinsame Spaß an der Bewegung und die Entwicklung sozialer Fähigkeiten ist.
Die Befürworter der Leistungstrennung - meinen die fußballerische Ausbildung. Spieler können im Training viel besser gefördert und gefordert werden, wenn wenig Leistungsgefälle herrscht. Die Mannschaften werden optimalerweise in Staffeln eingeteilt, in denen vergleichbar starke bzw. schwache Mannschaften sind. Knappe Ergebnisse führen zur guten Weiterentwicklung der Spieler auf ihrem jeweiligen Leistungsniveau. Man geht davon aus, dass der Haupt-Sinn des Jugendfußballs ist, Spieler für die Erwachsenenmannschaften auszubilden und ihnen eine langfristige Perspektive im aktiven Fußball zu bieten.
Diese Behauptungen würde ich gerne zur Diskussion stellen...
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Ja, und diesen Behauptungen würde ich gerne widersprechen. Ich, als Befürworter der Jahrgangstrennung, sehe zwar auch die soziale Komponente, doch die hängt für mich ganz entscheidend mit der Ausbildung zusammen.
Ich glaube, dass gute Spieler in ihren Jahrgängen eine größere Chance zur Entwicklung haben, wenn sie dort Führungsspieler werden und Selbstvertrauen tanken, als wenn sie in die ältere 1er Mannschaft gehen und unter ferner liefen spielen.
Fussball ist oft Kopfsache, gerade bei Kindern: Was traue ich mir zu, wie ist meine Stellung innerhalb der Mannschaft, braucht man mich, kann ich überhaupt Fussball spielen etc.?
Ich widerspreche auch TRPietro und Karl, die genau das sagen, was koeppchen im zweiten Absatz schreibt. Außerdem finde ich auch nicht, dass bei solchen Entscheidungen zwischen großem und kleinem Klub unterschieden werden kann.
In fast jedem Dortklub kann es innerhalb eines Jahrganges zwei Mannschaften geben, dann steht man vor so einem Problem.
Aber Andre hat eigentlich den Kompromiss angesprochen, den ich sehr gut finde.
Ergänzend dazu, hier meine Ideen, die ich aus dieser angeregten Diskussionen im Augenblick ziehe.
- Jahrgänge trennen bis einschließlich D.
- Ausschließliches Augenmerk auf Freude, Grundlagen Ausbildung, Selbstvertrauen und Freundschaften richten.
- Mindestens einmal im Monat ein gemeinsames, jahrgangsübergreifendes Training, z.B. der E1 und E2, ausrichten. Mit pfiffigen Turnieren, Statistiken und einem oder zwei Trainer, die ausschließlich beobachten, um sich ein Bild über das Leistungsniveau zu machen.
Ganz wichtig erscheint mir auch, dass die Trainerschaft im ganzen Verein an den selben Zielen arbeitet. Zumindest bei uns ist das ein Problem.
Und eins noch, weil hier viele "Leistungseinteilungsbefürworter" immer konkrete Beispiele aus ihrem Verein als Beweis ihrer Meinung anbringen (und einen anderen Fall "noch nie erlebt haben".).
Bei uns im Verein sind mindestens 3 Spieler in meiner Mannschaft, die letztes Jahr mit stärkeren, älteren Spielern im Team waren. Dort waren sie Mitläufer, kamen in den Spielen mal zu Einsatz, mal auch nicht. Bekamen sie in den Spielen mal den Ball, haben sie ihn nach 0,8 Sekunden irgendwo hin geschossen, weil die Älteren sofort den Ball forderten und den Kleinen nichts zutrauten.
Jetzt, nur 6 Monate später spielen diese 3 Spieler in ihrem Jahrgang, was Zufall ist, da wir im Verein ja noch keine Jahrgangstrennung machen. Und es sind andere Spieler, die sich enorm (und ich meine "enorm") entwickelt haben und in wirklich allen Bereichen mit Riesenschritten weiterkommen (Technik, Dribbling, Selbstbewusstsein, Zweikampf etc.). Man könnte fast meinen sie wären befreit.
Klar, das mag auch an anderen Dingen liegen (Training, normale Altersentwicklung), aber es kann auch sein, dass solche Talente gerade in ihren Jahrgängen aufblühen.